bookmark_border"Root", "Objective" & "Goal" der U.S.A.-Politik

Hin­ter Cow­boy-Roman­tik ver­steckt, "Wil­dem Westen" und einer welt­um­span­nen­den Medi­en­in­du­strie (die kei­ne Fra­gen stellt son­dern ein vir­tu­el­les Bild des Lan­des zeigt) ent­wickel­te sich das Land seit den spä­ten sech­zi­ger Jah­ren zu einer Kriegs­ma­schi­ne­rie. Erbar­mungs­los und nur dar­auf abge­stellt 'pro­fit' für zu Hau­se mög­lich zu machen wer­den in neo-kolo­nia­lem, impe­ria­li­sti­schen Stil die hilf­lo­sen Völ­ker der Erde mili­tä­risch und mit­tels Geheim­dien­st­ein­satz 'sturm­reif' geschos­sen und dann ausgeplündert.
Dabei wird der eige­nen Bevöl­ke­rung "Grö­ße" vor­ge­gau­kelt wo doch nur Gier regiert, ange­heizt durch die schma­le Schicht von Top-Ver­die­nern, denen es noch nicht genug ist mehr zu besit­zen als über 50% der rest­li­chen Weltbevölkerung.

Mit eini­gen Schluß­fol­ge­run­gen zur Per­son Ber­nie San­ders - wie im ver­link­ten (und nur aus­zugs­wei­se über­setz­ten) Text dar­ge­stellt - bin ich nicht ein­ver­stan­den, weil sie ande­ren Quel­len wider­spre­chen und die Per­son ohne Not dis­kre­di­tie­ren, mit dem Rest der Demo­kra­ten in einen Topf wer­fen. Den­noch ist San­ders zu aller­erst Ame­ri­ka­ner - und wenn man das Erzie­hungs­sy­stem dort kennt ist selbst er das Ergeb­nis von "Gehirn­wä­sche durch Schu­len & Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen" - und daher ist es eher ver­wun­der­lich sei­ne lin­ke Über­zeu­gung zu beob­ach­ten. Sein Land steht für ihn - kom­pro­miß­los - an erster Stel­le vor allen ande­ren Nationen. 

Was in dem über­setz­ten Aus­zug zu lesen ist deckt sich aller­dings mit dem, was ich aus Recher­chen und Gesprä­chen mit US-Bür­gern erfah­ren konn­te und was ich selbst in meh­re­ren Jah­ren dort erlebt habe: 

Eine glän­zen­de Fas­sa­de, hin­ter der sich - im über­tra­ge­nen Sin­ne for­mu­liert - Unmen­gen an Unrat ver­ber­gen. Anti­so­zia­le und ras­si­sti­sche Umtrie­be, über­füll­te Gefäng­nis­se, die Unter­schicht mas­siv in der Armee 'geparkt', ein­sei­ti­ge und abge­schot­te­te Medi­en­welt, hire-and-fire-Kapi­ta­lis­mus, Wucher­zin­sen und Ablen­kung von der Wirk­lich­keit durch ein fein gespon­ne­nes, all­um­fas­sen­des Unter­hal­tungs­sy­stem. Das alles noch getoppt von einer heuch­le­ri­schen Gläu­big­keit, deren Schein­hei­lig­keit nir­gend­wo auf der Welt über­trof­fen wird. 

Hier zunächst der Text­aus­zug im Original
The United Sta­tes does not have a natio­nal health care system wort­hy of the name, becau­se it is in the war busi­ness, not the health busi­ness or the social equa­li­ty busi­ness. The U.S. has the wea­k­est left, by far, of any indu­stria­li­zed coun­try, becau­se it has never escaped the racist, pre­da­to­ry dyna­mic on which it was foun­ded, which stun­ted and defor­med any real social con­tract among its peo­p­les. In the U.S., pro­gress is defi­ned by glo­bal domi­nan­ce of the U.S. Sta­te — chief­ly in mili­ta­ry terms — rather than dome­stic social deve­lo­p­ment. Ame­ri­cans only ima­gi­ne that they are mate­ri­al­ly bet­ter off than the peo­p­le of other deve­lo­ped nati­ons — a falla­cy they assu­me to be the case becau­se of U.S. glo­bal mili­ta­ry domi­nan­ce. More important­ly, most white Ame­ri­cans feel raci­al­ly entit­led to the spoils of U.S. domi­nan­ce as part of their patrim­o­ny, even if they don’t actual­ly enjoy the fruits. (“WE made this coun­try gre­at.”) This is by no means limi­t­ed to Trump voters.

Race rela­ti­ons in the U.S. can­not be under­s­tood out­side the histo­ri­cal con­text of war, inclu­ding the con­stant sta­te of race war that is a cen­tral func­tion of the U.S. Sta­te: pro­tec­ting “Ame­ri­can values,” fight­ing “crime” and “urban dis­or­der,” and all the other euphe­misms for pre­ser­ving white supremacy.

War is not a side issue in the United Sta­tes; it is the cen­tral poli­ti­cal issue, on which all the others turn. War mania is the ene­my of all social pro­gress — espe­ci­al­ly so, when it unites dis­pa­ra­te social forces, in oppo­si­ti­on to their own inte­rests, in the ser­vice of an impe­ria­list sta­te that is the tool of a rapa­cious white capi­ta­list éli­te. The­r­e­fo­re, the orche­stra­ted pro­pa­gan­da blitz­krieg against Rus­sia by the Demo­cra­tic Par­ty, in col­la­bo­ra­ti­on with the cor­po­ra­te media and other func­tio­n­a­ries and pro­per­ties of the U.S. ruling class, marks the par­ty as, coll­ec­tively, the War­mon­ger-in-Chief poli­ti­cal insti­tu­ti­on in the United Sta­tes at this histo­ri­cal junc­tu­re. The Demo­crats are ana­the­ma to any poli­tics that can be descri­bed as progressive.

[Quel­le]

__ __ __ Über­set­zung __ __ __ __ __ __ __ __ 

 

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten haben kein natio­na­les Gesund­heits­ver­sor­gungs­sy­stem das die­sen Namen ver­dien­te, weil das Land nicht im Gesund­heits- oder sozia­le Gleich­heits-Geschäft, son­dern im Kriegs-Geschäft ist.
Die U.S.A. hat die schwäch­ste Lin­ke von allen indu­stria­li­sier­ten Län­dern, weil sie nie­mals der ras­si­sti­schen, räu­be­ri­schen Dyna­mik ent­wach­sen ist, auf der sie gegrün­det wur­de. Einer Dyna­mik, die einen wirk­li­chen sozia­len Zusam­men­halt in ihrer Bevöl­ke­rung ver­küm­mern und dege­ne­rie­ren ließ. In den USA wird der Fort­schritt durch die glo­ba­le Domi­nanz des US-Staa­tes - vor allem in mili­tä­ri­scher Hin­sicht - und nicht durch die hei­mat­li­che sozia­le Ent­wick­lung defi­niert. Ame­ri­ka­ner stel­len sich nur vor, dass sie wesent­lich bes­ser gestellt sind als die Men­schen ande­rer ent­wickel­ter Natio­nen - ein Irr­tum, dem sie wegen der US-Mili­tär­do­mi­nanz ver­fal­len. Noch wich­ti­ger ist, dass die mei­sten wei­ßen Ame­ri­ka­ner sich (ras­si­stisch) berech­tigt füh­len, die Beu­te der U.S. Domi­nanz als Teil ihres Erbes zu genie­ßen, auch wenn sie nicht wirk­lich dar­an teil­ha­ben. ("Wir haben die­ses Land groß gemacht.") Das ist kei­nes­wegs auf Trump-Wäh­ler beschränkt.

Ras­sen­be­zie­hun­gen in den USA kön­nen nicht außer­halb des histo­ri­schen Kon­tex­tes des Krie­ges ver­stan­den wer­den, ein­schließ­lich des kon­stan­ten Zustands des Ras­sen­krie­ges, der eine zen­tra­le Funk­ti­on des US-Staa­tes ist: Schutz der "ame­ri­ka­ni­schen Wer­te", "Kampf gegen das Ver­bre­chen" und "Erhalt der städ­ti­sche Ord­nung" und all die ande­ren Euphe­mis­men, die für die Erhal­tung der wei­ßen Vor­macht­stel­lung stehen.

Krieg ist in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten kei­ne Neben­sa­che. Es ist die zen­tra­le poli­ti­sche Fra­ge, an der sich der Rest ori­en­tiert. Kriegs­lust ist der Feind allen gesell­schaft­li­chen Fort­schritts - beson­ders wenn unglei­che gesell­schaft­li­che Kräf­te im Gegen­satz zu ihren eige­nen Inter­es­sen im Dien­ste des impe­ria­li­sti­schen Staa­tes (der das Werk­zeug einer räu­be­ri­schen, wei­ßen, kapi­ta­li­sti­schen Éli­te ist) ver­eint wer­den. Die von den Demo­kra­ten in Zusam­men­ar­beit mit den Medi­en­kon­zer­nen und wei­te­ren Funk­tio­nä­ren und Ver­tre­tern der herr­schen­den US-Klas­se orche­strier­te Pro­pa­gan­da für einen blitz­krieg gegen Russ­land weist die­se Par­tei als der­zei­ti­gen Kriegs­trei­ber Num­mer 1 in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus. Die Demo­kra­ten sind zu die­sem histo­ri­schen Zeit­punkt das genaue Gegen­teil jener Poli­tik, die man als 'pro­gres­siv' bezeich­nen würde.


Noch ein Wort zum Abschluß:
"Ame­ri­ka­feind­lich" ist die­ser Arti­kel bestimmt nicht. Wenn Tat­sa­chen benannt wer­den ist das völ­lig ohne jedes Urteil. Wenn­gleich das Ver­hal­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten in Sum­me als "ver­ur­tei­lungs­wür­dig" bezeich­net wer­den kann. Aus der Ver­gan­gen­heit gibt es für jeden der genann­ten Teil­be­rei­che man­nig­fal­ti­ge Bele­ge, die - bei­spiels­wei­se was die US-Geheim­dienst­ak­ti­vi­tä­ten angeht - aus Quel­len genau die­ser Dien­ste stammen.

bookmark_border» Die Vernunft setzt sich durch.
Dafür sprechen doch die Fakten. «

1

 

[Quel­le der Titel­zei­le & des Eingangszitates]

Ein­mal völ­lig davon abge­se­hen, dass es dem Autor des Zita­tes gelun­gen ist fast den gan­zen Absatz durch einen ver­schach­tel­ten Satz zu gestal­ten, was den jour­na­li­sti­schen Grund­re­geln, nach denen Sät­ze kurz zu sein haben und mög­lichst weni­ge Ein­schü­be der Erläu­te­rung ent­hal­ten sol­len, völ­lig wider­spricht, ist es ein im Ansatz gelun­ge­ner Arti­kel, der nur eine Schwä­che hat:
Mit jedem neu­en, und ins­be­son­de­re dem letz­ten Absatz wird das zuvor auf­ge­bau­te Gebäu­de der Gedan­ken sozu­sa­gen mit dem Hin­ter­teil wie­der eingerissen ....

Sie erken­nen, lie­be Lesen­de, sicher den Wider­sinn in mei­nem vor­he­ri­gen Satz. Selbst etwas tun was man Ande­ren anla­stet. Der (mein) Ein­gangs­satz war zu lang, zu geschach­telt und hat­te einen Einschub.

Vom For­ma­len abge­se­hen zum Inhalt:
Nein, Herr Grimm, wenn man die Wis­sen­schaft zu Rate zieht ist es eben NICHT so, dass jeder Alles kann! Die Wis­sen­schaft beweist:
Es gibt Lei­stungs­un­ter­schie­de zwi­schen den Men­schen und das bedeu­tet, dass man­che unse­rer Mit­bür­ger nicht in der Lage sind sinn­erfas­send zu lesen wenn Sät­ze & Inhal­te kom­ple­xer wer­den, über Sub­jekt-Objekt-Prä­di­kat hin­aus­ge­hen und Trans­fer gelei­stet wer­den muß um einen Sach­ver­halt zu verstehen.

Wie soll z.B. der "Otto Nor­mal­ver­brau­cher" die kom­ple­xe­ren Tricks der Ban­ken bei Fonds, Akti­en und son­sti­gen Wert­pa­pie­ren ver­ste­hen, wenn er - ich neh­me hier ein tri­via­les Bei­spiel, das aller­dings schon Vie­le über­for­dert - nicht ein­mal in der Lage ist aus­zu­rech­nen was 14% Über­zie­hungs­zins von 100 geborg­ten €uro in Geld bedeutet?

Demo­kra­tie muß also vom Ver­trau­en Vie­ler in die guten Absich­ten Weni­ger leben. Weil direk­te Demo­kra­tie - so sagen es uns die Poli­ti­ker - schon wegen der schie­ren Zah­len nicht mög­lich sei. Das Argu­ment ist leicht zu kip­pen. Ich las­se es doch ein­mal ste­hen und frage: 

Wie ist es um die Glaub­wür­dig­keit der Poli­ti­ker bestellt? 

Da zeigt sich schon:
Weder Ver­nunft noch Wis­sen­schaft wer­den zur Klä­rung bei­tra­gen, das ist nur mit Trans­pa­renz auch nicht zu schaf­fen - hier feh­len ver­läß­li­che, nicht redi­gier­te Zah­len, die die Wirk­lich­keit abbil­den. So wird es schon mit "gesun­dem Men­schen­ver­stand" klar, dass es kei­ne Unab­hän­gig­keit der Poli­ti­ker geben kann, denn wer umfang­rei­che Zuwen­dun­gen erhält fühlt sich den Gebern irgend­wie ver­pflich­tet. Glück­li­cher­wei­se gibt/gab es immer Aus­nah­men hiervon.

Da drängt sich doch der Ver­dacht auf, es sei im Eigen­in­ter­es­se der Poli­ti­ker uns glau­ben zu machen sie sei­en unver­zicht­bar zur Bün­de­lung der Mei­nun­gen aus ihrem Wahl­kreis - weil sie dort eben­so von Gön­nern und deren Zuwen­dun­gen pro­fi­tie­ren und daher (über­wie­gend) nicht das Wohl der Mas­se, son­dern Ein­zel­ner im Auge haben. Dass das nicht von der Hand zu wei­sen ist kann man ohne viel Auf­wand nach­le­sen. Eini­ge geschei­ter­te oder im Schei­tern begrif­fe­ne Groß­pro­jek­te spre­chen eine bered­te Sprache.

" .. Denn die Tat­säch­lich­keit der Welt hat sich nicht geän­dert, nur die Bedin­gun­gen ihres Beschrei­bens. Die ersten, die das gemerkt haben, waren Jour­na­li­sten, als vor zwei Jah­ren mit der Ukrai­ne-Kri­se plötz­lich eine „Lügenpresse“-Diskussion durch das Land roll­te, die die Bran­che erschüt­tert hat .. "

Gera­de die­se soge­nann­te "Kri­se" ist doch das Para­de­bei­spiel für miß­lun­ge­nen Jour­na­lis­mus, hier ins­be­son­de­re der öffent­lich-recht­li­chen Medi­en­an­staL­ten. Wie sich - gera­de im jetzt schon mög­li­chen Rück­blick - zeig­te, waren es die Bestre­bun­gen und sub­ver­si­ven (Geheim­dienst-) Machen­schaf­ten der U.S.A., die die Desta­bi­li­sie­rungs­po­li­tik, in Süd­ame­ri­ka bei unlieb­sa­men Regie­run­gen erprobt, sie­he jüng­stes Bei­spiel Bra­si­li­en, ein­setz­ten um durch die Unru­hen eine Begrün­dung für die Ein­mi­schung zu haben. Wen wun­dert es da wenn Russ­land - inso­weit zeigt sich Autor Grimm wenig infor­miert son­dern bestens indok­tri­niert - sich anders als die ver­gleichs­wei­se schwa­chen Süd­ame­ri­ka­ner ver­hält und sei­ne Tat­zen zeigt?

Erstaun­lich eben­falls die Zurück­hal­tung das was in der Tür­kei gera­de pas­siert beim Namen zu nennen:
Eine Säu­be­rungs­wel­le durch einen nach Allein­herr­schaft stre­ben­den Des­po­ten, der wie all die­se Heils­ver­spre­cher aus klein­sten Ver­hält­nis­sen stammt und in ent­spre­chend unkom­pli­zier­ten Mustern "Schwarz - Weiß" denkt.
Eine Pres­se die sich tat­säch­lich als "Vier­te Gewalt" ver­ste­hen wür­de hät­te da beste Ansät­ze das Wir­ken die­ses 'Sau­ber­man­nes' zu zer­pflücken und auf­zu­zei­gen, dass er sei­ne fünf­te Kolon­ne bereits seit Jah­ren hier­zu­lan­de agie­ren läßt um Anders­den­ken­de selbst weit weg von der 'Hei­mat' zu bedro­hen und ihnen nach dem Leben zu trachten.

Bevor wir also über zukünf­ti­ge Rich­tun­gen und Strö­mun­gen der Pres­se­or­ga­ne nach­den­ken soll­ten wir, Herr Grimm, über die prak­ti­schen Fra­gen nach­den­ken: Wie wir näm­lich eine Trans­pa­renz schaf­fen kön­nen die nicht durch von Inter­es­sen­grup­pen sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­ten Jour­na­li­sten 'vor-bear­bei­tet' wird, die zugleich frei von per­sön­li­chen Vor­ur­tei­len der Autoren sein soll­te, und es den Lesen­den über­läßt dazu eine Ein­stel­lung zu gewinnen.

Wie ich neu­lich schon schrieb:
Unse­re Per­spek­tive ist falsch. Man hat uns den Blick­win­kel seit Jahr­zehn­ten erfolg­reich 'antrai­niert' .. aller­dings wer­den die Anzei­chen immer deut­li­cher, dass Vie­les, was noch vor zwan­zig, drei­ssig oder mehr Jah­ren als 'absurd' bezeich­net wur­de, mitt­ler­weile als Tat­sa­che feststeht.

Sie, Herr Grimm, über­schau­en viel­leicht bewußt etwa zwan­zig Jah­re Poli­tik. Ich über­schaue mehr als das Dop­pel­te, etwa fünf­zig Jah­re. Glau­ben Sie mir ein­fach mal, dass sich in all den Jah­ren eine Poli­tik-Wirt­schafts-Unter­neh­mens-Struk­tur her­an­bil­de­te, die, unter­stützt von den bei­den gro­ßen Glau­bens­rich­tun­gen, den Staat zu einem Instru­ment umge­bil­det hat in dem Geld von unten nach oben umge­schich­tet und die Macht weni­ger über Vie­le aus­ge­baut wird. Die Aus­ge­beu­te­ten, das ist die Iro­nie der Situa­ti­on, wäh­len seit Jahr­zehn­ten genau die Poli­tik, die ihnen so das Fell über die Ohren zieht.

Was sagen also die Fakten?
Es sieht nicht nach einem "Sieg der Ver­nunft" aus. Es sieht eher danach aus als ob von der NATO ein Krieg ange­strebt wür­de, der vie­le Pro­ble­me lösen wür­de. Mit Frau v.d. Ley­en als näch­ster Kanz­le­rin kom­men wir dem einen Rie­sen­schritt näher:
Schul­den weg, Infra­struk­tur weg, Pri­vat­ver­mö­gen der Bür­ger weg - und Alles wie­der auf "Null" gesetzt .... und der Neu­auf­bau beschert den Kriegs­trei­bern sat­te Gewinne.

PS
Nur mal so am Ran­de erwähnt - auf das Ein­gangs­zi­tat bezo­gen - gab es zur Zeit der Auf­klä­rung noch kei­ne Men­schen die vor Com­pu­tern saßen.

bookmark_borderEine Frage der Perspektive

Oder: Es sind immer die "Ande­ren" die irren ....

"Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nach­ti­gall!" - so spricht der Volks­mund und wir ken­nen Alle Bei­spie­le, dass das in der Wirk­lich­keit sei­nen Aus­druck findet.

Kürz­lich las ich einen Kom­men­tar zu einer Erör­te­rung über die Schwam­mig­keit von Begrif­fen deren Benut­zung in den Medi­en als "ein­deu­tig" ange­se­hen wird - was natür­lich schon wegen der Viel­falt der mensch­li­chen Natur nie zutref­fend sein kann. In die­sem Kom­men­tar fin­det sich fol­gen­de Passage:

.. Zum Bei­spiel singt auch der Baju­wa­re jeden Sonn­tag aus vol­ler Keh­le Allah U Akhbar, jedoch nicht auf ara­bisch, son­dern in sei­ner Lan­des­spra­che und in kol­lek­ti­ver Form ritu­ell-zere­mo­ni­el­ler Kult­hand­lun­gen, in denen das Abbild eines grau­samst Gefol­ter­ten und Gekreu­zig­ten mit sei­ner gar wis­sen­schaft­lich gynä­ko­lo­gisch unmög­li­chen, aber trotz­dem nach­hal­tig behaup­te­ten Geburt aus einer Jung­frau und manch­mal sogar eksta­tisch und in Trance gefal­len ange­be­tet wird. Wehe das wagt jemand als gei­stes­krank anzu­mah­nen und ver­sucht es zu ver­hin­dern. Das wür­de sogleich zum Bereit­stel­len eines Schei­ter­hau­fens füh­ren oder in einer psych­ia­tri­schen Zwangs­mass­nah­me enden .. 

Die soge­nann­te "Deut­sche Leit­kul­tur" ist christ­lich geprägt, Eides­for­meln wer­den durch "So wahr mir Gott hel­fe!" abge­schlos­sen und in kirch­lich betrie­be­nen Insti­tu­tio­nen (Kin­der­gär­ten, Alten­hei­men, Sozi­al­dien­sten) bestimmt die Ein­hal­tung reli­giö­ser Nor­men über Anstel­lung bzw. Ent­las­sung von Individuen.

Gleich­zei­tig spre­chen wir hier­zu­lan­de aber über "Isla­mi­sten" - und damit mei­nen wir in abschät­zi­ger Form "Ver­blen­de­te". Wo, so fra­ge ich Sie, ist der Unter­schied zwi­schen der Ver­blen­dung der Mus­li­me und der Ver­blen­dung der Chri­sten? Glau­ben doch die Anhän­ger bei­der (und vie­ler ande­rer Glau­bens­rich­tun­gen) an fik­ti­ve, nie bewie­se­ne und natur­wis­sen­schaft­lich nicht halt­ba­ren über­ge­ord­ne­te Wesen, deren Exi­stenz zwei­fel­haft ist und deren tat­säch­li­ches Wir­ken besten­falls auf Visio­nen von Ein­zel­per­so­nen fußt ("Wun­der", "Erschei­nun­gen").

"Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nach­ti­gall!" - es wird Zeit die­se Per­spek­ti­ve aus unse­rem 'Kul­tur­kreis' zu hin­ter­fra­gen und dar­aus Schlüs­se zu zie­hen. Wel­che Art von Ver­nunft ist das, die - um die Bibel zu zitie­ren - 'den Split­ter im Auge der Ande­ren' sieht und 'den Bal­ken im eige­nen Auge' übersieht?

Radi­ka­le wohin man schaut, egal wel­che kul­tu­rell-reli­giö­se Prä­gung vor­han­den sein mag. Wie über­heb­lich es war als die Spa­ni­er im Namen des Glau­bens in Mit­tel- und Süd­ame­ri­ka wüte­ten! Auch das ist Teil unse­res viel geprie­se­nen "sozio-kul­tu­rel­len Hintergrundes"!

Nie­mand (fast nie­mand) nimmt dar­an Anstoß, dass die U.S.A. über­all auf der Welt - ähn­lich wie Ter­ro­ri­sten - fol­tern, ver­ur­tei­len und per Fern­steue­rung exe­ku­tie­ren. Gleich­zei­tig wer­den die im Nahen Osten und Afri­ka wüten­den Mili­zen und selbst­er­nann­ten Got­tes­krie­ger als Aus­ge­burt der Höl­le ange­se­hen, die man aus­rot­ten muß um Frie­den zu schaffen.

Unse­re Per­spek­ti­ve ist falsch. Man hat uns den Blick­win­kel seit Jahr­zehn­ten erfolg­reich 'antrai­niert'. Bleibt die Fra­ge wer davon pro­fi­tiert. "Ver­schwö­rungs­theo­rien", höre ich da Eini­ge sagen.

Ja, stimmt, aller­dings wer­den die Anzei­chen immer deut­li­cher, dass Vie­les, was noch vor zwan­zig, drei­ssig oder mehr Jah­ren als 'absurd' bezeich­net wur­de, mitt­ler­wei­le als Tat­sa­che feststeht.

Zeit für einen Perspektivwechsel ...?

 

bookmark_borderDer IMF hat sich geirrt - sehr bedauerlich ....

.. The Inter­na­tio­nal Mone­ta­ry Fund has final­ly admit­ted that it was wrong to recom­mend austeri­ty as ear­ly as it did in 2010-2011. The IMF now agrees that it should have wai­ted until the US and EU eco­no­mies were on a sus­tainable growth-path befo­re advi­sing them to trim their bud­get defi­ci­ts and redu­ce public spen­ding. Accor­ding to a report issued by the IMF’s rese­arch divi­si­on, the Inde­pen­dent Eva­lua­ti­on Office (IEO): “IMF advo­ca­cy of fis­cal con­so­li­da­ti­on pro­ved to be pre­ma­tu­re for major advan­ced eco­no­mies, as growth pro­jec­tions tur­ned out to be optimistic…This poli­cy mix was less than ful­ly effec­ti­ve in pro­mo­ting reco­very and exa­cer­ba­ted adver­se spillovers.”
Now there’s an understatement .. 

[Quel­le des Zita­tes]

Trotz der oben geschil­der­ten Erkennt­nis steht die neue Run­de mit Grie­chen­land unter Vor­be­halt - der Scha­den dürf­te aller­dings sehr viel grö­ßer sein als jetzt abzu­se­hen ist.
Wider jede Ver­nunft wird der Total­aus­ver­kauf des soge­nann­ten "Tafel­sil­bers" vor­an getrie­ben. Wer jetzt noch nicht erkannt hat um was es den Ver­hand­lern geht dem ist nicht zu helfen:

Alles, was noch von Wert ist in Grie­chen­land wird an "Inve­sto­ren" ver­scher­belt werden!

Es wer­den genau jene "insti­tu­tio­nel­len Anle­ger" zugrei­fen die schon seit Jah­ren für das Cha­os aus über­hitz­ten Märk­ten und betrü­ge­ri­schen Anla­gen ver­ant­wort­lich sind. Das Cha­os, her­vor­ge­ru­fen von wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Dilet­tan­ten wie unse­rem Finanz­mi­ni­ster, das nicht nur Grie­chen­land in den Abgrund geris­sen hat.

Es ist gegen jede Ver­nunft einen Schul­den­schnitt län­ger zu ver­wei­gern. Weil dadurch der Zeit­raum bis zur Gesun­dung der grie­chi­schen Staats­fi­nan­zen immer wei­ter in die Zukunft gescho­ben wird.

Der IMF hat sich geirrt was die Maß­nah­men zur Sta­bi­li­sie­rung und Rege­ne­rie­rung der Wirt­schaft in Grie­chen­land angeht - sehr bedau­er­lich, aber wer schert sich schon um die paar Grie­chen wenn es dar­um geht das schnel­le Geld zu machen?

bookmark_borderDie "Blütezeit" des Netzes .... (Teil II)

.... sei vor­bei - so läßt uns der Zukunfts­for­scher Mat­thi­as Horx apo­dik­tisch wis­sen. Wer wenn nicht ein Zukunfts­for­scher soll­te uns eine sol­che Bot­schaft übermitteln?

Das war gestern die Ein­lei­tung zu Teil I der Betrach­tun­gen zu die­sem The­ma. Am Ende stell­te sich fol­gen­de Frage:

Sind die Blü­te­zei­ten des Net­zes vor­bei - und wenn "Ja" sind es jene Grün­de, die der Zukunfts­for­scher Horx dafür ver­ant­wort­lich zu machen sucht? Skep­sis scheint ange­bracht, seit Jah­ren schon (und sehr deut­lich for­mu­liert) gibt es Autoren die an den Horx'schen (Vor-) Aus­sa­gen zweifeln.

Zur Fra­ge "Blü­te­zeit des Net­zes" - bereits in sich ein Wider­sinn, denn was ist eigent­lich "das Netz"? Die Sum­me aller online-Akti­vi­tä­ten? Die Sum­me aller (soge­nann­ten) social media Akti­vi­tä­ten? Jede Art von Daten­be­we­gung zwi­schen zwei Punkten?

"Trend­for­scher Mat­thi­as Horx, Key­note-Spea­k­er auf dem "Euro­pean News­pa­per Con­gress", geht mit der Hass­kul­tur bei Face­book & Co. hart ins Gericht. "Die Gebil­de­ten und Jün­ge­ren zie­hen sich inzwi­schen teil­weise wie­der aus dem Netz zurück, weil sie es nicht mehr aus­hal­ten, stän­dig ange­hasst und ange­pö­belt zu wer­den", so Horx."

In die­sem Zitat aus dem Bezugs­ar­ti­kel tau­chen zwei wich­ti­ge Fak­ten auf. Zunächst ist dort von " .. Hass­kul­tur bei Face­book & Co. .." die Rede. Dann heißt es " .. Die Gebil­de­ten und Jün­ge­ren zie­hen sich inzwi­schen teil­weise wie­der aus dem Netz zurück .. ".

Es darf bezwei­felt wer­den, dass die­se Aus­sa­ge über­haupt einen Wahr­heits­ge­halt hat. Auf "face­book" tum­meln sich weder nur "die Jün­ge­ren", noch "die Gebil­de­ten", noch zie­hen sie sich aus face­book zurück.

Sie waren über­haupt nicht erst dort
- und kön­nen sich schon des­we­gen nicht "zurück­zie­hen".

 
Laut ver­schie­de­ner Unter­su­chun­gen ist die Alters­struk­tur bei face­book in allen Alters­grup­pen ähn­lich. Sie spie­gelt die Gesamt­al­ters­struk­tur der an Com­pu­ter- & Mobil­te­le­fon­nut­zung teil­ha­ben­den Bevöl­ke­rung wider. Es ist eine Bin­sen­weis­heit die Herr Horx übersieht:
Mehr Per­so­nen als in einer Alters­grup­pe tat­säch­lich vor­han­den sind kön­nen das ent­spre­chen­de Medi­um nicht nutzen.

Die sehr Jun­gen wei­chen zuneh­men­d² auf Dien­ste wie Whats­App und Insta­gram aus, was den Rück­gang bei face­book zum Teil erklärt. Bei älte­ren Nut­zern - ins­be­son­de­re jenen die bereits zuvor Erfah­run­gen z.B. mit Web­logs gemacht haben und die umfang­rei­che­ren Mög­lich­kei­ten dort schät­zen - gibt es einen Trend sich in den sozia­len Netz­wer­ken zu prä­sen­tie­ren, dies aber, um auf ihre Ange­bo­te in den Web­logs auf­merk­sam zu machen [Bei­spiel: "Pfla­ster­rit­zen­flo­ra" | H. U. Gresch]. Es ist dem­entspre­chend kein Rück­zug, son­dern eine bewußt gewähl­te Stra­te­gie der Eigenwerbung.

" .. Dass sich Jugend­li­che immer weni­ger für Face­book inter­es­sie­ren, trifft hin­ge­gen nur teil­wei­se zu. Die Reich­wei­te in den jün­ge­ren Alters­grup­pen ist immer noch rie­sig und wächst – nur eben lang­sa­mer als in den ande­ren Alters­seg­men­ten⁵. Doch auch der Trend hin zum Mes­sen­ger-Dienst ist deut­lich erkenn­bar, hier liegt Whats­App mit 35 Mil­lio­nen Nut­zern in Deutsch­land ganz weit vor­ne und auch Snap­chat ist wei­ter im Kom­men .. " - es ver­wun­dert dabei kaum, dass im jün­ge­ren Seg­ment weni­ger Zuwach­s³ fest­ge­stellt wird: Ist doch die Zahl der Nut­zer dort schon (im Ver­gleich zu ande­ren Alters­grup­pen) überproportional.

Betrach­tet man die Daten¹ zur Bil­dung, zu Vor­lie­ben was Medi­en angeht und zur Selbst­aus­kunft zum Bil­dungs­grad, so steht fest: Besten­falls mitt­le­rer Bil­dungs­grad stellt die Mehr­heit der face­book-Nut­zer dar [Hier­bei wird der High School Aab­schluß einem mitt­le­ren Bil­dungs­grad, der Col­leg­ab­schluß dem Abitur gleich­ge­stellt; Voll­aka­de­mi­ker sind unter "Grad." ein­ge­glie­dert.]. Das wird noch deut­li­cher, wenn man die Top-Bran­chen⁴ ansieht, aus denen die­se Nut­zer kom­men. Mehr als die Hälf­te der Per­so­nen arbei­tet in Berufs­fel­dern die eine Leh­re oder Fach­ar­bei­ter­prü­fung als Qua­li­fi­ka­ti­on voraussetzen.

Das Niveau der face­book-Nut­zer kann sehr leicht - exem­pla­risch, stich­pro­ben­ar­tig - über­prüft wer­den wenn man einen Blick dar­auf wirf­t⁵ und sich den zuge­hö­ri­gen Bil­dungs­grad vor­stellt. Ich gehe hier von einer "begrün­de­ten Annah­me" aus, wis­sen­schaft­lich nicht exakt, aber immer­hin bes­ser als in die Luft geschaut und etwas 'erfun­den'. Wie es ver­mut­lich der Herr Zukunfts­for­scher macht.

Abschlie­ßend und zusam­men­fas­send stel­le ich fest:
Es gibt kei­nen über­pro­por­tio­na­len Schwund an Teil­neh­mern, wohl aber eine Ver­schie­bung zwi­schen den ver­schie­de­nen Ange­bo­ten. Es gibt in den jün­ge­ren Alter­grup­pen eine gewis­se Sät­ti­gung, sodaß die Zahl derer sinkt die das Ange­bot wol­len, kom­pen­siert nur teil­wei­se durch die neu hin­zu­kom­men­den Benutzer.
Es gibt auch kei­ne grö­ße­re Zahl von Gebil­de­ten⁰ die abwan­dern könn­ten, weil die zu kei­ner Zeit beson­ders akti­ve face­book-Benut­zer gewe­sen sind. Sie stel­len eine Min­der­heit derer, die sich dort tum­meln⁵. Die gebil­de­te­ren Inter­net­ak­ti­ven sind ihren Wur­zeln treu geblie­ben, mit gele­gent­li­chen Aus­flü­gen zu "twit­ter" (das heu­te Zehn-Jah­res-Jubi­lä­um feiert).

Rück­blickend betrach­tet sehe ich - selbst Web­sei­ten­be­trei­ber seit 2001 & akti­ver Blog­ger seit 2003 - die Situa­ti­on der (Frei­zeit-) online Akti­vi­tä­ten folgendermaßen:

  1. Um die Jahr­tau­send­wen­de gab es nur weni­ge Nut­zungs­ar­ten des rudi­men­tär vor­han­de­nen Inter­nets für das brei­te Publikum.
    Eigens gestal­te­te, per­sön­lich Web­sei­ten auf eige­ner Domain - mit damals noch erheb­li­chen Kosten, da das 'hosting' in Deutsch­land (im Gegen­satz zu den U.S.A.) außer­or­dent­lich teu­er war.
  2. Mit der Schaf­fung von Blog­soft­ware, die ohne ver­tief­te Kennt­nis­se der Pro­gram­mie­rung zu bedie­nen war, die zugleich in der ein­fa­chen Ver­si­on völ­lig kosten­frei ange­bo­ten wur­de, erwei­ter­te sich der Per­so­nen­kreis, der einen Aus­tausch von Gedan­ken und Infor­ma­tio­nen vor­neh­men konnte.
  3. Die dann immer noch vor­han­de­ne Hür­de der Prei­se für Hard­ware sank in den ersten Jah­ren des neu­en Jahr­hun­derts immer mehr - sie wur­de für jeder­mann erschwing­lich und schließ­lich durch die Ent­wick­lung der "smart"phones all­ge­mein verfügbar.
    Was im Rück­blick immer ver­ges­sen wird ist die man­gel­haf­te Struk­tur der Daten­an­bin­dung - ein Umstand, der bis heu­te anhält!
  4. In den Anfangs­jah­ren des Blog­gens eta­blier­ten sich zunächst klei­ne­re Ver­net­zun­gen zwi­schen den dann Blog­gen­den, was eine Ein­stiegs­bar­rie­re für spä­ter Hin­zu­kom­men­de dar­stell­te. Teil­wei­se wur­de von den neu­en Mög­lich­kei­ten so umfang­reich Gebrauch gemacht, dass die Platt­for­men geschlos­sen wur­den [z.B. "ant­ville"], weil der Anstieg nicht mehr zu bewäl­ti­gen war. Eine sehr umfas­sen­de & ins Detail gehen­de Unter­su­chung von Jan Schmidt beleuch­tet die Hin­ter­grün­de und wis­sen­schaft­li­chen Befun­de am Bei­spiel von "two­day" aus der Zeit 2004/2005. Sehr empfehlenswert.
  5. Wäh­rend der Wachs­tums­pha­se zu Beginn (bis ca. 2008) waren sowohl die Qua­li­tät als auch die Betei­li­gung durch Kom­men­ta­re ange­wach­sen. Was sich von da an ver­lang­sam­te, da die Bedien­bar­keit der zugrun­de lie­gen­den Soft­ware immer leich­ter wur­de und sich dadurch die Nut­zer­struk­tur auf sol­che Per­so­nen aus­wei­te­te, die einen deut­lich nied­ri­ge­ren Anspruch hat­ten und dadurch das Niveau der Dis­kus­si­on und die Bei­trags­qua­li­tät pau­schal senk­ten. Vie­le Blogs ver­ka­men rasant zu Teen­ager-Tage­buch Sto­ries. Ein­her­ge­hend mit einer Ver­ro­hung der Sitten.
  6. Dies hat­te wie­der­um einen wei­te­ren Ver­fall der Qua­li­tät zur Fol­ge, da sich nun die "ear­ly adop­ters" aus den Platt­for­men zurück­zo­gen und zu indi­vi­du­el­len Lösun­gen für ihre wei­te­re Blog­ak­ti­vi­tät über­gin­gen. Man­gels "Fein­den" ver­schwan­den auch die noto­ri­schen Stö­rer, die, zusam­men­ge­rot­tet als Mob, kaum Sub­stanz aber viel Unru­he bei­gesteu­ert hat­ten. Die vor­her geknüpf­ten Netz­wer­ke wur­den klei­ner, weil nicht alle Teil­neh­men­den die­sen Schritt zur los­ge­lö­sten Indi­vi­dua­li­tät mit­ma­chen woll­ten. Der - in den mei­sten Fäl­len - den tech­ni­schen Auf­wand erhöh­te ohne den inhalt­li­chen Teil zu ver­bes­sern. Der Gewinn lag im wesent­li­chen im Design und soge­nann­ten "fea­tures", was bei den Platt­for­men nur zöger­lich vorankam.
  7. Die Fol­ge war ein Schrump­fen des Platt­form­an­ge­bo­tes. Fusio­nen und Auf­käu­fe taten ihr Übri­ges die Zahl der Mög­lich­kei­ten zu ver­klei­nern. Eini­ge der frü­hen Anbie­ter (20six) sind völ­lig ver­schwun­den, ande­re düm­peln mit einer puri­sti­schen Note und weni­gen Über­zeug­ten ohne nen­nens­wer­tes Wachs­tum dahin (Seren­di­pi­ty).
  8. In die ent­stan­de­ne "Lücke" fie­len die Ange­bo­te von Stu­di-Platt­for­men, face­book und twit­ter. Letz­te­res mit face­book kaum zu ver­glei­chen, denn trotz der Beschrän­kung der Zei­chen sinn­vol­le "tweets" zu ver­fas­sen erfor­dert eine Grund­in­tel­li­genz. twit­ter ist daher nicht mas­sen­taug­lich - wenn­gleich es immer wie­der erstaunt wel­che Abwei­chun­gen hier­von vor­han­den sind. 
  9. Ein­fach ausgedrückt:
    Ein gut geführ­tes & gepfleg­tes Web­log ist die beste Aus­drucks­mög­lich­keit für Men­schen, die ein The­ma gründ­lich bear­bei­ten wol­len & können. 
    "twit­ter" bie­tet sich für die Eili­gen, bes­ser Gebil­de­ten an, die mit weni­gen Wor­ten wit­zig, sprit­zig zum Kern kom­men können. 
    "face­book" macht es selbst weni­ger aus­drucks­star­ken Men­schen mög­lich sich im Inter­net zu äußern. Ob letz­te­re­s⁶ der Mensch­heit einen Dienst erweist bezweif­le ich allerdings. 


Im näch­sten & letz­ten Teil, Teil III, set­ze ich mich mit den Fol­gen aus­ein­an­der, die der Autor Horx aus den von ihm ver­tre­te­nen The­sen zu erken­nen glaubt. Und natür­lich mit der von ihm pro­pa­gier­ten " .. Hass­kul­tur bei Face­book & Co .." 

Daten­quel­len:
⁰ Samm­lung von Abbil­dun­gen [face­book-Nut­zer] ▶ LINK
¹ https://buggisch.wordpress.com/
² http://www.social-media-aachen.de/blog/
³ http://de.statista.com/
⁴ http://www.thomashutter.com/
⁵ http://allfacebook.de/
⁶ Samm­lung von Zita­ten [aus face­book]; [via "Locke­re Schrau­be"]LINK

bookmark_borderDie "Blütezeit" des Netzes .... (Teil I)

.... sei vor­bei - so läßt uns der Zukunfts­for­scher Mat­thi­as Horx apo­dik­tisch wis­sen. Wer wenn nicht ein Zukunfts­for­scher soll­te uns eine sol­che Bot­schaft übermitteln?

Selbst­er­nann­te "Exper­ten" waren mir schon immer ver­däch­tig. Genau so ver­hält es sich mit (exo­ti­schen) Gurus jed­we­der Art. Jetzt kommt noch eine Kate­go­rie hin­zu: "Zukunfts­for­scher", selbst­re­dend selbst­er­nannt. Stu­di­en­ab­bre­cher mit bun­ter Vita. Aber schlick & gekonnt im Geschäft des Abzockens von soge­nann­ten "Mana­gern". Meist wohl sol­chen, die - nach Peter-Prin­zip - nicht mehr ein- noch aus wis­sen und sich des­we­gen an jeden Stroh­halm klammern.
Sprich:
Wer ihnen zusagt sie in die Zukunft zu beglei­ten & ihre Pro­ble­me zu lösen hat schon gewon­nen, den lukra­ti­ven Ver­trag schon in der Tasche.

Um nicht ver­kehrt ver­stan­den zu werden:
Was ich an die­sem Herrn Horx bewun­de­re ist sein Talent mit Phan­ta­sie Model­le zu ent­wickeln, sich in alter­na­ti­ve Sze­na­ri­en hin­ein zu den­ken. Ein Gedan­ken­ge­bäu­de zu for­men. Es dann unbe­darf­ten See­len anzu­die­nen. Es für teu­res Geld zu verkaufen.
Das alles, ohne je dafür Ver­ant­wor­tung tra­gen zu müs­sen, ist doch die "Zukunft" ein weit rei­chen­der und gänz­lich unbe­stimm­ter Zeit­rah­men. Län­ger jeden­falls als es dau­ert um die Vali­di­tät der Aus­sa­gen & den Erfolg von Maß­nah­men (sofern er denn wel­che vor­schlägt) fest­stel­len zu können.

Wir ken­nen das von "Füh­rungs­kräf­ten" in den Top-Posi­tio­nen. Bevor das Ergeb­nis ihres Wir­kens offen­bar wird sind sie schon zum näch­sten Top-Job gehop­pelt um dort ihr Unwe­sen zu treiben.

--- O ---

[Schau­en Sie mal was der Herr Meh­dorn so alles gemacht hat - und was er hin­ter­las­sen hat *: Ver­brann­te Erde, dys­funk­tio­na­le Betrie­be, Ver­än­de­run­gen deren Rück­nah­me Jahr­zehn­te dau­ern wird]

--- O ---

Wen­den wir uns jetzt aber der schil­lern­den Per­son mit kri­stall­kla­rer Aus­sa­ge zu und stel­len die Frage:
Sind die Blü­te­zei­ten des Net­zes vor­bei - und wenn "Ja" sind es jene Grün­de, die der Zukunfts­for­scher Horx dafür ver­ant­wort­lich zu machen sucht?

 
Die Erör­te­rung die­ser Fra­ge folgt im Teil II die­ses Bei­tra­ges am 22.03.2016

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* Mehdorn-Bilanz

  • Focke-Wulf: nicht mehr existent;
  • Hei­del­ber­ger Druck­ma­schi­nen AG: Expan­si­ons­wut & Rück­nah­me, Kon­kurs konn­te von Nach­fol­ge abge­wehrt werden;
  • Deut­sche Bahn AG: Infra­struk­tur maro­de, Fahr­gast­zah­len sin­ken; Geschei­ter­te Pri­va­ti­sie­rung, Datenaffäre.
  • Air Ber­lin: durch unfle­xi­ble Reak­ti­on Sanie­rung mißlungen;
  • Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg GmbH: OK, da waren vie­le schlim­me 'Köche' betei­ligt den Brei anbren­nen zu las­sen .... und nur einer davon war Herr Meh­dorn, Schrö­der-Freund, ein wenig glück­los und doch hoch gelobt.
  • bookmark_borderEine Frage der Verteilung

    .

    .. A new report shows that the world’s richest 62 peo­p­le now have as much wealth as that of half the world’s population.
    Accor­ding to Bri­tish cha­ri­ty Oxfam, super-rich indi­vi­du­als saw their cumu­la­ti­ve wealth increa­se 44 per­cent to $1.76 tril­li­on “in the five years sin­ce 2010” — equi­va­lent to that of 3.5 bil­li­on of the world’s poorest.
    Con­ver­se­ly, the wealth of half the world’s the poo­rest drop­ped by 41 per­cent in that time peri­od, despi­te an increa­se in glo­bal popu­la­ti­on of 400 million .. "

     ・ • ⚫ • ・ 

    Über­set­zung:
    Ein neu­er Bericht zeigt, dass die Reich­sten 62 Per­so­nen welt­weit jetzt so viel Reich­tum wie die ande­re Hälf­te der Welt­be­völ­ke­rung besitzen.
    Laut der bri­ti­schen Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­ti­on Oxfam, stieg der kumu­la­ti­ve Reich­tum der super­rei­chen Indi­vi­du­en um 44 Pro­zent auf $ 1,76 Bil­lio­nen "in den fünf Jah­ren seit 2010" - wäh­rend der Anstieg bei den Ärm­sten der Welt gleich­zei­tig 3,5 Mil­li­ar­den betrug.
    Umge­kehrt ist der Reich­tum der ärm­sten Hälf­te der Welt in die­sem Zeit­raum um 41 Pro­zent gesun­ken, trotz einer Zunah­me der Welt­be­völ­ke­rung von 400 Millionen. 

    [Quel­le]

    Sie­he hier­zu noch [ZEIT online]

    bookmark_borderNichts Neues ..!?

    .


    Gerech­tig­keit wird nur dort herr­schen, wo sich die vom Unrecht nicht Betrof­fe­nen genau so ent­rü­sten wie die Beleidigten. 

    [Pla­ton]

    Was wir aller­dings in unse­rer Gesell­schaft beob­ach­ten ist eine völ­li­ge Inter­es­sen­lo­sig­keit dem Schick­sal des weni­ger pri­vi­le­gier­ten Anteils der Bevöl­ke­rung gegen­über: Wer satt zu essen und ein war­mes Domi­zil hat beach­tet nur in sel­ten­sten Fäl­len das Schick­sal sei­ner Mitmenschen.

    Erstaun­li­cher­wei­se roll­te aber eine Wel­le der Hilfs­be­reit­schaft für Asyl­su­chen­de über das Land. Dies unge­bro­chen, wie offi­zi­el­le Stel­len und kari­ta­ti­ve Ver­bän­de mit­tei­len. Liegt das dar­an, dass die ein­hei­mi­schen Bedürf­ti­gen von den Poli­ti­kern stets für ihr Los selbst ver­ant­wort­lich gemacht werden? 

    bookmark_border» Aggressive Bakterien «

    .


    » .. Es müs­sen also neue Anti­bio­ti­ka
    gegen immer aggres­si­ve­re Bak­te­ri­en her .. «



    [Quel­le: Kraut­re­por­ter Mor­gen­post => bestel­len]

    Es gibt kei­ne "immer aggres­si­ve­ren Bak­te­ri­en" - so stel­len sich Lai­en die Wirk­lich­keit vor - son­dern es gibt "Bak­te­ri­en, die gegen immer mehr Anti­bio­ti­ka resi­stent sind". Ein gro­ßer Unter­schied des­we­gen, weil Bak­te­ri­en nicht "aggres­siv" sind, son­dern das tun, was ihr Lebens­zweck zu sein scheint:

    Stof­fe zu ver­än­dern und dar­aus
    Bak­te­ri­en­ma­sse zu pro­du­zie­ren
    .

    WIR mögen es als aggres­siv emp­fin­den, weil wir dadurch gefähr­det sind. Das ist jedoch eine homo­zen­tri­sche Sicht der Welt, die u.a. dazu geführt hat, dass die Natur durch den Men­schen hem­mungs­los aus­ge­beu­tet wird - ohne jede Rück­sicht und ohne jeden Gedan­ken an die Folgen.

    bookmark_borderDemocratising Europe

    .

      .. This is not going to be a coali­ti­on of par­ties. It should be a coali­ti­on of citi­zens. They can belong to any par­ty they want. This will not admit par­ties into it. It is not a par­ty and it is not an alli­ance of par­ties. The idea is to crea­te a grass­roots move­ment across Euro­pe of Euro­pean citi­zens inte­re­sted in demo­cra­ti­sing Euro­pe. They can belong to any par­ty. Of cour­se they will be invol­ved in other cam­paigns in their local com­mu­ni­ties, in their mem­ber sta­tes, in their nati­ons. May­be you will have peo­p­le from dif­fe­rent par­ties from the same coun­try. I can easi­ly ima­gi­ne that, and actual­ly I would like that. Becau­se if the idea is not to repli­ca­te natio­nal poli­tics, why can’t you have that? But per­so­nal­ly, I count a lot on the Cor­by­ni­tes. The idea is to crea­te a grass­roots move­ment … inte­re­sted in demo­cra­ti­sing Europe .. 

    [Quel­le: “One very simp­le, but radi­cal, idea: to demo­cra­tise Europe.”]

    Über­set­zung:
    Dies wird kei­ne Koali­ti­on aus Par­tei­en wer­den. Es soll­te eine Koali­ti­on von Bür­gern sein. Sie dürf­ten jed­we­der Par­tei ange­hö­ren. Par­tei­en selbst wer­den dar­in nichts zu suchen haben. Es soll kei­ne Par­tei sein und auch kei­ne Alli­anz aus Par­tei­en. Die Idee ist eine Bür­ger­be­we­gung, quer durch Euro­pa, von euro­päi­schen Bür­gern zu schaf­fen, die dar­an inter­es­siert sind Euro­pa zu demo­kra­ti­sie­ren. Sie kön­nen belie­bi­gen Par­tei­en ange­hö­ren. Selbst­re­dend wer­den sie in ande­re Vor­ha­ben in ihren Städ­ten, Län­dern, Natio­nen ein­ge­bun­den sein. Viel­leicht sogar Men­schen aus ver­schie­de­nen Par­tei­en aus dem glei­chen Land. Ich kann mir leicht vor­stel­len, dass das so wer­den wird, und ich wür­de es sehr begrü­ßen. Weil der Grund­ge­dan­ke (die Visi­on) nicht ein Abklatsch natio­na­ler Poli­tik ist, und war­um soll­te das nicht funk­tio­nie­ren? Per­sön­lich zäh­le ich auf die "Cor­by­ni­tes"*. Die Idee einer Basis­be­we­gung, dar­an inter­es­siert Euro­pa zu demokratisieren ..

    Sowas wird eini­gen Poli­ti­kern in der EU nicht beson­ders gut gefal­len. Denn Varou­fa­kis ist einer, der es sowohl popu­lär machen als auch anfüh­ren könnte. 

    Ent­ge­gen der durch die Medi­en­het­ze geschaf­fe­nen Vor­ur­tei­le ist er der Mann, der in die Zukunft denkt und sich nicht im "Klein-Klein" des poli­ti­schen Tages­ge­schäf­tes ergeht, immer ängst­lich auf Stim­mun­gen und Quo­ten schau­end, anstatt die Zukunft zu pla­nen und den Weg dahin zu ebnen.

    Wenn Poli­tik & Poli­ti­ker die Bür­ger schon viel Geld kosten, dann müs­sen sie, ver­dammt noch­mal, dafür min­de­stens Visio­nen und Model­le für eine lebens­wer­te Zukunft liefern.

    ____________________ 

    * ["Cor­by­ni­tes" = Anhän­ger des bri­ti­schen Labour-Kan­di­da­ten Jere­my Corbyn]

    bookmark_borderWer ist's gewesen?

    .
    oder:
    Wer hat Schuld?
     
    Excerpt:

    " .. The emer­gence of a new sta­te always invol­ves a com­plex of fac­tors. But over the past three deca­des, U.S. covert ope­ra­ti­ons and war have ente­red repea­ted­ly and powerful­ly into the chain of cau­sa­li­ty lea­ding to Isla­mic State’s pre­sent posi­ti­on .. "

     
    [Über­set­zung]
    " .. Die Ent­ste­hung eines neu­en Staa­tes geht immer mit einem Bün­del an Fak­to­ren ein­her. Aber wäh­rend der letz­ten drei Jahr­zehn­te haben ver­deck­te Ope­ra­tio­nen und Krie­ge der Ver­ei­nig­ten Staa­ten regel­mä­ßig und ener­gisch in die Kau­sal­ket­te ein­ge­grif­fen, die die augen­blick­li­che Stel­lung des IS her­bei­ge­führt haben .. "
     
    Quel­le gan­zer Arti­kel [Eng­lisch]:

    Why the U.S. Owns the Rise of Isla­mic Sta­te and the Syria Dis­aster
    [War­um die Ver­ei­nig­ten Staa­ten die Ent­ste­hung des IS zu ver­ant­wor­ten haben.]
     
     

    bookmark_borderEmpfehlung

    .
    Bit­te lesen => "Geheim­nis­krä­mer: War­um wir uns sor­gen "

    Der Arti­kel beschreibt WER (federführend/verantwortlich) und mit wel­chen Mit­teln ver­sucht "das Volk" dumm & unin­for­miert zu halten:
    Demo­kra­tie nach Ver­ständ­nis von CDU-Spit­zen­po­li­ti­kern, denen, die über Listen immer wie­der in Ämter geho­ben wer­den und die das Wahl­volk nie durch Wah­len los wer­den kann ....