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"..Den­ken Sie, dass Sie Anhän­ger der Homöo­pa­thie überzeugen?

Chri­sti­an Wey­mayr: Nein, denn ein Wesens­merk­mal des Glau­bens ist, dass der Gläu­bi­ge kei­ne ratio­na­len Argu­men­te an sich her­an­lässt. Wir beob­ach­ten eine star­ke Abwehr­hal­tung gegen unser Buch. Gar nicht so sehr gegen die Inhal­te. Eher gegen die kri­ti­sche Beschäf­ti­gung mit dem The­ma Homöo­pa­thie.."

So ist das mit den Pseu­do-Wis­sen­schaf­ten - wer nicht dazu­ge­hört und "glaubt" wird geäch­tet und ver­dammt. Reli­gi­on ist ja auch nichts anderes.

bookmark_borderDurch "Gottes Hilfe" gerettet ....

Vor ein paar Stun­den sprach ich mit einem ehe­ma­li­gen Sol­da­ten. Der erzähl­te mir von sei­ner Ret­tung aus höch­ster Not:
Er war mit meh­re­ren Kame­ra­den auf einem Lan­dungs­boot und sie gerie­ten unter hef­ti­gen Beschuß - er bete­te um Got­tes Hil­fe zu sei­ner Ret­tung. Rund­um san­ken Boo­te, wur­den ande­re Sol­da­ten getötet.

Daß er noch lebe, so erklär­te er mir, sei allein dar­auf zurück­zu­füh­ren, daß er Gott im Gebet um Hil­fe ange­fleht habe - und erhört wor­den sei.
Das sei doch der Beweis, daß es Gott gibt.

Ich stell­te nur eine Frage:
"Hat von den ande­ren Soldaten,
auf den ande­ren Booten,
kei­ner gebetet?"

bookmark_border♪ Ketzer sein bedarf ♫ es wenig ....

Server-Ausfall
[Quel­le]

"Ket­zer sein" war zu Zei­ten ein Todes­ur­teil - zumin­dest gilt das für den EU-Raum nicht mehr - andern­orts herrscht manch­mal noch fin­ste­res Mit­tel­al­ter bzw. in Afri­ka 'schwar­ze Magie'.

Heu­te kann "Ket­zer sein" selbst hier­zu­lan­de noch zu Nach­tei­len in Beruf & Gesell­schaft füh­ren. Trotz Grund­ge­setz - das ist übri­gens, ver­kürzt gesagt, die 'Bibel' der Atheisten ....

Damit das nicht so bleibt ist es wich­tig, daß sich die Athe­isten (hier als Sam­mel­be­griff für alle ver­wen­det, die nicht an das Wir­ken von fik­ti­ven 'höhe­ren Mäch­ten' glau­ben) arti­ku­lie­ren und jenen Men­schen den Rücken stär­ken, die schon erken­nen, daß Reli­gi­on ihrer Unter­drückung dient, die aber nicht so recht wis­sen was als Alter­na­ti­ve die­nen kann ....

Nein, die Abwe­sen­heit von "Glau­be" soll nicht durch ein ande­res Sche­ma kom­pen­siert wer­den, es sol­len Men­schen dar­in bestärkt wer­den nur das als Wahr­heit anzu­neh­men für das "Bewei­se" vorliegen.

In Köln fin­det an die­sem Wochen­en­de eine Groß­ver­an­stal­tung statt. Aus­ge­rech­net im 'hei­li­gen' Köln, Hoch­burg des Katho­li­zis­mus. Ent­spre­chend hef­tig sind im Vor­feld die Ver­laut­ba­run­gen, auch aus der evan­ge­li­schen Kirche.

Na klar, wenn man sein Leben sehr bequem auf Kosten der 'Schäf­chen' füh­ren kann, bes­ser als jene füh­ren kann, dann sieht man in den Athe­isten den 'bösen Wolf'. Der war dem Schä­fer schon seit jeher ein Ärger­nis, das es zu bekämp­fen gilt.

Und immer dar­an denken:

"Wer nichts weiß muss alles 'glau­ben'!"

*edit*
Ich bin gespannt, was im Fern­se­hen von die­ser wahr­lich nicht klei­nen Ver­an­stal­tung berich­tet wird - in den Abend­nach­rich­ten fehl­te das Thema.

bookmark_borderNicht der Mörder ist Schuld
- sondern der Ermordete ..?!

" .. The Pope had a Christ­mas mes­sa­ge for the world this year: we should for­gi­ve Catho­lic priests for raping child­ren becau­se ever­yo­ne else was doing it. He inven­ted a pecu­li­ar histo­ry that bears no resem­blan­ce to the late 20th cen­tu­ry I lived in.
"In the 1970s, pae­do­phi­lia was theo­ri­sed as some­thing ful­ly in con­for­mi­ty with man and even with child­ren," the Pope said. "It was main­tai­ned — even within the realm of Catho­lic theo­lo­gy — that the­re is no such thing as evil in its­elf or good in its­elf. The­re is only a 'bet­ter than' and a 'worse than'. Not­hing is good or bad in itself."
The Pope said abu­se reve­la­ti­ons in 2010 rea­ched "an uni­ma­gi­nable dimen­si­on" which brought "humi­lia­ti­on" on the Church .. "


[zitiert aus "PHARYNGULA"]

Ich kann nicht sagen wie sehr mich die­se Hal­tung des Pap­stes schüt­telt - vor Abscheu! Und solch ein Apo­lo­get des Unfugs steht an der Spit­ze einer gro­ßen Welt­re­li­gi­on. Das soll­te nun end­gül­tig all Jenen zu den­ken geben die mit dem Gedan­ken spie­len aus der Kir­che aus­zu­tre­ten - sofort han­deln heißt da die Devi­se. Wer nicht will daß in sei­nem Namen der­glei­chen unlo­gi­sche Rechts-, Geschichts- und Wahr­heits­ver­fäl­schung ver­brei­tet wird muß sich von der Kir­che lösen ....

bookmark_borderDarf man das ...?

Bei "star­ke mei­nun­gen" war zu lesen:

.. Nach jah­re­lan­ger homo­pho­ber Agi­ta­ti­on und reak­tio­nä­rem Wir­ken gegen die Libe­ra­li­sie­rung der Gesell­schaft ist der barocke Mixa nun Gegen­stand von Vor­wür­fen des sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern .. die hier schwe­len­de Vor­ur­teils­la­ge wirft den Zöli­bat, Homo­se­xua­li­tät, Fla­gel­lan­ten­tum und Pädo­phi­lie in einen Topf .. Das Kon­glo­me­rat ist als Aus­weis der mora­li­schen Iden­ti­tät der Kir­chen­män­ner tra­gisch. Gleich­wohl ist es der Kle­rus selbst, der die­sen Sog erzeugt hat. Wenn hier der Leib­haf­ti­ge mit Schwe­fel­schwä­den (sic!) wirkt, wis­sen wir, wer ihn her­bei­ge­ru­fen hat: die Weih­rauch­schwen­ker .. "

Der Autor resü­miert schließ­lich am Ende des Beitrages:

.. Selbst den Geg­nern schul­det man Ach­tung. Selbst den Tätern, so sie bereu­en, schul­det man, nach der Süh­ne, das Recht auf Reha­bi­li­ta­ti­on .. Ist das nicht zu blau­äu­gig? Mit­leid mit Mixa? Respekt vor sau­fen­den Pro­te­stan­ten, pädo­phi­len Katho­li­ken, zyni­schen Atheisten .. "


[Quel­le des Zita­tes]

Dem könn­te ich grund­sätz­lich zustim­men, wären da nicht genau jene Mecha­nis­men am Werk, die schon seit Jahr­hun­der­ten der Unter­drückung von Wahr­heit gedient haben und die auch dem (säku­la­ren) Staat mehr und mehr als Mit­tel zur Unter­drückung unlieb­sa­mer Mei­nun­gen dient: Dro­hung mit Rechts­streit und damit ver­bun­den unab­wäg­ba­res finan­zi­el­les Risi­ko, Sank­tio­nen im Sin­ne des für­der­hin wirk­sa­men Aus­schlus­ses von öffent­li­chen Auf­trä­gen und der - wenig rechts­staat­li­che - Ruf der Ver­ant­wort­li­chen nach ZENSUR der - noch unab­hän­gi­gen - Verbreitungskanäle ....

Respekt "Ja".
Aber nur, wenn die "Gegen­sei­te" auch auf glei­chem rechts­staat­li­chen Fun­da­ment steht.

bookmark_borderDarf man eine Meerjungfrau essen?

Meer­jung­frau

 


 

 

 

 
Was zunächst absurd erscheint hat einen rea­len Hintergrund:
In der Aus­le­gung des Koran wird auf das The­ma ein­ge­gan­gen. Es gibt zwar kei­nen Beweis für die Exi­stenz von Meer­jung­frau­en, aber die Tat­sa­che, daß das The­ma dis­ku­tiert wird scheint für ihre Exi­stenz zu spre­chen ....
 

 [via Pha­ryn­gu­la]

 
 


Um jeder Dis­kus­si­on vor­zu­beu­gen: Ich hät­te genau­so­gut auch ein Bei­spiel aus einer ande­ren Reli­gi­on neh­men kön­nen - sie­he neben­ste­hen­des Beispiel!
Ant­wor­ten zu fik­ti­ven "Gestal­ten" sind eben eine 'Glau­bens­fra­ge' - wer an ENGEL glaubt wird natür­lich auch 'bedient' ....

bookmark_borderNachtrag 25.04.zu 18.01.2004: Bemerkungen über den Islam u. die christlichen Kirchen

Dem Ver­neh­men nach sind wir Deut­schen in drei reli­giö­se "Lager" auf­ge­teilt: 32% katho­li­sche, 34% evan­ge­li­sche (incl. Frei­kir­chen) und der Rest ande­re Mit­glie­der, davon ca. 5% Mus­li­me. Aber was heißt schon "Mit­glied" - laut Umfra­ge sind von den evan­ge­li­schen und katho­li­schen Gläu­bi­gen nur 30% aktiv, d.h. gehen regel­mä­ßig zu Got­tes­dien­sten, ein paar mehr bei den katho­li­schen Chri­sten aber doch wie­der so weni­ge, daß die Pro­zent­zahl kaum nen­nens­wert abweicht.

Es gibt, und das wird durch die rei­nen Pro­zent­zah­len nicht wider­ge­spie­gelt, ein Gefäl­le der Ver­tei­lung evan­ge­lisch - katho­lisch von Nord nach Süd. Ursa­che dafür ist der im "Augs­bur­ger Reli­gi­ons­frie­de" 1555 fest­ge­leg­te Grund­satz, der für nahe­zu 300 Für­sten­staa­ten galt: "cui­us regio, eius reli­gio" [frei etwa: Der jewei­li­ge Sou­ve­rän bestimmt die Reli­gi­on sei­ner Untertanen].

Die aktu­el­le Ver­tei­lung - nach der Ver­ei­ni­gung Ost-West - spie­gelt das jahr­zehn­te­lan­ge Bestre­ben der DDR-Regie­rung wider, Reli­gi­on abzu­schaf­fen: Ost= 29% Chri­sten, West= 68% Chri­sten, wobei hier noch kei­ne Aus­sa­ge zu den "tat­säch­li­chen" Ver­hält­nis­sen, also der "geleb­ten" Reli­gi­ons­aus­übung gemacht wird [s.o.].

Erstaun­lich ist aber, daß - obwohl im Osten nur schwach ver­tre­ten - die Kir­chen, und hier beson­ders die evan­ge­li­sche Kir­che, wesent­li­chen Anteil an der Ver­ei­ni­gung hatten.

Im Westen gab es eini­ge Austrittswellen:

•In den 60er Jah­ren vor­wie­gend poli­tisch motiviert,
•In '70-'71 wegen des "Kon­junk­tur­zu­schlags",
•In '73-'74 durch die "Sta­bi­li­täts­ab­ga­be" und schließlich
•seit 1991 wegen des "Soli­da­ri­täts­zu­schlags" zur Einkommensteuer.

Man sieht also, daß die Aus­tritts­wel­len im wesent­li­chen, von der 60er-Wel­le abge­se­hen, finan­zi­ell moti­viert waren, d.h. die Mit­glie­der lie­fen den Kir­chen weg, da sie durch den Aus­tritt bares Geld spa­ren konn­ten, das ihnen der Staat durch Auf­schlä­ge auf die sowie­so schon hohe Steu­er­be­la­stung zusätz­lich aus den Taschen gezo­gen hat.

Heu­te ist Sonn­tag, der tra­di­tio­nel­le Tag für den Kirch­gang. Und was tun die mei­sten Bun­des­bür­ger? Sie haben "frei", was etwa bedeu­tet, sie gehen sol­chen Beschäf­ti­gun­gen nach, die sie wäh­rend der Woche nicht wahr­neh­men kön­nen - und wer will es ihnen verdenken?

Aller­dings:
Sind Soli­da­ri­tät, Hil­fe für die Schwa­chen, Zusam­men­halt in Fami­lie und Nach­bar­schaft nicht mehr geüb­te Pra­xis, dann waren vie­ler­orts die Frei­wil­li­gen der Kir­chen noch der letz­te Anker - sie könn­ten sicher auch säku­lar tätig sein, denn es geht die­sen Men­schen doch zunächst um "das Hel­fen in Not".
Hier liegt - min­de­stens für eine Über­gangs­zeit - die Gefahr! Die Welt­ge­schich­te hat wie­der­holt gezeigt, daß sol­che "Kul­tu­ren" unter­ge­hen, in denen die vor­ge­nann­ten Wer­te ver­lo­ren wur­den.

Nach­trag vom 25.04.2004
Inzwi­schen hat sich eine wei­te­re Gefahr für die christ­lich domi­nier­ten Gesell­schaf­ten auf­ge­tan, mit der lan­ge Zeit nicht gerech­net wur­de. Die Ver­tre­ter des Islam - ob mili­tant oder gemä­ßigt - ver­tre­ten die The­se, "die Ungläu­bi­gen" sei­en mit Stumpf und Stil aus­zu­rot­ten - koste es was es wolle!
Stel­len­wei­se wur­de dar­auf schon hin­ge­wie­sen (Bei­spiel hier), jedoch eher zag­haft und ohne Kennt­nis­nah­me durch brei­te Bevölkerungsschichten.

So wie sich unse­re Gesell­schaft all­mäh­lich dar­auf ein­rich­ten muß, wegen der zuneh­men­den Zahl älte­rer Bun­des­bür­ger, Model­le für deren Ein­bin­dung in das gesell­schaft­li­che Leben, ins­be­son­de­re das Arbeits­le­ben, zu ent­wickeln, müs­sen sich die­se "christ­lich gepräg­ten" Gesell­schaf­ten auch dar­auf ein­rich­ten, dem Herr­schafts- und Allein­stel­lungs­an­spruch des Islam mit ver­nünf­ti­gen Lösungs­mo­del­len für ein "aus­ge­gli­che­nes" Neben­ein­an­der zu begeg­nen. Andern­falls droht uns im eige­nen Land in weni­gen Jah­ren genau das, was sich an soge­nann­ten "Brenn­punk­ten" in der Welt bereits abspielt: Kampf der - reli­gi­ös beding­ten - Welt­an­schau­un­gen solan­ge, bis eine Sei­te obsiegt und bei ihrem Sieg nur ver­brann­te Erde hin­ter­läßt .... sie­he Palä­sti­na, sie­he Irak, etc. Mei­ne For­de­rung dazu: Nur sol­che 'Anders­gläu­bi­ge' ein­bür­gern, die sich ver­pflich­ten das Grund­ge­setz über ihre Glau­bens­grund­sät­ze zu stellen.

Noch ist die Zahl der Kon­ver­tie­ren­den gering, etwa 2%. Da ist die Zahl derer, die an Natur­phä­no­me­ne oder Horo­sko­pe glau­ben gut 15-fach grö­ßer, das soll uns aber nicht in der - fal­schen - Sicher­heit wie­gen, daß, gera­de wegen der gerin­gen Zahl, die Gefahr, die dar­aus erwächst, gering zu schät­zen sei. Denn zugleich nimmt die Zahl der Ein­ge­bür­ger­ten isla­mi­schen Glau­bens Jahr um Jahr um etwa 1% zu, wobei heu­te eine Basis aus Nicht-Bür­gern und Ein­ge­bür­ger­ten von ins­ge­samt ca. 12%¹ der Bevöl­ke­rung bereits erreicht ist, in eini­gen geo­gra­phi­schen Regio­nen aber weit­aus mehr.

Aus die­sen Zah­len wer­den in den näch­sten Jah­ren Ansprü­che der Betrof­fe­nen resul­tie­ren, die auf eine sich ver­min­dern­de Zahl von christ­lich ori­en­tier­ten Men­schen ein­wir­ken wer­den, von denen zudem noch ein Anteil von ca. 30% an der "Insti­tu­ti­on Kir­che" kein Inter­es­se mehr hat, und davon ledig­lich ca. 9% noch zu Got­tes­dien­sten gehen.

So ergibt sich fol­gen­des Szenario:

  • Sin­ken­de Kennt­nis und sin­ken­des Inter­es­se an christ­lich bestimm­ten Lebens­mo­del­len bei gleichzeitig 
  • stei­gen­dem Inter­es­se an und straff orga­ni­sier­ten isla­mi­schen Lebensmodellen. 

Eine bri­san­te Mischung!

Dem zu bege­ge­nen ist kei­ne Zauberei:
Die abso­lu­te Tren­nung von Kir­che und Staat, längst über­fäl­lig, nun end­lich in die Tat umzu­set­zen. Die näch­ste Gele­gen­heit bie­tet sich bei Bun­des­tags­wah­len - näm­lich durch Wahl von Par­tei­en, die NICHT schon in ihrem Namen das Wort 'christ­lich' füh­ren und damit zu erken­nen geben was ihnen wich­ti­ger ist als das Wohl der Bürger.

------------------------

¹ Hier sind alle Men­schen mit aus­län­di­schen Wur­zeln sub­sum­miert - sowohl prak­ti­zie­ren­de wie nicht prak­ti­zie­ren­de Mus­li­me, sol­che, die aus mus­li­misch domi­nier­ten Gegen­den der Welt kom­men auch, unab­hän­gig von ihrer reli­giö­sen Ein­stel­lung. Das ist unter der Annah­me gerecht­fer­tigt, daß die sozio-kul­tu­rel­le Prä­gung aus dem Umfeld der unse­ren oft ent­ge­gen­ge­setzt ist (Bei­spiel → Gesell­schaft­li­che Rol­le der Frauen)

bookmark_border18.01.2004 (Nachtrag 25.04.) / Bemerkungen über die Kirchen

Dem Ver­neh­men nach sind wir Deut­schen in drei reli­giö­se "Lager" auf­ge­teilt: 32% katho­li­sche, 34% evan­ge­li­sche (incl. Frei­kir­chen) und der Rest ande­re Mit­glie­der, davon ca. 5% Mus­li­me. Aber was heißt schon "Mit­glied" - laut Umfra­ge sind von den evan­ge­li­schen und katho­li­schen Gläu­bi­gen nur 30% aktiv, d.h. gehen regel­mä­ßig zu Got­tes­dien­sten, ein paar mehr bei den katho­li­schen Chri­sten aber doch wie­der so weni­ge, daß die Pro­zent­zahl kaum nen­nens­wert abweicht.

Es gibt, und das wird durch die rei­nen Pro­zent­zah­len nicht wie­der­ge­spie­gelt, ein Gefäl­le der Ver­tei­lung evan­ge­lisch - katho­lisch von Nord nach Süd. Ursa­che dafür ist der im "Augs­bur­ger Reli­gi­ons­frie­de" 1555 fest­ge­leg­te Grund­satz, der für nahe­zu 300 Für­sten­staa­ten galt: "cui­us regio, eius reli­gio" [frei etwa: Der jewei­li­ge Sou­ve­rän bestimmt die Reli­gi­on sei­ner Untertanen].

Die aktu­el­le Ver­tei­lung - nach der Ver­ei­ni­gung Ost-West - spie­gelt das jahr­zehn­te­lan­ge Bestre­ben der DDR-Regie­rung wider, Reli­gi­on abzu­schaf­fen: Ost= 29% Chri­sten, West= 68% Chri­sten, wobei hier noch kei­ne Aus­sa­ge zu den "tat­säch­li­chen" Ver­hält­nis­sen, also der "geleb­ten" Reli­gi­ons­aus­übung gemacht wird [s.o.].

Erstaun­lich ist aber, daß - obwohl im Osten nur schwach ver­tre­ten - die Kir­chen, und hier beson­ders die evan­ge­li­sche Kir­che, wesent­li­chen Anteil an der Ver­ei­ni­gung hatten.

Im Westen gab es eini­ge Austrittswellen:

•In den 60er Jah­ren vor­wie­gend poli­tisch motiviert,
•In '70-'71 wegen des "Kon­junk­tur­zu­schlags",
•In '73-'74 durch die "Sta­bi­li­täts­ab­ga­be" und schließlich
•seit 1991 wegen des "Soli­da­ri­täts­zu­schlags" zur Einkommen-steuer.

Man sieht also, daß die Aus­tritts­wel­len im wesent­li­chen, von der 60er-Wel­le abge­se­hen, finan­zi­ell moti­viert waren, d.h. die Mit­glie­der lie­fen den Kir­chen weg, da sie durch den Aus­tritt bares Geld spa­ren konn­ten, das ihnen der Staat durch Auf­schlä­ge auf die sowie­so schon hohe Steu­er­be­la­stung zusätz­lich aus den Taschen gezo­gen hat.

Heu­te ist Sonn­tag, der tra­di­tio­nel­le Tag für den Kirch­gang. Und was tun die mei­sten Bun­des­bür­ger? Sie haben "frei", was etwa bedeu­tet, sie gehen sol­chen Beschäf­ti­gun­gen nach, die sie wäh­rend der Woche nicht wahr­neh­men kön­nen - und wer will es ihnen verdenken?

Nach­trag vom 25.04.2004
Inzwi­schen hat sich eine wei­te­re Gefahr für die christ­lich domi­nier­ten Gesell­schaf­ten auf­ge­tan, mit der lan­ge Zeit nicht gerech­net wur­de. Die Ver­tre­ter des Islam - ob mili­tant oder gemä­ßigt - ver­tre­ten die The­se, "die Ungläu­bi­gen" sei­en mit Stumpf und Stil aus­zu­rot­ten - koste es was es wolle!
Stel­len­wei­se wur­de dar­auf schon hin­ge­wie­sen (Bei­spiel hier), jedoch eher zag­haft und ohne Kennt­nis­nah­me durch brei­te Bevölkerungsschichten.

So wie sich unse­re Gesell­schaft all­mäh­lich dar­auf ein­rich­ten muß, wegen der zuneh­men­den Zahl älte­rer Bun­des­bür­ger, Model­le für deren Ein­bin­dung in das gesell­schaft­li­che Leben, ins­be­son­de­re das Arbeits­le­ben, zu ent­wickeln, müs­sen sich die­se "christ­li­chen" Gesell­schaf­ten auch dar­auf ein­rich­ten, dem Herr­schafts- und Allein­stel­lungs­an­spruch des Islam mit ver­nünf­ti­gen Lösungs­mo­del­len für ein "aus­ge­gli­che­nes" Neben­ein­an­der zu begeg­nen. Andern­falls droht uns im eige­nen Land in weni­gen Jah­ren genau das, was sich an soge­nann­ten "Brenn­punk­ten" in der Welt bereits abspielt: Kampf der - reli­gi­ös beding­ten - Welt­an­schau­un­gen solan­ge, bis eine Sei­te obsiegt und bei ihrem Sieg nur ver­brann­te Erde hin­ter­läßt .... sie­he Palä­sti­na, sie­he Irak, etc.

Noch ist die Zahl der kon­ver­tie­ren­den gering, etwa 2%, da ist die Zahl derer, die an Natu­phä­no­me­ne oder Horo­sko­pe glau­ben gut 15fach grö­ßer, das soll uns aber nicht in der - fal­schen - Sicher­heit wie­gen, daß, gera­de wegen der gerin­gen Zahl, die Gefahr, die dar­aus erwächst, gering zu schät­zen sei. Denn zugleich nimmt die Zahl der Ein­ge­bür­ger­ten isla­mi­schen Glau­bens Jahr um Jahr um etwa 1% zu, wobei heu­te eine Basis aus Nicht-Bür­gern und Ein­ge­bür­ger­ten von ins­ge­samt ca. 12% der Bevöl­ke­rung bereits erreicht ist, in eini­gen geo­gra­phi­schen Regio­nen aber weit­aus mehr.

Aus die­sen Zah­len wer­den in den näch­sten Jah­ren Ansprü­che der Betrof­fe­nen resul­tie­ren, die auf eine sich ver­min­dern­de Zahl von christ­lich ori­en­tier­ten Men­schen ein­wir­ken wer­den, von denen zudem noch ein Anteil von ca. 30% an der "Insti­tu­ti­on Kir­che" Inter­es­se hat.

So ergibt sich fol­gen­des Szenario:

  • Sin­ken­de Kennt­nis und sin­ken­des Inter­es­se an christ­lich bestimm­ten Lebens­mo­del­len bei gleichzeitig 
  • stei­gen­dem Inter­es­se an und straff orga­ni­sier­ten isla­mi­schen Lebensmodellen. 

Eine bri­san­te Mischung!