bookmark_borderBemerkungen über den Gruß "Mahlzeit"

Es beginnt so ca. gegen 11:00h mor­gens, eine Stun­de nach dem zwei­ten Früh­stück: Wer immer ihnen in geschlos­se­nen Gebäu­den, beson­ders bei Fir­men und Behör­den, begeg­net grüßt mit: "Mahl­zeit!" Dabei weiß kei­ner, der so grüßt, ob Sie über­haupt ein Mit­tag­essen pla­nen, ob Sie je zu Mit­tag essen, oder ob Sie viel­leicht schon geges­sen haben.

Absurd
Kürz­lich betrat ich in einem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum die Her­ren­toi­let­te. Dort wuschen sich zwei Leu­te gera­de die Hän­de. Als sie mei­ner ansich­tig wur­den, schall­te mir sofort ein zwei­stim­mi­ges "Mahl­zeit!" ent­ge­gen. Auf der Her­ren­toi­let­te (!) Die­ser Ort ist wohl der letz­te, den ich mit ´Mahl­zeit´ verbinde.

Unaus­rott­bar sind sol­che Gebräu­che - und ver­su­chen Sie ein­mal, die­se Rede­wen­dung einem Chi­ne­sen zu erklä­ren. Wir hat­ten im Novem­ber Besuch aus Chi­na. Mir wur­de nach drei Tagen Auf­ent­halt hier die Fra­ge gestellt, was denn "Mahl­zeit" mit der gegen­tei­li­gen Ver­rich­tung zu tun hät­te, man stel­le sich die­se Fra­ge, sei man doch mehr­fach in die­ser Wei­se beim Betre­ten diver­ser Sani­tär­an­la­gen so gegrüßt worden ....

Mei­ne Erläu­te­run­gen waren spär­lich, aber wie die Chi­ne­sen so sind, wur­den sie mit einem freund­li­chen Lächeln und einem abschlie­ßen­den "Dan­ke!" angehört.

Da kam ich mir für einen kur­zen Augen­blick so vor, wie der Vater in dem baye­ri­schen Witz, der, unfä­hig sei­nem Sohn den Namen auch nur eines der vie­len präch­ti­gen Gebäu­de in Mün­chen zu nen­nen zu die­sem sagt: "Frag´nur Bub, sonst lerns´t ja nix".

bookmark_borderUnterschätzt bzw. gering geschätzt ....

- die Diplom-Bio­lo­g/-inn/-en - eine Berufs­grup­pe, die sehr viel mehr kann als manch' ande­re Natur­wis­sen­schaft­ler oder gar Gei­stes­wis­sen­schaft­ler: Immer noch als "exo­tisch" ver­kannt und nicht so ein­ge­setzt, wie es ihrem Poten­ti­al entspricht ....


Nur eini­ge Anga­ben zum Spek­trum der Ausbildung:

  • Bota­nik und Zoo­lo­gie als Grund­vor­aus­set­zung zum Vor­di­plom
  • Human­bio­lo­gie wie die Medi­zi­ner bis zum Vorphysikum
  • Mikro­bio­lo­gie & Gene­tik - das lernt sonst nie­mand in die­ser Tiefe .... 
  • Phy­sik wie die Lehramts-Physiker
  • Anor­ga­ni­sche und orga­ni­sche Che­mie wie die Lehr­amts-Che­mi­ker - ledig­lich weni­ger "Phy­si­ka­li­sche Chemie"
  • Sta­ti­stik und Ana­ly­sen - mehr als nur "Grund­la­gen"
  • schließ­lich ein Ver­tie­fungs­fach und eine Diplom­ar­beit, die vom Umfang her zwei bis drei Dok­tor­ar­bei­ten der Medi­zin umfasst ....

Absol­ven­ten also, die gelernt haben vie­le Bälle
- ganz lang - in der Luft zu halten ....

Und was lese ich da kürz­lich in einer über­re­gio­na­len Wochenzeitung?
Deutsch­lands Per­so­nal­chefs haben die Gei­stes­wis­sen­schaft­ler als "bestens geeig­ne­te" Kräf­te mit Füh­rungs­po­ten­ti­al erkannt .... und wol­len zukünf­tig ver­mehrt auf die­sen "pool" zugreifen ....


Unse­re Pro­ble­me sind grö­ßer als man auf den ersten Blick annimmt ....
Wenn es zukünf­tig also in Unter­neh­men nach der Devise
"Also das find ich jetzt über­haupt nicht gut wie du arbeitest.
Dar­über müs­sen wir drin­gend 'mal in der Grup­pe reden .... "

zugeht, anstatt auf hoch­qua­li­fi­zier­te Pro­blem­lö­ser wie die Bio­lo­gen zuzu­grei­fen - dann, ja dann, wird mir Angst und Bange ....


PS
Da fällt mir ein:
Sind eigent­lich Fächer wie Betriebs­wirt­schaft und Mar­ke­ting Naturwissenschaften?
Nein!
Es sind Geisteswissenschaften ....

bookmark_borderEine junge Frau ....

Eine jun­ge Frau hat­te heu­te in einem EKZ Pro­ble­me mit Kind und Kin­der­wa­gen durch eine Tür zu kom­men .... ich ver­such­te zu helfen.
Das Kind (mit Fin­ger auf mich zeigend):
"Ist das der Papa?"
Mir ent­fuhr ein gehetztes
"Nein!"
- und ich schau­te mich um, wer von die­ser mög­li­cher­wei­se kom­pro­mit­tie­ren­den Äuße­rung Notiz genom­men haben könnte
- gott­lob kaum Men­schen in der Nähe ....

Ich kam mit der Mut­ter ins Gespräch.
Sie ist alleinerziehend.
Sie woll­te nur das Kind, nicht den Vater des Kindes.
Sie sagt, er weiß es nicht einmal ....
Obwohl ich das nicht rich­tig fin­de mag es für sie gute Grün­de geben.
Über die­se Grün­de haben wir nicht gesprochen.

Eines ist aber sicher:
Das Kind wird nicht auf­hö­ren zu fragen ....

Ich möch­te nicht mit die­ser Mut­ter tauschen.

bookmark_borderBrüderlich geteilt - Schwesterlich beschissen ....
*edit 06-2023*[added translation to English]

Stel­len sie sich fol­gen­de Situa­ti­on vor:
Café im Super­markt - mit Eis­the­ke, eine Kugel für 50 Cent - davor zwei Schwe­stern, eine ca. 8, die ande­re ca. 4 Jah­re alt.

Die Bedie­nung fragt die bei­den jun­gen Damen nach ihren Wün­schen. Die älte­re Schwe­ster fängt an
"Ich neh­me eine Kugel Schokoladeneis."
"Ich auch", kräht die klei­ne Schwester.

Die Bedie­nung nimmt zwei Töpf­chen her und schau­felt Scho­ko­la­den­eis in den ersten Becher. Fer­tig - und über den Tre­sen gereicht - die gro­ße Schwe­ster greift zu.

Nun nimmt die Bedie­nung das Eis­be­hält­nis her­aus und sagt
"Da ist nur noch ein Rest drin"
- und zur klei­nen Schwe­ster gewandt
"Da hast Du aber Glück,
das ist mehr als ein Eis aber weni­ger als zwei .... "

In die­sem Moment gibt die gro­ße Schwe­ster der klei­ne­ren den Becher mit Scho­ko­la­den­eis, von dem sie schon ein wenig geges­sen hat und sagt
"Hier, du kannst schon 'mal mit die­sem anfan­gen - ich war­te noch bis das ande­re Eis fer­tig ist"

Die Klei­ne nimmt den ange­bo­te­nen Becher.
Wie gut für die Gro­ße, daß das so pro­blem­los über die Büh­ne ging!

Wie heißt es doch im Sprichwort:
"Brü­der­lich geteilt - Schwe­ster­lich beschissen .... "

Goog­le-Über­set­zung:
Ima­gi­ne the fol­lo­wing situation:
Café in the super­mar­ket - with an ice cream coun­ter, a scoop for 50 cents - in front of it two sisters, one about 8, the other about 4 years old.

The wai­tress asks the two young ladies what they would like. The older sister begins
"I'll have a scoop of cho­co­la­te ice cream."
"Me too," crows the litt­le sister.

The wai­tress takes two pots and scoops cho­co­la­te ice cream into the first pot. Done - and han­ded over the coun­ter - the big sister grabs it.

Now the wai­ter takes out the ice cream con­tai­ner and says
"There's only one scoop left"
- and tur­ned to the litt­le sister
"But you're lucky
that's more than one ice cream scoop but less than two...."

At that moment, the big sister gives the litt­le one the cup with cho­co­la­te ice cream, of which she has alre­a­dy eaten a litt­le and says
"Here, you can start with this one - I'll wait until the other ice cream is ready"

The litt­le one takes the offe­red cup.
How good for the big one that it went so smoothly!

As the say­ing goes:
"Brot­her­ly Divi­ded - Sister­ly defrauded ...." 

bookmark_borderBemerkungen zum Überholen auf Autobahnen

Gewöhn­lich mache ich Motor­rad­fah­rern Platz, denn sie beschleu­ni­gen erheb­lich schnel­ler als selbst das best moto­ri­sier­te Auto.
Gewöhn­lich drän­geln auf der Auto­bahn nur Autos.

Gewöhn­lich, bis gestern.

Da wur­de ich zum ersten Mal in fast vier­zig Jah­ren (seit Erhalt des Füh­rer­scheins) von einem Motor­rad­fah­rer bedrängt - und das bei Tem­po 180 - wäh­rend ich über­hol­te und vor mir ein PKW halt nicht schnel­ler war ....

Ich fra­ge mich, ob der Motor­rad­fah­rer wohl nur mich sah - und den vor mir fah­ren­den PKW über­se­hen hat­te? Jeden­falls näher­te er sich bis auf weni­ge Zen­ti­me­ter mei­ner Stoß­stan­ge und fing an zu blin­ken, zu hupen und schlän­gel­te von Mit­te bis äußerst links an den Fahrbahnrand.

Spä­ter, nach­dem er über­holt hat­te und weg­ge­braust war, muss er sei­ne Geschwin­dig­keit redu­ziert haben, denn wenig spä­ter über­hol­te ich ihn wieder.

Was soll­te das Ganze?
Ich schau­de­re bei der Vor­stel­lung, ich hät­te aus irgend­ei­nem Grund brem­sen müs­sen. Wo dann wohl jetzt der Motor­rad­fah­rer wäre?