bookmark_borderEin halbes Jahrhundert ....

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Als ich mich im Juli 1963 per Schiff auf den Weg in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, kurz: U.S.A., auf­mach­te wuß­te ich kaum etwas über das, was mich da erwar­ten würde.

In Syra­cu­se, N.Y., emp­fing mich mei­ne Gast­fa­mi­lie, Vater, Mut­ter, Gast­bru­der & ~schwe­ster. Der erste Anlauf­punkt war das Haus der Schwe­ster mei­nes Gast­va­ters, die in Syra­cu­se wohn­te. Da gab es ein aus­ge­dehn­tes Abend­essen und am näch­sten Tag fuh­ren wir zum Wohn­ort der Gast­fa­mi­lie, nach Gou­ver­neur, N.Y., nicht weit vom St. Lorenz Was­ser­weg ent­fernt gele­gen. Jeden­falls eine typi­sche Klein­stadt im Nord­we­sten des Staa­tes New York, kaum 7.000 Ein­woh­ner und sechs Kir­chen, alle nahe des Ortszentrums.

In der Umge­bung - dem 'Coun­ty' - haupt­säch­lich Wei­de­wirt­schaft, Milch­kü­he, aber auch Tal­k­um­för­de­rung und Holzwirtschaft.

Die Schu­le, Gou­ver­neur Seni­or High School, war nur weni­ge Minu­ten vom Haus mei­ner Gast­fa­mi­lie ent­fernt. So konn­te ich den über­wie­gen­den Teil des Schul­jah­res dar­auf ver­zich­ten in den Schul­bus zu stei­gen um zum Unter­richt zu kommen.

In die­ser Regi­on der U.S.A. war die Welt noch in Ord­nung. Was nach Les­art der dor­ti­gen Gesell­schaft bedeu­te­te: Kei­ne Ras­sen­un­ru­hen, kei­ne Arbeits­lo­sig­keit, kei­ne reli­gi­ons­lo­sen Anwoh­ner - und wenn wel­che da gewe­sen wären hät­ten sie es der Mehr­heit bestimmt nicht mitgeteilt ....

Wäh­rend des Jah­res geschah dann das Ungeheuerliche:
Ein far­bi­ger Schü­ler wur­de ange­mel­det und besuch­te fort­an die Schu­le - und weil wenig über die Hin­ter­grün­de bekannt war bro­del­te die Gerüchteküche.



 
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[Quel­le der Abbildung] 

Zu die­ser Zeit gab es in den Sezes­si­ons­staa­ten noch "Ras­sen­tren­nung"*, die erst 1964, dem Jahr in dem ich im Juni wie­der nach Deutsch­land zurück rei­ste, auf­ge­ho­ben wurde.

Was ist nach 50 Jah­ren "Auf­he­bung der Ras­sen­tren­nung" das Fazit?
For­mal mag es zwar Ände­run­gen gege­ben haben, von einer Gleich­be­rech­ti­gung der far­bi­gen US-Bevöl­ke­rung kann aller­dings nicht die Rede sein. Es wer­den durch unver­hält­nis­mä­ßi­ge poli­zei­li­che Über­grif­fe immer noch Schwar­ze anders behan­delt als Wei­ße (Sie­he hier­zu auch "Black Lives Mat­ter" [#Black­Li­ves­Mat­ter] & die­sen Bericht).

Das Land hat sich ver­än­dert. Ich habe mich ver­än­dert. Wie anders soll­te man die Ent­wick­lung in fünf­zig Jah­ren beschrei­ben? Das Ame­ri­ka von heu­te ist nicht mehr das Land, in das ich all die Jah­re nach mei­ner Rück­kehr wie­der rei­sen und dort leben woll­te. Das habe ich schon 1998 gemerkt, als ich zum ersten Mal wie­der mehr als ein paar Wochen Urlaub dort ver­bracht habe. 

Noch viel hef­ti­ger war der Schock als die Regie­rung Bush 2002 begann das Land in ein Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis zu ver­wan­deln, von dem die drin­nen kaum etwas merken:
Ein­tritt und Aus­gang mit
- ver­schärf­ten Personenkontrollen,
- Metalldetektoren,
- Ganz­kör­per­scan­nern und
- sicher­heits­dienst­li­cher Behand­lung inclusive
- Iris­scan und
- Fingerabdrücken.

"Land of the Free" - das war ein­mal und ist unwie­der­bring­lich ver­lo­ren .... wenn es auch den Tou­ri­sten der ADAC-geführ­ten-deutsch­spra­chi­ge-Rei­se­lei­tung-inbe­grif­fen-Tour und den Drei-Tage-Shop­ping-New-York Rei­sen­den anders erschei­nen mag.

 * Sie­he hier­zu auch fol­gen­den LINK

bookmark_borderErweiterung des literarischen Angebotes

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Mei­ne Frau - indem sie den Hund strei­chelt, der schnar­chend auf der Couch liegt - teilt mir fol­gen­des mit: Sie pla­ne dem­nächst die Her­aus­ga­be eines Buches mit dem Titel

"Wie ich mein Leben zwi­schen zwei Schnar­chies fristete!"
Nun muß ich mir ernst­haft Gedan­ken über eine Gegen­ver­öf­fent­li­chung machen.
Sie schnarcht näm­lich auch.
Lau­ter als der Hund.

bookmark_borderVon "Rechtsanwälten" & "Lästigkeit"

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Glück­li­cher­wei­se haben vie­le Men­schen eher sel­ten in ihrem Leben die Not­wen­dig­keit mit Rechts­an­wäl­ten ihre berech­tig­ten For­de­run­gen durch­zu­set­zen - bzw. es wenig­stens zu versuchen. 

Kürz­lich hat­te ich - nach vie­len Jah­ren wie­der ein­mal - eine Sache, in der ich mich mit einem Anwalt unter­hal­ten muß­te. Mit dem, den die Gegen­sei­te ein­ge­schal­tet hat­te. Man­che Leu­te sind zwar in der Lage ihr täg­li­ches Leben zu mei­stern, aber nicht kom­ple­xe Sach­ver­hal­te selbst zu erör­tern und ihre Auf­fas­sung ver­ständ­lich in Schrift­form darzulegen:

In die­sem Fall bie­tet sich offen­bar an einen Anwalt mit dem Schrift­ver­kehr zu betrau­en, denn es ist das Wesen die­ses Beru­fes for­mell und inhalt­lich aus­ge­wo­ge­ne Schrei­ben zu verfassen.

So hat­te ich, nach Lek­tü­re eines Schrift­sat­zes der mir zuge­gan­gen war, ein äußerst kurz­wei­li­ges Gespräch mit dem Anwalt des Geg­ners (den ich aus for­ma­lem Grund so bezeich­ne, denn ich will nicht unter­stel­len, dass die­ser net­te älte­re Herr aus nie­de­ren Moti­ven han­del­te. Es steck­te wohl eher sei­ne Frau dahin­ter - die mach­te mir den Ein­druck über das Geld zu herr­schen). Wie erwar­tet waren natür­lich alle vor­ge­brach­ten Argu­men­te in der Ein­schät­zung des Anwal­tes null und nich­tig, ich nicht nur 'hin­ter dem Mond' und 'völ­lig ohne jeden sach­li­chen Anspruch', nein, ich habe selbst dazu bei­getra­gen, dass mei­ne viel­leicht mög­li­chen For­de­run­gen sich in Luft auf­ge­löst hätten.

Es war tat­säch­lich in etwa das, was ich mir schon gedacht hat­te bevor ich den Hörer auf­nahm - schließ­lich muß der Anwalt den Ver­such unter­neh­men sei­nen Man­dan­ten als den wei­ße­sten aller wei­ßen Engel daste­hen zu las­sen, der natür­lich die wei­ße­ste aller wei­ßen Westen hat und zu kei­ner Mis­se­tat fähig ist.

Das Ergeb­nis die­ses - von herz­haf­tem Lachen beglei­te­ten - Exkur­ses über die Fall­stricke des deut­schen Kauf­ver­trags­rechts ist nun­mehr die Zah­lung einer "Lästig­keits­prä­mie", ja, sie lesen rich­tig, sowas gibt es im Umgang von Par­tei­en in Rechtssachen.

Eine sol­che Prä­mie wur­de schließ­lich ver­ein­bart - damit ich nicht wei­ter insi­stie­re und dadurch 'lästig' bin. Sie deckt zwar nicht den Scha­den bzw. den Min­der­wert der erwor­be­nen Sache, been­det aber die Ange­le­gen­heit ohne wei­te­ren Rechts­streit. Das war es mir wert auf ein paar €uro zu verzichten.

Bedeut­sa­mer ist dabei das, was ich aus mei­nem Ver­trau­en in einen - ver­meint­lich ehr­li­chen - Ver­käu­fer gelernt habe:

Lie­ber drei­mal prü­fen als ein­mal zu Unrecht vertrauen!

Glau­ben sie also kei­nem Ver­käu­fer, son­dern las­sen sie einen Fach­mann nach­se­hen, ob die Aus­sa­gen tat­säch­lich zutref­fen. Und las­sen sie sich wei­te­re zuge­si­cher­te Eigen­schaf­ten schrift­lich bestätigen. 

PS
Bei der Gele­gen­heit war ich erstaunt wie vie­le Anwäl­te es so in einem klei­nen Teil­be­reich unse­res Land­krei­ses gibt. Rund um Rhei­ne (Radi­us 30 km) wer­den allei­ne mehr als 40 Kanz­lei­en bei einer Suche ange­zeigt. Bei der Kon­kur­renz ist es nicht ver­wun­der­lich, wenn nicht immer mit 'lau­te­ren' Mit­teln um Man­dan­ten gekämpft und gehan­delt wird.

bookmark_borderGerüchte, Fakten und Toleranz ....

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Immer wenn kei­ne "ech­ten" Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen wer­den Gerüch­te gestreut. Und von den Zuhö­ren­den natür­lich geglaubt. Je län­ger ein Gerücht ver­brei­tet wird, desto mehr Aus­schmückung bekommt es. Zum Schluß weiß nie­mand mehr, was eigent­lich der Anlaß dazu war. Es gibt "Böse" und "Gute", und letz­te­re sind es, die flei­ßig dar­an arbei­ten das auch so zu zementieren.

Fak­ten sind da nur hinderlich.

Jede Abwei­chung von der "gut­bür­ger­li­chen Norm", also dem Durch­schnitts­ver­hal­ten der Deut­schen, wird als Stö­rung des eige­nen Welt­bil­des ange­se­hen und des­we­gen abge­lehnt, ins Lächer­li­che gezo­gen oder gar bekämpft.

Ein paar Beispiele:

Wer an Astro­lo­gie, Pen­deln, Tarot und Natur­heil­kun­de glaubt denkt ver­kehrt. Das ist längst wis­sen­schaft­lich bewie­sen. Trotz­dem wird es immer noch ver­brei­tet. Für all die­sen Hum­bug feh­len jeg­li­che Bewei­se - das ist aber den Anhän­gern egal, denn sie "glau­ben" an das was sie tun, erle­ben und erzählt bekommen. 

Eine ein­zel­ne Beob­ach­tung ist kein "Beweis". Es ist ein zufäl­li­ges Ergeb­nis ohne wei­te­re Bedeu­tung. Mög­li­cher­wei­se kann ein Bei­spiel hel­fen das zu erklären:

Frau X hat Zahn­schmer­zen. Sie hat gehört, dass da Gewürz-Nel­ken hel­fen sol­len. Sie beißt also auf eine Nel­ke - und drei Tage spä­ter sind die Schmer­zen weg. Frau X wird also jetzt sagen: Nel­ken hel­fen gegen Zahn­schmer­zen, ich habe es selbst erlebt!

Was dabei völ­lig ver­kannt wird ist, dass es eben KEIN Beweis ist, son­dern eine ein­zel­ne Beobachtung.
Die Nel­ken haben kei­ne sol­che Wir­kung. Der Zahn­schmerz wäre nach drei Tagen auch ohne sie weg gewe­sen. Es wur­de ledig­lich ein Ereig­nis mit einem ande­ren Ereig­nis - in unzu­läs­si­ger Wei­se - ver­bun­den und dar­aus eine fal­sche Schluß­fol­ge­rung gezogen.

Ein Beweis im wis­sen­schaft­li­chen Sin­ne liegt dann vor, wenn z.B. >120 Per­so­nen mit Zahn­schmerz in zwei Grup­pen geteilt wer­den, davon die Hälf­te mit Gewürz­nel­ken ver­sorgt wird und die ande­re Hälf­te nicht. Die ohne Nel­ken bekom­men etwas, was so aus­sieht & riecht wie Nelken.

Man beob­ach­tet jetzt und nimmt die Zahl derer in bei­den Grup­pen auf bei denen der Zahn­schmerz weg ist oder nicht. Ein Ver­gleich und die mathe­ma­ti­sche Berech­nung erge­ben die Wahr­schein­lich­keit mit der das Ergeb­nis in jeder Grup­pe auftritt.

Das Ergeb­nis ist eindeutig:
Nel­ken sind gegen Zahn­schmerz unwirksam.

Wis­sen­schaft zu akzep­tie­ren fällt schwer.

Astro­lo­gie:
Es gibt bis heu­te kei­nen Astro­lo­gen der ein kon­kre­tes Ereig­nis kon­kret hat vor­her­sa­gen können.
Wenn die Astro­lo­gie die Zukunft vor­her­sa­gen könn­te müß­te sie eine Tat­sa­che benen­nen kön­nen, wie etwa:

Am 22. Dezem­ber 2015 um 10:21 Uhr wer­den auf der Stra­ße von Mira­mar nach Gan­dia am Kreis­ver­kehr zwei Autos zusam­men­sto­ßen. Eines davon ist ein Vol­vo, das ande­re ist ein VW-Trans­por­ter. Der Fah­rer des Vol­vo wird nur leicht ver­letzt, der Fah­rer des Trans­por­ters über­haupt nicht. Eine unbe­tei­lig­te Füß­gän­ge­rin springt vor Schreck in den Gra­ben und bricht sich den rech­ten Arm.

Es ist aber das Wesen der Astro­lo­gi­schen Vor­her­sa­gen dass sie vage blei­ben, etwa so:

Am 22. Dezem­ber wird sich am Krei­sel der Stra­ße von Mira­mar nach Gan­dia ein Ver­kehrs­un­fall ereignen.

Erken­nen Sie den Unterschied?
Nichts Kon­kre­tes, nur Vermutungen!

Alle ande­ren Geheim­wis­sen­schaf­ten wie Tarot, Pen­deln, oder Natur­heil­kun­de arbei­ten nach dem glei­chen Prinzip:
Unschar­fe, all­ge­mei­ne Aus­sa­gen die nie kon­kret wer­den und allen­falls eine Ähn­lich­keit, nie aber Über­ein­stim­mung mit der Beob­ach­tung bzw. der Wirk­lich­keit haben. 

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Jetzt zum Fazit:
Jeman­den des­we­gen zu 'has­sen' weil er sich - anstatt zu glau­ben - lie­ber an Fak­ten hält ist kei­ne Lösung, kei­ne sinn­vol­le Ver­hal­tens­wei­se. Genau­so­we­nig ist es rich­tig jeman­den des­we­gen abzu­leh­nen weil er sol­chen Unfug glaubt.

Es zu dis­ku­tie­ren muß dage­gen erlaubt sein. Eine abwei­chen­de Mei­nung zu ver­tre­ten macht aus dem Gegen­über kei­nen schlech­te­ren Men­schen den man ver­ach­ten muß. Man nennt das Toleranz. 

bookmark_borderAlles ganz einfach ..!?
*update* [04.02.2020]

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Asyl­an­trag­stel­lung 'prak­tisch' - das habe ich in den letz­ten Tagen gelernt - ist weit­aus schwie­ri­ger als es in den Medi­en dar­ge­stellt und in der Bevöl­ke­rung dis­ku­tiert wird.

Was schon für mich als Deut­schen kom­pli­ziert war, z.B. die tat­säch­lich zustän­di­gen staat­li­chen Behör­den aus­fin­dig zu machen, kann sich für einen Geflüch­te­ten als tage­lan­ge Odys­see und kaf­ka­es­ken Kampf mit dem Unge­wis­sen entwickeln.

Ich fan­ge mal mit der REGISTRIERUNG an. Nor­ma­ler­wei­se geschieht sie im Moment der Ankunft, als der Ein­rei­se in die Bundesrepublik.
Da nun aber wegen der wir­ren Ver­hält­nis­se und völ­lig unge­ord­ne­ten Bedin­gun­gen vie­le Flücht­lin­ge auf ver­schlun­ge­nen Wegen (und nicht immer 'offi­zi­ell') unser Lan­de errei­chen, ist deren Sta­tus solan­ge unbe­stimmt, bis sie die­se erste Hür­de gemei­stert haben.

Zugleich wirft ihnen - anders als stets von Asyl­geg­nern behaup­tet - bis zu die­sem Zeit­punkt nie­mand Geld nach, sie sind noch völ­lig auf sich selbst gestellt.
Sofern sie aus ihrer Hei­mat Freun­de, Nach­barn oder Ver­wand­te haben die bereits in Deutsch­land woh­nen ist es ver­ständ­lich, wenn sie sich dort zuerst hin wen­den und um Hil­fe bit­ten. Das wirft meh­re­re Pro­ble­me auf. Erstens ist der Sta­tus unge­klärt, zwei­tens wer­den die sowie­so nicht mate­ri­ell best­aus­ge­stat­te­ten Freun­de oder Ver­wand­ten bela­stet, und drit­tens wird die Ein­glie­de­rung verzögert.
Es ist also in all­sei­ti­gem Inter­es­se den Sta­tus mög­lichst schnell und pro­blem­los zu klä­ren bzw. den Auf­ent­halt zu legalisieren.

Nun muß man wis­sen, dass zwar das "Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge" für die Unter­brin­gung und Ver­sor­gung, spä­ter Ver­tei­lung auf die Län­der und Gemein­den und die best­mög­li­che Ein­glie­de­rung ver­ant­wort­lich ist, die Regi­strie­rung aller­dings nicht dort vor­ge­nom­men wird. Das geschieht in den soge­nann­ten "REGISTRIERUNGSSTELLEN", die über die gesam­te Repu­blik ver­teilt sind. Immer noch sind für die­se Per­so­nen kei­ne Kosten ange­fal­len, sie haben von unse­rem Staat nicht einen Cent erhalten.

Wenn die Flücht­lin­ge in eine ERSTAUFNAMEEINRICHTUNG gekom­men sind ent­ste­hen Auf­wen­dun­gen unse­res Staa­tes aus Steuermitteln.

Ich habe einen Vor­mit­tag gebraucht um die ver­schie­de­nen Behör­den und Insti­tu­tio­nen anzu­ru­fen um den Ablauf zu klä­ren, dabei mit meh­re­ren Sozi­al­äm­tern, der Poli­zei, der Stadt­ver­wal­tung, Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen, Not­auf­nah­me­un­ter­künf­ten und dem Bun­des­amt tele­fo­niert. Erfreu­lich war, dass es über­wie­gend freund­li­che, immer hilf­rei­che und bemüh­te Men­schen waren mit denen ich gespro­chen habe - die durch­aus Ver­ständ­nis zeig­ten und hel­fen wollten.

Für man­che der Rege­lun­gen habe ich Ver­ständ­nis. Eini­ge Abläu­fe erschei­nen mir noch ver­bes­se­rungs­be­dürf­tig, z.B. die Mög­lich­kei­ten der Regi­strie­rung und Antragstellung.

Jeden­falls steht fest, dass Flücht­lin­ge kei­nes­wegs " .. mit Geld über­schüt­tet .." wer­den - sie müs­sen ver­wir­ren­de und umständ­li­che Pro­ze­du­ren erken­nen und durch­ma­chen, bevor sie schließ­lich (fremd­be­stimmt!) "ver­teilt" wer­den, und das nicht immer dort­hin, wo sie Bekann­te, Freun­de oder Fami­lie haben. Wenn sie sich nicht dar­an hal­ten müs­sen sie mit Nach­tei­len und Aus­blei­ben der Unter­stüt­zung zurecht kommen.
Mein Fazit:
Eine har­te Zeit, gepfla­stert mit (teil­wei­se sicher not­wen­di­ger) Büro­kra­tie und es wer­den kei­ne 'Reich­tü­mer' über den Antrag­stel­lern ausgeschüttet.

bookmark_borderMich geht das Alles nichts mehr an ..!?

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Tag­täg­lich sehen wir um uns her­um Anzei­chen von Ver­fall der Moral, der Grund­sät­ze wirt­schaft­li­chen Han­delns, des Mit­ge­fühls und der gerech­ten Behand­lung von Arbei­ten­den. Wir hören von ertrin­ken­den Flücht­lin­gen, zusam­men­bre­chen­den Fabri­ken in armen Pro­duk­ti­ons­län­dern. Über die Ent­las­sung von Mit­ar­bei­tern gro­ßer Kauf­häu­ser oder Ket­ten­be­trie­ben wird eben­so berich­tet - obwohl die Beschäf­tig­ten Kom­pro­mis­sen zuge­stimmt hat­ten und ihnen dafür Sicher­heit ver­spro­chen wor­den war. Wer noch Arbeit hat schaut auf die her­ab die kei­ne haben - und wir ler­nen aus den Medi­en, dass die Arbeits­lo­sen Schma­rot­zer sind, auf unse­re Kosten, die wahr­schein­lich doch irgend­wie mit­schul­dig für ihre Lage sind.

Der naï­ve Glau­be mit tech­ni­schem Fort­schritt gehe stets auch mora­li­scher Fort­schritt ein­her ist ungebrochen:
Dabei wer­den die Zei­chen aus der Gesell­schaft schlicht­weg über­se­hen, geleug­net oder wegdiskutiert. 

Wir wis­sen davon und glau­ben, es wer­de an uns vorübergehen.
Wir unter­neh­men nichts, weil es uns nicht unmit­tel­bar betrifft.
Wir sehen die Fol­gen und hof­fen es gehe vor­über ohne uns zu beeinträchtigen.

Unse­re Fähig­keit die Rea­li­tät zu beur­tei­len ist gestört, es wer­den von "offi­zi­el­ler Sei­te", den Medi­en und den Poli­ti­kern, aber vor allem von gro­ßen Kon­zer­nen, mehr Maß­nah­men unter­nom­men uns ein­zu­lul­len als sol­che uns auf­zu­klä­ren. Der Fort­schritts­glau­be wird ver­stärkt, Skep­ti­ker wer­den als "rück­wärts­ge­wandt" verteufelt.

Dabei zeigt doch die Geschich­te unum­stöß­lich das Gegen­teil von dem was man uns glau­ben machen will. Die Mensch­heit wird von Macht zusam­men­ge­hal­ten, die­se Macht wird in Kas­ka­den heruntergebrochen:
Von poli­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Macht an der Spit­ze, über meh­re­re Stu­fen, bis hin zum Klein­gärt­ner- und Schüt­zen­ver­ein, deren "Vor­sit­zen­de" Gewicht haben - weil es ihnen von den Mit­glie­dern zuge­bil­ligt wird.

Gier, Gewalt, Aus­schwei­fung, sport­li­che Groß­ereig­nis­se und Ver­dum­mung, Trick­se­rei und Betrug - das sind die Bau­stei­ne des Macht­er­halts mit dem Gesell­schaft gekit­tet wird. Das treibt uns dem Ver­fall entgegen.

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Aber zum Glück kann ich mich zurück­leh­nen und mein Leben genie­ßen ohne mich um der­lei Pro­ble­me zu kümmern.
Ich bin Rentner.
Mich geht das Alles nichts mehr an.

bookmark_borderEmpfehlung:
FR 3.4.; 20:15; "Ein Teil von mir." ZDF kultur.

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Ich habe die­sen Film mitt­ler­wei­le zwei­mal gese­hen und war auch beim zwei­ten Durch­gang ange­tan von Schau­spie­lern und Dreh­buch. Nicht die "typi­sche" Tee­nie­ko­mö­die mit Herz, Schmerz, dum­men Wit­zen - und Happyend. 

Obwohl es - nur soviel sei ver­ra­ten - tat­säch­lich einen posi­ti­ven Aus­gang gibt. Der aller­dings fol­ge­rich­tig vor­be­rei­tet und von den Dar­stel­lern heiß erkämpft wird. 

Die sehr ver­schie­de­nen (Film-) Müt­ter der bei­den Haupt­dar­stel­ler regen durch ihre jewei­li­ge Sicht­wei­se zum Nach­den­ken an und sind zwar anwe­send, jedoch für die Lern­schrit­te der Haupt­ak­teu­re Vicky [Karo­li­ne Tes­ka] und Jonas [Lud­wig Trep­te] verzichtbar. 

Als Bei­spiel für die Vor­ge­ne­ra­ti­on und unter­stellt, der Film habe auch den Zweck die Stim­mung die­ser Gene­ra­ti­on fest­zu­hal­ten, ganz sicher gut gelungen. 

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Details
Ein intel­li­gen­ter und sen­si­bler 16-Jäh­ri­ger, der voll­auf damit beschäf­tigt ist, sich mit der eige­nen Iden­ti­tät und dem Erwach­sen­wer­den aus­ein­an­der­zu­set­zen, erfährt, dass er Vater wird.
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Ein Mäd­chen, Vicky, das er von einer Par­ty kennt, taucht eines Tages unver­mit­telt auf und eröff­net ihm, dass sie sein Kind erwar­tet. Sei­ne erste Reak­ti­on sind Ver­leug­nung und Flucht.
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Doch nach und nach ver­liebt er sich in die gewitz­te jun­ge Mut­ter sei­nes Babys. Sie erkennt, dass er sich auch zu sei­nem Kind hin­ge­zo­gen fühlt, und zwingt ihn, sei­ne Gefüh­le einzugestehen.

[Zitat aus http://www.tvinfo.de/]

bookmark_border"Ordentliche Medis"
- Neues von der "Simpeldenkfront"

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Solan­ge es sol­che Aus­sa­gen gibt habe ich wenig Hoff­nung für die Menschheit:

[Zitat]
" .. Nun hat er auch die Schwie­ger­mut­ter angesteckt.*grummel*.
Das fehlt mir gera­de noch. Ihr Doc hat sofort reagiert und ordent­li­che Medis ver­schrie­ben. In ihrem Alter ist die Grip­pe wahr­lich kein Spass. Und so duf­tet es in unse­rer Woh­nung nach Erkäl­tungs­tee und Einreibemittel .. "

  • Gegen Grip­pe hilft kein Erkältungstee;
  • Gegen Grip­pe hilft kein Einreibemittel;
  • Wenn eines von bei­den "Medis" hel­fen soll­te ist das "Wun­der­hei­lung" - oder es han­del­te sich um eine Fehl­dia­gno­se, es war also kei­ne Virus-Grip­pe (Influ­en­za).
  • "ordent­li­che Medis" ist kei­ne Arz­nei­mit­tel­be­zeich­nung - es gibt kei­ne "Medis" gegen Grip­pe­vi­ren die "unordent­lich" wären - dann wären sie nicht ver­ord­nungs­fä­hig - und nicht wirksam!
  • Es gibt nur eine "sehr begrenz­te Mög­lich­keit" mit Arz­nei­mit­teln gegen Grip­pe vorzugehen.
  • Außer­dem ist es Unfug fol­gen­des zu glauben:
    " .. Die Imp­fung ist ja immer nur gegen einen bestimm­ten, und zwar den erwar­tet schlimm­sten, Erre­ger wirksam .. "

1Tat­säch­lich ist es nicht die "erwar­tet schlimm­ste", son­dern die erwar­tet wahr­schein­lich­ste Virus­form, gegen die der Impf­stoff sich rich­tet. Es gibt eine Vari­anz in den Hüll(en)proteinen der Viren, die (ver­ein­facht) mit den Buch­sta­ben "H" und "N" bezeich­net wer­den. H₂N₃ wäre eine sol­che Vari­an­te, oder H₁N₁.

Des­we­gen ist es kei­ne Will­kür der Impf­stoff­her­stel­ler, son­dern sie beob­ach­ten wie die­se Pro­te­ine ver­teilt sind und wohin die (Anti-)Gen"drift", also die Ten­denz, geht. Dass das nicht immer gelingt liegt dar­an, dass die Viren sich sehr rasch ver­än­dern. Schnel­ler, als dafür ein Impf­stoff pro­du­ziert wer­den kann.

Jeder Grip­pe-Impf­stoff hilft gegen Grip­pe­vi­ren, auch wenn er dem Hüllen­typ nicht voll­stän­dig 'ange­paßt' ist, indem er die Hef­tig­keit der Krank­heit (Schwe­re der Sym­pto­me) ein­dämmt. Einen abso­lu­ten Schutz im Sin­ne von völ­li­ger Sym­ptom­frei­heit gibt es nicht.

Abbil­dung Virus: Gemein­frei; File: 2009 H1N1 influ­en­za virus; Hoch­ge­la­den von Timk70

bookmark_borderNo matter how you call it

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Big or small - all lies are LIES
[Klein oder groß - alle Lügen sind LÜGEN]

The­re is no such thing as "mild torture"
- tor­tu­re is tor­tu­re, now mat­ter how you call it
[Es gibt kei­ne 'mil­de' Fol­ter - Fol­ter ist stets Fol­ter, egal wie man sie nennt]

bookmark_borderDie Frau Arbeitsministerin ....

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.... kommt mir immer so vor als ob sie belei­digt ist - das sug­ge­riert ihre wei­ner­lich-nöli­ge Stim­me. Man soll Men­schen nicht nach sol­chen Eigen­hei­ten beur­tei­len. Ich weiß. Aber bei der Frau Nah­les wird es immer schlim­mer und das liegt wohl nicht nur an der Stim­me selbst, son­dern auch an den Rück­schlä­gen für ihre Vor­ha­ben. Die sie immer noch als "Sie­ge" zu ver­kau­fen sucht. Jeg­li­cher Kri­tik begeg­net sie mit wei­ner­lich-belei­dig­ter Atti­tü­de. Und dann noch die­se Stim­me .... gut, dass sie wenig­stens nicht mit dem Fuß aufstampft.