Die Frau *Kulturministerin*, ehemals Bundesempörungsbeauftragte Claudia Roth, ehemals Groupie 'Dramaturgin' ....
*update* [15.05.2022; 11:00h]

".. Clau­dia Roth sag­te, Preu­ßen-Nost­al­gi­ker wür­den es unter ihr schwer haben.
Aber DDR-Nost­al­gi­ker erfah­ren unge­kann­te Förderung .."
oder:
".. Ein Zom­bie in Ber­lin: Der Palast der Repu­blik will nicht sterben .."

Natür­lich haben es die "Preu­ßen-Nost­al­gi­ker" schwer, da es Frau Roth wahr­schein­lich an Kennt­nis­sen zu Geschich­te der Preu­ßen fehlt und sie ledig­lich das all­ge­mei­ne Kli­schee von Mili­ta­ri­sten, Dog­ma­ti­kern und Klas­sen­be­wußt­sein im preu­ßi­schen Königs­haus verortet. 

Der Staat in dem wir heu­te leben wäre nie mög­lich gewe­sen und Deutsch­land hät­te nie sei­ne welt­wei­te Bedeu­tung erlangt wenn es nicht preu­ßi­sche Wer­te gewe­sen wären, die am Anfang der Kon­so­li­die­rung eines Staats­we­sens gestan­den hät­ten. Was nicht heißt, dass das ohne Feh­ler und Unge­rech­tig­kei­ten abging. Gemes­sen jedoch am Ergeb­nis sind das - ins­be­son­de­re im inter­na­tio­na­len Ver­gleich - Mar­gi­na­li­en. Ein Blick auf unse­re unmit­tel­ba­ren Nach­barn genügt: Frank­reich, Hol­land, unse­re engen Ver­bün­de­ten Spa­ni­en, Por­tu­gal, Ita­li­en .... und erst die USA, deren Staats­we­sen auf der fast völ­li­gen Aus­rot­tung der Urbe­völ­ke­rung samt deren Lebens­grunda­gen auf­ge­baut wurde.

Die unstrei­ti­gen Ver­bre­chen der DDR Zeit kön­nen nicht ver­klä­rend im Nach­hin­ein mit die­ser archi­tek­to­ni­schen Zemen­tie­rung von klein­bür­ger­li­chem Muff der DDR Füh­rungs­ka­der in Gestalt des "Pala­stes der Repu­blik" weg­ge­wischt und ver­ges­sen gemacht wer­den. Mit "Kul­tur" als Basis­wert eines demo­kra­ti­schen Staa­tes hat es schon erst recht über­haupt nichts zu tun! Die­se Fra­ge wur­de bereits vor Jah­ren durch den Abriß die­ser Scheuß­lich­keit besie­gelt und es ist eine Schan­de, dass über­haupt noch wie­der dar­über gestrit­ten wird. 

Frau Roth mag - so wie vie­le ande­re Poli­ti­ker auch - inner­halb ihrer Par­tei Ach­tung und Aner­ken­nung gewon­nen haben, doch vor dem Hin­ter­grund des­sen, was heu­et für ver­gleich­bar anspruchs­vol­le Ämter im Lan­de an Vor­bil­dung und Erfah­rung erwar­tet wird, hät­te sie es mit dem was sie auf­zu­wei­sen hat, näm­lich ledig­lich einem abge­bro­che­nen Stu­di­um, bei kei­ner ein­schlä­gig täti­gen Per­so­nal­agen­tur auch nur in die erste Aus­wahl­run­de geschafft.


[sreen­shot Zeitungsartikel/Meinungskolumne]

".. In ihrem Wahl­kreis Augs­burg lobt man ihre inte­gra­ti­ve Kraft .." eine Land­pom­mer­an­ze schu­stert ihrer Wahl­kreis­be­völ­ke­rung und deren poli­ti­scher Füh­rung För­der­mit­tel und Auf­ga­ben zu - das bringt natür­lich Wäh­ler­stim­men und sichert die poli­ti­sche Kar­rie­re. Der­ar­ti­ge 'Prak­ti­sche Intel­li­genz' ist zwei­fel­los ein signi­fi­kan­ter Vor­teil um im poli­ti­sche Geschäft zu bleiben. 

All das hat­te ich schon Anfang letz­ten Monats ein­mal als Ent­wurf ver­fasst und dann ver­wor­fen. Nun aber, da sie der­art für den "Palast der Repu­blik" Stel­lung bezo­gen hat und die histo­ri­sche Dimen­si­on der akku­ra­ten Wie­der­her­stel­lung der Kup­pel des Stadt­schlos­ses nicht zu begrei­fen scheint woll­te ich nicht schwei­gend zuse­hen wie durch eine Dilet­tan­tin, die auf der poli­ti­schen Wel­le in ein anspruchs­vol­les Amt mit mehr als 400 Mit­ar­bei­ten­den gespült wur­de, die Ver­gan­gen­heit umge­deu­tet wird um ihr gewünsch­tes Nar­ra­tiv zu stützen.

Stel­len Sie sich, lie­be Lesen­de, doch ein­mal den letz­ten Kai­ser vor und ver­glei­chen Sie des­sen Aus­bil­dung, Bil­dung und sicher nicht unum­strit­te­nes Lebens­werk (trotz sei­nen durch­aus schwer­wie­gen­den Fehl­ein­schät­zun­gen!) mit dem was Frau Roth so darstellt.... 

Reso­zia­li­sie­rung eines halb­in­tel­lek­tu­el­len Subproletatariats ....

Links zum Amt
"Kul­tur­staats­mi­ni­ster"

- Die Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medien
- Seit 20 Jah­ren gibt es Kulturstaatsminister
- Eine Erfolgs­ge­schich­te für die Kultur
- Zwan­zig Jah­re BKM: Was sagen die fünf Kul­tur­staats­mi­ni­ste­rin­nen und Kulturstaatsminister?

Links zum Thema
"Stadt­schloss / Hum­boldt-forum / "Palast der Republik'-Nostalgie"

- Clau­dia Roth von den Grü­nen wird neue Kul­tur­staats­mi­ni­ste­rin. In ihrem Wahl­kreis Augs­burg lobt man ihre inte­gra­ti­ve Kraft - und hofft auf Impulse.
- Acht Jah­re lang präg­te Moni­ka Grüt­ters Deutsch­lands Kul­tur­po­li­tik, nun wird Clau­dia Roth ihre Nach­fol­ge­rin als Kulturstaatsministerin.
- Unser Pres­se­spie­gel umfasst die wich­tig­sten Mel­dun­gen zum Ber­li­ner Schloss, dem Palast der Repu­blik und dem Hum­boldt Forum.
- Clau­dia Roth wird Kul­tur­staats­mi­ni­ste­rin — „Abstieg in den Olymp“?

Kommentare

  1. Den Palast der Repu­blik brau­chen sie heu­te auch nicht wie­der auf­bau­en. Das Ori­gi­nal kann man ein­fach nicht erset­zen - kann man sel­ten so rekon­stru­ie­ren, sodass die Leu­te, die das Objekt sich­ten, einen rea­li­sti­schen Ein­druck krie­gen "wie es damals war".

    An der Stel­le wäre es bes­ser, wenn das Ori­gi­nal einst ste­hen geblie­ben wäre, und sie hät­ten es zum Muse­um umfunk­tio­niert, sodass die Leu­te für sich selbst schau­en kön­nen, was für Reich­tü­mer und Nicht-Reich­tü­mer es in Erichs Lam­pen­la­den tat­säch­lich gab.
    Aber da braucht man sich kei­ne Illu­sio­nen machen, der muss­te unbe­dingt weg, den soll­te kei­ner mehr wei­ter besich­ti­gen kön­nen, und das mit dem Asbest war nur eine will­kom­me­ne Aus­re­de, mit der man sich nach außen hin schlüs­sig begrün­den konn­te... (Wie vie­le Gebäu­de in West­deutsch­land ste­hen noch, wo Asbest ver­wen­det wur­de, und es stört bis heu­te kei­nen? Geschwei­ge­denn ande­re Län­der: Ganz Man­hat­tan ist asbest­ver­seucht! Dar­um sind beim Ein­st­utz ihrer Zwil­lings­tür­me auch spä­ter so vie­le Erst­hel­fer an Krebs verstorben.)

    1. Ich gehö­re ja zu denen, die das Gebäu­de noch 'in Funktion'(mein letz­ter Besuch in Ber­lin Ost 1988) erlebt haben. Ein archi­tek­to­ni­sches High­light war es bestimmt nicht - eher bie­de­re, durch­schnitt­li­che Bau­werks­ge­stalt, Farb­wahl in gedeck­ten Erd-Tönen oder schrei­en­dem Orange-Braun.
      Es hät­te aus mei­ner Sicht ste­hen blei­ben sol­len. Als Mah­nung was pas­siert, wenn bür­ger­li­ches Mit­tel­maß bestimmt was dem Volk zu gefal­len hat. Es hät­te unter­strei­chen kön­nen wie selbst das Reprä­sen­ta­ti­ons­ge­bäu­de unter dem Man­gel der Plan­wirt­schaft zu lei­den hat­te und Ersatz/Reparaturen mit äußer­sten Beschaf­fungs­pro­ble­men zu kämp­fen hatten. 

      Es schien mir, der ich die Jah­re nach dem Krieg noch bewußt mit­er­lebt habe, immer in der DDR so, als ob dort die Zeit nach dem Krieg gebäu­de­tech­nisch und infrat­ruk­tur­mä­ßig ste­hen geblie­ben sei: Auf-Putz-Lei­tun­gen, Abwas­ser­roh­re vor der Wand, Adern der Strom­lei­tun­gen aus Alu und mit Vorkriegsfarbgebung, ....
      [Ob aller­dings der 'Fort­schritt' in der BRD in der Form nötig gewe­sen ist wie wir ihn erlebt - und natür­lich teu­er bezahlt - haben sei dahingestellt!]

      Wie es andern­orts mit Asbest aus­sieht kann ich nicht beur­tei­len, dass Asbest gefähr­lich ist kann nicht geleug­net wer­den - was aber nur zutrifft, wenn es zum Abbruch kommt. Schon des­we­gen wäre es klü­ger gewe­sen den Bau ste­hen zu lassen.

      1. In Sachen "Gebäu­de­ar­chi­tek­tur" ist es eine Fra­ge, was man sich anschaut und was man wohl selbst als "modern" empfindet.
        Den Ber­li­ner Fern­seh­turm wür­de man wohl weni­ger als "alt­backen" und "bie­der" betrach­ten, sowie den Tee­pott in War­ne­mün­de.
        Das gro­ße auf­fäl­li­ge rote run­de Gebäu­de vom alten Grenz­über­gang Drei­lin­den ist für den Zweck, für den es mal gebaut wur­de, archi­tek­to­nisch auch nicht so ganz ohne. (Mir erst so rich­tig bekannt gewor­den in sehr alten Fol­gen von "Alarm für Cobra11" aus den 90er Jah­ren, als man die Serie noch in der Gegend Ber­lin-Bran­den­burg gedreht hat. Dort dien­te das Gebäu­de als Zen­tra­le der Autobahnpolizei.)

        Sage man also: Sowohl frü­her als heu­te gibt es schon häss­lich ent­wor­fe­ne Gebäude.

        Zu dem wirt­schaft­li­chen Teil habe ich ja schon zur Genü­ge was gesagt...
        Es ist eine Fra­ge, ob man ein­fach zu dumm zum wirt­schaf­ten ist, oder ob die hal­be Welt sagt "mit dir han­deln wir nicht, und dei­ne Wäh­rung, die akzep­tie­ren wir schon mal gar nicht".

        1. Auch Archi­tek­tur unter­liegt den dor­ti­gen Strö­mun­gen bzw. *Schu­len* (was bedeu­tet "Lehr­mei­nun­gen" an bestimm­ten Archi­tek­tur­fa­kul­tä­ten, geprägt von den jewei­li­gen Inha­bern). Was ich aus­ge­drückt habe stellt zunächst nur mei­nen per­sön­li­chen Geschmack dar. Sowas wie die­sen run­den Turm hal­te ich noch nicht mal für bana­le Archi­tek­tur, es ist ein Schand­mal. Zwei­fel­los kostet es erheb­lich mehr eine sol­che Ver­ir­rung zu möblie­ren - wes­we­gen die Ver­ant­wort­li­chen wegen Steu­er­ver­schwen­dung ange­klagt gehört hätten.

          'Zu dumm zum Wirt­schaf­ten' kann sicher nicht der Vor­wurf sein - zu ori­en­tiert an ideo­lo­gi­schen Vor­ur­tei­len viel­leicht schon. 

          Wenn man erkennt, dass PLAN nicht funk­tio­niert weil Über­schüs­se auf der einen und Defi­zi­te auf der ande­ren Sei­te ent­ste­hen, system­be­dingt und nicht ver­meid­bar, dann wäre eine Ände­rung drin­gend gewe­sen .... was ohne Fra­ge dem Grund­ge­dan­ken des sozia­li­sti­schen Wirt­schaf­tens zum Einen, dem Gedan­ken der Ver­bun­den­heit und der Abhän­gig­ke­rit vom Ver­bund im sozia­li­sti­schen Lager (mit Hege­mo­ni­al­macht UDSSR) ande­rer­seits ent­ge­gen gelau­fen wäre. Es war doch nicht so, dass die Men­schen in der DDR es nicht bes­ser gekonnt hät­ten - was pas­sier­te war dem­ge­gen­über die Lie­fer­not­wen­dig­keit an die 'Bru­der­staa­ten' zu Bedin­gun­gen, die mit den Welt­markt­prei­sen über­haupt nicht kom­pa­ti­bel waren. Dar­aus resul­tier­te die Devi­sen­knapp­heit der DDR, die nicht ein­kau­fen konn­te (!) weil sie für ihre Pro­duk­ti­on nicht auf die­sem Welt­markt­ni­veau bezahlt wurde.

          Anders gesagt:
          Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät und Pro­duk­ti­vi­tät waren da - die zwangs­wei­se Abga­be an wenig zah­lungs­kräf­ti­ge Staa­ten durch die Ein­ge­bun­den­heit auf poli­ti­scher Ebe­ne bei gleich­zei­tig über­höh­ten Ein­kaufs­prei­sen für Pro­duk­ti­ons­mit­tel und Grund­stof­fe, hat­te wirt­schaft­li­che Fol­gen, die nicht von den Nach­fra­gern geschaf­fen wur­den, son­dern von der Rol­le der DDR im Ver­bund mit den Blockstaaten.

        2. Seufz, ich kann immer wie­der nur beto­nen, und das gilt im übri­gen auch für die "ande­re Sei­te": Bit­te immer jen­seits des vor­ge­scho­be­nen Agit­prop schau­en. Die Phra­sen, die dort gedro­schen wur­den, waren immer was für das Volk zum dran glauben.
          Dahin­ter stan­den wirt­schaft­li­che Ver­bind­lich­kei­ten und Spiel­re­geln, die sich bis heu­te nicht viel ver­än­dert haben.

          Ein biss­chen wie so etwas läuft, kann man aktu­ell eigent­lich am Bei­spiel Russ­land ver­fol­gen. Es gibt z. B. so gut wie kei­nen gene­rel­len Export­stopp oder Boy­kott von rus­si­scher Sei­te auf irgend­wel­che Waren oder Mate­ria­li­en, auch wer­den alle noch vor­her aus­ge­mach­ten Ver­trä­ge erfüllt.

          Hin­ge­gen west­li­cher­seits wie­der­um hat man das vol­le Pro­gramm akti­viert. Aus­lands­ak­ti­va und Devi­sen for­mell ein­ge­fro­ren, fak­tisch aber kon­fis­ziert (um nicht zu sagen: pri­mi­tiv gestoh­len; schließ­lich hat die RF dafür mal Geld als Gegen­lei­stung bezahlt). Kauf- und Export­stopps auf bestimm­te Waren­grup­pen ver­hängt (die Waren sind nicht weg vom Welt­markt, der Westen hat nur beschlos­sen "wir wol­len sie nicht mehr" ("Deut­sche, kauft nur deut­sche Bana­nen!"); ande­re, die nicht mit­ma­chen, kön­nen sie nach wie vor erste­hen), man hat auch noch vor Wochen ver­sucht, den Rubel als Wäh­rung zu zer­stö­ren, was aber nicht auf­ging, denn er ist jetzt etwa auf Vor­kriegs­ni­veau wie­der zurück im Tausch­kurs gegen Dol­lar und Euro. (Zur Spit­zen­zeit der Abwer­tung wegen dem Kriegs­be­ginng war das Tausch­ver­hält­nis etwa 1:155 bei bei­den Wäh­run­gen; aktu­ell ist es wie­der zwi­schen 1:80 bzw. 1:90 tendierend.)

          Im Gro­ßen und Gan­zen soll­te es bei die­ser Stra­te­gie erkenn­bar sein: Man ver­sucht ein Land wirt­schaft­lich klein­zu­krie­gen, indem, dass man sei­ne Wäh­rung unter Wert han­delt (zu bil­lig) und indem, dass er sei­ne bis­he­ri­ge Mas­se an Waren nicht mehr abset­zen kann und in Fol­ge der aus­blei­ben­den Ver­gü­tun­gen für die­se plei­te geht.
          Mitt­ler­wei­le ist aller­dings der "Hype" um die­sen Plan ver­flo­gen, die Wäh­rung erholt sich und es kommt der Boo­me­rang zurück zu dem­je­ni­gen, der beschlos­sen hat, er kauft von denen nichts mehr - weil er näm­lich von die­sem Play­er selbst außer­or­dent­lich abhän­gig ist. Sogar mehr als umgekehrt.

          Das ist ein Effekt, der sich bei der DDR nie ein­ge­stellt hat (u. a. weil sie dafür dann doch zu klein war, um dage­gen zu hal­ten), zum ande­ren aber auch, weil sei­ne poli­ti­sche Ober­klas­se aus irgend­wel­chen uner­find­li­chen Grün­den nie auf die Idee kam, es drauf ankom­men zu las­sen und den stän­dig gegen sie het­zen­den und dro­hen­den Kun­den die Gefolg­schaft zu ver­wei­gern. Ihnen kei­ne Waren mehr zu lie­fern, so lang sie kei­ne fai­ren Prei­se für die gelei­ste­te Arbeit zah­len und so lang sie nicht mit dem poli­ti­schen Krieg einen Gang zurückschalten.
          Es wäre näm­lich gar nicht mal so schwer gewe­sen, von der west­li­chen Kon­sum­ge­mein­schaft in Euro­pa ein­zu­for­dern "ihr bezahlt uns fair, bezahlt uns in DDR-Mark (und müsst so unse­re Wäh­rung als Zah­lungs­mit­tel aner­ken­nen), sonst gibt es nichts mehr", weil die west­li­che Kon­sum­ge­mein­schaft mehr von der DDR als pro­du­zie­ren­de Ein­heit abhän­gig war als umge­kehrt. - Die Maschi­ne­rie "alles müs­sen wir selbst erfin­den, weil wir von Außen nichts kriegen/weil außen unser Geld als Bezah­lung nicht akzep­tiert", die stand näm­lich mit der Zeit. (Alles selbst erfin­den müs­sen hat nur den Nach­teil, man kommt lei­der nicht so schnell vor­an, als wenn man durch Lizen­sie­run­gen bereits vor­han­de­ner Tech­no­lo­gien auf­bau­end auf einem bereits vor­han­de­nen Niveau ent­wickeln kann.) Und auf die Dau­er wird so etwas irgend­wann auch was. - Wäre dem nicht so, wür­den heu­te nicht die Hälf­te aller Halb­lei­ter­bau­ele­men­te auf der Welt aus Tai­wan kom­men. (Der Auf­bau die­ser Indu­strie dau­er­te auch eini­ge Jahrzehnte.)

          Für der­ar­ti­ges Auf­bäu­men gegen die ambi­va­lent agie­ren­den Staa­ten schien es damals aber irgend­wie am poli­ti­schen Wil­len und evtl. auch am "Back­up" dafür geman­gelt haben. - Was ein biss­chen, nach Ulb­richts Abset­zung, auch damit zu tun hat­te, dass Hon­ecker weni­ger die Qua­li­tä­ten für die­sen Posten mit sich brachte.
          Er ver­stand weni­ger vom poli­ti­schen Feld und dass einem dar­in nichts geschenkt wird, auch scheint Ulb­richt, histo­risch gese­hen, bes­se­re Fähig­kei­ten im Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent und in Kon­tak­ten gehabt zu haben.
          Zumin­dest jeden­falls war es unter ihm auch mög­lich, dass ab und an auch mal Süd­früch­te gab. (Etwas, was ja spä­ter zu einer der größ­ten Kampf­wa­ren und auch Kampfar­gu­men­ten wurde.)

          Ich kann mich da nur immer wie­der wie­der­ho­len: Drin­gend auch ande­re Quel­len über das Poli­ti­sche und Wirt­schaft­li­che lesen als die westlichen.
          Vor­zugs­wei­se nüch­ter­ne und neu­tra­le, die sich am mei­sten nur für Zah­len­jon­glie­rei inter­es­sie­ren. (Denen ist das Poli­ti­sche näm­lich ten­den­zi­ell egal.)

        3. Ohne pole­mi­sie­ren zu wollen: 

          Ein Ver­gleich zwi­schen dem Boy­kott wegen völ­ker­rechts­wid­ri­gem Über­fall auf die Ukrai­ne [und dar­in ein­ge­schlos­sen im Rück­blick auch auf die Embar­go­maß­nah­men wegen der Beset­zung der Krim] scheint mir sehr weit gegrif­fen und unzu­läs­sig als Spie­gel­bild des­sen, was zu DDR Zei­ten im Ost­block ablief und was der Westen damals als Hand­lungs­wei­se erken­nen ließ.
          Man kann nicht Äpfel mit Bir­nen vergleichen.

          Wenn die DDR Poli­t­rie­ge es nicht ver­moch­te sich den Devi­sen­spiel­raum zu ver­schaf­fen den die Pro­duk­ti­on hät­te erbrin­gen könn­ren, dann war das doch nie­man­des Schuld oder Machen­schaft von Außen! Ulb­richt hat sei­ne Visio­nen auf dem XX. Par­tei­tag sehr klar for­mu­liert und das wur­de in Mos­kau als Abwen­dung von der Vor­ga­be gese­hen - die Reak­ti­on ist bekannt und Hon­ecker war Bre­schnew treu erge­ben (Bre­schnew-Dok­trin!).

          Die Hand­lun­gen von Putin schei­nen wie ein daja-vu der Bre­schnew-Dok­trin: Dro­hung oder vor­weg­neh­men­de Recht­fer­ti­gung von Inter­ven­tio­nen [auch!] gegen nicht-kom­mu­ni­sti­sche Staa­ten. Dar­an hat­te bis zum Ein­marsch in die Ukrai­ne nie­mand mehr gerech­net, es schien ja für vie­le Jah­re unter Gor­bat­schow end­gül­tig erledigt.

          Zurück zur Wirt­schaft: Natür­lich sind kurz­fri­sti­ge Lie­fer­stopps eine Mög­lich­keit, aber sie sind die letz­ten Devi­sen­flüs­se die kei­nem Boy­kott unter­lie­gen und das rus­si­sche Staats­we­sen noch stüt­zen, indem sie Ein­käu­fe im Westen ermög­li­chen. Des­we­gen scheint mir klar WER von der Situa­ti­on mehr Nut­zen hat, es ist nicht der Westen.

          Zuletzt wirk­lich noch­mal der Hin­weis, dass ich in USA Mar­ke­ting gelehrt habe, dazu gehört eine Basis zu Grund­la­gen der west­li­chen & (!) öst­li­chen Wirt­schafts­sy­ste­me. Welt­weit näm­lich sind die Blöcke bei den Abneh­mer­län­dern schon immer Kon­kur­ren­ten gewe­sen - und um gute Geschäf­te zu machen reicht es nicht Mar­ke­ting­maß­nah­men zu fah­ren, da muss man ein Basis­ver­ständ­nis des­sen haben, was die Mit­be­wer­ber als *Asse* im Ärmel mit­füh­ren und auf wel­cher ideo­lo­gi­schen Platt­form sie ste­hen. Ich habe die Zeit zwi­schen 1980 und 2010 in Groß­un­ter­neh­men, selb­stän­dig, im In-und Aus­land und an aka­de­mi­schen Insti­tu­tio­nen erlebt. Als Zeit­zeu­ge und Teil der Agie­ren­den. Des­we­gen sind mei­ne Aus­füh­run­gen im letz­ten Kom­men­tar als Zusam­men­fas­sung des­sen zu sehen, wie ich die dama­li­ge Situa­ti­on ein­schät­ze, nicht als wie­der­ge­käu­te Infos von Poli­ti­kern oder ihren Lakaien.

        4. Ich wür­de sagen, ein Fak­tor ist dir dabei aber trotz­dem nicht bewusst gewor­den Näm­lich der, wenn man unter dem poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen System lebt, wel­ches welt­weit den Ton angibt. Und wel­ches dar­über ent­schei­den kann, wer in sei­ner Ord­nung zum "Flop" degra­diert wird, also auf Grund von irgend­wel­cher Unlieb­sam­keit pau­schal dazu bestimmt wird, von allen unter Wert gehan­delt wer­den zu sol­len. Damit er auf die Dau­er dar­an kaputt geht.
          Und die DDR war ein Ärger­nis für die USA, weil sie gern auf das Ter­ri­to­ri­um Zugriff gehabt hät­ten statt der SU.
          Im Fal­le West­deutsch­lands stellt sich bei den übrig geblie­be­nen Adol­fens in der 2ten, 3ten und 4ten Rei­he die Fra­ge nicht wirk­lich, war­um die sau­er dar­auf gewe­sen sein könn­ten, auf die­ses Ter­ri­to­ri­um kei­nen Zugriff mehr gehabt haben zu können.

          Kurz­um, was ich nur immer wie­der ver­deut­li­chen will: Der Westen ernährt sich von der Welt.
          Den öst­li­chen Län­dern war das nicht so mög­lich. Dar­um sind sie gegen­über dem Westen ins Hin­ter­tref­fen geraten.
          Müss­te der Westen unter glei­chen Bedin­gun­gen wirt­schaf­ten wie der Osten damals (auch die ande­ren öst­li­chen Län­der), hät­te er kei­nes­falls bes­ser dage­stan­den. Es war kein Ver­dienst von "bes­se­rem" und "lei­stungs­fä­hi­ge­rem" Wirt­schafts- oder poli­ti­schem System.
          Es war ein Pro­dukt aus einer Kom­bi­na­ti­on zwi­schen gewähr­ter Ent­schul­dung nach WWII ("Lon­do­ner Schul­den­ab­kom­men") und der frü­he­ren Kolo­nia­li­sie­rung der Welt.
          Es durf­ten unter den west­li­chen Län­dern sogar auch wel­che für das poli­ti­sche Pro­jekt der USA mit Namen "BRD" hun­gern; Frank­reich und GB hat­ten nach dem Krieg z. B. sogar noch schlech­te­re Ver­sor­gungs­la­ge als wäh­rend der Kriegs­jah­re - damit in West­deutsch­land ein Auf­ge­bot des schein­ba­ren Wohl­stands auf­ge­fah­ren wur­de (wel­ches gegen­über dem Osten Wer­bung machen sollte).
          Zu letz­te­rem gibt es durch­aus exi­stie­ren­de Zeit­zeu­gen­be­rich­te von damals.

        5. Mal abge­se­hen davon, dass sowohl in Ost wie West nach '45 die Zahl der ehe­ma­li­gen Unter­stüt­zer annä­hernd gleich war (in den Ver­trie­be­nen­krei­sen in den öst­li­chen Tei­len der sowje­ti­schen Besat­zungs­zo­ne eher höher!) hat das auf die aktu­el­le Poli­tik kaum Ein­fluß gehabt, weil eine 'unver­däch­ti­ge' Rie­ge von den Besat­zungs­mäch­ten ein­ge­setzt agier­te. Gegen die ver­blie­be­nen Nazi in hohen Ämtern wur­de spä­ter die Stu­den­ten­be­we­gung aktiv .... aber das habe ich schon öfter hier um Blog auseinanderklamüsert.

          Die zwei­te The­se mit 'aus der Welt' bezie­hen ist sicher kor­rekt - doch was hin­der­te die DDR dran es zu tun? Die Ein­bin­dung in den War­schau­er Pakt .... was ich im vor­letz­ten Kom­men­tar schon ein­mal aus mei­ner Sicht ver­sucht habe als wesent­li­ches Man­ko zu erklären. 

          Die Bedin­gun­gen waren ähn­lich: Es wur­den Tech­nik und Pro­duk­ti­ons­mit­tel geklaut und in die Sie­ger­län­der gebracht - die Fran­zo­sen konn­ten sie z.T. sinn­voll ein­set­zen und davon mode­rat pro­fi­tie­ren (was die Nei­gung spä­ter beför­der­te sich mit uns zu ver­söh­nen!). Die Eng­län­der nicht, weil sie das impe­ria­le System nut­zen und die Maschi­nen für sie unbrauch­bar waren. Sie arbei­te­ten bis in die spä­ten 70er mit ihrer alten, ver­rot­ten­den Tech­nik und das brach­te sie an den Rand des Ruins .... erst mit That­cher begann sich das zu ändern.

          Für die Rus­sen waren die Maschi­nen eine Ver­bes­se­rung weil die eige­nen Mit­tel nicht den höch­sten tech­ni­schen Stand hat­ten und sehr pri­mi­tiv aber halt­bar waren - die Bedie­ner kamen mit der aus­ge­feil­ten Tech­nik schlecht zurecht - so hat­te man die DDR aus­ge­laugt aber nicht den Nut­zen davon.

          Wer da genau was bes­ser oder schlech­ter als Vor­aus­set­zung hat­te will ich nicht wei­ter beleuch­ten. Sicher ist nur, dass die West­mäch­te erkann­ten, dass es bes­ser war die Deut­schen sich selbst orga­ni­sie­ren zu las­sen wäh­rend die Rus­sen in alle wesent­li­chen Ent­schei­dun­gen ein­grif­fen ohne tat­säch­lich die Trag­wei­te die­ser Ein­grif­fe und Plün­de­run­gen zu erkennen.

          Was in der BRD 'auf­ge­fah­ren' wur­de war der Besatz­er­wil­le die Eigen­ver­ant­wor­tung und die För­de­rung der Bereit­schaft auf­zu­bau­en - anstatt wie durch die Rus­sen in der DDR aus­zu­lau­gen und abzu­zie­hen. Die Dar­stel­lung des­sen, was fälsch­lich immer als "Wirt­schafts­wun­der" bezeich­net wur­de, basier­te doch nicht auf Fik­ti­on son­dern auf tat­säch­li­cher Leistung.

          Ich blei­be also dabei:
          Der Bevöl­ke­rung der DDR ist kein Vor­wurf zu machen ins­be­son­de­re nicht sie hät­te nicht lei­sten kön­nen oder wäre nicht dazu bereit gewesen.
          Das Man­ko war die Poli­tik der Füh­rungs­ka­der sich an die UDSSR zu klam­mern und treue Gefolg­schaft zu zei­gen anstatt sich auf alte Tugen­den zu besinnen.
          Die Ein­bin­dung in den War­schau­er Pakt war es schließ­lich, die eine posi­ti­ve Ent­wick­lung brem­ste und den Fort­schritt durch eng­ste Lie­fer- und Plan­vor­ga­ben (oft unrea­li­stisch) unmög­lich machten.

          Der Sozia­lis­mus der Art wie ihn Hon­ecker & Co. schließ­lich zu eta­blie­ren beto­nie­ren such­ten war und wäre auch heu­te noch unmög­lich, da wesent­li­che Rech­te vor­ent­hal­ten wur­den. Der Ver­fall wur­de vom Volk gewollt und durch­ge­setzt, nicht vom Aus­land initi­iert. Auch wenn das die alten Genos­sen immer noch anders dar­stel­len .... sie müss­ten sonst ja ihr tota­les Ver­sa­gen eingestehen.

  2. So wich­tig die Dar­stel­lung und Dis­kus­si­on der ver­schie­de­nen Sicht auf die Ver­gan­gen­heit von DDR/BRD und den jewei­li­gen Blöcken sein mag:
    Der Aus­gangs­punkt, der Arti­kel zu Frau Roth, hat doch eine etwas ande­re Tendenz.
    Es geht da um die Qua­li­fi­ka­ti­on für Ämter.
    Nicht um wirt­schaft­li­che Syste­ma­tik die ideo­lo­gi­schen Blöcken auf der Welt zugrun­de liegt.

    Ich möch­te daher noch­mal zusätz­lich auf die­sen Arti­kel verweisen
    → Reso­zia­li­sie­rung eines halb­in­tel­lek­tu­el­len Sub­pro­leta­ta­ri­ats .... [https://www.re-actio.com/wordpress/?p=6891]
    der den Fin­ger in die Wun­de legt und sozu­sa­gen den 'Unter­bau' für den Arti­kel vom 10. April darstellt.

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