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bookmark_borderBunte Mischung "Shiatsu", "Meridiane" & "Ayurveda": Frau Antje Tittelmeier

Ergän­zung zum Bei­trag "Loben Sie sich selbst - wenn es wer anders nicht tut."

Frau Ant­je Tit­tel­mei­er nennt sich selbst Chi­You Eigen-Shi­atsu-Exper­tin¹:
" ..Chi­You ist ein von der Phy­sio­the­ra­peu­tin und Shi­atsu-Prak­ti­ke­rin Ant­je Tit­tel­mei­er ent­wickel­tes Kon­zept zur Behand­lung von Meri­dia­nen am eige­nen Körper.. "

Lebens­Lauf
" .. Ant­je Tit­tel­mei­er, Phy­sio­the­ra­peu­tin und Shi­atsu-Prak­ti­ke­rin, gibt seit vie­len Jah­ren Kur­se für Eltern und Kin­der und ist selbst Mut­ter von zwei Söh­nen. Der Grund­stein für die Beschäf­ti­gung mit der Bedeu­tung der Fünf Ele­men­te in der tra­di­tio­nel­len asia­ti­schen Medi­zin wur­de bereits Mit­te der 90er Jah­re wäh­rend ihrer Shi­atsu-Aus­bil­dung bei Wil­fried Rap­pen­ecker in Ham­burg gelegt. Seit­dem hat sie ihr Wis­sen stän­dig erwei­tert und prak­ti­sche Erfah­rung gesam­melt. Zusätz­li­che Aus­bil­dun­gen wie Yoga, Ayur­ve­da und Fuß­re­flex­zo­nen­the­ra­pie wirk­ten eben­falls prä­gend auf ihren beruf­li­chen Weg .. "


Was Shi­atsu wirk­lich ist : Die von Toku­ji­ro Nami­ko­shi ent­wickel­te Form ist unter Nut­zung west­li­cher Kon­zep­te am gesam­ten Kör­per ori­en­tiert. Auch Tempe­ki Tamai baut sei­ne The­ra­pien auf west­li­cher Phy­sio­lo­gie und Ana­to­mie auf. Wir fin­den bei bei­den weder das Meri­di­an­sy­stem (Leit­bahn­sy­stem) noch das Kon­zept der „Fünf Wand­lungs­pha­sen“ (Fünf-Ele­men­te-Leh­re) oder Hin­wei­se auf Ki (chin. Qi).

 

Wenn also wie wei­ter oben zitiert " .. Zusätz­li­che Aus­bil­dun­gen wie Yoga, Ayur­ve­da und Fuß­re­flex­zo­nen­the­ra­pie .. eben­falls prä­gend auf (den) beruf­li­chen Weg .." von Frau Tit­tel­mei­er gewirkt haben darf man wohl zu recht behaupten:
Frau Tit­tel­mei­er hat sich selbst ein Welt­bild zusam­men­ge­strickt, in dem aus ver­schie­de­nen exo­ti­schen Heils­leh­ren Ele­men­te mit­ein­an­der ver­bun­den wur­den, die sie nun als *The­ra­pie* bezeichnet.

" .. Ayur­ve­da .. das angeb­lich fünf­tau­send Jah­re alte "Wis­sen um ein lan­ges Leben" .. der mensch­li­che Orga­nis­mus .. spieg­le das kos­mi­sche Ord­nungs­sy­stem des Uni­ver­sums .. zusam­men­ge­setzt .. aus den fünf Ele­men­ten Feu­er (The­jas), Was­ser (Jala), Luft (Vayu), Erde (Prithi­vi) und Äther (Aka­sha).

Aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht reich­te es völ­lig aus, nur einen der behaup­te­ten Para­me­ter als *nicht vor­han­den* zu bewei­sen - und damit das gesam­te Denk­ge­bäu­de zum Ein­sturz zu bringen. 

Äther oder *Aka­sha* gibt es, genau­so wie die ande­ren Ele­men­te, nicht.
Akash = Ele­ment Äther - das Prin­zip der Transparenz 

Was als "das Ele­ment Äther" bezeich­net wird nen­nen wir gemein­hin "Luft". Das ist eine Mischung aus Gasen, die eine defi­nier­te che­mi­sche Zusam­men­set­zung² haben. Die Antei­le der vor­han­de­nen Gase ist wech­selnd. Je nach Ent­nah­me der Luft­ana­ly­se fin­den sich mehr oder weni­ger Sub­stan­zen darin.

Ele­ment Äther. Das fein­ste Element
Der Raum, der uns umgibt
Eigen­schaf­ten von Äther:
Sub­til; Nicht sicht­bar; Kaum spür­bar; Leicht; Fein; Durch­drin­gend; Zart. 

Erzäh­len Sie das 'mal jeman­den, der von Wind­stär­ke 10 weg­ge­bla­sen wurde ....

Zusam­men­fas­send kann fest­ge­stellt wer­den:
Was in Ayur­ve­da als "Wis­sen" zusam­men­ge­fasst ist unter­liegt kei­ner­lei Beschrän­kun­gen - jede 'Rich­tung' hat ihre eige­nen Unter­la­gen aus der vor­christ­li­chen Zeit. Damals gab es kei­ne natur­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se, wie wir sie heu­te besit­zen. Men­schen muss­ten sich also Erklä­run­gen für ihre Umwelt und ihre Kör­per aus­den­ken - Funk­tio­nen wur­den aus Beob­ach­tung und Zusam­men­tra­gung von man­nig­fal­ti­gen Quel­len erklärt. Inso­weit ist im Prin­zip "Ayur­ve­da" ein gewis­ser, klei­ne­rer Anteil an tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten (aus Beob­ach­tun­gen), sowie ein grö­ße­rer Teil an unbe­grün­de­ten Annah­men und rei­ner Phan­ta­sie mit­ein­an­der vermischt.

Das Stu­di­um zum Ayurveda-Arzt
(Abkür­zung B.A.M.S.) dau­ert 5½ Jah­re ein­schließ­lich eines anschlie­ßen­den prak­ti­schen Jahrs. Um den Dok­tor­ti­tel zu erlan­gen, erfolgt ein wei­te­res Stu­di­um über 3 Jah­re. Dabei wird in dem Fach­be­reich, in dem sich der ange­hen­de Ayur­ve­da-Arzt spe­zia­li­siert hat­te (z. B. Inne­re Medi­zin, Chir­ur­gie, Gei­stes­er­kran­kun­gen oder Rasaya­na (Ver­jün­gung)) eine Dok­tor­ar­beit geschrieben.

Es han­delt sich um eine inten­si­ve, lang­jäh­ri­ge Beschäf­ti­gung in Theo­rie und Pra­xis mit vie­len Ele­men­ten, die sich auch in dem Gebiet wie­der­fin­den las­sen was wir unter 'west­li­cher Medi­zin' (Schul­me­di­zin) ver­ste­hen. Der Unter­schied ist ledig­lich der phi­los­phisch-psy­cho­lo­gi­sche Hin­ter­grund bei Ayur­ve­da³, der in unse­rer klas­si­schen Medi­zin durch rei­ne Fak­ten­be­trach­tung und -beschrei­bung ersetzt ist.


¹
Wer sich in Deutsch­land mit dem Titel "Ayur­ve­da-Exper­te" bezeich­net ist aller­dings nicht unbe­dingt, mei­stens eher nicht, durch eine sol­che inten­si­ve medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung gegan­gen. Glei­ches gilt für "Shi­atsu-Exper­te". Die Bezeich­nun­gen sind hier­zu­lan­de nicht geschützt. Jede:r kann sich so bezeich­nen, selbst wenn sie/er nur ein ein­zi­ges Buch zum The­ma von außen betrach­tet hät­te!

 

² Luft­zu­sam­men­set­zung
[File: Atmo­sphe­re gas proportions.svg; public domain]
" .. Als Luft bezeich­net man das Gas­ge­misch der Erd­at­mo­sphä­re. Trocke­ne Luft besteht haupt­säch­lich aus den zwei Gasen Stick­stoff (rund 78,08 Vol.-%) und Sau­er­stoff (rund 20,95 Vol.-%). Dane­ben gibt es noch die Kom­po­nen­ten Argon (0,93 Vol.-%), Koh­len­stoff­di­oxid (0,04 Vol.-%) und ande­re Gase in Spuren. .. "

³ TriGu­na - 3 Cha­rak­ter­ty­pen / Uni­ver­sel­le Charakterenergien
Satt­va = das Prin­zip von Rein­heit, Helligkeit
Rajas = das Prin­zip von Lei­den­schaft, Aktivität
Tamas = das Prin­zip von Träg­heit, Dunkelheit
Das erin­nert ein wenig an die - längst wider­leg­ten - Kon­sti­tu­ti­ons­ty­pen nach Kret­schmer (1920). Für die Aus­sa­ge­kraft die­ser Typo­lo­gie fehlt jeder wis­sen­schaft­li­che Beweis.

WIKIPEDIA zu Neben­wir­kun­gen der "Ayur­ve­di­schen Medizin":
" .. Der Chef­arzt der Nephrolo­gie der Askle­pi­os-Kli­nik Barm­bek in Ham­burg warnt vor der Ein­nah­me von Ayur­ve­da-Medi­ka­men­ten. Die­se kön­ne zu schwe­ren neu­ro­lo­gi­schen Schä­den und lebens­ge­fähr­li­chen Ver­gif­tun­gen mit Schwer­me­tal­len füh­ren. Schwer­me­tal­le, beson­ders Blei, ver­un­rei­ni­gen nicht sel­ten Medi­ka­men­te tra­di­tio­nel­ler indi­scher Medi­zin­rich­tun­gen; über Ver­gif­tun­gen durch ayur­ve­di­sche Medi­ka­men­te gibt es medi­zi­ni­sche Berich­te .. Stich­pro­ben des ARD-Maga­zins Plus­mi­nus erga­ben 2006 und 2007 mehr­mals gif­ti­ge Kon­zen­tra­tio­nen von Arsen und Queck­sil­ber .. Im Febru­ar 2018 wur­de ein Fall in Ober­öster­reich bekannt, bei dem eine Frau sich und ihre Umwelt ver­gif­te­te, weil sie eine Paste zum Auf­tra­gen auf die Haut ver­wen­de­te, die über ein Drit­tel rei­nes Queck­sil­ber enthielt.
Die Blei- und Queck­sil­ber-Wer­te eini­ger Rasa-shastra-Pro­duk­te lagen 100- bis 10.000-fach über dem Limit .."
"

Fuß­re­flex­zo­nen­the­ra­pie → WIKIPEDIA sagt dazu " ..Wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en zufol­ge ist die Reflex­zo­nen­mas­sa­ge weit­ge­hend wirkungslos.. "

Johns Hop­kins
"Many Ayur­ve­dic mate­ri­als have not been tho­rough­ly stu­di­ed in eit­her Western or Indi­an rese­arch. Some of the pro­ducts used in Ayur­ve­dic medi­ci­ne con­tain herbs, metals, mine­rals, or other mate­ri­als that may be harmful if used impro­per­ly or wit­hout the direc­tion of a trai­ned prac­ti­tio­ner. Ayur­ve­dic medi­ci­nes are regu­la­ted as die­ta­ry sup­ple­ments rather than as drugs."


Frau Ant­je Tit­tel­mei­er in erlauch­ten Kreisen 

[screen­shot Gemein­de Wen­den­burg]

bookmark_border"Loben Sie sich selbst
- wenn es wer anders nicht tut."

Was tun, wenn *die mes­sa­ge* nicht genug Ver­brei­tung fin­det, weil es kei­ne ernst­haf­ten Ver­öf­fent­li­chungs­or­ga­ne gibt, die Halb­wis­sen und Spe­ku­la­tio­nen zu *Alter­na­tiv­me­di­zin* noch ver­öf­fent­li­chen wollen?

Da sind die dilet­tie­ren­den *Heil­kun­di­gen* schnell bei der Hand:
Sie inter­view­en sich gegen­sei­tig, stel­len kei­ne kri­ti­schen Fra­gen, neh­men sich nicht gegen­sei­tig die The­men­ho­heit in selbst­ge­wähl­ten Berei­chen weg. Und wie kommt es zur Zusam­men­ar­beit zwi­schen die­sen *Exper­ten*? Sie arbei­ten zusam­men in einer so genann­ten "Eth­no-Med-Aka­de­mie", in der wei­te­re Schwur­bel­schwät­zer 'aus­ge­bil­det' werden.
Bei­spiel für gegen­sei­ti­ge Lob­prei­sung gefällig?



 

Ant­je Tit­tel­mei­er inter­viewt Herrn Dr. Dah­l­ke
Herr Dr. Dah­l­ke inter­viewt Frau Tittelmeier 

[screenshot(s)]

Nir­gend­wo in den Hin­wei­sen zu den Vide­os wird auf die enge beruf­li­che Ver­flech­tung zwi­schen den Inter­view­part­nern hin­ge­wie­sen. Wie­so wohl? Weil dann so man­cher Zuse­her auf die Idee kom­men könn­te es han­de­le sich eher um Wer­bung als um eine neu­tra­le Information!

Allen gemein­sam ist, dass sie kei­ne Bewei­se für ihre teils obsku­ren, teils wirk­lich pati­en­ge­fähr­den­den und oft gefähr­li­chen Gesund­heits­aus­sa­gen nach­wei­sen kön­nen. Aber wer fragt schon in Heil­prak­ti­ker­krei­sen nach Bewei­sen - wo es doch unzäh­li­ge *Erfah­rungs­be­rich­te* gibt die alle­samt über erfolg­rei­che *alter­na­ti­ve The­ra­pie­for­men* zu berich­ten wissen.

Halb­ge­bil­de­te Dilet­tan­ten, die sich in einem "EXPER­TEN­Ge­spräch" unter­hal­ten - das wäre gar kein Pro­blem, wäre es nicht fatal für man­che schwer kran­ken Menschen.

Damit nicht der Ein­druck ent­steht ich hät­te ledig­lich Äußer­lich­kei­ten zu bie­ten wer­de ich näch­stens ein paar Argu­men­te des Herrn "Dr." Dah­l­ke bespre­chen und den wis­sen­schaft­lich unhalt­ba­ren Quatsch wider­le­gen. Bei Frau Tit­tel­mei­er bin ich mir nicht so sicher ob ich das machen will - Ayur­ve­da¹ zeigt ins­ge­samt Schwund, die *Blü­te­zeit* ist vor­bei, seit die Gurus so nach und nach weg­ster­ben .... viel­leicht grei­fe ich ein, zwei Aspek­te her­aus und zei­ge exem­pla­risch was das für ein Unfug ist.



 
MERKE:
Mas­se ist nicht gleich­zu­set­zen mit Klasse!

Ant­je Tit­tel­mei­ers *Bücher* sind - ein­mal abge­se­hen von der Tat­sa­che, das es sich um mehr­fa­che Wie­der­ho­lung des The­mas "Die fünf Ele­men­te" han­delt, den Zah­len der Bewer­tun­gen nach zu beur­tei­len nicht sehr erfolg­reich. Die bei allen Büchern vor­han­de­nen fünf Ster­ne wur­den nicht von Lesern ver­ge­ben. Sie sind noch in der 'default' Ein­stel­lung solan­ge noch kei­ne Bewer­tun­gen da sind.

[screenshot(s)]

¹
" .. Ayur­ve­da .. das angeb­lich fünf­tau­send Jah­re alte "Wis­sen um ein lan­ges Leben" .. der mensch­li­che Orga­nis­mus .. spieg­le das kos­mi­sche Ord­nungs­sy­stem des Uni­ver­sums .. zusam­men­ge­setzt .. aus den fünf Ele­men­ten Feu­er (The­jas), Was­ser (Jala), Luft (Vayu), Erde (Prithi­vi) und Äther (Aka­sha). Die­se "Fünf Ele­men­te" haben aller­dings mit "Shi­atsu" nichts zu tun.

bookmark_borderNoch’n Gedicht …. (VII)

№ 841: erziehungsGEWALT
By wvs

1
es grunzt das schwein,
es blökt das schaf,
doch was ein kind so machen darf
bläut man ihm ein.
wenn es noch klein.

gibt es dann nach
nennt man es ‚brav‘.
es knick­te ein weil noch so klein.
wollt ‚artig‘ sein.
man sagt: ‚fein, fein!‘

gehor­sam wird’s als ‚bür­ger‘ sein.

Erst­ver­öf­fent­li­chung: 06-2014

Ach so, noch das → copy­right Wolf­gang von Sulecki, jeder Nach­druck, auch aus­zugs­wei­se ver­bo­ten,
Zita­te sind auf Halb­sät­ze zu begren­zen, jeden­falls sind stets Quel­le und Autor zu nen­nen .... und "Wehe!" wenn nicht ....

Sie­he hier­zu aktuell
Der Miss­brauchs­skan­dal und reli­gi­ös moti­vier­te Gewalt an Kindern

bookmark_borderJedoch der schrecklichste der Schrecken,
das ist der Mensch in seinem Wahn   [Fr. v. Schiller; Glocke, Z.381]

* edit * ACHTUNG:
Hier ist nicht die durch­aus berech­tig­te Furcht vor Ansteckung und das Ergrei­fen von Schutz­mass­mah­men gemeint!
Woge­gen ich hier argu­men­tie­re ist ledig­lich die sinn­lo­se Hor­tung von Mate­ria­li­en aus dem Hygie­ne­be­reich, Back­ar­ti­keln und Alles rund um Nudelgerichte.
* /edit *

Die Hyste­rie um das Coro­na­vi­rus [COVID-19] nimmt wahr­haf­tig unvor­stell­ba­re For­men an.
Ver­ein­facht berech­net (Stand 13.03.2020; 15:00 Uhr) waren 1.930 Infek­ti­ons­fäl­le in der Gra­fik dar­ge­stellt, ins­ge­samt ca. 3.000 bekannt.

[Bild­quel­le]


Das ent­spricht 0,0025% der Geamtbevölkerung.
Das sind unge­fähr zwei Tau­send­stel eines Pro­zen­tes - oder anders ausgedrückt:
In einer lee­ren Bier­fla­sche befindet
sich nur noch ein ein­zi­ger Trop­fen!

 
Die Rega­le für Toi­let­ten­pa­pier, Back­zu­ta­ten, Haus­halts­rol­len und Fer­tig­ge­rich­ten, sowohl bei unse­rem ört­li­chen Ede­ka- wie beim REWE-Markt, waren leer.

Was soll denn wer­den, wenn es ein­mal eine rich­tig ern­ste Situa­ti­on gibt?
Den­ken die Men­schen, die jetzt schon anfan­gen der­art zu hor­ten, eigent­lich noch nach?

Wie sich die Ereig­nis­se wie­der­ho­len → 0,003% ....

Dazu mein Video → HIER

bookmark_border"Erlkönig hat mir ein Leids getan ...."¹

Kin­der.
Unse­re Zukunft.

Aber vor­her erst ein­mal eine Aufgabe.
Ein bestim­men­des Inter­vall im Leben sowohl der Kin­der wie der Eltern.
Wobei letz­te­re im Fal­le des Schei­tern ihrer Bemü­hun­gen den gering­sten Scha­den davontragen.

Für vie­le Berei­che des Lebens gibt es umfas­sen­de Bil­dungs­an­ge­bo­te, Unter­rich­te, Fort­bil­dun­gen, kurz­um: Es kann gelernt wer­den. Nicht so im Fach "Erzie­hung von Kin­dern". Da sind die 'natür­li­chen Fähig­kei­ten' Trumpf. Sie sol­len - angeb­lich - in jedem Men­schen schlum­mern. Bei Eini­gen aller­dings schei­nen sie 'tief & fest' zu schla­fen, bei man­chen so tief, dass sie nicht auf­ge­weckt wer­den können.

Da, wo es kei­ne *Pro­gram­mie­rung* für die­sen Umgang mit Not­wen­dig­kei­ten der Ver­sor­gung und For­de­run­gen der Kin­der gibt wird dar­aus oft Aggres­si­on - gegen die Kinder.

"Aber, aber!", wer­den Sie sagen, "es gibt doch Hil­fe für Jene, die mit der Erzie­hung nicht zurecht kom­men!". 'Klar', wer­de ich ant­wor­ten, 'aber das sind doch nicht die hoff­nungs­lo­sen Fäl­le. Das sind doch die, die min­de­stens die Erkennt­nis haben nicht gewapp­net zu sein und Hil­fe zu brau­chen. Aber was ist mit den Ande­ren? Denen, die es nicht lei­sten kön­nen, die nicht gelas­sen blei­ben und nicht erken­nen, dass das was sie tun für ihre Kin­der schäd­lich ist?'

"Dafür gibt es die Sozi­al- und Jugend­äm­ter", wer­den Sie sagen, "da sit­zen Fach­leu­te für die schwie­ri­gen Fäl­le, die wis­sen immer wie man selbst an die bockig­sten Leu­te her­an­kommt, die sich ihren Kin­dern gegen­über falsch ver­hal­ten!" Wor­auf mei­ne Fra­ge an Sie lau­tet 'Wie soll denn das Jugend­amt - oder wer sonst die­se Situa­tio­nen erkennt und für eine aus­glei­chen­de Behand­lung sorgt - von sol­chen Fäl­len Wind bekom­men, wer zeigt denn so etwas bei denen an?'

Genug.
Da ist näm­lich schon der größ­te Knackpunkt!

Stel­len Sie sich ein­mal vor, Sie hören in der Nach­bar­schaft stän­dig ein Kind wei­nen, schrei­en, schluch­zen .... und Sie sehen die­ses Kind nicht bei einer Spa­zier­fahrt im Kin­der­wa­gen. Es ist grö­ßer und nicht häu­fig auf der Stra­ße, mit ande­ren Kin­dern drau­ßen zum Spie­len oder auf dem Weg zum Kin­der­gar­ten - geht es denn über­haupt in einen Kindergarten?

Was unter­neh­men Sie denn in einem sol­chen Fall?
Gehen Sie zu den Eltern und fragen:
"Mal­trä­tie­ren Sie viel­leicht ihr Kind?" - und wenn ja: "Das müs­sen Sie unter­las­sen, man schlägt kei­ne Kinder!"

Sehen Sie, da ist die­se Schwel­le, die die miss­bräuch­li­che Erzie­hungs­ge­walt kon­ser­viert, unbe­rührt lässt und durch Weg­se­hen bestä­tigt "Ihr schlech­ten Eltern seid sicher!"

Nun den­ken wir Alle ein­mal dar­über nach, was wir tun kön­nen, um sol­chen lei­den­den Kin­dern wie­der ein fröh­li­ches Leben zu gewähr­lei­sten. Das geht auch die Men­schen an, die selbst kei­ne Kin­der haben. Und die, die wel­che haben, sind schon erst recht gefordert.




¹
https://oregonstate.edu/instruct/ger341/erlkonig.htm

bookmark_borderTante Emmi hat das auch geholfen ....

[Bild­quel­le]

Es graust mich immer wie­der wenn ich "Erfolgs­ge­schich­ten" als Beweis für irgend­ei­ne Behand­lung, Diät oder Lebens­wei­se lesen muss. Sie kom­men ein­fach nicht dar­auf sich ein­mal mit *rich­ti­ger Wis­sen­schaft* zu beschäf­ti­gen vor lau­ter G'schaftlhuberei [Drit­ter Absatz].
Wer sich andau­ernd rund­um ver­tei­di­gen zu müs­sen glaubt hat wahr­schein­lich wenig Zeit etwas kon­kret zu stu­die­ren, da muss eben Mei­nung her­hal­ten anstatt Bewei­se zu prä­sen­tie­ren. Ein ande­rer Teil die­ser Über­zeug­ten hat das anson­sten eher reli­gi­ös begrün­de­te Sen­dungs­be­wusst­sein, das *Welt­ret­ter-Syn­drom*.

Mein kürz­lich ver­stor­be­ner Schwie­ger­va­ter, er wur­de 95, hat Zeit sei­nes Lebens eine def­ti­ge Brot­zeit geschätzt. Er lieb­te Schin­ken, Aal und geräu­cher­te Mett­würst­chen. Sein Bier­chen und ab und an ein Schnäps­chen hat er mit Genuß getrun­ken. Bis vor ein paar Jah­ren sei­ne aus­ge­such­ten kuba­ni­schen Zigar­ren geraucht und war bis zwei Wochen vor sei­nem Tod min­de­stens drei Mal in der Woche unter­wegs. Je ein­mal in einer sei­ner drei bevor­zug­ten Knei­pen. Wegen der Gesel­lig­keit, und weil es da Sol­ei­er und Bou­let­ten vom Tre­sen gab.

Jetzt wäre es bil­lig dage­gen zu hal­ten und den Vega­nern das Bei­spiel um die Ohren zu hau­en. Ich begnü­ge mich damit es hier so auf­ge­schrie­ben zu haben wie es war.


Sehen Sie an die­sem Bei­spiel doch bit­te die Gemein­sam­keit, nicht das was trennt:
Da ist näm­lich die Tat­sa­che, dass ein ein­zel­ner Fall - mag er auch noch so über­zeu­gend dar­ge­stellt wer­den - nie der "Beweis" für eine Annah­me sein kann. Es ist eine anek­do­ti­sche Bege­ben­heit, mehr nicht.
 

 
Anders als die Vega­ner käme ich nicht auf die Idee, die­se Lebens­art mei­nes Schwie­ger­va­ters zu einer Bewe­gung "Wie wer­de ich min­de­stens 95 Jah­re alt" machen zu wol­len .... es reicht schon, wenn ande­re ihr "Sen­dungs­be­wusst­sein" ausleben.

 

bookmark_borderDer 11. März 2020

Der 11. März 2020 wird in die Geschich­te als der Tag ein­ge­hen, an dem es dem US Prä­si­den­ten gelang, gleich­zei­tig Ange­bot und Nach­fra­ge der Welt­wirt­schaft zugrun­de zu richten. 

Nun rächt es sich, das man die­sen völ­lig unfä­hi­gen, selbst­ver­lieb­ten, seit frü­he­ster Kind­heit ver­zo­ge­nen und daher völ­lig unge­ra­te­nen Men­schen auf inter­na­tio­na­ler Büh­ne nicht etwa geschnit­ten, son­dern sogar noch hofiert hat.

Der Mann ist mit dem EU-Ein­rei­se­ver­bot nun end­gül­tig zu weit gegangen:
»» Die Euro­päi­sche Uni­on miss­bil­ligt die Tat­sa­che, dass die US-Ent­schei­dung eines Ein­rei­se­stopps ein­sei­tig und ohne Rück­spra­che getrof­fen wur­de. Die Euro­päi­sche Uni­on han­delt ent­schlos­sen, um die Aus­brei­tung des Virus zu begren­zen. Das Coro­na­vi­rus sei eine glo­ba­le Kri­se und nicht auf einen Kon­ti­nent begrenzt, es brau­che eine Zusam­men­ar­beit statt ein­sei­ti­ger Aktio­nen «« [Quel­le]

Gleich­zei­tig spielt es ihm eine Mög­lich­keit in die Hän­de mit dem Coro­na-Virus-Hebel sei­ne kru­de Sicht der Wirt­schaft, die schon im Janu­ar und Febru­ar deut­lich wur­de, in die Tat umzu­set­zen und gleich­zei­tig sei­nen 'Bud­dy' in GB zu stär­ken - denn Eng­land und Irland sind ausgenommen.

Wie üblich war sei­ne Aus­sa­ge erst "Hüh!" und dann "Hott!" [Abbil­dung] - wischi-waschi, weil er spon­tan Din­ge los lässt. Ohne die Wei­te­run­gen jemals ganz zu begrei­fen. Sei­ne Hel­fer­lein müs­sen dann Scha­dens­be­gren­zung lei­sten - und trotz­dem bleibt, wie jetzt, tage­lang offen und unsi­cher WAS denn nun pas­sie­ren soll.

War die Pest einst eine Gei­ßel für die Mensch­heit so ist es nun der Herr Trump.

Sie­he hier­zu → 0,003% .... - der Pro­zent­satz dürf­te die aktu­el­le Situa­ti­on genau so umschreiben.

bookmark_borderSplitter


1. Secre­ta­ry of the Depart­ment of Get­ting Stuff Done
[Mini­ster für die Erle­di­gung von (bis­her uner­le­dig­ten) Dingen] 

Sowas brauch­ten wir. Dringend ...!


2. Wenn zur Ver­ein­fa­chung der Lesbarkeit
für Per­so­nen nur die männ­li­che Form benutzt wird,
sind immer Frau­en und Män­ner gemeint.


Na pri­ma, so hal­te ich es auch.
Gen­dern - was hal­ten Sie davon?


3. Von "Ersatz" und "Hin­ter­list" ....


Was pas­siert wenn ein hin­sicht­lich sei­ner Wir­kung betrü­ge­risch beschrie­be­nes Pro­dukt den Bach run­ter geht ...?
Das wird von den Betrü­gern ele­gant kom­pen­siert: Sie 're-laun­chen' ein­fach unter neu­em Namen.


4. Seit 1999 habe ich die­sen Schnip­pel Papier aus USA an allen Kühl­schrän­ken hän­gen gehabt - auf der Rück­sei­te ist ein Magnet angeklebt - . 


Wenn ich die Flut der Rezept- & Koch­blogs betrach­te den­ke ich immer "Dabei ist es doch so ein­fach: Selbst­ver­trau­en und Impro­vi­sa­ti­ons­fä­hig­keit. Ohne gelingt sowie­so nichts in der Küche.


5. Heu­te habe ich es end­lich geschafft die Bil­der auf­zu­hän­gen .... das ist jedes­mal ein Kampf um Perfektion:
Man sieht näm­lich sehr genau wenn auch nur ein hal­ber Zen­ti­me­ter Abwei­chung in der Aus­rich­tung da ist. Es ist aller­dings gut so wie es wurde.
Nur fehlt zwi­schen den Lam­pen noch etwas - irgend­wie ist die­se Stel­le noch 'unfer­tig'.
Was mei­nen Sie?

 

bookmark_borderBehörden: 'Ruhen' in sich selbst ....

Ein lan­ges Leben bringt vie­le Erfah­run­gen mit sich - nicht alle sind ange­nehm. Glück­li­cher­wei­se sind doch die posi­ti­ven Erleb­nis­se unterm Strich für die mei­sten Men­schen in der Überzahl.

Wir gehen zurück in das Jahr 1974
.
Es herrsch­te Leh­rer­man­gel, ins­be­son­de­re in den Natur­wis­sen­schaf­ten. Da ich mir sowie­so nicht im Kla­ren war ob ich wei­ter das Diplom in Bio­lo­gie oder Lehr­amt Biologie|Chemie ver­fol­gen soll­te - die­se Ent­schei­dung muss­te nach dem gera­de bestan­de­nen Vor­di­plom getrof­fen wer­den - kam das Ange­bot an einem Gym­na­si­um als Bio­lo­gie- & Che­mie­leh­rer zu arbei­ten gera­de recht.

So begann ich nach den Som­mer­fe­ri­en mei­ne *Lehr­erlauf­bahn*, die ins­ge­samt 18 Mona­te dauerte.

Alles war gut:
Die Kol­le­gen freund­lich und hilfs­be­reit, die Klas­sen 7 bis 9 zwar in schwie­ri­gem Alter, aber begei­ste­rungs­fä­hig und als die ersten leben­den Tie­re in den Unter­richt kamen kaum noch zu brem­sen. Ins­be­son­de­re der Abschnitt 'Spin­nen' wur­de zum Höhe­punkt unter­richt­li­chen Schaf­fens. Da natür­lich eini­ge Spin­nen - ver­se­hent­lich oder absicht­lich war nicht zu ermit­teln - aus den Auf­be­wah­rungs­ge­fä­ßen in den Klas­sen­raum ent­wisch­ten. Was bei einem Teil der Schüler:innen zu mit laut­star­ken Schreckens­ru­fen beglei­te­ten Flucht­re­ak­tio­nen führ­te .... und dann stand plötz­lich der Direk­tor in der Tür um nach dem Rech­ten zu sehen!
Er wur­de 'ein­ge­weiht' und ich hat­te den Ein­druck, dass sei­ne Ver­weil­dau­er sich schon des­we­gen ver­kürz­te, weil er kei­nem der aus­ge­büch­sten Spin­nen­tie­re begeg­nen wollte.

Der unan­ge­neh­me Teil war der Umgang mit dem Regie­rungs­prä­si­di­um.
Das war für die Bezah­lung zustän­dig. Mein Ver­trag war ein­fach gestal­tet: Zunächst auf ein Jahr befri­stet, fester Zahl­be­trag jeweils zum 15. eines Monats; erste Zah­lung für zwei Wochen am 15. des ersten Monat, danach jeweils ein vol­ler Monats­be­trag. Urlaub gab es nicht - aber unter­richts­freie Zeit immer dann, wenn das Gym­na­si­um wegen Feri­en geschlos­sen war und die Zah­lung durch­ge­hend, als ob stän­dig unter­rich­tet würde.

Als ich nach dem zwei­ten Zahl­tag, also nach ein­ein­halb Mona­ten, immer noch kein Geld auf dem Kon­to hat­te rief ich bei der im Ver­trag benann­ten Zahl­stel­le an, Akten­zei­chen, Ver­trags­da­tum und ande­re Unter­la­gen parat.

"Die Kol­le­gin die das bear­bei­tet macht gera­de Urlaub"
säu­sel­te die Dame am ande­ren Ende der Lei­tung als ich fer­tig war ihr zu erklä­ren was mein Anlie­gen sei. Ich sag­te sowas wie 'na, dann wird sie sich hof­fent­lich gut erho­len' um dann fort­zu­fah­ren 'wer ver­tritt sie denn?'
"Für die paar Tage bleibt halt 'mal etwas lie­gen", beschied mich die Kol­le­gin und setz­te nach "Sie wer­den ja bestimmt noch Reser­ven haben. Das dau­ert jetzt auch nicht mehr so lan­ge und wenn die Kol­le­gin aus dem Urlaub kommt geht es ganz fix!"

Ging es nicht.
Auch zur näch­sten Aus­zah­lungs­run­de war ich nicht dabei - und schon war ich wie­der am Tele­fon. Dies­mal hat­te ich die zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­te­rin am Telefon.
"Ich kann ihre Akte nicht fin­den!" war die erste Äuße­rung als ich erklärt hat­te war­um ich anrief. Ich wies dar­auf hin, dass die Kol­le­gin die Akte zu Rate gezo­gen hat­te und ich *dem Amte daher bekannt* sein müss­te. "Da wer­de ich mit der Kol­le­gin spre­chen und kei­ne Sor­ge, hihi, wir wer­den Sie schon wie­der­fin­den", es ertön­te ein glocken­hel­les Lachen von Frau Peters in die Lei­tung und ich war bestimmt nicht in der Ver­fas­sung mit zu lachen. "Beim näch­sten 'Zah­lungs­lauf' sind Sie bestimmt dabei!" been­de­te sie das Gespräch.

Der näch­ste Zahl­tag war ver­stri­chen, nach mitt­ler­wei­le drei­ein­halb Mona­ten war mein Kon­to leer­ge­fegt, der Dis­po aus­ge­reizt und die net­te Dame bei der Spar­kas­se schau­te mich sehr ungläu­big an als ich ihr das Dilem­ma erläu­ter­te. "Da müs­sen Sie selbst hin­ge­hen", sag­te sie, "das wird nichts, wenn sie nicht dort vorsprechen!" 

Nach eini­gem Suchen - die ver­schie­de­nen Dienst­stel­len waren über meh­re­re histo­ri­sche Gebäu­de in Han­no­ver ver­teilt - fand ich die bear­bei­ten­de Stel­le und der Pfört­ner woll­te mich nicht rein­las­sen. Als ich ihm die Geschich­te erzählt hat­te wur­de er schon zugäng­li­cher und erklär­te "Dann will ich mal bei der Frau Peters¹ Bescheid geben, dass Sie hier sind und mit ihr spre­chen wollen."
Er wähl­te, es klin­gel­te, nie­mand ging dran. Er ver­sucht das Nach­bar­bü­ro "Hören Sie", sagt er zu mir nach­dem er mit jeman­dem gespro­chen hat­te der im Büro neben­an resi­dier­te, noch den Hörer in der Hand, "die Frau Peters ist krank geschrie­ben, die Kol­le­gin weiß nicht, wann sie wie­der kom­men wird." Ich sage, schon in der Erwar­tung, dass es wie­der eine blö­de Ant­wort gibt 'dann fra­gen Sie doch bit­te mal wer die Frau Peters ver­tritt' und er ant­wor­tet, nach­dem er das an die Gesprächs­part­ne­rin wei­ter gege­ben hat "Das steht noch nicht fest, der Herr Abtei­lungs­lei­ter legt das bei der näch­sten Dienst­be­spre­chung fest. Wenn es län­ger dau­ert bis die Frau Peters wie­der kommt. Ich schrei­be Ihnen die Num­mer auf wo sie näch­ste Woche anru­fen kön­nen um zu erfah­ren wer das jetzt bearbeitet"

Die net­te Dame bei der Spar­kas­se war jetzt nicht mehr nett und erklär­te mir, dass nach drei Mona­ten ohne Zah­lungs­ein­gang mein Dis­po gestri­chen wur­de und ich nun etwas mehr für die Über­zie­hung zah­len muss und außer­dem sei jetzt *Ende der Fah­nen­stan­ge* - kein Geld mehr vom Konto.

Mitt­ler­wei­le hat­te ich schon vier Mona­te gear­bei­tet. Gra­tis. Und all­mäh­lich wur­de ich mehr als unge­dul­dig. Der Direk­tor, dem ich das Gan­ze vor­ge­tra­gen hat­te ließ mich wis­sen "Ach wis­sen Sie, da kön­nen wir von hier nichts machen, das liegt beim Regie­rungs­prä­si­di­um und das ist eine ganz ande­re Behör­de." Mein Anruf - die Num­mer hat­te ich vom Pfört­ner ja bekom­men lief ins Lee­re: Eine freund­li­che Dame erklär­te mir "Ich bin hier nur der Tele­fon­dienst wenn nie­mand unter der ange­ge­be­nen Num­mer ant­wor­tet - ich kann ihnen nicht wei­ter hel­fen. Ver­su­chen Sie es doch mor­gen nochmal."

Der näch­ste Zah­lungs­lauf ging vor­bei.
Natür­lich ohne Zah­lung auf mein Kon­to. Mit dem Ver­mie­ter hat­te ich gespro­chen und er sag­te "Wenn Sie näch­sten Monat wie­der nicht zah­len kön­nen muss ich Ihnen - so leid es mir tut - kündigen!"

Bedröp­pelt lief ich über den Gang im Gym­na­si­um und begeg­ne­te dem Haus­mei­ster, Herrn Galk², alter U-Boot-Fah­rer. Einer der weni­gen Über­le­ben­den aus die­ser Trup­pe, in der es nur eine Über­le­bens­ra­te von knapp 10% gege­ben hatte.
"Sie sehen aus als ob Sie Kum­mer haben", sprach er mich an. Ich erzähl­te ihm die Geschich­te und er blick­te mich mit einer Mischung von väter­li­cher Sor­ge und ungläu­bi­gem Stau­nen an "Da ist es wohl höch­ste Zeit, dass Ihnen jemand hilft! Was brau­chen Sie denn so unge­fähr?" Ich kal­ku­lier­te über­schlä­gig und sag­te 'Etwas mehr als vier­hun­dert Mark müss­ten rei­chen - vor­aus­ge­setzt, das Regie­rungs­prä­si­di­um zahlt näch­sten Monat.'
"Kom­men Sie heu­te Nach­mit­tag zu mir nach Hau­se" ant­wor­te­te er, "dann gebe ich Ihnen das Geld, und wenn Sie ihre Zah­lung haben geben Sie es mir zurück!"

So lief es dann auch. Er gab mir fünf­hun­dert Mark.
Aber: Beim näch­sten Zah­lungs­lauf war ich wie­der nicht dabei.

Als ich erneut vor dem Pfört­ner stand und er mich zunächst nicht durch­las­sen woll­te erkann­te er wohl, dass das kei­ne Opti­on sein wür­de. Ich war wirk­lich wütend und nicht zu brem­sen. Fast fünf Mona­te Gratisarbeit. 

Ich war gera­de vor der Büro­tür da hör­te ich drin­nen das Tele­fon läu­ten, doch da war ich schon im Raum.

Drei Schreib­ti­sche in der Mit­te zusam­men­ge­scho­ben, einer rechts, einer links und einer vor Kopf, die Dame saß mit dem Rücken zur Tür. Drei Akten­schrän­ke an den Wän­den veteilt. Einen Besu­cher­sitz­platz gab es nicht. Man war wohl lie­ber unter sich und ohne Publikumsverkehr.

'Wer von Ihnen ist Frau Peters?' rief ich in den Raum.
Die Dame mit dem Rücken zur Tür stell­te ein Joghurt auf den Tisch, wisch­te sich den Mund und sag­te dann "Da links, das ist Frau Peters." Frau Peters ließ ihr Strick­zeug sin­ken und schau­te mich erwar­tungs­voll an wäh­rend die Kol­le­gin am rech­ten Schreib­tisch ihr Buch bei­sei­te leg­te und mich - ein wenig spitz und von oben her­ab - wis­sen ließ "Wir haben hier kei­nen Publi­kums­ver­kehr - schrei­ben Sie uns doch bit­te was Sie für ein Anlie­gen haben!"

'Doch, ant­wor­te­te ich, 'Sie haben gera­de Publi­kums­ver­kehr von einem äußerst erbo­sten Teil ihres Publi­kums - und ich gehe hier nicht aus dem Raum wenn ich nicht einen Scheck oder eine Zah­lungs­an­wei­sung oder Bar­geld in der Hand habe, nach­dem ich nun schon fünf Mona­te arbei­te und noch kei­nen Pfen­nig Geld auf mei­nem Kon­to gese­hen habe.'

Die Mit­ar­bei­te­rin mit dem Rücken zur Tür ver­stau­te ihr Joghurt in einem Schub­fach, rück­te ein wenig um die Ecke ihres Schreib­ti­sches, und dreh­te sich so, dass sie mich sehen konn­te. Sie sah etwas ver­schreckt aus.

Es wur­de tatsächlich
- nach län­ge­rem & wei­te­rem Hin-und-Her - eine Zah­lungs­an­wei­sung aus­ge­ge­ben ".. das machen wir nur aus­nahms­wei­se! .." mit der ich sofort bei der im Hau­se befind­li­chen Kas­se einen Vor­schuss von drei (grob geschätz­ten) Net­to­be­trä­gen abho­len konnte.

Im Raus­ge­hen hör­te ich noch die schnip­pi­sche Mit­ar­bei­te­rin von rechts sagen "Da hät­te er doch bestimmt bei der Spar­kas­se einen Kre­dit bekom­men kön­nen ... " ... wie es wei­ter­ging weiß ich nicht, da war ich schon fast am Ende des Gan­ges und auf dem Weg ins Erd­ge­schoss zur Kasse.

Herr Galk bekam als Erster sein Geld. Dann der Ver­mie­ter, den Rest zahl­te ich bei der Spar­kas­se ein und ich hat­te den Ein­druck, da waren auch alle sehr viel freund­li­cher und schau­ten auch so - ganz anders als bei mei­nem letz­ten Besuch dort.

Was ich dar­aus gelernt habe sind zwei Dinge:
1. Wenn man wirk­lich Geld braucht ist die Spar­kas­se gar nicht mehr so frei­gie­big wie ihre Wer­bung es immer suggeriert."
2. Es gibt ganz weni­ge Men­schen, die tat­säch­lich hel­fen, wenn sie auf die Fra­ge "Wie geht es Ihnen?" erfah­ren, dass ihr Gegen­über wirk­lich Hil­fe braucht.

¹ Name geändert
² Rich­ti­ger Name

*edit*
Dem­nächst habe ich noch eine 'jün­ge­re' Geschich­te, da geht es um die Ren­ten­ver­si­che­rung "Bund".