bookmark_borderWeltpolitik: Hopp oder Topp ..?!

Wie auch immer man über Trump und Putin denkt:
Es ist ein gutes Ergeb­nis wenn die bei­den sich ver­stän­di­gen und so eine Eska­la­ti­on der Span­nun­gen, die geeig­net wären eine welt­wei­te Kata­stro­phe her­bei­zu­füh­ren, ver­hin­dert wird.

Seit Jah­ren wer­den stets nur die Mis­se­ta­ten der rus­si­schen Sei­te in unse­ren Medi­en dar­ge­stellt, für die eben­so schlim­men Ver­feh­lun­gen der USA rund um die Welt und die viel umfang­rei­che­ren Droh­ge­bär­den aller Prä­si­den­ten seit Bush I war offen­bar nicht genug Platz oder Zeit in unse­ren deut­schen Infor­ma­ti­ons­quel­len.

Allei­ne die Prä­senz der USA rund um den Glo­bus mit ca. acht­hun­dert (800!) Mili­tär­ba­sen - die Rus­sen unter­hal­ten deren neun (9) - wird offen­bar hier­zu­lan­de für eine nor­ma­le Rela­ti­on ange­se­hen, wäh­rend die Rus­sen es mit Recht als Bedro­hung empfinden.

Wenn also die per­sön­li­chen Defi­zi­te des Herrn Trump sich so aus­wir­ken, dass dem Bestre­ben der USA nach noch umfang­rei­che­rer Beherr­schung der Welt ein Ende gesetzt wird, ist es ein gutes Ergeb­nis für uns alle. Mögen sich die Demo­kra­ten in die­ser Hin­sicht auch noch so sehr echauf­fie­ren & die Kriegs­trei­ber bei den Repu­bli­ka­nern vor Wut schnau­ben. Was zählt ist, dass der Welt­un­ter­gang so mög­li­cher­wei­se ver­hin­dert wird.

Zum Abschluß noch ein Zitat von M.L. King

Dr. Mar­tin Luther King said,
“We still have a choice today: non­vio­lent coexi­stence or vio­lent coannihilation.”
[Wir haben heu­te noch die Wahl: Gewalt­freie gemein­sa­me Exi­stenz oder gewalt­sa­me gemein­sa­me Vernichtung] 

bookmark_borderGenug ...!

Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug
Epikur
[Gele­sen hier → Quel­le; 08.06.2018]

In die­ser Woche habe ich ca. 2 kg bedruck­tes Papier in die Abfall­ton­ne gewor­fen - dar­un­ter vier "Kun­den­zei­tun­gen", sechs Wer­be­blätt­chen, voll­ge­stopft mit Fly­ern von Apo­the­ken, Auto­händ­lern, Beau­ty-Salons. Zwi­schen­durch kamen drei mehr­sei­ti­ge Bro­schü­ren von Super­markt­ket­ten. Dazu noch Kata­lo­ge von Beklei­dungs­fir­men und Elek­tro­nik-Ver­sen­dern, und ' .. ein beson­de­res Ange­bot für Sie: Unser Hemd ohne Kra­gen­knopf .. '.

Ich fra­ge mich tat­säch­lich, ob sol­che Leu­te, die sich der­glei­chen over­kill an Kon­su­men­ten­wer­bung aus­den­ken und in die Tat umset­zen, an dem Erfolg ihrer Bemü­hun­gen etwas zu ver­kau­fen jemals Zwei­fel haben. Die müs­sen doch selbst irgend­wo woh­nen und der­glei­chen Bom­bar­de­ment an 'print'-Werbung aus­ge­setzt sein, oder haben die alle Zugeh­frau­en die ihnen den Brief­ka­sten lee­ren und sol­cher­lei Schund gleich wegwerfen?

Wer es ernst meint mit dem Schutz der Umwelt kann sich vor sol­chen Papier­flu­ten selbst mit Auf­kle­bern auf dem Post­ka­sten nicht schüt­zen, das ist wenig­stens mei­ne Erfah­rung. Egal wo ich bis­her gewohnt habe: Auch mit "Bit­te kei­ne Wer­bung!" am Kasten ist die­ser vollgestopft.

Eine beson­de­re Komik, nein, eher Tra­gik, sehe ich dar­in, dass die Ange­bo­te mit "BIO-", "umwelt­freund­lich", "res­sour­cen­scho­nend" gela­belt wer­den - wo sie doch genau das Gegen­teil die­ser Grund­sät­ze ver­kör­pern. "BIO-"Avocados aus Peru, "BIO-"birnen aus Chi­le, Kar­tof­feln (!) aus Ägyp­ten und "Bio-"Baumwollshirts aus Indi­en & Sri­Lan­ka. Welch ein Hohn.

Die mei­sten Emp­fän­ger sol­cher Wer­be­maß­nah­men haben doch Alles was sie brau­chen, oft noch viel mehr. Stän­dig zu kon­su­mie­ren leert die Resour­cen auf die­sem Pla­ne­ten - und da wird es Zeit die Brem­se anzu­zie­hen wenn unse­re Enkel noch auf die­sem Pla­ne­ten über­le­ben sollen.

Und wis­sen Sie, war­um ich das gera­de heu­te schreibe?
Eine Nach­ba­rin bemerk­te vor­hin in spit­zem Ton: "Also Sie soll­ten häu­fi­ger 'mal nach ihrem Brief­ka­sten sehen, da quillt ja stän­dig alles über!" 

" .. Auf­er­stan­den Aus den Kri­sen Fest ver­an­kert In der Welt .. " so steht Deutsch­land, so Euro­pa. Aber nicht mehr lan­ge, wenn es mit der Ver­schwen­dung end­los so wei­ter geht.

bookmark_borderEigene Grenzen erkennen ....

Medi­zi­ni­sche Stu­di­en durch­zu­füh­ren bedeu­tet - neben den not­wen­di­gen The­ra­pie­kennt­nis­sen - auch über mehr als grund­le­gen­de Sta­ti­stik­kennt­nis­se zu ver­fü­gen. Oder das Glück zu haben, einen Sta­ti­sti­ker als Co-Autor gewin­nen zu können.

Selbst wenn die­se Vor­aus­set­zun­gen vor­han­den sind bedeu­tet das Ergeb­nis einer sol­chen Stu­die nicht, daß jetzt ein all­ge­mein­gül­ti­ges Dog­ma ver­kün­det wür­de - viel­mehr wird eine Aus­sa­ge über eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit * gemacht mit der ein in der Stu­die über­prüf­tes Ergeb­nis ein­tre­ten kann. Aber nicht muß.


Das ist der ent­schei­den­de Punkt.
Hier tren­nen sich Ver­ständ­nis und Urteils­ver­mö­gen
von Wis­sen­schaft­lern und Laien.



Lai­en neh­men Ergeb­nis­se von Stu­di­en also als 'bare Mün­ze' und mei­nen deren Ergeb­nis­se sei­en all­ge­mein über­trag­bar und gül­tig. So kom­men dann Schlag­zei­len wie "Krebs besiegt!" auf die Sei­ten von zweit- oder dritt­klas­si­gen Druckerzeugnissen.

Wis­sen­schaft­ler und wis­sen­schaft­lich Gebil­de­te hin­ge­gen inter­pre­tie­ren der­glei­chen mit der nöti­gen Vor­sicht und erst wenn sich - in wie­der­holt durch­ge­führ­ten Stu­di­en - frü­he­re Ergeb­nis­se wie­der­ho­len las­sen, mes­sen sie ihnen eine gewis­se Bedeu­tung bei. Was noch nicht heißt, daß sie sie für all­ge­mein­gül­tig hal­ten. Sie sind - selbst nach meh­re­ren Wie­der­ho­lun­gen - ledig­lich wahr­schein­li­cher geworden.

Kürz­lich sah ich wie­der ein trau­ri­ges Bei­spiel für die­se man­geln­de Urteils­fä­hig­keit in einem Web­log. Die Inter­pre­ta­ti­on war dem­entspre­chend man­gel­haft und typisch für unbe­darf­te Laien:


platzhalter


Der geprie­se­ne "Zell­for­scher" hat gleich meh­re­re grund­le­gen­de Feh­ler gemacht die sei­ne "Stu­die" als wis­sen­schaft­li­chen Schrott kenn­zeich­nen:

  • publi­ca­ti­on bias (Ver­zer­rung) **
  • Blindungsfehler ***
  • und

  • unzu­rei­chen­de Fallzahlen ****

Aus der Pres­se­mit­tei­lung haben unzäh­li­ge unwis­sen­de Redak­teu­re/-innen abgeschrieben/wörtlich über­nom­men und so mehr oder weni­ger ver­kürz­te und damit noch weni­ger wis­sen­schaft­li­che Arti­kel 'ver­faßt'. Die Blog­schrei­be­rin, offen­bar bedau­er­li­cher­wei­se natur­wis­sen­schaft­lich nicht sehr gebil­det, konn­te z.B. noch nicht ein­mal sinn­ge­mäß wie­der­ge­ben was da stand und hat eine Pas­sa­ge genau ins Gegen­teil des­sen ver­kehrt was in der Pres­se­mit­tei­lung bekannt gemacht wor­den war [sie­he Her­vor­he­bung]. Bei der man­gel­haf­ten Qua­li­tät der Stu­die fällt das aber kaum noch ins Gewicht.

Stu­di­en mit sol­chen Fall­zah­len - im vor­lie­gen­den Fall waren es elf (!) Pro­ban­den - sind besten­falls Geld­ver­schwen­dung, meist aber Arbei­ten zu nur einem Zweck:
Sie erhö­hen die Zahl der Publi­ka­tio­nen und damit das Blei­be­recht der Autoren im U.S.-Wissenschaftsbetrieb.

Um das beur­tei­len zu kön­nen muß man nicht unbe­dingt dort gelehrt haben.

Es reicht, wenn man ein wenig Sach­ver­stand hat, der nicht vom Gedan­ken des per­sön­li­chen Pro­fits kor­rum­piert ist, kri­tisch liest und vor allem nicht alles, was in ein­schlä­gi­gen Wer­be­blät­tern und Fit­ness­zeit­schrif­ten steht, blau­äu­gig konsumiert ....


*
Test­ver­fah­ren sol­len Hypo­the­sen (=ver­mu­te­te Sach­ver­hal­te) anhand von Ver­suchs­er­geb­nis­sen gegen­über täu­schen­den Zufalls­ef­fek­ten absichern.

Resul­tat eines sta­ti­sti­schen Schlus­ses ist eine bestimm­te Wahr­schein­lich­keit .. Eine getrof­fe­ne Aus­sa­ge .. kann nicht als sicher, son­dern als mehr oder weni­ger wahr­schein­lich gewer­tet wer­den. Immer bleibt eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit, dass die Aus­sa­ge mit einem Feh­ler behaf­tet ist.

[http://user.meduni-graz.at/helmut.hinghofer-szalkay/Biometrie.htm]

Kurz­fas­sung:
Jede Stu­die kann nur Wahr­schein­lich­keit, nie Gewiß­heit darstellen.
Wird daher eine Gewiß­heit postu­liert muß man eine Täuschung(-sabsicht) unterstellen.


**
Bias (Syste­ma­ti­sche Fehler)
HIER => Publi­ca­ti­on Bias:

Es wer­den nur Stu­di­en publi­ziert die einen posi­ti­ven Effekt einer medi­zi­ni­schen Mass­nah­me nach­wei­sen und nega­ti­ve Stu­di­en wer­den nicht publiziert.

[http://www.awanet.ch/nv/EBM/Glossar.asp#Randomisierung%20%28Randomized,%20Random%20allocation,%20Randomisation%29]

Kurz­fas­sung:
Die publi­zie­ren­de Per­son 'will' kei­ne nega­ti­ven Ergeb­nis­se veröffentlichen.
Publi­zier­te Erge­nis­se sind stets posi­tiv hin­sicht­lich der Grundannahme.


***
Blindungsfehler

Blin­dung bedeu­tet, dass die betref­fen­de Per­son (Proband/In, Therapeut/In oder Untersucher/In) nicht gewusst hat, wel­cher Grup­pe der Pro­band zuge­ord­net wor­den ist. Außer­dem wird eine Blin­dung von Pro­ban­den und The­ra­peu­ten nur dann als gege­ben ange­nom­men, wenn davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass sie nicht in der Lage gewe­sen wären, zwi­schen den Behand­lun­gen, die in den ver­schie­de­nen Grup­pen aus­ge­führt wur­den, zu unterscheiden.

[http://www.pedro.org.au/german/downloads/pedro-scale/]

Kurz­fas­sung:
Wis­sen Unter­su­cher und Pro­ban­den von ihrer Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit ist das Ergeb­nis nicht ver­trau­ens­wür­dig. Weiß nur der Unter­su­cher davon ist das Ergeb­nis ver­fälscht. Mit gerin­ge­rer Wahr­schein­lich­keit gilt dies für Probanden.


****
"Gleich­heit"

Eine ech­te Gleich­heit muss in Stu­di­en­zah­len mit wesent­lich höhe­ren Fall­zah­len belegt wer­den .. Eine höhe­re Fall­zahl lie­ße den sta­ti­sti­schen Unter­schied zwi­schen den ein­zel­nen Grup­pen, d. h. die Streu­ung sin­ken, so dass das Kon­fi­denz­in­ter­vall (= Ver­trau­ens­be­reich, je klei­ner, desto bes­ser) enger wer­den wür­de. Lässt somit eine kli­ni­sche Stu­die, auf­grund einer zu gerin­gen Fall­zahl, kei­ne ein­deu­ti­gen Rück­schlüs­se zu, ist sie unter­di­men­sio­niert, d. h. sie lie­fert nicht die aus­rei­chen­de sta­ti­sti­sche Power, um eine fall­zahl­ab­hän­gi­ge Trenn­schär­fe eines sta­ti­sti­schen Tests zu erzielen.

[http://www.uniklinikum-saarland.de/profil/freunde-des-uks/klinische-studien/]

Kurz­fas­sung:
Hohe Fall­zah­len redu­zie­ren die Streu­ung und erhö­hen den Vertrauenesbereich.
Nied­ri­ge Fall­zah­len erhö­hen die Streu­ung und ver­min­dern den Vertrauensbereich.

Veröffentlicht in

bookmark_borderPlatteste Plattitüden ....

setzt uns Tag für Tag die Wer­be­bran­che vor:

"Ich lie­be Wasser.
Weil es so ist wie es ist."


Zwar ist es so, aber abge­packt in zukünf­ti­gen Pla­stik­müll der hor­mon­ähn­li­che Stof­fe aus­dün­stet, wird aus "rein" nun mal "ver­gif­tet" ....

Davon sagt die Wer­bung aller­dings nichts.

*edit*
Die­se Wer­bung ist frü­her schon mal 'stil­häs­chen' aufgefallen ....