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bookmark_borderGesellschaftsvergleich

Wir stre­ben in Euro­pa danach die Gesell­schaft ins­ge­samt zu ent­wickeln. Zum Woh­le Aller, damit jeder­mann teil­ha­ben und ein gutes Leben füh­ren kann.
Regeln der Gesell­schaft ein­zu­hal­ten scheint bei Klei­nig­kei­ten oft über­flüs­sig und ist unbe­quem. Den­noch ist es in Sum­me ein Vor­teil für die Gesell­schaft ins­ge­samt: Jeder weiß wel­che Regeln es gibt und wenn sich Alle dar­an hal­ten ent­steht Ord­nung - was wie­der­um zur Sicher­heit und Kal­ku­lier­bar­keit des Staats­we­sens beiträgt.
Unver­kenn­bar sind Brü­che in unse­rem euro­päi­schen System, wenn bei­spiels­wei­se die Ver­tei­lung von Ergeb­nis­sen aus Arbeit ungleich gestreut wer­den und nicht jene pro­fi­tie­ren die die Arbeits­lei­stung erbrin­gen. Die Feh­ler weg­zu­leug­nen wäre Unsinn. Zugleich aber ist der Zusam­men­halt der Gesell­schaft zum gemein­sa­men Nut­zen in den Euro­pä­ern ver­wur­zelt und sie wis­sen, dass es dazu kei­ne Alter­na­ti­ve gibt. Dass das bedau­er­li­cher­wei­se nicht für die Mehr­zahl der tür­kisch­stäm­mi­gen Mit­bür­ger zutrifft wur­de bereits an ande­rer Stel­le dis­ku­tiert - wes­we­gen dem Bei­tritts­be­geh­ren wohl kaum Chan­cen gege­ben wer­den können.
Was aller­dings die EU-Büro­kra­tie angeht hat die noch eini­ges zu ler­nen und zu ver­än­dern, denn bis­her fehlt dort der Gedan­ke für den Sou­ve­rän, den EU-Bür­ger da zu sein und nicht umgekehrt.

In den U.S.A. ist das Leben auf die Ein­zel­per­son abge­stellt. Es geht dar­um *bes­ser* zu sein als Ande­re damit man eine bes­se­re Posi­ti­on als die Mit­bür­ger erringt, sei­ne eige­nen Zie­le ver­wirk­licht und des­we­gen das tun (oder las­sen) kann was man tun will.
Die gro­ße Klam­mer ist eine irra­tio­na­le Über­hö­hung des natio­na­len Bewusst­seins, des Gedan­kens *bes­ser* zu sein als alle ande­ren Völ­ker der Erde. Was, wie leicht nach­zu­wei­sen ist, eine Fik­ti­on darstellt.
Nichts­de­sto­we­ni­ger zieht sich die Erzie­hung zu Kon­kur­renz­den­ken und Natio­nal­stolz wie ein roter Faden durch das Leben eines jeden Amerikaners.
Das Leben im Kapi­ta­lis­mus der U.S.A. ist Kampf. Jeder für sich, kein sozia­les Enga­ge­ment, außer viel­leicht einer steu­er­lich absetz­ba­ren Spen­de hie und da die man als *gute Tat* vor­wei­sen kann. Soli­da­ri­tät ist weit­ge­hend unbe­kannt. Wenn sie prak­ti­ziert wer­den soll wird das bereits als *Sozia­lis­mus* gebrand­markt - sie­he z. B. Obamacare.

Der unsäg­li­che Ein­fluss von fun­da­men­ta­li­sti­schen Chri­sten auf das gesell­schaft­li­che Leben und Den­ken in den U.S.A., durch den stel­len­wei­se fast schon mit­tel­ater­li­che Struk­tu­ren wie­der auf­le­ben [Glau­be an Elfen, Zau­be­rei, Wun­der, Engel], ist beson­ders bei schlecht Gebil­de­ten vor­han­den und führt dazu, dass sie Rat­ten­fän­gern wie Trump nach­lau­fen und deren Lügen genau so 'schlucken' wie die Mär­chen, die ihnen christ­li­che Pasto­ren predigen.

Mir tun die armen See­len hier­zu­lan­de leid, die die folk­lo­ri­sti­schen Ele­men­te des US-Lebens sehen und glau­ben, dort ihr Heil fin­den zu kön­nen .... wer nach­denkt und ana­ly­siert wird wohl kaum den Wunsch ver­spü­ren das hie­si­ge (euro­päi­sche) Gefü­ge zu ver­las­sen und sich in den Schlund des Spät­ka­pi­ta­lis­mus zu werfen.

bookmark_border16 Grundmuster menschlichen Verhaltens ....

Klei­ner Test zum Wochenende ....
("click!" auf das Wort "Quel­le" führt zum Test)

[Quel­le]

.ST. .SF. .NF. .NT.
I..J

ISTJ
Prä­zi­ser
Ana­ly­ti­ker

gründ­lich,
ruhig

sach­lich

ISFJ
Zuver­läs­si­ger
Bewah­rer

freund­lich,
gewis­sen­haft

ver­ant­wort­lich

INFJ
Beson­ne­ner
Leh­rer

aus­dau­ernd,
inter­es­siert

bestimmt

INTJ
Intui­ti­ver
Den­ker

ziel­ori­en­tiert,
kri­tisch

unab­hän­gig

I..P

ISTP
Prak­ti­scher
For­scher

kühl,
ana­ly­tisch

humor­voll

ISFP
Loya­ler Idealist

freund­lich,
sen­si­bel

beschei­den

INFP
Nach­denk­li­cher
Idea­list

reflek­tiert,
gebil­det

inter­es­siert

INTP
Theo­re­ti­ker

scharf­sin­nig,
ana­ly­tisch

zurück­hal­tend

E..P

ESTP
Prak­ti­ker

sach­lich,
direkt,

zufrie­den

ESFP
Trou­ble­shoo­ter

auf­ge­schlos­sen,
freund­lich

ent­ge­gen­kom­mend

ENFP
Men­schen­ken­ner

geist­reich,
neu­gie­rig

selbst­be­wußt

ENTP
Ideen­rei­cher
Initia­tor

schnell,
neu­gie­rig

viel­sei­tig

E..J

ESTJ
Orga­ni­sa­tor

umsich­tig,
prak­tisch,

macht­be­wußt

ESFJ
Ver­mitt­ler

beliebt,
gewis­sen­haft

aktiv

ENFJ
Opti­mist

inter­es­siert,
har­mo­nisch

ver­ant­wort­lich

ENTJ
Erfolg­rei­cher
Füh­rer

sprach­ge­wandt,
inter­es­siert

selbst­be­wußt

ACHTUNG:

!! Die Links in der Tabel­le sind nicht mehr aktiv,
sie die­nen ledig­lich der Her­vor­he­bung !!

Ich freue mich natür­lich, wenn Jene, die den Test gemacht haben, ihr Ergeb­nis hier mit­tei­len. Danke!

bookmark_borderFreitagstexter Siegerehrung
[49.KW; 07.12.2018]

Neuer Rekord:

Die­ses Mal war das Teil­neh­mer­feld noch­mals grö­ßer als zuvor - immer­hin eine Stei­ge­rung um 50% gegen­über dem Wett­be­werb in der 44. Woche - und die SIEGEREHRUNG mit Pokal­ver­ga­be für den Frei­tags­tex­ter wird hier­mit eröffnet!

Drei "a.K."-Beiträge - das sind eben­so vie­le wie die, die gewer­tet wurden.

Die Jury, also ich, hat mit sich gerun­gen und dann - wie zu erken­nen - unbe­ein­flusst davon, dass der Herr shhhh! vor eini­ger Zeit so unfreund­lich war eine Mail-Anfra­ge völ­lig zu igno­rie­ren und mich nicht ein­mal einer Ant­wort zu wür­di­gen - fol­gen­des entschieden: 

Sie­ger ist Spraak­vans­maak aka shhhh! Das beson­de­re an die­sem Vor­schlag ist, dass drei Schu­he im Bild zu sehen sind, und daher impli­ziert wird, der Inse­rent habe drei Füße. Ori­gi­nell!
Der Pokal wird hier­mit an Spraak­vans­maak aka shhhh! überreicht


Der Sie­ger­text:

+++VERLOREN+++
Habe gestern mei­ne Schu­he ver­lo­ren,
bei Rück­ga­be Fin­der­lohn.
Bit­te mel­den unter: 0800-HEAVEN "


 

Der näch­ste Frei­tags­tex­ter fin­det demnach
D O R T → also HIER → statt. 

Das wer­te Publi­kum wird um rege Teil­nah­me gebe­ten .... Danke!

Die dies­ma­li­gen Teil­neh­mer/-innen:

(a.K.) manof­me­dia (a.K.)
Ich sag­te doch “Hol den Skipper.”…

(1) Kul­tur­fla­neur
Übers Was­ser gehen ist nicht ein­fach, aber dann auch noch aufwärts…

(2) Spraak­vans­maak
+++VERLOREN+++
Habe gestern mei­ne Schu­he ver­lo­ren, bei Rück­ga­be Finderlohn.
Bit­te mel­den unter: 0800-HEAVEN

(a.K.) iGing (a.K.)
Ein Schiff, wenn kein Wind weht,
ist wie ein Schuh, der nur rumsteht.

(3) schla­bon­ski
Was wür­de Jesus tra­gen? — Na, jeden­falls kei­ne Sebago Docks­ides für 200 Dol­lar, selbst *wenn* man damit übers Was­ser lau­fen könnte.

(a.K.) nömix

Als Ant­wort auf Die­ter Schlabonski.
Es rief die Men­ge: »Seht,
ein Wunder!
Über den See Genezareth
schrei­tet der Herr, und geht
nicht unter!«

Über das Was­ser schritt der Herr.
(Doch aller­dings ver­riet er der
ver­blüff­ten Men­ge später:
»Das Was­ser war ja, bittesehr,
eh nicht so tief: im Schnitt nicht mehr
wie fuff­zehn Zentimeter.«)

(Mar­tin Krassnig)

bookmark_border"Meinung" versus "Fakten"
Protokoll einer Konversation bei "youtube"

Kürz­lich schlit­ter­te ich (unter Pseud­onym "balligat") bei you­tube in eine Dis­kus­si­on zum The­ma "Auto­wa­schen auf dem eige­nen Grund­stück". Dort behaup­te­te ein Dis­ku­tant das sei doch erlaubt und außer­dem gar nicht schlimm, man wasche sich ja schließ­lich auch vor dem Sprung in den Pool die Haa­re mit Seife ....

Selbst nach meh­re­ren Anläu­fen hat­te er immer noch nicht ver­stan­den, dass ein sol­ches Ver­hal­ten (Auto waschen) umwelt­schäd­li­ches, rechts­wid­ri­ges Ver­hal­ten ist - und kei­nes­wegs ungefährlich.

Aber lesen Sie selbst:

Link zu screen shots von der Dis­kus­si­on bei "You­tube"

Was mich nach die­ser gesam­ten Dis­kus­si­on wun­dert ist, dass es Men­schen gibt, die selbst nach­dem sie über alle Infor­ma­tio­nen ver­fü­gen - die ihre Mei­nung wider­le­gen - immer noch nicht bereit sind davon abzu­las­sen. Noch ver­wun­der­li­cher ist, wenn ande­re Leser ihnen mit den vor­her schon wider­leg­ten Argu­men­ten "Schüt­zen­hil­fe" zu lei­sten versuchen ....

Ich habe zwei­er­lei gelernt: Es fehlt an Wis­sen um die Gefahr der Gewäs­ser­ver­un­rei­ni­gung, und man­che Men­schen sind offen­bar nur ein­mal im Leben in der Lage etwas zu ler­nen, dann ist der Kopf voll und nichts geht mehr rein!

bookmark_borderCDU

Die Christ­lich Demo­kra­ti­sche Union Deutsch­lands
- so heißt die Par­tei. Seit vie­len Jahr­zehn­ten. Wel­ches beschrei­ben­de Adjek­tiv steht voran?

Ist der Wider­spruch in die­sem Namen offen­bar? Ja. Nur scheint sich nie­mand dar­an zu stören!

Kir­chen¹ (nicht nur die christ­li­chen) ver­lan­gen abso­lu­te Unter­wer­fung².
Demo­kra­tie³ ver­langt kei­ner­lei Insti­tu­ti­on oder Auto­ri­tät als gege­ben hin zu nehmen.

Und wie wur­de der Wider­spruch im Ver­lauf der Par­tei­ge­schich­te gelöst? Dadurch, dass man der Kir­che und den Geld­ge­bern den Weg berei­te­te. Dadurch, dass es bis heu­te kei­ne ver­fas­sungs­mä­ßig vor­ge­schrie­be­ne "Tren­nung von Kir­che und Staat" gibt.

Im Abso­lu­tis­mus, zuletzt in der Kai­ser­zeit, waren die Bür­ger dem Adel unter­tan. Heu­te sind sie den Begehr­lich­kei­ten und der Gier von Geld­leu­ten und Kir­chen unter­wor­fen, die ihre Macht via Regie­rung der Repu­blik aus­üben. Eine frü­he­re, ver­rot­te­te Éli­te gegen eine noch Schlim­me­re, da nicht ein­mal mehr per­so­nal zu fassen.

Trotz­dem wähnt sich der "deut­sche Michel" gut aufgehoben.

_______________________________________________ 

¹
In der Bibel als "Hei­li­ge Schrift" wird der nor­ma­ti­ve Anspruch für die Reli­gi­ons­aus­übung des Chri­sten­tums begründet. 

²
Es wird zwar behaup­tet, die nicht-katho­li­schen christ­li­chen Rich­tun­gen ver­zich­te­ten auf den Abso­lut­heits­an­spruch, was aller­dings durch die kirch­li­che Pra­xis als wider­legt gel­ten muss.

³
Demo­kra­tie (‚Herr­schaft des Staats­vol­kes‘) bezeich­net heu­te Herr­schafts­for­men, poli­ti­sche Ord­nun­gen oder poli­ti­sche Syste­me, in denen Macht und Regie­rung vom Volk ausgehen.

bookmark_borderFreitagstexter (49. KW 2018)

Der Herr boo­me­rang hat mir erneut die Ehre zuteil wer­den las­sen den Pokal für den "Frei­tags­tex­ter" davon zu tra­gen .... er wird nicht bei mir blei­ben, son­dern dem­nächst an eine/-n wür­di­ge/-n Nach­fol­ger/-in ver­lie­hen werden.

- - -

Was müs­sen Sie dafür tun um den Pokal zu bekommen?

Das Gan­ze beginnt am Frei­tag und endet immer am Diens­tag, also am Diens­tag kom­men­der Woche, dem 11.12.2018; 23:59 Uhr. Danach wer­den kei­ne Bei­trä­ge mehr ange­nom­men. Am Mitt­woch erfolgt die Sie­ger­eh­rung und der Pokal wird wei­ter gereicht. 

Da Sie sich mit der Teil­nah­me ver­pflich­ten den Frei­tags­tex­ter im Fal­le des Pokal­ge­win­nes in der Fol­ge­wo­che aus­zu­rich­ten, wer­den nur Bei­trä­ge ange­nom­men die mit einer gül­ti­gen Blog­adres­se ver­se­hen sind. 

Sie kön­nen auch "a.K." [außer Kon­kur­renz] teil­neh­men wenn Sie ihre Zei­len ent­spre­chend kenn­zeich­nen. Ein­sen­dun­gen ohne Blog­adres­se wer­den als "a.K." behan­delt. Mehr­fach­teil­nah­me ist erlaubt, einen Rechts­weg gibt es nicht.

Fin­den Sie eine pas­sen­de Bild­un­ter­schrift zu dem nach­fol­gend gezeig­ten Bild, es gibt kei­ne Vor­schrif­ten, aller­dings soll­te es im Rah­men der bestehen­den Geset­ze bleiben.

*edit*

 !! Achtung:
Mein pro­vi­der sperrt bestimm­te Adres­sen, sodass nicht jeder Kom­men­tar sofort ange­zeigt wird - ich schal­te aller­dings so nach und nach immer wie­der frei ....

 

bookmark_borderVom Nutzen "Förmlicher Bildung"

Ver­schie­dent­lich wird in Web­logs die Fra­ge auf­ge­wor­fen, inwie­weit "förm­li­che Bil­dung" - wor­un­ter eine durch staat­li­che Stel­len (Hoch­schu­le, Fach­hoch­schu­le, Kunst­aka­de­mie etc.) abge­nom­me­ne, also "aka­de­mi­sche" Prü­fung ver­stan­den wird - nötig oder nütz­lich ist.

Las­sen Sie mich vor­ab eine Fest­stel­lung machen:
Es ist für den "Wert" eines Men­schen uner­heb­lich, ob jemand eine sol­che Prü­fung absol­viert hat oder nicht. Prü­fun­gen sagen nichts über den Cha­rak­ter der/des Titelträgerin/Trägers aus. Der "Wert" eines Men­schen bestimmt sich allei­ne durch sei­ne Handlungen.

Dies vor­weg­ge­schickt, kom­me ich nun zurück zur Eingangsfrage:
Was oder wem nützt eine aka­de­mi­sche Bildung?

ad 1:
Berufs­aus­übung
Für ver­schie­de­ne Beru­fe ist eine abge­schlos­se­ne Hoch­schul­aus­bil­dung zwin­gend gefor­dert. Die Fra­ge, ob dies für eini­ge Beru­fe noch zeit­ge­mäß ist, sei dahin­ge­stellt - Tat­sa­che ist jedoch, daß Jenen, die sie nicht auf­zu­wei­sen haben, sol­che Beru­fe ver­schlos­sen sind.

Das wirft zwei Pro­ble­me auf.
Zum Einen das Pro­blem der sozia­len Ein­stu­fung(a), die gemein­hin mit der Tätig­keit in direk­tem Ver­hält­nis steht;
zum Ande­ren das Pro­blem des Selbst­wert­ge­füh­les(b) der­je­ni­gen, die von einer sol­chen Rege­lung betrof­fen, ja, aus eige­ner Sicht "benach­tei­ligt" sind.

zu 1(a)
Sozia­le Ein­stu­fung:
Es ist unbe­strit­ten ein Man­gel unse­res Systems, die sozia­le Stel­lung von der beruf­li­chen Tätig­keit her zu bestimmen.
"Amts­trä­ger" sind so übli­cher­wei­se nicht nur im Amte pri­vi­li­giert, son­dern auch in ihrer Pri­vat­sphä­re. Sie erfah­ren eine Son­der­be­hand­lung (sprich: Bes­ser­be­hand­lung) gegen­über den Nicht-Amtsträgern.

Dies erscheint zumin­dest unpas­send, denn - um ein Bei­spiel zu nen­nen - wenn ein Bür­ger­mei­ster ohne offi­zi­el­le Funk­ti­on z. B. ein Schüt­zen­fest besucht, hat er sich für ein Getränk genau­so anzu­stel­len wie jeder ande­re Fest­platz­be­su­cher auch.
Bekannt ist aber, daß dies nicht so pas­siert, weil
ent­we­der der Amts­in­ha­ber sich pri­vi­li­giert fühlt - und ent­spre­chen­de Son­der-Behand­lung erwartet,
oder die Umge­bung - in typisch deut­scher Manier des "vor­aus­ei­len­den Gehor­sams" - alles dar­an setzt, ver­meint­li­che "Hin­der­nis­se" aus dem Weg zu räumen.

Es ist daher an der Zeit, eine kla­re Unter­schei­dung nach Amts­funk­ti­on und Pri­vat­funk­ti­on - in Abhän­gig­keit von der jewei­li­gen Situa­ti­on - zu for­dern und "fal­sche" Pri­vi­le­gi­en von fal­schen Auto­ri­tä­ten, die mit die­ser Tei­lung ver­bun­den sind, end­gül­tig aufzuheben.

zu 1(b)
Selbst­wert­ge­fühl:
In einer Gesell­schaft, in der zuneh­mend auf die Initia­ti­ve der/des Ein­zel­nen gesetzt wird, ist es ein Ana­chro­nis­mus den glei­chen Men­schen die Ent­schei­dungs­be­fug­nis für Ihre Hand­lun­gen zu ver­weh­ren. Den­ken, Pla­nen und Ent­schei­dung fäl­len müs­sen untrenn­bar ver­bun­den sein.

Die der­zei­ti­ge Situa­ti­on in Wirt­schaft und öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen macht jedoch aus "mün­di­gen Bür­gern" wäh­rend der Arbeits­zeit "unmün­di­ge Befehls­emp­fän­ger". Inso­weit sind nicht nur jene Men­schen betrof­fen, die ohne aka­de­mi­sche Aus­bil­dung einem Beruf nach­ge­hen, son­dern alle Berufstätigen!

Der Unter­schied liegt jedoch in der selbst­emp­fun­de­nen Wer­tig­keit. Bei den­je­ni­gen, die kei­ne aka­de­mi­sche Vor­bil­dung haben, kann eine Ten­denz zu Min­der­wer­tig­keits­ge­füh­len eher beob­ach­tet wer­den, als bei denen, die durch eine Hoch­schul­aus­bil­dung gelernt haben, fal­sche Auto­ri­tä­ten zu erken­nen und sich ange­mes­sen distan­ziert zu verhalten.

Die­ses Ver­hal­tens­re­per­toire fehlt den Nicht-Aka­de­mi­kern. Gleich­wohl haben sie ein Unter­le­gen­heits­ge­fühl, wis­sen aber man­gels ange­lern­ter Abwehr­me­cha­nis­men nur um ein begrenz­tes Lösungs­ver­hal­ten. Hier fin­den sich dann die Ten­den­zen (= Ver­hal­tens­mu­ster) zu aggres­si­vem oder ander­wei­tig situa­tiv abwei­chen­dem, unpas­sen­dem Ver­hal­ten. Die um sich grei­fen­de "Wis­sen­schafts­feind­lich­keit" - gera­de beim The­ma "Glo­ba­le Erwär­mung" in den U.S.A. sehr gut zu beob­ach­ten - steht auf einer brei­ten Basis der Akzep­tanz durch min­der gebil­de­te Men­schen die "Mei­nung" mit "Fak­ten" ver­wech­seln bzw. nicht aus­ein­an­der hal­ten können.

Die Ohn­macht gegen­über einer als über­mäch­tig emp­fun­de­nen Umge­bung schafft sich oft Raum durch Zer­stö­rung öffent­li­chen oder pri­va­ten Eigen­tums, unge­zü­gel­te Aggres­si­on oder Auto­ag­gres­si­on, bis hin zum Suizid.

Man­gel­haf­te Bil­dung, oft schon in frü­hem Kin­des­al­ter durch unin­ter­es­sier­te Eltern vor- bzw. mit­be­stimmt, stellt daher eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Gesell­schaft dar. Wesent­lich ist hier­bei, die grund­sätz­li­che Ermög­li­chung von Bil­dung nach Fähig­keit, nicht nach sozia­ler Her­kunft.
Dabei darf die Tat­sa­che nicht ver­schwie­gen wer­den, dass es Lei­stungs­un­ter­schie­de zwi­schen den Bil­dungs­wil­li­gen gibt, die sich natur­ge­mäß auf spä­te­re Lebens­wirk­lich­keit, sprich Mög­lich­kei­ten der Berufs­aus­übung aus­wir­ken werden. 


Wie so oft wird das aller­dings von Vie­len igno­riert. Es ist natür­lich sehr viel leich­ter Allen Alles zu ver­spre­chen - anstatt wahr­heits­ge­mäß dar­auf hin zu wei­sen, dass nicht jedes Kind super intel­li­gent ist und das Zeug zum Nobel­preis­trä­ger hat - und so steht die­se For­de­rung nach der Berück­sich­ti­gung einer (fik­ti­ven) Gleich­heit im Intel­lekt, geför­dert und her­aus­ge­lockt durch die Schu­len, wie ein lästi­ges Gespenst im Raum und ver­legt die Chan­cen auf wirk­li­che Lösungen.

 
Ein­fach und kurz aus­ge­drückt:
Zu Beginn sol­len ALLE die glei­chen Chan­cen haben. Unter­schied­li­che intel­lek­tu­el­le Fähig­keit führt jedoch zu einer Dif­fe­ren­zie­rung im Lauf des wei­te­ren Lebens.

ad 2:
Berufs­er­fah­rung
Wäh­rend ihres Lebens erler­nen vie­le Men­schen Fer­tig­kei­ten, die sie in der Vor­stel­lung bestär­ken, etwas genau­so­gut oder mög­li­cher­wei­se bes­ser zu kön­nen, als eine ande­re Per­son, die das Fach­ge­biet stu­diert hat. Für Teil­be­rei­che ist das sicher zutref­fend – aber eben nur für Teil­be­rei­che, nie für ein kom­plet­tes Fachgebiet!

Ein Matro­se kann sicher erler­nen, wie man ein Schiff steu­ert. Er kann auch ler­nen, wie man den Kurs eines Schif­fes bestimmt. Aber da fängt es schon an, kom­ple­xer zu wer­den: Es gibt meh­re­re Metho­den, dies zu bewerk­stel­li­gen. Ein Kapi­tän lernt alle bekann­ten Metho­den zu beherr­schen, und er hat auch noch den natur­wis­sen­schaft­li­chen Hin­ter­grund aus der Phy­sik, das alles ist dem Matro­sen völ­lig unbekannt!

Die Über­heb­lich­keit, die man bei Nicht-Aka­de­mi­kern fin­det, rührt aus deren irri­ger Annah­me her, „es genau­so­gut“ zu wis­sen wie der, der die Infor­ma­tio­nen wäh­rend eines Stu­di­ums erwor­ben hat. Die­ses Den­ken kann nur der­je­ni­ge ent­wickeln, der das Wesen der aka­de­mi­schen Aus­bil­dung nicht kennt – also der Nicht-Akademiker!

Wer wäh­rend einer Hoch­schul­aus­bil­dung bis zu einem Examen stän­dig den Unzu­läng­lich­kei­ten des Systems aus­ge­setzt war, hat nicht nur alles über sein Fach gehört, son­dern auch gelernt zu impro­vi­sie­ren, sich in unbe­stimm­ter Situa­ti­on ziel­ori­en­tiert zu orga­ni­sie­ren. Der Man­gel des Hoch­schul­we­sens ist daher im eigent­li­chen Sin­ne kein Man­gel, son­dern – posi­tiv betrach­tet – ein Teil des Lernergebnisses.

Las­sen sich die wäh­rend eines Stu­di­ums erwor­be­nen Kennt­nis­se eines Fach­ge­bie­tes auch ander­wei­tig erler­nen? Ja, sicher, aber nicht in allen Fächern und bestimmt nicht in der erfor­der­li­chen Tie­fe. Als Bei­spiel sei hier die Aus­bil­dung von Pfle­ge­per­so­nal vs. ärzt­li­che Aus­bil­dung ange­führt: Grund­sätz­lich wird eine Kran­ken­schwe­ster in den glei­chen Fächern aus­ge­bil­det, die auch ein Arzt stu­diert. Zumin­dest vom Titel her sind die Bezeich­nun­gen iden­tisch – nicht jedoch vom Inhalt her betrachtet!
Der Unterschied:
Die Tie­fe des Ein­drin­gens in eine Mate­rie ist nicht durch eine Über­schrift zu ver­deut­li­chen. So ver­birgt sich etwa hin­ter der Über­schrift „medi­zi­ni­sche Mikro­bio­lo­gie“ im Fal­le der nicht-ärzt­li­chen Aus­bil­dung ledig­lich eine gro­be Ein­tei­lung der Kei­me nach Färb­bar­keit und Viru­lenz, unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung jener Kei­me, die in Kran­ken­häu­sern gehäuft auf­tre­ten. Dem­ge­gen­über wer­den bei der ärzt­li­chen Aus­bil­dung zudem Lebens­zy­klen, Ver­wandt­schaft, Anti­bio­ti­ka-Emp­find­lich­keit und Kreuz­re­si­stenz unter­rich­tet, dazu noch die rele­van­te The­ra­pie, und Metho­den des Nachweises.
Der Laie muß den Ein­druck gewin­nen, alles sei gleich und die Unter­schei­dung dem­entspre­chend falsch, was aber nach den vor­her ange­führ­ten Über­le­gun­gen kei­nes­falls der Wahr­heit ent­spre­chen kann.
Viel­fach wird aber kein Bemü­hen da sein, sich der Ange­le­gen­heit auf die­ser Ebe­ne zu nähern:
Das Vor­ur­teil schlägt in die­sem Fall uner­bitt­lich zu – man lie­fe ja Gefahr, eige­ne Unzu­läng­lich­kei­ten zuge­ben zu müs­sen. Da lebt es sich doch erheb­lich ein­fa­cher mit der Über­zeu­gung: Unge­rech­tig­keit hält mich davon ab, das zu errei­chen, was ande­re erreicht haben ….

Wenn ich hier­zu einen Ver­gleich aus dem prak­ti­schen Leben neh­men darf:
Jeder weiß, Autos fah­ren mit Ben­zin oder Die­sel, einen klei­ne­re Zahl kennt den Unter­schied zwi­schen bei­den und kann viel­leicht die Funk­ti­ons­wei­se beschrei­ben, ein Kfz-Mei­ster kann die Moto­ren zer­le­gen und wie­der zusam­men­bau­en, gege­be­nen­falls auch ein­zel­ne Tei­le von Hand fer­ti­gen – aber der Pla­nungs­in­ge­nieur hat auf dem Reiß­brett Com­pu­ter den Motor ent­wor­fen, die Pro­duk­ti­on geplant und alle Wer­te berech­net, bevor auch nur irgend­ein Teil phy­sisch ver­füg­bar war. An die­sem Bei­spiel erkennt man zum einen, daß alle Betei­lig­ten nötig sind, um ein Kfz betrei­ben zu kön­nen, ohne den Inge­nieur jedoch, wür­den alle ande­ren dasit­zen und Däum­chen dre­hen oder zu Fuß gehen!

Ein wei­te­res Bei­spiel ist der Künst­ler, vor des­sen Werk Lai­en ste­hen und behaup­ten: „Das könn­te mein sechs­jäh­ri­ger Enkel auch“. Wer ein­mal ver­sucht hat, einen Kup­fer­stich oder eine Litho­gra­phie anzu­fer­ti­gen weiß, daß das eben nicht aus dem Hand­ge­lenk zu schaf­fen ist – von einem Ölge­mäl­de ein­mal völ­lig abgesehen!
Natür­lich gilt das auch für alle mög­li­chen Anbie­ter von jour­na­li­sti­schen Dienst­lei­stun­gen. Schrei­ben und Lesen kann doch jeder - was ist also nahe­lie­gen­der als zu behaup­ten: "Das kann ich auch, Leu­te, nur, ich machs bil­li­ger!" Ein typi­sches Bei­spiel von Igno­ranz, gepaart mit völ­li­ger Unwis­sen­heit über die zugrun­de lie­gen­den Not­wen­dig­kei­ten. Wer, fra­ge ich Sie, wür­de wohl einen Herrn "NONa­me" enga­gie­ren, wenn gestan­de­ne Jour­na­li­sten - mit aka­de­mi­scher Aus­bil­dung - zur Ver­fü­gung ste­hen .... aber sol­che Sprü­che machen sich halt gut. Stamm­tisch­pa­ro­len. Der Kreis gleich­ge­sinn­ter Dumm­köp­fe applaudiert!

ad 3:
"School of Life" (=Prak­ti­sches Ler­nen; Autodidakten)

Was aber nun, wenn ein Laie sich so inten­siv mit einem Fach­ge­biet aus­ein­an­der­setzt, daß er den „Stu­dier­ten“ an Wis­sen vor­aus ist? Sicher gibt es sol­che Fäl­le. Mir sind per­sön­lich Imker bekannt, die ihre Bie­nen bes­ser ken­nen als jeder Zoo­lo­ge. Aber das war’s auch schon. Sobald sie etwas über die Wech­sel­wir­kung zwi­schen Bie­nen, Amei­sen und räu­be­ri­schen Wes­pen sagen soll­ten, sind die Fach­leu­te für Bie­nen, die Imker, über­fragt. Der Auto­di­dakt kann Spit­zen­lei­stung nur auf einem sehr, sehr engen Seg­ment vor­wei­sen, vom stu­dier­ten Aka­de­mi­ker kann man Wis­sen in der Tie­fe in vie­len Seg­men­ten die­ses Gebie­tes erwar­ten. Ich möch­te für die­se Fäl­le die Begrif­fe „prak­ti­sche Intel­li­genz“ und „theo­re­ti­sche Intel­li­genz“ ein­füh­ren. Der Auto­di­dakt geht mit prak­ti­scher Intel­li­genz an Pro­ble­me her­an, er beob­ach­tet und führt dann aus. Der Aka­de­mi­ker denkt nach und stellt Fra­gen – zu Gebie­ten, in denen es noch kei­ne prak­ti­schen Lösun­gen gibt. Aus die­sen Fra­gen kri­stal­li­siert er sol­che her­aus, die hel­fen, eine wei­te­re Ent­wick­lung zu bewerk­stel­li­gen, dann wird gehan­delt. Vor­der­grün­dig sind die­se Schrit­te gleich. Sie unter­schei­den sich nur in einem, aber sehr wesent­li­chen Punkt:
Der Aka­de­mi­ker schafft Neu­es, der Auto­di­dakt kopiert oder ahmt nach ….

Glei­cher­ma­ßen ungül­tig ist die Annah­me, man sei auf­grund "älte­rer Rech­te" auto­ma­tisch in einer Posi­ti­on der Stär­ke. Ich habe gele­gent­lich gele­sen, daß "alte Hasen" sich das Recht zubil­li­gen, zu bestim­men was "man" in bestimm­ten Situa­tio­nen tun oder las­sen darf. Das ist die lächer­lich­ste For­de­rung von Allen. Etwas "frü­her" gemacht zu haben ist ledig­lich von histo­ri­scher Bedeu­tung - Rech­te kön­nen dar­aus nicht her­ge­lei­tet wer­den. Wer also nicht mehr die Posi­ti­on inne­hat, die er frü­her ein­mal hat­te, muß sich eher fra­gen, war­um er den Anschluß ver­lo­ren hat. Ich den­ke, das hat etwas mit per­sön­li­cher Inkom­pe­tenz zu tun - man hat eben nicht die Fähig­keit, auch heu­te noch an der Spit­ze mit­zu­mi­schen, man hat nicht erkannt, wohin die Ent­wick­lung geht - so ein­fach, so trau­rig für den Betrof­fe­nen. So end­gül­tig aber auch, denn ein­mal ver­lo­ren heißt für lan­ge, lan­ge Zeit ver­lo­ren. Es ist eben etwas dran, an der The­se vom "lebens­lan­gen Lernen". 

"Frue*er"™ sind Men­schen mit 40 Jah­ren gestor­ben. Es wird doch nie­mand auf die Idee kom­men, dar­aus her­zu­lei­ten, daß das auch heu­te so sein oder wie­der wer­den müßte ....

Zusam­men­fas­sung

Um es gleich vor­weg­zu­neh­men:
Zu jeder The­se, die ich hier zusam­men­ge­stellt habe gibt es Aus­nah­men, die - schein­bar – das Gegen­teil bestä­ti­gen kön­nen. Es läßt sich die Wirk­lich­keit eben nicht in das enge Kor­sett einer Erör­te­rung wie die­ser her­ein­pres­sen. Ich kann mit die­ser Unschär­fe leben.

bookmark_borderIch weiß auch nicht Alles ...!


"Etwas nicht zu wis­sen ist kein Zei­chen von Dummheit,
etwas was man hät­te ler­nen kön­nen nicht zu wis­sen schon."

1. Je nach Lebens­al­ter erwar­tet man ein bestimm­tes Min­dest­maß an Erlern­tem, min­de­stens was die Bewe­gung im sozia­len Umfeld angeht. Ich will hier bestimmt nicht der abso­lu­ten Kon­for­mi­tät das Wort reden, es geht nicht um *genorm­tes & ste­reo­ty­pes Beneh­men*, aller­dings stimmt es schon zu for­mu­lie­ren (stammt nicht von mir, und woher es mein Vater hat­te weiß ich nicht genau):

"Nur wer die Form beherrscht
darf sich vor­bei benehmen!"

∘ ∘ ∘ ∘ ∘

2. Sicher spielt das Her­kom­men eines Men­schen eine Rol­le ob er in eine Posi­ti­on kom­men konn­te zu ler­nen und sich intel­lek­tu­ell und als Per­son zu ent­wickeln. Ins­be­son­de­re die gesell­schaft­li­che Bewer­tung von Wis­sen und die Art der Rol­len­ver­tei­lung hat einen über­ra­gen­den Ein­fluß was aus einem Men­schen wird. Selbst unter der Vor­aus­set­zung, dass nicht Jeder Alles wer­den kann ist min­de­stens die Bereit­stel­lung einer ent­spre­chen­den Infra­struk­tur wich­ti­ge Grund­la­ge dafür. 

"Arm gebo­ren zu sein ist Schick­sal,
arm zu blei­ben eige­ne Wahl!"

∘ ∘ ∘ ∘ ∘

3. In jedem Staat gibt es Insti­tu­tio­nen die Bür­ger för­dern oder behin­dern, bezo­gen auf die Erreich­bar­keit von und den Zugang zu Mög­lich­kei­ten der Bil­dung und Berufs­wahl. Man­che Staa­ten begren­zen sol­che Ange­bo­te für die All­ge­mein­heit - der Besuch, bzw. die Zulas­sung dazu wer­den nach undurch­sich­ti­gen Kri­te­ri­en gere­gelt, ande­re wie­der­um las­sen Alle, die es wol­len, teil­neh­men. Dazwi­schen gibt es vie­le Vari­an­ten, mal mehr, mal weni­ger büro­kra­tisch. Das kann zu einem unüber­wind­ba­ren Hin­der­nis wer­den wenn ein Mensch sein vol­les Poten­ti­al ent­wickeln will - aber durch For­ma­li­en (auch den Man­gel an Geld!) dar­an gehin­dert wird.

"Büro­kra­tie und Regeln des Zugan­ges
zu den Lei­stun­gen des Staa­tes
dür­fen den Bür­ger nicht behindern!"

∘ ∘ ∘ ∘ ∘

bookmark_borderSchwäche

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Man­che Ver­hal­tens­wei­sen - das beweist die Wis­sen­schaft - sind für die Lebens­er­war­tung ungün­stig. Gefahr lau­ert in vie­len Tätig­kei­ten und manch­mal ist sie nicht ver­bor­gen, son­dern sehr offensichtlich.

Trotz­dem gehen Vie­le gera­de die­sen 'gefähr­li­chen' Akti­vi­tä­ten nach: Bun­gee-Jum­ping, Auto­rennen, Moun­tain-Biking, ... Natür­lich gibt es auch viel ein­fa­che­re, all­täg­li­che­re Risi­ken: Alko­hol, Rau­chen, Dro­gen zum Beispiel.

Selbst noch all­täg­li­che­re Ver­hal­tens­wei­sen wie Essen & Trin­ken sind zwar nicht grund­sätz­lich gefähr­lich für unser Leben, sie kön­nen es aber wer­den wenn wir das nor­ma­le Maß des­sen über­schrei­ten, was wir zum Lebens­er­halt brauchen.

Die Beherr­schung all die­ser poten­ti­el­len Gefah­ren erfor­dert Ent­schei­dun­gen - und wie wir wis­sen geht die Ten­denz oft nicht zum Posi­ti­ven. Wir nei­gen dazu mehr gegen unse­re Erhal­tung zu tun als für sie.

Alle wol­len mög­lichst lang, glück­lich, gesund und unver­sehrt alt wer­den - und doch scheint es so, als ob Men­schen gera­de­zu zwang­haft genau das Gegen­teil des­sen tun, was die­ses Ziel wahr­schein­lich macht.

Wir sind schon eine son­der­ba­re Spezies.

 ∙ ▪ ⚫ ▪ ∙ 

bookmark_borderWissenschaftlicher Fortschritt
*update* (28-11-2018)

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We’re at a peri­od in the cul­tu­re of sci­ence when we despera­te­ly need more cri­ti­cism and less opti­mism, becau­se that’s how good sci­ence thrives.
[Balan­ce]

Wis­sen­schaft - ins­be­son­de­re die Natur­wis­sen­schaft "Bio­lo­gie" - ist kein Pro­duk­ti­ons­be­trieb bei dem an einem Ende Roh­stof­fe ange­lie­fert wer­den und am ande­ren Ende fer­ti­ge Pro­duk­te her­aus­kom­men. So war es wenig­stens bis vor weni­gen Jah­ren. Als die Gene­tik sich an Umfang und Ein­fluß in der Bio­lo­gie aus­wei­te­te begann sie den grö­ße­ren Teil des Fach­ge­bie­tes in den Hin­ter­grund zu schie­ben. Weil in der Gene­tik spä­te­stens mit Ein­füh­rung der Auto­ma­ti­on der Sequen­zie­rungs­tech­nik das schnel­le Erzeu­gen von kom­ple­xen Mole­kü­len Ein­zug hielt - in einem Umfang, der Begehr­lich­kei­ten weck­te, und wegen der prak­ti­schen Aus­wir­kung auch finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten bietet.

Mit Gene­tik läßt sich Geld ver­die­nen - mit Zoo­lo­gie, Bota­nik und Öko­lo­gie eher nicht. In einer Welt, in der es zuneh­mend ums 'Geld ver­die­nen' geht sind die viel­fäl­ti­gen Teil­fä­cher jen­seits der Gene­tik ein Hin­der­nis. Sie ste­hen dem Ver­dienst ent­ge­gen, der man­cher­orts erst durch Igno­ranz gegen­über den Befun­den der Bio­lo­gen und den Schutz­be­mü­hun­gen für bedroh­te Arten an Gren­zen stößt:
Wir haben alle schon vom Feld­ham­ster gele­sen der Stra­ßen­bau- und Ent­wick­lungs­pro­jek­te ver­hin­der­te. Oder von einer bedroh­ten Krö­ten­art, derent­we­gen eine Flä­che nicht wirt­schaft­lich genutzt wer­den konn­te. Die Bei­spie­le lie­ßen sich fort­set­zen, etwa nach Süd­ame­ri­ka, wo rie­si­ge Flä­chen an Öko-Syste­men wegen des kurz­fri­sti­gen Pro­fits geop­fert wur­den und Urvöl­ker vor der völ­li­gen Aus­rot­tung stehen. 

Die Häme der Unkun­di­gen und Gie­ri­gen trieft aus den Zei­len ihrer öffent­li­chen Ein­las­sun­gen. Argu­men­te wer­den als 'Spin­ne­rei' abge­tan. Die Akti­vi­sten als 'welt­fremd' und 'fort­schritts­feind­lich' ver­ächt­lich gemacht.

Beim Bru­no (Bay­ern) oder 'nied­li­chen' Knut (Ber­lin) ent­zün­det sich der Zorn der Mas­se leicht - bei Frö­schen, Krö­ten, Fischen oder bota­ni­schen Rari­tä­ten eher weniger ....

Ich hat­te es stel­len­wei­se in frü­he­re Erör­te­run­gen schon ein­ge­floch­ten, will es aber noch­mal deut­lich schreiben:
Ein bio­lo­gi­sches (öko­lo­gi­sches) System läßt sich ab einem bestimm­ten Ein­wir­kungs­grad nicht mehr repa­rie­ren ['point of no return'] - es ist ein für alle­mal verloren.

Genau die­ses Risi­ko wird - letz­tes Bei­spiel in der Rei­he der unum­kehr­ba­ren Umwelt­sün­den - beim Frack­ing bewußt ein­ge­gan­gen. Was sich in Jahr­mil­lio­nen ent­wickelt hat wird für einen kurz andau­ern­den Peak bei der Roh­stoff­pro­duk­ti­on geop­fert. 9% mehr Roh­öl für 25 Jah­re - das ist ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein, aber um wel­chen Preis!

Es wäre bes­ser wenn das Fern­se­hen Sen­dun­gen dar­über mach­te WER & WAS für den ufer­lo­sen CO2-Anstieg ver­ant­wort­lich ist, der uns letzt­end­lich umbrin­gen wird.

bookmark_borderFür wen "arbeiten" die Parlamentarier?

Oder:
Die Inter­es­sen der Einen sind nicht die Inter­es­sen der Anderen

Stel­len sie sich ein­mal vor, lie­be Lesen­de, es gäbe eine Fabrik mit fla­cher Hier­ar­chie, Geschäfts­lei­tung, Abtei­lungs­lei­ter, deren Stell­ver­tre­ter und 700 Arbei­ter. Und stel­len sie sich wei­ter vor, 56 der Arbei­ter hät­ten Neben­be­schäf­ti­gun­gen, sol­che, in denen sie mehr ver­die­nen als in ihrer Haupt­tä­tig­keit. Die Abtei­lungs­lei­ter haben Neben­be­zü­ge von ande­ren Unter­neh­men, man­che haben noch eine selb­stän­di­ge Fir­ma neben­bei, die von Kol­le­gen wei­ter geführt wird - und die­se Unter­neh­men arbei­ten auch für die glei­chen Kun­den und Mit­be­wer­ber der Branche.

Die Arbei­ter sind tage­lang nicht da und neh­men der­weil Ter­mi­ne bei ihren Neben­ar­bei­ten wahr. Die Ver­tre­ter der Abtei­lungs­lei­ter über­las­sen das, was sie zu erar­bei­ten hät­ten, Mit­ar­bei­tern aus Kon­kur­renz­un­ter­neh­men die extra für die­sen Zweck abge­stellt wer­den und ange­reist kommen. 

Ach, sie den­ken das gibt es nicht, das wür­de kei­ne Fir­ma zulassen?

Na, da muß ich sie ent­täu­schen. Eine sol­che Struk­tur gibt es - die nennt sich zwar nicht Fir­ma, funk­tio­niert aller­dings so ähn­lich. Es ist unser Bun­des­tag, die Ver­tre­tung des Vol­kes, die in unser aller Name die Geschicke des Staa­tes leiten.

Da wer­den sie den­ken: "In mei­nem Namen? Davon mer­ke ich nicht viel, wenn ich genau über­le­ge fast nichts, im Gegen­teil, Vie­les was da gemacht wird rich­tet sich gegen mei­ne Interessen!"

Stimmt:

Wenn Ban­ken geret­tet wer­den müs­sen sind Mil­lio­nen ein Klacks, da wer­den Mil­li­ar­den locker gemacht. Wenn Abge­od­ne­ten­be­zü­ge erhöht wer­den ist genug Geld da, für die Ren­ten reicht es nicht, die wer­den nach jah­re­lan­gem Still­stand vor den Wah­len noch schnell um weni­ge Euro oder Cent angehoben.
Schu­len, Kin­de­gär­ten, Uni­ver­si­tä­ten, Stra­ßen und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen ver­kom­men - aber für Waf­fen und Erhö­hung des Mann­schafts­be­stan­des beim Mili­tär sind wie­der­um Mil­li­ar­den vorhanden.
Die Auto­in­du­strie wird nach den Betrü­g­rei­en nicht etwa bestraft - ganz im Gegen­teil, es wer­den Ver­ein­ba­run­gen getrof­fen, die die betro­ge­nen Käu­fer bil­lig abspei­sen. Oder die ein Kon­junk­tur­pro­gramm für die betrü­ge­ri­schen Fir­men dar­stel­len, indem man den her­ein­ge­leg­ten Auto­käu­fern eine Prä­mie für den Neu­kauf von Fahr­zeu­gen zusagt - und damit den Absatz erhöht. Das vor dem Hin­ter­grund einer dro­hen­den Kri­se bei der Roh­öl­ver­sor­gung, die an der Zukunft von mit fos­si­len Ener­gie­trä­gern gespei­sten Fahr­zeu­gen zwei­feln las­sen. Wenn nicht aus die­sem Grund, dann wegen des dro­hen­den öko­lo­gi­schen Zusam­men­bruchs und der glo­ba­len Erwärmung. 

Von den ca. 700 Abge­ord­ne­ten ist die Mas­se mit Neben­tä­tig­kei­ten 'geseg­net', die ihnen mehr Ein­kom­men ver­schaf­fen als das, was sie als Diä­ten, als Abge­ord­ne­ten­be­zü­ge ver­die­nen. Und was glau­ben sie wohl, lie­be Lesen­de, wes­sen Inter­es­sen die­se Abge­ord­ne­ten ver­tre­ten wenn sie von inter­es­sier­ten Fir­men und Orga­ni­sa­tio­nen groß­zü­gig bezahlt werden?

Die Mini­ster - im obi­gen Bei­spiel als Abtei­lungs­lei­ter bezeich­net - und ihre Beam­ten­schaft sind zwar wäh­rend ihrer Amzszeit ver­pflich­tet kei­ne sol­che Neben­tä­tig­kei­ten und Bezü­ge anzu­neh­men, aber was danach kommt haben wir bereits hun­dert­fach erlebt:
Sie bekom­men Tätig­kei­ten auf höch­sten Ebe­nen von Unter­neh­men für deren Inter­es­sen sie wäh­rend ihrer Amts­zeit Poli­tik gemacht haben - den Zusam­men­hang kann natür­lich nie­mand kon­kret bewei­sen, aber wenn ein für Ener­gie­wirt­schaft ver­ant­wort­li­cher Mini­ster bei einem Ener­gie­un­ter­ne­men in den Vor­stand ein­steigt, für des­sen bes­se­re Markt­be­din­gun­gen er zuvor Geset­ze erlas­sen hat, sagt der kla­re Men­schen­ver­stand, dass das irgend­wie zusam­men­hän­gen wird und wohl nicht rei­ner Zufall ist.

Betrach­ten wir Abge­ord­ne­te und Mini­ster unse­rer Volks­ver­tre­tung, so wird klar:
Die Wün­sche und Vor­stel­lun­gen der Bevöl­ke­rung wer­den zwar immer wie­der mit gro­ßen Wor­ten beschwo­ren, Lösun­gen wer­den mit viel Tra­ra ange­kün­digt, die Taten aller­dings rich­ten sich mehr­heit­lich an den Wün­schen und Bedin­gun­gen der Unter­neh­men aus die an Par­tei­en und Abge­ord­ne­te zah­len oder ihnen für spä­ter lukra­ti­ve Posten & Bezü­ge zusagen. 

Das Wohl der Men­schen die die­se VOLKSVERTRETER gewählt haben ist unwich­tig, es wird nach­ran­gig behan­delt. Ein Skan­dal, der drin­gend geän­dert wer­den muß.