bookmark_borderWahre, (fast) geflügelte Worte .... (III)

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Nicht wis­sen wol­len:

.. That was a very well laid out, ratio­nal point.
But I will still hold to my emo­tio­nal opinion
- based on no facts or evidence .. 

[Quel­le]

Über­set­zung:
Das war eine sehr gut berün­de­te, ratio­na­le Argumentation.
Aber ich wer­de den­noch mei­ne emo­tio­na­le Mei­nung beibehalten
- die weder auf Tat­sa­chen noch Bewei­sen beruht.

bookmark_borderStimmen der Vernunft und Sachlichkeit

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Die wohl 'unge­hört' ver­hal­len werden:
"Recht ist Unrecht"
"Wahr­heit ist Unwahrheit"
"Haß ist Liebe"

  • Offe­ner Brief von Öko­no­men an Ange­la Merkel
    "Jetzt ist der Zeit­punkt, die geschei­ter­te Spar­po­li­tik zu überdenken"
  • Deutsch­lands Scheinheiligkeit
    "Piket­ty on Germany’s Hypo­cri­sy: It ‘Has No Stan­ding to Lec­tu­re Other Nations’ "
  • Der €uro im Absturz
    "This end­less quest for growth will see Greece self-destruct "
  • bookmark_borderOXI | Nur ein "NEIN" kann den Euro retten

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    In einem Meer von Lügen in den Inter­views, Arti­keln und Dis­kus­si­ons­run­den der letz­ten Wochen sind Fak­ten nur hin­der­lich gewe­sen - sie hät­ten offen­bart, wie sehr die Wahr­heit zugun­sten der poli­ti­schen Akteu­re und kon­ser­va­ti­ven Argu­men­te in Deutsch­land, Frank­reich, Eng­land, den Nie­der­lan­den usw. und der soge­nann­ten "Troi­ka" gebeugt wur­de um die Grie­chen als Mis­se­tä­ter zu brandmarken.

    Damit räumt der nach­fol­gend über­setz­te Text gründ­lich auf.

    BEZUG:

    Posting auf der Seite von Y. Varoufakis zum Thema
    "Nine Myths About the Greek Crisis – by James K. Galbraith"

    [ Über­set­zung: W.v.Sulecki; Über­nah­me nur mit aus­führ­li­cher Quellenangabe]

    1. Das Refe­ren­dum über den Euro.
    Sobald der grie­chi­sche Pre­mier­mi­ni­ster Alexis Tsi­pras die Volks­ab­stim­mung ankün­dig­te, sag­ten Fran­çois Hol­lan­de, David Came­ron, Matteo Ren­zi, und der deut­sche Vize­kanz­ler Sig­mar Gabri­el zu den Grie­chen, dass ein "Nein" das Ver­las­sen des Euro durch Grie­chen­land bedeu­ten wür­de. Jean-Clau­de Jun­cker, Prä­si­dent der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, ging noch wei­ter: Er sag­te, ein "Nein" bedeu­tet das Ver­las­sen der Euro­päi­schen Union.
    In der Tat hat die grie­chi­sche Regie­rung vie­le Male betont dass - Ja oder Nein - sie sich unwi­der­ruf­lich zu Euro­päi­scher Uni­on und dem Euro ver­pflich­tet. Und juri­stisch, nach den Ver­trä­gen, kann Grie­chen­land aus kei­nem von Bei­den 'her­aus­ge­wor­fen' werden.

    2. Der IWF [engl.: IMF] ist flexibel.
    IWF-Che­fin Chri­sti­ne Lag­ar­de behaup­tet, dass ihre Insti­tu­ti­on "Fle­xi­bi­li­tät" in Ver­hand­lun­gen mit den Grie­chen gezeigt habe. In Wahr­heit hat der IWF in mehr als vier Mona­ten fast nichts eingeräumt:
    Nicht hin­sicht­lich Steu­ern, Ren­ten, Löh­nen, Tarif­ver­hand­lun­gen oder Höhe der grie­chi­schen Schul­den. Der grie­chi­sche Chef­un­ter­händ­ler Euclid Tsa­ka­la­tos ver­öf­fent­lich­te Ein­zel­hei­ten eines Brie­fings mit Details, und kommt zu dem Schluss: "Was bedeu­tet für die grie­chi­sche Regie­rung eine Fle­xi­bi­li­tät der Insti­tu­tio­nen? Sie wäre eine gute Idee."
    [Anm. d. Übers.: Dies ist eine iro­nisch gemein­te rhe­to­ri­sche Fra­ge die zeigt, dass es in Wirk­lich­keit kei­ne Fle­xi­bi­li­tät gab]

    3. Die Gläu­bi­ger waren großzügig.
    Ange­la Mer­kel hat die Bedin­gun­gen von den Gläu­bi­gern gegen­über Grie­chen­land als "sehr groß­zü­gig" bezeich­net. Aber in der Tat bestan­den die Gläu­bi­ger wei­ter auf einem erdrücken­den Spar­pro­gramm, basie­rend auf einem uner­reich­ba­ren Haus­halts­über­schuss den Grie­chen­land unmög­li­cher erfül­len konn­te, und aus einer Fort­füh­rung der dra­ko­ni­schen Maß­nah­men, die die Grie­chen schon mehr als ein Vier­tel ihres Ein­kom­mens geko­stet haben und das Land in eine Depres­si­on stürz­ten. Umschul­dung, eine offen­sicht­li­che Not­wen­dig­keit, wur­de eben­falls abgelehnt.

    4. Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank hat grie­chi­sche Finanz­sta­bi­li­tät gewährleistet.
    Eine Zen­tral­bank soll die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät der sol­ven­ter Ban­ken schüt­zen. Aber von Anfang Febru­ar an schnitt die EZB die direk­te Finan­zie­rung der grie­chi­schen Ban­ken ab, und führ­te eine trop­fen­wei­se ein­tru­deln­de, teu­re Liqui­di­täts­stüt­zung ein, die auf spe­zi­ell geschaf­fe­nen "Not­fall­be­din­gun­gen" basier­te. Dies för­der­te eine lang­sa­me Ent­nah­me von Geld bei den Ban­ken und lähm­te so die Inve­sti­tio­nen in die Wirt­schaft. Als die Ver­hand­lun­gen schei­ter­ten, stell­te die EZB die Unter­stüt­zung ins­ge­samt ein, wor­auf­hin ein über­stürz­ter Bank-Run ein­setz­te und ihr nun einen Vor­wand gab, Kapi­tal­kon­trol­len auf­zu­er­le­gen und so effek­tiv (indi­rekt) die Ban­ken zu schließen.

    5. Die grie­chi­sche Regie­rung gefähr­det das Bünd­nis mit Amerika.
    Dies ist eine beson­de­re Sor­ge eini­ger US-Kon­ser­va­ti­ven, die eine lin­ke Regie­rung an der Macht sehen und anneh­men, dass sie des­we­gen pro-rus­sisch und Anti-NATO sein müs­se. Es ist wahr, dass die grie­chi­sche Lin­ke histo­ri­sche Beden­ken gegen die USA, ins­be­son­de­re wegen der Unter­stüt­zung der Mili­tär­jun­ta, von 1967 bis 1974 durch die CIA hat. Tat­säch­lich aber hat sich die Ein­stel­lung der grie­chi­schen Lin­ken geän­dert, teil­wei­se dank der deut­schen Erfah­run­gen hier­zu. Die jet­zi­ge Regie­rung ist pro-ame­ri­ka­nisch und ein ver­läß­li­ches Mit­glied der NATO.

    6. Alexis Tsi­pras hat den IWF eine "kri­mi­nel­le" Orga­ni­sa­ti­on genannt.
    Das war, ver­söhn­lich aus­ge­drückt, eine über­hitz­te Schlag­zei­le von Bloom­berg zu einem Bericht über eine sehr mode­ra­te par­la­men­ta­ri­schen Rede, die zu Recht dar­auf hin­wies, dass die IWF-Wirt­schafts- und Schul­den­pro­jek­tio­nen für Grie­chen­land zuvor, als erst­mals im Jahr 2010 Spar­maß­nah­men for­mu­liert und auf­er­legt wur­den, hoff­nungs­los opti­mi­stisch waren. In der Tat ist jeder Buch­sta­be der Brie­fe von Tsi­pras an die Gläu­bi­ger in for­mel­ler und respekt­vol­ler Spra­che abge­fasst worden.

    7. Die grie­chi­sche Regie­rung spielt Spielchen.
    Weil Finanz­mi­ni­ster Varou­fa­kis den wirt­schaft­li­chen Bereich der Spiel­theo­rie über­schaut äußern selbst­er­nann­te Exper­ten seit Mona­ten die Mei­nung, er spie­le "Chicken" oder "Poker" oder ein ande­res Spiel. In Hera­klion bestritt Varou­fa­kis dies vor zwei Wochen, wie er es vie­le Male getan hat: "Wir bluf­fen nicht. Wir üben uns auch nicht im meta-bluf­fen." Es gibt kei­ne ver­steck­ten Kar­ten. Die grie­chi­sche rote Linie - Grund­sät­ze, an denen die­se Regie­rung sich wei­gert zu rüh­ren - wie Arbeits­recht, noch mehr Kür­zun­gen der an der Armuts­gren­ze lie­gen­den Alters­ver­sor­gung und Not­ver­kaufs­pri­va­ti­sie­run­gen - war vom ersten Tag an deut­lich erkennbar.

    8. Ein "Ja"-Votum wird Euro­pa retten.
    "Ja", wür­de noch mehr Ein­schrän­kun­gen und sozia­le Zer­stö­rung bedeu­ten, und eine Regie­rung, die so etwas beschließt wäre rasch am Ende. Was folg­te wäre eine Regie­rung die nicht von Alexis Tsi­pras und Yanis Varou­fa­kis geführt wür­de - letz­te poli­ti­sche Füh­rer, viel­leicht in ganz Euro­pa, einer authen­ti­schen, pro- euro­päi­schen Lin­ken. Wenn sie stür­zen wer­den die Anti-Euro­pä­er nach­fol­gen, mög­li­cher­wei­se auch ultra­rech­te Ele­men­te wie die grie­chi­sche Nazi-Par­tei Gol­den Dawn. Und das anti­eu­ro­päi­sche Feu­er wird sich ver­brei­ten, nach Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en und Spa­ni­en um nur eini­ge Län­der zu nennen.

    9. Ein "Nein" wird Euro­pa zerstören.
    In der Tat, nur das "Nein" kann Grie­chen­land ret­ten - und durch die Ret­tung Grie­chen­lands auch Euro­pa. Ein "Nein" bedeu­tet, dass das grie­chi­sche Volk sich nicht beugt, dass ihre Regie­rung nicht stürzt, und dass die Gläu­bi­ger sich schließ­lich mit dem Ver­sa­gen der bis­he­ri­gen euro­päi­schen Poli­tik aus­ein­an­der­set­zen. Die Ver­hand­lun­gen kön­nen dann wie­der auf­ge­nom­men wer­den - oder rich­ti­ger, es kön­nen ziel­ge­rich­te­te Ver­hand­lun­gen begin­nen. Dies ist ent­schei­dend, wenn Euro­pa geret­tet wer­den soll. Wenn es jemals einen Moment gab an dem die Ver­ei­nig­ten Staa­ten für Anstän­dig­keit und demo­kra­ti­sche Wer­te spre­chen soll­ten - wie auch in eige­nem natio­na­len Inter­es­se - dann ist es gera­de jetzt.

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    Sie­he hier­zu
    Greece: Nine Myths About the Greek Crisis

    James K. Gal­braith; (July 1, 2015)

    bookmark_borderMeine Frau ....

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    .... steht unter dem Ein­fluß von zwei intri­gan­ten Per­so­nen. Die haben Alles unter­nom­men uns aus­ein­an­der zu trei­ben, indem sie ihr Lügen­mär­chen auf­ti­schen und natür­lich sehe ich in deren Zusam­men­hang schlech­ter aus als der größ­te Lump. 

    Angeb­lich habe ich nicht nur eine Freun­din, son­dern gleich zwei. Die wer­den mit Geschen­ken über­häuft wäh­rend ich mei­ner Frau gegen­über knicke­rig bin und sie dazu anhal­te jeden Cent umzudrehen. 

    Selbst unser Hund schleicht sich mit ein­ge­zo­ge­nem Schwanz ängst­lich davon - immer wenn sie mich kom­men sieht.

    Mir reicht es.
    Ich besor­ge mir einen von die­sen Auftragskillern.
    Wär' doch gelacht, wenn das nicht bald ein Ende hat.
    Das geht so nicht weiter ....



     

     

     

     

     
    An der Stel­le bin ich aufgewacht.
    Im Radio spiel­te gera­de " .. alles nur geträumt .. "

    bookmark_borderTTIP / TPP  *update* (13-05-2015)

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    ».. Con­clu­si­on
    From what we now know, the Trans-Paci­fic Part­ner­ship* repres­ents a distinct and signi­fi­cant thre­at to natio­nal sove­reig­n­ty and the abili­ty of any mem­ber nati­on – inclu­ding the United Sta­tes – to regu­la­te its trade, intellec­tu­al pro­per­ty, envi­ron­ment, and immigration.
    Most troubling is what we don’t yet know about the secre­ti­ve TPP.
    In the inte­rests of Ame­ri­ca and all Ame­ri­cans, Con­gress is obli­ga­ted to deny fast-track TPA aut­ho­ri­ty on the TPP and to reject the TPP in its entirety .. «

    [Quote/Zitat]

    Über­set­zung:
    » .. Zusammenfassung
    Aus dem, was wir heu­te über die Trans-Paci­fic Part­ner­ship (TPP)* wis­sen ist es eine deut­li­che und erheb­li­che Gefahr für die natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät und die Fähig­keit jedes Mit­glieds­lan­des - ein­schließ­lich der Ver­ei­nig­ten Staa­ten - ihr Han­dels­recht, gei­sti­ges Eigen­tum, Umwelt und Ein­wan­de­rung zu regulieren.
    Am beun­ru­hi­gend­sten ist das, was wir noch nicht über die gehei­men TPP Antei­le wissen.
    Im Inter­es­se der USA und aller Ame­ri­ka­ner, ist der Kon­greß ver­pflich­tet, einen Schnell­durch­lauf von TPP [sinn­ge­mäß für: fast-track TPA aut­ho­ri­ty] zu unter­bin­den und TPP in sei­ner Gesamt­heit abzulehnen .. «

    * TPP (Asien/Pazifik) konn­te bis­her noch "gehei­mer" als TTIP (Euro­pa) ver­han­delt wer­den, des­sen Ein­zel­hei­ten trotz gehei­mer Ver­hand­lun­gen all­mäh­lich offen­ge­legt & sicht­bar wurden.

    *edit / update*
    13.05.; 01:30h.
    Bei NPR* wur­de gera­de berich­tet, dass der U.S.-Senat eine Vor­la­ge abge­schmet­tert hat die es dem Prä­si­den­ten erlaubt hät­te ohne wei­te­re Kon­sul­ta­tio­nen die TPP-Ver­hand­lun­gen zum Abschluß zu bringen. 

    * (Natio­nal Public Radio, in den U.S.A. sowas wie unse­re "öffent­lich-recht­li­chen" Anstal­ten - nur dort finan­ziert durch frei­wil­li­ge Spen­den der Zuse­her / ~hörer)

    bookmark_borderMargot Wallström

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    "Sweden’s femi­nist for­eign mini­ster has dared to tell the truth about Sau­di Ara­bia.
    Schwe­dens femi­ni­sti­sche Außen­mi­ni­ste­rin hat sich gewagt die Wahr­heit über Sau­di Ara­bi­en auszusprechen.

    What hap­pens now con­cerns us all. Mar­got Wallström’s prin­ci­pled stand deser­ves wide sup­port. Betra­y­al seems more likely.

    Was nun pas­siert geht uns alle an. Mar­got Wall­ströms prin­zi­pi­en­treue Hal­tung ver­dient gene­rel­le Unter­stüt­zung. Treue­bruch ist aller­dings wahr­schein­li­cher."

    [Nick Cohen; 28 März 2015]

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    » .. A few weeks ago Mar­got Wall­ström, the Swe­dish for­eign mini­ster, denoun­ced the sub­ju­ga­ti­on of women in Sau­di Ara­bia. As the theo­cra­tic king­dom pre­vents women from tra­vel­ling, con­duc­ting offi­ci­al busi­ness or mar­ry­ing wit­hout the per­mis­si­on of male guar­di­ans, and as girls can be forced into child mar­ria­ges whe­re they are effec­tively raped by old men, she was tel­ling no more than the truth. Wall­ström went on to con­demn the Sau­di courts for orde­ring that Raif Bad­a­wi recei­ve ten years in pri­son and 1,000 las­hes for set­ting up a web­site that cham­pio­ned secu­la­rism and free speech. The­se were ‘medi­ae­val methods’, she said, and a ‘cruel attempt to silence modern forms of expres­si­on’. And once again, who can argue with that?

    02. The back­lash fol­lo­wed the pat­tern set by Rush­die, the Danish car­toons and Heb­do. Sau­di Ara­bia with­drew its ambassa­dor and stop­ped issuing visas to Swe­dish busi­ness­men. The United Arab Emi­ra­tes joi­n­ed it. The Orga­ni­sa­ti­on of Isla­mic Co-ope­ra­ti­on, which repres­ents 56 Mus­lim-majo­ri­ty sta­tes, accu­sed Swe­den of fai­ling to respect the world’s ‘rich and varied ethi­cal stan­dards’ — stan­dards so rich and varied, appar­ent­ly, they include the flog­ging of blog­gers and encou­ra­ge­ment of pae­do­phi­les. Mean­while, the Gulf Co-ope­ra­ti­on Coun­cil con­dem­ned her ‘unac­cept-able inter­fe­rence in the inter­nal affairs of the King­dom of Sau­di Ara­bia’, and I wouldn’t bet against anti-Swe­dish riots fol­lo­wing soon.

    03. Yet the­re is no ‘Wall­ström affair’. Out­side Swe­den, the western media has bare­ly cover­ed the sto­ry, and Sweden’s EU allies have shown no incli­na­ti­on whatsoe­ver to sup­port her. A small Scan­di­na­vi­an nati­on faces sanc­tions, accu­sa­ti­ons of Isla­mo­pho­bia and may­be worse to come, and ever­yo­ne stays silent. As so often, the scan­dal is that the­re isn’t a scandal.
    It is a sign of how upsi­de-down modern poli­tics has beco­me that one assu­mes that a poli­ti­ci­an who defends free­dom of speech and women’s rights in the Arab world must be some kind of mus­cu­lar libe­ral, or neo­con, or per­haps a sup­port­er of one of Scandinavia’s new popu­list right-wing par­ties who­se com­mit­ment to human rights is mere­ly a cover for anti-Mus­lim hat­red. But Mar­got Wall­ström is that modern rari­ty: a left-wing poli­ti­ci­an who goes whe­re her prin­ci­ples take her.

    04. Sins of omis­si­on are as tel­ling as sins of com­mis­si­on. The Wall­ström non-affair tells us three things. It is easier to ins­truct small count­ries such as Swe­den and Isra­el on what they can and can­not do than Ame­ri­ca, Chi­na or a Sau­di Ara­bia that can call on glo­bal Mus­lim sup­port when cri­ti­cis­ed. Second, a Euro­pe that is get­ting older and poorer is start­ing to find that moral stands in for­eign poli­cy are luxu­ries it can no lon­ger afford. Sau­di Ara­bia has been con­fi­dent throug­hout that Swe­den needs its money more than it needs Swe­dish imports.

    05. Final­ly, and most reve­al­ingly in my opi­ni­on, the non-affair shows us that the rights of women always come last. To be sure, the­re are Twit­ter storms about sexist men and media fee­ding fren­zi­es when­ever a public figu­re uses ‘inap­pro­pria­te lan­guage’. But when a poli­ti­ci­an tries to cam­paign for the rights of women suf­fe­ring under a bru­t­ally miso­gy­ni­stic cle­ri­cal cul­tu­re she isn’t chee­red on but met with an embar­ras­sed and huge­ly reve­al­ing silence .. «


      

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    ».. Vor ein paar Wochen ver­ur­teil­te Mar­got Wall­ström, die schwe­di­sche Außen­mi­ni­ste­rin die Unter­drückung der Frau­en in Sau­di-Ara­bi­en. Sie schil­der­te ledig­lich die Wahr­heit als sie ansprach, dass das theo­kra­ti­sche Reich Frau­en dar­an hin­dert ohne Erlaub­nis eines männ­li­chen Beglei­ters zu rei­sen, Geschäf­te abzu­schlie­ßen oder dass Mäd­chen, in Kin­der­ehen gezwun­gen, von alten Män­nern ver­ge­wal­tigt wer­den. Wall­ström hat die sau­di­schen Gerich­te dafür ange­grif­fen, dass sie Raif Bad­a­wi zu zehn Jah­ren Haft und 1.000 Peit­schen­hie­ben für die Ein­rich­tung einer Web­site, die Säku­la­ri­sie­rung und die Mei­nungs­frei­heit ver­tei­dig­te, ver­ur­teilt haben. Dies sei­en "mit­tel­al­ter­li­che Metho­den", sag­te sie, und der "grau­sa­me Ver­such, moder­ne Aus­drucks­for­men zum Schwei­gen zu brin­gen." Und noch­mals, wer könn­te dem widersprechen?

    02. Das Spiel folgt dem Muster das bei Rush­die, den däni­schen Kari­ka­tu­ren und Heb­do zu beob­ach­ten war. Sau­di-Ara­bi­en beor­der­te sei­nen Bot­schaf­ter zurück und stopp­te die Aus­stel­lung von Visa an schwe­di­sche Geschäfts­leu­te. Die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te schlos­sen sich an. Die Orga­ni­sa­ti­on für Isla­mi­sche Zusam­men­ar­beit, die 56 mehr­heit­lich mus­li­mi­sche Staa­ten reprä­sen­tiert, beschul­digt Schwe­den die 'rei­chen und viel­fäl­ti­gen ethi­schen Stan­dards' nicht zu respek­tie­ren - Stan­dards, so reich und viel­fäl­tig, wie es scheint, die Aus­peit­schung von Blog­gern und Ermu­ti­gung von Pädo­phi­len ein­schlie­ßen. Unter­des­sen ver­ur­teil­te der Golf-Koope­ra­ti­ons­rat ihre "inak­zep­ta­be­le Ein­mi­schung in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten des König­reichs Sau­di-Ara­bi­en", und ich [der Autor] wür­de nicht dage­gen wet­ten dass bald anti-schwe­di­sche Unru­hen fol­gen­den könnten.

    03. Den­noch gibt es kei­ne 'Wall­ström Affä­re ". Außer­halb Schwe­dens haben die west­li­chen Medi­en die Geschich­te kaum wahr­ge­nom­men, und die schwe­di­schen EU-Ver­bün­de­ten haben über­haupt kei­ne Nei­gung gezeigt sie zu unter­stüt­zen. Eine klei­ne skan­di­na­vi­sche Nati­on steht vor Sank­tio­nen, Vor­wür­fen von Isla­mo­pho­bie und viel­leicht wird es noch schlim­mer kom­men doch alle schwei­gen. Wie so oft ist der Skan­dal, dass es kein Skan­dal ist. Es ist ein Zei­chen dafür, wie die moder­ne Poli­tik auf den Kopf gestellt ist, dass man annimmt, dass ein Poli­ti­ker, der die Mei­nungs­frei­heit und die Rech­te der Frau­en in der ara­bi­schen Welt ver­tei­digt eine Art mus­ku­lö­ser Libe­ra­ler oder Neo­kon­ser­va­ti­ver oder viel­leicht ein Anhän­ger einer der neu­en rechts­po­pu­li­sti­schen Par­tei­en Skan­di­na­vi­ens sein muss, deren Enga­ge­ment für Men­schen­rech­te nur ein Deck­man­tel für anti-mus­li­mi­sche Hass ist. Aber Mar­got Wall­ström ist eine moder­ne Rari­tät: Ein lin­ke Poli­ti­ke­rin, die ihren Prin­zi­pi­en folgt.

    04. Unter­las­sungs­sün­den sind eben­so auf­schluß­reich aus­ge­führ­te Sün­den. Die Ver­leug­nung der Wall­ström-Äuße­rung sagt uns drei Dinge.
    Es ist ein­fa­cher, klei­ne Län­der wie Schwe­den und Isra­el dar­über zu 'beleh­ren', was sie tun und las­sen dür­fen, als Ame­ri­ka, Chi­na oder gar Sau­di-Ara­bi­en, das glo­ba­len mus­li­mi­schen Sup­port abru­fen kann, wenn es kri­ti­siert wird.
    Zwei­tens, ein Euro­pa, das immer älter und ärmer zu wer­den beginnt, muß fest­stel­len, dass mora­li­sche Hal­tung in der Außen­po­li­tik ein Luxus ist, den man sich nicht mehr lei­sten kann. Sau­di-Ara­bi­en ist sich sicher, dass Schwe­den sein Geld mehr braucht als Sau­di-Ara­bi­en die schwe­di­schen Importe.

    05. Schließ­lich und mei­ner Mei­nung nach am auf­schluß­reich­sten, zeigt uns die Nicht-Affä­re, dass die Rech­te von Frau­en immer zuletzt kom­men. Um sicher zu gehen: Es gibt natür­lich Twit­ter­stür­me wegen sexi­sti­scher Män­ner und Medi­en­auf­ruhr, wenn eine öffent­li­che Per­son "unan­ge­mes­se­ne Spra­che" ver­wen­det. Aber wenn eine Poli­ti­ke­rin ver­sucht, für die Rech­te von Frau­en, die unter einer frau­en­feind­li­chen, bru­ta­len kle­ri­ka­len Kul­tur lei­den, ein­zu­tre­ten, wird sie nicht beju­belt son­dern sie trifft auf ver­le­ge­nes und äußerst auf­schluss­rei­ches Schweigen .. «

     ・  ⚫  ・ 

    [Über­set­zung W.v.Sulecki]

    Außer­or­dent­lich beschä­mend fin­de ich es, wie wenig von die­ser Affä­re in den Medi­en (abge­se­hen von den gro­ßen, über­re­gio­na­len Blät­tern) zu fin­den ist - wo sind all die Femi­ni­stin­nen in unse­rem Land? Alle plötz­lich ver­stummt? Oder suchen sie sich nur 'leich­te' Geg­ner bei denen sie kei­ne Gegen­wehr zu fürch­ten haben?

    Mehr zum Thema:

    bookmark_borderNeues aus Schilda (V)

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    Am 27.03.2015 hat die Koali­ti­on auf Betrei­ben der CSU einen wei­te­ren "Schild­bür­ger­streich" der lan­gen Liste hin­zu­ge­fügt.

    Gegen den Rat von Fach­leu­ten, gegen den Sach­ver­stand von Fach­ju­ri­sten und gegen den erklär­ten Wil­len einer Mehr­heit der Bevöl­ke­rung wur­de beschlos­sen ein Büro­kra­tie­mon­ster zu schaf­fen - ein Kon­strukt, das angeb­lich viel Geld in die Kas­sen spü­len soll. Noch im Febru­ar spricht sich der Bun­des­rat gegen die PKW-Maut aus. Noch 2013 waren die CDU und die Kanz­le­rin eben­so gegen die­se Maut.

    Was tat­säch­lich her­aus­kom­men soll wird mit 500 Mil­lio­nen bezif­fert, aller­dings hat­te Dob­rindt noch im Febru­ar eine Zahl von 700 Mil­lio­nen genannt. Wahr­schein­li­cher ist nach Mei­nung von Fach­leu­ten aber ein Über­schuß von ledig­lich 200 Millionen.

    Wie ich eben­falls schon frü­her behaup­tet habe wird es am Ende zu einer PKW-Maut für alle bun­des­deut­schen Auto­fah­rer kom­men - und die Koali­ti­on wird sich damit her­aus­re­den, dass es die EU gewe­sen sei, die das ver­langt habe.

    Ein wei­te­rer Fall in dem die CDU/CSU/SPD auf das schnel­le Ver­ges­sen der Bevöl­ke­rung bau­en. Wie so oft zuvor.
    Dabei müß­ten sie doch mitt­ler­wei­le gelernt haben, dass via Inter­net & Daten­spei­cher der­glei­chen "Ver­ges­sen" nicht mehr statt­fin­det und sie spä­te­stens dann ein­holt wenn es ihnen am wenig­sten paßt. 

     ・  ⚫  ・ 

    Ähn­li­che Bei­spie­le aus der Vergangenheit:
    1. Neu­es aus SCHILDA .... (Vier-Augen-System)
    2. Neu­es aus SCHILDA .... (Elek­tro­ni­scher Aus­weis)
    3. Tri­umph der Mit­tel­mä­ßig­keit (Gefälsch­te Fas­sa­den)
    4. Wenn ich ein Mäus­lein wär' .... (Selbst­er­hal­ten­de, wach­sen­de Büro­kra­tie­sy­ste­me)

    bookmark_borderKein "Weiter so!", sondern "Umdenken" ....
    *update* (16.03.15)

    1

    [Quel­le]
    .
    [Über­set­zung:
    Fünf Jah­re der Kri­se, und kein Ende abseh­bar, haben unse­re Sozi­al­struk­tur beschä­digt und gip­feln in einem Euro­pa, das sei­ne Legi­ti­ma­ti­on in den Augen der eige­nen Bür­ger, und viel von sei­ner Glaub­wür­dig­keit im Rest der Welt ver­lo­ren hat. Ein Euro­pa, das nach grö­ße­rer Ein­heit und Kon­so­li­die­rung ruft, wäh­rend in der Pra­xis sei­ne aku­te­sten Pro­ble­me, sehr bedau­er­lich, erneut natio­na­li­siert werden.]

    Beton­köp­fe machen Beton­po­li­tik - was denn auch sonst - und Fach­leu­te machen fach­ge­rech­te Vor­schlä­ge an die unse­re Finanz­bü­ro­kra­ten nicht ein­mal den­ken. Denn wären sie fle­xi­bel und risi­ko­be­reit, so säßen sie nicht in Mini­ste­ri­en wo Alles sei­nen 'gere­gel­ten' Gang geht und sie schon bei Ein­tritt wis­sen, mit wel­cher Pen­si­ons­zah­lung sie nach 35 Jah­ren treu­em Dienst (!) in den Ruhe­stand gehen werden.

    Mit dem grie­chi­schen Finanz­mi­ni­ster - so muß man es schlicht­weg sehen - kann sich unser Herr Schäub­le weder intel­lek­tu­ell noch fach­lich mes­sen. Er ist ein Schau­spie­ler, der Mas­sen täu­schen kann und sei­ne Tex­te gut beherrscht. Varou­fa­kis hin­ge­gen über­blickt sein Fach­ge­biet und erkennt neue Ansät­ze. Etwas, das dem finanz­po­li­ti­schen Lai­en Schäub­le abgeht, des­we­gen sind von ihm, anders als vom Grie­chen, kei­ne küh­nen Ent­wür­fe für die Zukunft zu erwarten.

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    Wie sag­te Ein­stein so treffend?
    "Phan­ta­sie ist wich­ti­ger als Wissen."

    Ich erlau­be mir hinzuzufügen:
    Phan­ta­sie braucht jedoch ein Fundament.
    Je brei­ter, desto bes­ser sind die Ideen.
    Manch­mal ist das, was wie 'Phan­ta­sie' erscheint,
    aber auch Ergeb­nis aus Wis­sen plus Erfahrung. 

     ・  ⚫  ・ 

    Bezug:
    Pre­sen­ting an agen­da for Euro­pe at AMBROSETTI
    (Lake Como, 14th March 2015)

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    Sie­he hier­zu auch: Das Blätt­chen

    bookmark_borderTROIKA - demokratisch illegitim & unkontrolliert

    .
    Zitat aus "Kraut­re­por­ter":

    TILO JUNG: "Ich kämp­fe gegen die­ses Troi­ka-Régime und gegen die­se unge­heu­er­li­che natio­na­le Arroganz!"
    Harald Schu­mann hat sich mona­te­lang mit der Arbeit der Troi­ka in den Euro-Kri­sen­staa­ten beschäf­tigt. Bei Jung&Naiv* erklärt der Wirt­schafts­jour­na­list, wie Troi­ka-Beam­te unkon­trol­liert arbei­ten, wer von ihren Vor­ga­ben pro­fi­tiert und war­um pri­va­te in öffent­li­che Ver­schul­dung umge­wan­delt wird.

    * [Video: https://www.youtube.com/watch?v=26MxfU2wBXM]

    Soweit sind wir also schon.
    Ein Gre­mi­um von Mini­stern nimmt die Berich­te entgegen.
    Von "Ver­wal­tern" die nie­man­dem (!) Rechen­schaft able­gen müssen.

    Was mich wundert:
    Fast alle Regie­run­gen Euro­pas machen ohne Mur­ren mit ....

    ..Da rei­sen Dele­ga­tio­nen von Beam­ten aus drei ver­schie­de­nen Insti­tu­tio­nen im Auf­trag der Euro-Grup­pe in die­se Län­der und über­wa­chen dort die Regie­run­gen und den Staats­ap­pa­rat und sagen: Ihr müsst die­ses und jenes tun, ihr müsst die­se und jene Auf­la­ge erfül­len .. Das Beson­de­re an die­ser Arbeits­wei­se ist, dass dort nicht-gewähl­te Beam­te gewähl­ten Regie­run­gen sagen, was sie zu tun und was sie zu las­sen haben. Da wird ein grund­le­gen­des Pro­blem von demo­kra­ti­scher Berech­ti­gung auf­ge­wor­fen: Ob die das über­haupt kön­nen und dür­fen. Das Beson­de­re an die­sem Régime ist, man muss es wirk­lich eine Form von Régime nen­nen, dass die­se Beam­ten nie­man­den rechen­schafts­pflich­tig sind – außer den Finanz­mi­ni­stern der Euro-Grup­pe. Es gibt kein Par­la­ment, das sie her­bei­zi­tie­ren und hin­ter­her beschlie­ßen kann: Ihr dürft das und das tun und das dürft ihr nicht tun. Wir haben eine Grup­pe von Beam­ten, die viel Macht aus­üben, sich aber gegen­über kei­nem Par­la­ment recht­fer­ti­gen und auch von dort kei­ne Anwei­sun­gen ent­ge­gen­neh­men müs­sen. Übri­gens wer­den sie auch von kei­nem Rech­nungs­hof dahin­ge­hend kon­trol­liert, ob ihre Poli­tik über­haupt sinn­voll ist und wirt­schaft­li­chen Nut­zen bringt oder Schaden.. 

    "Macht ohne Kon­trol­le: Die Troi­ka" ist der zuge­hö­ri­ge Film - und er soll­te von mög­lichst vie­len Men­schen gese­hen wer­den. Da Fil­me aus der Media­thek 'ver­schwin­den' - ein Coup der Print­me­di­en zur Pfrün­den­si­che­rung .... sind an vie­len Stel­len Kopien ange­legt wor­den, wie z.B. =>