Schier unersättlich sind die Kirchen hierzulande wenn es darum geht staatliche Mittel 'abzurufen', d.h. darum zu betteln. Natürlich nicht offen, das wäre zu plump. Es wird umschrieben: Kirchentage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Chance für die Begenung mit kirchenfernen Mitbürgern. Oder wirtschaftlich: Viele Besucher lassen viel Geld in den lokalen Geschäften - so profitieren letztlich auch die öffentlichen Kassen und ein Teil der Ausgaben kommen wieder als Einnahmen zurück.
Neben den sowieso unrechtmäßigen Zahlungen, die vor mehr als einhundert Jahren schon hätten eingestellt werden müssen fließen auf mehreren Ebenen Gelder an die Kirchen. Dabei ist die Kirchensteuer noch nicht einmal einbezogen, von der immer behauptet wird man zahle ja von Kirchenseite für deren Einzug. Was stets vergessen wird ist allerdings dazu mitzuteilen, dass die sonstigen Zahlungen diese geringen Gebühren mehr als kompensieren.
Katholische und evangelische Kirchentage werden als Segen für die jeweiligen Städte gepriesen. Dabei stellt es sich Jahr für Jahr heraus, dass weder die geschätzten Besucherzahlen noch die versprochenen Einkünfte für die lokalen Geschäfte auch nur annähernd erreicht werden. Letzte Beispiele sind Leipzig/Wittenberg und Münster.
Die Verquickung zwischen nicht-staatlichen, staatlichen und religiösen Amtsträgern ist nicht immer so offenbar wie beim nächsten Kirchentag in Dortmund, dessen Präsident ein bekannter Journalist ist.
Ein besonderer Skandal ist es, wenn Demonstrationen von säkularen Organisationen anläßlich dieser religiösen Großereignisse mit fadenscheinigen Begründungen entweder verboten oder mindestens so eingeschränkt werden, dass der Demonstrationszweck nicht erfüllt werden kann.
Es bleibt daher festzustellen:
Alle Schätzungen liegen stets weit über den erreichten Ergebnissen, die Zahl der Besucher erreichte in der Vergangenheit nie die vorausgesagte Höhe weswegen natürlich auch die Einnahmen viel geringer waren - und schon wieder werden für die nächsten Veranstaltungen viel zu hoch geschätzte Zahlen gehandelt.
Weiterhin wird es auf absehbare Zeit keine Einstellung der staatlichen Zahlungen geben. Eine Vorlage im Parlament hat es noch nicht einmal bis zu einer Anhörung geschafft - soviel zur "Trennung von Kirche und Staat" ....
Weitere Quellen:
11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen
Tag des Herrn
Kirchentagplanungen
Finanzen Dortmund 2019 - ein Beispiel dafür, wie maßlos bei den Zahlen übertrieben wird
*update* (06.09.2018)
Schon wieder wird Geld für einen Kirchentag herausgeworfen - oder zumindest wird es angeboten ....
Dadurch entfällt schon einmal die erste Voraussetzung für dieses überwiegend christlich geprägte Familienbild - nur will es offenbar niemand wahr haben und deswegen wird in den Medien, hauptsächlich im Fernsehen, immer noch das alte Bild propagiert. Schauen Sie sich einmal die gängigen Herz-Schmerz-Filmchen an, die eine heile Welt darstellen. In der am Ende ein treusorgender Mann die in Verzweiflung durch das Leben allein überforderte Mutter aus ihrer Misere rettet. Und Alles ist wieder gut!

