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bookmark_borderNun liebe Kinder: Gebt fein acht ...!
  Aus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":

Vor Jah­ren hat­te ich - wäh­rend mei­ner selb­stän­di­gen Tätig­keit - häu­fig Ange­bo­te von Fir­men mich in die­ser oder jener Art an ihren Geschäf­ten zu betei­li­gen. Man­che die­ser Tätig­kei­ten waren kuri­os, man­che schwie­rig, an eini­gen konn­te man nur scheitern.

Drei "Geschäfts­mo­del­le" sind so gear­tet, dass man sie ein­mal vor­stel­len sollte.

1. "Der Jahr­markt­schrei­er" (JMS) - das Pro­dukt ist völ­lig unwich­tig, es geht um die Psy­cho­lo­gie von Grup­pen bis Mas­sen - die zu ver­sam­meln ist näm­lich eine hohe Kunst! Spa­ßes­hal­ber habe ich an einer Schu­lung teil­ge­nom­men und mir die Metho­den ange­se­hen - immer auch unter dem Blick­win­kel, ob ich sie für mein eige­nes Geschäfts­mo­dell gebrau­chen könnte.
Ich ver­ra­te ihnen die wich­tig­sten Punk­te - und wenn Sie wie­der ein­mal einen sol­chen Markt­schrei­er (oder eine Schreie­rin, die sind meist mit mehr Publi­kum geseg­net) irgend­wo arbei­ten sehen, dann gehen Sie hin und schau­en, ob es immer noch die glei­che Metho­de ist. Aber Vor­sicht! Sie könn­ten über­re­det wer­den etwas zu kaufen!

Zunächst spricht der JMS ein­zel­ne Per­so­nen an die so aus­se­hen, als ob sie Zeit haben und sich etwas anhö­ren wür­den, die zieht er in ein Gespräch, das er dann etwas lau­ter führt und dabei bewegt er sich auf ande­re Vor­bei­kom­men­de zu und stellt sich so in ihren Weg, dass sie aus Höf­lich­keit erst mal ste­hen blei­ben und zuhören ...
Das ist der Beginn einer "Trau­be" (Ansamm­lung von meh­re­ren Per­so­nen, wovon eini­ge näher, ande­re wei­ter ent­fernt ste­hen, den­ken Sie an die Form einer Wein­trau­be), die muss sich bil­den, damit er nun gezielt sei­ne Pro­duk­te anprei­sen kann. 

Das Cre­do lau­tet "Die Trau­be hal­ten!" - des­we­gen redet der JMS unun­ter­bro­chen. Der Text ist sei­ten­lang und aus­wen­dig zu ler­nen, dann erst ohne Beto­nung auf­zu­sa­gen, spä­ter wer­den Nuan­cen her­vor­ge­ho­ben und ver­stärkt, das sind die Kauf­im­pul­se für jene Zuhö­ren­de, die schon Bereit­schaft dazu signalisieren. 

Manch­mal arbei­tet man da mit Lock­vö­geln, die ent­we­der nur bestä­ti­gen wie gut bei ihnen das Pro­dukt zu gebrau­chen ist, oder die gleich meh­re­re Pro­duk­te kau­fen und dazu Bemer­kun­gen in die Men­ge streu­en - das Bei­spiel soll die Hem­mung neh­men sich vor meh­re­ren Men­schen an den JMS zu wenden.

Ein *har­tes Brot*, das steht fest. Ich wün­sche Ihnen, dass Sie nie in die Situa­ti­on kom­men eine sol­che Tätig­keit aus­üben zu müs­sen. Die­se Men­schen, die das machen, haben mei­ne Hoch­ach­tung. Denn es ist Kno­chen­ar­beit die bela­stet und nur wenig Geld bringt.

2. "Jah­res-Über­sichts-Kalen­der und/oder Stadt­kar­ten mit Wer­be­auf­druck" loka­ler Unter­neh­men zur kosten­lo­sen Verteilung.

Die­ses Modell hat zwei Grund­vor­aus­set­zun­gen: Erstens muss eine Gemein­de dem Vor­ha­ben zustim­men, das ist eine Fra­ge der ver­steck­ten Ver­gü­tung für die Ver­ant­wort­li­chen, zwei­tens muss ein Raum zur Ver­fü­gung sein, der über einen Tele­fon­an­schluss ver­fügt, einen Gemein­de­an­schluss, wohlgemerkt!
Über die­ses Tele­fon wer­den Geschäfts­leu­te in dem Ort ange­ru­fen und man gibt sich nicht als Fremd­mit­ar­bei­ter zu erken­nen, son­dern agiert gesprächs­tech­nisch so, als ob man im Auf­trag der Gemein­de han­delt. Des­we­gen die Gemeindetelefonnummer.
Dann wer­den Listen von Gewer­be­trei­ben­den tele­fo­nisch abge­ar­bei­tet, Name für Name, Geschäft für Geschäft. Bei *wil­li­gen Inhaber:innen* wird ver­sucht die Anzei­gen­grö­ße zu stei­gern, denn am Anfang geht es immer nur um eine Mini-Anzei­ge die wenig kostet damit das Gespräch wei­ter­geht und nicht gleich eine Blocka­de wegen der Kosten zu haben ....
Dann kom­men wei­te­re Zusatz­lei­stun­gen: Far­be, Grö­ße, Plat­zie­rung, Fly­er, Akti­ons­ma­te­ri­al etc. .... also eine Palet­te von Din­gen die sich aus einer Anzei­ge auf dem Stadt­plan­rand her­lei­ten lassen.

Die­se Arbeit ist nur mit hoher Kon­zen­tra­ti­on durch­zu­hal­ten - denn erst wenn aus der Liste eine Min­dest­zahl von *Kun­den* gewon­nen ist kann der Druck gewähr­lei­stet wer­den - wird nicht gedruckt sind alle Mühen des Tele­fon­ver­käu­fers nich­tig, er bekommt nicht einen Cent! Sie wer­den es schon ahnen: Die­se Men­schen bewun­de­re ich sehr, seit ich das in einer klei­nen Stadt am Rand zwi­schen NRW und Nie­der­sach­sen selbst ein­mal gemacht habe. Zwar habe ich etwas dabei ver­dient, aber das 'rich­ti­ge' Geld hat der Orga­ni­sa­tor eingestrichen.

3. Demo­kof­fer "Räu­cher­the­ra­pie mit fern­öst­li­chen Räucherpyramiden"

Das war eine Neu­heit für Heil­prak­ti­ker - ich bin nicht sicher, ob es das Pro­dukt heu­te noch gibt.

Die Idee war, eine asia­ti­sche Atmo­sphä­re durch ent­spre­chen­de Acces­soires her­zu­stel­len - von "FengS­hui" sprach damals noch nie­mand. Dann auf den Pati­en­ten die­se Räu­cher­ke­gel - ange­zün­det! - an ver­schie­de­nen Kör­per­stel­len zu plat­zie­ren. Es gab ver­schie­de­ne Räu­cher­ge­rü­che aus ver­schie­den gefärb­ten Kegeln & Substanzen .... 

Sie wer­den schon ver­mu­ten wie das wei­ter ging: Die *Chak­ren* gaben die Far­be des Räu­cher­ma­te­ri­als vor, die Men­ge wur­de von der (abge­frag­ten) Inten­si­tät der Beschwer­den nach Aus­sa­ge des Pati­en­ten her­ge­lei­tet. Der gesam­te Kof­fer koste­te (zu DM Zei­ten) einen knap­pen Tau­sen­der. Na gut, es warem ja Über­sich­ten und Poster mit dabei, alles mit 'asia­ti­schem Touch', Bam­bus, Lotos etc., sowas kostet ....

Hier kann ich es kurz machen:
Ich woll­te nicht mit völ­lig unbe­klei­de­ten Men­schen allei­ne in einem Raum arbei­ten. Das hät­te zwar (manch­mal irgend­wie) 'reiz­voll' sein kön­nen, aber auch gefähr­lich. In vie­ler­lei Hin­sicht. Außer­dem war mir der initia­le Ein­satz den Spaß nicht wert - weil ich sicher war, dass es kei­ne Wir­kung geben konn­te. Die Inhalts­stof­fe, die da ver­brannt wur­den sei­en *Geheim­for­mel* irgend­ei­nes Gurus, sowas ist schon immer sehr verdächtig!

Nun hof­fe ich Sie haben das nicht schon alles gekannt, obwohl es mitt­ler­wei­le schon Jahr­zehn­te her ist. Die soge­nann­ten "Dau­er­wer­be­sen­dun­gen" im Fern­se­hen sind eine Vari­an­te der JMS - obwohl die Mode­ra­to­ren, die es machen, es bestimmt nicht ger­ne hören.
Wenn Sie die­se Ver­kaufs­va­ri­an­ten doch kann­ten bleibt mir nur Ihnen wenig­stens ein schö­nes Wochen­en­de zu wün­schen. Mor­gen gibt es kei­nen Bei­trag - ich bin wie­der ein­mal grö­ße­re Strecken im Lan­de unterwegs ....

bookmark_borderWas mich vom Hocker reißt ....

Was mich vom Hocker reißt und mich dazu treibt immer wie­der neue Mög­lich­kei­ten zu suchen WIE ich der Ver­nunft, dem rich­ti­gen Abwä­gen zwi­schen "glau­ben" und "wis­sen" auf die Sprün­ge hel­fen kann - indem ich blog­ge, bei­na­he täg­lich, und erfreu­li­cher­wei­se mit stei­gen­der Leserzahl. 

Drei gro­ße The­men­krei­se sind dabei zu identifizieren:

1. Wie halt­lo­se Schluss­fol­ge­run­gen aus weni­gen Ergeb­nis­sen, aus per­sön­li­chen Beob­ach­tun­gen, oder vom Hören­sa­gen als Pseu­do­wis­sen und Pseu­do­er­geb­nis­se erkannt wer­den kön­nen. Zugrun­de liegt der bestän­di­ge Kampf zwi­schen Koin­zi­denz (und Kor­re­la­ti­on) bzw. Kau­sa­li­tät zu unter­schei­den, was Nicht-Natur­wis­sen­schaft­lern und Lai­en beson­ders schwer fällt, wo sie doch eher mit dem Bauch als mit dem Kopf entscheiden.

Ein beson­ders kras­ses Bei­spiel für unwis­sen­schaft­li­ches Geschwur­bel ohne ver­tief­te Kennt­nis­se der Medi­zin habe ich → dort näher beleuchtet.

2. War­um 'popu­la­ri­sier­te' For­schungs­er­geb­nis­se in den ein­schlä­gi­gen 'bun­ten Blät­tern' kei­nen Wert haben - und war­um Ergeb­nis­se der For­schung nicht mehr dis­ku­tiert wer­den kön­nen. 'Mei­nung' zu einem For­schungs­er­geb­nis ist nicht 'Wider­le­gung' die­ses Ergeb­nis­ses, son­dern törich­te Selbstüberschätzung.

For­schungs­er­geb­nis­se sind kei­ne Diskussionsgrundlage
- sie sind zu akzep­tie­ren­de Fakten!

3. Ver­spre­chen und Beteue­run­gen etwas sei so oder so - und nie anders - ste­hen immer auf töner­nen Füßen. Trotz­dem wer­den sie als 'Wahr­heit' ange­prie­sen und ver­brei­tet. Wer zu wenig Hin­ter­grund­wis­sen hat fällt dar­auf her­ein, geht den Schar­la­ta­nen und Hokus­po­kus­künst­lern auf den Leim. Das trifft für vie­le Lebens­be­rei­che zu, und ich erklä­re und erör­te­re das meist für Nah­rung und Gesund­heit, für Natur­wis­sen­schaf­ten und für poli­ti­sche Strö­mun­gen und Gescheh­nis­se hier und in der Welt.

Mein jet­zi­ges Blog "RELA­tief" ist das vier­te Blog unter die­sem Namen. Ange­fan­gen habe ich 2003 bei einer Platt­form die sich bald als *tee­nie-lastig* her­aus­stell­te. Nur Kid­dies am Start, Kat­zen, Ham­ster, Liebeskummer ....
das war zu viel des Guten. Des­we­gen fand ich im April 2004 eine bes­se­re Mög­lich­keit zum Schrei­ben bei "two­day". Das zwei­te Blog RELA­tief (I). Wegen der Beschrän­kun­gen hin­sicht­lich der Daten­men­ge dann eine Erwei­te­rung zu RELA­tief (II). Als es abzu­se­hen war, dass "two­day" nicht wei­ter gepflegt und erneu­ert wer­den wür­de schließ­lich das jet­zi­ge Blog unter wordpress. 

Was ich sehr scha­de fin­de ist fol­gen­de Beobachtung:

Vie­le Blog­gen­de haben eine min­de­stens in Grund­zü­gen über­ein­stim­men­de Hal­tung zu Poli­tik und Gesell­schaft. Die­se Sicht ent­spricht nicht der, die in den gro­ßen Medi­en wie Fern­se­hen, Rund­funk und den bekann­ten Zei­tun­gen der Repu­blik ver­tre­ten werden. 

Ich bedaue­re sehr die man­geln­de Koor­di­na­ti­on und Abstim­mung zwi­schen den Bloggenden:


Hier wäre eine Mög­lich­keit die soge­nann­te "Gegen­öf­fent­lich­keit" her­zu­stel­len. Durch gemein­sa­me, abge­stimm­te Blog­ar­ti­kel die gleich­zei­tig in ALLEN Blogs erschei­nen. Den­ken Sie, lie­be Mit­blog­gen­de, ein­mal dar­über nach ob Ihnen das gefal­len könn­te - eine Mög­lich­keit sich abzu­stim­men stellt die Platt­form blogs50plus dar.
 

Wei­te­re Arti­kel rund um das Bloggen
06/2005 Vom Geist des Blog­gens ...
12/2008 Bekennt­nis ....
07/2009 War­um blog­gen Blog­ger?
01/2011 Wir sind schon ein ver­rück­tes Völk­chen, ....
02/2011 Ein wenig "Küchen­psy­cho­lo­gie" ....
02/2014 Zehn Jah­re ....
04/2018 Der Zusam­men­hang zwi­schen Den­ken, Lesen und dem Ver­ständ­nis der Welt

Die­ser Arti­kel ist ein Bei­trag zu
"Drei Jah­re Blogs50plus! Blog­pa­ra­de: Was moti­viert euch?"

bookmark_borderManchmal muss es eben etwas Besonderes sein ....

"Car­pac­cio vom Frank­fur­ter Ripp­chen mit gro­ber Senf­sauce und war­mem Endi­vi­en­sa­lat mit Kar­tof­feldres­sing"
*update* [18.02.2024; 21:15h; Der Link ist nicht mehr gül­tig, dort → https://www.re-actio.com/wordpress/wp-content/uploads/Rippchen-Carpaccio.png fin­den Sie eine Abbil­dung des vor­ma­li­gen Tex­tes; wie stets ist es eine Fra­ge der Beschrei­bung - Ripp­chen bleibt doch stets Rippchen!]

Manch­mal muss es eben etwas Beson­de­res sein - und wenn es nur der Name ist, wobei die Grund­zu­ta­ten so blei­ben wie sie seit Jahr­hun­der­ten in volks­tüm­li­cher Haus­manns­kost zu fin­den sind:
Ripp­chen, Kraut, Kar­tof­feln, Senf

War­um also ver­an­stal­tet man die­ses Theater?
Weil ein
"Ripp­chen mit Kraut und Salz­kar­tof­feln" für ca. 7,50 € ange­bo­ten wird, dem­ge­gen­über natür­lich das
"Car­pac­cio vom Frank­fur­ter Ripp­chen mit gro­ber Senf­sauce und war­mem Endi­vi­en­sa­lat mit Kar­tof­feldres­sing" für den dop­pel­ten Preis ser­viert wird.

Ver­ste­hen Sie nun, lie­be Lesen­de, was es mit der Gour­met-Küche auf sich hat?

So ist das eben. Mei­ne Mut­ter (Gott hab' sie selig!) pfleg­te zu sagen "Das Kind muss nur einen Namen haben!" und mein­te damit die Auf­wer­tung bana­ler Küche durch geschraub­te, ver­frem­de­te und über­setz­te Namen. So hie­ßen bei uns die Kar­tof­fel­puf­fer "Kar­til­las" und die Eier­pfann­ku­chen "Tor­til­las à la Mama" - na, da bekommt man doch gleich einen wäss­ri­gen Mund! 

Mit jed­we­der Sor­te von Nudeln hat­te sie eine beson­de­re Bezie­hung: Die gab es min­de­stens drei-, öfter vier­mal pro Woche - weil sie sie gern aß. Der Rest der Fami­lie hat bis heu­te ein gestör­tes Ver­hält­nis zu Nudeln. Kein Wunder. 

bookmark_borderWas Döner und Alter miteinander verbindet
Aus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":

In der Frem­de greift man öfter nach bereits fer­ti­ger Nah­rung anstatt etwas selbst zu berei­ten. Zwar woh­nen wir in einer nur vor­über­ge­hend unbe­wohn­ten Woh­nung, doch ohne die Absicht selbst zu kochen. Das wäre eine Sache, die man dann macht, wenn man län­ger bleibt und nicht nur Lebens­mit­tel, son­dern auch die son­sti­gen Zuta­ten in aus­rei­chen­der Men­ge kau­fen will - da ist es oft (und in die­sem Fall sicher) bes­ser, 'aus­wärts' etwas zu essen zu kaufen.

So lan­de­te ich heu­te Abend in Garb­sen / Auf der Horst in einem Döner Shop gleich um die Ecke ....

Es ent­spann sich fol­gen­der Dia­log mit einem der drei Mit­ar­bei­ter - die sich mit­ein­an­der bereits bei mei­nem Ein­tritt, mit Sei­ten­blicken auf mich, leb­haft unter­hal­ten hat­ten wäh­rend ich noch die Leucht­ta­fel mit dem Ange­bot studierte:
"Was möch­ten Sie denn bestellen?"

Ich:
"Zwei Döner­ta­schen bit­te, ein­mal mit schar­fer, ein­mal mit mil­der Soße und in den Döner mit der schar­fen Soße bit­te die gemisch­ten Sala­te, in den ande­ren nur Weiß­kraut, Zwie­beln und Zazi­ki. Und eine klei­ne Pom­mes, bitte."

Der Döner­koch:
"OK, wird zube­rei­tet ...." sprach mit sei­nen zwei Mit­ar­bei­tern in einer mir unbe­kann­ten Spra­che, ver­mut­lich tür­kisch, und dann wie­der zu mir gewandt " sagen Sie mal' wie alt sind Sie?"

Ich:
"Ach, war­um wol­len Sie das denn wis­sen? Geht hier der Preis für den Döner nach Lebens­al­ter - je älter desto preiswerter?"

Mitt­ler­wei­le war ein wei­te­rer Kun­de her­ein­ge­kom­men, der den letz­ten Teil der Dis­kus­si­on noch gehört hat­te - und als er von einem der Mit­ar­bei­ter gefragt wur­de was er denn haben woll­te hat­te er sich für einen Döner mit Hüh­ner­fleisch entschieden.

Mich frag­te der Chef zwischendrin:
"Wol­len Sie Huhn oder Lamm?"

Ich ant­wor­tet:
"Lamm, aber Sie haben mei­ne Fra­ge noch nicht beant­wor­tet: Geht der Preis für das Essen nach Lebensalter?"

Chef:
"Nein, aber sagen Sie mir trotz­dem wie alt Sie sind?"

Ich las­se ihn wissen:
"Ich bin 75"

Dar­auf­hin wirft der ande­re Kun­de ein:
"Ich auch - und ich bekom­me doch den glei­chen Preis wie die­ser Herr [zeigt auf mich]?"

Alle drei Döner­män­ner lachen und der Chef sagt:
"Natür­lich, alle die 75 sind bekom­men den glei­chen Preis - der steht da oben [zeigt auf die Leuchttafel]."

Mitt­ler­wei­le ist die Bestel­lung für den ande­ren Kun­den fer­tig. Er woll­te Huhn. Das war schon in aus­rei­chen­der Men­ge am Rota­ti­ons­spieß gebra­ten. Er bezahlt fünf Euro für sei­nen Döner und geht.

Der Chef fragt mich:
"Haben Sie als Sie jung waren viel Sport getrieben?"

Ich erwi­de­re:
"Ja, bis Mit­te Drei­ßig bin ich mitt­le­re und lan­ge Strecken gelau­fen, alles zwi­schen 1.500 m und Halb­ma­ra­thon, und dafür habe ich trainiert."

Der Chef [zu sei­nen Mit­ar­bei­tern gewandt, spricht wie­der eine mir unver­ständ­li­che Spra­che und] sagt dann - wäh­rend die ande­ren noch dis­ku­tie­ren - auf Deutsch zu mir:
"Das dach­ten wir schon, wir haben gewet­tet wie alt Sie sind. Ich lag mit 70 am näch­sten an ihrem Alter. Die ande­ren haben Sie jün­ger geschätzt. Und wir alle Drei den­ken, der Mann, der gera­de ging war min­de­stens 80. Er hat nicht die Wahr­heit gesagt."

Ich ant­wor­te:
"Na pri­ma! Und was muss ich nun bezahlen?"

Der Mit­ar­bei­ter neben der Kas­se schaut den Chef an [und sagt etwas - wie­der - in mir unver­ständ­li­cher Spra­che, der ant­wor­tet ihm dar­auf] wor­auf­hin der Kas­sen­mann zu mir sagt:
"Macht zusam­men zehn Euro!"

Ich zah­le, bedan­ke mich und den­ke im Gehen
'Die Pom­mes waren auf das Haus!'

bookmark_borderEine Ewigkeit ....

In der schö­nen neu­en Inter­net­welt gibt es 'tops' und 'flops'. Sei­ten die kom­men - und über Jah­re bestehen, Sei­ten, die für kur­ze Zeit viel Inter­es­se auf sich zie­hen und rasch wie­der verschwinden.

Auf eine der lang­le­big­sten Sei­ten die ich ken­ne möch­te ich Sie auf­merk­sam machen:


Abbil­dung: I didn’t know you thought that way.

Man­che der täg­lich erschei­nen­den Dar­stel­lun­gen sind erst auf den zwei­ten oder gar drit­ten Blick ver­ständ­lich, manch­mal muss man noch­mal wie­der hin­ge­hen um sie sich anzu­schau­en und einen Sinn zu erkennen. 

Jeden­falls ist es immer einen Blick dort­hin wert, denn wer sich so lan­ge 'hält' ver­steht es der Leser­schaft etwas zu bie­ten. Etwas, das weit über eine täg­li­che Rou­ti­ne hin­aus geht. Es ist auch nicht 'Kult', son­dern soli­des Hand­werk, gepaart mit ana­ly­ti­scher Kom­pe­tenz - dabei schlicht in der Form und wit­zig von den Ideen her.

Vor eini­ger Zeit hat­te ich geplant einen Arti­kel zu schrei­ben der den Titel haben soll­te "face­book ver­bie­ten, sofort!" und die Links zu den vie­len Ver­feh­lun­gen die­ser Platt­form sind schon gesam­melt - dann kommt Jes­si­ca Hagy und malt ein Bild­chen wie das oben gezeig­te und ich stamp­fe das, was ich schon geschrie­ben hat­te ein. Weil ihre Dar­stel­lung so viel bes­ser auf­zeigt was der Man­gel bei die­sem ('face­book' und ande­ren) so genann­ten "Sozia­len Medi­en" ist:
Sie sam­meln Men­schen, die sich nicht län­ger kon­zen­trie­ren kön­nen als ein paar kur­ze Minu­ten, die kei­ne zwei ver­schie­de­nen Gedan­ken mit­ein­an­der sinn­voll ver­knüpft dar­stel­len kön­nen und die nicht in der Lage sind ihre unend­li­chen Schwä­chen rich­tig ein­zu­schät­zen. Aus­nah­men wie immer, es gibt natür­lich auch dort Inhal­te mit Wert - das gro­ße 'Rau­schen' machen aller­dings eher die dümm­li­chen All­ge­mein­plät­ze, Lügen und Ver­schwö­rungs­theo­rien aus.

Nun ist es doch schon fast ein "face­book ver­bie­ten" Arti­kel gewor­den - aber Sie wer­den mir nicht böse sein, weil Sie ja nun Jes­si­ca Hagy's Sei­te ken­nen. Das ent­schä­digt irgend­wie. Hof­fe ich.


Sie­he auch: Mei­nungs­ma­ni­pu­la­ti­on ohne Absicht ...?

bookmark_borderSchwund
  Aus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":

Hat­ten Sie in letz­ter Zeit ein­mal die Not­wen­dig­keit einen Brief zu versenden?
Ich mei­ne einen 'rich­ti­gen' Brief, so aus Papier und mit einem Umschlag, mit einer Lasche oben oder an der Sei­te, mit dem man den Umschlag zumacht, damit der fein säu­ber­lich auf A4-Sei­ten­drit­tel gefal­te­te Brief nicht aus dem Kuvert her­aus­fällt .... da stau­ne ich, denn ich habe im gan­zen ver­gan­ge­nen Jahr nicht einen ein­zi­gen Brief versandt.

Mei­stens bekommt man nur selbst noch Brie­fe. Mit Rech­nun­gen oder Quit­tun­gen, mit Bögen, die zu unter­schrei­ben sind oder schlicht­weg Brie­fe auf denen ganz unten steht "Die­ses Schrei­ben ist ohne Unter­schrift und Stem­pel gül­tig" - sagt WER? Ist sowas über­haupt zuläs­sig, so ein­sei­tig? Rechts­ge­schäf­te müs­sen doch angeb­lich von bei­den Ver­trags­part­nern unter­zeich­net wer­den damit sie gül­tig sind. Hat sich das zwi­schen­zeit­lich geän­dert? Und war­um hat mir nie­mand etwas dazu geschrie­ben mit der obi­gen Zei­le anstatt einer Unterschrift?

Sie wer­den sich fra­gen "Wie kommt der nun aus­ge­rech­net dar­auf DAZU etwas zu schrei­ben?" das ist schnell geklärt - oder sagen wir bes­ser: Wahr­schein­lich und ohne Umschwei­fe wäre es schnell zu erklä­ren gewe­sen. So hat es eben bis hier­her schon ein wenig gedau­ert und wird noch ein biss­chen mehr wer­den bis ich zum Punkt gekom­men bin. Aber es ist ja Sonn­tag und Sie haben Zeit und Muße auch ein­mal län­ge­re Arti­kel zu lesen.

Der Aus­gangs­punkt war ein nach­ge­sen­de­ter Brief. Der war zunächst an die alte Adres­se gegan­gen. Dann hat man ihn mit ein wenig Ver­zö­ge­rung an die neue Adres­se geschickt. Offen­bar hat­ten die Post­ler am neu­en Wohn­ort ihre Kör­be, Taschen und Con­tai­ner schon voll, wes­we­gen der Brief unge­fähr eine Woche lie­gen geblie­ben war. Er kam genau heu­te, am 11.01.2020 an, abge­sandt wor­den war er am 30.12.2019.

Im Brief war ein Brief­bo­gen von pap­p­ar­ti­ger Kon­si­stenz, aus dem konn­te, nein, SOLLTE man nach Anwei­sung des Brie­fes, eine Post­kar­te her­aus­tren­nen und an eine mir bis dahin völ­lig unbe­kann­te Orga­ni­sa­ti­on - irgend­was mit Ener­gie - sen­den. Zuvor jedoch muss­te der End­stand des Strom­zäh­lers auf die­ser Kar­te ver­merkt wer­den .... und bit­te bis zum 11.01.2020 zurück an den Absen­der gesandt werden.

Aus der Vor­ge­schich­te geht her­vor, dass es von Ein­gang bis zum Ver­sand­schluss "0" Tage waren. 

So schrieb ich denn mit zit­tern­der Hand den Zäh­ler­stand '..bit­te notie­ren Sie den Zäh­ler­stand ohne die Zah­len nach dem Kom­ma..' und irgend­wo wei­ter oben stand 'bit­te schrei­ben Sie die Zah­len in die vor­ge­ge­be­nen Käst­chen, sie wer­den auto­ma­ti­siert gele­sen..' genau mit­tig in die Käst­chen .... und prompt ging das an man­chen Stel­len dane­ben, denn man weiß ja:
Je mehr man sich an sol­cher Stel­le bemüht, desto wahr­schein­li­cher ist es, dane­ben zu schrei­ben oder sich gar zu ver­schrei­ben .... und wo war noch mal ein Radier­gum­mi ver­packt? Büro­ki­ste, wegen man­geln­der Dring­lich­keit noch nicht aus­ge­packt - also drü­ber geschrie­ben in der Hoff­nung, der 'auto­ma­ti­sier­te Leser' wer­de damit schon irgend­wie zurecht kommen.

Weil kei­ne Brief­mar­ke zur Hand war durf­te die­se Post­kar­te ohne Por­to ein­ge­wor­fen wer­den. Ein paar Regen­trop­fen lie­ßen das Schrift­bild ein wenig blass und schwach wer­den. Die moder­ne Tech­nik wird das bestimmt irgend­wie aus­glei­chen und trotz­dem rich­tig lesen.

Das eigent­li­che Pro­blem von dem ich - kurz! - berich­ten woll­te kommt jetzt:

Fin­den Sie 'mal einen Briefkasten!

Wohin ich auch schau­te - kein Brief­ka­sten mehr zu sehen. Alle aus­ge­büchst, wie die Bau­markt­ver­käu­fer, die drin­gen­de Erle­di­gun­gen haben wenn sie mer­ken, dass sich ein Kun­de mit einem Anlie­gen nähert. Nach Fahrt durch drei Nach­bar­or­te fand ich einen Brief­ka­sten der sich noch nicht recht­zei­tig aus dem Staub gemacht hat­te - hin­ein mit der Post­kar­te: Lee­rung laut Auf­schrift am 13.01.2020 um 10:00h.


Viel­leicht soll­te ich noch einen Ent­schul­di­gungs­brief hin­ter­her schicken:
"Bit­te ent­schul­di­gen Sie die Ver­spä­tung der Post­kar­te, aber alle mit der Nach­sen­dung befass­ten posteige­nen Lie­gen­schaf­ten waren wegen Fei­er­ta­gen geschlos­sen und die Bedien­ste­ten waren gera­de in Kun­den­ge­sprä­chen und konn­ten sich des­we­gen erst ver­spä­tet um ihren Brief mit dem letz­ten Ein­sen­de­da­tum küm­mern. Wenn sie es gewusst hät­ten, wären sie sicher höchst bemüht gewe­sen eine Fri­st­über­schrei­tung zu vermeiden."

 

bookmark_borderinformation overload, oder: Zuviel des Guten ...!

Es gibt Infor­ma­tio­nen die ich gern SOFORT haben will.
Und es gibt Infor­ma­tio­nen die ich nicht brau­che - da reicht es, wenn ich irgend­wann das Ergeb­nis zur Kennt­nis neh­men kann - ohne jeg­li­che Zwischenschritte.

Ach, wovon ist eigent­lich hier die Rede?
Was soll das?
Um was geht es denn?

Ich habe eine Bestel­lung aufgegeben.
Eine aus recy­cel­tem Rei­fen- und son­sti­gem Gum­mi gefer­tig­te Dämmplatte.
Die wird unter die Wasch­ma­schi­ne gelegt und ver­hin­dert, dass sich die Schwin­gun­gen beim Schleu­dern direkt auf den Fuß­bo­den über­tra­gen und so im gan­zen Haus zu hören sind. Das stimmt natür­lich auch wie­der nur bedingt, aber es fin­det schon eine Dämp­fung statt.
Weil ich damit gute Erfah­run­gen gemacht habe nun also eine Neubestellung.
Die wur­de nötig, weil die­se Mat­ten die Ten­denz zei­gen sehr ein­zu­stau­ben und dann eke­lig aussehen.

Was dann folg­te war eine Kaval­ka­de von Mitteilungen.
Für eine Dämm­plat­te aus Gummi.
Preis 8,90 €, mit Ver­sand 11,90 €

07.01.2020 23:05
08.01.2020 07:43
08.01.2020 09:43
08.01.2020 13:03
08.01.2020 15:27
08.01.2020 16:14

Bis­her sechs (!) E-Mails (Aus­schnit­te oben).
Doch das ist nicht das Ende.
Mor­gen kom­men noch min­de­stens zwei weitere: 

(7) Ihre Sen­dung wird zwi­schen "X" und "Y" Uhr geliefert
(8) Ihre Sen­dung wur­de um "Z" Uhr zugestellt.

Das ist nicht nur "infor­ma­ti­on over­load", das ist schon "infor­ma­ti­on over­kill" ...!

bookmark_borderÄtschmann ...!
Aus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":

Alle Jah­re wie­der .... kom­men in der Vor­weih­nachts­zeit die "Spe­zi­al­ge­schmacks­va­ri­an­ten" von Joghurt bei REWE ins Kühl­re­gal: Brat­ap­fel, Pflau­me mit Zimt, Spe­ku­la­ti­us und Mar­zi­pan. So genau kann ich es nicht ein­ord­nen, es muss immer um Ende Novem­ber sein, aber dar­auf lege ich mich nicht fest.

Von die­sen Sor­ten habe ich alle pro­biert - und bin bei "Pflau­me mit Zimt" als mei­ner Lieb­lings­sor­te gelan­det. Mar­zi­pan und Spe­ku­la­ti­us esse ich lie­ber ohne Joghurt, in der ursprüng­li­chen, rei­nen Form. Die­se bei­den Sor­ten ste­hen nach mei­ner Beob­ach­tung auch bei ande­ren Kun­den nicht beson­ders hoch im Kurs - sie blei­ben mas­sen­wei­se noch im Regal wenn Brat­ap­fel und Pflau­me mit Zimt schon leer­ge­fegt sind.

Und jetzt kommt das Problem:
Wie die ande­ren "Weih­nachts­spe­zia­li­tä­ten" läuft "Pflau­me mit Zimt" Mit­te Janu­ar aus .... was also tun?

War­ten bis zum näch­sten Jahr? Nein, das könn­te schon zu spät sein. Bei REWE nach­fra­gen ob sie es ganz­jäh­rig ins Pro­gramm neh­men? Wahr­schein­lich wenig erfolgversprechend.

*Gei­stes­blitz* → Selbst herstellen!

Dazu kau­fe ich ein Glas Pflau­men (mit 395g 'Abtropf­ge­wicht' von den rich­tig zucke­rig ein­ge­leg­ten), zwei gro­ße grie­chi­sche 10% Joghurt mit je 500g .... und dar­aus mische ich mir vier Por­tio­nen "Sai­so­na­le Spe­zi­al­mi­schung Frucht­jo­ghurt Pflau­me mit Zimt". Ordent­lich Zimt. Muss sein.

So über­ste­he ich die trau­ri­ge, die spe­zi­al­jo­ghurt­lo­se Zeit bis zur näch­sten Sai­son. Wenn es mir irgend­wann zu viel wird kau­fe ich mei­ne bei­den ande­ren Fer­tig­mischungs­fa­vo­ri­ten "Pfir­sich-Mara­cu­ja" und "Erd­bee­re".

bookmark_borderHokus, Pokus, Fidibus - dreimal schwarzer Kater ....

oder: "Zusatz­nut­zen"

Der Back­ofen ist bereits (wegen bevor­ste­hen­dem Umzug) abge­klemmt, daher ist die Aus­wahl der Gerich­te die gekocht wer­den kön­nen eingeschränkt.
Was macht man in sol­chen Lebenslagen?
Na klar, Essen gehen!

Die Aus­wahl fiel am Niko­laus­tag auf ein chi­ne­sisch-thai­län­di­sches Lokal. Da waren wir sicher vor rot-weiss-zip­fel­be­mütz­ten Ser­vice­kräf­ten - von denen hat­te ich wäh­rend des Tages in meh­re­ren Geschäf­ten eini­ge gesehen.

Was soll ich sagen?
Das Essen war Spit­ze, der Jas­min­tee heiß, und zum Ende, nach der Bezah­lung der Zeche kamen noch Glückskekse.
Den Spruch in mei­nem Keks habe ich fotografiert.
So lau­te­te er:

 
 
Na, wenn das kei­ne Hoff­nung auf­kom­men lässt!

Die Finan­zen wer­den gera­de äußerst stra­pa­ziert. Umzie­hen ist nicht zum Null­ta­rif mög­lich. Ganz schön geschlaucht ist man auch. Da freut man sich über die­se Aus­sa­ge zur zukünf­ti­gen Gesund­heit .... und die bevor­ste­hen­de (per coo­kie ver­spro­che­ne) Regeneration.

Und was haben Sie so zu 'Niko­laus' gemacht?

bookmark_borderStellen Sie sich 'mal vor ....


Gera­de wie­der hör­te ich die­se beson­de­re Musik, die wird immer im Novem­ber / Dezem­ber gespielt, wohl um vom tri­sten Wet­ter abzu­len­ken. Da fiel mir ein, dass noch ande­re Beson­der­hei­ten zu beob­ach­ten sind, etwa deckungs­gleich mit Wett­be­wer­ben für Chö­re, die nur die­ses ein­ge­schränk­te Musik­re­per­toire zu haben schei­nen, sai­so­na­le Musik eben.


Über­all sieht man plötz­lich Bil­der von lang­bär­ti­gen älte­ren Män­nern, Ren­tie­ren, mit brau­nen oder roten Nasen. Dazu Eis­bä­ren - oder sind das Schnee­ha­sen? Schnee­män­ner? Nicht so recht erkenn­bar, manch­mal. Die Deko­ra­tio­nen bewe­gen sich im Farb­spek­trum rot-weiß-gold, aller­dings ergänzt durch Spren­kel von sil­ber, das sogar in fluf­fi­gen Flocken.


In vie­len Städ­ten gibt es jetzt Aus­schank­stel­len von Heiß­ge­trän­ken mit Alko­hol. Da machen es die Erwach­se­nen den beglei­ten­den Jugend­li­chen und Kin­dern vor, wie man durch Alko­hol fröh­lich wird - und groß­zü­gig, was die Erlaub­nis zur Nut­zung der Fahr­ge­schäf­te für Kin­der angeht. Die dre­hen ihre Run­den und immer wenn sie an ihren Eltern vor­bei­kom­men wird geru­fen und hef­tig gewunken ....


Das ist auch die Jah­res­zeit in der Waf­feln frisch aus dem Waf­fel­ei­sen kom­men, grob gerie­be­ne Kar­tof­fel­puf­fer in sie­den­dem Öl brut­zeln und ein Gemisch aus Pil­zen, Zwie­beln und Fleisch in rie­si­gen, schwe­ben­den Pfan­nen berei­tet und in klei­nen Por­tio­nen mit gro­ßem Preis ver­kauft wer­den - na ja, die­se Leu­te arbei­ten nur Ende Novem­ber und drei Vier­tel des Dezem­bers, da müs­sen die Prei­se schon ein wenig höher sein, wenn man den Rest des Jah­res davon leben will.


Da bin ich recht froh, dass mei­ne Kin­der schon groß und die Enkel noch zu klein sind, so brau­che ich mich nicht in das Gedrän­ge zu stür­zen und fröh­lich zu sein. 


bookmark_borderDer ADAC hilft .... nicht wirklich, eher im Gegenteil

Obwohl ich bereits am 07.11. einen Trans­por­ter bei der ADAC Trans­por­ter­ver­mie­teung reser­viert und eine Zusa­ge für die Bereit­stel­lung bekom­men hat­te, wur­de ich am mor­gen (ca. 11:00h) des ersten Miet­ta­ges (Miet­zeit mit­tags ab 16:00h), also fünf Stun­den vor der Über­nah­me, von dem loka­len Hertz-Büro benach­rich­tigt '..es sei kein Fahr­zeug zur Ver­fügng ..'.

Anruf ADAC:
Der ADAC "wir sind nur Ver­mitt­ler"

Anruf Hertz:
Die Hertz-Zen­tra­le "zustän­dig ist die loka­le Vertretung"

Loka­les Hertz-Büro:
Die loka­le Ver­tre­tung "rufen Sie beim ADAC an, die sol­len bei der Hertz-Zen­tra­le Druck machen"

So geht es zu im Lan­de - und das ohne jede Kon­se­quenz für alle Betei­lig­ten .... außer mir, der ich auf die mitt­ler­wei­le als win­di­ge, halt­lo­se ADAC Ver­spre­chung für Kun­den­ori­en­tie­rung her­ein­ge­fal­len bin.

O-Ton ADAC Miet­wa­gen Mit­ar­bei­ter auf mei­nen Anruf:
"Wir haben gera­de einen System­aus­fall - ich kann kei­ne Reser­vie­run­gen aufrufen"

Ich:
"Dann neh­men Sie doch bit­te einen Block und Kugel­schrei­ber und ich dik­tie­re Ihnen die Reser­vie­rungs­num­mer - dann kön­nen Sie bei Hertz anru­fen und rekla­mie­ren, auch ohne Com­pu­ter - so ging das frü­her, als es noch kei­ne Com­pu­ter gab!"

O-Ton ADAC Miet­wa­gen Mitarbeiter:
"Wol­len Sie mir erzäh­len wie ich mei­nen Beruf aus­üben soll?"

Und dann war die Lei­tung tot.

Ich hof­fe sehr, die­ses Gespräch wur­de (Sprach­com­pu­ter des ADAC-Tele­fon­sy­stems:Wenn Sie ein­ver­stan­den sind drücken Sie die "9") für Qua­li­täts­si­che­rungs­zwecke aufgezeichnet.

bookmark_borderAlle im gleichen Boot (II)

Vor etwas mehr als drei­ßig Jah­ren in einem sehr noblen Hotel mit reprä­sen­ta­ti­vem Sit­zungs­saal in Niz­za an der Côte d’Azur, zwi­schen Can­nes und Mona­co, ver­sam­mel­te sich die gesam­te Beleg­schaft eines mün­ster­län­di­schen Phar­ma­un­ter­neh­mens mit 'Mann & Maus', der gesam­te Außen­dienst mit fast 300 Per­so­nen, und der Innen­dienst, die Ver­wal­tung, mit noch­mal knapp 100 Beschäf­tig­ten, auch die Lei­tungs­mann­schaft der Pro­duk­ti­on war dabei. Ledig­lich die Mit­ar­bei­ter der Pro­duk­ti­on waren zu Hau­se geblieben.

Der Geschäfts­füh­rer ließ die Ereig­nis­se des ver­gan­ge­nen Geschäfts­jah­res in sei­nem Vor­trag Revue pas­sie­ren und es war in der Tat eine Erfolgs­bi­lanz die sich sehen las­sen konn­te: 12% Plus, das war eine Bud­get-Über­erfül­lung. Nicht zuletzt des­we­gen hat­te man sich, so sprach der Unter­neh­mens­lei­ter, den Luxus gegönnt sich hier, an der Küste Frank­reichs zur Tagung zu ver­sam­meln wo die Rei­chen & Schö­nen zu fla­nie­ren pflegen ....

Gro­ßer Applaus als "Dan­ke­schön!" für die­sen, sei­nen Entschluss.
Eine Beson­der­heit, weil anson­sten im Unter­neh­men eher eiser­nes Spa­ren ange­sagt war.

Das ermu­tig­te den Geschäfts­füh­rer sei­ne Prä­sen­ta­ti­on mit fol­gen­den Sät­zen abzuschließen:


"Las­sen Sie mich zum Ende mei­ner Aus­füh­run­gen noch ein­mal zusam­men­fas­sen was es fest­zu­hal­ten gilt: Innen­dienst und Außen­dienst sind auf­ein­an­der ange­wie­sen. Gemein­sam sind wir stark. Der Erfolg des Unter­neh­mens wird von der gesam­ten Mann­schaft erar­bei­tet.
Wir sit­zen Alle im sel­ben Boot - wir drin­nen und Sie draußen!"

 

Auf die ein­set­zen­de Hei­ter­keit und den Applaus setz­te er noch­mal nach:


"Wir drin­nen - und Sie draußen!"

 
Der Saal tobte.