Sollten wir den Wunsch nach
'umgehender' Belohnung befriedigen oder nicht?

Jah­re­lang haben Rat­ge­ber im Inter­net Blog­be­trei­bern emp­foh­len lan­ge, gut recher­chier­te Arti­kel, mit Sprach­witz und Anek­do­ten gespickt zu ver­öf­fent­li­chen, um Leser zu gewin­nen. Vie­le haben danach gehan­delt und nach Wochen, Mona­ten, man­che erst nach Jah­ren .... auf­ge­ge­ben. Was ist falsch gelau­fen - sie haben doch die Din­ge befolgt und Alles rich­tig gemacht?

Der Feh­ler war:
Wäh­rend all die­se Ana­ly­sen gepo­stet und eine Vor­ge­hens­wei­se emp­foh­len wur­de hat sich die Art der Nut­zung des Inter­nets gewan­delt. Nicht ins­ge­samt, son­dern in Seg­men­ten, und nach und nach, schlei­chend. Da waren und sind die Web­logs nur ein klei­ner Teil des­sen, was Zukunft haben wird. Weil es Men­schen gibt, die nicht nach den Vor­ga­ben des 'mainstream'-Erziehungsmodells erwach­sen wur­den. Deren Eltern nicht jede noch so klei­ne Lebens­äu­ße­rung des Kin­des mit "Toll, Pri­ma, Klas­se, hast du das gemacht!" beglei­tet, und so dem Kind ein völ­lig fal­sches Bild von sich und sei­nen Lei­stun­gen vor­ge­gau­kelt haben.

Kein 'instant reward' - und schon bricht für die Genera­ti­on, die um die Jahr­hu­dertwen­de groß wur­de, die Welt zusammen. 

Bei­spiel:
Eine *Influ­en­ce­rin* die nach einer Gra­tis-Über­nach­tung in einem hoch­klas­si­gen Hotel ver­langt und es damit begrün­det sie habe Tau­sen­de von *fol­lo­wern* - der Hote­lier hat ihr vor­ge­rech­net was ihr Auf­ent­halt ihn kostet, näm­lich ein mehr­fa­ches des­sen, was er bezahlt wenn er in einem Fach­blatt für Tagungs­an­ge­bo­te schal­tet - und daß ihr online-fol­lower-Trupp sich eine Über­nach­tung in sei­nem Hotel sowie­so nicht lei­sten kön­ne wes­we­gen eine Wer­bung für sein Haus durch sie nutz­los und eine kosten­lo­se Über­nach­tung daher raus­ge­wor­fe­nes Geld sei. Die belei­dig­te Leber­wurst hat ihm mit schlech­ter Publi­ci­ty gedroht - wor­auf er ankün­dig­te sie wegen übler Nach­re­de und Ver­leum­dung zu ver­kla­gen und zwar um einen hohen sechs­stel­li­gen Scha­den­er­satz­be­trag. Sie hat dann noch­mal mit dem Fuß auf­ge­stampft und böse Wor­te ins Inter­net gerufen ....

'instant reward' schief gelau­fen. Ein Bei­spiel von Vie­len in dem die­se jun­gen Leu­te sich über­schät­zen und Schiff­bruch erlei­den. Kei­ne Mama oder kein Papa da die es nun für sie rich­ten, die Beloh­nung aus dem Hut zau­bern und trö­sten­de Sät­ze parat haben war­um das die Schuld der bösen Welt ist und Prin­zeß­chen oder Prinz die Aller­be­sten auf der Welt sind. 

Immer kür­ze­re Inhal­te gewin­nen an un-kri­ti­scher Masse:
Tik­Tok, You­Tube Shorts, und so weiter.

Was soll man dem ent­ge­gen hal­ten, wie bleibt man aktu­ell und relevant?
Wie reagiert man auf die­se 'instant-reward-Not­wen­dig­keit'?

Bestimmt nicht indem man sie zur Ver­fü­gung stellt - und sich und sei­ne eige­ne Art zu schrei­ben auf­zu­ge­ben, sich zu ver­stel­len .... so lang­fri­stig sei­ne Seee­le zu ver­kau­fen und sich selbst auf den Mond zu schie­ßen. Sprich­wört­lich, na klar.

Trotz­dem kann es nicht scha­den ein­mal genau­er hin­zu­se­hen und zu ergrün­den war­um die­ser Trend da ist und wel­che Rich­tung das nimmt. Schließ­lich könn­te man ja etwas dar­aus ler­nen und für die eige­ne Ver­öf­fent­li­chungs­ar­beit mit­neh­men .... zu ler­nen scha­det nie und es ist kein Tabu selbst eine Metho­de zu nut­zen deren Erfolg andern­orts bereits greif­bar wur­de. Wenn es paßt!

Was also kommt in Frage?

Anreiz/Reizthema mit Zitat aus Vide­os, Tweets etc. als Aufhänger;
Fik­ti­ve Fra­gen beant­wor­ten - nur Sie wis­sen doch, daß Sie sich die Fra­gen aus­ge­dacht haben;
Ihre Mei­nung zu einem Trendthema;
Tipps und Ver­ein­fa­chun­gen: Begei­stern Sie Leser mit Vor­schlä­gen zur Ver­ein­fa­chung, Abkür­zung, preis­wer­te­rer Her­stel­lung von Klei­nig­kei­ten für Haus und Garten;
Ein Blick hin­ter die Kulis­sen, in den per­sön­li­chen Bereich.
Kurz:
Expe­ri­men­tie­ren statt Aus­ge­klü­gel­tes und gerad­li­nig anstatt um-die-Ecke zu denken.


Sofor­ti­ge Befrie­di­gung, 'instant reward', rui­niert unser Leben. Ver­wei­gern wir es gleich zu tun. Hin­ge­gen aller­dings den Nut­zen dar­aus mit­zu­neh­men. Erfolg­rei­che Metho­den zu über­neh­men, und, adäquat zuge­schnit­ten, selbst ver­wen­den wo es pas­send erscheint.

 

Ein Video mit Simon Sinek [Link unten] ist außer­or­dent­lich erhel­lend - ins­be­son­de­re für älte­re Men­schen um bes­ser zu ver­ste­hen wie die Jugend 'tickt'....

Eini­ge Höhe­punk­te aus dem Videoinhalt:

Mill­en­ni­als sind mit geschei­ter­ten Erzie­hungs­stra­te­gien aufgewachsen;
Ihnen wur­de gesagt, daß sie etwas Beson­de­res seien;
Ihnen wur­de gesagt, daß sie im Leben alles haben kön­nen - nur weil sie es wollen;
Wenn sie in der rea­len Welt sind fin­den sie her­aus, daß sie nichts Beson­de­res sind;
Daß man nichts bekommt, wenn man als Letz­ter kommt;
Daß man nicht nur des­we­gen 'haben' kann, nur weil man etwas will;
Im Hand­um­dre­hen ist das gesam­te Selbst­bild einer Genera­ti­on erschüttert.

Wir erle­ben eine gan­ze Genera­ti­on, die mit einem gerin­ge­ren Selbst­wert­ge­fühl aufwuchs/aufwächst als frü­he­re Generationen.

"This Is Why You Don't Suc­ce­ed - Simon Sinek on The Mill­en­ni­al Genera­ti­on" [Das ist der Grund, war­um Sie nicht erfolg­reich sind – Simon Sinek über die Mill­en­ni­al Generation].

Kommentare

  1. Erin­nert mich an was, was ich selbst vor einer Wei­le mal fest­ge­hal­ten habe: https://matrixmann.livejournal.com/368287.html

    (Scha­de, dass mir der Begriff "instant reward" da selbst nicht ein­ge­fal­len ist - obwohl mir der auch schon zahl­rei­che Male begeg­net ist und ich dem Sche­ma nur zustim­men kann...)

    Ja, was lässt sich dem noch hinzufügen...?

    ...Leu­te, die um und nach dem Mill­en­ni­um gebo­ren sind - die schlimm­ste Stra­fe, die man ihnen antun kann, ist ein­fach nicht auf sie zu reagie­ren. Sich ver­wei­gern, mit ihnen zu interagieren.
    Inter­ak­ti­on wür­de ja auch Auf­merk­sam­keit bedeu­ten. - Etwas, wor­an sie von ihrem häus­li­chen Umfeld bedin­gungs­los gewöhnt wurden.
    Ver­wei­ge­rung der Inter­ak­ti­on mit ihnen wür­de dem gleich­kom­men, ihnen zu signa­li­sie­ren "du bist nicht das Zen­trum allen seins, die Welt dreht sich nicht um dich" - je nach Situa­ti­on, kann es auch als ein Signal gel­ten "nie­mand inter­es­siert sich für dei­nen Scheiß".

    Ein wenig kom­me ich nicht umhin, selbst sol­che Unter­schie­de zu stu­die­ren, da wegen Alter näher dran und weil ich mich - natür­lich - auch öfter fra­ge, was ist bei denen schief gelau­fen, dass die so sind wie sie sind. Dass die... regel­recht sol­che klei­nen pas­siv-aggres­si­ven Ego­isten sind, die von oben bedient wer­den wol­len, aber einen Auf­stand machen, wenn sie nicht das krie­gen, was sie wol­len. - Dass die z. B. nicht zwi­schen­durch selbst mal auf die Idee kom­men "man kriegt nicht alles im Leben" oder, wenn man sich damit schon nicht abfin­den will, dass es dann bedeu­tet, dass man sich mühen muss. - Kei­ne "fai­re" und "gerech­te" Ein­tei­lung irgend­ei­ner höhe­ren Macht oder Ein­heit, die dafür sorgt, dass jeder sei­nen ih recht­mä­ßig zuste­hen­den Anteil bekommt.

    Es ist näm­lich äußerst befremd­lich, wenn Leu­ten sol­che basi­schen Ideen wie die von "mach's selbst" nicht ein­fal­len und sie lie­ber einen auf "ich krie­ge schon, was ich will!" machen, sogar gan­ze und hef­ti­ge Ener­gien dafür auf­wen­den (ähn­lich gro­ße Ener­gien wie sol­che, die eine Sache bereits schon erle­di­gen würden).

    Edit: Mir fällt ein sehr schö­ner Satz ein, der es wirk­lich gut abrundet...

    Frü­her sag­te man mal zu Leu­ten "Heul' doch!", wenn sie mit Kro­ko­dils­trä­nen Mil­de für sich errei­chen woll­ten - oder, dass ande­re sich aus Mit­leid für sie engagieren...

    1. Da sieht man wie­der ein­mal wie oft man durch ähn­li­che Infor­ma­tio­nen und Gedan­ken zu fast iden­ti­schen Ideen kommt. Die Schwer­punk­te sind etwas ver­scho­ben - mir geht es eher um die Erzei­hung, die es den Jun­gen ange­tan hat und die ihnen das Leben schwe­rer statt leich­ter gemacht hat, dazu dann die so-genann­ten sozia­len Medi­en und der stän­di­ge Druck durch die Elektronik.

      Bei dir ist es ein Rund­um­schlag gegen alle fal­schen Ein­flüs­se, wie stets sehr umfas­send dar­ge­stellt .... und ich kann zugeben:
      Sehr viel mehr aus­ge­feilt als ich es schrieb, weil sehr viel brei­ter ange­legt und ich eher dazu nei­ge anzu­sto­ßen und nicht immer sehr aus­führ­lich vorzugeben ....

      Mir gefällt beson­ders das "Heul doch ..!", denn es faßt knapp zusam­men was auf kei­nen Fall hilf­reich ist. Das Gegen­teil aktiv anzu­ge­hen fällt den Betrof­fe­nen lei­der sel­ten ein.

      [".. vor einer Wei­le .."? Wie ich sehe war das 1121, da denkst du in gro­ßen Zeit­räu­men ;c)]

      1. Naja, ist schon etwas her, dass ich den Text ver­fasst habe...
        Hät­te viel­leicht gedacht, es wäre noch län­ger her gewesen.
        Inzwi­schen habe ich schließ­lich auch schon einen gewis­sen Fun­dus angehäuft...

        "Heul' doch!" ist viel­mehr so ver­ste­hen in der Situa­ti­on: Wenn dir dei­ner von "denen" sagt, dass er dir die Höl­le heiß macht, weil er nicht das kriegt, was er will, dann kon­terst du es dadurch sym­bo­lisch mit "Ist mir so was von egal, Prin­zes­schen! Geh' doch, plärr' 'rum, lässt mich völ­lig kalt! Du kriegst trotz­dem nicht, was du willst!".

        In etwa so als wenn man ein klei­nes Kind, was im Laden den Auf­stand macht, schreit und sich auf dem Boden win­det, weil es etwas nicht bekommt, was es will, die kal­te Schul­ter zeigt und wei­ter geht - und als Eltern­teil damit in die­ser Kraft­pro­be signa­li­siert "nicht du bestimmst hier, son­dern ich".
        Da das Kind auf einen ange­wie­sen ist bzw. auch noch mehr Dienst­lei­stun­gen und Ver­sor­gung von einem will, kriegt es sich irgend­wann ein und läuft hin­ter Mut­ti hin­ter­her, weil Mut­ti zu ver­lie­ren schlim­mer ist als irgend­ei­nen Lut­scher (eine kurz­fri­sti­ge Lust­be­frie­di­gung) nicht zu kriegen.

        (Gibt man so auch als "Tipp" wie man sich als Eltern­teil ver­hal­ten soll, wenn ein Kind sich so ver­hält und sich all­ge­mein gera­de in der soge­nann­ten "Trotz-Pha­se befindet. )

        Es klingt zunächst grau­sam, wenn man das aber nicht macht, lernt das Kind dadurch, dass es in der Bezie­hung zwi­schen Eltern und Kind die Hosen anhat und von den Eltern ein­for­dern kann, was auch immer es will.
        Immer wenn das Kind so tobt und sich auf den Boden wirft um zu pro­te­stie­ren, auch die Auf­merk­sam­keit von ande­ren zu erre­gen und dadurch poten­ti­ell Leu­te zu ver­sam­meln, die zu sei­nen Gun­sten gegen die Eltern agie­ren, und man geht stets dar­auf ein, lernt das Kind, auf die Dau­er, dass alle sei­ne Aktio­nen bei den Eltern eine Reak­ti­on her­vor­ru­fen - irgend­wann sogar egal, ob gut oder schlecht.
        Das Kind lernt, dass die Welt sich um es dreht - dass es welt­be­we­gend wich­tig ist, wenn es einen Auf­stand macht oder auch nur irgend­ei­nen klei­nen Wil­len äußert.
        Ergo: Sie den­ken nicht mehr (oder ler­nen es erst gar nicht) in der Bahn zu den­ken, dass es 99% der Welt egal ist, ob sie mit dem Fuß auf­stamp­fen, und dem Uni­ver­sum sogar erst recht.
        Weil es schließ­lich in ihrem Mikro­kos­mos so ist, dass sie das Zen­trum sind - weil jede Akti­on ihrer­seits eine Reak­ti­on bei ande­ren auslöst.

        1. Oh, oh, Kin­der­er­zie­hung, das hei­ße­ste Eisen das es gibt, schlim­mer noch als Poli­tik und Religion!

          Mein Cre­do:
          Stand­haft und gerad­li­nig, kal­ku­lier­bar und stets gleich muß der Erzie­hungs­rah­men sein - Kin­der brau­chen Ori­en­tie­rung und Gren­zen, sie kön­nen höch­stens alters­ge­mäß ent­schei­den und das ist bis zum Schul­al­ter fast nichts. Wenig­stens nichts greif­bar Begrün­de­tes [Rotes oder grü­nes Bon­bon, Schau­kel oder Wip­pe, Saft oder Brau­se, etc.].

          Und erst die­se Erklärmütter!
          Dem Zwei­jäh­ri­gen wird erklärt wie Oma sich freut ihn zu sehen und schon einen Kuchen gebacken hat .... 

          Vor Jah­ren gab es mal einen Car­toon im Stern:
          Inmit­ten einer gro­ßen Men­ge auf einem Bahn­steig ein Schrei­kind im Bug­gy, Sprech­bla­sen mit guten Rat­schlä­gen für die Mut­ter - und neben ihr ein Opa der sagt
          "Einen auf die (Po)Backen, dem Blag!" "Gewalt" gegen Kin­der, na, na, da rufen wir doch bes­ser die Polizei.

          Das war vor lan­ger, lan­ger Zeit .... heu­te sitzt man es bes­ser aus und macht erst mit dem Leben wei­ter wenn sich der Auf­lauf wie­der ver­teilt hat ....

  2. @wvs
    Zitat: "Mein Credo:
    Stand­haft und gerad­li­nig, kal­ku­lier­bar und stets gleich muß der Erzie­hungs­rah­men sein - Kin­der brau­chen Ori­en­tie­rung und Gren­zen, sie kön­nen höch­stens alters­ge­mäß ent­schei­den und das ist bis zum Schul­al­ter fast nichts. Wenig­stens nichts greif­bar Begrün­de­tes [Rotes oder grü­nes Bon­bon, Schau­kel oder Wip­pe, Saft oder Brau­se, etc.]."
    -------
    Das ist auch mein Credo.
    Als ich Mit­te der 1960er-Jah­re zum ersten Mal Vater wur­de, galt die soge­nann­te "Anti­au­to­ri­tä­re Erzie­hung" als das Non­plus­ul­tra schlecht­hin. Sie war dar­auf aus­ge­rich­tet, den Kin­dern mög­lichst viel Frei­raum für deren freie Ent­wick­lung ein­zu­räu­men. Das bedeu­te­te auch, dass Ent­schei­dun­gen von Anfang an eigen­stän­dig durch die Kin­der getrof­fen wer­den und nicht von den Eltern vor­ge­ge­ben wer­den soll­ten. Den Kin­dern soll­ten immer Alter­na­ti­ven ange­bo­ten wer­den. Das führ­te oft zu gro­tes­ken Situa­tio­nen und letzt­lich dazu, dass die klei­nen Ran­gen ihren Wil­len durch­set­zen konn­ten. Als jun­ge Eltern waren wir zeit­wei­se total verunsichert.

    1. @ Fred Lang

      A.S. Neill hat gro­ßen Ein­fluß gehabt - nur wur­de Vie­les mißverstanden!

      Mein Ein­druck nach der Lek­tü­re sei­nes Buches "Das Prin­zip Sum­mer­hill" war nicht der einer Anlei­tung, son­dern viel­mehr eines Denk­an­sto­ßes. Varia­ti­on des Prin­zips nach Not­wen­dig­keit und Situa­ti­on - das schon des­we­gen, weil natür­lich drau­ßen ver­schie­de­ne Sta­di­en der Grund­sät­ze ein­zu­füh­ren waren, je nach Bereit­schaft von Eltern und Lehrern.
      So rich­tig durch­ge­setzt hat sich sein Prin­zip nicht, und wird es auch nicht in der Zukunft, weil Erzie­hung immer noch mit Dres­sur ver­wech­selt wird und die Dres­seu­re nicht von ihrer pri­vi­le­gier­ten Posi­ti­on las­sen wollen.

      Aus der Bio­lo­gie läßt sich aller­dings her­lei­ten, daß wech­seln­de Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten ein bes­se­res Modell sind als stren­ge Hierarchien.

    2. Die anti­aut­ho­ri­tä­re Erzie­hung, so wie heu­te durch die Geschich­te doku­men­tiert, war eine äußer­ste Abart, auf schon fast kin­di­sche und viel zu pri­mi­ti­ve Art und Wei­se die herrsch­süch­ti­ge Erzie­hung aus der Hit­ler­zeit zu über­win­den (die wie das kom­plet­te Gegen­teil davon war; das Kind war wie das Eigen­tum der Eltern und die­se durf­ten mit ihm umge­hen wie sie woll­ten, also auch gewalt­tä­tig und miss­brau­chend sein).
      "Kin­disch" und "pri­mi­tiv" aus mei­ner Sicht, weil es dem typi­schen sehr ein­fach gehal­te­nen Muster von "mir machen ein­fach das Gegeneil von dem, was wir nicht schön fin­den" entspricht.
      Und letzt­lich ist es aber genau­so wenig zielführend.

      Aus (entwicklungs-)psychologischer Sicht dürf­te das damals so eini­ge Ego­isten hevor­ge­bracht haben (sei man mal ehr­lich - Kin­der sind kei­ne klei­nen Erwach­se­nen, und bei­spiels­wei­se ein 5-Jäh­ri­ger kann weder Gefah­ren noch Trag­wei­te sei­ner Ent­schei­dun­gen abschät­zen wie ein Erwach­se­ner), sowie aber auch eher gegen­tei­li­ges - stark ver­un­si­cher­te Men­schen, die ein ste­ti­ges Gefühl der Ver­las­sen­heit in sich tra­gen, und mit vie­lem schnell über­for­dert sind, weil für sie gefühl nie jemand da war, der sie an die Hand nahm und ihnen, als anschau­li­ches Bei­spiel, "zeig­te wie vie­les ging".
      Das sind dann die Leu­te, die als Erwach­se­ne eigent­lich unter­schwel­lig wahr­neh­men "ich bin dem damals gar nicht gewach­sen gewe­sen, das war von mir zu viel verlangt".

      @wvs
      Und, was soll ich sagen - auch unter den Mill­en­ni­als gibt es sol­che. Das sind dann z. B. die­je­ni­gen, die Schwä­chen nach außen hin nicht zuge­ben kön­nen und lie­ber wie so ein Baron Münch­hau­sen leben - viel lügen, viel ande­ren Leu­ten etwas vor­ma­chen, und eine gewis­se Pseu­do­f­röh­lich­keit für die Außen­welt pfle­gen. Hin­ter der Fas­sa­de bröckelt es aber gewal­tig und sie sind authen­tisch depres­siv und über­for­dert mit allem.

      1. @ matrix­mann

        Da tust du dem ollen Münch­hau­sen Unrecht:
        Er hat die Geschich­ten zur Erhei­te­rung 'erfun­den' und sie mit sol­chem Ernst vor­ge­tra­gen, daß unter sei­nen Zuhö­rern tat­säch­lich eini­ge waren die das für bare Mün­ze genom­men haben. 

        Doch zum Inhalt;
        Die Wirk­lich­keit ein wenig zu ver­bie­gen scheint salon­fä­hig gewor­den zu sein man fin­det beson­de­re Bei­spie­le sehr oft in den Beschrei­bun­gen "Über mich" in Web­logs und bei ande­ren Ver­öf­fenrt­li­chungs­for­men, etwa Web­sei­ten, die Dienst­lei­stun­gen anprei­sen sol­len. das läuft dann unter 'krea­ti­ve Dar­stel­lung' und ist nicht mehr so schlimm .... obwohl ich alter Kno­chen es doch glatt als "Lüge" bezeich­ne .... das war es wohl, was du mit Pseu­do­f­röh­lich­keit beschrie­ben hast, weil, wenn wir alle 'so gut drauf' sind wird doch wohl nur ein Sau­er­topf die Stim­mung ver­sau­en und die wah­re Bezeich­nung wählen ....

        1. Nur unter anderem.
          Ich hat­te da mehr Din­ge aus dem ver­ba­len Umgang von Ange­sicht zu Ange­sicht im Sinn. Das ist z. B., wenn sie dir sagen, ihnen geht es immer gut auf die Fra­ge "Wie geht es dir?", obwohl sie dir in einem ande­ren Atemug etwas ande­res erzäh­len wol­len - oder die­ses über­trie­be­ne ste­tig Gut-gelaunt-sein, Erfol­ge weis­ma­chen usw., was einem selbst schon unna­tür­lich vor­kommt, weil bei nie­man­dem läuft im Leben per­ma­nent alles geradeaus.

          Es erin­nert einen irgend­wo an die­se typi­sche US-ame­ri­ka­ni­sche Rhe­to­rik, sich stän­dig wie ein Krä­mer auf­zu­fü­hen - Nie­der­la­gen stets ver­bal in Sie­ge zu ver­wan­deln, stets etwas gut ver­kau­fen (auch wenn das Pro­dukt abso­lut schei­ße ist), ein Zucker­berg-Lächeln auf der Gesichts­mus­ku­la­tur zei­gen, per­ma­nent von sei­nen Erfol­gen zu reden, bevor dann mal viel­leicht etwas boden­stän­di­ge­re Töne kom­men, und so gut wie nie nach außen erken­nen las­sen, wenn es einem schlecht geht, wenn etwas nicht so gut lief (wäh­rend man sich gleich­zei­tig aber dar­über beschwert, dass man es angeb­lich nicht her­aus­las­sen kann).
          "Make show, pre­tend to be at the top posi­ti­on if you aren't".

        2. Ach ja, die­se künst­li­che Fröh­lich­keit und ver­meint­li­che Höf­lich­keit, das angeb­li­che Inter­es­se ... da hat­te ich anfangs mei­nes Auf­ent­hal­tes als Aus­tausch­schü­ler wirk­lich Pro­ble­me, ins­be­son­de­re weil ich natür­lich dach­te die wol­len wirk­lich wis­sen wie es so geht. Ist mitt­ler­wei­le her­über­ge­schwappt: Nach mei­ner Beob­ach­tung hat das etwas mit ver­mehr­ter Tou­ri­stik dort­hin und noch umfang­rei­che­ren Aus­tausch­fäl­len zu tun. "Frue*er"™ waren es weni­ger Men­schen und die waren anders zu Hau­se ver­wur­zelt, bei uns war noch nicht die Gesell­schaft so wie sie heu­te ist, kurz: Der Wan­del fand höch­stens punk­tu­ell statt nie so umfang­reich. Dazu dann noch die Seri­en aus USA - und schon hat­ten auch die Daheim­ge­blie­be­nen einen Blick in die frem­de Welt ...

        3. Hm, durch Social Media und den Kul­tur­im­pe­ria­lis­mus von Über­see gegen den Rest der Welt ist das, ins­be­son­de­re in den letz­ten Jah­ren (also wirk­lich erst in der jün­ge­ren Zeit) sehr hier hin­über­ge­schwappt. Und ich mei­ne wirk­lich SEHR.

        4. Da kann ich nur zustim­men - und es ist noch nicht ein­mal ver­wun­der­lich, denn die Absicht der USA schon vor den Yal­ta-Ver­hand­lun­gen wur­de so kommuniziert:
          Umwand­lung der Gesellschaft(-en) in Euro­pa nach dem Krieg als Annä­he­rung zu dem US Modell, um der Wirt­schaft glei­che Bedin­gun­gen wie zu Hau­se zu bieten.
          Gelungen!

        5. Über­ge­ord­net kann man dies damals wohl als über die Jahr­zehn­te gül­tig auffassen.
          Für die Ent­wick­lu­nen in der jün­ge­ren Zeit aller­dings eher nicht. Weil bekannt­lich die poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Pla­nung in den USA aller­höch­stens bis zu 5 Jah­ren vor­aus geht. Lang­fri­sti­ge Plä­ne gibt es so gut wie nicht, wird als "Geld­ver­schwen­dung" ange­se­hen. Man macht das viel impulsiver.

          Der ver­stärk­te Kul­tur­im­pe­ria­lis­mus der jün­ge­ren Jah­re ist viel­mehr eine auf schnel­len Erfolg aus­ge­rich­te­te Stra­te­gie (die lei­der auf­geht...), die ver­hin­dern soll, dass Euro­pa sich kul­tu­rell von Über­see wie­der etwas selbst­stän­di­ger macht. Weil man damit in Über­see poli­tisch und wirt­schaft­lich sei­ne Fel­le davon­schwim­men sieht.
          Einer­seits soll US-Denk­wei­se von den Uni-Cam­pu­sen die Leu­te wie­der mehr dazu brin­gen, in Bah­nen wie US-Bür­ger zu den­ken (sie damit kon­trol­lier- und mani­pu­lier­bar zu hal­ten wie sol­che), zum ande­ren soll es auch deren Kul­tur­krie­ge inner­halb der USA hier mit her­brin­gen - damit sich die Leu­te, auf gut Deutsch, wegen unwich­ti­ger Schei­ße schla­gen. Damit sie sich weni­ger um die Hin­ter­zim­mer­ge­schäf­te in der gro­ßen Poli­tik küm­mern und die­se nicht angreifen.
          Auch exi­sten­ti­el­le Fra­gen nicht stel­len und mit den Zwei­feln am Weg "USA" aufhören.

      2. @ matrix­mann zu dem Teil der @ Fred Lang gerich­tet ist:

        Obwohl ich da nicht direkt ange­spro­chen bin muß ich doch etwas los­wer­den. Ich habe mich sehr inten­siv auch mir dem befaßt, was nach der Ver­öf­fent­li­chung zu den Grund­la­gen der *anti­au­to­ri­tä­ren Erzie­hung* in Sum­mer­hill pas­sier­te und wie die­ses Modell einer völ­lig neu­en Art des Her­an­ge­hens auf­ge­nom­men wurde.

        Nur kurz daher:
        Wie oben erwähnt wur­de *anti­au­to­ri­tär* als Begriff in der Über­set­zung gewählt und es hat eine völ­lig ver­schie­de­ne Kon­no­ta­ti­on als das eng­li­sche Pendant!
        "Abwe­sen­heit von Auto­ri­tät aus den tra­dier­ten Grün­den" wäre eine bes­se­re Beschrei­bung - Neill nicht struk­tur­lo­ses all­ge­mei­nes Cha­os im Auge hat­te, son­dern durch die Kin­der selbst bestimm­te Akti­vi­tä­ten bzw. Nicht-Aktivitäten.
        Sei­ne Begrün­dung ist so ein­fach wie über­zeu­gend, auch heu­te noch:
        Nie­mand kann immer dann auf­nah­me­be­reit und inter­es­siert sein wenn ANDERE es für rich­tig hal­ten, und gelernt wird nur wenn EIGENE Moti­va­ti­on vor­han­den ist - und das kön­nen feste Struk­tu­ren nicht liefern.

        1. Hm... Das wuss­te ich soweit nicht, aber über­ra­schen wür­de es mich auch nicht. Es gibt schließ­lich schon so eini­ge sprach­li­che und kul­tu­rel­le Miss­ver­ständ­nis­se, die gan­ze Ideo­lo­gien und Welt­bil­der erzeugt haben, denen Leu­te fana­tisch hin­ter­her­lau­fen wie als wären es von Gott gelie­fer­te hei­li­ge Wor­te (z. B. Feminismus).

          Geht in dem Sin­ne auch ein biss­chen in die Rich­tung wie ich es annahm - es ging viel­mehr um die Abwe­sen­heit von "Auto­ri­tät" in die­ser davor bekann­ten dra­ko­ni­schen Vari­an­te. Nicht um deren gänz­li­che Abschaffung.
          Es ging um bedürf­nis­ori­en­tier­tes Arbei­ten anstel­le von blin­dem Gehor­sam, der mit aus­ufern­der Gewalt sei­tens der Erwach­se­nen erzwun­gen wurde.

          Da konn­ten wie­der die nach­hal­tig prä­gen­den Men­schen nur in Schwarz und Weiß den­ken... Gene­ra­li­siert, nicht kontextbezogen.

        2. Es war die Ant­wort auf eine Päd­ago­gik die man als Kind zu streng, zu schroff und zu wenig argu­men­ta­tiv erlebt hat­te - wobei es in Eng­land ja immer noch (!) in eini­gen Pri­vat­lehr­an­stal­ten die Prü­gel­stra­fe mit Rohr­stock gibt. Man muß sich klar machen, wel­cher Rie­sen­un­ter­schied da in Sum­mer­hill eta­bliert wur­de - kein Wun­der also wenn die Wider­stän­de sich anhäuften.
          Bilan­zie­rend stel­le ich eine Abkehr von auto­ri­tä­rem und Hin­wen­dung zu part­ner­schaft­li­chem Ler­nen fest, wobei die Lehr­kraft eher als 'coach' denn als 'lea­der' auftritt.

        3. Wenn es dabei geblie­ben wäre, könn­te man sich durch­aus damit anfreunden...
          Aber man weiß und/oder sieht ja wie es tat­säch­lich kam.
          Dum­me Men­schen haben dum­me Inter­pre­ta­tio­nen gemacht, die­se lei­der aber weiterverbreitet.
          Sodass man heu­te vom Ursprungs­ge­dan­ken gar nichts mehr weißt. (In der Abso­lut­heit erin­nert es einen irgend­wie an die Fri­days For Future. - Die pre­di­gen und for­dern auch radi­ka­len Kram, unge­ach­tet ihrer eige­nen Lebens­grund­la­ge, und sehen auch kei­ne Ver­bin­dung zwi­schen ihrem Lebens­stil und der Erd­er­wär­mung bis ihnen selbst jemand das Han­dy und die PS5 weg­nimmt und sie bei Ker­zen­schein im Win­ter frie­ren dürfen.)

        4. Ob das so halt­bar ist bezweif­le ich - was ich von den Orga­ni­sa­to­ren und Ver­tre­tern gele­sen habe, und was bei Inter­views ver­laut­bart wur­de, hat für mich den Anschein von pro­fun­dem Wis­sen um die Not­wen­dig­kei­ten, unter Ein­schluß der eige­nen Lebens­si­tua­ti­on. Das sind meist kei­ne ahnungs­lo­sen Öko­schwär­mer, son­dern sehr bele­se­ne und sat­tel­fe­ste Interessenvertreter.

        5. Die, die immer in den Medi­en als Gal­li­ons­fi­gu­ren prä­sen­tiert wer­den, sind jeden­falls oft­mals sehr von der Lebens­rea­li­tät ent­fernt. Und beseelt von der Stra­te­gie "Kli­ma ret­ten durch kau­fen, das System hat die Ant­wort". Käu­en vie­le Ideen wie­der, die ihren Ursprung in einem kapi­ta­li­sti­schen System haben, wel­ches nicht im gering­sten an einer Ver­än­de­rung sei­nes Kon­zepts inter­es­siert ist (ich sag nur "wir müs­sen alle zu Veg­gi­es wer­den, damit das Kli­ma geret­tet wer­den kann" - kei­ne Berück­sich­ti­gung des­sen, dass auch das Mate­ri­al für Flei­scher­satz­pro­duk­te von Fel­dern aus Bra­si­li­en stammt, für wel­che der Regel­wald abge­holzt wird).

        6. Ob, und wenn wie weit, sol­che 'Gali­ons­fi­gu­ren' tat­säch­lich von der All­ge­mein­heit abge­setzt sind ver­mag ich nicht zu beur­tei­len - da feh­len mir die inti­men Kennt­nis­se. Was ich aber gese­hen habe sind talk­shows mit ver­schie­de­nen jun­gen Men­schen die sich für eine Umkehr der Gewohn­hei­ten ein­ge­setzt haben die ich für ange­mes­sen und fun­diert argu­men­tiert hal­te. Selbst wenn also ein Anteil von Eigen­prä­sen­ta­ti­on und ein Hauch von Selbst­lob vor­han­den sind blei­ben doch die Not­wen­dig­kei­ten wahr, die sie benannt haben, und die in der Öffent­lich­keit dis­ku­tiert werden. 

          Du schreibst im fol­gen­den Kom­men­tar es wür­den Neben­kriegs­schau­plät­ze geöff­net um von den Machen­schaf­ten im Hin­ter­grund abzulenken:
          Die­se Angrif­fe auf die Ver­tre­ter der not­wen­di­gen öko­lo­gisch-kul­tu­rel­len Umkehr­phi­lo­so­phie sind da ein gutes Bei­spiel .... und nur all­zu leicht tap­pen wir in die Falle.

          Es täuscht anzu­neh­men die USA / die Regie­run­gen unter­schied­li­cher Par­tei­en / die Mei­nungs­füh­rer in den Medi­en däch­ten nur kurzfristig!
          Ganz im Gegen­teil sind die *think-tanks* gera­de dazu da lang­fri­sti­ge Zie­le zu for­mu­lie­ren, Wege zu ihrer Ver­wirk­li­chung auf­zu­zei­gen und schließ­lich die Umset­zung zu beglei­ten und nach­zu­steu­ern. Sol­che stra­te­gi­schen Zie­le wer­den aber nicht in der Öffent­lich­keit dis­ku­tiert und Ver­trau­lich­keit ist ein Teil des *Kapi­tals* sol­cher Gründungen.
          Wäh­rend hier­zu­lan­de offen und strit­tig dis­ku­tiert wird macht man dort klamm­heim­lich Nägel mit Köp­fen. Daß es nicht immer klappt mit den Ziel­set­zun­gen liegt teil­wei­se / iro­ni­scher­wei­se dar­an, wie die­se Gre­mi­en besetzt sind. Es über­wie­gen näm­lich über­wie­gend sehr jun­ge Leu­te, frisch aus den Lehr­an­stal­ten - und die haben zu wenig inter­na­tio­na­le Erfah­rung um die besten Wege zu fin­den die US Inter­es­sen bzw. Fir­men­in­ter­es­sen mit den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten abzu­stim­men und so erfolg­reich zu etablieren.
          Wäh­rend mei­ner Lehr­tä­tig­keit in USA habe ich sol­che auf­stre­ben­den jun­gen Leu­te (sogar ver­schie­de­ner Natio­na­li­tä­ten) ken­nen­ge­lernt und ich kann dir versichern:
          Sie schie­ßen sehr oft dane­ben und über das Ziel hin­aus weil sie ihr Land - angeb­lich ja das Größ­te der Welt in allen Belan­gen wie ihnen aner­zo­gen wur­de - hoff­nungs­los über­schät­zen. Wir kön­nen froh sein, daß das so ist, sonst wären wir schon sehr viel 'ame­ri­ka­ni­scher' als wir momen­tan sind.

        7. Dis­kus­sio­nen sind Her­um­ge­men­schel, brin­gen aber noch kei­ne prak­ti­schen Lösun­gen. Und genau das sehe ich bei den­je­ni­gen nicht gege­ben. Da ist viel­mehr viel Traum­tän­ze­rei vor­han­den, ohne Hin­blick auf selbst den eige­nen Lebensstil.

          Prak­ti­sche Lösun­gen kämen zusam­men, wenn man z. B. mal ein biss­chen Ahnung von Tech­nik hät­te - und? Ist aber irgend­ei­ner der FFF-Vor­käm­per irgend­ein Tech­ni­ker? Irgend­wer aus einem Tech­no­lo­gie­sek­tor, der direkt schlüs­si­ge Ideen lie­fern könn­te (auf der Basis wie man­ches ein­fach nur funk­tio­niert) wie man etwas hin­ver­än­dern könn­te - und seit es auch nur für den Rück­bau für Funk­tio­nen, die heu­te durch die lie­be Smart­pho­ne-Tech­nik erle­digt wer­den, wo frü­her ein Mensch stand?
          Nein, es sit­zen viel­mehr sehr vie­le Sozi­al­wis­sen­schaft­ler - oder sol­che, die es noch wer­den wol­len - in der ersten Rei­he. Akti­vi­sten und Agit­prop-Leu­te, die ledig­lich die Kunst des "Leu­te wuschig machen"s beherr­schen. - Wovon noch nicht eine ein­zi­ge hilf­rei­che Sache fürs Kli­ma auf den Weg gebracht ist, die auch objek­tiv etwas nützt.

          Zusätz­lich dazu - hm, ich den­ke, ich erläu­te­re es ein­mal am Bei­spiel von Frau Thunberg.
          Es ist anzu­neh­men und davon aus­zu­ge­hen, dass ihre Bestre­bun­gen und per­sön­li­chen Moti­ve auf­rich­tig sind, auch dass sie wohl­mög­lich eini­ger­ma­ßen bele­sen ist.
          Aller­dings, durch ihr Asper­ger (sofern die Dia­gno­se kor­rekt ist) ist sie ein biss­chen blind für sozia­le Inter­ak­tio­nen und das gan­ze Her­um­ge­men­schel um sie, das in Kom­bi­na­ti­on mit ihrem noch jun­gen Alter und des­sen Uner­fah­ren­heit, lässt es sie nicht mit­krie­gen wie ande­re (hohe Tie­re) sie eigent­lich nur als "Schmuck" für die eige­ne Sache aus­nut­zen wol­len. Und ihr Anlie­gen gar nicht so ehr­lich teilen.
          Die hohen Tie­re machen ein paar Fotos mit ihr, ein paar PR-Auf­trit­te, wol­len so öffent­lich demon­strie­ren "wir sind ja auf ihrer Sei­te", damit sie nicht daste­hen als "sie neh­men das Kli­ma­pro­blem nicht erst", aber in der Pra­xis pas­siert nicht viel, ändert sich nicht viel, weil die Poli­ti­ker viel­mehr von der Indu­strie vor sich her gescho­ben wer­den. Und nicht im Gering­sten dar­an den­ken, gegen deren Vor­ge­hens­wei­sen aufzubegehren.

          ...Und so krie­gen FFF-Kämp­fer gar nicht mit wie sie eigent­lich ver­heizt und vom Estab­lish­ment ver­arscht wer­den. - Das Estab­lish­ment spannt sie als Ali­bi ein, um glau­ben machen zu wol­len, dass sie was ändern wol­len, das Kli­ma­pro­blem ernst neh­men - wäh­rend sie es in der Pra­xis über­haupt nicht tun und nur ein "Wei­ter so!" mit dem bis­he­ri­gen Kurs wünschen.

        8. Dei­ne Über­le­gun­gen zu dem, was die vor­der­grün­di­gen, mehr noch die Über­le­gun­gen im Hin­ter­grund sein könn­ten sind sicher viel­fach genau so. Ich sehe aller­dings in den letz­ten Jah­ren immer mehr Erken­nen bei brei­te­ren Schich­ten der Bevöl­ke­rung. Sicher oft fehl­ge­lei­tet um bestimm­te poli­ti­sche Vor­ha­ben zu stüt­zen, aber doch sehr viel ziel­ge­rich­te­ter in den mei­sten Fäl­len. Ein Bei­spiel ist für mich die Ein­schal­tung von Fach­leu­ten beim Bau­en, da wer­den bei Groß­pro­jek­ten Bio­lo­gen hin­zu­ge­zo­gen und wenn die ein "Nein" aus­spre­chen ist es ein Nein! Wäre vor Jah­ren noch eher umge­kehrt gewe­sen und die Fach­leu­te wur­den als Spin­ner belä­chelt (sie­he Bau des Haupt­stadt­flug­ha­fens!). Die Erkennt­nis der Not­wen­dig­keit anders zu den­ken und zu han­deln wächst. Hof­fent­lich hält das an, ver­stärkt sich und ist noch rechtzeitig.

Schreibe einen Kommentar