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bookmark_borderZur Nacht ....

.... fra­ge ich mich manch­mal, ob uns die Com­pu­ter wirk­lich helfen.

Zwar bie­ten sich einer­seits Mög­lich­kei­ten, die frü­her nie denk­bar waren: email, Kon­takt nach Über­see in Sekun­den­schnel­le, umfas­sen­de Rechen­ope­ra­tio­nen in weni­gen Bruch­tei­len von Sekun­den, Schreib­ar­bei­ten rasch kor­ri­giert und wie­der aus­ge­druckt ohne 60 Sei­ten neu zu schrei­ben, wie bei mei­ner Diplomarbeit.

Aber um wel­chen Preis? Wie lan­ge braucht man, um Pro­gram­me zu instal­lie­ren, die Maschi­ne am lau­fen zu hal­ten, Feh­ler aus­zu­mer­zen, zu sichern, zu über­tra­gen, etc. ....

Und die Kosten? Na ja, das hält sich in Gren­zen. Aber der Zeit­ein­satz? Immer wenn es über "die Com­pu­te­rei" wie­der fast drei Uhr gewor­den ist beschlei­chen mich Zweifel ....

bookmark_borderNachtrag

Vor ein paar Minu­ten habe ich "Kin­der­reim" noch­mal durch­ge­le­sen und muß jetzt noch eine Ergän­zung bringen:

Wenn sich mein Groß­va­ter an den Eßtisch setz­te, brei­te­te er ein Hand­tuch aus - sol­che gibt es nicht mehr, grau-grau­blau klein­ka­riert - und dann stell­te er die ande­ren Utens­li­en zum Rasie­ren dar­auf ab: Einen klei­nen Hand­spie­gel mit Auf­stel­ler, eine fla­che, ca. 10 cm-Durch­mes­ser Alu-Scha­le (für das Was­ser, und um das Mes­ser abzu­wi­schen), eine ova­le Sei­fen­scha­le mit fla­chem und hohem Teil, auf dem hohen Teil lag die Sei­fe, im tie­fen Teil der Rasier­pin­sel und einen klei­nen Alut­el­ler, auf den kam das Messer.

Wenn Groß­mutter mit dem Kes­sel kam, begann der zwei­te Teil des Ritu­als: Schaum schla­gen. Zunächst dann das Rasie­ren und zum Schluß das Rei­ni­gen der Uten­si­li­en. Er ließ alles ste­hen, Oma räum­te ab und ver­stau­te alles bis zum näch­sten Mal.

Viel­leicht ist das geschil­der­te Ritu­al der Grund, war­um ich mich nie mit der elek­tri­schen Rasur anfreun­den konn­te - "elek­trisch" steht bei mir für "hek­tisch", und da will ich nicht hin ....

bookmark_borderKinderreim

Hal­lo zusammen!

Heu­te Nach­mit­tag war ich im Auto unter­wegs und hat­te Zeit nach­zu­den­ken. Da fiel mir ein Kin­der­reim ein, an den ich schon lan­ge nicht mehr gedacht hatte.

Mein Groß­va­ter, Poli­zei­chef in einem sehr gro­ßen Poli­zei­re­vier in Hes­sen mit über 100 Beam­ten, war ein sehr stren­ger, abwei­sen­der, gar nicht lie­be­vol­ler Opa. Viel­leicht lag das an sei­nem Lebens­lauf, er hat­te bestimmt kein leich­tes Leben: 1933 wur­de er aus dem Poli­zei­dienst ent­las­sen, weil er sich wei­ger­te der NSDAP bei­zu­tre­ten. Fort­an, bis 1945, muß­te er Frau und vier Kin­der (!) als Tage­löh­ner durch­brin­gen, das prägt.

Ich erin­ne­re mich, daß er immer am Eßtisch saß, mei­ne Groß­muter in der Küche hei­ßes Was­ser berei­te­te und dann zu ihm brach­te. Er nahm einen dicken Rasier­pin­sel, schlug Schaum, seif­te sich ein und begann sich mit einem Rasier­mes­ser zu rasie­ren. Ich saß der­wei­len in einer ent­fern­ten Ecke, mucks­mäus­chen­still, um ihn nicht in Zorn zu ver­set­zen - er war cholerisch.

Groß­va­ter Hein­rich hat­te aber auch sei­ne guten Sei­ten, denn wenn er Gele­gen­heit hat­te, befaß­te er sich mit sei­nen Enkeln. Er nahm mich auf sei­nen Schoß und sag­te: "Troß-Troß-Trill­chen?", was bedeu­te­te: Soll ich den Reim auf­sa­gen? Und ich war begei­stert, denn das war jedes­mal ein Ereignis.

Hier für mei­ne Leser - zum Wei­ter­ge­ben an ihre Kin­der und / oder Enkel - "mein" Kin­der­reim, den ich auch nach so vie­len Jah­ren nicht ver­ges­sen habe ....

Troß, Troß, Trillchen,
der Bau­er hat ein Füllchen,
Füll­chen will nicht laufen,
der Bau­er wills verkaufen,
ver­kau­fen wills der Bauer,
das Leben wird ihm sauer,
sau­er wird ihm's Leben,
der Wein­stock der trägt Reben,
Reben trägt der Weinstock,
Hör­ner hat der Ziegenbock,
der Zie­gen­bock hat Hörner,
im Wald da wach­sen Dörner,
Dör­ner wach­sen im Wald,
im Win­ter ist es kalt,
kalt ists im Winter,
da frier'n die klei­nen Kinder,
gehen in die Stub',
essen ihre Supp',
Supp' essen die Kinder,
vor'm Tor da wohnt der Schinder,
Schin­der wohnt vor'm Tor,
schiebt den Rie­gel vor,
vor schiebt er'n Riegel,
die Bank die hat 'nen Kniegel,
Knie­gel hat die Bank,
Tröpf­chen hat'n Gang,
Gang hats Tröpfchen,
Mül­ler hat'n Käppchen,
Käpp­chen hat der Müller,
Nas' die hat'n Triller,
Tril­ler hat die Nas',
im Feld da läuft der Has',
Has' läuft im Feld,
und die/der (Name) hat kein Geld!

Wenn das Wort "Geld" gespro­chen wur­de, kipp­te mich mein Groß­va­ter nach hin­ten weg, hielt mich aber eisern fest, schwang mich im Kreis her­um, rich­te­te sich und mich wie­der auf und setz­te sich. Dann ließ er los: "So, Bub, jetzt geh' schön brav spielen!"

Ich erin­ne­re mich gern an mei­nen Großvater.

bookmark_borderBemerkungen zur "Antisemitismus-Diskussion" ....

Da ist sie wie­der, die Dis­kus­si­on um Anti­se­mi­tis­mus, vor allem soll in Deutsch­land die­se Gefahr bestehen.

Ich fra­ge mich: Wem nützt die­se Darstellung?

Wir haben seit gerau­mer Zeit eine Dis­kus­si­on um die Vor­ge­hens­wei­se der aktu­el­len israe­li­schen Regie­rung in den besetz­ten pal­e­sti­nen­si­schen Gebie­ten. Tenor ist, die Regie­rung ver­hal­te sich impe­ria­li­stisch, hal­te sich nicht an die ver­ein­bar­te "road map" zum Frie­den in Palestina.

In jedem Volk, in jedem Staat gibt es Din­ge die zu bemän­geln sind, ande­re die zu loben sind, und dazwi­schen eine Men­ge ande­re Sach­ver­hal­te, die mehr oder weni­ger Dis­kus­si­ons­stoff bieten.

Darf man "rich­tig" und "falsch" nur des­we­gen nicht benen­nen, weil es im Staat Isra­el statt­fin­det? Darf man "Unrecht" nicht "Unrecht" nen­nen, weil es vom Staat Isra­el began­gen wird? Darf man den Prä­si­den­ten nicht angrei­fen, nur weil er Prä­si­dent von Isra­el ist?

Ich mei­ne: NEIN, man darf!
Und ist man des­halb "Anti­se­mit"?
Ich mei­ne: NEIN!

Wir tun - soweit ich das in mei­nem täg­li­chen Leben beob­ach­ten kann - sehr viel, um ein Erstar­ken des "Anti­se­mi­tis­mus" zu unter­bin­den: Unter­rich­te in jeder Schul­art und Klas­sen­stu­fe, Berich­te über ver­gan­ge­nes Unrecht und die Hin­ter­grün­de , wie­so so etwas mög­lich wur­de. Mah­nung, Erin­ne­rung, Prä­ven­ti­on, da brau­chen wir uns nicht in "Sack und Asche" zu hül­len, in Deutsch­land wird alles getan, um "Anti­se­mi­tis­mus" gar nicht erst auf­kom­men zu lassen.

Und was ist mit den Aus­schrei­tun­gen im Osten? Jahr­zehn­te­lan­ge Unter­drückung der öffent­li­chen Mei­nung und der frei­en Rede, die Nicht-Erfül­lung des Traums von "blü­hen­den Land­schaf­ten" und die Per­spek­tiv­lo­sig­keit einer gan­zen Gene­ra­ti­on in den neu­en Län­dern - das ist ein Pulverfaß!

Der Ansatz ist aber sicher nicht, pau­schal von "Anti­se­mi­tis­mus" zu reden, son­dern dafür zu sor­gen, daß sich in den sozia­len Brenn­punk­ten in unse­rem Land neue Hoff­nung ent­wickeln kann - das ist die beste "Brem­se" für jede Art von Frem­den­feind­lich­keit, und des­we­gen auch für Antisemitismus.

bookmark_borderZum Start von "RELAtief" am 16.01.2004

So, da ist es also - ein neu­es "blog" . Irgend­wie hat­te ich - nach meh­re­ren eige­nen Web­sei­ten - das Gefühl es müß­te sein.

Was­ser­cent
Vor eini­gen Tagen las ich in unse­rer loka­len Tages­zei­tung einen Mini-Arti­kel auf der fünf­ten Sei­te: Die Lan­des­re­gie­rung Nord­rhein-West­fa­len [NRW] hat einen "Was­ser­cent" eingeführt.

Wofür eigent­lich?
Wir zah­len doch schon für Trink­was­ser, Regen­was­ser und Abwas­ser, wozu dann noch einen "Was­ser­cent"? Irgend­wo im Haus­halt der Lan­des­re­gie­rung wird sich ein Loch auf­ge­tan haben - und das wird jetzt mit Was­ser (!) gefüllt.

Was hal­ten Sie davon? Und kommt dem­nächst der "Atem­cent"?

Jah­res­wech­sel
Zuge­ge­ben, der Jah­res­wech­sel liegt schon ein paar Tage zurück - aber dar­auf will ich eigent­lich nicht hin­aus. Kommt es Ihnen auch so vor, als ob sich der Janu­ar irgend­wie zäh hin­zieht? Nach all der Hek­tik der Vor­weih­nachts­zeit, als man kaum noch Luft für das Wesent­li­che hat­te nun die­se end­lo­se Janu­ar­zeit .... da scheint es doch ver­nünf­tig, ein paar Janu­ar­ta­ge dem kur­zen Febru­ar zuzu­schla­gen und so einen Aus­gleich zu schaffen.

Apro­pos Weihnachten:
Einer mei­ner Nach­barn hält krampf­haft an sei­ner Weih­nachts­be­leuch­tung fest. Gut, wer­den Sie sagen, der arbei­tet und hat­te noch kei­ne Zeit. Aber nein, er ist Rent­ner und "Samm­ler" [z.B. hat er noch alte Geh­weg- und Innen­hof­plat­ten vorm Haus gesta­pelt] und ich glau­be er will sie das gan­ze Jahr behal­ten .... das erspart ihm die Neu­de­ko­ra­ti­on für die näch­ste Saison.

Insek­ten
In den letz­ten Tagen fand wie­der "Rea­li­ty" mit Pro­mis statt. Ich inter­es­sie­re mich dafür eigent­lich wenig - aber einen Aspekt fin­de ich immer wie­der toll: Es wird über Insek­ten [und ande­re Ekel­tie­re (?)] gere­det. Noch bes­ser fän­de ich es, wenn man eine Ein­blen­dung mach­te, die über die Tat­sa­chen im Zusam­men­hang mit die­sen "Akteu­ren", etwa Lebens­ge­wohn­hei­ten, berich­tet. Da hät­te man wenig­stens einen Bil­dungs­zweck erfüllt - und da vie­le Kin­der zuse­hen - kommt viel­leicht so eine För­de­rung zustan­de, die die Schu­len heu­te nicht mehr in der Lage sind zu lei­sten. Wenn das kein ech­ter "Mehr­wert" sol­cher seich­ten Unter­hal­tung wäre!

bookmark_border17.01.2004 / Bemerkungen über Suppe

Haben Sie auch bestimm­te Gerich­te, die Sie an bestimm­ten Tagen der Woche essen? Mir fällt auf, daß das in vie­len Fami­li­en [und ähn­li­chen Lebens­ge­mein­schaf­ten] so gehal­ten wird. Frei­tags gibt es vie­ler­orts Fisch - eigent­lich ein reli­gi­ös bestimm­tes Mahl an die­sem Tag, aber wer weiß das schon noch?

Bei uns gibt es immer Sonn­abends Sup­pe, rich­tig gekocht, nie aus der Tüte. Ich erin­ne­re mich noch, als mei­ne Toch­ter ganz klein war und bei einer Freun­din über­nach­te­te. Sie kam am Sonn­tag nach Hau­se und war ent­rü­stet, daß man ihr dort am Sonn­abend zu Mit­tag kei­ne Sup­pe ange­bo­ten hat­te! Ja, ja, die Macht der Gewohnheit.

Kürz­lich las ich, daß nur noch 29% aller Fami­li­en regel­mä­ssig jeden Tag zusam­men eine Mahl­zeit ein­neh­men. Erschreckend! Da bin ich mir sicher zu wis­sen, woher Rück­sichts­lo­sig­keit und man­geln­der Fami­li­en­sinn kom­men - man rührt nicht mehr gemein­sam Sonn­abends in der Suppe!

Wel­che Art Sup­pe essen Sie gern? Ich selbst bevor­zu­ge ent­we­der Blu­men­kohl­sup­pe oder eine gute Rind­fleisch­sup­pe - wozu man bekannt­lich ein Pfund Rip­pe oder Bein­schei­be braucht. Ich gebe zu, daß ich in den letz­ten Jah­ren häu­fig etwas zurück­hal­ten­der mit Rind­fleisch war - wen wun­dert das, bei den Sto­ries über BSE / Rinderwahnsinn?

Als wir kürz­lich Besuch aus Chi­na - ja, "Rot"China! - hat­ten, lern­te ich aber die Vor­zü­ge eine kla­ren Hüh­ner­sup­pe zu schät­zen. Ein Hauch Ing­wer, aus der Knol­le geschabt, und mehr als drei Stun­den gekocht, nichts außer Huhn und Gewürz in der Sup­pe - eine wah­re asia­ti­sche Köst­lich­keit! Inter­es­sant war die Tat­sa­che, daß der erste Sud nach etwa 10 Minu­ten kochen [damit ist gemeint "spru­deln­des" Kochen] ver­wor­fen, also glatt weg­ge­gos­sen wur­de. Ich dach­te erst, das sei dem Geschmack der Sup­pe abträg­lich, aber weit gefehlt, sie war köst­lich. Über den Grund die­ser Vor­ge­hens­wei­se kann ich nur spe­ku­lie­ren. Wenn man die man­geln­den hygie­ni­schen Ver­hält­nis­se in der drit­ten Welt, zu der Chi­na ja noch zu 90% zählt - von weni­gen indu­strie­ali­sier­ten Bal­lungs­zen­tren abge­se­hen - ist es durch­aus sinn­voll, die­sen ersten Sud zu ver­wer­fen, weil damit drei Din­ge erreicht wer­den: Erstens tötet man die hit­ze­emp­find­li­chen Bak­te­ri­en ab, äuße­rer Schmutz durch das Schlach­ten wird abge­wa­schen und zuletzt schüt­tet man so auch einen Teil des Hüh­ner­fet­tes mit ab, was für den Gesund­heits­zu­stand der Sup­pen­es­ser durch­aus zuträg­lich ist. Man sieht, daß in bestehen­der Tra­di­ti­on - vor allem aber in deren Bei­be­hal­tung - durch­aus Chan­cen für die nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen stecken. Nicht nur alles Neue ist gut, Tra­di­ti­on hat schon ihren Sinn.

Bei die­ser Gele­gen­heit habe ich übri­gens gelernt, daß man ledig­lich in Nord­chi­na "Hund", "Affe" und "Schlan­ge" auf dem Spei­se­plan hat. Ich muß aller­dings ein­räu­men, die Argu­men­ta­ti­on war nicht soooo über­zeu­gend, ich habe noch gewis­se Zwei­fel! Nun habe ich einen guten Grund, dort­hin zu fah­ren und mich per­sön­lich davon zu über­zeu­gen, wo was geges­sen wird.

Jetzt ist unse­re Sup­pe fer­tig und ich has­se es, wenn zu Tisch geru­fen wird und kei­ner kommt oder trö­delt noch her­um .... ich wün­sche Ihnen für heu­te auch eine "gute" Suppe.

bookmark_border18.01.2004 (Nachtrag 25.04.) / Bemerkungen über die Kirchen

Dem Ver­neh­men nach sind wir Deut­schen in drei reli­giö­se "Lager" auf­ge­teilt: 32% katho­li­sche, 34% evan­ge­li­sche (incl. Frei­kir­chen) und der Rest ande­re Mit­glie­der, davon ca. 5% Mus­li­me. Aber was heißt schon "Mit­glied" - laut Umfra­ge sind von den evan­ge­li­schen und katho­li­schen Gläu­bi­gen nur 30% aktiv, d.h. gehen regel­mä­ßig zu Got­tes­dien­sten, ein paar mehr bei den katho­li­schen Chri­sten aber doch wie­der so weni­ge, daß die Pro­zent­zahl kaum nen­nens­wert abweicht.

Es gibt, und das wird durch die rei­nen Pro­zent­zah­len nicht wie­der­ge­spie­gelt, ein Gefäl­le der Ver­tei­lung evan­ge­lisch - katho­lisch von Nord nach Süd. Ursa­che dafür ist der im "Augs­bur­ger Reli­gi­ons­frie­de" 1555 fest­ge­leg­te Grund­satz, der für nahe­zu 300 Für­sten­staa­ten galt: "cui­us regio, eius reli­gio" [frei etwa: Der jewei­li­ge Sou­ve­rän bestimmt die Reli­gi­on sei­ner Untertanen].

Die aktu­el­le Ver­tei­lung - nach der Ver­ei­ni­gung Ost-West - spie­gelt das jahr­zehn­te­lan­ge Bestre­ben der DDR-Regie­rung wider, Reli­gi­on abzu­schaf­fen: Ost= 29% Chri­sten, West= 68% Chri­sten, wobei hier noch kei­ne Aus­sa­ge zu den "tat­säch­li­chen" Ver­hält­nis­sen, also der "geleb­ten" Reli­gi­ons­aus­übung gemacht wird [s.o.].

Erstaun­lich ist aber, daß - obwohl im Osten nur schwach ver­tre­ten - die Kir­chen, und hier beson­ders die evan­ge­li­sche Kir­che, wesent­li­chen Anteil an der Ver­ei­ni­gung hatten.

Im Westen gab es eini­ge Austrittswellen:

•In den 60er Jah­ren vor­wie­gend poli­tisch motiviert,
•In '70-'71 wegen des "Kon­junk­tur­zu­schlags",
•In '73-'74 durch die "Sta­bi­li­täts­ab­ga­be" und schließlich
•seit 1991 wegen des "Soli­da­ri­täts­zu­schlags" zur Einkommen-steuer.

Man sieht also, daß die Aus­tritts­wel­len im wesent­li­chen, von der 60er-Wel­le abge­se­hen, finan­zi­ell moti­viert waren, d.h. die Mit­glie­der lie­fen den Kir­chen weg, da sie durch den Aus­tritt bares Geld spa­ren konn­ten, das ihnen der Staat durch Auf­schlä­ge auf die sowie­so schon hohe Steu­er­be­la­stung zusätz­lich aus den Taschen gezo­gen hat.

Heu­te ist Sonn­tag, der tra­di­tio­nel­le Tag für den Kirch­gang. Und was tun die mei­sten Bun­des­bür­ger? Sie haben "frei", was etwa bedeu­tet, sie gehen sol­chen Beschäf­ti­gun­gen nach, die sie wäh­rend der Woche nicht wahr­neh­men kön­nen - und wer will es ihnen verdenken?

Nach­trag vom 25.04.2004
Inzwi­schen hat sich eine wei­te­re Gefahr für die christ­lich domi­nier­ten Gesell­schaf­ten auf­ge­tan, mit der lan­ge Zeit nicht gerech­net wur­de. Die Ver­tre­ter des Islam - ob mili­tant oder gemä­ßigt - ver­tre­ten die The­se, "die Ungläu­bi­gen" sei­en mit Stumpf und Stil aus­zu­rot­ten - koste es was es wolle!
Stel­len­wei­se wur­de dar­auf schon hin­ge­wie­sen (Bei­spiel hier), jedoch eher zag­haft und ohne Kennt­nis­nah­me durch brei­te Bevölkerungsschichten.

So wie sich unse­re Gesell­schaft all­mäh­lich dar­auf ein­rich­ten muß, wegen der zuneh­men­den Zahl älte­rer Bun­des­bür­ger, Model­le für deren Ein­bin­dung in das gesell­schaft­li­che Leben, ins­be­son­de­re das Arbeits­le­ben, zu ent­wickeln, müs­sen sich die­se "christ­li­chen" Gesell­schaf­ten auch dar­auf ein­rich­ten, dem Herr­schafts- und Allein­stel­lungs­an­spruch des Islam mit ver­nünf­ti­gen Lösungs­mo­del­len für ein "aus­ge­gli­che­nes" Neben­ein­an­der zu begeg­nen. Andern­falls droht uns im eige­nen Land in weni­gen Jah­ren genau das, was sich an soge­nann­ten "Brenn­punk­ten" in der Welt bereits abspielt: Kampf der - reli­gi­ös beding­ten - Welt­an­schau­un­gen solan­ge, bis eine Sei­te obsiegt und bei ihrem Sieg nur ver­brann­te Erde hin­ter­läßt .... sie­he Palä­sti­na, sie­he Irak, etc.

Noch ist die Zahl der kon­ver­tie­ren­den gering, etwa 2%, da ist die Zahl derer, die an Natu­phä­no­me­ne oder Horo­sko­pe glau­ben gut 15fach grö­ßer, das soll uns aber nicht in der - fal­schen - Sicher­heit wie­gen, daß, gera­de wegen der gerin­gen Zahl, die Gefahr, die dar­aus erwächst, gering zu schät­zen sei. Denn zugleich nimmt die Zahl der Ein­ge­bür­ger­ten isla­mi­schen Glau­bens Jahr um Jahr um etwa 1% zu, wobei heu­te eine Basis aus Nicht-Bür­gern und Ein­ge­bür­ger­ten von ins­ge­samt ca. 12% der Bevöl­ke­rung bereits erreicht ist, in eini­gen geo­gra­phi­schen Regio­nen aber weit­aus mehr.

Aus die­sen Zah­len wer­den in den näch­sten Jah­ren Ansprü­che der Betrof­fe­nen resul­tie­ren, die auf eine sich ver­min­dern­de Zahl von christ­lich ori­en­tier­ten Men­schen ein­wir­ken wer­den, von denen zudem noch ein Anteil von ca. 30% an der "Insti­tu­ti­on Kir­che" Inter­es­se hat.

So ergibt sich fol­gen­des Szenario:

  • Sin­ken­de Kennt­nis und sin­ken­des Inter­es­se an christ­lich bestimm­ten Lebens­mo­del­len bei gleichzeitig 
  • stei­gen­dem Inter­es­se an und straff orga­ni­sier­ten isla­mi­schen Lebensmodellen. 

Eine bri­san­te Mischung!

bookmark_border19.01.2004 / Bemerkungen über Kannibalismus

Gestern hat­te ich zum Wer­te­ver­fall Stel­lung genom­men und dazu eine gesell­schaft­li­che Facet­te - die Kir­chen - in den Mit­tel­punkt mei­ner Betrach­tun­gen gestellt. Las­sen Sie mich da anknüp­fen: Wenn Men­schen kei­nen Sinn in ihrem Leben sehen haben sie zwei Mög­lich­kei­ten: Auf Suche gehen um einen Sinn zu fin­den, z.B. in Reli­gi­on - oder in "Kult", der ihnen rät ihr Leben vor­zei­tig abzu­schlie­ssen weil sie sicher sein kön­nen, Mög­lich­keit eins wer­de zu nichts führen.

Eine gro­ße Zahl scheint den letz­te­ren Weg gehen zu wol­len, wie eine Zei­tungs­no­tiz vor eini­gen Tagen belegt [Kan­ni­ba­lis­mus].

Da ist ein Mensch (?) ange­klagt, einen ande­ren Men­schen (?) mit des­sen Ein­wil­li­gung getö­tet und dann auf­ge­ges­sen zu haben, na ja, viel­leicht nicht ganz aber doch gro­ße Teile.

War­um ich das hier bespre­che? Wie schlimm muß für das "Opfer" sein Leben aus­ge­se­hen haben, um einem sol­chen Ende zuzu­stim­men? Wo sind Fami­lie, Nach­barn, Arbeits­kol­le­gen gewe­sen, als es die­sem Men­schen so schlecht ging? Konn­te das wirk­lich kei­ner sehen? Oder ist es viel­leicht so, daß die mei­sten Bür­ger weg­se­hen, denn sich "küm­mern" bedeu­tet Auf­wand, Mit­ge­fühl und mög­li­cher­wei­se auch Ein­satz von Zeit und Geld.

Ich höre schon die ver­schie­de­nen Mei­nun­gen aus den vor­herr­schen­den Denk­rich­tun­gen [Aus­wahl!]:

- libe­ral: Das muß doch jeder selbst bestim­men, laßt jeden selbst entscheiden ....

- links: Das ist das Ergeb­nis kapi­ta­li­sti­scher Machen­schaf­ten, die, um Geld zu ver­die­nen den Men­schen in Film, Funk und Fern­se­hen sol­che Irr­we­ge vor­spie­len und dadurch greif­bar machen ....

-rechts: Das ist das Ergeb­nis sozia­li­sti­scher Gleich­ma­che­rei, der Ein­zel­ne ist nichts mehr wert, nur das Kol­lek­tiv zählt ....

und so weiter!

Zynisch gedacht ver­schmel­zen bei­de ein­gangs genann­ten Mög­lich­kei­ten - Reli­gi­on oder Kult - dann doch wie­der zu nur einer Vari­an­te. Wir müs­sen alle ster­ben, wir haben alle Angst davor, na ja, fast alle, und nei­gen gera­de des­halb manch­mal zu absur­den Ent­schei­dun­gen. Angeb­lich sol­len sich ins­ge­samt 204 Per­so­nen bereit­ge­fun­den haben, sich töten und auf­es­sen zu las­sen [sie­he wie­der: Kan­ni­ba­lis­mus]. Küm­mert sich jeden­falls jetzt jemand dar­um, die­se ver­irr­ten See­len einer The­ra­pie zuzuführen?

Um es klar auszudrücken:
Ich leh­ne sol­che idio­ti­schen Ver­hal­tens­wei­sen ab.

Was bleibt ist aber ein Gefühl von Trau­rig­keit, daß wir so weit gekom­men sind - und daß kein Auf­schrei durch das Land geht, der dem Aus­druck verschafft.

Genau­so schlimm fin­de ich es, was sich in letz­ter Zeit für Tou­ri­sten als zuneh­men­de Gefahr auf­tut: Ein paar Stei­ne als Erin­ne­rung mit nach Hau­se neh­men. Doch dazu mor­gen unter der Über­schrift "Bemer­kun­gen über Touristen".

bookmark_border20.01.2004 / Bemerkungen über Touristen

Als ich in den frü­hen 70ern bei der Bun­des­wehr "dien­te", hat­te ich einen Kame­ra­den, Horst Chwal­kow­ski [an den erin­ne­re ich mich noch, weil er sich spä­ter, als er am Gym­na­si­um der Regens­bur­ger Dom­spat­zen zu unter­rich­ten anfing, "Schu­bert" nann­te - und dar­auf bestand, daß ihn alle so nen­nen soll­ten]. Schu­bert behaup­te­te: "Wir sind alle Ver­käu­fer". Aus heu­ti­ger Sicht möch­te ich anfü­gen: "Stimmt, aber mehr oder weni­ger gut!".

Gut machen es die Rei­se­un­ter­neh­men, wenn sie ihre Zie­le anprei­sen. Der durch­schnitt­li­che Tou­rist bekommt die Kli­schees gelie­fert, nach denen sie/er sucht, und sei es "das gut geführ­te Mit­tel­klas­se­ho­tel", manch­mal mit erstaun­li­chem Aus­gang [sie­he dazu: Dal­ma­ti­en]. Der Bil­dungs­bür­ger hat Grie­chen­land mit "Besuch anti­ker Stät­ten" - für einen klei­nen Auf­preis mit deutsch­spra­chi­ger Rei­se­lei­tung - im Visier, der durch­schnitt­lich Gebil­de­te ist mit ein paar Sehens­wür­dig­kei­ten zufrie­den zu stel­len, die besucht wer­den kön­nen wenn's mal zu kalt zum Baden ist oder man ein­fach wegen des Son­nen­bran­des nicht noch einen­Tag in der Son­ne lie­gen kann. Fami­li­en mit Kin­dern wer­den Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en ange­dient: Was durch Sai­son­auf­schlag "abge­zockt" wird tut da nicht so weh, denn die Ein­hei­mi­schen speist man mit Beträ­gen ab, für die hier nie­mand einen (klei­nen) Fin­ger krumm machen wür­de. Und für den Rest gibt's in der Hoch­sai­son sowie­so nur "Bal­ler­mann" - eine Nach­fol­ge fin­det sich da sicher bald - end­lich "die Sau raus­las­sen", bis zum näch­sten Morgen.

Die Tou­ri­sten­wel­len schwap­pen hin- und her, aber eigent­lich regel­mä­ßig dort­hin, wo's schön bil­lig ist. Na, USA scheint nun doch in wei­te Fer­ne zu rücken, der Wech­sel­kurs ist rück­läu­fig, zu Ungun­sten des €.

Hier bie­tet sich doch gleich an, auf die Zwie­späl­tig­keit im Den­ken der Tou­ri­sten hin­zu­wei­sen: Bush mag kei­ner, aber ab nach USA um bil­lig Jeans ein­zu­kau­fen, das ist "cool". Und wei­ter geht's nach Afri­ka. Baden und Schnor­cheln im Roten Meer, Nil­kreuz­fahrt, Kenia und Safa­ri, Natio­nal­parks - und bloß nicht mit den Ein­hei­mi­schen in Kon­takt kom­men, es sei denn sie sind als Bedie­nungs­per­so­nal nütz­lich - da müß­te man anfan­gen über deren Lebens­si­tua­ti­on nach­zu­den­ken, und die ist geeig­net, sogar dem dick­fel­lig­sten Igno­ran­ten das Schau­dern bei­zu­brin­gen. [Ent­schul­di­ge, Her­ve, das muß­te sein!]

Viel­leicht ist es zuviel ver­langt, nach einem Boy­kott der Län­der zu ver­lan­gen, die sich nicht an demo­kra­ti­sche Grund­re­geln hal­ten, in denen eine klei­ne Ober­schicht ihre Bevöl­ke­rung bestiehlt, die es nicht hin­krie­gen, Men­schen­rech­te lt. UNO-Char­ta einzuhalten.

In die­sem Zusam­men­hang fand ich einen Zei­tungs­ar­ti­kel inter­es­sant, der über eine neu­er­li­che Ver­haf­tung eines - zuge­ge­be­ner­ma­ßen igno­ran­ten - deut­schen Tou­ri­sten berich­te­te, der einen STEIN, antik (!), nach Hau­se mit­neh­men woll­te. Abge­se­hen von der Dumm­heit, so etwas zu tun, nach­dem der Fall aus Mün­ster durch die gesam­te Pres­se gegan­gen war, sieht man dar­an, wie z.B. in der Tür­kei mit Rechts­fra­gen umge­gan­gen wird, wie schnell die "Obrig­keit" reagiert. Ich fra­ge mich, wie stark der Sturm der Ent­rü­stung in tür­ki­schen Blät­tern ware, wenn ähn­li­ches hier bei uns einem tür­ki­schen Staats­bür­ger wider­fah­ren wür­de .... man den­ke an die Wel­len, die schon das KOPFTUCH schlägt .... der Aus­gangs­punkt war ja wohl das Anstel­lungs­be­geh­ren einer Leh­re­rin, die nur mit Kopf­tuch unter­rich­ten woll­te. Was wohl die Schü­ler dazu zu sagen hätten?

bookmark_border21.01.2004 / Bemerkungen über Schüler

Nein, kei­ne Angst, nicht schon wie­der PISA! Obwohl dazu eini­ges zu sagen wäre. Etwa über die lang­jäh­ri­ge "Kon­di­tio­nie­rung" von Schü­lern in Län­dern, die bes­ser abge­schnit­ten haben. "Kon­di­tio­nie­rung", was mei­ne ich? Tests, Tests, und noch­mals Tests und das von der Vor­schu­le an! Kein Wun­der also, wenn die Schü­ler, die so etwas nicht gewohnt sind, schon durch die for­ma­le Glie­de­rung der Fra­gen einen Nach­teil haben. Doch genug dar­über, sol­len sich die haupt­amt­lich mit Bil­dung befass­ten Spe­zia­li­sten die Köp­fe zer­bre­chen wie man ein bes­se­res Abschnei­den erreicht.

Schü­ler spie­geln die Struk­tur, vor allem aber die Wer­te der Gesell­schaft, denn sie ahmen im Schul­all­tag nach, was sie zu Hau­se sehen, hören und füh­len. Eltern ist oft nicht bewußt, wie genau man durch Beob­ach­tung ihres Nach­wuch­ses auf die häus­li­chen Ver­hält­nis­se schlie­ssen kann. Vor­ur­tei­le, Äng­ste, Denk­mu­ster, all das über­trägt sich auf die Schü­ler und zwar eins zu eins!

Schaut man genau hin, packt einen das Grau­sen: Rück­sichts­lo­sig­keit, man­geln­de Manie­ren, hohe Kon­flikt­be­reit­schaft ohne gewalt­freie Lösungs­mu­ster, Ellen­bo­gen­men­ta­li­tät statt Lei­stungs­wil­le, Schum­meln, Täu­schen, Trick­sen, die Liste lie­ße sich belie­big fortsetzen.

Den Schü­lern - oder soll­te ich bes­ser "Kin­dern" sagen - ist kein Vor­wurf zu machen, wohl aber der Eltern­ge­nera­ti­on. Die ist ent­rü­stet und ver­weist - mit Recht - auf ihre eige­nen Eltern. Die [jet­zi­ge] Eltern-Gene­ra­ti­on ist auf­ge­wach­sen wäh­rend ihre Eltern mit Wie­der­auf­bau, Geld­ver­die­nen und Anschaf­fun­gen beschäf­tigt waren, dazu bei­de Part­ner arbei­te­ten und sich natür­lich nicht um die Erzie­hung ihrer Kin­der küm­mern konn­ten. Die­se "Schlüs­sel­kin­der" von damals sind die Eltern der Schü­ler von heu­te. Neben­bei muß­te man sich zu die­ser Zeit "selbst ver­wirk­li­chen" und dabei stö­ren Kin­der ja bekanntlich ....

Was brau­chen wir also, um das Ruder her­um­zu­rei­ßen? Rück­kehr zu gesell­schaft­li­chen Wer­ten, die noch tief in unse­rer Bevöl­ke­rung schlum­mern - dann lösen sich viel­leicht ganz ele­gant ande­re Pro­ble­me mit, wie die des Gesund­heits­we­sens: Statt "Neh­men ist seli­ger denn Geben" mög­li­cher­wei­se "Sinn­vol­les, ver­ant­wor­tungs­be­wuß­tes Ver­hal­ten" und "Vor­beu­gen statt Hei­len" - doch das ist mor­gen The­ma, in den "Bemer­kun­gen zum Gesundheitswesen".

bookmark_border22.04.2004 / Bemerkungen zum Gesundheitswesen

In Deutsch­land wer­den weni­ger Kin­der gebo­ren, als Men­schen ster­ben. Dadurch kehrt sich unse­re Alters­py­ra­mi­de [1 ; 2 ; 3 ] um: Die brei­te Basis wird zur Spit­ze, die Spit­ze ver­brei­tert sich von Jahr zu Jahr. Das durch­schnitt­li­che Ster­be­al­ter schiebt sich wei­ter nach oben, wobei Frau­en offen­sicht­lich einen gewis­sen Vor­teil haben [Män­ner (76,92 Jah­re) Frau­en (83,15)]. Bio­lo­gisch betrach­tet ist das nicht ver­wun­der­lich, denn mit zwei X-Chro­mo­so­men sind sie in Wirk­lich­keit das "star­ke" Geschlecht! *

Was das mit dem Gesund­heits­we­sen zu tun hat?

Der Grund dafür, daß durch­schnitt­lich das Ster­be­al­ter nach oben ver­scho­ben ist, liegt - wenig­stens teil­wei­se - in Fort­schrit­ten der Medi­zin begrün­det. Vie­le aku­te Krank­hei­ten wer­den schnel­ler und frü­her behan­delt, Infek­ti­ons­krank­hei­ten durch immer geziel­ter wir­ken­de Anti­bio­ti­ka ein­ge­dämmt oder ganz aus­ge­merzt, chro­ni­sche Krank­hei­ten wer­den durch ver­bes­ser­te Dia­gno­stik frü­her erkannt und dem­entspre­chend in ihrem Ver­lauf "get­reckt", d.h. bis zu ihrer Voll­ent­wick­lung ver­geht sehr viel mehr Zeit - die Pati­en­ten haben unter­des­sen eine wesent­lich ver­bes­ser­te Lebensqualität.

Doch um wel­chen Preis! Und was ist die "Kehr­sei­te der Medaille"?

Die Gesamt­ko­sten für den "Gesund­heits­be­trieb" sind in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten explo­si­ons­ar­tig gestie­gen, wobei zwi­schen Kosten­stei­ge­rung, Bei­trags­er­hö­hung und Infla­ti­ons­be­ding­ter Stei­ge­rung zu unter­schei­den wäre. Jeder Ver­si­cher­te - und hier gilt der Begriff "Stei­ge­rung" - spürt das an den Abzü­gen für die Kran­ken- (und ande­re Sozi­al-) ver­si­che­rung, seit Jah­res­wech­sel spü­ren es zusätz­lich all jene, die wegen aku­ter Gesund­heits­stö­run­gen in Arzt­pra­xen oder Kran­ken­häu­sern vor­stel­lig wer­den: Mit 10€ sind sie dabei!

Mal abge­se­hen von dem tat­säch­li­chen Nut­zen, der äußerst zwei­fel­haft ist, wel­ches Signal geht von die­ser Gebühr aus? Alle Ver­si­cher­ten wer­den gehal­ten, selbst mehr für ihre Gesund­erhal­tung [Selbst­ver­ant­wor­tung] zu tun. Vor­bei ist es mit der Hal­tung "Sump­fen bis zum Umfal­len, der Dok­tor wird´s schon rich­ten!". Was über Jahr­zehn­te durch ver­schie­de­ne Wel­len der Auf­klä­rung über die Ent­ste­hung von Krank­hei­ten nicht geschafft wur­de - jetzt, wo es Geld kostet wacht "Deutsch­land" auf.

Der Bruch kam für vie­le plötz­lich, zu plötz­lich nach mei­nem Geschmack. Ich bin zwar der Mei­nung, daß eine Umstel­lung des Ver­hal­tens nötig ist, es wäre jedoch bes­ser gewe­sen all denen, die nicht die Chan­ce hat­ten sich auf ein "ver­schärf­tes" System durch Ände­rung ihres Ver­hal­tens ein­zu­stel­len, eine Über­gangs­lö­sung zu gewäh­ren [Selbst­ver­ant­wor­tung]. Wegen der immensen Geld­not des Gesamt­sy­stems ist das wohl unter­blie­ben - da hät­te frü­he­re Inter­ven­ti­on der Poli­tik ein­set­zen müssen.

Außer­dem haben sol­che Schnell­schüs­se immer Män­gel. Ein wesent­li­cher Man­gel ist sicher die vol­le Ein­be­zie­hung von Betriebs­ren­ten zur Berech­nung der Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge, da es sich in die­sem Fall um eine Dop­pel­er­he­bung han­delt, denn die Betriebs­rent­ner haben ja zu akti­ver Zeit auf ihr Ein­kom­men bereits den vol­len Kran­ken­kas­sen­bei­trag gezahlt. Hier wur­de sicher nach dem Prin­zip gehan­delt: Klei­ne Per­so­nen­grup­pe => über­durch­schnitt­li­che Gesamt­be­zü­ge => also wenig Gegen­wehr zu erwar­ten. Ähn­lich ist die Situa­ti­on übri­gens bei der Zins­be­steue­rung, da ver­steht ein nor­ma­ler Mensch auch nicht, war­um die­je­ni­gen, die ihr Geld nicht ver­pras­sen, son­dern spa­ren, dar­auf und auf die Erträ­ge noch­mals Steu­ern zah­len müssen.

Der Schock über die Ände­run­gen im Gesund­heits­we­sen sitzt tief, dem­entspe­ch­end hef­tig sind die Reak­tio­nen von allen Sei­ten, abge­stuft nur nach Grad der Betroffenheit.

Es stellt sich auch die Fra­ge, wer eigent­lich von den über­durch­schnitt­lich gestie­ge­nen Kosten pro­fi­tiert. Jede betei­lig­te Grup­pe Ärz­te - Apo­the­ker - Kran­ken­haus­be­trei­ber - Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler - Kran­ken­kas­sen schiebt den "Schwar­zen Peter" auf die jeweils ande­ren Betei­lig­ten - und nie­mand kann das Dickicht so recht durch­drin­gen. Wo sol­che Beträ­ge im Spiel sind wird alles getan, die Unklar­heit auf­recht zu erhal­ten [Ansatz zur Klä­rung HIER ].

bookmark_border24.01.2004 / Bemerkungen zum Internet

Dem Inter­net ver­dan­ke ich die Freu­de, 1996 einen lan­ge ver­schol­le­nen Freund gefun­den zu haben. Jah­re zuvor war ich der Tele­kom mit BTX auf den Leim gegan­gen - end­lo­se Kosten, z.B. für das hoff­nungs­los über­teu­er­te Emp­fangs­ge­rät, wenig Nut­zen, da über­wie­gend voll­ge­stopft mit ein­schlä­gi­gen XXX-Angeboten!

Mei­ne Toch­ter hat­te vom Inter­net gehört. Sie rech­ne­te zwei und zwei zusam­men, Tele­phon im Haus, Com­pu­ter im Haus = Mög­lich­keit in´s Inter­net zu gehen. Sie nerv­te so lan­ge, bis ich schließ­lich nach­gab und AOL-Kun­de wur­de. Das war der Anfang hoher Rech­nun­gen - sowohl von der Tele­kom in Minu­ten­preis, als auch von AOL, eben­falls in Minu­ten. Monat­lich kamen manch­mal über 250.- DM zusammen.

Anfangs war alles noch sehr über­sicht­lich, und "Such­ma­schi­nen" brauch­te man noch nicht, das wur­de von Dien­sten wie AOL - mehr schlecht als recht, wenn man es vom heu­ti­gen Zeit­punkt aus sieht - "kom­plett" mit ange­bo­ten. Das änder­te sich aber schnell. Eben­so wie bei BTX kamen die ein­schlä­gi­gen Anbie­ter zum Zuge und ver­such­ten das Medi­um zu über­neh­men - was ihnen bis dato nicht gelun­gen zu sein scheint, denn anders als bei BTX ist die Namens­ge­bung und -ver­ga­be bes­ser gere­gelt, "Wild­wuchs" wie "AAAAAA", damit man ganz vorn in einem Ver­zeich­nis steht, ist durch Stich­wort­su­che leicht zu umgehen.

Obwohl man da auch Über­ra­schun­gen erle­ben kann: Als ich neu­lich unter "Falsch­fah­rer" such­te, waren, neben dem übli­chen Schrott, zwei Sei­ten tat­säch­lich zum The­ma Ver­kehrs­über­tre­tun­gen, eine wei­te­re jedoch - ganz harm­los von der Auf­ma­chung her - schick­te mir eine Sei­te mit pop-up und dann ging´s rich­tig los: ein Dut­zend Fen­ster öff­ne­te sich in Sekun­den­schnel­le - natür­lich alle mit ein­schlä­gi­gem Inhalt - und so hart­näckig immer wie­der selbst erneu­ernd, daß schließ­lich nur noch abschal­ten half! Das sind die weni­gen Momen­te, in denen ich mir wün­sche, ich wäre in der Lage, den ent­spre­chen­den Ser­ver mit Virus oder Spam auszuschalten .

Sie erin­nern sich an die erwähn­te Freu­de, einen alten Freund wie­der gefun­den zu haben? Ich hat­te nach eini­gen Ver­su­chen her­aus­ge­fun­den, daß man mit Inter­net - welt­weit - nach Per­so­nen suchen konn­te [zuge­ge­ben, es war schon etwas lang­wie­ri­ger und nicht so zack-zack wie es hier klingt, aber wer denkt schon gern an sei­ne "Nie­der­la­gen", die wer­den schnell ver­drängt!]. In dem Ver­zeich­nis einer US-Tele­fon­ge­sell­schaft gab es die Mög­lich­keit, Name, Vor­na­me und Geburts­jahr ein­zu­ge­ben, dann wur­de eine Liste mit 18 Namen ange­zeigt, wohl­ge­merkt: Tele­fon­num­mer und Wohn­adres­se. Und das zu einer Zeit, als man hier zu Lan­de von der Aus­kunft nicht ein­mal die Ruf­num­mer bekam, wenn man die Stra­ße nicht benen­nen konnte!

Unter den erwähn­ten 18 Namen hat­te ich die freie Aus­wahl, und ich ent­schied mich, ganz oben anzu­fan­gen und mich nach unten durch­zu­ar­bei­ten: Wel­cher Glücks­fall! Gleich der erste Ange­ru­fe­ne war der 33 Jah­re ver­schol­le­ne Freund. Von da an hat­ten Tele­kom und AOL viel Freu­de an mir, die Rech­nun­gen gin­gen in astro­no­mi­sche Höhe - bis mei­ne Frau vor­schlug, doch lie­ber hin zu flie­gen. Gesagt, getan und das war tat­säch­lich billiger!

Sie hat­ten von der Über­schrift her viel­leicht etwas ande­res als Inhalt ver­mu­tet. Mei­ne Ein­schät­zung daher in Kür­ze: Wenn es gelingt,

• das Medi­um von Ein­flüs­sen über­eif­ri­ger Daten­samm­ler und Schnüff­ler frei zu halten,

• den Miß­brauch ein­zu­schrän­ken (z.B. Spam),

• noch mehr Men­schen den Zugang zu ermöglichen,

• die Qua­li­tät der Such­ergeb­nis­se zu verbessern,

• Quel­len "frei" zugäng­lich zu halten,

dann ist das Inter­net - zusam­men mit der Mög­lich­keit, email in Sekun­den um die Welt zu schicken - ein wah­rer Segen, bringt es doch Infor­ma­ti­on und Wis­sen auch in den ent­le­gen­sten Win­kel der Erde, nahe­zu unab­hän­gig vom jeweils herr­schen­den System.