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bookmark_borderBehörden: 'Ruhen' in sich selbst ....

Ein lan­ges Leben bringt vie­le Erfah­run­gen mit sich - nicht alle sind ange­nehm. Glück­li­cher­wei­se sind doch die posi­ti­ven Erleb­nis­se unterm Strich für die mei­sten Men­schen in der Überzahl.

Wir gehen zurück in das Jahr 1974
.
Es herrsch­te Leh­rer­man­gel, ins­be­son­de­re in den Natur­wis­sen­schaf­ten. Da ich mir sowie­so nicht im Kla­ren war ob ich wei­ter das Diplom in Bio­lo­gie oder Lehr­amt Biologie|Chemie ver­fol­gen soll­te - die­se Ent­schei­dung muss­te nach dem gera­de bestan­de­nen Vor­di­plom getrof­fen wer­den - kam das Ange­bot an einem Gym­na­si­um als Bio­lo­gie- & Che­mie­leh­rer zu arbei­ten gera­de recht.

So begann ich nach den Som­mer­fe­ri­en mei­ne *Lehr­erlauf­bahn*, die ins­ge­samt 18 Mona­te dauerte.

Alles war gut:
Die Kol­le­gen freund­lich und hilfs­be­reit, die Klas­sen 7 bis 9 zwar in schwie­ri­gem Alter, aber begei­ste­rungs­fä­hig und als die ersten leben­den Tie­re in den Unter­richt kamen kaum noch zu brem­sen. Ins­be­son­de­re der Abschnitt 'Spin­nen' wur­de zum Höhe­punkt unter­richt­li­chen Schaf­fens. Da natür­lich eini­ge Spin­nen - ver­se­hent­lich oder absicht­lich war nicht zu ermit­teln - aus den Auf­be­wah­rungs­ge­fä­ßen in den Klas­sen­raum ent­wisch­ten. Was bei einem Teil der Schüler:innen zu mit laut­star­ken Schreckens­ru­fen beglei­te­ten Flucht­re­ak­tio­nen führ­te .... und dann stand plötz­lich der Direk­tor in der Tür um nach dem Rech­ten zu sehen!
Er wur­de 'ein­ge­weiht' und ich hat­te den Ein­druck, dass sei­ne Ver­weil­dau­er sich schon des­we­gen ver­kürz­te, weil er kei­nem der aus­ge­büch­sten Spin­nen­tie­re begeg­nen wollte.

Der unan­ge­neh­me Teil war der Umgang mit dem Regie­rungs­prä­si­di­um.
Das war für die Bezah­lung zustän­dig. Mein Ver­trag war ein­fach gestal­tet: Zunächst auf ein Jahr befri­stet, fester Zahl­be­trag jeweils zum 15. eines Monats; erste Zah­lung für zwei Wochen am 15. des ersten Monat, danach jeweils ein vol­ler Monats­be­trag. Urlaub gab es nicht - aber unter­richts­freie Zeit immer dann, wenn das Gym­na­si­um wegen Feri­en geschlos­sen war und die Zah­lung durch­ge­hend, als ob stän­dig unter­rich­tet würde.

Als ich nach dem zwei­ten Zahl­tag, also nach ein­ein­halb Mona­ten, immer noch kein Geld auf dem Kon­to hat­te rief ich bei der im Ver­trag benann­ten Zahl­stel­le an, Akten­zei­chen, Ver­trags­da­tum und ande­re Unter­la­gen parat.

"Die Kol­le­gin die das bear­bei­tet macht gera­de Urlaub"
säu­sel­te die Dame am ande­ren Ende der Lei­tung als ich fer­tig war ihr zu erklä­ren was mein Anlie­gen sei. Ich sag­te sowas wie 'na, dann wird sie sich hof­fent­lich gut erho­len' um dann fort­zu­fah­ren 'wer ver­tritt sie denn?'
"Für die paar Tage bleibt halt 'mal etwas lie­gen", beschied mich die Kol­le­gin und setz­te nach "Sie wer­den ja bestimmt noch Reser­ven haben. Das dau­ert jetzt auch nicht mehr so lan­ge und wenn die Kol­le­gin aus dem Urlaub kommt geht es ganz fix!"

Ging es nicht.
Auch zur näch­sten Aus­zah­lungs­run­de war ich nicht dabei - und schon war ich wie­der am Tele­fon. Dies­mal hat­te ich die zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­te­rin am Telefon.
"Ich kann ihre Akte nicht fin­den!" war die erste Äuße­rung als ich erklärt hat­te war­um ich anrief. Ich wies dar­auf hin, dass die Kol­le­gin die Akte zu Rate gezo­gen hat­te und ich *dem Amte daher bekannt* sein müss­te. "Da wer­de ich mit der Kol­le­gin spre­chen und kei­ne Sor­ge, hihi, wir wer­den Sie schon wie­der­fin­den", es ertön­te ein glocken­hel­les Lachen von Frau Peters in die Lei­tung und ich war bestimmt nicht in der Ver­fas­sung mit zu lachen. "Beim näch­sten 'Zah­lungs­lauf' sind Sie bestimmt dabei!" been­de­te sie das Gespräch.

Der näch­ste Zahl­tag war ver­stri­chen, nach mitt­ler­wei­le drei­ein­halb Mona­ten war mein Kon­to leer­ge­fegt, der Dis­po aus­ge­reizt und die net­te Dame bei der Spar­kas­se schau­te mich sehr ungläu­big an als ich ihr das Dilem­ma erläu­ter­te. "Da müs­sen Sie selbst hin­ge­hen", sag­te sie, "das wird nichts, wenn sie nicht dort vorsprechen!" 

Nach eini­gem Suchen - die ver­schie­de­nen Dienst­stel­len waren über meh­re­re histo­ri­sche Gebäu­de in Han­no­ver ver­teilt - fand ich die bear­bei­ten­de Stel­le und der Pfört­ner woll­te mich nicht rein­las­sen. Als ich ihm die Geschich­te erzählt hat­te wur­de er schon zugäng­li­cher und erklär­te "Dann will ich mal bei der Frau Peters¹ Bescheid geben, dass Sie hier sind und mit ihr spre­chen wollen."
Er wähl­te, es klin­gel­te, nie­mand ging dran. Er ver­sucht das Nach­bar­bü­ro "Hören Sie", sagt er zu mir nach­dem er mit jeman­dem gespro­chen hat­te der im Büro neben­an resi­dier­te, noch den Hörer in der Hand, "die Frau Peters ist krank geschrie­ben, die Kol­le­gin weiß nicht, wann sie wie­der kom­men wird." Ich sage, schon in der Erwar­tung, dass es wie­der eine blö­de Ant­wort gibt 'dann fra­gen Sie doch bit­te mal wer die Frau Peters ver­tritt' und er ant­wor­tet, nach­dem er das an die Gesprächs­part­ne­rin wei­ter gege­ben hat "Das steht noch nicht fest, der Herr Abtei­lungs­lei­ter legt das bei der näch­sten Dienst­be­spre­chung fest. Wenn es län­ger dau­ert bis die Frau Peters wie­der kommt. Ich schrei­be Ihnen die Num­mer auf wo sie näch­ste Woche anru­fen kön­nen um zu erfah­ren wer das jetzt bearbeitet"

Die net­te Dame bei der Spar­kas­se war jetzt nicht mehr nett und erklär­te mir, dass nach drei Mona­ten ohne Zah­lungs­ein­gang mein Dis­po gestri­chen wur­de und ich nun etwas mehr für die Über­zie­hung zah­len muss und außer­dem sei jetzt *Ende der Fah­nen­stan­ge* - kein Geld mehr vom Konto.

Mitt­ler­wei­le hat­te ich schon vier Mona­te gear­bei­tet. Gra­tis. Und all­mäh­lich wur­de ich mehr als unge­dul­dig. Der Direk­tor, dem ich das Gan­ze vor­ge­tra­gen hat­te ließ mich wis­sen "Ach wis­sen Sie, da kön­nen wir von hier nichts machen, das liegt beim Regie­rungs­prä­si­di­um und das ist eine ganz ande­re Behör­de." Mein Anruf - die Num­mer hat­te ich vom Pfört­ner ja bekom­men lief ins Lee­re: Eine freund­li­che Dame erklär­te mir "Ich bin hier nur der Tele­fon­dienst wenn nie­mand unter der ange­ge­be­nen Num­mer ant­wor­tet - ich kann ihnen nicht wei­ter hel­fen. Ver­su­chen Sie es doch mor­gen nochmal."

Der näch­ste Zah­lungs­lauf ging vor­bei.
Natür­lich ohne Zah­lung auf mein Kon­to. Mit dem Ver­mie­ter hat­te ich gespro­chen und er sag­te "Wenn Sie näch­sten Monat wie­der nicht zah­len kön­nen muss ich Ihnen - so leid es mir tut - kündigen!"

Bedröp­pelt lief ich über den Gang im Gym­na­si­um und begeg­ne­te dem Haus­mei­ster, Herrn Galk², alter U-Boot-Fah­rer. Einer der weni­gen Über­le­ben­den aus die­ser Trup­pe, in der es nur eine Über­le­bens­ra­te von knapp 10% gege­ben hatte.
"Sie sehen aus als ob Sie Kum­mer haben", sprach er mich an. Ich erzähl­te ihm die Geschich­te und er blick­te mich mit einer Mischung von väter­li­cher Sor­ge und ungläu­bi­gem Stau­nen an "Da ist es wohl höch­ste Zeit, dass Ihnen jemand hilft! Was brau­chen Sie denn so unge­fähr?" Ich kal­ku­lier­te über­schlä­gig und sag­te 'Etwas mehr als vier­hun­dert Mark müss­ten rei­chen - vor­aus­ge­setzt, das Regie­rungs­prä­si­di­um zahlt näch­sten Monat.'
"Kom­men Sie heu­te Nach­mit­tag zu mir nach Hau­se" ant­wor­te­te er, "dann gebe ich Ihnen das Geld, und wenn Sie ihre Zah­lung haben geben Sie es mir zurück!"

So lief es dann auch. Er gab mir fünf­hun­dert Mark.
Aber: Beim näch­sten Zah­lungs­lauf war ich wie­der nicht dabei.

Als ich erneut vor dem Pfört­ner stand und er mich zunächst nicht durch­las­sen woll­te erkann­te er wohl, dass das kei­ne Opti­on sein wür­de. Ich war wirk­lich wütend und nicht zu brem­sen. Fast fünf Mona­te Gratisarbeit. 

Ich war gera­de vor der Büro­tür da hör­te ich drin­nen das Tele­fon läu­ten, doch da war ich schon im Raum.

Drei Schreib­ti­sche in der Mit­te zusam­men­ge­scho­ben, einer rechts, einer links und einer vor Kopf, die Dame saß mit dem Rücken zur Tür. Drei Akten­schrän­ke an den Wän­den veteilt. Einen Besu­cher­sitz­platz gab es nicht. Man war wohl lie­ber unter sich und ohne Publikumsverkehr.

'Wer von Ihnen ist Frau Peters?' rief ich in den Raum.
Die Dame mit dem Rücken zur Tür stell­te ein Joghurt auf den Tisch, wisch­te sich den Mund und sag­te dann "Da links, das ist Frau Peters." Frau Peters ließ ihr Strick­zeug sin­ken und schau­te mich erwar­tungs­voll an wäh­rend die Kol­le­gin am rech­ten Schreib­tisch ihr Buch bei­sei­te leg­te und mich - ein wenig spitz und von oben her­ab - wis­sen ließ "Wir haben hier kei­nen Publi­kums­ver­kehr - schrei­ben Sie uns doch bit­te was Sie für ein Anlie­gen haben!"

'Doch, ant­wor­te­te ich, 'Sie haben gera­de Publi­kums­ver­kehr von einem äußerst erbo­sten Teil ihres Publi­kums - und ich gehe hier nicht aus dem Raum wenn ich nicht einen Scheck oder eine Zah­lungs­an­wei­sung oder Bar­geld in der Hand habe, nach­dem ich nun schon fünf Mona­te arbei­te und noch kei­nen Pfen­nig Geld auf mei­nem Kon­to gese­hen habe.'

Die Mit­ar­bei­te­rin mit dem Rücken zur Tür ver­stau­te ihr Joghurt in einem Schub­fach, rück­te ein wenig um die Ecke ihres Schreib­ti­sches, und dreh­te sich so, dass sie mich sehen konn­te. Sie sah etwas ver­schreckt aus.

Es wur­de tatsächlich
- nach län­ge­rem & wei­te­rem Hin-und-Her - eine Zah­lungs­an­wei­sung aus­ge­ge­ben ".. das machen wir nur aus­nahms­wei­se! .." mit der ich sofort bei der im Hau­se befind­li­chen Kas­se einen Vor­schuss von drei (grob geschätz­ten) Net­to­be­trä­gen abho­len konnte.

Im Raus­ge­hen hör­te ich noch die schnip­pi­sche Mit­ar­bei­te­rin von rechts sagen "Da hät­te er doch bestimmt bei der Spar­kas­se einen Kre­dit bekom­men kön­nen ... " ... wie es wei­ter­ging weiß ich nicht, da war ich schon fast am Ende des Gan­ges und auf dem Weg ins Erd­ge­schoss zur Kasse.

Herr Galk bekam als Erster sein Geld. Dann der Ver­mie­ter, den Rest zahl­te ich bei der Spar­kas­se ein und ich hat­te den Ein­druck, da waren auch alle sehr viel freund­li­cher und schau­ten auch so - ganz anders als bei mei­nem letz­ten Besuch dort.

Was ich dar­aus gelernt habe sind zwei Dinge:
1. Wenn man wirk­lich Geld braucht ist die Spar­kas­se gar nicht mehr so frei­gie­big wie ihre Wer­bung es immer suggeriert."
2. Es gibt ganz weni­ge Men­schen, die tat­säch­lich hel­fen, wenn sie auf die Fra­ge "Wie geht es Ihnen?" erfah­ren, dass ihr Gegen­über wirk­lich Hil­fe braucht.

¹ Name geändert
² Rich­ti­ger Name

*edit*
Dem­nächst habe ich noch eine 'jün­ge­re' Geschich­te, da geht es um die Ren­ten­ver­si­che­rung "Bund".

bookmark_borderNoch’n Gedicht …. (VI)

№ 840: von hir­schen (V)
By wvs
27-05-2014

zwei hir­sche stehn am waldesrand
und schau­en übers hügelland

da sagt der erste zu dem zweiten:
„wir soll­ten uns mal vorbereiten
in and’re län­der zu verreisen
nach süden, in die trock’nen, heißen!“

der zwei­te sieht ihn an und spricht:
„ich glaub‘ mit dir stimmt etwas nicht!
da gibt’s nur hart­laub und kakteen
und sowas kaut sich nicht sehr schön.“

drauf ant­wor­tet der erste ihm:
„du willst doch nur nicht süd­wärts zieh’n
weil du die spra­che nicht verstehst
wenn du auf rei­sen dahin gehst!“ 


№ 0460: von hir­schen (IV)

By wvs
20-01-2006 09:04:19 PM

zwei hir­sche stehn am waldesrand
und schau­en übers hügelland

da kommt ein trecker angefahren,
hat hin­ten dran zwei gro­ße wagen:
ein hoch­sitz auf dem einen liegt,
so schwer, daß sich der wagen biegt.
der ande­re trägt bal­len heu -
zwei bun­de stroh sind auch dabei.

da sagt der klei­ne hirsch zum großen:
„bald wer­den sie ins horn hier stoßen,
und suchen uns eins aufzubrennen,
komm, kum­pel, laß uns schnell wegrennen …"


№ 0459: von hir­schen (III)

By wvs
20-01-2006 03:33:41 PM

zwei hir­sche stap­fen durch den tann
der eine schaut den andern an:
du bist ein hirsch – ist dir das klar?
der and­re sagt: ja, das ist wahr!
[die bei­den haben die erkenntnis.
manch mensch staunt da – mit unverständnis …]

№ 0458: von hir­schen (II)
By wvs
20-01-2006 01:02:33 PM

zwei hir­sche stap­fen durch den wald,
der eine jung, der and­re alt.

der alte spricht: ach, wie so schön
ist die­ser wald durch den wir geh’n!

dar­auf der jun­ge hirsch entgegnet:
wie wahr! ob’s heu­te noch­mal regnet?

[die hir­sche den­ken asynchron
– wen stört das schon?]

№ 0457: von hir­schen (I)
By wvs
20-01-2006 02:14:02 AM

zwei hir­sche stap­fen durch den wald,
der eine jung, der and­re alt.

der jun­ge hirsch zum alten spricht:
der för­ster kommt heut‘ sicher nicht,
denn die­se nacht ist lau­sig kalt,
da geh’n nur hir­sche durch den wald!

es blitzt, ein knall: der jun­ge fällt,
sein geist fliegt in die schattenwelt …
der alte hirsch ver­läßt die stätte.
denkt sich nur: schnell, daß ich mich rette!

[siehst du den hirsch vor­über gehn -
dann grüß ihn schön …. ] 


Ach so, noch das → copy­right Wolf­gang von Sulecki, jeder Nach­druck, auch aus­zugs­wei­se ver­bo­ten, Zita­te sind auf Halb­sät­ze zu begren­zen, jeden­falls sind stets Quel­le und Autor zu nen­nen .... und "Wehe!" wenn nicht ....

bookmark_borderVon der Endlichkeit des "Neuland"s

Gehen wir ein­mal davon aus, das "Inter­net" sei ein Land.
Wir nen­nen es "Neu­land".
(Gab es schon 'mal als Name für das Inter­net, deswegen.)
Es habe ein Ter­ri­to­ri­um, Bewoh­ner, und eine Regierung.

Wie sähe das Land aus?
Wel­che Art von Regie­rung hät­te es?
Den­ken Sie gern wei­ter, es gibt noch viel mehr!

Wel­che Kon­se­quen­zen ergä­ben sich aus die­sem Gedankenspiel?

Fan­gen wir ein­mal mit der Nut­zung der Flä­che an:

Die Bewoh­ner brau­chen Platz um Häu­ser zu bau­en, gemein­schaft­lich genutz­te Objek­te zu errich­ten, Ver­kehrs­we­ge zwi­schen den Sied­lun­gen und zwar auf­ge­teilt in ver­schie­de­ne Grö­ßen­ord­nun­gen, die jeweils mehr oder weni­ger Ver­kehr auf­neh­men können.

Gleich­zei­tig wird Platz gebraucht um Fabri­ken zu errich­ten, um Boden­schät­ze zu schür­fen, um Ener­gie zu gewin­nen. Die Flä­chen für Was­ser­wer­ke, Abwas­ser­rei­ni­gung und Ent­sor­gung von Abfäl­len nicht zu vergessen.
Schließ­lich müs­sen die Men­schen im "Neu­land" essen und trin­ken, wol­len unter­hal­ten sein und viel­leicht auch ein­mal Urlaub genießen.

Schon aus die­sen weni­gen Annah­men wird klar:
Es ent­ste­hen Interessenkonflikte.
Je mehr für einen Zweck an Flä­che ver­braucht wird, desto weni­ger steht für ande­re Zwecke zur Ver­fü­gung. Mehr Wohn­flä­che redu­ziert so die Land­wirt­schafts­flä­che und die für Pro­duk­ti­on ande­rer Güter - und umgekehrt.

In sol­chen Fäl­len wer­den die Inter­es­sen dadurch aus­ge­gli­chen, dass die Regie­rung Regeln erstellt, die jeder Nut­zungs­art ein bestimm­tes Kon­tin­gent zur Ver­fü­gung stellt. Wird das unter Berück­sich­ti­gung aller Inter­es­sen gemacht sind Alle zufrie­den. Wer­den ein­zel­ne Grup­pen bevor­zugt behan­delt, so gibt es bald Ärger.

Neh­men wir wei­ter an die Regie­rung betreibt selbst alle Indu­strie und Land­wirt­schaft, erfüllt alle kom­mu­na­len Auf­ga­ben (sie­he oben) und betreibt auch noch die gemein­schaft­lich genutz­ten Einrichtungen.
Bei einem ste­ti­gen Wachs­tum all des­sen, was die Regie­rung betreibt, wür­de der Platz für die Bewoh­ner und ihre Bedürf­nis­se nach und nach weni­ger. Schließ­lich könn­te nur noch erwei­tert wer­den, wenn man die Bewoh­ner enger zusam­men­pfercht. Oder ihre Zahl redu­ziert. Dann aber brauch­te man wie­der weni­ger Ein­rich­tun­gen und Produktion.

Das gan­ze System kommt irgend­wann an sei­ne Grenzen.
Wie wür­de man eine sol­che Regie­rung im poli­ti­schen Spek­trum ansiedeln?
Wel­che Art von Regie­rung wäre das also?

Wir hät­ten eine dik­ta­to­ri­sche Plan­wirt­schaft, in der die Bewoh­ner arbei­ten, zah­len und recht­los sind.
Die Regie­rung schreibt vor was für sie gut und rich­tig ist, es gibt nur Aus­nah­men für der Regie­rung nahe ste­hen­de Per­so­nen und Betriebe.

Soweit das Gedankenmodell.
Nun über­tra­gen wir ein­mal auf das Internet. 

Die Regie­rung besteht aus meh­re­ren Groß­un­ter­neh­men, die so geschickt in Unter­ein­hei­ten auf­ge­split­tet sind, dass sie die Rege­lun­gen aus dem Kar­tell­recht unterlaufen.




Sie erschei­nen wie klei­ne­re Ein­zel­be­trie­be, arbei­ten aller­dings in einer Art erwei­ter­ter "Hol­ding" abge­stimmt mit­ein­an­der - zu ihrem Nut­zen. Sie ver­kau­fen die Iden­ti­tä­ten der Nut­zer, spie­len ihnen Wer­bung vor, bie­ten ihnen Waren an, unter­hal­ten sie mit Medi­en jeg­li­cher Art. Die Nut­zer haben kein Mit­spra­che­recht über die Art und Wei­se, wie das Inter­net genutzt wird. Das machen die weni­gen Gro­ßen unter sich aus. 

Die paar Auf­pas­ser, die die Ein­hal­tung der vor­han­de­nen Regeln über­wa­chen sol­len, wer­den mit spe­zi­el­len 'Unter­stüt­zun­gen' und Pri­vi­le­gi­en so zuge­schüt­tet, dass sie völ­lig ver­ges­sen ihre eigent­li­che ord­nungs­po­li­ti­sche Arbeit zu machen.

Wir Alle sind das Volk im Neuland.
Was wir tun sol­len ist klar: Konsumieren!
Was wir auf kei­nen Fall tun dür­fen ist: Fra­gen stellen.

Wo führt das hin?

Neu­land wird eines Tages voll sein von Ange­bo­ten und zwar so voll, dass für die Akti­vi­tä­ten der Bewoh­ner kein Platz mehr ist. Dann wer­den die Gro­ßen erkennen:

Sie haben selbst zer­stört was (einst) ihre Exi­stenz gewährleistete.


Wenn also - und damit kom­me ich zum eigent­li­chen Zweck die­ser gesam­ten Alle­go­rie - das Inter­net nur noch aus Wer­bung für irgend­et­was besteht, ist für Inhalt kein Platz mehr. Es wird nicht mehr lan­ge dau­ern. Schon heu­te sind die Sei­ten voll von Anzei­gen. Die angeb­lich auf die Kon­su­men­ten zuge­schnit­ten sind. Ein gerin­ger Teil viel­leicht - in Wahr­heit wer­den doch die mei­sten Anzei­gen auch den Men­schen gezeigt die nicht *Ziel­grup­pe* sind. Alles ein Riesenbluff.

 

Wenn das erst Mal vie­le generv­te Inter­net­nut­zer - und vor allem die Anzei­gen­kun­den, die für weni­ger 'aus­ge­such­tes' Publi­kum Jahr für Jahr höhe­re Beträ­ge ble­chen müs­sen, gewahr gewor­den sind, bin ich gespannt auf die Reaktion.

bookmark_borderZur Resilienz
oder: "Hab' dich nicht so!"

" .. Die Kri­tik am Umgang mit dem Resi­li­enz-Begriff sieht das Pro­blem nicht in der Stär­kung der Wider­stands­kraft der Men­schen und der Unter­stüt­zung von Per­so­nen, sich vor Kata­stro­phen zu schüt­zen; jedoch in der damit ein­her­ge­hen­den Ten­denz, gewalt­sa­me Ver­hält­nis­se als gege­ben zu akzep­tie­ren und ledig­lich einen Umgang damit zu fin­den. Dies füh­re dazu, .. , dass die Bela­stung und struk­tu­rel­len Pro­ble­me aus dem Fokus gera­ten und als gege­ben ange­nom­men wer­den. Somit tritt eine Ver­än­de­rung und Bekämp­fung der bestehen­den oder auf­kom­men­den Pro­ble­me und der Ursa­chen in den Hin­ter­grund. Dies unter­stützt eine Ten­denz der Ent­la­stung poli­ti­scher Akteu­re an der Bear­bei­tung und Ver­mei­dung der Ursa­chen, hin zu einem indi­vi­dua­li­sier­ten Umgang der Ein­zel­per­so­nen mit den Sym­pto­men. Somit sta­bi­li­sie­re sie eher die pre­kä­ren bzw. gewalt­vol­len Ver­hält­nis­se, wel­che poten­zi­ell zu Trau­ma­ta füh­ren, anstatt sie zu bear­bei­ten .. "
[Quel­le]

Der Begriff "Resi­li­enz" bedeu­tet 'von sich abpral­len las­sen', sich zu befä­hi­gen ungün­sti­gen Umstän­den zu wider­ste­hen und sie even­tu­ell sogar zum eige­nen Vor­teil zu nut­zen. Eine Eigen­schaft, die wir brau­chen um nicht von der erst­be­sten Beein­träch­ti­gung aus der Bahn gewor­fen zu wer­den: "Hab' dich nicht so!" ist nicht ange­bracht, bes­ser wäre die Fra­ge "Wie kann ich hel­fen?" Nicht jeder ist näm­lich in der Lage und hat die Kraft Rück­schlä­ge, Schick­sals­schlä­ge 'weg­zu­stecken' und wei­ter zu machen als ob nichts pas­siert wäre. Wenn ein­zel­nen Per­so­nen nicht gelingt Resi­li­enz auf­zu­bau­en ist das nicht für die All­ge­mein­heit gefähr­dend. Nimmt es aller­dings brei­te­ren Raum ein, erfasst gro­ße Zah­len, dann wird es schon gefähr­li­cher und es muss unbe­dingt etwas passieren.

Las­sen Sie uns des­we­gen das The­ma ein wenig wei­ter fas­sen und von der indi­vi­du­el­len Ebe­ne auf das vor­herr­schen­de System über­all in der Welt erweitern.


Ver­drän­gen - Bekla­gen - Umge­hen - Akzep­tie­ren - Ändern

In den ver­schie­den­sten Lebens­be­rei­chen sind wir damit kon­fron­tiert, dass die Ereig­nis­se nicht zu unse­ren Gun­sten, son­dern ent­ge­gen­ge­setzt laufen.
1. Ver­drän­gen
Zunächst kann man die Gege­ben­hei­ten igno­rie­ren, ver­drän­gen, so, als ob gar nichts pas­siert wäre.
2. Bekla­gen
Dar­über zu kla­gen ist eine oft gebrauch­te Mög­lich­keit. Schlägt zurück. Völ­lig nutzlos.
3. Umge­hen
Eine ande­re wäre sich zu fra­gen, ob es eine Umge­hung gibt, die das Ergeb­nis bes­ser macht.
4. Akzep­tie­ren
Die näch­ste Vari­an­te ist 'Akzep­tanz', hin­neh­men, sich in die Ver­hält­nis­se ein­fü­gen und nicht mehr/weiter dar­über zu grübeln.
5. Ändern
Schließ­lich kann man über­le­gen wie die Umstän­de geän­dert wer­den müss­ten, damit es über­haupt nicht erst zu die­ser Situa­ti­on kommt. 

Nun könn­te man den ein­zel­nen Mög­lich­kei­ten Wahr­schein­lich­kei­ten zuord­nen. Dabei sind die ersten vier genann­ten Hand­lungs­wei­sen zwar ver­schie­den und sicher unter­schied­lich zu bewer­ten - den­noch sind sie im Ergeb­nis gleich: Nichts ändert sich.
Es gibt Umstän­de, da ist es zunächst ange­zeigt sich ruhig zu ver­hal­ten. Kräf­te hin­ter sich zu sam­meln. Stra­te­gien zu ent­wickeln - um dann bes­ser und erfolg­rei­cher dage­gen vor­ge­hen zu kön­nen was falsch läuft. Die­se Art der Ver­zö­ge­rung ist sinn­voll - aber nur wenn dann 'action' folgt!

Die fünf­te Mög­lich­keit wider­spricht dem, was unter "Resi­li­enz" ver­stan­den wird. Sie ist zugleich die ein­zig wah­re Hand­lungs­wei­se wenn es dar­um geht die Gesell­schaft, die Nati­on, die Welt zu ver­än­dern. Wir haben über­all und immer in wich­ti­gen Schalt­po­si­tio­nen zu vie­le Men­schen sit­zen die ledig­lich die unter 1. bis 4. erwähn­ten Vari­an­ten wählen. 

So wird das nichts mit dem Fort­schritt zum Erhalt des Planeten.

Gewalt und Bekämp­fung rich­ten sich nicht gegen die ungün­sti­gen Umstän­de - im Gegen­teil, die berech­tigt Auf­ge­brach­ten lei­den allent­hal­ben unter Gewalt, Ver­fol­gung und Bedro­hung ihres Lebens. Wo der 'pro­fit' bedroht wird ste­hen sofort die Gel­der zur Ver­fü­gung dage­gen etwas zu unter­neh­men. Im umge­kehr­ten Fall ist die All­ge­mein­heit gefragt sich zu enga­gie­ren .... und wir wis­sen doch, wie das aus­geht. Des­we­gen stecken wir so tief im Schla­mas­sel und müs­sen uns in "Resi­li­enz" üben.

Ich wär' so gern Optimist.
Viel­leicht in einem neu­en Leben.

bookmark_borderVon ver-komplizierten Gedanken ....
oder: Wie schaffe ich mir ein Alleinstellungsmerkmal

" .. Wenn man von einer salu­to­ge­ne­ti­schen Sicht­wei­se¹ und so von einer gesun­den Ent­wick­lung aus­geht, erscheint die Ent­ste­hung einer Erkran­kung in einem ande­ren Licht als wenn man von vorn­her­ein aus­schließ­lich von einer Ver­mei­dung und Bekämp­fung aus­geht. Z. B. wird dann auch nach der Bedeu­tung einer Erkran­kung im aktu­ell indi­vi­du­el­len Lebens­kon­text² gefragt und nach den eige­nen Akti­vi­tä­ten sowie den äuße­ren Bedin­gun­gen, die eine gesun­de Ent­wick­lung ermög­li­chen. So wird eine patho­ge­ne­ti­sche Leh­re erst rich­tig sinn­voll auf dem Hin­ter­grund der Salu­to­ge­ne­se³ .. "
[Quel­le]

Neh­men wir an, Sie haben eine Aus­bil­dung im Gesund­heits­we­sen (im brei­te­ren Sin­ne) absol­viert und suchen nach einer Rich­tung inner­halb des Berufs­fel­des, in die Sie gehen kön­nen. In dem die Kon­kur­renz noch nicht über­wäl­ti­gend ist. Wo Sie noch Chan­cen haben etwas zu erfor­schen, das es bis­her noch nicht gab. Wo Sie also aus der Mas­se der ähn­lich Täti­gen her­aus­ra­gen kön­nen. Ein Ergeb­nis haben, das ihnen das Podest zur Erhe­bung sichert und zugleich nur soviel Raum läßt, dass auf der Platt­form nie­mand sonst Platz hat.
Wiki­pe­dia sagt dazu " .. Gera­de am Anfang sei­ner For­schung stand Anto­nov­sky in der aka­de­mi­schen Welt mit sei­nem Ansatz ziem­lich allei­ne da .. " [Das ist immer noch so, nur um Zwei­feln ent­ge­gen zu treten.]

Das ist mach­bar, auch heu­te noch, wo doch schon so vie­le Wege gegan­gen, ja aus­ge­tre­ten sind und das Unbe­kann­te immer weni­ger wird. Die Idee zählt. Eine Idee, wie man so etwas aus Bestehen­dem durch alter­na­ti­ve Anord­nung der gedank­li­chen Rei­hen­fol­ge schafft. 

Der Herr Dr. Aaron Anto­nov­sky [Doc­tor of Phi­lo­so­phy] ist jemand, der etwas neu gedacht hat:

Wie ent­wickelt sich die Gesund­heit von Menschen?
Dies ist das Geheim­nis, das die
salu­to­ge­ne­ti­sche Ori­en­tie­rung zu ent­rät­seln versucht.“

Das Neue dar­an war, dass der Nor­mal­zu­stand, näm­lich "Gesund sein" dem Nicht-Nor­mal­zu­stand, näm­lich "krank sein" gegen­über­ge­stellt und par­al­lel unter­sucht wur­de. Die Fra­ge­stel­lung war also in etwa so:
Wenn etwas "krank" macht - was macht dann "gesund"?
Was bis dahin als aner­kann­te The­se galt - und immer noch gilt - ist hingegen:
Gesund­heit 'ent­wickelt' sich nicht. Sie 'ist' - oder wenn nicht ist das Indi­vi­du­um 'krank'.

Erken­nen Sie, wohin das führt?
Es wird eine Lösung für etwas gesucht - und natür­lich gefun­den - das bis dahin noch nie ein Pro­blem war, weil natur­wis­sen­schaft­lich das Ergeb­nis schon lan­ge vor Dr. Anto­nov­skys 'For­schungs­er­geb­nis­sen' feststand: 

Alle lebens­not­wen­di­gen Res­sour­cen müs­sen in aus­rei­chen­der Men­ge zur Ver­fü­gung sein und die Umwelt­be­din­gun­gen müs­sen den Not­wen­dig­kei­ten die­ser Spe­zi­es entsprechen.

Was der Herr Dr. Anto­nov­sky gemacht hat ist, ein Modell zu ent­wickeln das so aussieht:

(Bild­quel­le; Sie­he Fußnote) 

Getrau­en Sie sich, gegen ein sol­ches Modell zu argu­men­tie­ren? Gegen einen abso­lut gefass­ten Satz wie " .. So wird eine patho­ge­ne­ti­sche Leh­re erst rich­tig sinn­voll auf dem Hin­ter­grund der Salu­to­ge­ne­se .. ". Wahr­schein­lich nicht. So wie vie­le ande­re Men­schen die es sehen auch. Man geht davon aus, dass das eine wis­sen­schaft­li­che Errun­gen­schaft ist, die eine brei­te Grund­la­ge hat und die des­we­gen fak­tisch unter­mau­ert ist.


In Wahr­heit ist es eine aus der Luft gegrif­fe­ne Erfin­dung die Stich­wor­te um einen zen­tra­len Gedan­ken sam­melt und so auf ande­re Wei­se etwas beschreibt, was es schon lan­ge in den Natur­wis­sen­schaf­ten als Erkennt­nis gab.

Dar­auf bau­en die "Ent­wick­ler" sol­cher Model­le - und ein Rat­ten­schwanz an getreu­en Jün­gern läuft fort­an hin­ter­her, ver­viel­fäl­tigt das Ein­fäl­ti­ge und schirmt es gegen Kri­tik von außen ab. 

Das Ein­gangs­zi­tat ist ein Bei­spiel dafür, wie eine an sich ein­fa­che Sache durch kom­pli­zie­ren­de Aus­drucks­wei­se¹, kom­bi­niert mit ein paar schwie­ri­gen Wör­tern²,³, zu einer bahn­bre­chen­den Ent­deckung auf­ge­bla­sen wird. Das Schlimm­ste dar­an ist wie sich die "Alter­na­ti­ven Medi­zi­ner", Quack­sal­ber und selbst­er­nann­te Heils­brin­ger ohne jeden tat­säch­li­chen Hin­ter­grund, sol­che Model­le zunut­ze machen und dar­auf ihre Lügen­ge­bäu­de und Pseu­do-Medi­zin aufbauen.


Gei­stes­wis­sen­schaft schafft eher Ver­wir­rung als Klar­heit - vor allem dann, wenn dar­auf ver­traut wird, dass der Leser­kreis, die Gefolg­schaft, und ein paar wei­te­re Dumm­köp­fe kei­ne Ahnung haben. Dass es sich näm­lich um eine ledig­lich alter­na­ti­ve Wort­wahl zur Beschrei­bung bereits lan­ge erreich­ter Erkennt­nis­se aus den Natur­wis­sen­schaf­ten han­delt.
(Sie­he Fußnote)

Fuß­no­te
" .. Das Stre­ben nach Kohä­renz [Kohä­renz = Der Gedan­ken­gang ist in sich logisch, zusam­men­hän­gend und nach­voll­zieh­bar.] ist ein über­ge­ord­ne­tes - wahr­schein­lich allen Lebe­we­sen inne­woh­nen­des Prin­zip, das dafür sorgt, dass sich Lebe­we­sen aus dem Cha­os ent­ge­gen den phy­si­ka­li­schen Geset­zen der Entro­pie kom­plex und gesund orga­ni­sie­ren kön­nen .. " - das Wort "wahr­schein­lich" hät­ten sich die Anhän­ger der *Salu­to­ge­ne­se* schen­ken kön­nen. Denn schon vor dem Modell von Dr. Anto­nov­sky war klar, dass Leben nur exi­stie­ren kann, solan­ge sich ein Indi­vi­du­um gegen das uni­ver­sel­le Bestre­ben von Mate­rie, sich zum *größt­mög­li­chen Cha­os* anzu­ord­nen, exi­stie­ren kann.

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Zur Fra­ge von Fachkompetenz

bookmark_borderIch weiß nicht was Sie gestern getan haben, aber ....

Ich weiß nicht was Sie gestern getan haben, aber hier ver­ra­te ich Ihnen was ich getan habe:
Ein präch­ti­ges, wuch­ti­ges und sehr sta­bil gear­bei­te­tes Him­mel­bett aufgebaut.

Ins­ge­samt - man glaubt es kaum in einer von IKEA gepräg­ten Welt mit mehr­sei­ti­gen Auf­bau-Anlei­tun­gen und unzäh­li­gen, sich noch teil­wei­se sehr ähn­lich sehen­den Ein­zel­be­schlags­tei­len - waren dazu ledig­lich zwölf Schrau­ben von je ca. 12 cm Län­ge nötig.

Der Auf­bau war daher nicht intel­lek­tu­ell for­dernd, auch nicht die Geduld stra­pa­zie­rend, son­dern ledig­lich von einer Fül­le von Ver­packungs­pap­pen, Mul­ti-Lay­er-Papier, Ver­schnü­run­gen und Pla­stik­wa­ben, gefüllt mit Luft, gekenn­zeich­net. Ein­mal aus­ge­packt waren die Struk­tu­ren leicht zuzu­ord­nen und daher rasch zusam­men­ge­setzt und verschraubt.

Zum Pro­zeß der Bestel­lung schrei­be ich spä­ter noch die *schier end­lo­se Geschich­te*, die teil­wei­se sehr ärger­lich ablief - der Ärger war schnell ver­ges­sen als das schö­ne Möbel­stück fer­tig dastand.
Deko­ra­ti­on und Ergän­zun­gen sind ange­dacht, das dau­ert noch etwas, bis da die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen ist.

Mein Vor­schlag war min­de­stens sie­ben Matrat­zen über­ein­an­der zu packen, auf die unter­ste eine Erb­se zu legen .... und den Rest der Geschich­te ken­nen sie aus ihrer Kindheit ....

bookmark_borderNoch’n Gedicht …. (V)

№ 0529: vorsatz ….
By wvs

herrn h. tun heut die füße weh
ist es die gicht, im gro­ßen zeh?
er grü­belt hin, er grü­belt her
wie sowas wohl zu lin­dern wär‘
beim grü­beln kommt ihm 'ne idee
(viel­leicht half der kamillentee?)
er will zukünf­tig – ohne zagen –
ent­sa­gen fet­tem schwar­ten­ma­gen
will auch die haxen nicht mehr essen
– auf die anson­sten er versessen –
ripp­chen mit kraut kommt nicht in frage
denn es ver­kürzt nur sei­ne tage
dem alko­ho­le schwört er ab
weil: er will nicht früh in’s grab ….
auch scho­ko­la­de, keks und nüsse
rus­sisch brot und negerküsse*
will er ver­ban­nen ohne gnade
– vor stolz sitzt er nun kerzengrade
in sei­nem dicken ohrensessel –
befreit jetzt von der essensfessel ….
sein blick fällt auf den brotzeitteller
sein puls geht schnell, der atem schneller:
wäh­rend die mäßi­gung er plante
gewichts­ver­lust, mehr schwung erahnte
hat er den tel­ler leergeräumt
vor­bei der plan – und ausgeträumt!

Erst­ver­öf­fent­li­chung: 07-05-2008 10:33 h

Ach so, noch das → copy­right Wolf­gang von Sulecki, jeder Nach­druck, auch aus­zugs­wei­se ver­bo­ten, Zita­te sind auf Halb­sät­ze zu begren­zen, jeden­falls sind stets Quel­le und Autor zu nen­nen .... und "Wehe!" wenn nicht ....

* „Schaum­küs­se“ reimt sich nicht …! 

 

(245)

bookmark_borderAfghanistan
*update* [07.03.2020]

Wer - wie die der­zei­ti­ge US Regie­rung - glaubt, es wer­de sich auch nur ein Tali­ban nach dem Abzug der US Trup­pen an die getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen hal­ten, muss mit kind­li­chem Wun­der­glau­ben leben, nach dem es die Zahn­fee, Elfen und Zwer­ge, und selbst­ver­ständ­lich rosa­ro­te Ein­hör­ner gibt.

Was die Admi­ni­stra­ti­on Trump erreicht hat ist eine Kapi­tu­la­ti­on der USA vor einer nicht-staat­li­chen Orga­ni­sa­ti­on, einer Terrorgruppe!

" .. The Tali­ban is renow­ned for recrui­ting child­ren in both Afgha­ni­stan and Paki­stan .. " [Quel­le]. Hier darf wohl ver­mu­tet wer­den, dass die Täter - wegen des lukra­ti­ven Geschäfts mit gerin­gem Risi­ko für sich selbst - einen Dreck dar­auf geben wer­den, was da zwi­schen den USA und irgend­wel­chen weit ent­fernt von ihnen leben­den Tali­ban ver­han­delt wurde.
Wer seit Jah­ren weg­schaut wenn es um Kin­der­schän­dung im gro­ßen Sti­le geht, wie die US Trup­pen, wird es nicht beson­ders schwer fin­den auch bei der erneu­ten Unter­drückung von Frau­en auf Skla­vin­nen­ni­veau wegzusehen.

" .. Bun­des­au­ßen­mi­ni­ster Hei­ko Maas lob­te die Unter­zeich­nung .. " - das wun­dert nie­man­den, ist er doch stets bei sol­chen Anläs­sen ein bra­ves Schoß­hünd­chen der Ame­ri­ka­ner, das laut kläf­fend "Applaus" bellt.

2.400 tote US Sol­da­ten in 19 Jah­ren (offi­zi­el­le Zah­len, immer mit Vor­sicht zu betrach­ten - bes­se­re gibt es aller­dings nicht) - und wofür sind die gestorben?
Hun­dert­tau­sen­de Zivi­li­sten, "Zie­le", nicht etwa nur *col­la­te­ral dama­ge*, das ist der trau­rig­ste Teil der Bilanz. Es wer­den noch mehr wer­den, wahr­schein­lich dann, wenn es zum Bruch der Ver­ein­ba­run­gen kommt und (noch unter Trump?) die USA 'Ver­gel­tung' üben.

Die ein­zi­gen Gewin­ner sind die Rüstungs­kon­zer­ne, bei denen über fast zwei Jahr­zehn­te die Kas­sen klin­gel­ten .... die wer­den es schon ver­ste­hen sich Ersatz zu schaf­fen, wes­we­gen man mit ihnen kein Mit­leid haben muss.

PS
" .. Gleich­zei­tig arbei­te­ten die USA mit der NATO und ande­ren Ver­bün­de­ten dar­an, die Zahl der NATO-Trup­pen zu ver­rin­gern, heißt es in der Erklä­rung wei­ter .. " - und ich dach­te immer, die Auf­ga­be der NATO sei die Ver­tei­di­gung von Euro­pa. Hat­te die NATO eigent­lich Anteil an den Ver­hand­lun­gen oder haben sie das als *Befehl der USA-Regie­rung* nun ledig­lich akzeptiert:
" .. Zur glei­chen Zeit gaben in Kabul Afgha­ni­stans Prä­si­dent Aschraf Gha­ni und US-Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster Mark Esper, in Anwe­sen­heit von NATO-Gene­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg, gegen­sei­ti­ge Bei­stands­er­klä­run­gen ab. Ins­be­son­de­re ver­pflich­ten sich die USA, wei­ter­hin zur Finan­zie­rung der afgha­ni­schen Streit­kräf­te bei­zu­tra­gen .. " [Quel­le]
Kann mir 'mal jemand erklä­ren war­um der NATO Gene­ral­se­kre­tär mit bei der Unter­zeich­nung anwe­send war wenn die NATO nicht mit ver­han­delt hat? 

Ist das jetzt die neu­en Mode?
So wie sie bei Unter­schrif­ten von Trump zu sehen ist, der immer ein Kor­don von freund­lich lächeln­den, ins 'Unend­li­che' schau­en­den Zuse­hern bei sei­nen Unter­schrif­ten braucht?

*update* [07.03.2020]

Sie­he hierzu
Will Trump’s Sur­ren­der to the Tali­ban Bring an End to an End­less War?
[Wird Trumps Kapi­tu­la­ti­on gegen­über den Tali­ban ein Ende eines end­lo­sen Krie­ges bringen?]

bookmark_borderSpecies #5618

*resi­stance is futile*


Es ist an der Zeit über das Ver­hält­nis Mensch-Maschi­ne inten­si­ver nach­zu­den­ken als bis­her. Ver­ste­hen Sie mich nicht falsch: In den ein­schlä­gi­gen Zir­keln von Inge­nieu­ren und Moral­theo­re­ti­kern wird schon dar­über gespro­chen. Was fehlt ist die Dis­kus­si­on mit einer brei­te­ren Öffentlichkeit.

Vor dem Hin­ter­grund der Ansät­ze zu auto­no­mem Fah­ren und dar­aus erwach­sen­den mora­li­schen Dilem­ma­ta erscheint die Ein­däm­mung der Künst­li­chen Intel­li­genz (KI) in einen Rah­men, der es unmög­lich macht Men­schen zu schä­di­gen, durch­aus not­wen­dig und höchst geboten.

Wie bei so vie­len Ent­wick­lun­gen auf die­sem Pla­ne­ten wird zunächst ein­mal "gemacht" was mach­bar ist. Dann erst erkennt man an den Fol­gen wo nach­ge­bes­sert wer­den muss. Die­se Art des Vor­ge­hens könn­te sich bei der KI als fata­ler Feh­ler erwei­sen. Denn hier ste­hen sich dann nicht mehr gleich­wer­ti­ge, son­dern in Gestalt der KI steht uns eine höher­wer­ti­ge Intel­li­gen­zen gegenüber.


 

Da ist es kei­ne Fra­ge wer den Sieg davon­tra­gen wird.
Sicher nicht *Spe­zi­es 5618*

Weil wir aber bereits vor­her den Pla­ne­ten zugrun­de gerich­tet haben wer­den und dadurch aus­ster­ben, wird es wohl eine ande­re Spe­zi­es sein, die sich mit der KI herumschlägt.


 

bookmark_borderFocus online und BodyFOKUS - Werbung als redaktioneller Text versteckt

Die­se Wer­bung für das Pro­dukt bzw. den Her­stel­ler ist von die­sem selbst ver­fasst und bei Focus als Anzei­ge auf­ge­ge­ben. Dar­auf wird mit dem Wort "ANZEIGE" hin­ge­wie­sen - das ist Pflicht, anson­sten wäre es "Unlau­te­rer Wett­be­werb" und abmahnungsfähig.

Die Ver­brau­cher, die nach dem Stich­wort "Body­Fo­kus" oder “Leber­ent­gif­tung” oder "Clean Body Restart" suchen wer­den auf der ersten Sei­te von Goog­le genau zu die­ser Wer­bung geschickt. Kri­ti­sche Stim­men haben so kei­ne Chan­ce, denn sie ver­fü­gen nicht über sol­che Beträ­ge, die nötig wären in glei­cher Wei­se zu 'auf­zu­klä­ren' wie die Her­stel­ler von sol­chem zusam­men­ge­wür­fel­ten, fein geschred­der­ten Bio-Abfall.

Dabei ist die­ses Unter­neh­men nur eines von Vie­len, die sich die Ein­fäl­tig­keit der Ver­brau­cher zunut­ze machen.

bookmark_borderDas Problembewußtsein ist ja da, aber ....

Wie soll ich nur anfangen ...?

Am besten mit einem Video:

Ich ver­mu­te, Sie hat­ten das glei­che Pro­blem wie ich als ich das Video zum ersten Mal sah:
Zwar gefiel mir die Musik, aber es fuch­ste mich, dass ich den Text nicht so recht ver­ste­hen konn­te. Was macht der 'mün­di­ge Inter­net­bür­ger' in sol­chen Fäl­len ..?.. suchen mit Suchmaschine!

So bin ich dann auf das Ori­gi­nal (gleich in viel­fäl­ti­gem Sin­ne) gesto­ßen - die Künst­le­rin mit einem Fai­ble für elek­tro­ni­sche Erwei­te­rung ihrer Solo-Mög­lich­kei­ten: Vien­na Teng. Son­der­ba­rer Name aber viel Power, Grips und Stim­me¹.

Sehen Sie selbst:

Jetzt sind Sie wahr­schein­lich genau so gespannt wie ich:
Was war denn nun genau der Text? Denn auch bei der Ori­gi­nal-Künst­le­rin konn­te ich zumin­dest an eini­gen Stel­len nicht so recht schlau dar­aus wer­den - und das, obwohl ich doch wirk­lich gut Eng­lisch spre­che und verstehe.

Da hilft man sich wie­der­um mit der Such­ma­schi­ne und fin­det außer dem Song­text ² mehr als erwar­tet, wie etwa bei Tom, wo unter ande­rem fol­gen­des zu lesen ist:

" .. Today, Acxi­om part­ners with hundreds, per­haps thou­sands of web­sites and phy­si­cal retail loca­ti­ons, and gathers infor­ma­ti­on on the con­su­mers who visit tho­se stores. Acxi­om then aggre­ga­tes the data it coll­ects across the­se sites and builds uni­que pro­files of indi­vi­du­al peo­p­le, sel­ling the pro­files back to retail­ers .. " ³

Das Pro­blem­be­wußts­sein ist da, so lau­tet die Titelzeile.
Aber ist denn irgend­ei­ne Lösung des Dilem­mas in Sicht?
Bei uns in Euro­pa gibt es Ansät­ze - bis­her alle gescheitert.
Viel­leicht war das gut so, weil der selbst geschei­ter­te baye­ri­sche Herr Weber da betei­ligt war, das ist nie eine Beru­hi­gung, eher umgekehrt.

So, war­ten wir nun zusam­men auf Bewe­gung beim The­ma "Schutz der pri­va­ten Daten" und wäh­rend das dau­ert, und dau­ert, und dau­ert .... könn­ten Sie sich ja noch ein paar Lie­der von mei­nem Favo­ri­ten­chor "Psy­cho-Chor der Uni Jena" [ → auf you­tube] anhö­ren - und nicht ver­ges­sen ein "like" zu hin­ter­las­sen .... oder möch­ten Sie gar abonnieren?

¹ The voice:
[Aus einem Kom­men­tar zum Video]
The syn­er­gy of beau­ty and cree­py in this work is unpar­al­le­led except in the refe­rence it makes.
[Die Syn­er­gie von Schön­heit und Gru­sel in die­ser Arbeit ist bei­spiel­los, außer bezüg­lich der Refe­renz die sie herstellt.]

² The Hymn of Acxi­om Songtext:

Some­bo­dy hears you. you know that. you know that.
Some­bo­dy hears you. you know that inside.
Someone is lear­ning the colors of all your moods, to
(say just the right thing and) show that you're understood.
Here you're known.

Lea­ve your life open. you don't have. you don't have.
Lea­ve your life open. you don't have to hide.
Someone is gathe­ring every crumb you drop, these
(mind­less decis­i­ons and) moments you long forgot.
Keep them all.

Let our for­mu­las find your soul.
We'll divi­ne your arte­si­an source (in your mind),
Mar­shal feed and force (our machi­nes will)
To design you a per­fect love
Or (bet­ter still) a per­fect lust.
O how glo­rious, glo­rious: a brand new need is born.

Now we pos­sess you. you'll own that. you'll own that.
Now we pos­sess you. you'll own that in time.
Now we will build you an end­less­ly upward world,
(reach in your pocket) embrace you for all you're worth.

Is that wrong?
Isn't this what you want?
Amen.

³ Übersetzung
".. Heu­te arbei­tet Acxi­om mit Hun­der­ten, viel­leicht Tau­sen­den von Web­sites und phy­si­schen Ein­zel­han­dels­stand­or­ten zusam­men und sam­melt Infor­ma­tio­nen über die Ver­brau­cher, die die­se Geschäf­te besu­chen. Acxi­om agg­re­giert dann die Daten, die es auf die­sen Web­sites sam­melt, und erstellt ein­zig­ar­ti­ge Pro­fi­le ein­zel­ner Per­so­nen, und die­se Pro­fi­le ver­kau­fen sie dann zurück an Einzelhändler .. "