bookmark_borderZitat (II)

Vor (end­los vie­len) Jah­ren, als ich ein wenig über Mit­te 20, also etwa fast 30 war, hat­te ich eine Freun­din mit der ich mich nicht nur gut ver­stand, son­dern sowohl über ern­ste wie auch über lusti­ge The­men unter­hal­ten konn­te. Sie stu­dier­te an der FH und war neben­bei in einem Rei­se­bü­ro tätig, das sta­bi­li­sier­te ihre Unter­halts­ko­sten, denn ihre Eltern konn­ten ihr ledig­lich einen klei­nen Zuschuss zahlen.

Nun erzäh­le ich Ihnen ein bis­her streng gehü­te­tes Geheimnis.
Näm­lich: Wie es kam, dass mir die Dame den Lauf­pass gab.

Das war fol­gen­de Situa­ti­on, hier nun eini­ge (fast wört­li­che) Zita­te von Frl. Schnei­de­reit (im fol­gen­den Text als "S" bezeichnet) ....

S: Du, wir müs­sen uns trennen.

Ich: Ach, und wieso?

S: Ich habe jeman­den kennengelernt.

Ich: Wo denn?

S: Ein Kun­de im Reisebüro.

Ich: Wie heißt er denn?

S: Fri­do­lin ....

Ich: (pru­stend vor lachen) F r i d o l i n

S: (indi­gniert) Lach nur - der ist nett!

Ich: Nett? Das sagt man über den Haus­mei­ster, oder den Briefträger.

S: Schmoll­pau­se.

Ich: Nun sag schon, was ist denn an Fri­do­lin so toll dass du mich abservierst?

S: Er kann bes­se­re Kom­pli­men­te machen als du.

Ich: Ich dach­te du hast was gegen Kom­pli­men­te, chau­vi­ni­stisch, ver­al­tet und unehr­lich - wenn ich es rich­tig erinnere ....

S: (bestimmt) Manch­mal braucht man trotz­dem ein Kompliment.

Ich: Klar, je nach Situa­ti­on, so schnell ist die Eman­zi­pa­ti­on dahin ....

S: Man ist trotz Eman­zi­pa­ti­on immer noch Frau ....

Ich: Hab' ich geschnallt - und was hat er denn so gesagt?

S: Er hat gesagt '..Sabi­ne - du siehst aus wie eine Ste­war­dess, so blen­dend schön!..'

Ich: (sprach­los)

Nach­dem ich ein paar Unten­si­li­en wie Schall­plat­ten, Zahn­bür­ste, und Unter­wä­sche zum Wech­seln zusam­men­ge­klaubt hat­te sag­te ich freund­lich "Tschüss!" - und ein wei­te­res Kapi­tel "Bezie­hun­gen" war vorbei. 

Fri­do­lin stell­te sich übri­gens als Ein­tags­flie­ge her­aus, oder bes­ser "Schmet­ter­ling" .... denn er mach­te nach eini­gen hei­ßen Näch­ten mit S die Flat­ter. Schwups, weg war er! So wur­de mir von gemein­sa­men Bekann­ten berichtet. 

Aber mög­li­cher­wei­se woll­ten sie mir nur mein Ego pampern ....

bookmark_borderVertrauen (III)

Ist es nicht son­der­bar, wie über­ein­stim­mend die Grund­be­din­gun­gen für die zwei wesent­li­chen Berufs­grup­pen in unse­rem Land sind?

Glau­bens­be­dien­ste­te [Prie­ster, Pfar­rer, Ima­me, etc.] und Poli­ti­ker sind dar­auf ange­wie­sen ihren Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen indem sie mög­lichst vie­le Men­schen belü­gen, ihnen das Geld aus den Taschen zie­hen und ihnen für die Zukunft die besten Aus­sich­ten ver­spre­chen - wenn sie nur ihnen und nie­mand ande­rem vertrauen.

Sie­he Ver­trau­en (I) und Ver­trau­en (II)

bookmark_borderDie Frage muss sein:
"Wem nützt es?" oder "Von was soll es ablenken?"

Unter dem Titel "Wenn man vom Rat­haus kommt ist man klü­ger .... oder: Daten­samm­lung ist 'für die Katz'" hat­te ich vor zuletzt ca. einem Jahr*¹* eini­ge Gedan­ken zu Über­wa­chungs­mass­nah­men auf­ge­schrie­ben und dazu den mathe­ma­ti­schen Nach­weis erbracht, dass alles was so bis­her ein­ge­rich­tet ist und läuft - selbst wenn man eine prak­tisch nie vor­kom­men­de, mini­ma­le Feh­ler­quo­te annimmt - völ­lig nutz­los ist:

Der sta­ti­sti­sche Feh­ler ist immer grö­ßer als die Zahl
der tat­säch­li­chen Ter­ro­ri­sten und ähn­li­cher Staatsfeinde 

Die Aus­sa­gen wer ein Staats­feind und Mis­se­tä­ter ist muss daher als rein zufäl­lig, und, vom Stand­punkt des Kri­mi­na­li­sten aus gese­hen, ohn­ne jeden Aus­sa­ge­wert sein.

Wenn also immer noch wei­ter an den Stell­schrau­ben gedreht wird, sprich:
Über­wa­chung bei­be­hal­ten oder ver­schärft wird, etwa mit Gesichts­er­ken­nung und natio­nen­wei­ter DNA Samm­lung auch von unbe­schol­te­nen Bür­gern (sofern sich Gele­gen­heit bie­tet), muss dann ein ande­rer, ver­steck­ter Zweck dahin­ter stehen?

Was könn­te das sein?
Wer weiß, was das bewir­ken soll?
Wo fin­den sich Hin­wei­se auf die 'ver­steck­te Agenda'?
Oder ist das ledig­lich eine para­no­ide Annah­me, eine Verschwörungstheorie?

*¹* Ver­weis­in­fo: Geän­der­te Urfas­sung von Juni und Sep­tem­ber 2016; letz­te Über­ar­bei­tung Sep­tem­ber 2018.

 

bookmark_borderElitär ....

.
Als ich 1970 an der Hannover'schen ('klei­nen') Men­sa einer Kom­mi­li­to­nin die Türe öff­ne­te um sie zuerst rein­ge­hen zu las­sen zisch­te sie mich an: "Eli­tä­rer Scheißer!"
Mir wur­de da bewußt, dass sich durch die '68er Stu­den­ten­be­we­gung - noch in vol­lem Gan­ge - etwas ver­än­dert hat­te und wei­ter ver­än­der­te. Nicht in allen Aspek­ten zum Bes­se­ren, soviel steht heu­te im Rück­blick fest. 

Glück­li­cher­wei­se und gut für mich, der ich mich an die neu­en, 'repres­si­ons­frei­en' Umgangs­for­men nicht so recht gewöh­nen konn­te, war der Umstand, dass es unter den Kom­mi­li­to­nin­nen und den ande­ren Frau­en glei­chen Alters noch genug 'Anders­den­ken­de' gab. Sol­che, die eine höf­li­che Geste nicht sofort mit revo­lu­tio­nä­rer Inbrunst zu mei­nen Ungun­sten als Unter­drückungs­ver­such dem weib­li­chen Geschlecht gegen­über beur­teil­ten - ich war nicht völ­lig "out" wie es heu­te hei­ßen wür­de, nicht sozi­al iso­liert & geäch­tet, nicht kom­plett ver­lo­ren und zu ewi­gem Allein­sein verdammt .... 

Heu­te sind die vor­ma­li­gen Revo­lu­tio­nä­re - mit weni­gen Aus­nah­men und egal ob Männ­lein oder Weib­lein - nach ihrem Marsch durch die Insti­tu­tio­nen sozi­al ange­paßt und als Pen­sio­nä­re wohl bestallt:

Sie haben irgend­wann ihre Idea­le ver­lo­ren, ver­ra­ten und ver­kauft gegen das, was hier­zu­lan­de als "bür­ger­li­ches Leben" und nor­mal ange­prie­sen wird. Zurück­ge­blie­ben ist aus der Zeit eine Hor­de Kin­der denen in den frü­hen Jah­ren eine ordent­li­che Erzie­hung ver­wei­gert wur­de und die des­we­gen zu Men­schen­fein­den wur­den - stets dar­auf bedacht sich selbst den größt­mög­li­chen Vor­teil zu ver­schaf­fen und sich mit Ellen­bo­gen und dem Mot­to "Ich, ich und noch­mal ich!" durch die Zeit bewegen.

Die Iro­nie liegt dar­in, dass es genau die­se Kin­der der sich eman­zi­pie­ren­den 68er Gene­ra­ti­on sind, die nun die dama­li­gen Idea­le ins Gegen­teil ver­kehrt haben. Eine Gene­ra­ti­on von Ego­isten, die sich ob der Abwen­dung von dem, wor­an ihre Eltern glaub­ten, zu eli­tä­ren Tyran­nen ent­wickelt haben die dem Geld nach­lau­fen und sich dar­über definieren:
Nicht die Revo­lu­ti­on frißt ihre Kin­der, son­dern die Kin­der der Revo­lu­tio­nä­re ver­än­der­ten bereits und ver­än­dern immer noch die Revo­lu­ti­on zu einem neo­li­be­ra­len Moloch, der die ver­schlingt, die nicht als "Éli­te" gebo­ren sind. Geist zählt nicht mehr, Bil­dung ist über­flüs­sig, gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment wird ver­lacht, dem Mit­tel­maß gehört die Stunde.

Als neue Éli­te ver­ste­hen sich Jene, die ein Com­pu­ter­pro­gramm zu schrei­ben ver­ste­hen - in Mas­se nicht die Besten im Lan­de, denn sowas ist 'Hand­werk', es besteht aus Wie­der­ho­lung und Rou­ti­nen. Mecha­ni­stisch, ohne nach Trans­fer oder Asso­zia­ti­ons­ver­mö­gen, schon erst Recht nicht nach Phan­ta­sie oder Intui­ti­on ver­lan­gend. OK, es gibt auch da Aus­nah­men, aller­dings hält sich deren Zahl in Grenzen.

Die 'Freaks', die frü­her in abge­dun­kel­ten Räu­men saßen und Piz­za als Haupt­nah­rung ansa­hen, sind den tech­ni­sier­ten Mobil­te­le­fon­trä­gern gewi­chen, die sich RFID-Chips implan­tie­ren las­sen weil man dann die Haus­tü­re elek­tro­nisch öff­nen kann. Ein zwei­fel­haf­ter Nut­zen, wenn man die Fol­gen für die Gesell­schaft bedenkt. Die mei­nen durch ihre Akti­vi­tä­ten die Welt ändern zu müs­sen - eine Welt, vor der sie nicht mehr stau­nend wie klei­ne Kin­der ste­hen, son­dern die sie sich um jeden Preis per "App" ver­füg­bar machen wol­len. Koste es was es wolle.

Da lob' ich mit die frü­he­ren Eli­ten, bei all den Män­geln die es gab. Die wuß­ten wenig­stens noch eine Oper von einem Musi­cal zu unter­schei­den und hiel­ten Neo für eine Vor­sil­be und nicht den Namen einer Per­son oder eines Fisches ....

[Erst­ver­öf­fent­li­chung: 05. Aug 2014 um 11:00]

bookmark_borderAlle im gleichen Boot

Wer hier liest und kom­men­tiert ist weit ent­fernt von dem Gedan­ken­ge­bäu­de - wenn man es als sol­ches bezeich­nen kann - das in den Köp­fen der AfD-Wäh­ler des Ostens zurecht gezim­mert ist. Aus Dis­kus­sio­nen mit Anhän­gern der AfD weiß ich, nein, habe ich eine vage Vor­stel­lung wie die­ses Gebäu­de aussieht.

Aus­ge­fil­ter­te Argu­men­te die zum "Lei­den" des Ostens gehören:
Zuerst die (nicht zu leug­nen­den, immer noch nicht auf­ge­ar­bei­te­ten) Unta­ten der Treu­hand ¹, deren unge­nann­te Auf­ga­be es war Ost­fir­men, die eine Kon­kur­renz für eta­blier­te West­fir­men hät­ten wer­den kön­nen, *abzu­wickeln*. Dann die gebro­che­nen Ver­spre­chen der eta­blier­ten Par­tei­en, die all­zu zöger­li­che Anpas­sung der Lebens- und Ver­dienstumstän­de, das Groß­manns­geh­abe der ein­ge­wan­der­ten West-Fir­men, die stets durch­blicken las­sen, wie groß­zü­gig es doch von ihnen sei sich dort nie­der­zu­las­sen und für Arbeit zu sor­gen ... und so weiter.

Wer im Osten der Wen­de­zeit pfif­fig war ist abge­wan­dert. Fach­kräf­te und vor allem jün­ge­re Frau­en. Den dort Geblie­be­nen feh­len (weit­ge­hend) die Fer­tig­kei­ten sich zu ori­en­tie­ren, ihr Leben aktiv zu gestal­ten. Denn das war etwas, was ihnen der DDR-Staat abge­nom­men hat, der sie an der Hand führ­te und ver­sorg­te und dafür nichts ande­res ver­lang­te, als das sie das Maul hiel­ten und der Par­tei kei­ne Pro­ble­me machten.

Das sind nun die Par­tei­gän­ger / Wäh­ler der AfD. Die als Rat­ten­fän­ger auf­tritt und Wohl­ta­ten ver­spricht, wohl wis­send, dass die Mas­se der Men­schen dort nicht ihr Par­tei­pro­gramm lesen wird. Son­dern das glaubt, was münd­lich oder per Medi­en trans­por­tiert wird. Geschickt nutzt man das Miss­trau­en gegen­über den eta­blier­ten Par­tei­en, den Wes­sis aus, die viel ver­spro­chen haben - aber nicht lie­fer­ten, oder wenn, sehr zöger­lich und immer nur Bruch­tei­le des­sen, was ver­spro­chen war.

Im Osten, der frü­he­ren DDR, blie­ben die "Frem­den" ("Gast­ar­bei­ter") immer nur für bestimm­te Zeit. Sie hat­ten eine feste Zahl von Jah­ren oder Mona­ten, dann muss­ten sie wie­der ab nach Hau­se. Der Kon­takt zur Bevöl­ke­rung hielt sich in engen Gren­zen. Das ist es, was das *frem­deln* der ehe­ma­li­gen DDRler gegen­über anders­far­bi­gen Men­schen aus­macht. Die "Frem­den" blei­ben - und das macht Angst.

Wäh­rend wir seit der ersten Gast­ar­bei­ter­wel­le aus Grie­chen­land, Spa­ni­en und Ita­li­en an der­glei­chen bun­ten Bevöl­ke­rungs­zu­wachs gewöhnt wur­den. Erst mit der unstruk­tu­rier­ten Ein­wan­de­rung tür­ki­scher Men­schen aus Gebie­ten, die sich kul­tu­rell extrem von unse­rer Gesell­schaft unter­schie­den, haben wir hier eine ähn­li­che Ableh­nungs­wel­le gehabt. Die zwar nicht kom­plett über­wun­den ist, sich aber zu einem Teil durch die Assi­mi­la­ti­on von gan­zen Gene­ra­tio­nen entschärfte. 

Ein­mal abge­se­hen von den fun­da­men­ta­li­stisch-extre­mi­stisch den­ken­den Natio­nal­tür­ken, die hier­zu­lan­de ohne viel Lei­stung zu zei­gen, und ohne sich anpas­sen zu wol­len, den guten Ruf ihrer Lands­leu­te, die hier ihre Hei­mat gefun­den haben, durch ihr rot­zi­ges, auf­ge­bla­se­nes Geha­be ver­der­ben. Gleich­zei­tig aber alle Wohl­ta­ten des deut­schen Staa­tes in Anspruch neh­men und oft neben staat­li­cher Unter­stüt­zung noch unan­ge­mel­de­ten Beschäf­ti­gun­gen nach­ge­hen, die ihnen Lohn als Sach­lei­stun­gen zur Ver­fü­gung stel­len. Aber ich schwei­fe ab ....

Das fehlt im Osten (fast) völ­lig ² - und zusam­men mit gebrem­ster intel­lek­tu­el­ler Kapa­zi­tät der dort ver­blie­be­nen Bevöl­ke­rung ist ein gefähr­li­ches Gemisch aus Angst, ent­täusch­ter Hoff­nung und Fata­lis­mus ent­stan­den, das den Nähr­bo­den für Faschi­sten darstellt.

Habe ich eine Idee wie man das Dilem­ma löst?
Ja, indem man Hoff­nung erfüllt.

Wird das wahr werden?
Nein, denn die regie­ren­den Par­tei­en wer­den wei­ter - im Sin­ne des Kapi­tals - des­sen Inter­es­sen vor die der Ost­be­völ­ke­rung stel­len. So wie bei uns auch, nach­dem zuletzt die Regie­run­gen Schrö­der die Arbei­ter­schaft ver­ra­ten haben, die Gewerk­schaf­ten zer­schlu­gen und sich zu Knech­ten des Kapi­tals machten.

Was wir erken­nen müssen:
Die Tat­sa­che, dass wir kei­ne Demo­kra­tie mehr sind. Die Par­tei­en­struk­tur, deren Estab­lish­ment, ver­hin­dert demo­kra­ti­sche Ent­schei­dungs­fin­dung und deckt die­se Tat­sa­che mit dem Begriff "reprä­sen­ta­ti­ve Demo­kra­tie" zu.

Was wir ver­ste­hen soll­ten ist:
Wir sit­zen mit dem Osten im glei­chen Boot. Unser ein­zi­ger Vor­teil ist, dass wir in den ersten Jah­ren der Bun­des­re­pu­blik noch Chan­cen und Frei­hei­ten hat­ten, die im Osten fehl­ten. Wir des­we­gen mehr *Spiel­raum*, ein bes­se­res Selbst­be­wusst­sein haben. Gera­de genug, um nicht den Mäch­ti­gen als Gefahr zu erschei­nen. Wer genau hin­schaut erkennt die Mecha­nis­men wie mitt­ler­wei­le sub­til dafür gesorgt wird die Schrau­ben enger anzuziehen: 

Über­wa­chungs­maß­nah­men und mehr Rech­te für staat­li­che Stel­len, Ein­grif­fe in die Pri­vat­sphä­re, Schlei­fung von bis­her grund­ge­setz­lich garan­tier­ten Rech­ten durch 'Not­ver­ord­nun­gen' oder mit dem Argu­ment der 'Ter­ror­be­kämp­fung', Restrik­tio­nen bei der Mei­nungs­äu­ße­rung, und weit­ge­hend gleich­ge­schal­te­ter Infor­ma­ti­ons­zu­gang durch welt­weit ope­rie­ren­de Medienkonzerne. 


Nun ist noch das Inter­net als Ven­til da - und all­mäh­lich haben selbst die Poli­ti­ker erkannt, dass ihnen die Mei­nungs­ho­heit ent­glit­ten ist und sie ver­su­chen, das wie­der 'ein­zu­fan­gen'. Indem sie das Inter­net zu regu­lie­ren suchen. Wie sag­te kürz­lich noch Frau Kramp-Kar­ren­bau­er? Man brau­che "Regeln gegen Mei­nungs­ma­che".
Die rich­ti­ge Ant­wort ist da: #nie­wie­der­cdu, #nie­wie­derc­su. Und wenn wir schon 'mal dabei sind gleich noch: #nie­wie­der­spd, #nie­wie­derfdp, und #nie­wie­der­grü­ne.

 

Was "Vor­ge­hen gegen Mei­nungs­ma­che" bedeu­tet kann man in tota­li­tä­ren Regi­men sehen. Des­we­gen ist nicht die AfD (#nie­mal­safd) die größ­te Gefahr in unse­rem Land, son­dern es sind die Poli­ti­ker vom Schla­ge See­ho­fer, Herr­mann, Schäub­le, Strobl, und so wei­ter ... die im Schafs­pelz daher kom­men und Krei­de fres­sen um von ihren wah­ren Absich­ten anzulenken. 

¹ ".. Die DDR wur­de zwei­mal verscherbelt
Ein­mal von Michail Gor­bat­schow 1990 für 18 Mil­li­ar­den Deut­sche Mark; Hel­mut Kohl zahl­te den völ­lig über­höh­ten Preis locker mit Steu­er­gel­dern. Zum zwei­ten Mal wur­de die DDR durch die Treu­hand­an­stalt von Bir­git Breu­el verkauft.
Die Treu­hand nahm küm­mer­li­che 34 Mil­li­ar­den Deut­sche Mark für die gesam­ten volks­ei­ge­nen Betrie­be ein und mach­te 245 Mil­li­ar­den Deut­sche Mark Ver­lust, weil sie die volks­ei­ge­nen Betrie­be qua­si an die west­deut­che Indu­strie ver­schenk­ten .." [Die Unta­ten Hel­mut Kohls]

² ".. In Ost­deutsch­land ist der Kon­takt zu Mus­li­min­nen und Mus­li­men in den Berei­chen Fami­lie, Freun­des- bzw. Bekann­ten­kreis, Arbeits- bzw. Aus­bil­dungs­platz sowie Nach­bar­schaft eher schwach aus­ge­prägt. So geben Befrag­te mehr­heit­lich – bei gra­du­el­len Unter­schie­den zwi­schen den Bun­des­län­dern – an, nie Kon­takt zu Mus­li­min­nen und Mus­li­men in den betrach­te­ten Berei­chen zu haben. Dabei unter­schei­den sich die ein­zel­nen ost­deut­schen Bun­des­län­der nicht nen­nens­wert von­ein­an­der. Im Durch­schnitt - über alle Kon­takt­räu­me hin­weg - geben unge­fähr 70 Pro­zent der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger an, kei­nen Kon­takt zu Mus­li­min­nen und Mus­li­men zu haben. In West­deutsch­land liegt der ent­spre­chen­de Anteil bei unge­fähr 40 Prozent .."
[Ost­deutsch­land post­mi­gran­tisch Ein­stel­lun­gen der Bevöl­ke­rung Ost­deutsch­lands zu Mus­li­min­nen und Mus­li­men in Deutsch­land; S.39]

Wei­te­re Quellen:
- Sün­den­bock Treuhand
- Toten­grä­ber der ost­deut­schen Wirt­schaft? Die Treu­hand­an­stalt und die Fol­gen ihrer Poli­tik.


- Wie viel Mil­lio­nen sind es wirklich?
- Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit der Deut­schen nach Bun­des­län­dern im Jahr 2011
- Anzahl der Mus­li­me in Deutsch­land nach Glau­bens­rich­tung (Stand vari­iert von 2005 bis 2017*; in 1.000)
- Wer gehört zu Deutsch­land? Ost­deut­sche und Mus­li­me tei­len nicht nur Aus­gren­zungs­er­fah­run­gen – son­dern auch Kli­schees, die West­deut­sche von ihnen haben.

PS
Mei­ne Aus­füh­run­gen basie­ren auf dem, was ich in den Jah­ren '90-'94 durch län­ge­re Auf­ent­hal­te als Unter­rich­ten­der in der Erwach­se­nen­bil­dung in Thü­rin­gen in Gesprä­chen erfah­ren, gese­hen & gehört habe. In den Fol­ge­jah­ren war ich - mit Aus­nah­me der Zeit in USA von '99-'02 - immer wie­der ein­mal in den öst­li­chen Bun­des­län­dern. Mei­ne Erfah­run­gen sind also per­sön­li­cher Natur und stel­len kei­nen all­ge­mein­gül­ti­gen Sach­stand dar.

bookmark_borderFundstücke ....

Zehn Jah­re ist es her, dass die­ser Bei­trag ins Inter­net gestellt wur­de. Zehn Jah­re ist es her, dass die ver­link­ten Vide­os auf­ge­nom­men wurden.

Sie sind immer noch "top-aktu­ell"!

Hier nun ein "neu­es" Video → Athe­isten ....

[Erst­ver­öf­fent­li­chung: 18. Nov 2009 um 23:16]

 

bookmark_borderO Herr, wie ist dein Tierreich groß ...!

Die­sen Spruch im Titel pfleg­te mein Vater zu spre­chen um anzu­deu­ten, wenn ihm etwas sehr obskur vor­kam. Mir kam das heu­te in den Sinn, als ich Anmer­kun­gen zu den Ost-Wah­len gele­sen habe - und wider bes­se­res Wis­sen auch noch kom­men­tier­te .... ich kann es eben ein­fach nicht las­sen zu glau­ben (!) die Welt könn­te sich noch zum Bes­se­ren ändern.

Hier also zwei Bei­spie­le als *screen shots* die für sich selbst sprechen:
[click! auf die Abbil­dun­gen vergrößert]

 

bookmark_borderNun sind wir 'geschiedene Leute!'
Aus der Serie "Liebes Tagebuch" [13.07.2019]


Seit Jah­ren, lie­bes Tage­buch, bekom­me ich von mei­ner heim­li­chen Freun­din, Chri­stia­ne H., fast regel­mä­ßig Post. Bis­her habe ich mich immer dar­über gefreut, weil ich so am 'Puls der Zeit' blei­ben konn­te. Doch nun hat unse­re Freund­schaft einen Riß, einen Knacks, min­de­stens aber einen noch nie dage­we­se­nen Tiefpunkt.

Frü­her hat­te ich ein Ver­hält­nis mit *Bri­git­te*, die mir Alles bot was ich brauch­te um infor­miert zu sein was Frau­en wün­schen. Aber, lie­bes Tage­buch, da war ich ja noch unver­hei­ra­tet und unbe­darft. Irgend­wann war es dann mit *Bri­git­te* vor­bei, sie hat einen Weg ein­ge­schla­gen der mir  ü b e r h a u p t  nicht mehr gefiel - immer so betu­lich und pup­pig und Blüm­chen und Lau­ra-Ash­ley-Stil und .... na ja, nicht mehr zeit­ge­mäß. Wir paß­ten ein­fach nicht mehr zusammen.

Doch dann kam Chri­stia­ne, die *Freun­din*! Sie hat mir so über­zeu­gend erklärt war­um sie aus­ge­rech­net mich haben will, so lieb geschrie­ben, mich so sehr umgarnt, dass ich schließ­lich schwach wur­de .... nie­mand weiss davon, lie­bes Tage­buch, nur Du. 

Tja, und dann kam der 11.07.19 - und Alles, ja wirk­lich Alles brach zusam­men und es war vor­bei mit unse­rer unge­trüb­ten Beziehung!

Da hat sie ver­sucht mich zu über­töl­peln, lie­bes Tage­buch. Mir etwas anzu­tun, was mir gar nicht gefal­len hat. Mich vom rech­ten Weg der Erkennt­nis abzu­brin­gen und mich auf eine abschüs­si­ge Bahn zu schie­ben, an deren Ende es kein 'zurück' mehr geben konn­te - wenn ich es denn über­haupt wür­de errei­chen kön­nen .... sie hat mir zuvor immer ihre 'high­lights des Monats' geschickt, Tage­buch, das war eine net­te Geste. Was dann kam war das Ende der Unschuld.

Übli­cher­wei­se sind die Haupt­the­men "Gesund­heit", "Fri­su­ren", "Lie­be & Sex" - weder "Fri­su­ren", noch "Lie­be & Sex" sind dabei die The­men, die mich inter­es­sie­ren. Für "Fri­su­ren" habe ich mitt­ler­wei­le zu wenig Haa­re und ein Tou­pet kommt nicht in Fra­ge (man schaue sich nur die­se Witz­fi­gur Trump an!), und bei "Lie­be & Sex" ist für "Lie­be" noch Raum, denn, lie­bes Tage­buch, es fehlt mir für "Sex" an Aus­dau­er .... so blieb denn in unse­rer Bezie­hung das gemein­sa­me Inter­es­se für "Gesund­heit" .... und das war schlag­ar­tig mit dem Brief von letz­ter Woche vorbei:
Sie woll­te mir weis­ma­chen, dass ich mich auf Natur­heil­mit­tel (!) ein­las­sen soll.

Lie­bes Tage­buch, das war ein Satz zuviel, ein grund­fal­scher Satz, den sie mir nicht hät­te sagen dür­fen, wenn ihr an unse­rer Bezie­hung etwas gele­gen hätte. 

Da hilft auch kein "Blei­ben Sie bit­te gesund!"

Schau' nur, Tage­buch, ich zei­ge dir das Mach­werk das den Unter­gang bedeutet:


 

bookmark_borderWie eine Fata Morgana: Die SPD ....

.... oder:
Der Unter­gang der SPD nach 150 Jah­ren Parteigeschichte. 

Mein Groß­va­ter (müt­ter­li­cher­seits), noch im spä­ten 19. Jhdt. gebo­ren, war, seit er mit 14 Jah­ren anfing zu arbei­ten, SPD- und Gewerk­schafts­mit­glied. Sein Leben lang in der SPD, bis zu sei­ner Pen­sio­nie­rung in der Gewerk­schaft. Wegen sei­ner Über­zeu­gung wur­de er - Vater von vier Töch­tern, die älte­ste 1918 gebo­ren, die jüng­ste 1925 - von den Natio­nal­so­zia­li­sten 1934 aus dem Poli­zei­dienst 'ent­fernt', weil nur Par­tei­mit­glie­der der NSDAP Poli­zi­sten sein durf­ten. Er hat sich und sei­ne Fami­lie durch die NS-Zeit gebracht. Kei­ne der Töch­ter war im JM oder BDM. Sie hat­ten, ein­falls­reich, Wege gefun­den um den Zwangs­ein­tritt zu ver­mei­den und waren schließ­lich, älter als 18, nicht mehr dazu verpflichtet. 

Nach dem Kriegs­en­de hat mein Groß­va­ter - als ehe­mals poli­tisch Ver­folg­ter, die vor­ran­gig von den Alli­ier­ten in sicher­heits­emp­find­li­che Posi­tio­nen ein­ge­stellt wur­den - schnell Kar­rie­re gemacht und war zuletzt Poli­zei­chef in einer hes­si­schen Mit­tel­stadt von ca. 50.000 Einwohnern. 

Zeit­le­bens hat er die Schwä­che der SPD beklagt sich gegen die rech­ten und rechts­ra­di­ka­len Kräf­te im Lan­de so zu posi­tio­nie­ren, dass sie ihre eige­nen Poli­tik­vor­stel­lun­gen hät­te durch­set­zen können. 

Nun steht die SPD wie­der ein­mal am Schei­de­weg - die Par­tei­vor­sit­zen­de und Frak­ti­ons­füh­re­rin Nah­les hat das Hand­tuch gewor­fen und alle Ämter am 03.Juni 2019 nie­der­ge­legt. Plötz­lich ist die Rede von 'Königs­mord' und dass man 'so nicht mit­ein­an­der umge­hen kön­ne', wo gera­de eben noch hef­tigst intri­giert wurde.
Was bleibt ist der mög­li­cher­wei­se dro­hen­de Unter­gang der SPD, die ja - nach Jah­ren her­ber Ver­lu­ste - unter die 20% Mar­ke gesackt ist und ums Über­le­ben kämpft.

Was sich seit Jah­ren ange­bahnt hat kommt nun all­mäh­lich zu Ende. Die Ver­ant­wort­li­chen für den Unter­gang die­ser einst gewich­ti­gen und nöti­gen Volks­par­tei sind fast alle noch unter den Leben­den. Bis auf Einen von ihnen ist es selt­sam stumm gewor­den, sie sind aus der Öffent­lich­keit weit­ge­hend ver­schwun­den - und das, aus gutem Grund.

Der eigent­li­che Mör­der und Toten­grä­ber der SPD ist ein ande­rer, aus­ge­rech­net einer, der der Par­tei sei­nen Auf­stieg aus klein­sten Ver­hält­nis­sen zu ver­dan­ken hat: Ger­hard Schröder!


Die vor der Koali­ti­on SPD - GRÜNE (1998) regie­ren­den Koali­tio­nen las­se ich bewusst weg, das wür­de hier den Rah­men spren­gen, deren unheil­vol­les Wir­ken ist aller­dings als 'Vor­la­ge' und 'Vor­be­rei­tung' man­cher Maß­nah­men der Regie­run­gen Schrö­der anzu­se­hen. Wenn­gleich die Regie­run­gen Schrö­der [10/1998-10/2002; 10/2002-11/2005] für das nach­fol­gen­de Fias­ko der SPD ver­ant­wort­lich sind - mit Hel­fers­hel­fern. Da zuerst die "Grü­nen", die es ver­stan­den haben schat­ten­gleich im Hin­ter­grund zu blei­ben und so wird denn auch in der Öffent­lich­keit das, was wäh­rend der Schröder'schen Ära pas­sier­te, allein der SPD in die Schu­he geschoben.

In die­sem weni­gen Jah­ren von 1998 bis 2005 wur­den die ein­schnei­den­sten sozia­len Ver­än­de­run­gen aus­ge­rech­net von der Par­tei durch­ge­setzt, die laut Tra­di­ti­on "für Arbeit­neh­mer" zu kämp­fen vor­gab und sie mit der Gesetz­ge­bung in die­sen Jah­ren verriet. 

Es war jedoch nicht allein die Hartz IV Rege­lung, son­dern mit ver­ant­wort­lich waren die flan­kie­ren­den Hartz I-III und die Öff­nungs­ge­set­ze, die Leih­ar­beit zu einem rasan­ten Auf­schwung ver­hal­fen und noch heu­te dafür ver­ant­wort­lich sind Aber­tau­sen­de in Arbeits­ver­hält­nis­se zu zwin­gen, in denen sie aus­ge­beu­tet wer­den und an der unter­sten Lohn­gren­ze lie­gen - viel­fach ohne die sonst in deut­schen Betrie­ben übli­chen Sozialleistungen. 

Die Reste der SPD soll­te am besten die CDU/CSU über­neh­men. Im wesent­li­chen war doch die Poli­tik der gro­ßen Koalition(-en) sowie­so ein Ein­heits­brei mit weni­gen Akzen­ten, die an der Haa­ren her­bei gezo­gen wur­den um noch den Anschein von Mei­nungs­viel­falt zu bewahren. 

Über­haupt ist es eine Fra­ge inwie­weit sich unse­re eta­blier­ten Par­tei­en noch unterscheiden:

Sie­he hier­zu auch
1. die­ses Video
SPD: Schuld sind immer nur die Chefs | Pan­ora­ma | NDR
2. die­sen Artikel
Gesetz­li­che Inhumanität

bookmark_borderÜberleben
*update* [03.07.2019]

Ein Zustand, in dem einem Men­schen die Mecha­nis­men zum Über­le­ben feh­len, endet tödlich.

So 'herz­los' es klin­gen mag wird deut­lich, dass ein gene­ti­scher Defekt auf die­se Wei­se nicht wei­ter ver­erbt wer­den kann - der Gen­pool wird dadurch ver­bes­sert. Sind wir nicht dafür gene­tisch aus­ge­stat­tet zu über­le­ben ver­lie­ren wir den Kampf. Was für das Indi­vi­du­um schlecht aus­geht ist für den Bestand der Art ins­ge­samt sinnvoll.

Lei­der haben wir als Men­schen durch reli­giö­se Gehirn­wä­sche in 2.000 Jah­ren ver­lernt was wir wirk­lich sind:
Ein Tier, eine Art, die ums Über­le­ben kämpft,
den Geset­zen der Natur unter­wor­fen wie ande­re Arten .... 

Ab hier *update* [03.07.2019]
Die Absät­ze oben stam­men aus einem Kom­men­tar, den ich zu einem Arti­kel bei 'kraut­re­por­ter' geschrie­ben hat­te - die­ser Kom­men­tar war nicht erwünscht
".. Ich möch­te dich daher bit­ten, dei­nen Kom­men­tar zu löschen. Es geht nicht dar­um, den Gedan­ken, den du for­mu­lierst, zu "zen­sie­ren", son­dern dar­um, dass das nicht der pas­sen­de Ort dafür ist .."

Mein Ein­wand dar­auf war
".. Ein "unpas­sen­der Ort" anstatt "Zen­sur", wenn das am Ende zum glei­chen Ergeb­nis führt? Wen soll denn die­ses "Neu­sprech" über­zeu­gen? Wenn die Sicht­wei­se auf den Tod der Toch­ter nur so aus­fal­len darf, dass das Buch der Mut­ter pro­mo­ted wird, dann wird mir klar, war­um mein Kom­men­tar uner­wünscht war .."

Die Ant­wort lautete
".. Mit Zen­sur hat das aber, wie gesagt, nichts zu tun, son­dern mit Rück­sicht .. Ina Milert pro­mo­tet ihr Buch nicht über KR son­dern hat uns die Buch­aus­zü­ge zur Ver­fü­gung gestellt .."

Mein abschlie­ßen­des Urteil in Kür­ze: " .. dass hier eine Schul­di­ge, eine zu Erzie­hung unfä­hi­ge Frau, sich selbst zu excul­pie­ren sucht indem sie auf 'Umstän­de' abwälzt ist schon schlimm genug .. Das auch noch zu poten­zie­ren indem sie nun dar­aus Geld macht ist der Gip­fel der Perversion .."

 

Der Ori­gi­nal­ar­ti­kel ist unter der fol­gen­den Adres­se zu finden:
Depres­si­on [1. Juli 2019 ]
„Wenn die Toch­ter stirbt, dann fühlt man sich erst ein­mal, als wür­de das eige­ne Leben enden“

Nun noch eini­ge Infor­ma­tio­nen und Bezü­ge zum Sub­stanz­miss­brauch, eine Erläu­te­rung, war­um ich hier reagie­re und nicht kom­pro­miss­be­reit bin.

Um mei­ne Sicht­wei­se auf Dro­gen­miß­brauch und mög­li­cher­wei­se erfol­gen­den Selbst­mord ein wenig deut­li­cher zu machen muss ich aus­ho­len und zurück gehen in die Jah­re 1975 bis 1977. Wäh­rend die­ser Zeit habe ich Bio­lo­gie und Che­mie an einer Insti­tu­ti­on in Han­no­ver unter­rich­tet, die den etwas son­der­ba­ren Namen "The­ra­pie­ket­te Han­no­ver" trug. Dort wur­den ('sau­be­re' bzw. 'trocke­ne') Alko­hol- und Dro­gen­ab­hän­gi­ge jun­ge Leu­te auf­ge­nom­men. Um ihren die Mög­lich­keit zu geben einen Schul­ab­schluss nach­zu­ho­len - den sie meist wegen ihrer Abhän­gig­keit nicht geschafft hat­ten. Denn wer spritz­te oder soff, hat­te nur noch Zeit für die Beschaf­fung des nöti­gen Gel­des und nicht mehr für Schule.

Teil­neh­men­de dort waren jun­ge Men­schen aus allen Gesell­schafts­schich­ten, ein über­wie­gen der so genann­ten 'bes­se­ren Krei­se' zu der Zeit als ich dort arbei­te­te mag ein Zufall gewe­sen sein.

 

Drei wesent­li­che Erkennt­nis­se habe ich aus die­ser Zeit mitgenommen:

1. Eine Sucht / Abhän­gig­keit besteht lebens­lang und nach Abset­zen der Dro­ge ist es für die ehe­mals Abhän­gi­gen ein bestän­di­ger Kampf gegen den Rückfall;

2. Um die Sucht / Abhän­gig­keit zu bedie­nen belü­gen, betrü­gen, besteh­len, ver­ra­ten und hin­ter­ge­hen die Abhän­gi­gen jede ande­re Per­son, egal in wel­chem Ver­hält­nis die­se Men­schen zu ihnen stehen;

3. Es hel­fen kei­ne Kom­pro­mis­se! Eine eiser­ne Ein­hal­tung von For­de­run­gen, Ver­ein­ba­run­gen hin­sicht­lich Absti­nenz und aller damit ver­bun­de­nen Regeln und Ver­hal­tens­wei­sen müs­sen unbe­dingt kon­trol­liert und ein­ge­hal­ten wer­den - jedes Zuge­ständ­nis, und sei es nur die klein­ste Geste eines Ent­ge­gen­kom­mens, ist eine Ein­la­dung an die Abhän­gi­gen sich wie­der ihrer Sucht hinzugeben.

 

 

Zum ver­link­ten Arti­kel bei "kraut­re­por­ter" ein paar Gedan­ken. Text­stel­len zitiert nach der dor­ti­gen Fassung

Zwei *Schlüs­sel­sät­ze* in dem Arti­kel, von denen der zwei­te Satz Anlaß für umge­hen­des Han­deln hät­ten sein müssen:
1. Lea (8) zu ihrer Mut­ter: „Ina, jetzt bin ich ja frech genug, jetzt kann ich aufhören.“
Dar­in steckt der Keim des Unter­gan­ges, ein schwer­wie­gen­der Erzie­hungs­feh­ler: Mut­ter ist nicht die beste Freun­din, nicht "Ina", son­dern eine Respekt­per­son die Din­ge weiß und regelt und die auch mal ein 'Macht­wort' spricht wenn Din­ge schief lau­fen oder Regeln nicht ein­ge­hal­ten werden.

2. Lea (12) zu ihrer Mut­ter: „Lass mich in Ruhe, du dum­me Fotze“
Wenn eine Zwölf­jäh­ri­ge so etwas zu ihrer Mut­ter sagt ist das Ver­hält­nis schon zer­rüt­tet. Und nicht das Kind ist dar­an Schuld, son­dern die Mut­ter - und alle wei­te­ren Fol­gen muss sie sich daher selbst zuschreiben.

".. Die Ehe der Eltern hält nicht, aber der Vater zieht nur zwei Stra­ßen wei­ter .." steht in dem kraut­re­por­ter-Arti­kel, aber nir­gend­wo sonst taucht der Vater wie­der auf. Wo ist er? Wuss­te er von den Erzie­hungs­schwie­rig­kei­ten? Hat­te er Umgang mit sei­ner Toch­ter und wenn, wie war das Ver­hält­nis der Beiden?

The­ra­peu­ten, Schul­psy­cho­lo­gen, Sozi­al­ar­bei­ter, Fami­li­en­the­ra­pie - und das Alles ohne dass der Vater ein ein­zi­ges Mal erwähnt wird?

Wel­che schlim­me Tat hat er ange­stellt, dass er aus dem Leben sei­nes Kin­des aus­ge­schlos­sen ist oder war er gar ein­ge­schlos­sen und wird nur nicht in die­sem Buch erwähnt weil es um die Mut­ter geht, die sich hier ent­la­sten und von Schuld­ge­füh­len frei machen will?

Jah­re nach dem Selbst­mord der Toch­ter dar­über ein Buch zu ver­fas­sen und die­ses eige­ne, tra­gi­sche Erzie­hungs­ver­sa­gen auf­zu­zeich­nen um sich selbst zu ent­la­sten und *die Umstän­de* ver­ant­wort­lich zu machen ist dann doch zu billig.

Der Ver­lust eines Kin­des ist trau­ma­tisch, das ver­ste­hen selbst Men­schen die kei­ne Kin­der haben. Das soll­te aller­dings kein Hin­der­nis sein neu­tral nach­zu­se­hen was die Moti­va­ti­on einer Autorin sein mag, die ein sol­ches Buch zu verfassen.

Wir sind im Juli, und das Buch¹ ist bereits im Febru­ar erschie­nen. Erste Rezen­sio­nen sind vor Mona­ten²,³ erfolgt. Wenn nun Pas­sa­gen zur Bespre­chung in online-Medi­en frei gege­ben wer­den geschieht es nicht ohne Grund, ich ver­mu­te, es soll dadurch der Absatz geför­dert werden.

 

Frau Milert pro­mo­tet pro­fes­sio­nell, die Erlaub­nis Aus­zü­ge zu nut­zen sind kei­ne 'Wohl­tat' son­dern Kal­kül, weil bei 'kraut­re­por­ter' [KR] (offen­bar zu Recht) eine gro­ße Zahl von 'emp­fäng­li­chen' Per­so­nen aus der *Kuschel­ecken­zeit* in Kin­der­gär­ten und Schu­len mit ent­spre­chen­dem Zuwen­dungs­be­dürf­nis und Hang zur Har­mo­nie, in der Leser­schaft ver­mu­tet werden.

Ich habe einen Nach­mit­tag lang recher­chiert und eini­ges zu Tage gefördert:

Das eige­ne Unver­mö­gen ein Kind zu erzie­hen und sich kon­se­quent zu ver­hal­ten wird mit Depres­si­on, Druck von außen und all­ge­mei­nen Zwän­gen ent­schul­digt - da fra­ge ich mich:
- Was machen Men­schen mit weni­ger gut bezahl­ten Jobs?
- Ohne ein Netz­werk aus der beruf­li­chen Position?
- War­um hat die Autorin/Mutter nicht die beruf­li­che Bela­stung redu­ziert und sich um das Kind gekümmert?
- War­um war der Vater so wenig prä­sent, wenn er doch nur um die Ecke wohnte?

In einer der Bespre­chun­gen taucht kurz der (koope­ra­ti­ve) Vater auf, zu dem die Toch­ter 'ver­schickt' wird um sie aus dem Milieu zu lösen - aber die Toch­ter ist, ohne Wider­stand durch die Mut­ter, ruck-zuck wie­der in Ham­burg und geht so, unge­bremst von der heu­te so reu­igen Mut­ter, ihrem Ende entgegen ....
Tut mir leid, die *sto­ry* von der gebeu­tel­ten, trau­ern­den und zer­knirsch­ten Mut­ter passt nicht zu dem Ein­druck aus den Texten.

 

Gemein­schaft­lich finan­ziert von Sozi­al­ver­bän­den, Arbeits­amt und Wohlfahrtspflege.

Der Vater:
Dazu schreibt Frau Mila fol­gen­des in einem Kom­men­tar '.. Lea hat­te schon noch Kon­takt zu ihrem Vater. Da wir aber in spä­ter in ver­schie­de­nen Städ­ten wohn­ten, war er nicht unmit­tel­bar an ihrem All­tag betei­ligt .. aber auf­grund der Tren­nung war er im All­tag eben nicht prä­sent. Aus ver­schie­de­nen Grün­den habe ich mich .. auf mei­ne und Leas Sicht beschränkt ..'

¹ Tho­mas Stol­ze; Ima­gi­ne Ver­lag: LOKOMOTION – hans­an­ord; www.hansanord-verlag.de
"Tage­buch einer Sehn­Sucht"; Ina Milert (Preis: 14,90 €; ISBN: 978−3−947145−09−6) Sach­buch, 2019; 192 Sei­ten; Erschei­nungs­ter­min: 18. Febru­ar 2019; Abmes­sung: 211mm x 128mm x 22m; Gewicht: 261g; Johann-Bier­sack-Str. 9; D 82340 Felda­fing; Deutschland.

²focus

³Bri­git­te
Wie ich den Tod mei­ner Toch­ter über­leb­te - eine Mut­ter erzählt
BRIGITTE.de-Leserin Ina Milert ver­lor ihre Toch­ter Lea (18), die kei­nen Lebens­mut mehr hat­te. Die Mut­ter blieb zurück, vol­ler Selbst­vor­wür­fe und Trauer.

bookmark_borderUngezügelter Genuss

" .. es ist eine Krank­heit unse­rer Zeit, dass unge­zü­gel­ter Genuss ein Ersatz für Lebens­sinn sein soll .. "

Die­sen Satz las ich kürz­lich, und es ging dabei um Part­ner­schaft und Sexua­li­tät, um Poly- und Mono­ga­mie. Ein tol­ler, sehr lesens­wer­ter Arti­kel zu die­sem The­ma, das Beste, was ich seit lan­gem dazu gele­sen habe. 

Hier ver­le­ge ich mich auf eine ande­re Vari­an­te des 'unge­zü­gel­ten Genus­ses': Kaufen!
Nicht nur 'unge­zü­gelt', son­dern zugleich 'sofort', also *instant reward*, das ist es, was uns Wer­bung (= Mar­ke­ting) sug­ge­riert, wozu sie uns ver­lei­ten will. Was wir täg­lich viel­hun­dert­fach über Auge und Ohr, und, wenn wir an Bäcke­rei­en vor­bei­ge­hen, auch über den Geruch, ein­ge­trich­tert bekom­men. Was schließ­lich selbst den eiser­nen Vor­satz - sich nicht ver­ein­nah­men zu las­sen - irgend­wann in sich zusam­men­stür­zen lässt.
"Haben, haben - wie die Raben!" Das 'Besit­zen' von mate­ri­el­len Din­gen wird zum Ersatz für tat­säch­li­che Lebens­qua­li­tät, Ersatz für Bin­dung mit Per­so­nen, zum Vor­zei­ge­ele­ment für (ver­meint­li­chen) Lebens­er­folg. Wie schnell ver­pufft jedoch der *Kick* - spä­te­stens wenn das Objekt der Begier­de gekauft ist ver­fliegt sein Wert im Nichts .... und schon wird das Augen­merk auf die näch­ste Sache gelenkt. Kon­sum. Unge­zü­gel­ter Genuss. Ersatz für Sinn in einer auf sinn­lo­se Attri­bu­te aus­ge­rich­te­ten Gesellschaft.

So, wie "Ste­ter Trop­fen" den Stein höhlt, so wer­den wir durch die bestän­di­ge Berie­se­lung 'sturm­reif' geschos­sen, wer­den über­wäl­tigt und grei­fen schließ­lich zu, obwohl wir grund­sätz­lich mit Allem aus­ge­stat­tet sind was wir zum Über­le­ben brau­chen. Min­de­stens wenn wir uns in Euro­pa bewegen.

Was hilft uns aus die­sem Dilem­ma, was hilft Beson­nen­heit zu bewah­ren, was hilft sein Bud­get nicht zu über­schrei­ten - kurz: Nur das zu kon­su­mie­ren was wir tat­säch­lich benö­ti­gen um zu leben?

Ich schrei­be 'mal ein paar Mög­lich­kei­ten auf die ich hilf­reich fin­de - wür­de mich sehr freu­en, wenn noch ein paar Ideen von Lesen­den dazu kommen ....:

  • Ich habe stets maxi­mal 20,-€ an Bar­geld bei mir

    War­um soll­te ich mehr dabei haben? Heut­zu­ta­ge fin­det man an jeder Ecke Geld­au­to­ma­ten wenn es wirk­lich ein­mal drin­gend sein soll­te mehr Bar­geld zu haben.

  • Ich kau­fe bestimm­te Arti­kel nur mit Geld von einem dafür vor­ge­hal­te­nen Konto

    Für bestimm­te Zwecke habe ich zuge­ord­ne­te Kon­ten: Tan­ken und alles was das Auto betrifft von einem Kon­to, Ein­käu­fe für den Haus­halt von einem ande­ren Kon­to, usw. - und wenn kein Geld mehr auf dem Kon­to ist wird nichts mehr gekauft!
    [Wie­der­keh­ren­de Zah­lun­gen, monat­lich, quar­tals­wei­se oder jähr­lich wer­den von einem wei­te­ren Kon­to bezahlt, auf das ein fester monat­li­cher Betrag über­wie­sen wird - so erspart man sich die Über­le­gung von was sol­che Zah­lun­gen jeweils getä­tigt wer­den sollen.]

  • Eine Kre­dit­kar­te benut­ze ich wenn eine ande­re Zah­lungs­me­tho­de weni­ger sicher wäre

    Das kommt bei sol­chen Käu­fen vor, die im Aus­land getä­tigt wer­den. Da will ich nicht, dass mei­ne Kon­to­da­ten von Giro­kon­ten über Län­der­gren­zen gehen (Aus­nah­me ist da nur Über­wei­sung an mir per­sön­lich bekann­te Menschen)

  • Ich kau­fe nicht von *Grab­bel­ti­schen* auf die Ware unsor­tiert geschüt­tet wird

    Es ist eine beson­ders abscheu­li­che Zumu­tung den Kun­den in Waren­ber­gen wüh­len zu las­sen anstatt die Ware über­sicht­lich sor­tiert anzu­bie­ten. Jede 'Ord­nung' erfor­dert Per­so­nal, daher gilt im Umkehr­schluss: wer nicht sor­tie­ren läßt will nur den Pro­fit erhö­hen, zu Lasten der Kunden.

  • Ich kau­fe kei­ne *Son­der­an­ge­bo­te*

    Son­der­an­ge­bo­te sind meist Arti­kel 'die weg müs­sen', also Platz schaf­fen sol­len für neue Ware oder sie sind min­der­wer­tig pro­du­ziert, was den nied­ri­gen Preis recht­fer­tigt, sehen aber - bei­spiels­wei­se durch die Ver­packung - wert­voll aus.

  • Wenn ich etwas kau­fen will über­le­ge ich was ich dafür ent­sor­gen will* 

    Die mei­sten Men­schen kla­gen über zu viel Klin­ker­kram der bei ihnen her­um­steht. Dabei ist doch ganz ein­fach das zu ver­hin­dern indem man nicht immer­zu etwas kauft, was das Pro­blem verschlimmert.

* Beispiel:
Zwar ist es eine schö­ne neue Tas­se mit einem tol­len Spruch
- aber wel­che der zwan­zig(?) ande­ren Kaf­fe­pöt­te wer­fe ich dafür weg?

bookmark_borderWussten Sie ....

Wuss­ten Sie, dass heu­te "bring your dog to work day" ist?

Nein?
Ich auch nicht.

Aber dann kam der Holz­wer­ker vor­bei und fing an hier die Bal­kon­bret­ter zu mon­tie­ren und demontieren.
Wäh­rend­des­sen schau­te sein treu­er Bel­lo nicht weit von ihm ent­fernt in die Gegend ....

[Ich wet­te, der Herr nömix, wo er doch anson­sten alle die­se Tage wür­digt, kennt die­sen Gedenk­tag noch nicht]