bookmark_borderCDU

Die Christ­lich Demo­kra­ti­sche Union Deutsch­lands
- so heißt die Par­tei. Seit vie­len Jahr­zehn­ten. Wel­ches beschrei­ben­de Adjek­tiv steht voran?

Ist der Wider­spruch in die­sem Namen offen­bar? Ja. Nur scheint sich nie­mand dar­an zu stören!

Kir­chen¹ (nicht nur die christ­li­chen) ver­lan­gen abso­lu­te Unter­wer­fung².
Demo­kra­tie³ ver­langt kei­ner­lei Insti­tu­ti­on oder Auto­ri­tät als gege­ben hin zu nehmen.

Und wie wur­de der Wider­spruch im Ver­lauf der Par­tei­ge­schich­te gelöst? Dadurch, dass man der Kir­che und den Geld­ge­bern den Weg berei­te­te. Dadurch, dass es bis heu­te kei­ne ver­fas­sungs­mä­ßig vor­ge­schrie­be­ne "Tren­nung von Kir­che und Staat" gibt.

Im Abso­lu­tis­mus, zuletzt in der Kai­ser­zeit, waren die Bür­ger dem Adel unter­tan. Heu­te sind sie den Begehr­lich­kei­ten und der Gier von Geld­leu­ten und Kir­chen unter­wor­fen, die ihre Macht via Regie­rung der Repu­blik aus­üben. Eine frü­he­re, ver­rot­te­te Éli­te gegen eine noch Schlim­me­re, da nicht ein­mal mehr per­so­nal zu fassen.

Trotz­dem wähnt sich der "deut­sche Michel" gut aufgehoben.

_______________________________________________ 

¹
In der Bibel als "Hei­li­ge Schrift" wird der nor­ma­ti­ve Anspruch für die Reli­gi­ons­aus­übung des Chri­sten­tums begründet. 

²
Es wird zwar behaup­tet, die nicht-katho­li­schen christ­li­chen Rich­tun­gen ver­zich­te­ten auf den Abso­lut­heits­an­spruch, was aller­dings durch die kirch­li­che Pra­xis als wider­legt gel­ten muss.

³
Demo­kra­tie (‚Herr­schaft des Staats­vol­kes‘) bezeich­net heu­te Herr­schafts­for­men, poli­ti­sche Ord­nun­gen oder poli­ti­sche Syste­me, in denen Macht und Regie­rung vom Volk ausgehen.

bookmark_borderDATIFIZIERUNG
*update* [26.11.2018]

 

-- 
--- 
---- 
Das Wort "DATIFIZIERUNG" schla­ge ich als Begriff für die völ­li­ge Erfas­sung des Lebens / der Lebens­äu­ße­run­gen einer Per­son auf die­sem Pla­ne­ten durch elek­tro­ni­sche Medi­en vor ....
Kann man sowas 'schüt­zen' lassen?
----- 
------ 
OK, nach­dem nun fünf Jah­re lang nie­mand Anspruch auf das Wort erho­ben hat erklä­re ich der Urhe­ber des Wor­tes "DATIFIZIERUNG" zu sein und alle Rech­te dar­an zu halten.
------- 
-------- 
--------- 

Erst­ver­öf­fent­li­chung: 11. Mrz 2013 um 21:34h

bookmark_borderEin Leben lang (nachweislich) belogen - und nun?

Seit ich den­ken kann habe ich als Kind und Her­an­wach­sen­der, als Stu­dent und wäh­rend all der Jah­re im Beruf, also mein gan­zes Leben lang, immer von unse­ren Poli­ti­kern gehört:
Der Feind steht im Osten und will uns annek­tie­ren, die Ame­ri­ka­ner sind in Deutsch­land sta­tio­niert und lagern hier ihre Atom­waf­fen weil sie uns beschützen.

Zitat¹

" .. we the popu­la­ti­on under­s­tood, that the­re was a mis­sile gap. We were told. That the Rus­si­ans had some­thing bet­ween 40 and 60 inter­con­ti­nen­tal bal­li­stic mis­siles which they could eit­her first strike or second strike the United States. .. "

Die angeb­li­che Gefahr war eine bewuß­te Lüge der Amerikaner.

Wie jetzt bekannt wur­de² hat­te die vor­ma­li­ge UDSSR zu Zei­ten John F. Ken­ne­dys und Niki­ta Ser­ge­je­witsch Chruscht­schows genau vier (4!) ICBM [Inter­kon­ti­nen­ta­le bal­li­sti­sche Raketen].

Die US Luft­waf­fe woll­te dar­auf hin - unter Ver­leug­nung der tat­säch­lich äußerst gerin­ge­nen Gefahr - 1.600 Minu­teman Rake­ten pro­du­ziert haben, wäh­rend Mari­ne und Armee 1.000 Rake­ten für aus­rei­chend erachteten.

War­um wur­de das nicht rich­tig gestellt und die Bevöl­ke­run­gen im west­li­chen Lager über die tat­säch­li­che Lage informiert?
Die Pro­duk­ti­on und Lage­rung so vie­ler Rake­ten war ein wah­res "Kon­junk­tur­pro­gramm" für vie­le Bran­chen in den USA, inclu­si­ve der Gewer­ke, die die Bun­ker und Tech­nik für die Rake­ten­si­los - breit ver­teilt im Lan­de und so för­der­lich für vie­le Staa­ten - produzierten.

Vor die­sem Hin­ter­grund wird nun auch klar, dass der Tod von Prä­si­dent Ken­ne­dy durch ein Atten­tat kein Zufall gewe­sen ist, son­dern dass dahin­ter Kräf­te stan­den, die ein Inter­es­se dar­an hat­ten den "Kal­ten Krieg" - und damit das Wett­rü­sten - in Gang zu hal­ten. Dage­gen hat­te sich Ken­ne­dy aus­ge­spro­chen und war der Auf­fas­sung, es sei, ins­be­son­de­re nach dem Ein­len­ken der UDSSR in der Kuba­kri­se, eine gute Chan­ce das Wett­rü­sten zu been­den und die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel zivi­len Zwecken zuzuführen.

Durch die Ver­schleie­rung und Ver­tu­schung der sehr viel gerin­ge­ren Gefahr (die angeb­lich durch das Mili­tär und den Rüstungs­be­stand der UDSSR vor­han­den sein soll­te), konn­te die Kriegs­ma­schi­ne­rie in den USA wei­ter ange­kur­belt wer­den - und das über­pro­du­zier­te nicht-ato­ma­re Kon­tin­gent wur­de in einer ersten Stu­fe dann im (von den USA pro­vo­zier­ten) Viet­nam­krieg vernichtet.

Seit­her sehen wir rund um die Welt immer wie­der Ein­grif­fe der USA mit­tels ihrer Geheim­dien­ste und NGOs in vie­len Län­dern der Erde. Es wer­den klei­ne bis gro­ße regio­na­le Gefech­te geführt, immer mit Lie­fe­run­gen von Waf­fen an die Kon­flikt­be­tei­lig­ten beglei­tet. So wird die Pro­duk­ti­on von Waf­fen, Muni­ti­on und Gerät (nicht nur in den USA) erhal­ten. Denn so lan­ge gekämpft wird brau­chen die Kämp­fer Waf­fen - und es fließt Geld in die Kas­sen der Produzenten.

Wenn man die Dimen­si­on des Betru­ges, der Lügen und Fäl­schun­gen der Geschich­te erkennt, so wird deut­lich, dass Natio­nen die der­glei­chen initi­ie­ren vor nichts zurück schrecken, sie sind bar jeg­li­chen mora­li­schen oder huma­ni­sti­schen Gewissens.

Das sind die wirk­li­chen
"Schur­ken­staa­ten"
auf unse­rem Planeten.


¹ QUELLE: Dani­el Ellsberg: The Cold War Was Based on a Lie 
² TRANSCRIPT; VIDEO: you­tube
 

bookmark_borderWas mir kürzlich auffiel ....

Es gibt nur weib­li­che Kas­sie­rer, also "Kas­sie­re­rin­nen".
Natür­lich nicht über­all, aber doch überwiegend.
Min­de­stens da, wo ich nor­ma­ler­wei­se einkaufe.
Bei "freß­napf" habe ich schon Män­ner an der Kas­se gesehen.

Aber sonst?

Gibt es bei den gro­ßen Lebens­mit­tel- Dro­ge­rie- und Heim­wer­ker­ket­ten kei­ne Män­ner an den Kassen?

Sehen Sie das anders?
Und wenn nicht, war­um ist das wohl so?

bookmark_borderWas will uns der ❞Dichter❝ sagen?

Im heu­ti­gen *news­let­ter* von cor­rec­tiv / Wir für NRW / Die wich­tig­sten Geschich­ten aus NRW, den ich bekom­me und des­sen Redak­ti­on ich als Abon­nent mit einer monat­li­chen Zah­lung unter­stüt­ze, ist - wie stets - am Ende die Rubrik "Wuss­test du ..." von der ich die Abbil­dung hier ganz oben rein­ge­setzt habe.

Durch die gel­be Mar­kie­rung und den Pfeil möch­te ich ihr Augen­merk, lie­be Lesen­de, auf die Zei­le len­ken die lautet:
" .. Wuss­test Du, obwohl seit über 56 Jah­ren Tür­ken in Deutsch­land leben, gab es bis heu­te kei­nen ein­zi­gen tür­kisch­stäm­mi­gen Mini­ster in der Bundesregierung .. "

Mei­ne erste Regung war, hier ein­fach zu antworten:
"Na und? Es gab ja auch noch kei­nen ita­lie­nisch~ oder spa­nisch~ oder grie­chisch­stäm­mi­gen Minister ..."

Als Zwei­tes dach­te ich:
"Wie vie­le deutsch­stäm­mi­ge Mini­ster gibt es eigent­lich in der Tür­kei?" - denn es gibt schon eine gro­ße Zahl von in der Tür­kei leben­den Deutschstämmigen.

Mein drit­ter Gedan­ke war:
Da ist es wie­der, die­ses belei­digt-betrof­fe­ne Selbst­mit­leid, das ich schon öfter von tür­kisch­stäm­mi­gen Men­schen gehört habe, völ­lig unre­flek­tiert, und ohne den gering­sten Zwei­fel, dass alles Unge­mach stets die Schuld ande­rer ist und nie selbst verursacht. 

Weder die eine, noch die ande­ren Ant­wor­ten sind hin­rei­chend und ange­mes­sen um sich dem dar­ge­stell­ten Man­gel - so er denn einer ist - zu stel­len und auf Abhil­fe zu sin­nen. In dem gelb mar­kier­ten Satz steckt Spreng­stoff, in meh­rerer­lei Hinsicht.

Sach­lich zer­legt erge­ben sich fol­gen­de Vor­wür­fe:

  1. 1.
    Obwohl Tür­ken so lan­ge schon in Deutsch­land leben sind sie nicht völ­lig inter­griert bzw. sind ausgegrenzt.
  2. 2.
    Die lang­jäh­ri­ge Anwe­sen­heit von tür­kisch­stäm­mi­gen Men­schen hat nicht zu einer adäqua­ten Reprä­sen­ta­ti­on in der Poli­tik der BRD geführt.
  3. 3.
    Zwi­schen den Zei­len steht der Vor­wurf: Man will uns hier nicht haben, wir haben kei­ne Rech­te - weil wir anders sind.

Zu 1.
Vie­le tür­ki­sche Män­ner und Frau­en kamen & kom­men hier­her ohne je die Lan­des­spra­che gelernt zu haben oder spä­ter zu ler­nen. Daher besteht ein Man­gel an öffent­li­cher Sicht­bar­keit und Inter­ak­ti­on mit Ein­hei­mi­schen, die zwangs­wei­se Selbst-Abschot­tung gegen­über dem All­tags­le­ben in Deutsch­land. Betrof­fen sind vor allem Frau­en und Mäd­chen. Die kon­ser­va­ti­ve Reli­gi­ons­aus­übung und Grund­ein­stel­lung einer män­ner­do­mi­nier­ten Gesell­schaft ver­hin­dern mas­siv eine Annä­he­rung an die Gepflo­gen­hei­ten im Lande. 

Dadurch sind ca. 50% der tür­kisch­stämm­gen Men­schen - eben Frau­en und Mäd­chen - nicht aus­rei­chend integriert.
Dafür sind die Zuge­wan­der­ten selbst ver­ant­wort­lich, nicht das Gast­land. Sofern es sich um bereits hier gebo­re­ne Per­so­nen han­delt gilt dies um so mehr, wenn alte Gepflo­gen­hei­ten aus der Tür­kei nicht modi­fi­ziert oder abge­legt werden.

Sich gegen­über der Gesell­schaft des Gast­lan­des abzu­schot­ten und Kon­tak­te zu ver­mei­den, gar zu unter­bin­den, wird nicht zu erfolg­rei­cher Inte­gra­ti­on füh­ren. Wie allent­hal­ben zu beob­ach­ten ist. 

Hier müs­sen sich die Tür­ken selbst fra­gen was die­sen Zustand ändern könnte. 

Zu 2.
Poli­ti­sche Ämter wer­den nicht nach Natio­na­li­tät zuge­wie­sen, obwohl es da natür­lich in man­chen Lebens­be­rei­chen Quo­ten­re­ge­lun­gen gibt, etwa die Reprä­sen­tanz von Dänen in Schles­wig-Hol­stein oder Son­der­rech­te der Sor­ben aus dem Spreewald.

Ganz all­ge­mein gilt für die Politik:
Wer sich enga­gie­ren will muß das mit­tels einer Par­tei­mit­glied­schaft tun, durch Enga­ge­ment und Kom­pe­tenz in die Rän­ge auf­stei­gen, und schließ­lich aus der Mit­te der Par­tei­ta­ge auf dor­ti­gen Vor­schlag mit einem Mini­ster­amt betraut werden.

Auch hier gilt, dass es in der eige­nen Ver­ant­wor­tung der tür­kisch­stäm­mi­gen Per­so­nen liegt, sich den Anstren­gun­gen einer sol­chen Aus­wahl zu unter­wer­fen und den Weg nach oben so anzu­stre­ben - nie­mand wird für ein Mini­ster­amt des­we­gen aus­ge­wählt, weil er eine bestimm­te Natio­na­li­tät hat. Deut­scher (von Geburt) zu sein bedeu­tet mit­hin kei­nen Vor­teil für die Bewer­bung um ein sol­ches Amt im Staate.

Zu 3.
Eini­ge Gedan­ken dazu, wer für was ver­ant­wort­lich ist:
Es kann doch nicht von einer Mehr­heit ver­langt wer­den, sich hier etwa einer Min­der­heit anzu­pas­sen. Inte­gra­ti­on bedeu­tet, sich den Gepflo­gen­hei­ten des Lan­des anzu­pas­sen in das man ein­wan­dert. Es bedeu­tet, die Sit­ten und Gebräu­che min­de­stens zu ken­nen und die eige­nen Sit­ten und Gebräu­che dann zu ändern, wenn sie mit den gesetz­li­chen (recht­li­chen) und gesell­schaft­li­chen Regeln des Gast­lan­des nicht ver­ein­bar sind.

Wenn man das nicht will muß man bes­ser in sein Hei­mat­land zurück­keh­ren, auch wenn man hier in Deutsch­land gebo­ren wur­de. Da hilft es nicht sich etwas "anders" zu wün­schen, soviel Rea­li­täts­sinn soll­te schon vor­han­den sein.

Es gibt noch einen - völ­lig neu­tra­len, da mathe­ma­ti­schen - Grund für die 'man­gel­haf­te Repräsentation':
Bei einer Gesamt­be­völ­ke­rung von ca. 82 Mil­lio­nen Men­schen machen die Tür­kisch­stäm­mi­gen, die wähl­bar sind, groß­zü­gig gerech­net ca. 2,8 Mil­lio­nen aus. Das sind 3,4% der Gesamtbevölkerung.
Das Kabi­nett Mer­kel hat 15 Mini­ster, 3,4% davon sind ca. 0,5 Personen.
Das bedeu­tet: Eine eth­ni­sche Min­der­heit wäre erst dann (statistisch/mathematisch) unter­re­prä­sen­tiert wenn sie min­de­stens einen Anteil von 7% der Bevöl­ke­rung hät­te und doch kei­nen Mini­ster stellte.

PS
Ich habe jetzt kei­ne Recher­che ange­stellt ob der Vor­wurf stimmt, dass es kei­ne tür­kisch­stämm­gen Mini­ster gibt, ich erin­ne­re mich aller­dings von einer Inte­gra­ti­ons­mi­ni­ste­rin in einem Bun­des­land gele­sen zu haben, konn­te aller­dings bei mei­ner Suche nichts fin­den. Soll­ten Sie, lie­be Lesen­de, dazu Infor­ma­ti­onn haben bit­te ich um Mit­tei­lung in den Kommentaren.

bookmark_borderWieso, weshalb, warum ....
oder: Die Kunst der Ablenkung

War­um, so fragt man sich, wird denn das The­ma "Aus­län­der" immer wie­der in den Talk­shows, in den Polit­ma­ga­zi­nen und in der Pres­se der­art breit behandelt? 

Wenn die Auf­merk­sam­keit nicht auf der Ein­wan­de­rung und ihren Fol­gen läge, wor­über müß­te dann berich­tet werden?
Wer hat ein Inter­es­se dar­an die Bevöl­ke­rung in stän­di­ger Angst vor Ver­bre­chen zu halten?

statt-linie

Wäre es nicht viel wich­ti­ger dar­über zu berich­ten, dass eine klei­ne Zahl von Men­schen in die­sem Land den über­wie­gen­den Teil des Reich­tums besitzt, und die­ser Reich­tum durch eine im Schwer­punkt fal­sche Fis­kal­po­li­tik zustan­de gekom­men ist und noch zustan­de kommt? Dass mehr Geld durch das Jon­glie­ren von Geld oder fik­ti­vem Geld (unver­steu­ert) ver­dient wer­den kann als mit Arbeit?

Wäre es nicht viel wich­ti­ger die regie­rungs­be­tei­lig­ten Par­tei­en zu fra­gen war­um es immer noch kein Ende der unbe­grün­det befri­ste­ten Arbeits­ver­hält­nis­se gibt und Berufs­ein­stei­gern eine Lebens­pla­nung dadurch erschwert wird, dass sie über Jahr­zehn­te nicht wis­sen wovon sie ihren Unter­halt im näch­sten Jahr bestrei­ten sollen?

Wäre es nicht viel wich­ti­ger zu erfah­ren war­um unse­re hoch bezahl­ten Par­la­men­ta­ri­er - mit Aus­nah­me der Lin­ken - sich von allen mög­li­chen Inter­es­sen­grup­pen in Neben­be­schäf­ti­gung bezah­len las­sen, wobei das oft um ein mehr­fa­ches ihre Abge­ord­ne­ten­be­zü­ge über­steigt? Und wäre es in die­sem Zusam­men­hang nicht eben­so wich­tig die Fra­ge zu stel­len war­um sol­che *Zuwen­dun­gen* nicht Bestechung genannt wer­den, wo sie doch Amts­trä­ger dazu brin­gen sol­len zugun­sten von Fir­men oder Dienst­lei­stern die Gesetz­ge­bung zu manipulieren?

Wäre es nicht sinn­voll dar­über zu reden wie­so wir nicht in der EU demo­kra­ti­sche Regeln haben kön­nen, weil der­zeit bedau­er­li­cher­wei­se das Par­la­ment nur die Maß­nah­men der nicht demo­kra­tisch gewähl­ten EU-Büro­kra­tie und des Mini­ster­ra­tes abnicken darf?

Wäre es nicht wich­tig die Rol­le der USA als "Welt­po­li­zei" und "Füh­rungs­macht der frei­en Welt" poli­tisch in Fra­ge zu stel­len, ins­be­son­de­re wenn man sich ansieht wel­che Kaprio­len der der­zei­ti­ge Prä­si­dent schlägt und wie das Land zum Poli­zei- und Über­wa­chungs­staat ver­kom­men ist?

Wäre es wei­ter nicht wich­ti­ger zu fra­gen war­um deut­sche Sol­da­ten über­all auf der Welt ein­ge­setzt wer­den obwohl dort weder (deut­sche) wirt­schaft­li­che noch natio­na­le Inter­es­sen gefähr­det sind?

Sie sehen, lie­be Lesen­de, hier tut sich eine Fül­le von Fel­dern auf die in den Medi­en behan­delt wer­den könn­ten .... und dafür ist eben dadurch kei­ne Zeit, weil wir über Aus­län­der, 2% der Bevöl­ke­rung (!) Tag für Tag 'unter­rich­tet' wer­den. Oder dar­über, was irgend­wo auf der Welt gera­de an Erd­be­ben, Tsu­na­mi, oder son­sti­ger Kata­stro­phe pas­siert, wovon hier­zu­lan­de nie­mand in irgend­ei­ner Wei­se betrof­fen ist.

Wir wer­den am Nasen­ring geführt, so wie Stie­re, die sich ihrer Macht nicht bewußt sind. 

bookmark_borderKopf runter - und jetzt Kopf wieder drauf setzen?

Frau Nah­les von der SPD, glück­los damit beschäf­tigt bei­spiels­wei­se eige­ne Trit­te ins Fett­näpf­chen ver­ges­sen zu machen, will nun offen­bar für die Par­tei ret­ten was (kaum noch!) zu ret­ten ist.

Eine neue Agen­da soll her, AGENDA 2025? Oder doch lie­ber schon 2020?
Egal, es wird sowie­so wie­der klein-klein ....

2010 hat­ten wir ja bereits - und wer hat die erfun­den? Nein, nicht die Schwei­zer, das war die SPD. Arbeit­neh­mer­rech­te ein­schrän­ken? Ver­trags­we­sen zugun­sten der Zeit­ar­beit ändern? Na klar, das hilft den Aktio­nä­ren, sie bekom­men mehr Divi­den­de: Schnel­le Kün­di­gung und befri­ste­te Ver­trä­ge heben den 'pro­fit' an.

Was die Ren­te angeht bin ich tat­säch­lich stin­kig, hat mich doch die Revi­si­on schon vor der Agen­da 2010 gut 200,- €uro net­to geko­stet. Und das, obwohl ich seit Beginn der Ein­zah­lung in das Ren­ten­sy­stem stets den Höchst­satz (!) an Bei­trä­gen gezahlt habe.

Dabei hat Frau Nah­les in den Tagen seit Arbeits­auf­nah­me der rein ver­wal­ten­den Regie­rung Mer­kel III mehr­fach den Wün­schen der CDU/CSU nach­ge­ge­ben und das auch noch ver­sucht als 'hef­ti­gen Wider­stand' und Stand­fe­stig­keit hin­sicht­lich vor der Wahl getrof­fe­ner Ver­spre­chen zu ver­kau­fen. Der Kurs­wech­sel erfolg­te meist erst, wenn es zu hef­tig­sten Unmuts­äu­ße­run­gen in der Basis und der Bevöl­ke­rung kam:
Regie­ren nach Umfragewerten?
Was für ein Armutszeugnis!

Was wird denn nun für die AGENDA 2025 vorgeschlagen?
Nicht wirk­lich Greif­ba­res. Ich sehe da ledig­lich mar­gi­na­le Ände­run­gen - und wie soll das mit den Ren­ten denn gere­gelt wer­den? Wenn jetzt nicht wie­der erhöht wür­de kommt es zu mas­sen­haf­ter Altersarmut.

Wie wäre es denn, wenn die SPD in der EU - gegen die erklär­te Absicht der CDU/CSU - mit dafür wer­ben wür­de die Unter­neh­mens­be­steue­rung zu har­mo­ni­sie­ren und die Groß­kon­zer­ne da Steu­ern zah­len zu las­sen wo sie ihr Geld verdienen?
An sowas traut sich Frau Nah­les frei­lich nicht, da wäre Rück­grat gefragt, und das ist der SPD schon lan­ge abhan­den gekommen.

Die SPD wird wahr­schein­lich unter­ge­hen. Sie wird es wohl nicht schaf­fen, sich zu alter Grö­ße zu ent­wickeln. Weil die Füh­rungs­mann­schaft es nicht übers Herz brin­gen wird sich auf die Wur­zeln der Sozi­al­de­mo­kra­tie zu besin­nen und den Kampf gegen rech­te Strö­mun­gen (CDU/CSU ein­ge­schlos­sen) bewußt zu füh­ren und sich end­lich wie­der mit der Lin­ken soli­da­risch zu ver­hal­ten. Seit den 20er Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts, als die SPD durch den Kampf gegen Ur-SPD und KPD die Lin­ke zer­split­ter­te, dadurch ver­riet und so den Nazis die Initia­ti­ve über­ließ, Wei­mar zu Fall zu brin­gen, steht eine Umkehr sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Poli­tik im Raum. 

Was mit Weh­ner und Brandt noch mach­bar erschien ist mit der heu­ti­gen SPD nicht mehr zu erreichen.

Wenn es also über­haupt noch etwas mit der SPD wer­den soll dann nur, wenn sie nicht ver­sucht eine irgend­wie sozia­le­re CDU zu wer­den, wenn sie dem Neo-Libe­ra­lis­mus abschwört, und sich auf Soli­da­ri­tät mit ande­ren links aus­ge­rich­te­ten Par­tei­en ein­läßt. Mit denen gemein­sam etwas für ihr frü­he­res Kli­en­tel, die Men­schen, die mit Arbeit Geld ver­die­nen, ein­tritt, und nicht mehr 'umfällt'.
 

bookmark_borderSchule, Bildung, Chancengleichheit
  ** edit/update ** [12.10.2018]

Nicht jedes Kind ist zu Allem fähig, und wenn man sich ein­sei­tig nur mit der sozia­len Her­kunft befaßt greift das zu kurz.

Es stimmt sicher, dass es unter­schied­li­che Aus­gangs­si­tua­tio­nen gibt, doch wenn Kin­der in (kon­fes­si­ons­frei­em) Kin­der­gar­ten sind, nivel­liert sich der Unter­schied der Eltern­häu­ser. Dazu müs­sen die Kin­der natür­lich den Kin­der­gar­ten besu­chen, wes­we­gen ich es für sinn­voll hiel­te das so wie den Schul­be­such zu regeln! Wenn von Inte­gra­ton die Rede ist gehört das vor­ran­gig dazu, sonst haben wir die Situa­ti­on wie bei den Tür­ken und Rus­sen, dass die Kin­der wegen man­geln­dem häus­li­chen Inter­es­se & Ver­ständ­nis / man­geln­der häus­li­cher Zuwen­dung bil­dungs­mä­ßig zurück bleiben.

Das Ergeb­nis kann man in den Groß­städ­ten, aber zuneh­mend auch in länd­li­chen Gegen­den sehen.

Legt man die Gauß'sche Ver­tei­lung zugrun­de, so gibt es Unter­schie­de bei der Lei­stungs­fä­hig­keit - dies ist kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung, son­dern eine natur­wis­senschft­li­che Tat­sa­che. Dass es von inter­es­sier­ten Krei­sen (Poli­ti­ker von rechts) fehl­in­ter­pre­tiert wird macht den Wahr­heits­ge­halt der grund­sätz­li­chen Aus­sa­ge nicht etwa 'unwahr'. Auch das gehör­te in die­sem Zusam­men­hang ein­mal aus­drück­lich dar­ge­stellt und damit aufgeklärt.

Wo bestimmt die Chan­cen­gleich­heit aus­ge­he­belt ist:
Hier­hin gehört die Erzie­hung von soge­nann­ten "Eli­ten" in Eli­te­schu­len, meist pri­vat und im Stil­len, ohne viel öffent­li­che Dar­stel­lung arbei­tend. Wer schickt sei­ne Kin­der da hin? War­um wer­den Kin­der dort­hin geschickt? Wie steht es um die fami­liä­ren Ket­ten­be­ru­fe bei denen Eltern durch die­se spe­zi­el­len Ver­bin­dun­gen in Pri­vat­schu­len und eige­ne Posi­tio­nen in Ver­wal­tung, Staats­dienst ganz all­ge­mein und Poli­tik ihren Nach­wuchs eben­da unterbringen?

Schließ­lich ist noch die Fra­ge im Raum war­um die Finan­zie­rung von Bil­dung trotz gegen­tei­li­ger Lip­pen­be­kennt­nis­se so schwach ist. Das hat den ein­fa­chen Grund, dass gebil­de­te, nicht nur zum Nach­plap­pern & Repro­du­zie­ren von gelehr­tem Stoff ange­hal­te­ne Schü­ler/-innen kri­ti­sche­re Den­ker sind als es der Poli­tik lieb ist, die seit Jahr­hun­der­ten im Ver­bund mit den Kir­chen Bil­dung & Auf­klä­rung eher bekämpft hat. Das Den­ken in Fak­ten und Bewei­sen ist weder bei Kir­chen noch bei Poli­ti­kern beliebt, daher wird viel gefor­dert und wenig getan.

Die Infla­ti­on von Abitu­ri­en­ten und nach­fol­gend natür­lich Stu­den­ten, die Auf­wer­tung von Fach­hoch­schu­len und gleich­zei­ti­ge Abwer­tung der Hoch­schul­bil­dung auf Bache­lor-/ Masters-Niveau ist doch nur dadurch mög­lich gewor­den, dass die Anfor­de­run­gen in den letz­ten 50 Jah­ren stän­dig abge­senkt wurden. 

bildung


Mehr Gym­na­sia­sten und weni­ger Real- bzw. Haupt­schü­ler sind doch nicht des­we­gen vor­han­den, weil es zu einer plötz­li­chen Explo­si­on von Intel­li­genz gekom­men ist!

 

Zu der Zeit, als ich das Gym­na­si­um besu­chen woll­te [1955], mach­te man eine ein­wö­chi­ge Auf­nah­me­prü­fung (!) um dahin zu kom­men, die vor­ran­gig gei­sti­ge Fit­ness (4 Tage), und kör­per­li­che Lei­stung (1 Tag) prüf­te, das schaff­ten etwa 20% der Grundschüler.

Aus wel­chem Grund soll­te sich die­se Rela­ti­on
in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren von 20:80 auf 80:20 umge­kehrt haben?


Wenn man die Evo­lu­ti­on als Grund­la­ge von Ver­än­de­run­gen sieht so geschieht die­se in Jahr­tau­sen­de wäh­ren­den Schwün­gen, nicht in 50 Jah­ren. Des­we­gen muß es eine Ver­än­de­rung der Bedin­gun­gen sein, die die­se Flut von Abitu­ri­en­ten und Stu­die­ren­den beschert. Sehr viel bes­ser steht es dadurch nicht in unse­rem Staa­te. Es gibt nun mehr Men­schen mit Abitur, auch mit uni­ver­si­tä­rem Abschluß - aber hilft uns das wirk­lich weiter?
Ist "Quan­ti­tät" bes­ser als "Qua­li­tät"?

 

_____________________________________________________________________ 

Abbildungen:
Bil­dungs­be­tei­li­gung und Bildungschancen

 
** edit/update **
Hier noch eine kürz­lich ver­öf­fent­lich­te Sati­stik zum The­ma "Bil­dung":

 
Infografik: Die Bildung hat sich verschlechtert | Statista Mehr Info­gra­fi­ken fin­den Sie bei Sta­ti­sta

 

bookmark_borderRaus aus der Ecke ...!

Es gab eine Zeit, in der war es nicht beson­ders klug sich gegen den Strom zu bewe­gen. Es sei denn man war bereit sein Leben zu ris­kie­ren. Das war die Zeit die nur noch weni­ge heu­te Leben­de - und wenn, dann als Kin­der - mit­ge­macht haben:
Die Zeit des soge­nann­ten "Drit­ten Reichs".

Im Osten der jet­zi­gen Repu­blik gab es nach '49 die DDR, in deren Gren­zen es auch nicht gut oder klug war sich gegen den Strom, sprich: "Deut­schen Sozia­lis­mus", mit einem stark bie­der-bür­ger­li­chen Ein­schlag, aus­zu­spre­chen. Man 'arran­gier­te' sich, mach­te Tausch­ge­schäf­te um die man­gel­haf­te Zutei­lung und Plan­wirt­schaft abzu­mil­dern .... und leb­te anson­sten ohne vie­le Illu­sio­nen in den durch das System, das Régime gesetz­ten Grenzen.

Ähn­lich war es - aller­dings bestimmt nicht lebens­ge­fähr­lich - in den Anfangs­jah­ren der Bun­des­re­pu­blik sich als "links" und/oder "ungläu­big" zu 'outen'. Das waren die Zei­ten, in denen die Kir­chen­zu­ge­hö­rig­keit über 90% betrug. Die Kol­la­bo­ra­ti­on der gro­ßen Kir­chen mit dem Hit­ler­reich wur­de nach und nach offen­bar und führ­te zu einem ersten Schub an Aus­trit­ten, der sich in den spä­ten Sech­zi­gern stei­ger­te und bis heu­te dazu geführt hat, dass es (jeweils) weni­ger evan­ge­li­sche und katho­li­sche Kir­chen­mit­glie­der gibt als Men­schen, die sich als "Athe­isten", "Huma­ni­sten" oder "Agno­sti­ker" bezeichnen.

Wis­sen hat den Glau­ben ersetzt, und das ist eine sehr erfreu­li­che Ent­wick­lung. Vor allem des­we­gen, weil damit ein Plus an per­sön­li­cher Frei­heit ein­her geht. Frei­lich, weil dazu gehö­rig, auch mit grö­ße­rer per­sön­li­cher Verantwortung.

Stel­len Sie sich selbst die Frage:
Wann war ich zuletzt in einer Kirche?

Wenn das höch­stens ein­mal im Jahr zu Weih­nach­ten war sind Sie schon der­art "kir­chen­fern", dass der Voll­zug des Aus­trit­tes längst über­fäl­lig war ....

Mein Appell an alle noch zöger­li­chen, aber 'aus­stiegs­wil­li­gen' oder 'aus­stiegs­rei­fen' Men­schen ist daher:
Tre­ten Sie jetzt aus, es wird ihnen weder per­sön­lich noch gesell­schaft­lich scha­den - Sie dür­fen aller­dings sicher sein, dass Sie nicht mehr Teil eines zer­fal­len­den, ver­rot­te­ten und grund­sätz­lich sich selbst am mei­sten die­nen­den Geld­schöp­fungs­sy­stem sind.

Es ist an der Zeit, dass die Ein­fluß­nah­me der auf weni­ger als die Hälf­te der Bevöl­ke­rung geschrumpf­ten "christ­li­chen" Reli­gio­nen end­lich been­det wird. Die Mit­glieds­zah­len bil­den - dar­ge­stellt in meh­re­ren Unter­su­chun­gen - nicht mehr die tat­säch­li­chen "Gläu­bi­gen" ab, da Vie­le nur noch auf dem Papier einer Glau­bens­ge­mein­schaft angehören.

bookmark_borderAtheismus tut Not;
Kommentierte Übersetzung

Bei *twit­ter* hat­te ich kürz­lich ein Zitat von J. B. Cor­byn (Labour; GB; you­tube-video) in der time­line das aus einem Gedicht von Per­cy Byss­he Shel­ley stammt. Nach­dem ich nun mehr von die­sem außer­ge­wöhn­li­chen Men­schen gele­sen habe muß ich sagen:
Dass ich ihn bis­her nicht kann­te war ein Versäumnis!
Aller­dings ste­he ich da wohl nicht allei­ne auf wei­ter Flur und muß mich schä­men - wie im nach­fol­gen­den Zitat zu lesen ist:

» .. Wel­cher gro­ße Dich­ter der Neu­zeit wäre in Deutsch­land so wenig gekannt wie Shel­ley? Wird sei­ne Welt­flüch­tig­keit, sein exzen­tri­scher Idea­lis­mus auch stets ein Hin­de­rungs­grund sein, daß Shel­ley irgend­wo oder irgend­wann popu­lär wer­de, so ist der Umstand doch betrü­bend, daß er, Eng­lands größ­ter Lyri­ker, der idea­le Dich­ter­phi­lo­soph, der frei­gei­stig­ste und kühn­ste aller Eng­län­der, selbst den hoch­ge­bil­de­ten deut­schen Leser­klas­sen fast ein Frem­der ist. Die Haupt­schuld an die­sem auf­fal­len­den Man­gel an Inter­es­se für den gro­ßen Dich­ter trägt jedoch der Umstand, daß unse­re Lite­ra­tur­for­scher den­sel­ben dem Publi­kum zu wenig ver­mit­telt haben. Shel­ley ist von die­sen in hohem Gra­de ver­nach­läs­sigt wor­den .. «

Für die Zeit der Ent­ste­hung (frü­hes 19. Jahr­hun­dert, 1819) han­delt es sich um ein sehr muti­ges, gewag­tes Gedicht. Schaut man den Lebens­lauf des Dich­ters an, so wird klar, dass er mit "Auto­ri­tä­ten" sei­ne Pro­ble­me hatte. 

null
 The Neces­si­ty of Atheism

Weil er sich von sei­nem Werk The Neces­si­ty of Athe­ism [Über die Not­wen­dig­keit des Athe­is­mus; First published in 1811; 1813 re-prin­ted in an expan­ded ver­si­on.] nicht los­sa­gen woll­te wur­de er der Uni­ver­si­tät Oxford verwiesen.

Per­cy Byss­he Shel­ley ertrank kurz vor sei­nem 30 Geburts­tag. Was er an Schrif­ten und Gedich­ten hin­ter­las­sen hat steht in kei­nem Ver­hält­nis zu sei­nem Alter - da gibt es vie­le Kunst­schaf­fen­de und Phi­lo­so­phen die in dop­pelt so vie­len Jah­ren nicht halb soviel geschaf­fen haben .... 

Ein Zitat aus "Vor­sicht Glos­se! Ansich­ten eines Regenwurms": 

» .. Shel­ley defi­nier­te sich selbst mit einer grie­chisch ver­faß­ten Inschrift in einer Hüt­te in den Schwei­zer Alpen: „Ich bin Phil­an­throp, Demo­krat und Athe­ist. Per­cy B. Shelley.“
Kein christ­li­cher Demo­krat also, und damit ist einer in die­sem Lan­de auch heu­te noch erle­digt, und wenn er ein Genie sein soll­te. Erle­dig­ter als erle­digt wäre aber, wer es wag­te, das gehei­lig­te Tabu Demo­kra­tie zum Gegen­stand kri­ti­scher Erwä­gun­gen zu machen.
Das tat Shel­ley, als er schrieb:
„Ich will nicht den gesun­den Men­schen­ver­stand dadurch belei­di­gen, daß ich auf der Leh­re von der natür­li­chen Gleich­heit der Men­schen bestehe.“
Im sel­ben Jah­re, 1813, schrieb er an sei­nen Freund Hogg: „Viel­leicht wirst Du sagen, daß mein Repu­bli­ka­nis­mus stolz ist; er ist gewiß weit ent­fernt von der Bier­knei­pen-Demo­kra­tie und weiß, mit wel­chem Lächeln er die ser­vi­len Bei­falls­kund­ge­bun­gen des wan­kel­mü­ti­gen Pöbels anzu­hö­ren hat.“ .. « 

Wie sie unschwer erken­nen, lie­be Lesen­de, bin ich vom Den­ken & Werk des Per­cy Byss­he Shel­ley sehr ange­tan. Nach­fol­gend befas­se ich mich nun mit sei­nen Aus­sa­gen in "The Neces­si­ty of Athe­ism". Ein­lei­tend erst ein wei­te­res Zitat, dies­mal von Shel­ley, eine Art Grundsatzerklärung:

»God is an hypo­the­sis, and, as such, stands in need of pro­of: the onus pro­ban­di rests on the theist.

[Per­cy Byss­he Shel­ley, 1810] 

Im Fol­gen­den unter­neh­me ich den Ver­such eine (sinn­ge­mä­ße) Über­set­zung zu lie­fern, die stel­len­wei­se eine Ver­ein­fa­chung bzw. Kür­zung des Tex­tes bedingt - ohne deren grund­sätz­li­che Aus­sa­ge zu ver­fäl­schen. Grund­la­ge ist der Text unter die­sem Link → https://en.wikisource.org/wiki/The_Necessity_of_Atheism_(Shelley), den ich inter­es­sier­ten Lesern, die über ver­tief­te Eng­lisch­kennt­nis­se ver­fü­gen, zur Lek­tü­re emp­feh­len möch­te. Dort ist - gegen­über der hier geschrie­be­nen ver­kürz­ten Fas­sung - der kom­plet­te Text zu finden.

Glau­be, so stellt Shel­ley fest, ist eine Über­zeu­gung, deren Stär­ke, wie bei allen Über­zeu­gun­gen, direkt pro­por­tio­nal von dem Grad der Beweis­füh­rung abhängt.
Den ersten Platz neh­men dabei die Sin­ne ein.
Den zwei­ten Platz neh­men selbst gewon­ne­ne Erfah­run­gen ein.
Den drit­ten Platz neh­men die mit­ge­teil­ten Erfah­run­gen Drit­ter ein, die in die eige­ne Erfah­rung ein­ge­gan­gen sind.

Es kann kei­ne Beweis­füh­rung akzep­tiert wer­den die der Ver­nunft ent­ge­gen steht; Ver­nunft wie­der­um basiert auf der sinn­li­chen Wahr­neh­mung. Jeder Ver­such einer Beweis­füh­rung für die Exi­stenz Got­tes kann und muß daher einer die­ser drei Beweissäu­len zuge­ord­net werden:

Jene, die behaup­ten mit ihren Sin­nen Gott wahr­ge­nom­men zu haben, sind die wahr­haft "Über­zeug­ten" - aller­dings gibt es kei­ne für Jeder­mann sicht­ba­re Erschei­nung die jemals beschrie­ben wor­den wäre. Der Gott den Theo­lo­gen beschrei­ben war und bleibt "unsicht­bar".

Es wird zwei­tens behaup­tet, Alles was ist sei undenk­bar ohne einen Schöp­fungs­pro­zeß oder eine Exi­stenz seit aller Ewig­keit. Auch das, was seit aller Ewig­keit exi­stiert müs­se einen Grund gehabt haben um exi­stent zu werden.
Sofern dies auf das Uni­ver­sum ange­wandt wer­den soll muß ein Schöp­fungs­pro­zeß bewie­sen wer­den. Die­ser Ent­wurfs­vor­gang muß bewie­sen wer­den bevor ein "Ent­wer­fer" ange­nom­men wer­den kann.
Aus unse­rer eige­nen Exi­stenz kön­nen wir eine irgend­wie gear­te­te Ursa­che für deren Ent­ste­hung anneh­men. Die­se schöp­fe­ri­sche Kraft ist nicht erklär­bar oder zu repro­du­zie­ren. Dar­aus aller­dings her­zu­lei­ten es sei eine höhe­re, all­wis­sen­de und unbe­greif­li­che Macht am Wer­ke führt nicht wei­ter, im Gegen­teil, es führt zu einer noch unwahr­schein­li­che­ren, unver­ständ­li­chen Begründung.

Drit­tens gibt es "Zeug­nis­se". Deren Wahr­haf­tig­keit kön­nen wir aber nur glau­ben, wenn die Annah­me zutref­fend ist, dass die­se Zeu­gen frei­wil­lig und ohne Zwang (durch Andro­hung ewi­gen Lei­des oder Beloh­nung) die­se Erschei­nun­gen erlebt haben. Soll­ten dar­an Zwei­fel sein, so sind der­ar­ti­ge Zeug­nis­se zu ver­wer­fen. Nur die­je­ni­gen Per­so­nen die mei­nen das erlebt zu haben kön­nen es glau­ben - für Ande­re ist es kein Beweis und daher wertlos.

Nach Begut­ach­tung die­ser drei Säu­len ergibt sich der Schluß, dass es für die Exi­stenz eines krea­ti­ven Got­tes kei­ner­lei Bewei­se gibt. Wer also glaubt erliegt einem Trug­schluß des eige­nen Gei­stes. Wenn jemand dem­ge­gen­über nicht glaubt, so ist das kei­ne bestra­fens­wer­te Tat. Hin­ge­gen schei­nen die­je­ni­gen, die glau­ben, gezwun­gen zu sein ihre Fehl­ein­schät­zung zu revi­die­ren. Jeder den­ken­de Geist muß daher aner­ken­nen: Es gibt kei­ner­lei Bewei­se für die Exi­stenz eines Gottes.

[Wei­ter führt Shel­ley aus wel­che Gedan­ken­gän­ge sich anschlie­ßen kön­nen - und stellt schließ­lich fest, dass sie alle­samt um den zen­tra­len Punkt der Gren­zen unse­res (der­zei­ti­gen) Wis­sens krei­sen. Näh­me man einen Gott an, so sei­en die Fähig­keit zu Ver­stan­des­lei­stung, Phi­lo­so­phie, Rechts­emp­fin­den, und Allem was den Men­schen dazu bringt nach Tugend zu stre­ben, hinfällig.]

Wenn wir unse­re Vor­stel­lun­gen von der Gott­heit erklä­ren wol­len, müs­sen wir zuge­ben, daß der Mensch durch das Postu­lat "Gott" nie­mals die Ursa­che des­sen, was er sah, erklä­ren konn­te; er hat die­se Erklä­rung nur dann gebraucht, wenn ein Ein­fluß der natür­li­chen und bekann­ten Ursa­chen nicht mehr erkenn­bar war. Sobald Men­schen am Ende ihres Wis­sens waren, oder wenn ihr Ver­stand den Ereig­nis­sen nicht mehr fol­gen konn­te, kürz­ten sie die Schwie­rig­keit ab und been­de­ten For­schun­gen, indem Gott als letz­te Ursa­che bezeich­net wur­de. Das heißt, was jen­seits aller Ursa­chen war, war dann "Got­tes Werk". So wie­sen Men­schen aber, wenn sie wegen Faul­heit (zu Den­ken) oder wenn sie an Gren­zen ihres Wis­sens stie­ßen, einer unbe­kann­ten Ursa­che eine vage Bezeich­nung zu. Jedes Mal, wenn wir sagen, dass Gott der Urhe­ber eines Phä­no­mens ist, bedeu­tet das, dass wir nicht wis­sen, wie ein sol­ches Phä­no­men mit Hil­fe von Kräf­ten oder Ursa­chen funk­tio­nie­ren konn­te, die wir in der Natur kennen.

Wenn also Unfä­hig­keit natür­li­che Phä­no­me­ne zu erklä­ren zur Schaf­fung von Gott (Göt­tern) geführt hat, kann Erkennt­nis (Erklä­rung die­ser Tat­sa­chen) umge­kehrt zu ihrer Abschaf­fung beitragen.

Mit die­ser Aus­sa­ge möch­te ich hier abschlie­ßen. Die wei­te­ren Aus­füh­run­gen bei Shel­ley befas­sen sich mit Über­lie­fe­rung, der Rol­le von Insti­tu­tio­nen, der Abwä­gung des Auf­wan­des für Reli­gi­on einer­seits und Erkennt­nis der natur­wis­sen­schaft­li­chen Zusam­men­hän­ge andererseits.

Schließ­lich stellt Shel­ley die Frage:


".. If God wis­hes to be known, che­ris­hed, than­ked, why does he not show hims­elf under his favorable fea­tures to all the­se intel­li­gent beings by whom he wis­hes to be loved and adored? .."

[Wenn Gott gekannt, geschätzt und bedankt wer­den will, war­um zeigt er sich nicht mit all sei­nen Vor­zü­gen den intel­li­gen­ten Wesen gegen­über, von denen er geliebt und ver­ehrt wer­den möchte?]

Das ist eine Fra­ge die mir gefällt. Ich glau­be(!) aller­dings nicht, dass sie mir noch vor mei­nem Able­ben beant­wor­tet wer­den wird.

________________________________________________________ 



Das Zitat aus die­sem Gedicht war der letz­te Absatz:
 

"Stand ye calm and resolute,
Like a forest clo­se and mute,
With fold­ed arms and looks which are
Wea­pons of unvan­quis­hed war.

And if then the tyrants dare,
Let them ride among you there;
Slash, and stab, and maim and hew;
What they like, that let them do.

With fold­ed arms and ste­ady eyes,
And litt­le fear, and less surprise,
Look upon them as they slay,
Till their rage has died away:

Then they will return with shame,
To the place from which they came,
And the blood thus shed will speak
In hot blus­hes on their cheek:

Rise, like lions after slumber
In unvan­quis­ha­ble number!
Shake your chains to earth like dew
Which in sleep had fal­len on you:
Ye are many — they are few!
"

Über­set­zung des letz­ten Absatzes
„Erhebt euch wie Löwen nach dem Schlummer
In unüber­wind­li­cher Zahl –
Schüt­telt eure Ket­ten ab wie Tau,
Der im Schlaf auf euch gefal­len ist –
Ihr seid vie­le – sie sind wenige.“

________________________________________________________ 



(* 04. August 1792 in Field Place, Sus­sex; 08. Juli 1822 im Meer bei Viar­eggio in der ita­lie­ni­schen Pro­vinz Tos­ka­na; bri­ti­scher Schrift­stel­ler der eng­li­schen Roman­tik, Ver­fech­ter des Atheismus)

 

bookmark_borderFragen Sie sich auch ....

null

Fra­gen Sie sich auch wohin die gol­de­ne Sta­tue von Erdo­gan zeigt?
Wenn Sie jetzt etwa dach­ten er zeigt auf sei­nen schö­nen gol­de­nen Prä­si­den­ten­pa­last - dann lie­gen sie falsch.
null
Ich kann hel­fen. Denn bei Tag wur­de deutlich:
Der Herr Erdo­gan zeigt auf einen Luft­bal­lon, der sich im Baum ver­fan­gen hat.

nullDa sind wir aber froh. 

So vie­le Poli­zi­sten haben dafür gesorgt, dass der Luft­bal­lon unver­sehrt an die klei­ne Elin zurück gege­ben wur­de. Wie nett von dem Herrn Erdo­gan, dahin zu zei­gen wo der Luft­bal­lon sich befin­det, wo er doch so viel um die Ohren hat. 

Wäh­rend ande­re Staats­män­ner nur so vor sich hin regie­ren muß er sich ganz allei­ne gleich­zei­tig um Legis­la­ti­ve, Exe­ku­ti­ve und Judi­ka­ti­ve kümmern ....

bookmark_borderKryptisches ....

Die­se oben­ste­hen­den Begrif­fe las ich kürz­lich als Beschrei­bung des­sen, was in einem "Gesund­heits­blog" künf­tig zu fin­den sein wer­de .... kön­nen Sie, lie­be Lesen­de, sich vor­stel­len wel­che The­men da gemeint sein kön­nen? Mir erschließt es sich nicht, obwohl ich gut 35 Jah­re im Gesund­heits­sek­tor der hei­mi­schen Wirt­schaft tätig war.