bookmark_borderRevisited: Von 'alten Jungfern'
und 'Frauen in Frust' ....

Man kommt ja im Lau­fe eines Berufs­le­bens mit so man­chen außer­ge­wöhn­li­chen Leu­ten in Kon­takt - sei es als Kol­le­gen, als Geschäfts­part­ner oder als Dienstleister ....

Über die bei­den letz­ten Kate­go­rien gäbe es Bän­de zu berichten.
Heu­te will ich mich aber auf Kol­le­gen beschränken ....

Männ­li­che Kol­le­gen sind eher unkompliziert:
Sie den­ken und han­deln über­schau­bar und kal­ku­lier­bar immer dann, wenn sie ein Fünk­chen Ver­stand besit­zen und nicht Trieb-gesteu­ert sind. Im letz­te­ren Fall wer­den sie näm­lich unkal­ku­lier­bar - so wie die mei­sten weib­li­chen Kol­le­gin­nen. Was so auch wie­der nicht ganz kor­rekt ist, denn kal­ku­lier­bar sind die Kol­le­gin­nen schon, nur lei­der mei­stens unbe­re­chen­bar, man weiß nie, wann sie in wel­che Stim­mung 'fal­len' - das hängt manch­mal nur von Klei­nig­kei­ten ab und damit sind wir auch schon mit­ten drin in der Problematik ....

'Alte Jung­fern' heißt es im Titel, also fan­ge ich damit ein­mal an. Die sind 'mal genau­so jung und unter­neh­mungs­freu­dig gewe­sen wie ande­re Frau­en, nur hier und da ein wenig anspruchs­vol­ler .... mit zuneh­men­dem Lebens­al­ter immer anspruchs­vol­ler - und plötz­lich muß­ten sie erken­nen, daß alle Män­ner die ihren hoch­ge­steck­ten Erwar­tun­gen genü­gen 'vom Markt gefegt' waren und übrig sind nur noch Jene gewe­sen die sie sowie­so nicht woll­ten .... ein Teil der 'alten Jung­fern' hat es dann mit Ver­hei­ra­te­ten ver­sucht, hät­te ja sein kön­nen, daß der eine oder ande­re mehr als nur ein sexu­el­les Aben­teu­er sucht und es ihm wie Schup­pen von den Augen fällt wel­che Per­le er da glit­zern sieht .... Na, das geht in den mei­sten Fäl­len trotz der ehren­wört­li­chen Ver­spre­chen Frau und Kind nach dem näch­sten Weih­nachts­fest zu ver­las­sen nicht gut. Es kommt Ostern, dann sind Som­mer­fe­ri­en und es geht und geht wie­der nicht - und plötz­lich ist schon wie­der Weih­nach­ten .... die Klü­ge­ren unter den 'alten Jung­fern' - sofern man davon spre­chen kann wenn sie sich auf so eine Bezie­hung ein­ge­las­sen haben - mer­ken dann irgend­wann: Es wird nichts! Schließ­lich besin­nen sie sich und behaup­ten fort­an als 'Sin­gle' wären sie gestar­tet, als 'Sin­gle' woll­ten sie ihr Leben been­den, das sei auch gut so und um Got­tes­wil­len wären sie doch nicht auf der Welt einem 'Kerl' sei­ne schmut­zi­gen Unter­ho­sen zu waschen .... sie wer­den irgend­wann "Erb­tan­ten" und küm­mern sich bis dahin um die Kin­der von ande­ren Leu­ten, z.B. von ihren Geschwistern ....

Ohne den Umweg über ver­hei­ra­te­te Män­ner haben das die ande­ren 'alten Jung­fern' schon frü­her in Angriff genom­men und sie tun alles um sich als die 'bes­se­ren Müt­ter' zu erwei­sen - so lan­ge, bis die rich­ti­gen Müt­ter die Nase davon voll haben und Krach schla­gen .... dann zie­hen sie sich erst 'mal belei­digt zurück um dann spä­ter doch wie­der auf­zu­tau­chen und sich - unter Ein­hal­tung der Regeln - wie­der rüh­rend um frem­den Nach­wuchs zu sorgen ....

Ein klei­ner Teil indes­sen ist sich von Anfang an selbst genug. Die­se 'alten Jung­fern' sind oft wirk­lich der Mei­nung es sei 'unrein' einen Mann an sich her­an­zu­las­sen und Sex? Iiiih! Bah! Bewah­re! Oft beob­ach­tet man, daß sie selbst 'männ­li­che' Züge anneh­men, sie trei­ben 'Män­ner­sport', sau­fen wie die Ker­le, und ver­su­chen so dar­über hin­weg­zu­täu­schen daß sie Frau­en sind .... wahr­schein­lich wei­nen sie Nachts in ihr Kis­sen und behaup­ten dann sie hät­ten nur fürch­ter­lich geschwitzt ....

Ja, lie­be Lesen­den, nun fra­gen sie sich: Der hat doch am Anfang gesagt von Kol­le­g/in­n/-en schrei­ben zu wol­len - wo steht denn dazu bis­her 'was? Gemach, die Vor­ge­nann­ten als Kol­le­gin­nen kom­men jetzt:

Typ I - also die 'alten Jung­fern' die noch Anschluß suchen - spit­zen ihre Lip­pen und heben ihren Busen sobald ein oder meh­re­re Män­ner in Sicht sind, sie ver­su­chen durch glocken­hel­les Lachen und viel zu lau­te Hei­ter­keit - oft an der fal­schen Stel­le, aber das fällt ihnen nicht auf, Haupt­sa­che Hei­ter­keit - die Män­ner für sich zu gewin­nen .... die eine oder ande­re Berüh­rung, Arm, Schul­ter, Hand, eher wie zufäl­lig wer­den durch "neben-dem-Opfer-auf-den-Tisch-set­zen" und koket­te Dre­hun­gen situa­tiv ein­ge­setzt .... ver­schmäht vom Objekt ihrer Akti­vi­tä­ten sin­nen sie auf Rache, der Kol­le­ge wird hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand diver­ser Ver­ge­hen bezich­tigt und über­haupt ist er ja auch fach­lich und so wei­ter ..... ver­bie­ster­te, gif­ti­ge Zimt­zicken! Zimt auch des­we­gen, weil sie etwas mol­lig sind - von den Frust-Gebäck­stücken oder dem Hap­pen zuviel weil sie ja auf Män­ner­fang waren und nicht die Eßmen­ge kal­ku­lie­ren konnten ....

Typ II - also die 'alten Jung­fern' die es von vorn­her­ein gar­nicht erst ver­su­chen Anschluß zu fin­den - die­se Sor­te ist als Kol­le­gin schon des­we­gen gefähr­lich, weil sie bestän­dig auf eine Chan­ce lau­ern ihre Über­le­gen­heit zu den - nie­mals 'mul­ti-tas­king-fähi­gen' Män­nern zu bewei­sen .... sie ken­nen alle Vor­schrif­ten aus­wen­dig und wenn ein Vor­gang im Pro­to­koll stand kön­nen sie Ort und Stun­de nen­nen .... sie sind über­ef­fi­zi­ent, das heißt: Sie tun auch sol­che Din­ge die eigent­lich nicht getan wer­den müß­ten und wei­sen hef­tigst dar­auf hin wie außer­or­dent­lich auf­op­fe­rungs­voll sie sich für das Unter­neh­men ein­set­zen - wehe dem männ­li­chen Kol­le­gen, der sich mit ihnen in Dis­kus­sio­nen ein­läßt und nicht die Unter­la­gen zu den Vor­gän­gen der letz­ten Jah­re dabei hat: Er wird immer den kür­ze­ren zie­hen .... über­eif­ri­ge, para­gra­phen­rei­ten­de Recht­ha­be­rin­nen! Ist es da ein Wun­der, wenn sie sich 'vege­ta­risch' ernähren?

Typ III - also die 'Son­der­grup­pe alte Jung­fern' die zu gut ist für jeden Mann - das sind die, die sich so in die Arbeit hin­ein­wüh­len, daß man frü­her oder spä­ter von höhe­rer Stel­le nicht mehr an ihnen vor­bei­kommt - zumal sie sich stän­dig bei den Vor­ge­setz­ten anbie­dern, ihnen den neue­sten Klatsch zutra­gen und wenn es noch üblich wäre Akten­ta­schen zu tra­gen: Dann wäre hier die Kate­go­rie die sich dar­um rei­ßen wür­de .... eil­fer­ti­ge, ver­trock­ne­te und see­len­lo­se Mon­ster die für eine Füh­rungs­po­si­ti­on ihre eige­ne Groß­mutter ver­kau­fen würden ....

Eine "Vari­an­te" von Typ III gibt es noch: Die 'ver­hei­ra­te­ten alten Jung­fern' ...! Zunächst ein schein­ba­rer Wider­spruch, doch - ruhig Blut! - die Auf­lö­sung folgt ja schon: Sie ent­spre­chen genau dem Typ III - aller­dings schmücken sie sich mit einem Mann, so wie man ein schö­nes Sofa oder einen wert­vol­len Tep­pich besitzt. Der Mann tritt nie in Erschei­nung, wird nie mit­ge­nom­men, nur ab und an aus dem Hut gezau­bert wenn es dar­um geht auch die­se Facet­te des Lebens als 'erle­digt' nach­zu­wei­sen .... ach ja, die­ser Typ wür­de natür­lich den Mann opfern - anstatt der Großmutter ....

So, und nun feh­len noch die 'Frau­en in Frust' ....
Davon mehr in einem wei­te­ren Bei­trag - wenn sie die­sen Rund­um­schlag hier ver­daut haben ....

Nun wer­den sie sich fra­gen ob ich Bei­spie­le zu den jewei­li­gen Kate­go­rien kenne.

Ja.

Da, wo ich zuletzt gear­bei­tet habe gab es die - in 'Rein­form' und als 'Misch­typ', wie das Leben so spielt .... sie tum­meln sich noch und glau­ben sich 'unent­deckt', die Clau­di­as, die Elkes, die Niko­las, die Bea­tes und Sabinen ....

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[Erst­ver­öf­fent­li­chung: 25. Jul 2008 @ 01:13]

bookmark_borderVom Nachdenken

Tag­täg­lich sit­zen Aber­tau­sen­de von Inge­nieu­ren über ihren Plä­nen, Zeich­nun­gen und Zah­len­ko­lon­nen, sie erpro­ben in Labo­ren und Frei­land­ver­su­chen, ver­bes­sern, ver­fei­nern, justie­ren nach .... und schließ­lich kommt es auf den Markt, das gut durch­dach­te, per­fekt funk­tio­nie­ren­de und siche­re Ergeb­nis all die­ser Bemühungen.

Dann erreicht es die 'durch­schnitt­li­che' Hausfrau.
Oder den 'durch­schnitt­li­chen' Haus­mann, heutzutage.

Was pas­siert dann?

Alle Mühen die in den Pro­duk­ten stecken sind hinfällig.
Theo­rie trifft Praxis.
Pla­nung trifft Intuition.
Bedacht­sam­keit trifft Improvisation.

Ken­nen Sie die­se Kör­be, die in Spül­ma­schi­nen für das Besteck vor­han­den sind?
Bestimmt, denn mehr als zwei Drit­tel aller deut­schen Haus­hal­te ver­fü­gen über ein sol­ches Gerät.

Die­se Kör­be ste­hen exem­pla­risch für all das Inge­nieur­wis­sen- und pla­nen, das wei­ter oben beschrie­ben ist. 

Zugleich steht es für die völ­li­ge Nutz­lo­sig­keit all die­sen Auf­wan­des - denn was die Benut­zer damit machen ist nicht das, was die Inge­nieu­re geplant haben. Wie bei den Besteckkörben.

Um Sie nicht zu lang­wei­len neh­me ich nur einen klei­nen Teil die­ser Besteck­kör­be heraus:
Es gibt dort Fächer die tie­fer, also höher, ande­re die fla­cher sind.
War­um wohl?
Damit man beim Lee­ren der Maschi­ne nach Tee­löf­feln nicht in den tie­fe­ren Fächern suchen muß, weil sie so kurz sind, dass sie dar­in völ­lig ver­schwin­den. Die gehö­ren daher in die fla­che­ren Fächer. Soweit die Theorie.

Was aber machen Haus­frau und Hausmann?

Sie grei­fen das Besteck, das schmut­zi­ge Bün­del, das vor­her auf der Spü­le ange­häuft wur­de, und wer­fen es ohne jede Dif­fe­ren­zie­rung ein­fach so in den Besteckkorb ....
Schimp­fen womög­lich noch dabei, wenn ein gro­ßer Löf­fel oder ein Vor­le­ge­teil wie­der her­aus­fal­len, weil sie in den fla­che­ren Korb­teil gera­ten - und dafür ja ganz objek­tiv zu lang sind.

So wer­den inten­si­ves Bemü­hen unzäh­li­ger Inge­nieu­re über vie­le Jah­re und unter gro­ßem Auf­wand gewon­ne­ne Opti­mie­run­gen in Sekun­den­bruch­tei­len hin­fäl­lig, total über­flüs­sig, keh­ren sich gar ins Gegen­teil um.

Ver­ste­hen Sie nun, war­um es immer mehr Juri­sten, Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler und Leh­rer gibt?

Nicht?
OK, dann schau­en Sie sich mal das soge­nann­te "Flu­sen­sieb" ihrer Wasch­ma­schi­ne an.
Jaa-ha, sowas gibt es dort!
Und Sie wer­den sehr erstaunt sein, was man dar­in alles findet ....

bookmark_borderNur Bild & Ton
Vom schleichend sich erweiternden Analphabetismus

  • " .. Es man­gelt rund 7,5 Mil­lio­nen Deut­schen zwi­schen 18 und 64 Jah­ren in gro­ßem Maß an Schrift­spra­che­kennt­nis­sen. Genau­er: Knapp fünf Mil­lio­nen kön­nen nur ein­zel­ne, kur­ze Sät­ze lesen und schrei­ben, wei­te­re zwei Mil­lio­nen kom­men über ein­zel­ne Wör­ter nicht hin­aus, und etwa 300 000 Men­schen schei­tern selbst dar­an. Sie alle gel­ten zumin­dest als funk­tio­na­le Analpha­be­ten .. " [Quel­le]
  • " .. Fast ein Zehn­tel der Men­schen in Deutsch­land sind funk­tio­na­le Analpha­be­ten .. " [Quel­le]
  • " .. Bei wei­te­ren 13 Mil­lio­nen Men­schen oder 25,9 Pro­zent der erwerbs­fä­hi­gen Bevöl­ke­rung tritt feh­ler­haf­tes Schrei­ben selbst bei gebräuch­li­chen Wör­tern auf .. " [Quel­le]
  • " .. Die Zahl der Feh­ler pro 100 Wör­ter stieg von durch­schnitt­lich sie­ben im Jahr 1972, auf zwölf im Jahr 2002 und dann noch ein­mal auf 17 Feh­ler im Jahr 2012. Das ist inner­halb von vier­zig Jah­ren mehr als eine Ver­dop­pe­lung der Feh­ler­quo­te. .. " [Quel­le]

Es ist nicht zu leugnen: 
Selbst in einem so hoch ent­wickel­ten Land wie unse­rem gibt es Analpha­be­ten, mehr männ­li­che als weib­li­che, und inter­es­san­ter­wei­se sind sie über­wie­gend berufstätig. 

Die bereits 'erkann­ten' Analpha­be­ten sind erst der Anfang. Denn wir sind auf einer Abwärts­spi­ra­le was das "sinn­erfas­sen­de Lesen von Text(-en)" angeht. 

Geprägt von Wer­bung und Comics, Com­pu­ter­spie­len und Musik, die ohne die dahin­ter lie­gen­den Bil­der nichts­sa­gend und unver­ständ­lich wäre, und von der aus­ufern­den Nut­zung der soge­nann­ten "smart pho­nes", ent­wickelt sich der visu­el­le Kanal zum wich­tig­sten Infor­ma­ti­ons­dienst des moder­nen, medi­en­nut­zen­den Men­schen. Aller­dings nicht in Form von Text und Spra­che, son­dern in Form von Bild & Ton.

Schau­en wir ein­mal zurück:
Wur­den bei der Ein­füh­rung von "sms" noch ver­ständ­li­che Sät­ze for­mu­liert, so ver­än­der­te sich der Text immer mehr zu Kür­zeln. Ent­ge­gen der damals ver­tre­te­nen Auf­fas­sung eini­ger Päd­ago­gen, das sei eine Jugend­er­schei­nung, die sich spä­ter wie­der aus­glei­chen wer­de, scheint es doch Spu­ren bei der Alpha­be­ti­sie­rung hin­ter­las­sen zu haben - wie sonst wären die stei­gen­den Zah­len von Analpha­be­ten zu erklären?

Wer­be­bot­schaf­ten stel­len ver­kürzt das dar, was der Kon­su­ment über ein Pro­dukt wis­sen soll. Da braucht es nicht viel Text, da braucht man nur eini­ge Bil­der, die Emo­tio­nen anspre­chen. Text ist da eher im Wege.

Die Poli­tik hat den Zug der Zeit erkannt: Pro­gram­ma­tik ist etwas für Hin­ter­zim­mer, dem Sou­ve­rän, den Wäh­lern, wirft man Satz­fet­zen und Slog­an­frag­men­te, viel­leicht noch hier und da sogar einen kom­plet­ten, dann aber völ­lig sinn­be­frei­ten Satz vor.

Der 'Sie­ges­zug' eini­ger Kid­die- und Jugend­blogs, die weit­ge­hend davon pro­fi­tie­ren puber­tie­ren­den Kin­dern die Seg­nun­gen der Kos­me­tik- und Beklei­dungs­in­di­strie - sozu­sa­gen von Teen zu Teen - nahe zu brin­gen und sie zum Kauf bestimm­ter Mar­ken zu bewe­gen, sind ein bered­tes Bei­spiel dafür.

"twit­ter" - ein soge­nann­ter Kurz­nach­rich­ten­dienst - wäre ohne Bil­der zu eini­gen tweets höchst lang­wei­lig. Denn wenn auch Bon­Mot auf Bon­Mot folgt, die Poin­ten nur so ras­seln und in der Kür­ze ja sowie­so die Wür­ze liegt, die paar Zei­chen rei­chen tat­säch­lich und objek­tiv nicht zum Aus­tausch von ver­ständ­li­chen Argu­men­ten aus. Auch dort reicht es wie­der nur zu paro­len­haf­ten Kür­zeln und Flos­keln.
{Der Herr Patho­lo­ge wird mir den vor­her­ge­hen­den Satz sicher ver­zei­hen}
.

Seit Jahr­tau­sen­den gel­ten die Fer­tig­keit zu schrei­ben und Geschrie­be­nes zu lesen als wesent­li­che Kul­tur­stu­fe, von der an sich Gesell­schaf­ten auf die­sem Pla­ne­ten ent­wickelt haben. Wir sind auf dem besten Wege das Bei­des abzu­schaf­fen. Es durch Bil­der zu erset­zen. Selbst Bil­der sind nicht mehr für sich genom­men aus­sa­ge­fä­hig, man muß viel­fach den Zusam­men­hang ken­nen um den Inhalt zu ver­ste­hen - sie­he Vide­os zu aktu­el­ler Jugendmusik.

Die­se Belie­big­keit der Aus­sa­ge wird noch ver­schärft wenn man an die Mög­lich­kei­ten denkt die Daten zu mani­pu­lie­ren. Wem gehö­ren die Daten und wer kann sie über­haupt ver­än­dern? Was ist Wahr­heit in der Form von Daten­ban­ken, im Zeit­al­ter von Algo­rith­men, die anstatt des Men­schen die Aus­wahl und Ein­schät­zung von Per­son und Per­sön­lich­keit vornehmen.

Der anhal­ten­de Trend zur Nut­zung elek­tro­ni­scher Maß­nah­men als Ersatz für phy­sisch vor­han­denn Zugangs­sy­ste­me, die Video-Dar­stel­lung des Aus­packens einer gekauf­ten Ware als Unter­hal­tung (?) - auch das Bei­spie­le einer irre­ge­lei­te­ten Ent­wick­lung weg von Spra­che und Ver­ant­wor­tung .... die Com­pu­ter wer­den es schon richten.

Oder neh­men wir den Trend zum selbst­fah­ren­den Auto - wer braucht dann noch Ver­kehrs­re­geln ler­nen? Wie­der ein Feld in dem Spra­che über­flüs­sig wird. Wie übri­gens auch gan­ze Berufs­zwei­ge, man den­ke an Spe­di­tio­nen und Taxi­un­ter­neh­men und deren Bedienstete.

Wir wer­den Gene­ra­tio­nen auf die­sem Pla­ne­ten haben, die es nicht mehr nötig haben wer­den selbst lesen und schrei­ben zu kön­nen, es reicht wenn sie eini­ger­ma­ßen ver­ständ­lich SAGEN kön­nen was ihr der­zei­ti­ges Begehr ist, ihr All­tag wird sowie­so von Com­pu­tern struk­tu­riert sein. 

Zugleich sind die vor­ge­nann­ten Berei­che ohne Lese­not­wen­dig­keit ein Bei­spiel, wie immer weni­ger intel­li­gen­tes Han­deln von Men­schen ver­langt wer­den wird. Klar, es braucht eine dün­ne Intel­li­genz­schicht die die Com­pu­ter steu­ert und als Reser­ve da ist, wenn ein­mal die Elek­tro­nen ver­rückt spielen.

Wenn wir es dar­auf ankom­men las­sen wer­den selbst die Intel­li­genz­ler sich eines Tages über­flüs­sig gemacht haben: Sie wer­den sich selbst pro­gram­mie­ren­de & ver­bes­sern­de Com­pu­ter erschaf­fen haben und damit über­flüs­sig, über­flüs­si­ger geht gar­nicht, weil die Rechen­ka­pa­zi­tät ein Viel­fa­ches des­sen aus­macht was der Mensch in glei­cher Zeit­ein­heit an Pro­gramm oder Ana­ly­se zu schrei­ben (!) in der Lage wäre.

Wehe, wehe, wenn es dann ein­mal einen "black­out" oder Com­pu­ter­fehl­ein­schät­zun­gen gibt - da heißt es daten­nmä­ßig anonym zu sein oder der Daten­ma­ni­pu­la­ti­on fähig .... das ist eine bedrücken­de Zukunft, die wir da kom­men haben.

sw

bookmark_borderZwischenruf: Kappe ab!

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Diskus­si­ons­run­de im Fern­se­hen - und sowohl im Publi­kum wie auch auf dem Podi­um sit­zen 'Gäste' mit Base­ball­kap­pen auf dem Kopf. 

Im Stu­dio.

Bei wahr­schein­lich erträg­li­chen Temperaturen.

Extre­me Wet­ter­ver­hält­nis­se sind dort nicht zu erwarten.

Je nach Grund­ein­stel­lung sind Slo­gans ein­ge­stickt oder auf­ge­klebt - das ist ein wenig so wie Auf­kle­ber am Auto, mit deren Hil­fe der Umwelt die Gesin­nung der Besit­zer mit­ge­teilt werden.

Ich will sowas nicht wissen.
Ich hal­te sol­che Hin­wei­se für unnötig.
Ich mag kei­ne Kap­pen­trä­ger in geschlos­se­nen Räumen.

Ich den­ke, sie sind unhöf­lich und von sol­chen unge­ho­bel­ten Zeit­ge­nos­sen will ich gar nicht erst wis­sen was sie zu sagen haben.

Wer so wenig Per­sön­lich­keit hat, dass er/sie sich sol­cher Acces­soires bedie­nen muß 'um etwas dar­zu­stell­len', 'wer zu sein' dis­qua­li­fi­ziert sich als ernst­haf­ter Diskussionspartner.

 

PS
Noch schlim­mer sind sol­che Zeit­ge­nos­sen, die ihre Kap­pe schräg oder mit dem Schild nach hin­ten tra­gen: Persönlichkeitsersatz?

bookmark_borderWas wir aus "Hänsel & Gretel" lernen ....

.. Vor einem gro­ßen Wal­de wohn­te ein armer Holz­hacker mit sei­ner Frau und sei­nen zwei Kin­dern; das Büb­chen hieß Hän­sel und das Mäd­chen Gre­tel. Er hat­te wenig zu bei­ßen und zu bre­chen, und ein­mal, als gro­ße Teue­rung ins Land kam, konn­te er das täg­li­che Brot nicht mehr schaf­fen. Wie er sich nun abends im Bet­te Gedan­ken mach­te und sich vor Sor­gen her­um­wälz­te, seufz­te er und sprach zu sei­ner Frau: »Was soll aus uns wer­den? Wie kön­nen wir unse­re armen Kin­der ernäh­ren da wir für uns selbst nichts mehr haben?« »Weißt du was, Mann«, ant­wor­te­te die Frau, »wir wol­len mor­gen in aller Frü­he die Kin­der hin­aus in den Wald füh­ren, wo er am dick­sten ist. Da machen wir ihnen ein Feu­er an und geben jedem noch ein Stück­chen Brot, dann gehen wir an unse­re Arbeit und las­sen sie allein. Sie fin­den den Weg nicht wie­der nach Haus, und wir sind sie los.« »Nein, Frau«, sag­te der Mann, »das tue ich nicht; wie sollt ich's übers Herz brin­gen, mei­ne Kin­der im Wal­de allein zu las­sen! Die wil­den Tie­re wür­den bald kom­men und sie zer­rei­ßen.« »Oh, du Narr«, sag­te sie, »dann müs­sen wir alle vie­re Hun­gers ster­ben, du kannst nur die Bret­ter für die Sär­ge hobeln«, und ließ ihm kei­ne Ruhe, bis er einwilligte .. "
[Quel­le]

Wie sehr sich doch die Zei­ten geän­dert haben seit die Gebrü­der Grimm "Hän­sel & Gre­tel" schrie­ben - haben sie sich tat­säch­lich so sehr geändert?

Kin­der sind sel­te­ner gewor­den in unse­rer Gesell­schaft, daher wer­den sie nicht als 'Last' oder 'zusätz­li­che Esser' gese­hen. Was aller­dings immer noch nicht bedeu­tet, dass sich ab einem bestimm­ten Alter die­se Ein­stel­lung nicht wandelt.
Ich nen­ne es "Ent­so­li­da­ri­sie­rung", also den Beginn eines Zeit­rau­mes in dem Eltern ihre Kin­der nicht mehr als Freu­de, son­dern als Bela­stung emp­fin­den.

Im Tier­reich ken­nen wir die "Nest­flüch­ter" und die "Nest­hocker", erste­re sind sofort nach ihrer Geburt völ­lig unab­hän­gig und oft auch auf sich allei­ne gestellt. Die Eltern­tie­re gehen ihrer Wege und küm­mern sich nicht mehr um den Nachwuchs.
Weil wir selbst uns um unse­re Nach­kom­men­schaft bemü­hen - die offen­bar zuneh­mend, wenn auch oft unfrei­wil­lig "Nest­hocker" sind und vie­le Jah­re brau­chen bis sie auf eige­nen Füßen ste­hen - nei­gen wir dazu sol­che Tie­re, die sich ähn­lich ver­hal­ten, sich also um ihre Jun­gen küm­mern, mehr zu mögen als die soge­nann­ten "Raben­el­tern".
Was den Raben übri­gens Unrecht tut.

 
Im eng­li­schen Sprach­raum wird der Begriff "Afforda­bili­ty" ver­wen­det, was über­setzt etwa "Bezahl­bar­keit" bzw. "Erschwing­lich­keit" bedeu­tet. Das hängt wahr­schein­lich mit der beson­de­ren angel­säch­si­schen Nei­gung zusam­men Alles zu quan­ti­fi­zie­ren, meß­bar und ver­gleich­bar machen zu wol­len. Der Begriff wird im wesent­li­chen dahin ver­stan­den, ob sich 'die Jone­ses von neben­an' etwas mehr oder weni­ger lei­sten kön­nen als man selbst.

Da die wei­ter­füh­ren­den Lehr­an­stal­ten dort (z.B. U.S.A.; Kana­da; Eng­land; Austra­li­en etc.) den Eltern erheb­li­che Kosten ver­ur­sa­chen trifft der Ter­mi­nus "Afforda­bili­ty" wahr­haf­tig zu. Denn es geht man­ches nur des­we­gen nicht, weil die Eltern es sich nicht lei­sten kön­nen. Obwohl ihre Kin­der das Poten­ti­al hät­ten. Eine beson­de­re Aus­prä­gung des Kapi­ta­lis­mus, die sich in den letz­ten Jah­ren ein wenig auf­ge­weicht hat, dann bedau­er­li­cher­wei­se die Absol­ven­ten mit einem Schul­den­berg im Nacken auf Arbeits­su­che entläßt.

Eine Vari­an­te zu alle­dem wird in Deutsch­land noch immer prak­ti­ziert, es ist das "Kost­geld" [eine ins Gegen­teil der ursprprüng­li­chen Bedeu­tung ver­kehr­te Bezeich­nung, sie­he Wiki­pe­dia], das Eltern von ihren Kin­dern ver­lan­gen sobald die­se über ein eige­nes Ein­kom­men ver­fü­gen und noch zu Hau­se woh­nen. Es ist aus der Mode gekom­men, wird von man­chen Eltern aber noch ver­langt und als völ­lig nor­mal ange­se­hen. Wahr­schein­lich des­we­gen, weil sie es genau so selbst erlebt haben.

Nun ist es sehr unter­schied­lich, was die­se Eltern mit dem Kost­geld tun: Wäh­rend es man­che als Zuschlag zu ihrem Haus­halts­bud­get sehen, spa­ren es ande­re Men­schen für ihre Kin­der. Sie wol­len auf die­se Wei­se sicher sein, dass nicht im jugend­li­chen Über­schwang Geld sinn­los ver­praßt wird.

Wie gesagt, es ist nicht der Nor­mal­fall, denn meist wer­den Kin­der bis sie das Haus ver­las­sen hier­zu­lan­de mit allem ver­sorgt was sie brau­chen, inklu­si­ve einer Ausbildung.

Davon völ­lig abge­setzt tritt ein wei­te­res, ganz unter­schied­li­ches Pro­blem­feld hinzu:
Die elter­li­che Unab­hän­gig­keit, der Wunsch, trotz der Sor­ge um ihre Kin­der, ein eige­nes 'Privat'leben zu haben.

Je nach Alter und Typo­lo­gie leben Eltern die­se Wün­sche ganz ver­schie­den aus:
Wäh­rend es man­chen nur dann wohl ist wenn sie ihre Kin­der um sich haben müs­sen ande­re ihre Kin­der zwar ver­sorgt, aber mög­lichst weit weg wis­sen - und natü­lich gibt es zwi­schen die­sen bei­den Extre­men alle denk­ba­ren Varianten.

Nach mei­ner Beob­ach­tung - und hier kom­me ich auf die ein­gangs beschrie­be­ne "Ent­so­li­da­ri­sie­rung" zurück - sind die­se Ver­hal­tens­wei­sen abhän­gig von drei Faktoren:

  • Alter
  • Bil­dungs­stand
  • Umfeld
  • (und zwar genau in die­ser Reihenfolge) 

Neh­men wir bei­spiels­wei­se Frau S.(35) und Herrn H.(40). Frau S. hat einen her­an­wach­sen­den Sohn M. (14). Frau S. und Herr H. wol­len über das Wochen­en­de ver­rei­sen. Der Sohn bleibt zu Hau­se, hütet Woh­nung und Hund.
Toll, denkt der Sohn, 'sturm­frei' das gan­ze Wochenende!

Wäh­rend also Frau S. und Herr H. sich irgend­wo ver­wöh­nen & ver­wöh­nen las­sen geht zu Hau­se die Post ab .... M. lädt Kum­pel & Kum­pelinen zum Grill­fest, die Musik dröhnt, es wird von Raum zu Raum getram­pelt. Toll, der M. wünscht sich es könn­te immer so bleiben.
Wirklich?

Betrach­ten wir das noch­mal genauer:
Frau S. und Herr H. haben Spaß, die Nach­barn weni­ger. Wäh­rend sich erste­re amü­sie­ren und sich um nichts küm­mern müs­sen treibt zu Hau­se der M. sein Unwesen.
Ist ihm dabei wirk­lich so wohl wie es den Anschein hat?
Ich bezweif­le das sehr.
Er ist allein, und das in einem Alter, in dem Jugend­li­che Ori­en­tie­rung und Anlei­tung brau­chen. In dem sie einen siche­ren Rück­halt haben müs­sen. Der M. hin­ge­gen teilt die Auf­merk­sam­keit sei­ner Mut­ter mit der für ihren 'Gefähr­ten' H. - sie hat zwar die Ver­ant­wor­tung für den M., ist dem alters- und intel­lekt­be­dingt kei­nes­wegs gewachsen.

"Ent­so­li­da­ri­sie­rung" bei allen Betei­lig­ten, eine trau­ri­ge Geschich­te, die doch anfangs so posi­tiv aussah.

Hän­sel & Gre­tel - von ihren Eltern ver­sto­ßen - haben es am Ende doch geschafft. Sie haben den Wid­rig­kei­ten getrotzt.
Aber das war ja ein Märchen ....

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" .. Wer­bung und das Vor­bild der Nach­barn schaf­fen immer neue Begier­den. „Kee­ping up with the Jone­ses“, nennt man das in den USA: Die Jones von neben­an haben immer ein grö­ße­res Auto, ein schicke­res Sofa, eine bes­se­re Espres­so-Maschi­ne .. " [Quel­le]


 
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[Quel­le]

bookmark_borderWäre ich ....

Bestimm­te Per­so­nen der Zeit­ge­schich­te sind die Ana­lo­gie zu den sie­ben PLAGEN die angeb­lich die Ägyp­ter heimsuchten.

Es sind Poli­ti­ker die eine völ­lig welt­frem­de Sicht der Wirk­lich­keit haben. So weit von Erle­ben & Wahr­neh­mung der Bür­ger ent­fernt, dass selbst wohl­mei­nen­de Wäh­ler von deren Par­tei begin­nen mit dem Kopf zu schüt­teln. Und sich fra­gen, ob sie beim näch­sten Mal eine ande­re Wahl tref­fen sollen.

Für die habe ich eine Neuigkeit:
Egal wen sie wäh­len, ob CDU, CSU, SPD, Grü­ne, FDP oder AfD - sie bekom­men die­se Poli­ti­ker wie­der in glei­cher oder ver­schie­de­ner Funk­ti­on! Wie ein Bume­rang keh­ren sie via Listen & von Gna­den der Par­tei­gre­mi­en wie­der. Dank einer soge­nann­ten "Haus­macht" - eine vor­neh­me Umschrei­bung für den Filz in ihren Bun­des­län­dern, durch den sie gestützt wer­den. "Haus­macht" hat, wer "Gefal­len" getan hat, noch tut und wei­ter­hin tun wird.

Die AfD - kon­se­quen­te Fort­ent­wick­lung der FDP-Poli­tik, aller­dings noch etwas wei­ter rechts im Par­tei­en­spek­trum angesiedelt. 

Wäre ich nicht schon etwas älter, ich gin­ge zu den Demon­stra­tio­nen gegen TTIP & CETA, alles ver­han­delt & abge­nickt von Ver­tre­tern der regie­ren­den Par­tei­en. Die tota­le Ver­ein­nah­mung des Staa­tes durch gro­ße und mul­ti­na­tio­na­le Unter­neh­men. Eine Ein­fluß­nah­me, die mit­tels Geld und Steue­rungs­macht (Auf­sichts­rä­te) bestän­dig aus­ge­wei­tet wur­de - und nun kurz- oder mit­tel­fri­stig nicht mehr über­wun­den wer­den kann. Auch das eine kon­se­quen­te Fort­ent­wick­lung, weg von demo­kra­ti­scher Teil­ha­be der Bür­ger, hin zu Ent­rech­tung derer, die den Staats tra­gen und alles 'am Lau­fen' hal­ten - hin zu denen, die ihre Posi­tio­nen absi­chern. Da sind Wah­len end­gül­tig zu Pflicht­übun­gen, zum schö­nen Schein angeb­li­cher Volks­macht verkommen.

Die Kum­pa­nei geht so weit, dass Gesetz­ge­bung mit­tels der von den Regu­lie­run­gen Betrof­fe­nen erar­bei­tet und spä­ter im Par­la­ment nur noch abge­nickt wird. Frak­ti­ons­zwang, eine Krücke, die es den Abge­ord­ne­ten leicht macht ihr "Gewis­sen", dem sie allei­ne ver­pflich­tet sein sol­len, zu beru­hi­gen oder ganz zum Schwei­gen zu bringen.

Stel­len Sie sich mal eine Poli­tik in Deutsch­land ohne Schäub­le, v.d. Ley­en, See­ho­fer, Dob­rindt, Gabri­el, Stein­mei­er und Nah­les vor. Schlech­ter als heu­te wür­de es bestimmt nicht ....

bookmark_border"Mit Essen spielt man nicht!"

 
An den Satz [Titel des Bei­tra­ges] kann ich mich des­we­gen so gut erin­nern, weil ich als Kind einen gescheck­ten 'Blut­wurst­hund" aus einer Wurst­schei­be her­aus­ge­knab­bert habe - und als mein Vater das sah gabs 'was hin­ter die Ohren .... früh­kind­li­ches Trau­ma, Ver­lust jeder Initia­ti­ve wei­ter krea­tiv zu sein ;c)

Nein, ich habe kei­nen Scha­den genom­men, war ein paar Tage nicht gut auf mei­nen Vater zu spre­chen und im Rück­blick kann ich ihn sogar ver­ste­hen. Die schlim­men Jah­re von Nah­rungs­man­gel - wegen des Krie­ges - waren ja zu die­ser Zeit gera­de vor­über und das, was es zu kau­fen gab, war Anfang der fünf­zi­ger Jah­re (1950!) noch sehr viel 'wert­vol­ler' als wir es uns heu­te vor­stel­len kön­nen - sofern man es nicht, wie ich, noch am eig­nen Lei­be ver­spürt hat.

Nun will ich bestimmt nicht dar­auf hin­aus Spar­sam­keit und Ent­halt­sam­keit beim Essen zu pre­di­gen. Obwohl es heut­zu­ta­ge bestimmt für eine Men­ge Leu­te angbracht wäre.

1Ich esse gern das Gebäck, das als "Rus­si­sches Brot" bezeich­net wird. Und damit spie­le ich hem­mungs­los eine Art von Scrabb­le, indem ich es zu Wor­ten dra­pie­re. Unpas­sen­de Buch­sta­ben müs­sen gleich ver­zehrt wer­den, ein ange­neh­mer Nebeneffekt.

Wahr­schein­lich mag ich es des­we­gen so gern - und weil es so ziem­lich das ein­zi­ge Gebäck war, das nach dem Krieg rasch wie­der in den Tan­te-Emma-Läden ver­kauft wur­de, da es ohne Fett her­ge­stellt wird.
Das war auch Jah­re nach dem Krieg noch Mangelware. 

Wie bekannt wer­den sol­che Gewohn­hei­ten in frü­her Kind­heit geprägt, und bei mir war es eben das ABC-Gebäck. So wird es näm­lich auch genannt. 

Der Han­no­ver­sche Dau­er­back­wa­ren-Spe­zia­list Bahl­sen ver­treibt eine Sor­te Rus­sisch Brot unter der Bezeich­nung „Leib­niz-ABC“, das kau­fe ich nicht mehr so häu­fig. Denn seit Jah­ren schon gibt es eine Vari­an­te aus Dres­den, Dr. Quendt Back­wa­ren, die erstens genau­so gut schmeckt und zwei­tens noch um eini­ges preis­wer­ter ist.

Es gibt sogar eine Schrift­art die "Rus­si­sches Brot" heißt - und man kann sie kosten­frei her­un­ter­la­den.
 
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PS 
Der Text ganz oben heißt übri­gens: "bald" & "hare", zu Deutsch "Glat­ze" & "Hase" ....


 

bookmark_borderIslam von Innen - eine Studie

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.. Mehr "mit" Mus­li­men reden als "über" sie - und zwar mit den Men­schen vor Ort und nicht mit Funk­tio­nä­ren. Und wenn das alles nichts hilft, müs­se den Moschee­ge­mein­den auch mal klar gemacht wer­den, "wo sie hier eigent­lich leben" .. 


[Aus: Reli­giö­ser und radi­ka­ler;
Eth­no­lo­gin¹ ver­öf­fent­licht Drei­jah­res­stu­die zu Mus­li­men in Deutsch­land;
San­dra Trau­ner (dpa)]

 

In der Dis­kus­si­on zum Islam fehlt es in den aller­mei­sten Fäl­len an ver­läß­li­chen Infor­ma­tio­nen. In die­ses Vacu­um streu­en die inter­es­sier­ten Het­zer - aller­dings auch die unkri­ti­schen Islam­freun­de - je nach poli­ti­scher Gesin­nung ihre Mei­nung und ver­quir­len das dann zu "dem Islam". Den sie zu erken­nen glauben. 

Wie zu erwar­ten ten­diert das zu den Extre­men. Ent­we­der Ver­teu­fe­lung oder Lob­prei­sung. Dazwi­schen zu tre­ten und - mit Fak­ten unter­mau­ert - ein Bild es "wah­ren Islam in Deutsch­land" zu zeich­nen ist wich­tig, bringt aber der damit beschäf­tig­ten Wis­sen­schaft von den vor­ge­nann­ten Inter­es­sen­grup­pen Schelte:

Für die Einen ist der erho­be­ne Befund zu ver­zerrt, für die Ande­ren zu ver­zückt. Dabei ist (empi­ri­sche) Wis­sen­schaft - wenn sie denn nach plau­si­blen Kri­te­ri­en ange­legt und sau­ber durch­ge­führt wur­de - nicht zu dis­ku­tie­ren. Sie "ist", bezie­hungs­wei­se beschreibt eine Moment­auf­nah­me der Situa­ti­on zur Zeit der Durchführung.

Des­we­gen muß es genau so auf­ge­nom­men wer­den, als "Moment­auf­nah­me" die eine Ten­denz auf­zeigt. Aber nicht für alle Ewig­keit fest­schreibt wie der Islam in Deutsch­land tat­säch­lich gelebt wird.

¹ Prof. Dr. Susan­ne Schrö­ter ist Lei­te­rin des Frank­fur­ter For­schungs­zen­trums Glo­ba­ler Islam (FFGI)

bookmark_borderVom Augenschein zur Analyse

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In Comics - ob gezeich­net oder als Film - tre­ten meist zwei Frak­tio­nen an Cha­rak­te­ren auf: Die Erfolg­rei­chen, Sie­ger, Durch­set­zungs­fä­hi­gen - und ihre Gege­n­er, die Erfolg­lo­sen, Ver­lie­rer, Prügelknaben.


Meist erkennt man die Ange­hö­ri­gen die­ser bei­den ant­ago­ni­stisch agie­ren­den Krei­se schon an ihrer Dar­stel­lung. Die Ver­lie­rer wer­den mit dümm­li­chem Gesichts­aus­druck und ent­spre­chen­der Beklei­dung gezeich­net. Es gelin­gen ihnen selbst die ein­fach­sten Din­ge nicht oder nur mit viel Mühe oder der Hil­fe Dritter.

Ein Acces­soire, das viel­fach genutzt wird sind die­se Kap­pen, die so nach und nach auch bei uns in Mode kamen und unter Jugend­li­chen noch in Mode sind.
Auch da gibt es zwei Aus­füh­run­gen. Eine (1), die einen gro­ßen Schirm und eine fla­che, auf­ra­gen­de Stirn­sei­te hat, eine zwei­te (2), die einen klei­ne­ren, zu den Pro­por­tio­nen ins­ge­samt bes­ser pas­sen­den Schirm in Enten­schna­bel­form und eine fast halb­ku­ge­li­ge Stirn- und Rück­sei­te hat:

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Die­se Unter­schei­dung macht es, dass die Kap­pen­trä­ger ent­we­der dümm­lich, ver­schla­gen, und mit 'Brett vor dem Kopf' (1), oder nor­mal, offen, ver­trau­ens­wür­dig (2) aus­se­hen. Dabei gibt es sol­che Kap­pen des ersten Typs noch mit extra gro­ßem Schirm. Das macht den klei­ner erschei­nen­den Kopf des Trä­gers noch klei­ner - wodurch des­sen durch Beob­ach­ter geschätz­ter IQ ins Unend­li­che abfällt.

Die­se Ein­schät­zung ist iden­tisch mit der, die sol­che Kap­pen­trä­ger in den U.S.A. einteilt:
Der ganz oben abge­bil­de­te Elmer Fudd - glück­lo­ser Enten­jä­ger, dem Duffy Duck übelst mit­spielt - ist so ein Trot­tel. Unschwer an der flach vor der Stirn auf­ra­gen­den Kap­pe zu erkennen.
Und des­we­gen hal­ten die mei­sten Ame­ri­ka­ner es so, dass sie die Kap­pen­trä­ger der Elmer'schen Form (1) eben auch als Trot­tel sehen. Wer auf sich hält kauft die ande­re, rund­li­che Form (2).

In mei­ner Nach­bar­schaft gibt es einen sol­chen Kap­pen­trä­ger, Form (1), des­sen Geha­be und Intel­li­genz genau zu dem pas­sen was man auf den ersten Blick ver­mu­tet. Sei­ne Schweins­äug­lein ste­hen zusätz­lich noch etwas näher bei­ein­an­der als es nor­ma­ler­wei­se der Fall ist, was ihn nicht als Intel­li­genz­bol­zen erschei­nen läßt. Stel­len Sie sich dazu noch ein über­pro­por­tio­nal lau­tes, frag­men­tier­tes Spre­chen vor - - - und der Hor­ror ist perfekt.

Heu­te fängt glück­li­cher­wei­se wie­der die Schu­le an. Dann ist wenig­stens bis in den frü­hen Nach­mit­tag Ruhe vor den puber­tä­ren Irrun­gen und zuge­hö­ri­ger Lautstärke.

Ich wün­sche Ihnen einen guten Start in die Woche ....

bookmark_borderAndernorts, ....

.... bei­spiels­wei­se im Inter­net, gibt es so viel Leben. Es brummt nur so. Alle sind beschäf­tigt und sau­sen von hier nach da, mit oder ohne ohne Ori­en­tie­rung - Haupt­sa­che dabei sein. 

Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag - oder war es der Mitt­woch? Die­se vie­len Fei­er­ta­ge brin­gen das Zeit­ge­fühl völ­lig durch­ein­an­der. Und dann noch die Zeit­um­stel­lung. Muß sowas denn immer auf ein­mal passieren?

Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag - sagt mei­ne Frau auf Nach­fra­ge - es war also doch der Don­ners­tag, saß ich in der Fuß­gän­ger­zo­ne auf einer Bank und bewun­der­te die Hot­dog essen­den Vorbeieilenden.
Haben Sie schon mal gese­hen wie man im Gehen einen Hot­dog mit roter & gel­ber, her­un­ter­lau­fen­der Soße ißt? Ele­gant ist das nicht. Eine fürch­ter­li­che Schmie­re­rei. Trotz­dem machen es die Leute.

Gestern habe ich lang Geschich­ten und Infor­ma­tio­nen zu Füch­sen gele­sen. "Fuchs du hast die Gans gestoh­len", eine Ver­leum­dung der Füch­se durch die Jäger­schaft. Unwi­der­spro­chen. Und was ler­nen Kin­der aus sowas? So wer­den Vor­ur­tei­le geschaf­fen. Bei "twit­ter" gab es eine Dis­kus­si­on zu "häß­li­chen Tie­ren" - es gibt kei­ne häß­li­chen Tie­re, das nur so neben­bei bemerkt. 

Auch am Don­ners­tag gese­hen: Tipp-tipp-tipp auf dem Mobil­te­le­fon. Mir wür­den die Dau­men schon nach weni­gen Minu­ten schmer­zen. Bestimmt wird irgend­wann die x-te Gene­ra­ti­on eine ver­än­der­te Dau­men­stel­lung haben. Wenn nicht vor­her wie­der eine tech­ni­sche Revo­lu­ti­on das Tipp-tipp-tipp ersetzt und so ande­re Kör­per­tei­le des Men­schen nutzt. Es gibt eine Rei­he Tipp-Tip­per, die essen neben­bei auch noch Eis - erste Son­nen­strah­len, erste Eis-Esser kom­men in die Fuß­gän­ger­zo­nen. War­um bekom­men die Kin­der immer eine Kugel Eis? War schon zu mei­ner Kind­heit so, mei­ne Groß­mutter nahm mich mit zum Ein­kau­fen und dann gab's beim 'Ita­lie­ner' eine Kugel. Zehn Pfen­ni­ge, das waren noch Zeiten!

Füch­se, das will ich noch kurz ein­schie­ben, hat­te ich oben ver­ges­sen, eig­nen sich nicht als HAUSTIERE (nur falls Sie sich 'mal mit dem Gedan­ken getra­gen haben einen zu hal­ten, man­che Leu­te kom­men ja auf son­der­ba­re Ein­fäl­le). Lesen Sie nicht das Kapi­tel zur Pelz­tier­zucht. Es ist nicht sehr erbau­lich. Was Men­schen Tie­ren so antun. Wie grob, roh oder sonst­was muß man sein um das zu können?

Ein Nach­bar, mitt­le­ren Alters, erzählt einer Nach­ba­rin, schon hoch betagt, er habe kürz­lich in einem Café geses­sen und Leu­te, ganz jun­ge Leu­te, beob­ach­tet. Die hät­ten nicht mit­ein­an­der gere­det son­dern sich sms- oder whats­app-Nach­rich­ten geschickt. Er mache das nicht mit. Die­se mobi­le Revolution.
Es war mehr ein Mono­log, denn die hoch­be­tag­te Nach­ba­rin weiß nicht mal mehr wel­cher Wochen­tag ist. Und erst recht nicht, was eine sms ist. Über die Zuwen­dung des Jün­ge­ren hat sie sich aller­dings sicht­bar gefreut. Man redet sel­te­ner mit Men­schen die unter Demenz lei­den. Wie auch, wenn die Alles ver­ges­sen und ihnen die Welt selt­sam fremd erscheint.

Wie­der zu den Don­ners­tag-Beob­ach­tun­gen. Tele­fo­na­te auf der Stra­ße. Wenn ich es mal ver­ste­hen kann (man hört mit zuneh­men­dem Alter schlech­ter. Mist.) wun­de­re ich mich meist über die Inhal­te. So über­haupt nicht ver­gleich­bar mit mei­ner eige­nen 'Lebens­welt'. Es beschäf­tigt mich aller­dings sehr oft noch län­ger, weil ich mir aus­den­ke wie die­se Gesprä­che wohl wei­ter gehen.

Was Rent­ner so tun.
Beige tra­gen, gran­teln.
Schlimm bestellt um die­se Welt. 

Ich schau mir jetzt lie­ber die Bil­der vom ersten Enkel an.
Ein her­zi­ges Kerlchen.

bookmark_borderEs gibt kein Entrinnen ....

Die Welt­li­te­ra­tur ist voll von Geschich­ten wie Men­schen ver­su­chen dem Tod ein Schnipp­chen zu schla­gen. Ihm zu ent­rin­nen, ihn abzu­len­ken. Ver­stor­be­ne wie­der aus dem Reich der Toten zurück zu holen. Men­schen mit viel Geld las­sen sich ein­frie­ren um Wie­der­auf­er­ste­hung zu fei­ern wenn die Tech­nik & Medi­zin dazu ein­mal in der Zukunft zur Ver­fü­gung stehen.

Arm & Reich sind nur in die­sem einen Punkt gleich:
Selbst Geld kann den Tod nicht aus­schal­ten - wir müs­sen ALLE eines Tages dahinscheiden.

Wie plötz­lich der Tod zuschlägt wird immer dann bewußt wenn in der Nähe, im Bekann­ten­kreis, im sozia­len Umfeld Todes­fäl­le auf­tre­ten. Mal mit lan­ger Krank­heits­ge­schich­te, mal ganz plötz­lich, unver­se­hens und völ­lig uner­war­tet. Die Betrof­fen­heit ist sehr unter­schied­lich. Denn selbst Men­schen die kei­ne Ange­hö­ri­gen sind wer­den mit ihrer eige­nen Ver­gäng­lich­keit schlag­ar­tig kon­fron­tiert. Wobei manch­mal die näch­sten Ver­wand­ten wie erstarrt die gan­ze Trag­wei­te noch nicht fas­sen, in Ver­leug­nung sind, und bei ihnen die Trau­er erst ver­zö­gert einsetzt ....

Es gilt - min­de­stens ab einem bestimm­ten Lebens­al­ter (das jede/-r für sich ent­schei­den mag) - sei­ne "Din­ge zu ord­nen" und für den Fall der Fäl­le so vor­zu­be­rei­ten, dass die Nach­kom­men­schaft, Freun­de oder wer auch immer mit dem Nach­laß umge­hen soll, genaue Instruk­tio­nen fin­det bzw. kennt, um Rege­lun­gen zu tref­fen, Kün­di­gun­gen vor­zu­neh­men und die ver­blei­ben­den Auf­ga­ben abar­bei­ten zu können.

Mir, als 'Ungläu­bi­gem', der ich nicht an ein Para­dies oder Leben nach dem Tode glau­be, ist das im vori­gen Absatz dar­ge­leg­te Vor-Sor­gen das wirk­lich Wichtige.
Anson­sten sol­len Alle fröh­lich sein wenn ich mal beer­digt wer­de. Man­chen wird das nicht schwer fal­len - und die ande­ren sol­len lie­ber in die Zukunft schau­en & sich ab und zu an mich erinnern.

Denn Alle kom­men irgend­wann mal dran und da ist es doch bes­ser anstatt Trüb­sal zu bla­sen das Leben zu genie­ßen solan­ge man es kann.

bookmark_borderWieder da ....

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Für eini­ge Tage, fast zwei Wochen ins­ge­samt, war himm­li­sche Ruhe in unse­rer Nach­bar­schaft eingekehrt:
Kein Geräusch im Kel­ler, im Haus­flur, auf dem Dachboden ....

Doch nun ist er wie­der da, der klei­ne Pol­ter­geist, der tag­aus, tag­ein sein Unwe­sen treibt und ohne Unter­laß Geräu­sche pro­du­ziert die bei den unfrei­wil­li­gen Zuhö­rern abwech­selnd Schau­er des Schreckens oder Gän­se­haut der Angst her­vor­ru­fen - wenn nicht schon (bei­na­he) das Blut aus den Ohren rinnt, weil das Pol­tern und Rumo­ren, das Klap­pern und Zischen, das Krei­schen und Don­nern stän­dig und meist völ­lig uner­war­tet an- und abschwillt und ihnen die Vor­mit­tags-, Nach­mit­tags-, und Nacht­ru­he raubt.

Bald fängt die Schu­le wie­der an.
Ein Segen!
Dann wird der Pol­ter­geist sein Wir­ken wenig­stens für einen Teil des Tages dort­hin ver­le­gen und hier, bei mir, in mei­ner nähe­ren Umge­bung, wird erneut das Auf­tref­fen einer Steck­na­del auf dem Lami­nat (!) zu hören sein.

"Lami­nat" - ein Stich­wort zu dem ich näch­stens etwas schrei­ben wer­de. Weil ich es für die dus­se­lig­ste, schäd­lich­ste und über­flüs­sig­ste Erfin­dung zum Aus­gang des letz­ten Jahr­hun­derts halte ....