bookmark_borderNoch’n Gedicht …. (VII)

№ 841: erziehungsGEWALT
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1
es grunzt das schwein,
es blökt das schaf,
doch was ein kind so machen darf
bläut man ihm ein.
wenn es noch klein.

gibt es dann nach
nennt man es ‚brav‘.
es knick­te ein weil noch so klein.
wollt ‚artig‘ sein.
man sagt: ‚fein, fein!‘

gehor­sam wird’s als ‚bür­ger‘ sein.

Erst­ver­öf­fent­li­chung: 06-2014

Ach so, noch das → copy­right Wolf­gang von Sulecki, jeder Nach­druck, auch aus­zugs­wei­se ver­bo­ten,
Zita­te sind auf Halb­sät­ze zu begren­zen, jeden­falls sind stets Quel­le und Autor zu nen­nen .... und "Wehe!" wenn nicht ....

Sie­he hier­zu aktuell
Der Miss­brauchs­skan­dal und reli­gi­ös moti­vier­te Gewalt an Kindern

bookmark_borderJedoch der schrecklichste der Schrecken,
das ist der Mensch in seinem Wahn   [Fr. v. Schiller; Glocke, Z.381]

* edit * ACHTUNG:
Hier ist nicht die durch­aus berech­tig­te Furcht vor Ansteckung und das Ergrei­fen von Schutz­mass­mah­men gemeint!
Woge­gen ich hier argu­men­tie­re ist ledig­lich die sinn­lo­se Hor­tung von Mate­ria­li­en aus dem Hygie­ne­be­reich, Back­ar­ti­keln und Alles rund um Nudelgerichte.
* /edit *

Die Hyste­rie um das Coro­na­vi­rus [COVID-19] nimmt wahr­haf­tig unvor­stell­ba­re For­men an.
Ver­ein­facht berech­net (Stand 13.03.2020; 15:00 Uhr) waren 1.930 Infek­ti­ons­fäl­le in der Gra­fik dar­ge­stellt, ins­ge­samt ca. 3.000 bekannt.

[Bild­quel­le]


Das ent­spricht 0,0025% der Geamtbevölkerung.
Das sind unge­fähr zwei Tau­send­stel eines Pro­zen­tes - oder anders ausgedrückt:
In einer lee­ren Bier­fla­sche befindet
sich nur noch ein ein­zi­ger Trop­fen!

 
Die Rega­le für Toi­let­ten­pa­pier, Back­zu­ta­ten, Haus­halts­rol­len und Fer­tig­ge­rich­ten, sowohl bei unse­rem ört­li­chen Ede­ka- wie beim REWE-Markt, waren leer.

Was soll denn wer­den, wenn es ein­mal eine rich­tig ern­ste Situa­ti­on gibt?
Den­ken die Men­schen, die jetzt schon anfan­gen der­art zu hor­ten, eigent­lich noch nach?

Wie sich die Ereig­nis­se wie­der­ho­len → 0,003% ....

Dazu mein Video → HIER

bookmark_border"Erlkönig hat mir ein Leids getan ...."¹

Kin­der.
Unse­re Zukunft.

Aber vor­her erst ein­mal eine Aufgabe.
Ein bestim­men­des Inter­vall im Leben sowohl der Kin­der wie der Eltern.
Wobei letz­te­re im Fal­le des Schei­tern ihrer Bemü­hun­gen den gering­sten Scha­den davontragen.

Für vie­le Berei­che des Lebens gibt es umfas­sen­de Bil­dungs­an­ge­bo­te, Unter­rich­te, Fort­bil­dun­gen, kurz­um: Es kann gelernt wer­den. Nicht so im Fach "Erzie­hung von Kin­dern". Da sind die 'natür­li­chen Fähig­kei­ten' Trumpf. Sie sol­len - angeb­lich - in jedem Men­schen schlum­mern. Bei Eini­gen aller­dings schei­nen sie 'tief & fest' zu schla­fen, bei man­chen so tief, dass sie nicht auf­ge­weckt wer­den können.

Da, wo es kei­ne *Pro­gram­mie­rung* für die­sen Umgang mit Not­wen­dig­kei­ten der Ver­sor­gung und For­de­run­gen der Kin­der gibt wird dar­aus oft Aggres­si­on - gegen die Kinder.

"Aber, aber!", wer­den Sie sagen, "es gibt doch Hil­fe für Jene, die mit der Erzie­hung nicht zurecht kom­men!". 'Klar', wer­de ich ant­wor­ten, 'aber das sind doch nicht die hoff­nungs­lo­sen Fäl­le. Das sind doch die, die min­de­stens die Erkennt­nis haben nicht gewapp­net zu sein und Hil­fe zu brau­chen. Aber was ist mit den Ande­ren? Denen, die es nicht lei­sten kön­nen, die nicht gelas­sen blei­ben und nicht erken­nen, dass das was sie tun für ihre Kin­der schäd­lich ist?'

"Dafür gibt es die Sozi­al- und Jugend­äm­ter", wer­den Sie sagen, "da sit­zen Fach­leu­te für die schwie­ri­gen Fäl­le, die wis­sen immer wie man selbst an die bockig­sten Leu­te her­an­kommt, die sich ihren Kin­dern gegen­über falsch ver­hal­ten!" Wor­auf mei­ne Fra­ge an Sie lau­tet 'Wie soll denn das Jugend­amt - oder wer sonst die­se Situa­tio­nen erkennt und für eine aus­glei­chen­de Behand­lung sorgt - von sol­chen Fäl­len Wind bekom­men, wer zeigt denn so etwas bei denen an?'

Genug.
Da ist näm­lich schon der größ­te Knackpunkt!

Stel­len Sie sich ein­mal vor, Sie hören in der Nach­bar­schaft stän­dig ein Kind wei­nen, schrei­en, schluch­zen .... und Sie sehen die­ses Kind nicht bei einer Spa­zier­fahrt im Kin­der­wa­gen. Es ist grö­ßer und nicht häu­fig auf der Stra­ße, mit ande­ren Kin­dern drau­ßen zum Spie­len oder auf dem Weg zum Kin­der­gar­ten - geht es denn über­haupt in einen Kindergarten?

Was unter­neh­men Sie denn in einem sol­chen Fall?
Gehen Sie zu den Eltern und fragen:
"Mal­trä­tie­ren Sie viel­leicht ihr Kind?" - und wenn ja: "Das müs­sen Sie unter­las­sen, man schlägt kei­ne Kinder!"

Sehen Sie, da ist die­se Schwel­le, die die miss­bräuch­li­che Erzie­hungs­ge­walt kon­ser­viert, unbe­rührt lässt und durch Weg­se­hen bestä­tigt "Ihr schlech­ten Eltern seid sicher!"

Nun den­ken wir Alle ein­mal dar­über nach, was wir tun kön­nen, um sol­chen lei­den­den Kin­dern wie­der ein fröh­li­ches Leben zu gewähr­lei­sten. Das geht auch die Men­schen an, die selbst kei­ne Kin­der haben. Und die, die wel­che haben, sind schon erst recht gefordert.




¹
https://oregonstate.edu/instruct/ger341/erlkonig.htm

bookmark_borderTante Emmi hat das auch geholfen ....

[Bild­quel­le]

Es graust mich immer wie­der wenn ich "Erfolgs­ge­schich­ten" als Beweis für irgend­ei­ne Behand­lung, Diät oder Lebens­wei­se lesen muss. Sie kom­men ein­fach nicht dar­auf sich ein­mal mit *rich­ti­ger Wis­sen­schaft* zu beschäf­ti­gen vor lau­ter G'schaftlhuberei [Drit­ter Absatz].
Wer sich andau­ernd rund­um ver­tei­di­gen zu müs­sen glaubt hat wahr­schein­lich wenig Zeit etwas kon­kret zu stu­die­ren, da muss eben Mei­nung her­hal­ten anstatt Bewei­se zu prä­sen­tie­ren. Ein ande­rer Teil die­ser Über­zeug­ten hat das anson­sten eher reli­gi­ös begrün­de­te Sen­dungs­be­wusst­sein, das *Welt­ret­ter-Syn­drom*.

Mein kürz­lich ver­stor­be­ner Schwie­ger­va­ter, er wur­de 95, hat Zeit sei­nes Lebens eine def­ti­ge Brot­zeit geschätzt. Er lieb­te Schin­ken, Aal und geräu­cher­te Mett­würst­chen. Sein Bier­chen und ab und an ein Schnäps­chen hat er mit Genuß getrun­ken. Bis vor ein paar Jah­ren sei­ne aus­ge­such­ten kuba­ni­schen Zigar­ren geraucht und war bis zwei Wochen vor sei­nem Tod min­de­stens drei Mal in der Woche unter­wegs. Je ein­mal in einer sei­ner drei bevor­zug­ten Knei­pen. Wegen der Gesel­lig­keit, und weil es da Sol­ei­er und Bou­let­ten vom Tre­sen gab.

Jetzt wäre es bil­lig dage­gen zu hal­ten und den Vega­nern das Bei­spiel um die Ohren zu hau­en. Ich begnü­ge mich damit es hier so auf­ge­schrie­ben zu haben wie es war.


Sehen Sie an die­sem Bei­spiel doch bit­te die Gemein­sam­keit, nicht das was trennt:
Da ist näm­lich die Tat­sa­che, dass ein ein­zel­ner Fall - mag er auch noch so über­zeu­gend dar­ge­stellt wer­den - nie der "Beweis" für eine Annah­me sein kann. Es ist eine anek­do­ti­sche Bege­ben­heit, mehr nicht.
 

 
Anders als die Vega­ner käme ich nicht auf die Idee, die­se Lebens­art mei­nes Schwie­ger­va­ters zu einer Bewe­gung "Wie wer­de ich min­de­stens 95 Jah­re alt" machen zu wol­len .... es reicht schon, wenn ande­re ihr "Sen­dungs­be­wusst­sein" ausleben.

 

bookmark_borderDer 11. März 2020

Der 11. März 2020 wird in die Geschich­te als der Tag ein­ge­hen, an dem es dem US Prä­si­den­ten gelang, gleich­zei­tig Ange­bot und Nach­fra­ge der Welt­wirt­schaft zugrun­de zu richten. 

Nun rächt es sich, das man die­sen völ­lig unfä­hi­gen, selbst­ver­lieb­ten, seit frü­he­ster Kind­heit ver­zo­ge­nen und daher völ­lig unge­ra­te­nen Men­schen auf inter­na­tio­na­ler Büh­ne nicht etwa geschnit­ten, son­dern sogar noch hofiert hat.

Der Mann ist mit dem EU-Ein­rei­se­ver­bot nun end­gül­tig zu weit gegangen:
»» Die Euro­päi­sche Uni­on miss­bil­ligt die Tat­sa­che, dass die US-Ent­schei­dung eines Ein­rei­se­stopps ein­sei­tig und ohne Rück­spra­che getrof­fen wur­de. Die Euro­päi­sche Uni­on han­delt ent­schlos­sen, um die Aus­brei­tung des Virus zu begren­zen. Das Coro­na­vi­rus sei eine glo­ba­le Kri­se und nicht auf einen Kon­ti­nent begrenzt, es brau­che eine Zusam­men­ar­beit statt ein­sei­ti­ger Aktio­nen «« [Quel­le]

Gleich­zei­tig spielt es ihm eine Mög­lich­keit in die Hän­de mit dem Coro­na-Virus-Hebel sei­ne kru­de Sicht der Wirt­schaft, die schon im Janu­ar und Febru­ar deut­lich wur­de, in die Tat umzu­set­zen und gleich­zei­tig sei­nen 'Bud­dy' in GB zu stär­ken - denn Eng­land und Irland sind ausgenommen.

Wie üblich war sei­ne Aus­sa­ge erst "Hüh!" und dann "Hott!" [Abbil­dung] - wischi-waschi, weil er spon­tan Din­ge los lässt. Ohne die Wei­te­run­gen jemals ganz zu begrei­fen. Sei­ne Hel­fer­lein müs­sen dann Scha­dens­be­gren­zung lei­sten - und trotz­dem bleibt, wie jetzt, tage­lang offen und unsi­cher WAS denn nun pas­sie­ren soll.

War die Pest einst eine Gei­ßel für die Mensch­heit so ist es nun der Herr Trump.

Sie­he hier­zu → 0,003% .... - der Pro­zent­satz dürf­te die aktu­el­le Situa­ti­on genau so umschreiben.

bookmark_borderSplitter


1. Secre­ta­ry of the Depart­ment of Get­ting Stuff Done
[Mini­ster für die Erle­di­gung von (bis­her uner­le­dig­ten) Dingen] 

Sowas brauch­ten wir. Dringend ...!


2. Wenn zur Ver­ein­fa­chung der Lesbarkeit
für Per­so­nen nur die männ­li­che Form benutzt wird,
sind immer Frau­en und Män­ner gemeint.


Na pri­ma, so hal­te ich es auch.
Gen­dern - was hal­ten Sie davon?


3. Von "Ersatz" und "Hin­ter­list" ....


Was pas­siert wenn ein hin­sicht­lich sei­ner Wir­kung betrü­ge­risch beschrie­be­nes Pro­dukt den Bach run­ter geht ...?
Das wird von den Betrü­gern ele­gant kom­pen­siert: Sie 're-laun­chen' ein­fach unter neu­em Namen.


4. Seit 1999 habe ich die­sen Schnip­pel Papier aus USA an allen Kühl­schrän­ken hän­gen gehabt - auf der Rück­sei­te ist ein Magnet angeklebt - . 


Wenn ich die Flut der Rezept- & Koch­blogs betrach­te den­ke ich immer "Dabei ist es doch so ein­fach: Selbst­ver­trau­en und Impro­vi­sa­ti­ons­fä­hig­keit. Ohne gelingt sowie­so nichts in der Küche.


5. Heu­te habe ich es end­lich geschafft die Bil­der auf­zu­hän­gen .... das ist jedes­mal ein Kampf um Perfektion:
Man sieht näm­lich sehr genau wenn auch nur ein hal­ber Zen­ti­me­ter Abwei­chung in der Aus­rich­tung da ist. Es ist aller­dings gut so wie es wurde.
Nur fehlt zwi­schen den Lam­pen noch etwas - irgend­wie ist die­se Stel­le noch 'unfer­tig'.
Was mei­nen Sie?

 

bookmark_borderBehörden: 'Ruhen' in sich selbst ....

Ein lan­ges Leben bringt vie­le Erfah­run­gen mit sich - nicht alle sind ange­nehm. Glück­li­cher­wei­se sind doch die posi­ti­ven Erleb­nis­se unterm Strich für die mei­sten Men­schen in der Überzahl.

Wir gehen zurück in das Jahr 1974
.
Es herrsch­te Leh­rer­man­gel, ins­be­son­de­re in den Natur­wis­sen­schaf­ten. Da ich mir sowie­so nicht im Kla­ren war ob ich wei­ter das Diplom in Bio­lo­gie oder Lehr­amt Biologie|Chemie ver­fol­gen soll­te - die­se Ent­schei­dung muss­te nach dem gera­de bestan­de­nen Vor­di­plom getrof­fen wer­den - kam das Ange­bot an einem Gym­na­si­um als Bio­lo­gie- & Che­mie­leh­rer zu arbei­ten gera­de recht.

So begann ich nach den Som­mer­fe­ri­en mei­ne *Lehr­erlauf­bahn*, die ins­ge­samt 18 Mona­te dauerte.

Alles war gut:
Die Kol­le­gen freund­lich und hilfs­be­reit, die Klas­sen 7 bis 9 zwar in schwie­ri­gem Alter, aber begei­ste­rungs­fä­hig und als die ersten leben­den Tie­re in den Unter­richt kamen kaum noch zu brem­sen. Ins­be­son­de­re der Abschnitt 'Spin­nen' wur­de zum Höhe­punkt unter­richt­li­chen Schaf­fens. Da natür­lich eini­ge Spin­nen - ver­se­hent­lich oder absicht­lich war nicht zu ermit­teln - aus den Auf­be­wah­rungs­ge­fä­ßen in den Klas­sen­raum ent­wisch­ten. Was bei einem Teil der Schüler:innen zu mit laut­star­ken Schreckens­ru­fen beglei­te­ten Flucht­re­ak­tio­nen führ­te .... und dann stand plötz­lich der Direk­tor in der Tür um nach dem Rech­ten zu sehen!
Er wur­de 'ein­ge­weiht' und ich hat­te den Ein­druck, dass sei­ne Ver­weil­dau­er sich schon des­we­gen ver­kürz­te, weil er kei­nem der aus­ge­büch­sten Spin­nen­tie­re begeg­nen wollte.

Der unan­ge­neh­me Teil war der Umgang mit dem Regie­rungs­prä­si­di­um.
Das war für die Bezah­lung zustän­dig. Mein Ver­trag war ein­fach gestal­tet: Zunächst auf ein Jahr befri­stet, fester Zahl­be­trag jeweils zum 15. eines Monats; erste Zah­lung für zwei Wochen am 15. des ersten Monat, danach jeweils ein vol­ler Monats­be­trag. Urlaub gab es nicht - aber unter­richts­freie Zeit immer dann, wenn das Gym­na­si­um wegen Feri­en geschlos­sen war und die Zah­lung durch­ge­hend, als ob stän­dig unter­rich­tet würde.

Als ich nach dem zwei­ten Zahl­tag, also nach ein­ein­halb Mona­ten, immer noch kein Geld auf dem Kon­to hat­te rief ich bei der im Ver­trag benann­ten Zahl­stel­le an, Akten­zei­chen, Ver­trags­da­tum und ande­re Unter­la­gen parat.

"Die Kol­le­gin die das bear­bei­tet macht gera­de Urlaub"
säu­sel­te die Dame am ande­ren Ende der Lei­tung als ich fer­tig war ihr zu erklä­ren was mein Anlie­gen sei. Ich sag­te sowas wie 'na, dann wird sie sich hof­fent­lich gut erho­len' um dann fort­zu­fah­ren 'wer ver­tritt sie denn?'
"Für die paar Tage bleibt halt 'mal etwas lie­gen", beschied mich die Kol­le­gin und setz­te nach "Sie wer­den ja bestimmt noch Reser­ven haben. Das dau­ert jetzt auch nicht mehr so lan­ge und wenn die Kol­le­gin aus dem Urlaub kommt geht es ganz fix!"

Ging es nicht.
Auch zur näch­sten Aus­zah­lungs­run­de war ich nicht dabei - und schon war ich wie­der am Tele­fon. Dies­mal hat­te ich die zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­te­rin am Telefon.
"Ich kann ihre Akte nicht fin­den!" war die erste Äuße­rung als ich erklärt hat­te war­um ich anrief. Ich wies dar­auf hin, dass die Kol­le­gin die Akte zu Rate gezo­gen hat­te und ich *dem Amte daher bekannt* sein müss­te. "Da wer­de ich mit der Kol­le­gin spre­chen und kei­ne Sor­ge, hihi, wir wer­den Sie schon wie­der­fin­den", es ertön­te ein glocken­hel­les Lachen von Frau Peters in die Lei­tung und ich war bestimmt nicht in der Ver­fas­sung mit zu lachen. "Beim näch­sten 'Zah­lungs­lauf' sind Sie bestimmt dabei!" been­de­te sie das Gespräch.

Der näch­ste Zahl­tag war ver­stri­chen, nach mitt­ler­wei­le drei­ein­halb Mona­ten war mein Kon­to leer­ge­fegt, der Dis­po aus­ge­reizt und die net­te Dame bei der Spar­kas­se schau­te mich sehr ungläu­big an als ich ihr das Dilem­ma erläu­ter­te. "Da müs­sen Sie selbst hin­ge­hen", sag­te sie, "das wird nichts, wenn sie nicht dort vorsprechen!" 

Nach eini­gem Suchen - die ver­schie­de­nen Dienst­stel­len waren über meh­re­re histo­ri­sche Gebäu­de in Han­no­ver ver­teilt - fand ich die bear­bei­ten­de Stel­le und der Pfört­ner woll­te mich nicht rein­las­sen. Als ich ihm die Geschich­te erzählt hat­te wur­de er schon zugäng­li­cher und erklär­te "Dann will ich mal bei der Frau Peters¹ Bescheid geben, dass Sie hier sind und mit ihr spre­chen wollen."
Er wähl­te, es klin­gel­te, nie­mand ging dran. Er ver­sucht das Nach­bar­bü­ro "Hören Sie", sagt er zu mir nach­dem er mit jeman­dem gespro­chen hat­te der im Büro neben­an resi­dier­te, noch den Hörer in der Hand, "die Frau Peters ist krank geschrie­ben, die Kol­le­gin weiß nicht, wann sie wie­der kom­men wird." Ich sage, schon in der Erwar­tung, dass es wie­der eine blö­de Ant­wort gibt 'dann fra­gen Sie doch bit­te mal wer die Frau Peters ver­tritt' und er ant­wor­tet, nach­dem er das an die Gesprächs­part­ne­rin wei­ter gege­ben hat "Das steht noch nicht fest, der Herr Abtei­lungs­lei­ter legt das bei der näch­sten Dienst­be­spre­chung fest. Wenn es län­ger dau­ert bis die Frau Peters wie­der kommt. Ich schrei­be Ihnen die Num­mer auf wo sie näch­ste Woche anru­fen kön­nen um zu erfah­ren wer das jetzt bearbeitet"

Die net­te Dame bei der Spar­kas­se war jetzt nicht mehr nett und erklär­te mir, dass nach drei Mona­ten ohne Zah­lungs­ein­gang mein Dis­po gestri­chen wur­de und ich nun etwas mehr für die Über­zie­hung zah­len muss und außer­dem sei jetzt *Ende der Fah­nen­stan­ge* - kein Geld mehr vom Konto.

Mitt­ler­wei­le hat­te ich schon vier Mona­te gear­bei­tet. Gra­tis. Und all­mäh­lich wur­de ich mehr als unge­dul­dig. Der Direk­tor, dem ich das Gan­ze vor­ge­tra­gen hat­te ließ mich wis­sen "Ach wis­sen Sie, da kön­nen wir von hier nichts machen, das liegt beim Regie­rungs­prä­si­di­um und das ist eine ganz ande­re Behör­de." Mein Anruf - die Num­mer hat­te ich vom Pfört­ner ja bekom­men lief ins Lee­re: Eine freund­li­che Dame erklär­te mir "Ich bin hier nur der Tele­fon­dienst wenn nie­mand unter der ange­ge­be­nen Num­mer ant­wor­tet - ich kann ihnen nicht wei­ter hel­fen. Ver­su­chen Sie es doch mor­gen nochmal."

Der näch­ste Zah­lungs­lauf ging vor­bei.
Natür­lich ohne Zah­lung auf mein Kon­to. Mit dem Ver­mie­ter hat­te ich gespro­chen und er sag­te "Wenn Sie näch­sten Monat wie­der nicht zah­len kön­nen muss ich Ihnen - so leid es mir tut - kündigen!"

Bedröp­pelt lief ich über den Gang im Gym­na­si­um und begeg­ne­te dem Haus­mei­ster, Herrn Galk², alter U-Boot-Fah­rer. Einer der weni­gen Über­le­ben­den aus die­ser Trup­pe, in der es nur eine Über­le­bens­ra­te von knapp 10% gege­ben hatte.
"Sie sehen aus als ob Sie Kum­mer haben", sprach er mich an. Ich erzähl­te ihm die Geschich­te und er blick­te mich mit einer Mischung von väter­li­cher Sor­ge und ungläu­bi­gem Stau­nen an "Da ist es wohl höch­ste Zeit, dass Ihnen jemand hilft! Was brau­chen Sie denn so unge­fähr?" Ich kal­ku­lier­te über­schlä­gig und sag­te 'Etwas mehr als vier­hun­dert Mark müss­ten rei­chen - vor­aus­ge­setzt, das Regie­rungs­prä­si­di­um zahlt näch­sten Monat.'
"Kom­men Sie heu­te Nach­mit­tag zu mir nach Hau­se" ant­wor­te­te er, "dann gebe ich Ihnen das Geld, und wenn Sie ihre Zah­lung haben geben Sie es mir zurück!"

So lief es dann auch. Er gab mir fünf­hun­dert Mark.
Aber: Beim näch­sten Zah­lungs­lauf war ich wie­der nicht dabei.

Als ich erneut vor dem Pfört­ner stand und er mich zunächst nicht durch­las­sen woll­te erkann­te er wohl, dass das kei­ne Opti­on sein wür­de. Ich war wirk­lich wütend und nicht zu brem­sen. Fast fünf Mona­te Gratisarbeit. 

Ich war gera­de vor der Büro­tür da hör­te ich drin­nen das Tele­fon läu­ten, doch da war ich schon im Raum.

Drei Schreib­ti­sche in der Mit­te zusam­men­ge­scho­ben, einer rechts, einer links und einer vor Kopf, die Dame saß mit dem Rücken zur Tür. Drei Akten­schrän­ke an den Wän­den veteilt. Einen Besu­cher­sitz­platz gab es nicht. Man war wohl lie­ber unter sich und ohne Publikumsverkehr.

'Wer von Ihnen ist Frau Peters?' rief ich in den Raum.
Die Dame mit dem Rücken zur Tür stell­te ein Joghurt auf den Tisch, wisch­te sich den Mund und sag­te dann "Da links, das ist Frau Peters." Frau Peters ließ ihr Strick­zeug sin­ken und schau­te mich erwar­tungs­voll an wäh­rend die Kol­le­gin am rech­ten Schreib­tisch ihr Buch bei­sei­te leg­te und mich - ein wenig spitz und von oben her­ab - wis­sen ließ "Wir haben hier kei­nen Publi­kums­ver­kehr - schrei­ben Sie uns doch bit­te was Sie für ein Anlie­gen haben!"

'Doch, ant­wor­te­te ich, 'Sie haben gera­de Publi­kums­ver­kehr von einem äußerst erbo­sten Teil ihres Publi­kums - und ich gehe hier nicht aus dem Raum wenn ich nicht einen Scheck oder eine Zah­lungs­an­wei­sung oder Bar­geld in der Hand habe, nach­dem ich nun schon fünf Mona­te arbei­te und noch kei­nen Pfen­nig Geld auf mei­nem Kon­to gese­hen habe.'

Die Mit­ar­bei­te­rin mit dem Rücken zur Tür ver­stau­te ihr Joghurt in einem Schub­fach, rück­te ein wenig um die Ecke ihres Schreib­ti­sches, und dreh­te sich so, dass sie mich sehen konn­te. Sie sah etwas ver­schreckt aus.

Es wur­de tatsächlich
- nach län­ge­rem & wei­te­rem Hin-und-Her - eine Zah­lungs­an­wei­sung aus­ge­ge­ben ".. das machen wir nur aus­nahms­wei­se! .." mit der ich sofort bei der im Hau­se befind­li­chen Kas­se einen Vor­schuss von drei (grob geschätz­ten) Net­to­be­trä­gen abho­len konnte.

Im Raus­ge­hen hör­te ich noch die schnip­pi­sche Mit­ar­bei­te­rin von rechts sagen "Da hät­te er doch bestimmt bei der Spar­kas­se einen Kre­dit bekom­men kön­nen ... " ... wie es wei­ter­ging weiß ich nicht, da war ich schon fast am Ende des Gan­ges und auf dem Weg ins Erd­ge­schoss zur Kasse.

Herr Galk bekam als Erster sein Geld. Dann der Ver­mie­ter, den Rest zahl­te ich bei der Spar­kas­se ein und ich hat­te den Ein­druck, da waren auch alle sehr viel freund­li­cher und schau­ten auch so - ganz anders als bei mei­nem letz­ten Besuch dort.

Was ich dar­aus gelernt habe sind zwei Dinge:
1. Wenn man wirk­lich Geld braucht ist die Spar­kas­se gar nicht mehr so frei­gie­big wie ihre Wer­bung es immer suggeriert."
2. Es gibt ganz weni­ge Men­schen, die tat­säch­lich hel­fen, wenn sie auf die Fra­ge "Wie geht es Ihnen?" erfah­ren, dass ihr Gegen­über wirk­lich Hil­fe braucht.

¹ Name geändert
² Rich­ti­ger Name

*edit*
Dem­nächst habe ich noch eine 'jün­ge­re' Geschich­te, da geht es um die Ren­ten­ver­si­che­rung "Bund".

bookmark_borderNoch’n Gedicht …. (VI)

№ 840: von hir­schen (V)
By wvs
27-05-2014

zwei hir­sche stehn am waldesrand
und schau­en übers hügelland

da sagt der erste zu dem zweiten:
„wir soll­ten uns mal vorbereiten
in and’re län­der zu verreisen
nach süden, in die trock’nen, heißen!“

der zwei­te sieht ihn an und spricht:
„ich glaub‘ mit dir stimmt etwas nicht!
da gibt’s nur hart­laub und kakteen
und sowas kaut sich nicht sehr schön.“

drauf ant­wor­tet der erste ihm:
„du willst doch nur nicht süd­wärts zieh’n
weil du die spra­che nicht verstehst
wenn du auf rei­sen dahin gehst!“ 


№ 0460: von hir­schen (IV)

By wvs
20-01-2006 09:04:19 PM

zwei hir­sche stehn am waldesrand
und schau­en übers hügelland

da kommt ein trecker angefahren,
hat hin­ten dran zwei gro­ße wagen:
ein hoch­sitz auf dem einen liegt,
so schwer, daß sich der wagen biegt.
der ande­re trägt bal­len heu -
zwei bun­de stroh sind auch dabei.

da sagt der klei­ne hirsch zum großen:
„bald wer­den sie ins horn hier stoßen,
und suchen uns eins aufzubrennen,
komm, kum­pel, laß uns schnell wegrennen …"


№ 0459: von hir­schen (III)

By wvs
20-01-2006 03:33:41 PM

zwei hir­sche stap­fen durch den tann
der eine schaut den andern an:
du bist ein hirsch – ist dir das klar?
der and­re sagt: ja, das ist wahr!
[die bei­den haben die erkenntnis.
manch mensch staunt da – mit unverständnis …]

№ 0458: von hir­schen (II)
By wvs
20-01-2006 01:02:33 PM

zwei hir­sche stap­fen durch den wald,
der eine jung, der and­re alt.

der alte spricht: ach, wie so schön
ist die­ser wald durch den wir geh’n!

dar­auf der jun­ge hirsch entgegnet:
wie wahr! ob’s heu­te noch­mal regnet?

[die hir­sche den­ken asynchron
– wen stört das schon?]

№ 0457: von hir­schen (I)
By wvs
20-01-2006 02:14:02 AM

zwei hir­sche stap­fen durch den wald,
der eine jung, der and­re alt.

der jun­ge hirsch zum alten spricht:
der för­ster kommt heut‘ sicher nicht,
denn die­se nacht ist lau­sig kalt,
da geh’n nur hir­sche durch den wald!

es blitzt, ein knall: der jun­ge fällt,
sein geist fliegt in die schattenwelt …
der alte hirsch ver­läßt die stätte.
denkt sich nur: schnell, daß ich mich rette!

[siehst du den hirsch vor­über gehn -
dann grüß ihn schön …. ] 


Ach so, noch das → copy­right Wolf­gang von Sulecki, jeder Nach­druck, auch aus­zugs­wei­se ver­bo­ten, Zita­te sind auf Halb­sät­ze zu begren­zen, jeden­falls sind stets Quel­le und Autor zu nen­nen .... und "Wehe!" wenn nicht ....

bookmark_borderVon der Endlichkeit des "Neuland"s

Gehen wir ein­mal davon aus, das "Inter­net" sei ein Land.
Wir nen­nen es "Neu­land".
(Gab es schon 'mal als Name für das Inter­net, deswegen.)
Es habe ein Ter­ri­to­ri­um, Bewoh­ner, und eine Regierung.

Wie sähe das Land aus?
Wel­che Art von Regie­rung hät­te es?
Den­ken Sie gern wei­ter, es gibt noch viel mehr!

Wel­che Kon­se­quen­zen ergä­ben sich aus die­sem Gedankenspiel?

Fan­gen wir ein­mal mit der Nut­zung der Flä­che an:

Die Bewoh­ner brau­chen Platz um Häu­ser zu bau­en, gemein­schaft­lich genutz­te Objek­te zu errich­ten, Ver­kehrs­we­ge zwi­schen den Sied­lun­gen und zwar auf­ge­teilt in ver­schie­de­ne Grö­ßen­ord­nun­gen, die jeweils mehr oder weni­ger Ver­kehr auf­neh­men können.

Gleich­zei­tig wird Platz gebraucht um Fabri­ken zu errich­ten, um Boden­schät­ze zu schür­fen, um Ener­gie zu gewin­nen. Die Flä­chen für Was­ser­wer­ke, Abwas­ser­rei­ni­gung und Ent­sor­gung von Abfäl­len nicht zu vergessen.
Schließ­lich müs­sen die Men­schen im "Neu­land" essen und trin­ken, wol­len unter­hal­ten sein und viel­leicht auch ein­mal Urlaub genießen.

Schon aus die­sen weni­gen Annah­men wird klar:
Es ent­ste­hen Interessenkonflikte.
Je mehr für einen Zweck an Flä­che ver­braucht wird, desto weni­ger steht für ande­re Zwecke zur Ver­fü­gung. Mehr Wohn­flä­che redu­ziert so die Land­wirt­schafts­flä­che und die für Pro­duk­ti­on ande­rer Güter - und umgekehrt.

In sol­chen Fäl­len wer­den die Inter­es­sen dadurch aus­ge­gli­chen, dass die Regie­rung Regeln erstellt, die jeder Nut­zungs­art ein bestimm­tes Kon­tin­gent zur Ver­fü­gung stellt. Wird das unter Berück­sich­ti­gung aller Inter­es­sen gemacht sind Alle zufrie­den. Wer­den ein­zel­ne Grup­pen bevor­zugt behan­delt, so gibt es bald Ärger.

Neh­men wir wei­ter an die Regie­rung betreibt selbst alle Indu­strie und Land­wirt­schaft, erfüllt alle kom­mu­na­len Auf­ga­ben (sie­he oben) und betreibt auch noch die gemein­schaft­lich genutz­ten Einrichtungen.
Bei einem ste­ti­gen Wachs­tum all des­sen, was die Regie­rung betreibt, wür­de der Platz für die Bewoh­ner und ihre Bedürf­nis­se nach und nach weni­ger. Schließ­lich könn­te nur noch erwei­tert wer­den, wenn man die Bewoh­ner enger zusam­men­pfercht. Oder ihre Zahl redu­ziert. Dann aber brauch­te man wie­der weni­ger Ein­rich­tun­gen und Produktion.

Das gan­ze System kommt irgend­wann an sei­ne Grenzen.
Wie wür­de man eine sol­che Regie­rung im poli­ti­schen Spek­trum ansiedeln?
Wel­che Art von Regie­rung wäre das also?

Wir hät­ten eine dik­ta­to­ri­sche Plan­wirt­schaft, in der die Bewoh­ner arbei­ten, zah­len und recht­los sind.
Die Regie­rung schreibt vor was für sie gut und rich­tig ist, es gibt nur Aus­nah­men für der Regie­rung nahe ste­hen­de Per­so­nen und Betriebe.

Soweit das Gedankenmodell.
Nun über­tra­gen wir ein­mal auf das Internet. 

Die Regie­rung besteht aus meh­re­ren Groß­un­ter­neh­men, die so geschickt in Unter­ein­hei­ten auf­ge­split­tet sind, dass sie die Rege­lun­gen aus dem Kar­tell­recht unterlaufen.




Sie erschei­nen wie klei­ne­re Ein­zel­be­trie­be, arbei­ten aller­dings in einer Art erwei­ter­ter "Hol­ding" abge­stimmt mit­ein­an­der - zu ihrem Nut­zen. Sie ver­kau­fen die Iden­ti­tä­ten der Nut­zer, spie­len ihnen Wer­bung vor, bie­ten ihnen Waren an, unter­hal­ten sie mit Medi­en jeg­li­cher Art. Die Nut­zer haben kein Mit­spra­che­recht über die Art und Wei­se, wie das Inter­net genutzt wird. Das machen die weni­gen Gro­ßen unter sich aus. 

Die paar Auf­pas­ser, die die Ein­hal­tung der vor­han­de­nen Regeln über­wa­chen sol­len, wer­den mit spe­zi­el­len 'Unter­stüt­zun­gen' und Pri­vi­le­gi­en so zuge­schüt­tet, dass sie völ­lig ver­ges­sen ihre eigent­li­che ord­nungs­po­li­ti­sche Arbeit zu machen.

Wir Alle sind das Volk im Neuland.
Was wir tun sol­len ist klar: Konsumieren!
Was wir auf kei­nen Fall tun dür­fen ist: Fra­gen stellen.

Wo führt das hin?

Neu­land wird eines Tages voll sein von Ange­bo­ten und zwar so voll, dass für die Akti­vi­tä­ten der Bewoh­ner kein Platz mehr ist. Dann wer­den die Gro­ßen erkennen:

Sie haben selbst zer­stört was (einst) ihre Exi­stenz gewährleistete.


Wenn also - und damit kom­me ich zum eigent­li­chen Zweck die­ser gesam­ten Alle­go­rie - das Inter­net nur noch aus Wer­bung für irgend­et­was besteht, ist für Inhalt kein Platz mehr. Es wird nicht mehr lan­ge dau­ern. Schon heu­te sind die Sei­ten voll von Anzei­gen. Die angeb­lich auf die Kon­su­men­ten zuge­schnit­ten sind. Ein gerin­ger Teil viel­leicht - in Wahr­heit wer­den doch die mei­sten Anzei­gen auch den Men­schen gezeigt die nicht *Ziel­grup­pe* sind. Alles ein Riesenbluff.

 

Wenn das erst Mal vie­le generv­te Inter­net­nut­zer - und vor allem die Anzei­gen­kun­den, die für weni­ger 'aus­ge­such­tes' Publi­kum Jahr für Jahr höhe­re Beträ­ge ble­chen müs­sen, gewahr gewor­den sind, bin ich gespannt auf die Reaktion.

bookmark_borderZur Resilienz
oder: "Hab' dich nicht so!"

" .. Die Kri­tik am Umgang mit dem Resi­li­enz-Begriff sieht das Pro­blem nicht in der Stär­kung der Wider­stands­kraft der Men­schen und der Unter­stüt­zung von Per­so­nen, sich vor Kata­stro­phen zu schüt­zen; jedoch in der damit ein­her­ge­hen­den Ten­denz, gewalt­sa­me Ver­hält­nis­se als gege­ben zu akzep­tie­ren und ledig­lich einen Umgang damit zu fin­den. Dies füh­re dazu, .. , dass die Bela­stung und struk­tu­rel­len Pro­ble­me aus dem Fokus gera­ten und als gege­ben ange­nom­men wer­den. Somit tritt eine Ver­än­de­rung und Bekämp­fung der bestehen­den oder auf­kom­men­den Pro­ble­me und der Ursa­chen in den Hin­ter­grund. Dies unter­stützt eine Ten­denz der Ent­la­stung poli­ti­scher Akteu­re an der Bear­bei­tung und Ver­mei­dung der Ursa­chen, hin zu einem indi­vi­dua­li­sier­ten Umgang der Ein­zel­per­so­nen mit den Sym­pto­men. Somit sta­bi­li­sie­re sie eher die pre­kä­ren bzw. gewalt­vol­len Ver­hält­nis­se, wel­che poten­zi­ell zu Trau­ma­ta füh­ren, anstatt sie zu bear­bei­ten .. "
[Quel­le]

Der Begriff "Resi­li­enz" bedeu­tet 'von sich abpral­len las­sen', sich zu befä­hi­gen ungün­sti­gen Umstän­den zu wider­ste­hen und sie even­tu­ell sogar zum eige­nen Vor­teil zu nut­zen. Eine Eigen­schaft, die wir brau­chen um nicht von der erst­be­sten Beein­träch­ti­gung aus der Bahn gewor­fen zu wer­den: "Hab' dich nicht so!" ist nicht ange­bracht, bes­ser wäre die Fra­ge "Wie kann ich hel­fen?" Nicht jeder ist näm­lich in der Lage und hat die Kraft Rück­schlä­ge, Schick­sals­schlä­ge 'weg­zu­stecken' und wei­ter zu machen als ob nichts pas­siert wäre. Wenn ein­zel­nen Per­so­nen nicht gelingt Resi­li­enz auf­zu­bau­en ist das nicht für die All­ge­mein­heit gefähr­dend. Nimmt es aller­dings brei­te­ren Raum ein, erfasst gro­ße Zah­len, dann wird es schon gefähr­li­cher und es muss unbe­dingt etwas passieren.

Las­sen Sie uns des­we­gen das The­ma ein wenig wei­ter fas­sen und von der indi­vi­du­el­len Ebe­ne auf das vor­herr­schen­de System über­all in der Welt erweitern.


Ver­drän­gen - Bekla­gen - Umge­hen - Akzep­tie­ren - Ändern

In den ver­schie­den­sten Lebens­be­rei­chen sind wir damit kon­fron­tiert, dass die Ereig­nis­se nicht zu unse­ren Gun­sten, son­dern ent­ge­gen­ge­setzt laufen.
1. Ver­drän­gen
Zunächst kann man die Gege­ben­hei­ten igno­rie­ren, ver­drän­gen, so, als ob gar nichts pas­siert wäre.
2. Bekla­gen
Dar­über zu kla­gen ist eine oft gebrauch­te Mög­lich­keit. Schlägt zurück. Völ­lig nutzlos.
3. Umge­hen
Eine ande­re wäre sich zu fra­gen, ob es eine Umge­hung gibt, die das Ergeb­nis bes­ser macht.
4. Akzep­tie­ren
Die näch­ste Vari­an­te ist 'Akzep­tanz', hin­neh­men, sich in die Ver­hält­nis­se ein­fü­gen und nicht mehr/weiter dar­über zu grübeln.
5. Ändern
Schließ­lich kann man über­le­gen wie die Umstän­de geän­dert wer­den müss­ten, damit es über­haupt nicht erst zu die­ser Situa­ti­on kommt. 

Nun könn­te man den ein­zel­nen Mög­lich­kei­ten Wahr­schein­lich­kei­ten zuord­nen. Dabei sind die ersten vier genann­ten Hand­lungs­wei­sen zwar ver­schie­den und sicher unter­schied­lich zu bewer­ten - den­noch sind sie im Ergeb­nis gleich: Nichts ändert sich.
Es gibt Umstän­de, da ist es zunächst ange­zeigt sich ruhig zu ver­hal­ten. Kräf­te hin­ter sich zu sam­meln. Stra­te­gien zu ent­wickeln - um dann bes­ser und erfolg­rei­cher dage­gen vor­ge­hen zu kön­nen was falsch läuft. Die­se Art der Ver­zö­ge­rung ist sinn­voll - aber nur wenn dann 'action' folgt!

Die fünf­te Mög­lich­keit wider­spricht dem, was unter "Resi­li­enz" ver­stan­den wird. Sie ist zugleich die ein­zig wah­re Hand­lungs­wei­se wenn es dar­um geht die Gesell­schaft, die Nati­on, die Welt zu ver­än­dern. Wir haben über­all und immer in wich­ti­gen Schalt­po­si­tio­nen zu vie­le Men­schen sit­zen die ledig­lich die unter 1. bis 4. erwähn­ten Vari­an­ten wählen. 

So wird das nichts mit dem Fort­schritt zum Erhalt des Planeten.

Gewalt und Bekämp­fung rich­ten sich nicht gegen die ungün­sti­gen Umstän­de - im Gegen­teil, die berech­tigt Auf­ge­brach­ten lei­den allent­hal­ben unter Gewalt, Ver­fol­gung und Bedro­hung ihres Lebens. Wo der 'pro­fit' bedroht wird ste­hen sofort die Gel­der zur Ver­fü­gung dage­gen etwas zu unter­neh­men. Im umge­kehr­ten Fall ist die All­ge­mein­heit gefragt sich zu enga­gie­ren .... und wir wis­sen doch, wie das aus­geht. Des­we­gen stecken wir so tief im Schla­mas­sel und müs­sen uns in "Resi­li­enz" üben.

Ich wär' so gern Optimist.
Viel­leicht in einem neu­en Leben.

bookmark_borderVon ver-komplizierten Gedanken ....
oder: Wie schaffe ich mir ein Alleinstellungsmerkmal

" .. Wenn man von einer salu­to­ge­ne­ti­schen Sicht­wei­se¹ und so von einer gesun­den Ent­wick­lung aus­geht, erscheint die Ent­ste­hung einer Erkran­kung in einem ande­ren Licht als wenn man von vorn­her­ein aus­schließ­lich von einer Ver­mei­dung und Bekämp­fung aus­geht. Z. B. wird dann auch nach der Bedeu­tung einer Erkran­kung im aktu­ell indi­vi­du­el­len Lebens­kon­text² gefragt und nach den eige­nen Akti­vi­tä­ten sowie den äuße­ren Bedin­gun­gen, die eine gesun­de Ent­wick­lung ermög­li­chen. So wird eine patho­ge­ne­ti­sche Leh­re erst rich­tig sinn­voll auf dem Hin­ter­grund der Salu­to­ge­ne­se³ .. "
[Quel­le]

Neh­men wir an, Sie haben eine Aus­bil­dung im Gesund­heits­we­sen (im brei­te­ren Sin­ne) absol­viert und suchen nach einer Rich­tung inner­halb des Berufs­fel­des, in die Sie gehen kön­nen. In dem die Kon­kur­renz noch nicht über­wäl­ti­gend ist. Wo Sie noch Chan­cen haben etwas zu erfor­schen, das es bis­her noch nicht gab. Wo Sie also aus der Mas­se der ähn­lich Täti­gen her­aus­ra­gen kön­nen. Ein Ergeb­nis haben, das ihnen das Podest zur Erhe­bung sichert und zugleich nur soviel Raum läßt, dass auf der Platt­form nie­mand sonst Platz hat.
Wiki­pe­dia sagt dazu " .. Gera­de am Anfang sei­ner For­schung stand Anto­nov­sky in der aka­de­mi­schen Welt mit sei­nem Ansatz ziem­lich allei­ne da .. " [Das ist immer noch so, nur um Zwei­feln ent­ge­gen zu treten.]

Das ist mach­bar, auch heu­te noch, wo doch schon so vie­le Wege gegan­gen, ja aus­ge­tre­ten sind und das Unbe­kann­te immer weni­ger wird. Die Idee zählt. Eine Idee, wie man so etwas aus Bestehen­dem durch alter­na­ti­ve Anord­nung der gedank­li­chen Rei­hen­fol­ge schafft. 

Der Herr Dr. Aaron Anto­nov­sky [Doc­tor of Phi­lo­so­phy] ist jemand, der etwas neu gedacht hat:

Wie ent­wickelt sich die Gesund­heit von Menschen?
Dies ist das Geheim­nis, das die
salu­to­ge­ne­ti­sche Ori­en­tie­rung zu ent­rät­seln versucht.“

Das Neue dar­an war, dass der Nor­mal­zu­stand, näm­lich "Gesund sein" dem Nicht-Nor­mal­zu­stand, näm­lich "krank sein" gegen­über­ge­stellt und par­al­lel unter­sucht wur­de. Die Fra­ge­stel­lung war also in etwa so:
Wenn etwas "krank" macht - was macht dann "gesund"?
Was bis dahin als aner­kann­te The­se galt - und immer noch gilt - ist hingegen:
Gesund­heit 'ent­wickelt' sich nicht. Sie 'ist' - oder wenn nicht ist das Indi­vi­du­um 'krank'.

Erken­nen Sie, wohin das führt?
Es wird eine Lösung für etwas gesucht - und natür­lich gefun­den - das bis dahin noch nie ein Pro­blem war, weil natur­wis­sen­schaft­lich das Ergeb­nis schon lan­ge vor Dr. Anto­nov­skys 'For­schungs­er­geb­nis­sen' feststand: 

Alle lebens­not­wen­di­gen Res­sour­cen müs­sen in aus­rei­chen­der Men­ge zur Ver­fü­gung sein und die Umwelt­be­din­gun­gen müs­sen den Not­wen­dig­kei­ten die­ser Spe­zi­es entsprechen.

Was der Herr Dr. Anto­nov­sky gemacht hat ist, ein Modell zu ent­wickeln das so aussieht:

(Bild­quel­le; Sie­he Fußnote) 

Getrau­en Sie sich, gegen ein sol­ches Modell zu argu­men­tie­ren? Gegen einen abso­lut gefass­ten Satz wie " .. So wird eine patho­ge­ne­ti­sche Leh­re erst rich­tig sinn­voll auf dem Hin­ter­grund der Salu­to­ge­ne­se .. ". Wahr­schein­lich nicht. So wie vie­le ande­re Men­schen die es sehen auch. Man geht davon aus, dass das eine wis­sen­schaft­li­che Errun­gen­schaft ist, die eine brei­te Grund­la­ge hat und die des­we­gen fak­tisch unter­mau­ert ist.


In Wahr­heit ist es eine aus der Luft gegrif­fe­ne Erfin­dung die Stich­wor­te um einen zen­tra­len Gedan­ken sam­melt und so auf ande­re Wei­se etwas beschreibt, was es schon lan­ge in den Natur­wis­sen­schaf­ten als Erkennt­nis gab.

Dar­auf bau­en die "Ent­wick­ler" sol­cher Model­le - und ein Rat­ten­schwanz an getreu­en Jün­gern läuft fort­an hin­ter­her, ver­viel­fäl­tigt das Ein­fäl­ti­ge und schirmt es gegen Kri­tik von außen ab. 

Das Ein­gangs­zi­tat ist ein Bei­spiel dafür, wie eine an sich ein­fa­che Sache durch kom­pli­zie­ren­de Aus­drucks­wei­se¹, kom­bi­niert mit ein paar schwie­ri­gen Wör­tern²,³, zu einer bahn­bre­chen­den Ent­deckung auf­ge­bla­sen wird. Das Schlimm­ste dar­an ist wie sich die "Alter­na­ti­ven Medi­zi­ner", Quack­sal­ber und selbst­er­nann­te Heils­brin­ger ohne jeden tat­säch­li­chen Hin­ter­grund, sol­che Model­le zunut­ze machen und dar­auf ihre Lügen­ge­bäu­de und Pseu­do-Medi­zin aufbauen.


Gei­stes­wis­sen­schaft schafft eher Ver­wir­rung als Klar­heit - vor allem dann, wenn dar­auf ver­traut wird, dass der Leser­kreis, die Gefolg­schaft, und ein paar wei­te­re Dumm­köp­fe kei­ne Ahnung haben. Dass es sich näm­lich um eine ledig­lich alter­na­ti­ve Wort­wahl zur Beschrei­bung bereits lan­ge erreich­ter Erkennt­nis­se aus den Natur­wis­sen­schaf­ten han­delt.
(Sie­he Fußnote)

Fuß­no­te
" .. Das Stre­ben nach Kohä­renz [Kohä­renz = Der Gedan­ken­gang ist in sich logisch, zusam­men­hän­gend und nach­voll­zieh­bar.] ist ein über­ge­ord­ne­tes - wahr­schein­lich allen Lebe­we­sen inne­woh­nen­des Prin­zip, das dafür sorgt, dass sich Lebe­we­sen aus dem Cha­os ent­ge­gen den phy­si­ka­li­schen Geset­zen der Entro­pie kom­plex und gesund orga­ni­sie­ren kön­nen .. " - das Wort "wahr­schein­lich" hät­ten sich die Anhän­ger der *Salu­to­ge­ne­se* schen­ken kön­nen. Denn schon vor dem Modell von Dr. Anto­nov­sky war klar, dass Leben nur exi­stie­ren kann, solan­ge sich ein Indi­vi­du­um gegen das uni­ver­sel­le Bestre­ben von Mate­rie, sich zum *größt­mög­li­chen Cha­os* anzu­ord­nen, exi­stie­ren kann.

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