bookmark_borderWas in Deutschland gut läuft .... und was nicht!

In fin­ste­ren Zei­ten und unter den schwie­ri­gen Bedin­gun­gen der aktu­el­len Bedro­hung ist es immer gut Opti­mis­mus zu ver­brei­ten. Wer schon von schlimm­sten Bot­schaf­ten genug hat, weil sie Tag für Tag wie­der­holt und von Tag zu Tag schlim­mer wer­den, der freut sich dar­auf end­lich ein­mal etwas Posi­ti­ves zu lesen.

Würd' ich ja gern bedie­nen, die­sen Wunsch. 

Aber nur weil Coro­na durch das Land, die Welt wütet, sind all die ande­ren Schreck­lich­kei­ten nicht plötz­lich weg und unser Staats­we­sen nicht eben­so plötz­lich zu einem men­schen­freund­li­chen Wohl­fühlstaat mutiert.

Beim hpd (Huma­ni­sti­scher Pres­se­dienst) hat Con­stan­tin Huber die rosa­ro­te Bril­le auf­ge­setzt und einen Kom­men­tar zum The­ma "Was in Deutsch­land gut läuft" geschrie­ben. Falls Sie es noch nicht gele­sen haben emp­feh­le ich das zu tun bevor Sie hier wei­ter lesen, weil ich mich dar­auf beziehe. 

Huber teilt sei­nen Arti­kel in sechs Schrit­te, Unter­the­men und betrach­tet die posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen in Kon­trast zu dem, was man­cher­orts an Nega­ti­vem zu lesen ist. Die Kapitelinhalte:

1. Recht und Gesetz, Gleich­heit vor dem Gesetz, Rechts­si­cher­heit und Abwe­sen­heit von Staatswillkür;
2. Öffent­li­cher Rund­funk als Bei­spiel für "Qua­li­täts­jour­na­lis­mus";
3. Kli­ma- und Umwelt­schutz als all­ge­mei­ner gesell­schaft­li­cher Konsens;
4. Gesund­heits­we­sen und Lebenserwartung;
5. Gewal­ten­tei­lung und Meinungsfreiheit;
6. Bil­dung, Ver­kehr und Industrie. 

Zu 3. und 5. habe ich kei­ne Anmer­kun­gen, da decken sich die Aus­sa­gen von Herrn Huber weit­ge­hend mit dem, was ich so ähn­lich geschrie­ben hät­te - doch zu den ande­ren Punk­ten gab es so man­ches zu ergän­zen und rich­tig zu stel­len. Das habe ich in Form eines Leser­brie­fes ("Kom­men­tar") getan. Nach­fol­gend der Text:

Auf die Gefahr hin mich als *Spiel­ver­der­ber* darzustellen:
Das rosi­ge Bild von den posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen hat doch hier und da ein paar schmut­zi­ge Flecken .... 

zu 1.
Pro­mi­nenz & viel Geld sowie ein Netz­werk in die Poli­tik sind bestimmt geeig­net zu mil­de­ren Urtei­len zu füh­ren. Höneß ist da ein Beispiel.

zu 2.
(Öffent­li­cher) Rund­funk & Fern­se­hen sind in den 'Bera­tungs­gre­mi­en' (Bei­rä­te) und in den Redak­ti­ons­spit­zen durch­seucht von christ­li­chen Eife­rern, die die mora­lin­saure Grund­ein­stel­lung der Groß­kir­chen den Medi­en auf­drücken und eine fak­ten­ba­sier­te Welt­sicht ver­hin­dern. Zu vie­le der hoch­ran­gi­gen Mit­ar­bei­ter sind zugleich auf den Hono­rar­li­sten der Kir­chen und set­zen prak­tisch durch was gesell­schaft­lich schon über­holt ist.
Abtrei­bung und Ster­be­hil­fe sind da trau­ri­ge Beispiele.

zu 4.
Bedau­er­li­cher­wei­se gab es bis­her noch kei­nen Gesund­heits­po­li­ti­ker der es geschafft hät­te den Schwer­punkt der Aus­ga­ben so zu ver­schie­ben, dass die Arbei­ten­den bes­ser bezahlt wer­den und statt­des­sen die Arz­nei­mit­tel­ko­sten ein­ge­fro­ren wer­den. Unse­re Arz­nei­mit­tel­ko­sten lie­gen nach den USA an der Spit­ze. Das es preis­wer­ter geht bewei­sen die süd­eu­ro­päi­schen Län­der mit Preis­li­mits, und die Unter­neh­men lie­fern trotz­dem wei­ter da hin .... ein Blut­druck­sen­ker hier in D 47,- €, das glei­che Pro­dukt in Spa­ni­en unter 10,- €!

zu 6.
Das die letz­te Koali­ti­on die Auto­bah­nen im Eil­ver­fah­ren am Ende ihrer Amts­zeit aus öffent­li­cher Hand gelöst und pri­va­ti­siert hat (obwohl das anders genannt wur­de um die öffent­li­che Empö­rung zu ver­hin­dern), und schon wesent­li­che Strecken in drei Wel­len an pri­va­te Kon­sor­ti­en abge­ge­ben wur­den, ist ein Skan­dal.

Der glei­che Mini­ster, Herr Scheu­er, hat es nicht geschafft die flä­chen­decken­de Ver­sor­gung mit Inter­net­dien­sten zu gewähr­lei­sten - auch da zah­len wir hier ver­gleichs­wei­se über­höh­te Prei­se: 5GB für das Mobil­te­le­fon kosten drei­mal soviel wie (ein Bei­spiel) Spa­ni­en, und dort sind die Aus­bau­ko­sten wegen der gro­ßen Ent­fer­nun­gen sehr viel höher! Das trifft auch auf son­sti­ge Daten­vo­lu­mi­na zu - über­höh­te Prei­se die im inter­na­tio­na­len Ver­gleich stets an der Spit­ze ste­hen, bei der Lei­stung auf den letz­ten Plät­zen dümpeln.

Was über­haupt nicht erwähnt ist:
Die sozia­le Ungleich­heit, her­vor­ge­ru­fen dadurch, dass der Han­del mit/von Geld weit­ge­hend steu­er­frei läuft, wäh­rend Erwerbs­ar­beit gera­de auch in unte­ren Ein­kom­mens­klas­sen viel zu hoch besteu­ert wird ... von den Ver­brauchs­steu­ern ganz zu schwei­gen, die im Ver­gleich zu Steu­ern auf Luxus­ar­ti­kel unge­recht sind. Bei einem Ein­kom­men von 10.000 € sind 19% auf ein Auto erträg­li­cher als bei 2.000 €, weil der Rest­be­trag im letz­te­ren Fall den Käu­fer unter die Armuts­gren­ze drückt. 

Von den Grund­rechts­ver­let­zun­gen und -ein­schrän­kun­gen in angeb­li­cher "Gefah­ren­ab­wehr" und für eine dif­fu­se "Sicher­heit" will ich gar nicht erst anfangen:
Es ist mathe­ma­tisch zu bewei­sen, dass es unmög­lich ist mit irgend­ei­ner Art von Maß­nah­men (scree­ning, Daten­aus­wer­tun­gen) Sicher­heit her­zu­stel­len. Je grö­ßer die Zah­len der Über­wach­ten sind, desto grö­ßer ist die Feh­ler­quo­te - wor­aus folgt, dass sich genau dar­in die *mit posi­ti­ven Merk­ma­len iden­ti­fi­zier­ten* befin­den kön­nen .... der gesam­te Auf­wand 'für die Katz', wie es so schön im Volks­mund heißt.

Sehr auf­schluß­reich sind wei­te­re Kom­men­ta­re zu die­sem Bei­trag beim hpd
https://hpd.de/comment/61238#comment-61238
https://hpd.de/comment/61240#comment-61240

bookmark_borderFrühwarnanzeige

.. My grand­pa was a trucker, and my hus­band also works in logi­stics and the best ear­ly war­ning is real­ly in the flow of goods. Are the truck com­pa­nies recrui­ting or not? If they are it’s becau­se the manu­fac­tu­r­ers are making and sel­ling. If not, they aren’t and no mat­ter what the rhe­to­ric out of DC is our eco­no­my is not strong .. 

Über­set­zung: Mein Opa war Trucker, und mein Mann arbei­tet auch in der Logi­stik und die beste Früh­war­nung liegt wirk­lich im Waren­fluss. Rekru­tie­ren die Lkw-Unter­neh­men oder nicht? Wenn ja, dann des­halb, weil die Her­stel­ler pro­du­zie­ren und ver­kau­fen. Wenn nicht, tun sie es nicht und egal, wie die Rhe­to­rik aus DC [der US Regie­rung] lau­tet: Unse­re Wirt­schaft ist nicht stabil.

Stel­len sie sich, lie­be Lesen­de, ein­mal vor kein LKW wür­de mehr fahren.
Spä­te­stens Anfang näch­ster Woche wären die Rega­le in allen Super­märk­ten leergefegt.
Dann beginnt der gro­ße Hunger.
Irgend­wann sind die häus­li­chen Vor­rä­te völ­lig weg:
In den USA hat fast jeder eine Waf­fe - die wird sicher nicht zu Hau­se lie­gen blei­ben wenn der Hun­ger die Men­schen umtreibt. Als näch­stes kommt es zu Plün­de­run­gen und Über­grif­fen auf Men­schen, bei denen noch Vor­rä­te ver­mu­tet werden.

Sie hal­ten das für übertrieben?
Dann haben Sie noch nicht - wie ich heu­te Abend, ca. 22:00h - erlebt, dass zwei Men­schen auf­ein­an­der los gehen weil sie bei­de die letz­te Packung Küchen­pa­pier­rol­len haben wol­len .... über­all ste­hen Wach­leu­te her­um um ein­zu­grei­fen, wenn sowas pas­siert und alle Zivi­li­sa­ti­ons­zwän­ge fal­len gelas­sen werden.
Da kön­nen wir froh sein, hier stren­ge­re Waf­fen­ge­set­ze zu haben.

Und ich dachte:
Da geh' ich lie­ber am Abend ein­kau­fen, dann ist nicht soviel los ...!

bookmark_borderDem drohenden Mangel begegnen ....

oder: Toi­let­ten­pa­pier - wenn es alle ist kommt die Reue zu spät

Nen­nen Sie es 'pedan­tisch' oder 'gestört' oder irgend­wie anders .... aber hier kann ich Ihnen bewei­sen, wie eine recht­zei­ti­ge Bestands­auf­nah­me des Haus­halts­ver­brau­ches spä­ter zur eige­nen Beru­hi­gung beiträgt.
(Die eng­li­sche Bezeich­nung *peace of mind* [Frie­de des Ver­stan­des, See­len­frie­den] gefällt mir besser).

("click!" auf die Abbil­dun­gen vergrößert)

Wie unschwer zu erken­nen ist liegt der mitt­le­re Ver­brauch bei einer Rol­le Toi­let­ten­pa­pier in ca. 5,5 Tagen. Was bedeu­tet, dass mein Bestand von sie­ben Rol­len für ca. 38 Tage aus­rei­chen wird, sofern nicht eine schwer­wie­gen­de Gesund­heits­be­ein­träch­ti­gung - wie etwa eine Durch­fall­erkran­kung - mich ereilt.

DAS nen­ne ich *peace of mind*!
{Nun wis­sen Sie auch, war­um so vie­le Men­schen das Toi­let­ten­pa­pier 'hor­ten': Sie haben kei­nen blas­sen Schim­mer wie viel sie tat­säch­lich ver­brau­chen - wes­we­gen sie den Ver­brauch viel zu hoch ein­schät­zen und hamstern ...!}

bookmark_borderSchriftwechsel (mit einem Kundenservice)

Es geht um einen Rauch(warn)melder, der neu ange­bracht wer­den soll.
Die Bedie­nungs­an­lei­tung (bes­ser: Mon­ta­ge­an­lei­tung) ist mir nicht deut­lich genug gewe­sen - ich fand nicht, was im Text ange­spro­chen war.

Aber lesen Sie selbst:
("click!" auf die Abbil­dun­gen vergrößert)

Wie Sie, lie­be Lesen­de, sofort erkannt haben, geht es hier nicht um CORONA. Mit Absicht. Wir brau­chen etwas um uns wie­der ein­mal 'schmun­zeln' zu las­sen in die­ser so trü­ben, ange­spann­ten Zeit.

bookmark_borderJedoch der schrecklichste der Schrecken,
das ist der Mensch in seinem Wahn   [Fr. v. Schiller; Glocke, Z.381]

* edit * ACHTUNG:
Hier ist nicht die durch­aus berech­tig­te Furcht vor Ansteckung und das Ergrei­fen von Schutz­mass­mah­men gemeint!
Woge­gen ich hier argu­men­tie­re ist ledig­lich die sinn­lo­se Hor­tung von Mate­ria­li­en aus dem Hygie­ne­be­reich, Back­ar­ti­keln und Alles rund um Nudelgerichte.
* /edit *

Die Hyste­rie um das Coro­na­vi­rus [COVID-19] nimmt wahr­haf­tig unvor­stell­ba­re For­men an.
Ver­ein­facht berech­net (Stand 13.03.2020; 15:00 Uhr) waren 1.930 Infek­ti­ons­fäl­le in der Gra­fik dar­ge­stellt, ins­ge­samt ca. 3.000 bekannt.

[Bild­quel­le]


Das ent­spricht 0,0025% der Geamtbevölkerung.
Das sind unge­fähr zwei Tau­send­stel eines Pro­zen­tes - oder anders ausgedrückt:
In einer lee­ren Bier­fla­sche befindet
sich nur noch ein ein­zi­ger Trop­fen!

 
Die Rega­le für Toi­let­ten­pa­pier, Back­zu­ta­ten, Haus­halts­rol­len und Fer­tig­ge­rich­ten, sowohl bei unse­rem ört­li­chen Ede­ka- wie beim REWE-Markt, waren leer.

Was soll denn wer­den, wenn es ein­mal eine rich­tig ern­ste Situa­ti­on gibt?
Den­ken die Men­schen, die jetzt schon anfan­gen der­art zu hor­ten, eigent­lich noch nach?

Wie sich die Ereig­nis­se wie­der­ho­len → 0,003% ....

Dazu mein Video → HIER

bookmark_borderTante Emmi hat das auch geholfen ....

[Bild­quel­le]

Es graust mich immer wie­der wenn ich "Erfolgs­ge­schich­ten" als Beweis für irgend­ei­ne Behand­lung, Diät oder Lebens­wei­se lesen muss. Sie kom­men ein­fach nicht dar­auf sich ein­mal mit *rich­ti­ger Wis­sen­schaft* zu beschäf­ti­gen vor lau­ter G'schaftlhuberei [Drit­ter Absatz].
Wer sich andau­ernd rund­um ver­tei­di­gen zu müs­sen glaubt hat wahr­schein­lich wenig Zeit etwas kon­kret zu stu­die­ren, da muss eben Mei­nung her­hal­ten anstatt Bewei­se zu prä­sen­tie­ren. Ein ande­rer Teil die­ser Über­zeug­ten hat das anson­sten eher reli­gi­ös begrün­de­te Sen­dungs­be­wusst­sein, das *Welt­ret­ter-Syn­drom*.

Mein kürz­lich ver­stor­be­ner Schwie­ger­va­ter, er wur­de 95, hat Zeit sei­nes Lebens eine def­ti­ge Brot­zeit geschätzt. Er lieb­te Schin­ken, Aal und geräu­cher­te Mett­würst­chen. Sein Bier­chen und ab und an ein Schnäps­chen hat er mit Genuß getrun­ken. Bis vor ein paar Jah­ren sei­ne aus­ge­such­ten kuba­ni­schen Zigar­ren geraucht und war bis zwei Wochen vor sei­nem Tod min­de­stens drei Mal in der Woche unter­wegs. Je ein­mal in einer sei­ner drei bevor­zug­ten Knei­pen. Wegen der Gesel­lig­keit, und weil es da Sol­ei­er und Bou­let­ten vom Tre­sen gab.

Jetzt wäre es bil­lig dage­gen zu hal­ten und den Vega­nern das Bei­spiel um die Ohren zu hau­en. Ich begnü­ge mich damit es hier so auf­ge­schrie­ben zu haben wie es war.


Sehen Sie an die­sem Bei­spiel doch bit­te die Gemein­sam­keit, nicht das was trennt:
Da ist näm­lich die Tat­sa­che, dass ein ein­zel­ner Fall - mag er auch noch so über­zeu­gend dar­ge­stellt wer­den - nie der "Beweis" für eine Annah­me sein kann. Es ist eine anek­do­ti­sche Bege­ben­heit, mehr nicht.
 

 
Anders als die Vega­ner käme ich nicht auf die Idee, die­se Lebens­art mei­nes Schwie­ger­va­ters zu einer Bewe­gung "Wie wer­de ich min­de­stens 95 Jah­re alt" machen zu wol­len .... es reicht schon, wenn ande­re ihr "Sen­dungs­be­wusst­sein" ausleben.

 

bookmark_borderBehörden: 'Ruhen' in sich selbst ....

Ein lan­ges Leben bringt vie­le Erfah­run­gen mit sich - nicht alle sind ange­nehm. Glück­li­cher­wei­se sind doch die posi­ti­ven Erleb­nis­se unterm Strich für die mei­sten Men­schen in der Überzahl.

Wir gehen zurück in das Jahr 1974
.
Es herrsch­te Leh­rer­man­gel, ins­be­son­de­re in den Natur­wis­sen­schaf­ten. Da ich mir sowie­so nicht im Kla­ren war ob ich wei­ter das Diplom in Bio­lo­gie oder Lehr­amt Biologie|Chemie ver­fol­gen soll­te - die­se Ent­schei­dung muss­te nach dem gera­de bestan­de­nen Vor­di­plom getrof­fen wer­den - kam das Ange­bot an einem Gym­na­si­um als Bio­lo­gie- & Che­mie­leh­rer zu arbei­ten gera­de recht.

So begann ich nach den Som­mer­fe­ri­en mei­ne *Lehr­erlauf­bahn*, die ins­ge­samt 18 Mona­te dauerte.

Alles war gut:
Die Kol­le­gen freund­lich und hilfs­be­reit, die Klas­sen 7 bis 9 zwar in schwie­ri­gem Alter, aber begei­ste­rungs­fä­hig und als die ersten leben­den Tie­re in den Unter­richt kamen kaum noch zu brem­sen. Ins­be­son­de­re der Abschnitt 'Spin­nen' wur­de zum Höhe­punkt unter­richt­li­chen Schaf­fens. Da natür­lich eini­ge Spin­nen - ver­se­hent­lich oder absicht­lich war nicht zu ermit­teln - aus den Auf­be­wah­rungs­ge­fä­ßen in den Klas­sen­raum ent­wisch­ten. Was bei einem Teil der Schüler:innen zu mit laut­star­ken Schreckens­ru­fen beglei­te­ten Flucht­re­ak­tio­nen führ­te .... und dann stand plötz­lich der Direk­tor in der Tür um nach dem Rech­ten zu sehen!
Er wur­de 'ein­ge­weiht' und ich hat­te den Ein­druck, dass sei­ne Ver­weil­dau­er sich schon des­we­gen ver­kürz­te, weil er kei­nem der aus­ge­büch­sten Spin­nen­tie­re begeg­nen wollte.

Der unan­ge­neh­me Teil war der Umgang mit dem Regie­rungs­prä­si­di­um.
Das war für die Bezah­lung zustän­dig. Mein Ver­trag war ein­fach gestal­tet: Zunächst auf ein Jahr befri­stet, fester Zahl­be­trag jeweils zum 15. eines Monats; erste Zah­lung für zwei Wochen am 15. des ersten Monat, danach jeweils ein vol­ler Monats­be­trag. Urlaub gab es nicht - aber unter­richts­freie Zeit immer dann, wenn das Gym­na­si­um wegen Feri­en geschlos­sen war und die Zah­lung durch­ge­hend, als ob stän­dig unter­rich­tet würde.

Als ich nach dem zwei­ten Zahl­tag, also nach ein­ein­halb Mona­ten, immer noch kein Geld auf dem Kon­to hat­te rief ich bei der im Ver­trag benann­ten Zahl­stel­le an, Akten­zei­chen, Ver­trags­da­tum und ande­re Unter­la­gen parat.

"Die Kol­le­gin die das bear­bei­tet macht gera­de Urlaub"
säu­sel­te die Dame am ande­ren Ende der Lei­tung als ich fer­tig war ihr zu erklä­ren was mein Anlie­gen sei. Ich sag­te sowas wie 'na, dann wird sie sich hof­fent­lich gut erho­len' um dann fort­zu­fah­ren 'wer ver­tritt sie denn?'
"Für die paar Tage bleibt halt 'mal etwas lie­gen", beschied mich die Kol­le­gin und setz­te nach "Sie wer­den ja bestimmt noch Reser­ven haben. Das dau­ert jetzt auch nicht mehr so lan­ge und wenn die Kol­le­gin aus dem Urlaub kommt geht es ganz fix!"

Ging es nicht.
Auch zur näch­sten Aus­zah­lungs­run­de war ich nicht dabei - und schon war ich wie­der am Tele­fon. Dies­mal hat­te ich die zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­te­rin am Telefon.
"Ich kann ihre Akte nicht fin­den!" war die erste Äuße­rung als ich erklärt hat­te war­um ich anrief. Ich wies dar­auf hin, dass die Kol­le­gin die Akte zu Rate gezo­gen hat­te und ich *dem Amte daher bekannt* sein müss­te. "Da wer­de ich mit der Kol­le­gin spre­chen und kei­ne Sor­ge, hihi, wir wer­den Sie schon wie­der­fin­den", es ertön­te ein glocken­hel­les Lachen von Frau Peters in die Lei­tung und ich war bestimmt nicht in der Ver­fas­sung mit zu lachen. "Beim näch­sten 'Zah­lungs­lauf' sind Sie bestimmt dabei!" been­de­te sie das Gespräch.

Der näch­ste Zahl­tag war ver­stri­chen, nach mitt­ler­wei­le drei­ein­halb Mona­ten war mein Kon­to leer­ge­fegt, der Dis­po aus­ge­reizt und die net­te Dame bei der Spar­kas­se schau­te mich sehr ungläu­big an als ich ihr das Dilem­ma erläu­ter­te. "Da müs­sen Sie selbst hin­ge­hen", sag­te sie, "das wird nichts, wenn sie nicht dort vorsprechen!" 

Nach eini­gem Suchen - die ver­schie­de­nen Dienst­stel­len waren über meh­re­re histo­ri­sche Gebäu­de in Han­no­ver ver­teilt - fand ich die bear­bei­ten­de Stel­le und der Pfört­ner woll­te mich nicht rein­las­sen. Als ich ihm die Geschich­te erzählt hat­te wur­de er schon zugäng­li­cher und erklär­te "Dann will ich mal bei der Frau Peters¹ Bescheid geben, dass Sie hier sind und mit ihr spre­chen wollen."
Er wähl­te, es klin­gel­te, nie­mand ging dran. Er ver­sucht das Nach­bar­bü­ro "Hören Sie", sagt er zu mir nach­dem er mit jeman­dem gespro­chen hat­te der im Büro neben­an resi­dier­te, noch den Hörer in der Hand, "die Frau Peters ist krank geschrie­ben, die Kol­le­gin weiß nicht, wann sie wie­der kom­men wird." Ich sage, schon in der Erwar­tung, dass es wie­der eine blö­de Ant­wort gibt 'dann fra­gen Sie doch bit­te mal wer die Frau Peters ver­tritt' und er ant­wor­tet, nach­dem er das an die Gesprächs­part­ne­rin wei­ter gege­ben hat "Das steht noch nicht fest, der Herr Abtei­lungs­lei­ter legt das bei der näch­sten Dienst­be­spre­chung fest. Wenn es län­ger dau­ert bis die Frau Peters wie­der kommt. Ich schrei­be Ihnen die Num­mer auf wo sie näch­ste Woche anru­fen kön­nen um zu erfah­ren wer das jetzt bearbeitet"

Die net­te Dame bei der Spar­kas­se war jetzt nicht mehr nett und erklär­te mir, dass nach drei Mona­ten ohne Zah­lungs­ein­gang mein Dis­po gestri­chen wur­de und ich nun etwas mehr für die Über­zie­hung zah­len muss und außer­dem sei jetzt *Ende der Fah­nen­stan­ge* - kein Geld mehr vom Konto.

Mitt­ler­wei­le hat­te ich schon vier Mona­te gear­bei­tet. Gra­tis. Und all­mäh­lich wur­de ich mehr als unge­dul­dig. Der Direk­tor, dem ich das Gan­ze vor­ge­tra­gen hat­te ließ mich wis­sen "Ach wis­sen Sie, da kön­nen wir von hier nichts machen, das liegt beim Regie­rungs­prä­si­di­um und das ist eine ganz ande­re Behör­de." Mein Anruf - die Num­mer hat­te ich vom Pfört­ner ja bekom­men lief ins Lee­re: Eine freund­li­che Dame erklär­te mir "Ich bin hier nur der Tele­fon­dienst wenn nie­mand unter der ange­ge­be­nen Num­mer ant­wor­tet - ich kann ihnen nicht wei­ter hel­fen. Ver­su­chen Sie es doch mor­gen nochmal."

Der näch­ste Zah­lungs­lauf ging vor­bei.
Natür­lich ohne Zah­lung auf mein Kon­to. Mit dem Ver­mie­ter hat­te ich gespro­chen und er sag­te "Wenn Sie näch­sten Monat wie­der nicht zah­len kön­nen muss ich Ihnen - so leid es mir tut - kündigen!"

Bedröp­pelt lief ich über den Gang im Gym­na­si­um und begeg­ne­te dem Haus­mei­ster, Herrn Galk², alter U-Boot-Fah­rer. Einer der weni­gen Über­le­ben­den aus die­ser Trup­pe, in der es nur eine Über­le­bens­ra­te von knapp 10% gege­ben hatte.
"Sie sehen aus als ob Sie Kum­mer haben", sprach er mich an. Ich erzähl­te ihm die Geschich­te und er blick­te mich mit einer Mischung von väter­li­cher Sor­ge und ungläu­bi­gem Stau­nen an "Da ist es wohl höch­ste Zeit, dass Ihnen jemand hilft! Was brau­chen Sie denn so unge­fähr?" Ich kal­ku­lier­te über­schlä­gig und sag­te 'Etwas mehr als vier­hun­dert Mark müss­ten rei­chen - vor­aus­ge­setzt, das Regie­rungs­prä­si­di­um zahlt näch­sten Monat.'
"Kom­men Sie heu­te Nach­mit­tag zu mir nach Hau­se" ant­wor­te­te er, "dann gebe ich Ihnen das Geld, und wenn Sie ihre Zah­lung haben geben Sie es mir zurück!"

So lief es dann auch. Er gab mir fünf­hun­dert Mark.
Aber: Beim näch­sten Zah­lungs­lauf war ich wie­der nicht dabei.

Als ich erneut vor dem Pfört­ner stand und er mich zunächst nicht durch­las­sen woll­te erkann­te er wohl, dass das kei­ne Opti­on sein wür­de. Ich war wirk­lich wütend und nicht zu brem­sen. Fast fünf Mona­te Gratisarbeit. 

Ich war gera­de vor der Büro­tür da hör­te ich drin­nen das Tele­fon läu­ten, doch da war ich schon im Raum.

Drei Schreib­ti­sche in der Mit­te zusam­men­ge­scho­ben, einer rechts, einer links und einer vor Kopf, die Dame saß mit dem Rücken zur Tür. Drei Akten­schrän­ke an den Wän­den veteilt. Einen Besu­cher­sitz­platz gab es nicht. Man war wohl lie­ber unter sich und ohne Publikumsverkehr.

'Wer von Ihnen ist Frau Peters?' rief ich in den Raum.
Die Dame mit dem Rücken zur Tür stell­te ein Joghurt auf den Tisch, wisch­te sich den Mund und sag­te dann "Da links, das ist Frau Peters." Frau Peters ließ ihr Strick­zeug sin­ken und schau­te mich erwar­tungs­voll an wäh­rend die Kol­le­gin am rech­ten Schreib­tisch ihr Buch bei­sei­te leg­te und mich - ein wenig spitz und von oben her­ab - wis­sen ließ "Wir haben hier kei­nen Publi­kums­ver­kehr - schrei­ben Sie uns doch bit­te was Sie für ein Anlie­gen haben!"

'Doch, ant­wor­te­te ich, 'Sie haben gera­de Publi­kums­ver­kehr von einem äußerst erbo­sten Teil ihres Publi­kums - und ich gehe hier nicht aus dem Raum wenn ich nicht einen Scheck oder eine Zah­lungs­an­wei­sung oder Bar­geld in der Hand habe, nach­dem ich nun schon fünf Mona­te arbei­te und noch kei­nen Pfen­nig Geld auf mei­nem Kon­to gese­hen habe.'

Die Mit­ar­bei­te­rin mit dem Rücken zur Tür ver­stau­te ihr Joghurt in einem Schub­fach, rück­te ein wenig um die Ecke ihres Schreib­ti­sches, und dreh­te sich so, dass sie mich sehen konn­te. Sie sah etwas ver­schreckt aus.

Es wur­de tatsächlich
- nach län­ge­rem & wei­te­rem Hin-und-Her - eine Zah­lungs­an­wei­sung aus­ge­ge­ben ".. das machen wir nur aus­nahms­wei­se! .." mit der ich sofort bei der im Hau­se befind­li­chen Kas­se einen Vor­schuss von drei (grob geschätz­ten) Net­to­be­trä­gen abho­len konnte.

Im Raus­ge­hen hör­te ich noch die schnip­pi­sche Mit­ar­bei­te­rin von rechts sagen "Da hät­te er doch bestimmt bei der Spar­kas­se einen Kre­dit bekom­men kön­nen ... " ... wie es wei­ter­ging weiß ich nicht, da war ich schon fast am Ende des Gan­ges und auf dem Weg ins Erd­ge­schoss zur Kasse.

Herr Galk bekam als Erster sein Geld. Dann der Ver­mie­ter, den Rest zahl­te ich bei der Spar­kas­se ein und ich hat­te den Ein­druck, da waren auch alle sehr viel freund­li­cher und schau­ten auch so - ganz anders als bei mei­nem letz­ten Besuch dort.

Was ich dar­aus gelernt habe sind zwei Dinge:
1. Wenn man wirk­lich Geld braucht ist die Spar­kas­se gar nicht mehr so frei­gie­big wie ihre Wer­bung es immer suggeriert."
2. Es gibt ganz weni­ge Men­schen, die tat­säch­lich hel­fen, wenn sie auf die Fra­ge "Wie geht es Ihnen?" erfah­ren, dass ihr Gegen­über wirk­lich Hil­fe braucht.

¹ Name geändert
² Rich­ti­ger Name

*edit*
Dem­nächst habe ich noch eine 'jün­ge­re' Geschich­te, da geht es um die Ren­ten­ver­si­che­rung "Bund".

bookmark_borderNun liebe Kinder: Gebt fein acht ...!
  Aus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":

Vor Jah­ren hat­te ich - wäh­rend mei­ner selb­stän­di­gen Tätig­keit - häu­fig Ange­bo­te von Fir­men mich in die­ser oder jener Art an ihren Geschäf­ten zu betei­li­gen. Man­che die­ser Tätig­kei­ten waren kuri­os, man­che schwie­rig, an eini­gen konn­te man nur scheitern.

Drei "Geschäfts­mo­del­le" sind so gear­tet, dass man sie ein­mal vor­stel­len sollte.

1. "Der Jahr­markt­schrei­er" (JMS) - das Pro­dukt ist völ­lig unwich­tig, es geht um die Psy­cho­lo­gie von Grup­pen bis Mas­sen - die zu ver­sam­meln ist näm­lich eine hohe Kunst! Spa­ßes­hal­ber habe ich an einer Schu­lung teil­ge­nom­men und mir die Metho­den ange­se­hen - immer auch unter dem Blick­win­kel, ob ich sie für mein eige­nes Geschäfts­mo­dell gebrau­chen könnte.
Ich ver­ra­te ihnen die wich­tig­sten Punk­te - und wenn Sie wie­der ein­mal einen sol­chen Markt­schrei­er (oder eine Schreie­rin, die sind meist mit mehr Publi­kum geseg­net) irgend­wo arbei­ten sehen, dann gehen Sie hin und schau­en, ob es immer noch die glei­che Metho­de ist. Aber Vor­sicht! Sie könn­ten über­re­det wer­den etwas zu kaufen!

Zunächst spricht der JMS ein­zel­ne Per­so­nen an die so aus­se­hen, als ob sie Zeit haben und sich etwas anhö­ren wür­den, die zieht er in ein Gespräch, das er dann etwas lau­ter führt und dabei bewegt er sich auf ande­re Vor­bei­kom­men­de zu und stellt sich so in ihren Weg, dass sie aus Höf­lich­keit erst mal ste­hen blei­ben und zuhören ...
Das ist der Beginn einer "Trau­be" (Ansamm­lung von meh­re­ren Per­so­nen, wovon eini­ge näher, ande­re wei­ter ent­fernt ste­hen, den­ken Sie an die Form einer Wein­trau­be), die muss sich bil­den, damit er nun gezielt sei­ne Pro­duk­te anprei­sen kann. 

Das Cre­do lau­tet "Die Trau­be hal­ten!" - des­we­gen redet der JMS unun­ter­bro­chen. Der Text ist sei­ten­lang und aus­wen­dig zu ler­nen, dann erst ohne Beto­nung auf­zu­sa­gen, spä­ter wer­den Nuan­cen her­vor­ge­ho­ben und ver­stärkt, das sind die Kauf­im­pul­se für jene Zuhö­ren­de, die schon Bereit­schaft dazu signalisieren. 

Manch­mal arbei­tet man da mit Lock­vö­geln, die ent­we­der nur bestä­ti­gen wie gut bei ihnen das Pro­dukt zu gebrau­chen ist, oder die gleich meh­re­re Pro­duk­te kau­fen und dazu Bemer­kun­gen in die Men­ge streu­en - das Bei­spiel soll die Hem­mung neh­men sich vor meh­re­ren Men­schen an den JMS zu wenden.

Ein *har­tes Brot*, das steht fest. Ich wün­sche Ihnen, dass Sie nie in die Situa­ti­on kom­men eine sol­che Tätig­keit aus­üben zu müs­sen. Die­se Men­schen, die das machen, haben mei­ne Hoch­ach­tung. Denn es ist Kno­chen­ar­beit die bela­stet und nur wenig Geld bringt.

2. "Jah­res-Über­sichts-Kalen­der und/oder Stadt­kar­ten mit Wer­be­auf­druck" loka­ler Unter­neh­men zur kosten­lo­sen Verteilung.

Die­ses Modell hat zwei Grund­vor­aus­set­zun­gen: Erstens muss eine Gemein­de dem Vor­ha­ben zustim­men, das ist eine Fra­ge der ver­steck­ten Ver­gü­tung für die Ver­ant­wort­li­chen, zwei­tens muss ein Raum zur Ver­fü­gung sein, der über einen Tele­fon­an­schluss ver­fügt, einen Gemein­de­an­schluss, wohlgemerkt!
Über die­ses Tele­fon wer­den Geschäfts­leu­te in dem Ort ange­ru­fen und man gibt sich nicht als Fremd­mit­ar­bei­ter zu erken­nen, son­dern agiert gesprächs­tech­nisch so, als ob man im Auf­trag der Gemein­de han­delt. Des­we­gen die Gemeindetelefonnummer.
Dann wer­den Listen von Gewer­be­trei­ben­den tele­fo­nisch abge­ar­bei­tet, Name für Name, Geschäft für Geschäft. Bei *wil­li­gen Inhaber:innen* wird ver­sucht die Anzei­gen­grö­ße zu stei­gern, denn am Anfang geht es immer nur um eine Mini-Anzei­ge die wenig kostet damit das Gespräch wei­ter­geht und nicht gleich eine Blocka­de wegen der Kosten zu haben ....
Dann kom­men wei­te­re Zusatz­lei­stun­gen: Far­be, Grö­ße, Plat­zie­rung, Fly­er, Akti­ons­ma­te­ri­al etc. .... also eine Palet­te von Din­gen die sich aus einer Anzei­ge auf dem Stadt­plan­rand her­lei­ten lassen.

Die­se Arbeit ist nur mit hoher Kon­zen­tra­ti­on durch­zu­hal­ten - denn erst wenn aus der Liste eine Min­dest­zahl von *Kun­den* gewon­nen ist kann der Druck gewähr­lei­stet wer­den - wird nicht gedruckt sind alle Mühen des Tele­fon­ver­käu­fers nich­tig, er bekommt nicht einen Cent! Sie wer­den es schon ahnen: Die­se Men­schen bewun­de­re ich sehr, seit ich das in einer klei­nen Stadt am Rand zwi­schen NRW und Nie­der­sach­sen selbst ein­mal gemacht habe. Zwar habe ich etwas dabei ver­dient, aber das 'rich­ti­ge' Geld hat der Orga­ni­sa­tor eingestrichen.

3. Demo­kof­fer "Räu­cher­the­ra­pie mit fern­öst­li­chen Räucherpyramiden"

Das war eine Neu­heit für Heil­prak­ti­ker - ich bin nicht sicher, ob es das Pro­dukt heu­te noch gibt.

Die Idee war, eine asia­ti­sche Atmo­sphä­re durch ent­spre­chen­de Acces­soires her­zu­stel­len - von "FengS­hui" sprach damals noch nie­mand. Dann auf den Pati­en­ten die­se Räu­cher­ke­gel - ange­zün­det! - an ver­schie­de­nen Kör­per­stel­len zu plat­zie­ren. Es gab ver­schie­de­ne Räu­cher­ge­rü­che aus ver­schie­den gefärb­ten Kegeln & Substanzen .... 

Sie wer­den schon ver­mu­ten wie das wei­ter ging: Die *Chak­ren* gaben die Far­be des Räu­cher­ma­te­ri­als vor, die Men­ge wur­de von der (abge­frag­ten) Inten­si­tät der Beschwer­den nach Aus­sa­ge des Pati­en­ten her­ge­lei­tet. Der gesam­te Kof­fer koste­te (zu DM Zei­ten) einen knap­pen Tau­sen­der. Na gut, es warem ja Über­sich­ten und Poster mit dabei, alles mit 'asia­ti­schem Touch', Bam­bus, Lotos etc., sowas kostet ....

Hier kann ich es kurz machen:
Ich woll­te nicht mit völ­lig unbe­klei­de­ten Men­schen allei­ne in einem Raum arbei­ten. Das hät­te zwar (manch­mal irgend­wie) 'reiz­voll' sein kön­nen, aber auch gefähr­lich. In vie­ler­lei Hin­sicht. Außer­dem war mir der initia­le Ein­satz den Spaß nicht wert - weil ich sicher war, dass es kei­ne Wir­kung geben konn­te. Die Inhalts­stof­fe, die da ver­brannt wur­den sei­en *Geheim­for­mel* irgend­ei­nes Gurus, sowas ist schon immer sehr verdächtig!

Nun hof­fe ich Sie haben das nicht schon alles gekannt, obwohl es mitt­ler­wei­le schon Jahr­zehn­te her ist. Die soge­nann­ten "Dau­er­wer­be­sen­dun­gen" im Fern­se­hen sind eine Vari­an­te der JMS - obwohl die Mode­ra­to­ren, die es machen, es bestimmt nicht ger­ne hören.
Wenn Sie die­se Ver­kaufs­va­ri­an­ten doch kann­ten bleibt mir nur Ihnen wenig­stens ein schö­nes Wochen­en­de zu wün­schen. Mor­gen gibt es kei­nen Bei­trag - ich bin wie­der ein­mal grö­ße­re Strecken im Lan­de unterwegs ....

bookmark_borderWas mich vom Hocker reißt ....

Was mich vom Hocker reißt und mich dazu treibt immer wie­der neue Mög­lich­kei­ten zu suchen WIE ich der Ver­nunft, dem rich­ti­gen Abwä­gen zwi­schen "glau­ben" und "wis­sen" auf die Sprün­ge hel­fen kann - indem ich blog­ge, bei­na­he täg­lich, und erfreu­li­cher­wei­se mit stei­gen­der Leserzahl. 

Drei gro­ße The­men­krei­se sind dabei zu identifizieren:

1. Wie halt­lo­se Schluss­fol­ge­run­gen aus weni­gen Ergeb­nis­sen, aus per­sön­li­chen Beob­ach­tun­gen, oder vom Hören­sa­gen als Pseu­do­wis­sen und Pseu­do­er­geb­nis­se erkannt wer­den kön­nen. Zugrun­de liegt der bestän­di­ge Kampf zwi­schen Koin­zi­denz (und Kor­re­la­ti­on) bzw. Kau­sa­li­tät zu unter­schei­den, was Nicht-Natur­wis­sen­schaft­lern und Lai­en beson­ders schwer fällt, wo sie doch eher mit dem Bauch als mit dem Kopf entscheiden.

Ein beson­ders kras­ses Bei­spiel für unwis­sen­schaft­li­ches Geschwur­bel ohne ver­tief­te Kennt­nis­se der Medi­zin habe ich → dort näher beleuchtet.

2. War­um 'popu­la­ri­sier­te' For­schungs­er­geb­nis­se in den ein­schlä­gi­gen 'bun­ten Blät­tern' kei­nen Wert haben - und war­um Ergeb­nis­se der For­schung nicht mehr dis­ku­tiert wer­den kön­nen. 'Mei­nung' zu einem For­schungs­er­geb­nis ist nicht 'Wider­le­gung' die­ses Ergeb­nis­ses, son­dern törich­te Selbstüberschätzung.

For­schungs­er­geb­nis­se sind kei­ne Diskussionsgrundlage
- sie sind zu akzep­tie­ren­de Fakten!

3. Ver­spre­chen und Beteue­run­gen etwas sei so oder so - und nie anders - ste­hen immer auf töner­nen Füßen. Trotz­dem wer­den sie als 'Wahr­heit' ange­prie­sen und ver­brei­tet. Wer zu wenig Hin­ter­grund­wis­sen hat fällt dar­auf her­ein, geht den Schar­la­ta­nen und Hokus­po­kus­künst­lern auf den Leim. Das trifft für vie­le Lebens­be­rei­che zu, und ich erklä­re und erör­te­re das meist für Nah­rung und Gesund­heit, für Natur­wis­sen­schaf­ten und für poli­ti­sche Strö­mun­gen und Gescheh­nis­se hier und in der Welt.

Mein jet­zi­ges Blog "RELA­tief" ist das vier­te Blog unter die­sem Namen. Ange­fan­gen habe ich 2003 bei einer Platt­form die sich bald als *tee­nie-lastig* her­aus­stell­te. Nur Kid­dies am Start, Kat­zen, Ham­ster, Liebeskummer ....
das war zu viel des Guten. Des­we­gen fand ich im April 2004 eine bes­se­re Mög­lich­keit zum Schrei­ben bei "two­day". Das zwei­te Blog RELA­tief (I). Wegen der Beschrän­kun­gen hin­sicht­lich der Daten­men­ge dann eine Erwei­te­rung zu RELA­tief (II). Als es abzu­se­hen war, dass "two­day" nicht wei­ter gepflegt und erneu­ert wer­den wür­de schließ­lich das jet­zi­ge Blog unter wordpress. 

Was ich sehr scha­de fin­de ist fol­gen­de Beobachtung:

Vie­le Blog­gen­de haben eine min­de­stens in Grund­zü­gen über­ein­stim­men­de Hal­tung zu Poli­tik und Gesell­schaft. Die­se Sicht ent­spricht nicht der, die in den gro­ßen Medi­en wie Fern­se­hen, Rund­funk und den bekann­ten Zei­tun­gen der Repu­blik ver­tre­ten werden. 

Ich bedaue­re sehr die man­geln­de Koor­di­na­ti­on und Abstim­mung zwi­schen den Bloggenden:


Hier wäre eine Mög­lich­keit die soge­nann­te "Gegen­öf­fent­lich­keit" her­zu­stel­len. Durch gemein­sa­me, abge­stimm­te Blog­ar­ti­kel die gleich­zei­tig in ALLEN Blogs erschei­nen. Den­ken Sie, lie­be Mit­blog­gen­de, ein­mal dar­über nach ob Ihnen das gefal­len könn­te - eine Mög­lich­keit sich abzu­stim­men stellt die Platt­form blogs50plus dar.
 

Wei­te­re Arti­kel rund um das Bloggen
06/2005 Vom Geist des Blog­gens ...
12/2008 Bekennt­nis ....
07/2009 War­um blog­gen Blog­ger?
01/2011 Wir sind schon ein ver­rück­tes Völk­chen, ....
02/2011 Ein wenig "Küchen­psy­cho­lo­gie" ....
02/2014 Zehn Jah­re ....
04/2018 Der Zusam­men­hang zwi­schen Den­ken, Lesen und dem Ver­ständ­nis der Welt

Die­ser Arti­kel ist ein Bei­trag zu
"Drei Jah­re Blogs50plus! Blog­pa­ra­de: Was moti­viert euch?"

bookmark_borderManchmal muss es eben etwas Besonderes sein ....

"Car­pac­cio vom Frank­fur­ter Ripp­chen mit gro­ber Senf­sauce und war­mem Endi­vi­en­sa­lat mit Kar­tof­feldres­sing"
*update* [18.02.2024; 21:15h; Der Link ist nicht mehr gül­tig, dort → https://www.re-actio.com/wordpress/wp-content/uploads/Rippchen-Carpaccio.png fin­den Sie eine Abbil­dung des vor­ma­li­gen Tex­tes; wie stets ist es eine Fra­ge der Beschrei­bung - Ripp­chen bleibt doch stets Rippchen!]

Manch­mal muss es eben etwas Beson­de­res sein - und wenn es nur der Name ist, wobei die Grund­zu­ta­ten so blei­ben wie sie seit Jahr­hun­der­ten in volks­tüm­li­cher Haus­manns­kost zu fin­den sind:
Ripp­chen, Kraut, Kar­tof­feln, Senf

War­um also ver­an­stal­tet man die­ses Theater?
Weil ein
"Ripp­chen mit Kraut und Salz­kar­tof­feln" für ca. 7,50 € ange­bo­ten wird, dem­ge­gen­über natür­lich das
"Car­pac­cio vom Frank­fur­ter Ripp­chen mit gro­ber Senf­sauce und war­mem Endi­vi­en­sa­lat mit Kar­tof­feldres­sing" für den dop­pel­ten Preis ser­viert wird.

Ver­ste­hen Sie nun, lie­be Lesen­de, was es mit der Gour­met-Küche auf sich hat?

So ist das eben. Mei­ne Mut­ter (Gott hab' sie selig!) pfleg­te zu sagen "Das Kind muss nur einen Namen haben!" und mein­te damit die Auf­wer­tung bana­ler Küche durch geschraub­te, ver­frem­de­te und über­setz­te Namen. So hie­ßen bei uns die Kar­tof­fel­puf­fer "Kar­til­las" und die Eier­pfann­ku­chen "Tor­til­las à la Mama" - na, da bekommt man doch gleich einen wäss­ri­gen Mund! 

Mit jed­we­der Sor­te von Nudeln hat­te sie eine beson­de­re Bezie­hung: Die gab es min­de­stens drei-, öfter vier­mal pro Woche - weil sie sie gern aß. Der Rest der Fami­lie hat bis heu­te ein gestör­tes Ver­hält­nis zu Nudeln. Kein Wunder. 

bookmark_borderWas Döner und Alter miteinander verbindet
Aus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":

In der Frem­de greift man öfter nach bereits fer­ti­ger Nah­rung anstatt etwas selbst zu berei­ten. Zwar woh­nen wir in einer nur vor­über­ge­hend unbe­wohn­ten Woh­nung, doch ohne die Absicht selbst zu kochen. Das wäre eine Sache, die man dann macht, wenn man län­ger bleibt und nicht nur Lebens­mit­tel, son­dern auch die son­sti­gen Zuta­ten in aus­rei­chen­der Men­ge kau­fen will - da ist es oft (und in die­sem Fall sicher) bes­ser, 'aus­wärts' etwas zu essen zu kaufen.

So lan­de­te ich heu­te Abend in Garb­sen / Auf der Horst in einem Döner Shop gleich um die Ecke ....

Es ent­spann sich fol­gen­der Dia­log mit einem der drei Mit­ar­bei­ter - die sich mit­ein­an­der bereits bei mei­nem Ein­tritt, mit Sei­ten­blicken auf mich, leb­haft unter­hal­ten hat­ten wäh­rend ich noch die Leucht­ta­fel mit dem Ange­bot studierte:
"Was möch­ten Sie denn bestellen?"

Ich:
"Zwei Döner­ta­schen bit­te, ein­mal mit schar­fer, ein­mal mit mil­der Soße und in den Döner mit der schar­fen Soße bit­te die gemisch­ten Sala­te, in den ande­ren nur Weiß­kraut, Zwie­beln und Zazi­ki. Und eine klei­ne Pom­mes, bitte."

Der Döner­koch:
"OK, wird zube­rei­tet ...." sprach mit sei­nen zwei Mit­ar­bei­tern in einer mir unbe­kann­ten Spra­che, ver­mut­lich tür­kisch, und dann wie­der zu mir gewandt " sagen Sie mal' wie alt sind Sie?"

Ich:
"Ach, war­um wol­len Sie das denn wis­sen? Geht hier der Preis für den Döner nach Lebens­al­ter - je älter desto preiswerter?"

Mitt­ler­wei­le war ein wei­te­rer Kun­de her­ein­ge­kom­men, der den letz­ten Teil der Dis­kus­si­on noch gehört hat­te - und als er von einem der Mit­ar­bei­ter gefragt wur­de was er denn haben woll­te hat­te er sich für einen Döner mit Hüh­ner­fleisch entschieden.

Mich frag­te der Chef zwischendrin:
"Wol­len Sie Huhn oder Lamm?"

Ich ant­wor­tet:
"Lamm, aber Sie haben mei­ne Fra­ge noch nicht beant­wor­tet: Geht der Preis für das Essen nach Lebensalter?"

Chef:
"Nein, aber sagen Sie mir trotz­dem wie alt Sie sind?"

Ich las­se ihn wissen:
"Ich bin 75"

Dar­auf­hin wirft der ande­re Kun­de ein:
"Ich auch - und ich bekom­me doch den glei­chen Preis wie die­ser Herr [zeigt auf mich]?"

Alle drei Döner­män­ner lachen und der Chef sagt:
"Natür­lich, alle die 75 sind bekom­men den glei­chen Preis - der steht da oben [zeigt auf die Leuchttafel]."

Mitt­ler­wei­le ist die Bestel­lung für den ande­ren Kun­den fer­tig. Er woll­te Huhn. Das war schon in aus­rei­chen­der Men­ge am Rota­ti­ons­spieß gebra­ten. Er bezahlt fünf Euro für sei­nen Döner und geht.

Der Chef fragt mich:
"Haben Sie als Sie jung waren viel Sport getrieben?"

Ich erwi­de­re:
"Ja, bis Mit­te Drei­ßig bin ich mitt­le­re und lan­ge Strecken gelau­fen, alles zwi­schen 1.500 m und Halb­ma­ra­thon, und dafür habe ich trainiert."

Der Chef [zu sei­nen Mit­ar­bei­tern gewandt, spricht wie­der eine mir unver­ständ­li­che Spra­che und] sagt dann - wäh­rend die ande­ren noch dis­ku­tie­ren - auf Deutsch zu mir:
"Das dach­ten wir schon, wir haben gewet­tet wie alt Sie sind. Ich lag mit 70 am näch­sten an ihrem Alter. Die ande­ren haben Sie jün­ger geschätzt. Und wir alle Drei den­ken, der Mann, der gera­de ging war min­de­stens 80. Er hat nicht die Wahr­heit gesagt."

Ich ant­wor­te:
"Na pri­ma! Und was muss ich nun bezahlen?"

Der Mit­ar­bei­ter neben der Kas­se schaut den Chef an [und sagt etwas - wie­der - in mir unver­ständ­li­cher Spra­che, der ant­wor­tet ihm dar­auf] wor­auf­hin der Kas­sen­mann zu mir sagt:
"Macht zusam­men zehn Euro!"

Ich zah­le, bedan­ke mich und den­ke im Gehen
'Die Pom­mes waren auf das Haus!'

bookmark_borderEine Ewigkeit ....

In der schö­nen neu­en Inter­net­welt gibt es 'tops' und 'flops'. Sei­ten die kom­men - und über Jah­re bestehen, Sei­ten, die für kur­ze Zeit viel Inter­es­se auf sich zie­hen und rasch wie­der verschwinden.

Auf eine der lang­le­big­sten Sei­ten die ich ken­ne möch­te ich Sie auf­merk­sam machen:


Abbil­dung: I didn’t know you thought that way.

Man­che der täg­lich erschei­nen­den Dar­stel­lun­gen sind erst auf den zwei­ten oder gar drit­ten Blick ver­ständ­lich, manch­mal muss man noch­mal wie­der hin­ge­hen um sie sich anzu­schau­en und einen Sinn zu erkennen. 

Jeden­falls ist es immer einen Blick dort­hin wert, denn wer sich so lan­ge 'hält' ver­steht es der Leser­schaft etwas zu bie­ten. Etwas, das weit über eine täg­li­che Rou­ti­ne hin­aus geht. Es ist auch nicht 'Kult', son­dern soli­des Hand­werk, gepaart mit ana­ly­ti­scher Kom­pe­tenz - dabei schlicht in der Form und wit­zig von den Ideen her.

Vor eini­ger Zeit hat­te ich geplant einen Arti­kel zu schrei­ben der den Titel haben soll­te "face­book ver­bie­ten, sofort!" und die Links zu den vie­len Ver­feh­lun­gen die­ser Platt­form sind schon gesam­melt - dann kommt Jes­si­ca Hagy und malt ein Bild­chen wie das oben gezeig­te und ich stamp­fe das, was ich schon geschrie­ben hat­te ein. Weil ihre Dar­stel­lung so viel bes­ser auf­zeigt was der Man­gel bei die­sem ('face­book' und ande­ren) so genann­ten "Sozia­len Medi­en" ist:
Sie sam­meln Men­schen, die sich nicht län­ger kon­zen­trie­ren kön­nen als ein paar kur­ze Minu­ten, die kei­ne zwei ver­schie­de­nen Gedan­ken mit­ein­an­der sinn­voll ver­knüpft dar­stel­len kön­nen und die nicht in der Lage sind ihre unend­li­chen Schwä­chen rich­tig ein­zu­schät­zen. Aus­nah­men wie immer, es gibt natür­lich auch dort Inhal­te mit Wert - das gro­ße 'Rau­schen' machen aller­dings eher die dümm­li­chen All­ge­mein­plät­ze, Lügen und Ver­schwö­rungs­theo­rien aus.

Nun ist es doch schon fast ein "face­book ver­bie­ten" Arti­kel gewor­den - aber Sie wer­den mir nicht böse sein, weil Sie ja nun Jes­si­ca Hagy's Sei­te ken­nen. Das ent­schä­digt irgend­wie. Hof­fe ich.


Sie­he auch: Mei­nungs­ma­ni­pu­la­ti­on ohne Absicht ...?