Schöne neue Welt ..!?

Wenn ich sol­che Aus­sa­gen lese kommt mir die Gal­le hoch

Arbeit wird immer nach Nut­zen für das Unter­neh­men bezahlt - so lan­ge, bis man als 'Mana­ger' gilt, Von da an hat man kein Pri­vat­le­ben mehr, und wer sich wie die­ser Herr Löff­ler von der Alli­anz vor­gau­kelt in die­ser Posi­ti­on noch 'selbst­be­stimmt' zu leben hat jede Bin­dung an die Wirk­lich­keit verloren. 

Der Herr CTO ist genau­so ein Kapi­ta­li­sten­knecht wie die Mädels im Call-Cen­ter oder der Pfört­ner am Emp­fang in der Zen­tra­le - was die­se Leu­te noch von­ein­an­der unter­schei­det ist die Höhe der Bezü­ge. Hof­fent­lich erlebt der Herr Löff­ler bei die­ser Arbeits­auf­fas­sung noch sei­nen Ruhe­stand um das vie­le ange­sam­mel­te Geld auszugeben:
Zeit sich etwas zu gön­nen kann er ja nach die­ser Aus­sa­ge nicht mehr haben .... 

Las­sen Sie mich 'mal spekulieren:
Wahr­schein­lich gibt der­weil sei­ne Frau das Geld für Kla­mot­ten, Kos­me­tik und per­sön­li­chen *Trai­ner* (zwin­ker) aus. So ken­ne ich es wenig­stens von eini­gen Her­ren die­ser Art aus ande­ren Bran­chen. Und meist ist es dann die Zweit­ge­hei­ra­te­te, weil die erste Ehe­frau schon etwas älter war und nicht mehr zum Top-Mana­ger-Image passte. 

Kommentare

  1. Ist etwas, was ich mich bei sol­chen Figu­ren wie War­ren Buf­fet hin und wie­der mal fra­ge: Ist das nicht eigent­lich ein ziem­lich trost­lo­ses und ein­tö­ni­ges Leben, den gan­zen Tag nur zu arbei­ten, nur Arbeit zu ken­nen - tag­ein, tag­aus dem sel­ben Rhyth­mus nach­zu­ge­hen, nur Geld vom einen Hau­fen auf den ande­ren zu schau­feln und zu ver­meh­ren, als Lebenszweck?

    Das fällt mir bei dem von dir ange­stri­chen­den Satz oben wie­der ein.
    Leu­te, die bloß einer bestimm­ten Tätig­keit ihr Leben lang hin­ter­her­ja­gen und nicht genug davon krie­gen kön­nen - an denen alles mög­li­che vor­bei­geht und die eigent­lich kei­ne Bezie­hung brau­chen, denn fest ver­hei­ra­tet sind sie nur mit ihrem Job... Und für etwas ande­res haben sie auch kei­ne Zeit oder Augen.

    Irgend­wie ist das doch trost­los. Bemit­lei­dens­wert.

    1. Wie du es dar­stellst sieht es wohl tat­säch­lich in man­chem Leben von *Mana­gern* aus - und ich bin nicht sicher ob ich den Spruch schon ein­mal auf­ge­schrie­ben habe, von einem sol­chen Men­schen zwei­fels­oh­ne Ernst gemeint, wo es doch an Absur­di­tät nicht man­gelt: "An der Spit­ze ste­hen ist immer noch zu weit hinten!"
      Was ist bloß in der Kind­heit die­ser Per­so­nen schief gelau­fen? fra­ge min­de­stens ich mich bei sol­chen 'Bon­mots' ....

      1. Ich wür­de sagen, min­de­stens christ­li­che Arbeits­mo­ral. Oben drauf gab es dann noch even­tu­ell gene­rell ver­scho­be­ne Wert­maß­stä­be. "Du bist nur was wert, wenn du jeden Tag arbeitest/nicht dumm her­um­sitzt und nichts tust".
        Und das gute alte "du sollst es zu Reich­tum brin­gen" (wie­so eigentlich?).

        1. Genau - wie­so eigentlich?
          Es gibt mitt­ler­wei­le meh­rer Län­der in denen das Glück 'gemes­sen' wird - und dar­aus soll abzu­le­sen sein, dass Men­schen fast nie mit mehr Geld glück­lich wer­den, son­dern durch Aner­ken­nung aus ihrem Umfeld. Ein Beweis dafür mag die nun auch hier­zu­lan­de sich beschleu­ni­gen­de Nach­fra­ge nach Klein­häu­sern [tiny house(-s)] sein, also der Ver­zicht auf vie­le unnö­ti­ge Qua­drat­me­ter die nur die Nach­barn beein­drucken sollen ....

        2. Sähe ich anders bei den Tiny-Häusern.
          Es liegt viel­mehr dar­an, dass der all­ge­mei­ne Qua­drat­me­ter­preis mitt­ler­wei­le so gesal­zen ist, dass man sich über­le­gen muss, regel­recht mit einem Schuh­kar­ton als "Wohn­raum" zufrie­den zu sein.
          Böse könn­te man sagen: Wor­in liegt wirk­lich der Unter­schied zwi­schen einem Mini-Haus und einem Wohn­wa­gen im Trai­ler­park? Bis auf den Kom­fort, was macht es wirk­lich anders als das?
          So her­um soll­te man es even­tu­ell mal betrachten...
          (Anbei: Tiny-Häu­ser sind defi­ni­tiv nur für Leu­te geeig­net, die gesund, nicht kör­per­be­hin­dert und/oder fett sind.)

          Das mit dem Reich­tum als Ziel...
          Ja, war­um wird man wohl eher ver­ste­hen, wenn man gläu­bi­ger Kapi­ta­list ist - wenn die Sozia­li­sa­ti­on "Geld ist alles" von früh an gelun­gen ist. Das trifft doch eher viel auf die US-Bür­ger zu, weil man da nichts ande­res kennt als dass Geld alles regelt (z. B. man den­ke dar­an, dass stets immer Geld für irgend­ei­ne Sache gesam­melt wird im cari­ta­ti­ven Zweck - obwohl Din­ge wie schwe­re Krank­heit usw. ein­fach nicht mit Geld wett­zu­ma­chen gehen, ledig­lich die logi­sti­schen und prak­ti­schen Begleitumstände).

          Auf tie­fe­rer Ebe­ne wür­de ich da, ins­be­son­de­re im Fal­le Über­sees, aber noch etwas ande­res anfüh­ren. Näm­lich deren reli­giö­se Wur­zeln bei der Sek­ten­an­sicht des Chri­sten­tums, die die Puri­ta­ner einst ent­wickelt haben.
          Dar­in spielt näm­lich Geld und Erfolg eine zen­tra­le Rol­le. Das gan­ze Leben gilt es her­aus­zu­fin­den, ob man für das Para­dies oder die Höl­le vor­ge­se­hen ist (das hat der lie­be Gott angeb­lich schon bei der Schöp­fung unab­än­der­lich fest­ge­legt), und das erreicht man, indem man schlim­mer arbei­tet wie ein Pferd.
          Wer Erfolg hat - reprä­sen­tiert dadurch, dass man mit etwas reich wird -, der ist, schein­bar, für das Para­dies vor­ge­se­hen, und dadurch einer von den Guten. Er darf sogar sei­nen Erfolg, sei­nen Reich­tum, ande­ren unter die Nase rei­ben, damit offen protzen!

          Die­se Grund­la­ge zeigt sich zwar heut­zu­ta­ge nicht mehr so direkt, sieht man aber mal die Grund­fe­ste des Kapi­ta­lis­mus ame­ri­ka­ni­scher Form an, auch des­sen Gepflo­gen­hei­ten und Glau­bens­grund­sät­ze wie die Welt und Wirt­schaft funk­tio­niert, man erkennt die­se frü­he­ren reli­giö­sen Struk­tu­ren dar­in immer noch wieder.
          Gera­de durch sol­che Fra­gen "War­um?", für die es kei­ne wirk­li­che Ant­wort gibt, wird das beson­ders deutlich.
          Es ist wie ein Brauch, eine Gepflo­gen­heit, eine Sit­te, bei der man sich nicht mehr erin­nert, war­um man sie eigent­lich pflegt oder so wei­ter­hin beibehält.

          Hier in Euro­pa soll so eine reli­giö­se Wur­zel für das heu­ti­ge Ver­hal­ten spe­zi­ell bei der Schweiz vor­lie­gen. Dass sie z. B. eine sol­che Finanz­me­tro­po­le der Welt ist.
          Weil die­se sehr von Cal­vi­ni­sten geprägt wur­de, die sehr ähn­li­chen Glau­bens­grund­sät­zen wie die Puri­ta­ner nach­gin­gen - ganz beson­ders, was Geld und den mate­ri­el­len Reich­tum anging.

        3. Der Hin­weis auf glau­bens­be­ding­tes Stre­ben nach Erfolg und wirt­schaft­li­chem Auf­stieg ist in eini­gen Strö­mun­gen Evan­ge­li­ka­ler & Sek­ten seit Jahr­hun­der­ten vor­han­den. Du hast es hier noch­mal umfas­send dar­ge­stellt. Aller­dings sehe ich da zum Aus­gangs­ar­ti­kel nur beding­te Ver­bin­dung (s.u.), denn die­se 'moder­ne' Sicht­wei­se wonach Arbeit & Frei­zeit flie­ßend zu betrach­ten sei­en hat mehr den Cha­rak­ter von Gehirnwäsche:
          Der Erfolg jah­re­lan­ger Kam­pa­gnen pro-kapi­ta­li­sti­scher Aus­beu­tung, der gleich­sam die The­se "Nur Beschäf­tig­te die sich dem 'bur­nout' nähern sind gute Beschäf­tig­te" zum Ide­al erho­ben hat - und genug streb­sa­me Men­schen, die sol­chen Unfug tat­säch­lich glau­ben und zu leben versuchen.
          Inso­weit nähern sich die Mecha­nis­men bei­der Strö­mun­gen ein­an­der an und zwei­fels­oh­ne ist das Ergeb­nis für die dar­in gefan­ge­nen Per­so­nen das Gleiche ....

          OT
          Momen­tan steht 'Ein­packen' an, die Zeit bis zum Umzug wird knapp,
          daher dau­ert es hier manch­mal etwas - und auch was die Beant­wor­tung von el. Post angeht.

        4. Ich mei­ne das nicht allein auf die ame­ri­ka­ni­schen Sek­ten-Glau­bens­strö­mun­gen bezogen.
          Die­se Ein­stel­lung zu Geld und Erfolg ist regel­recht all­ge­mei­nes ame­ri­ka­ni­sches Brauch­tum gewor­den. Es hat den Kapi­ta­lis­mus ame­ri­ka­ni­scher Les­art sehr stark mit­ge­prägt, der in Über­see prak­ti­ziert wird.
          Durch das ame­ri­ka­ni­sche Jahr­hun­dert, indem sie ton­an­ge­bend in der Welt waren, und dadurch, dass sie durch ihre haus­ei­ge­nen Medi­en­ka­nä­le offi­zi­ell den kal­ten Krieg gegen ein ande­res System gewon­nen haben, zum Teil sogar die gan­ze Welt. Man glaubt inzwi­schen über­all, dass sich tot­ar­bei­ten und reich wer­den das höch­ste noble erstreb­ba­re Ziel ist.

          (Wenn man nach dem War­um fragt, klafft da ein Loch, weil der ursprüng­li­che Zweck die­ses Stre­bens in Ver­ges­sen­heit gera­ten ist - sein reli­giö­ser Ursprung. Die puri­ta­ni­sche Arbeits­mo­ral ist in einem ande­ren ideo­lo­gi­schen Gedan­ken­kon­strukt auf­ge­gan­gen, ohne aber sein frü­he­res Ziel in die­se mitzuübernehmen.)

        5. Das ist ein Beweis dafür, dass das Ziel der USA nach dem II. Welt­krieg Euro­pa zu einem Absatz­ge­biet für ihre Unter­neh­men zu machen und ihre Markt­stra­te­gien sowie ihre Markt­phi­lo­so­phie ein­zu­füh­ren erfolg­reich war. Aller­dings fängt es an zu bröckeln - und aus­ge­rech­net Joe Biden legt nun end­gül­tig Feu­er an das Freund­schafts­haus indem er mit den Bri­ten, den Austra­li­ern einen U-Boot-Deal ver­ein­bart hat, gegen Frank­reich (und die EU, die schon ganz eupho­risch von tie­fer Freund­schaft fasel­te ... v.d. Ley­en, immer ein wenig weg von Wahr­heit & Wirklichkeit!).

          Wie ich schon immer beto­ne: Die USA kom­men immer zuerst, "Ame­ri­ca First!" das ist nicht erst seit Trump so, das war schon immer so, und Trump hat es ledig­lich nicht diplo­ma­tisch verbrämt ....

        6. Ich wür­de sagen, grund­sätz­lich bröckelt zunächst ein­mal der Glau­be an das Kon­strukt "Kapi­ta­lis­mus" und den damit ver­bun­de­nen Gepflo­gen­hei­ten und Hand­ha­bungs­wei­sen, sowie sei­nen Hei­li­gen ( = die USA), weil schon seit einer län­ge­ren Zeit - um die 20 Jah­re - die gepre­dig­te Glei­chung "arbei­te hart und du wirst reich­lich haben" nicht mehr auf­geht, nicht mehr das Resul­tat erzeugt, was die blind gepre­dig­ten Grund­sät­ze besa­gen. - Ähn­lich wie wenn man mit­kriegt, die 10 Gebo­te hält sowie­so kei­ne Sau mehr ein und es reg­net auch kei­ne Feu­er­bäl­le vom Himmel.

        7. Es scheint mir eher so, dass - ein­mal abge­se­hen von Vie­len in mei­ner Genera­ti­on der 'Nach­kriegs­kin­der' - sich all­mäh­lich der Gedan­ke ausbreitet:
          So kann es nicht wei­ter­ge­hen! Wachs­tum darf nicht mehr das A und O sein, es muss auf die Umkehr der Erd­er­wär­mung hin­ge­ar­bei­tet werden.
          All das geht nicht wenn der 'pro­fit' wei­ter Göt­ze bleibt, egal ob aus reli­giö­sen oder säku­la­ren Zir­keln propagiert.

        8. Wür­de ich als ein Resul­tat aus erste­rer Erkennt­nis sehen - als ein Ergeb­nis, dass rea­li­siert wird "der Weg, der mir stets gepre­digt wur­de, mün­det nicht in dem, was mir vor­ge­be­tet wurde".
          Wenn grund­le­gen­de Zwei­fel am Weg selbst ent­ste­hen, ent­ste­hen auch Zwei­fel an ande­rem, was mit ihm ver­bun­den ist. "Der Zwang zum Wachs­tum" ist da eines, weil es wie ein Sakra­ment des Kapi­ta­lis­mus ist - ohne es kann er nicht exi­stie­ren. Bricht als Wirt­schafts­wei­se zusammen.

          Inzwi­schen wer­den aber sowohl nega­ti­ve sozia­le als auch öko­lo­gi­sche Kon­se­quen­zen die­ser Ersatz­re­li­gi­on deut­lich, die mit einem Wei­ter­ver­fol­gen die­ses Zwangs zum Wachs­tum sach­lich unver­ein­bar sind.

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