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bookmark_borderVerwirrt am frühen Morgen ....

Wenn Sie mor­gens ihre Mail­box auf­ru­fen, noch dabei den ersten Kaf­fee zu genie­ßen, und schon fast gänz­lich wach, und Sie lesen dann fol­gen­de Schlagzeile 

dann wan­dert doch bestimmt bei Vie­len von Ihnen, wie bei mir, der näch­ste Blick auf das Datum des Arti­kels ... und wenn Sie dann sehen 

scheint die Welt wie­der in Ord­nung zu sein.
Scheint.
Nur kurz, denn dann lesen Sie, die­ses 'Schwar­ze Loch' befin­de sich im Sternbild 

Vor­bei ist es mit der Glaub­wür­dig­keit der Über­schrift - obwohl das Datum nicht der 01. April 2020 war. Sie den­ken an einen Witz­bold als Autor, der die Gut­gläu­big­keit der Lesen­den testen will.

Doch eine wei­te­re Suche ergibt:
Tat­säch­lich, ein Stern­bild die­ses Namens ist bei WIKIPEDIA zu fin­den - und was man da fin­det exi­stiert tatsächlich.

Nun kann der Tag beginnen ....

bookmark_borderVon den 10% lebe ich ....

Sie ken­nen viel­leicht die­se Anek­do­te - aber zur Ein­stim­mung muss ich sie hier voranstellen:



Ein Mathe­leh­rer trifft einen ehe­ma­li­gen Schü­ler auf dem Wochen­markt, wo die­ser einen Wurst­stand betreibt. Er ist erstaunt, aus­ge­rech­net die­sen, in Mathe schwa­chen Men­schen, als Kauf­mann tätig zu sehen.
Die Neu­gier treibt ihn an, er geht also hin und fragt den ehe­ma­li­gen Schüler
"Sag', mal Ulrich, du warst doch frü­her nicht so toll beim Rech­nen - ist das nicht schwer für dei­nen Ver­kaufs­stand hier, so vie­le Zah­len und so vie­le Ent­schei­dun­gen zu Pro­zen­ten und Dezimalen?"
Ulrich schaut ihn erstaunt an und sagt
"Nein, Herr Magi­ster, ich kau­fe eine Wurst um 50 Cent ein und ver­kau­fe sie für einen Euro - und von den 10% Dif­fe­renz lebe ich."

 

Die­ses Auto in die­sem Inse­rat bei *mobile.de* hat einen VB Preis von 6.200,- € - und ich ver­mu­te, dass der Ziel­preis 6.000,- € sein wird.
Dann fand ich noch ein ande­res Auto:

Nun schau­en Sie mal, was mobile.de mir für ein völ­lig iden­ti­sches Fahr­zeug gebo­ten hat - und noch nicht ein­mal die rich­ti­ge Kate­go­rie kennt, in die der Her­stel­ler das Auto einordnet: 

Nur zum Ver­gleich noch zwei wei­te­re Fahr­zeu­ge, die unter 'ähn­li­ches Ange­bot' gezeigt wur­den. Da kann man erken­nen, wel­che Ver­dienst­span­ne sich wer auch immer dahin­ter steht ausrechnet: 

Ange­bo­ten wer­den mir 1.050,- € "Mög­li­cher Ankauf­preis", Kon­junk­tiv, dar­aus wer­den dann viel­leicht schlaf­fe 750,- €, weil sich bestimmt Män­gel (!) fin­den las­sen .... für ein zuge­las­se­nes Auto, 1. Hand, alle TÜV/GTÜ Prü­fun­gen seit 2002 vor­han­den (mit Kilo­me­ter­stand!), also *ech­te* Kilo­me­ter, unfall­frei, 8-fach bereift, Auto­ma­tic mit Pan­ora­ma­dach, alle War­tun­gen und Repa­ra­tu­ren nach­ge­wie­sen. Dafür knapp über 1000 € zu bie­ten ist eine Frechheit!

Wis­sen Sie was ich dann lie­ber mache?
Ich ver­kau­fe 1x vier Alu­fel­gen, mit den zuge­hö­ri­gen Rei­fen (Som­mer- oder Win­ter­rei­fen) gebraucht [bis zu 1.995,- € Neu­preis] und bekom­me dafür mehr, als der "Mög­li­che Ver­kaufs­preis" für das kom­plet­te Auto sein könnte ....

Wenn das nicht eine abso­lu­te Betrugs­ma­sche ist um ver­trau­ens­se­li­ge Auto­ver­käu­fer ins Bocks­horn zu jagen und skru­pel­los abzu­zocken, dann weiß ich nicht was anson­sten die­se Kate­go­rie erfül­len würde ....

https://www.vonsulecki.com/Bilder_2020/05_2020/04087.png



Weil Sie so schön durch­ge­hal­ten haben jetzt noch ein Witz zum Abschluss - und der ist tat­säch­lich witzig:
Der Chef­koch erklärt sei­nem Lehrling:
"Also, du nimmst zwei Drit­tel Was­ser, ein Drit­tel Sah­ne und ein Drit­tel Brü­he und dann..." -
"Chef", unter­bricht der Lehr­ling, "das sind doch dann schon vier Drittel."
Dar­auf der Chef­koch zornig:
"Mensch, sei doch nicht so umständ­lich, dann nimmst du halt einen grö­ße­ren Topf!" 

 

bookmark_borderVerlust

Manch­mal, wenn ich so durch die Stra­ßen gehe und mich umse­he, sehe ich .... nichts!

Trotz 'vor­sich­ti­ger, beding­ter Locke­rung' ist es im all­ge­mei­nen doch noch nicht das Niveau an Publi­kum, was sich zu 'nor­ma­len' Zei­ten ins­be­son­de­re zu die­ser Jah­res­zeit drau­ßen tummelt.

Das ist gut so.

Noch etwas ist mir auf­ge­fal­len - und das hat mit CORONA über­haupt nichts zu tun:
Man sieht kaum noch Frau­en und Mäd­chen mit Röcken.

Scha­de, wie die so-genann­te 'Eman­zi­pa­ti­on' zu einer Nivel­lie­rung bzw. Anglei­chung der Beklei­dung geführt hat.
Nen­nen Sie mich einen *alten, gar­sti­gen Chau­vi­ni­sten*, aber das stört mich nicht:

Ein schwin­gen­der Rock, wie er noch häu­fig in den Sech­zi­gern über­all auf den Stra­ßen zu sehen war, hat doch 'was - und das ist irgend­wie durch die Ent­wick­lung seit­dem ver­lo­ren gegangen.

bookmark_borderGenerationen-"bashing", hier: Alle zwischen 20 und 45.

Zwei ver­lo­re­ne Bes­ser­wis­ser-Gene­ra­tio­nen, die hier gleich ihr Fett abbe­kom­men. Voll *brain­wa­shed* von den Mar­ke­ting­ab­tei­lun­gen ver­schie­de­ner Konzerne:

- Fit­ness, aber nur mit dem rich­ti­gen 'out­fit'!
"Funk­ti­ons­klei­dung", wie mit die­sem Kunst­wort ele­gant die Tat­sa­che ver­steckt wird, dass es sich dabei über­wie­gend um bil­lig­stes syn­the­ti­sches Mate­ri­al han­delt, dem man unbe­wie­se­ne und/oder nicht vor­han­de­ne Eigen­schaf­ten andich­tet und es dann zu über­teu­er­ten Prei­sen verkauft.
Eine Ein­schät­zung, ein Zitat dazu " .. Bei feucht-war­mem Wet­ter mit Tem­pe­ra­tu­ren ober­halb von 15 °C funk­tio­nie­ren Kli­ma­mem­bra­nen nur sehr ein­ge­schränkt .. " - mehr braucht man wohl nicht zu wissen.

- Jetzt noch die "GPS-Fit­ness-Arm­band­uhr mit Herz­fre­quenz-Anzei­ge und Farb-Dis­play" - da schlägt der Daten­schutz Purzelbäume!
GPS = Ortung wo war die­se Per­son zu wel­cher Zeit?
Herz­fre­quenz = Ablei­tung von Stö­run­gen der Herz­tä­tig­keit aus klein­sten Norm­ab­wei­chun­gen - gefun­de­nes Fres­sen für Ver­si­che­run­gen um spä­ter 'Vor­schä­di­gung' gel­tend zu machen und Zah­lung höhe­rer Prä­mi­en zu ver­lan­gen. Ganz zu schwei­gen von den Kosten für das Gerät, die Bat­te­rien und das min­de­stens not­wen­di­ge Mobil­te­le­fon mit blue­tooth .... und all die­se Daten wer­den dann noch an Apple und Goog­le nach USA gesen­det. Aber anson­sten sind die Men­schen die­ser Alters­grup­pe immer sehr 'daten­spar­sam' und 'auto­ri­täts­skep­tisch', welch eine Farce!

- Fit­ness­stu­di­os, weil drin­nen bes­ser ist als draußen?
Wer sich von einer gan­zen Indu­strie sol­chen Quatsch ein­flö­ßen lässt kann aus mei­ner Sicht nicht klar den­ken. Die sich da auf Bän­ken, Prit­schen, Lauf­bän­dern und Fahr­ra­d­ersatz abquä­len, unge­fil­ter­te stin­ki­ge Schweiß­luft, ver­mischt mit Wol­ken aus *Deodo­rants* atmen glau­ben dar­an, dass das bes­ser ist als im Wald und auf Wegen in Nah­erho­lungs­ge­bie­ten zu lau­fen? Wel­che Ein­falts­pin­sel! Das sind die Men­schen, die nur so genann­te 'natür­li­che Heil­mit­tel' neh­men, weil die 'böse Che­mie' ihren Kör­per angreift - dann aber die­ses Che­mi­ka­li­en­ge­misch in den Stu­di­os still­schwei­gend hin­neh­men und atmen? Da ist ja selbst die Gross­stad­luft noch besser ....

- Wasch­mit­tel­wun­der, weil das so gut riecht und sich so weich anfühlt?
Lie­be Leu­te: Wenn etwas 'riecht', muss das von irgend­et­was kom­men - was glaubt ihr wohl, macht die­sen (angeb­li­chen) Wohl­ge­ruch? Es sind Rück­stän­de aus dem Wasch­mit­tel, die der Wäsche anhaf­ten. Wenn etwas an der Wäsche ver­bleibt nach­dem sie gewa­schen wur­de: Erfüllt dann der Begriff "Sau­ber" noch sei­nen Zweck? Nein, die Wäsche ist nicht sau­ber, sie hat Anhaf­tun­gen von Che­mi­ka­li­en, die im Zwei­fels­fal­le durch­aus pro­ble­ma­tisch sein kön­nen, indem sie bei­spiels­wei­se All­er­gien aus­lö­sen und/oder die Nei­gung dazu ver­stär­ken - so sehr, dass es zum Aus­bruch kommt.
"Früh­lings­frisch" und "Kuschelz­art" - dar­auf fal­len Vie­le rein.

- Fla­schen­was­ser, Gatora­de, Red­Bull, Bio­na­de - das macht fit!?
Vor allem füllt es die Kas­sen der ent­spre­chen­den Her­stel­ler, wäh­rend der Nut­zen aller Bei­men­gun­gen durch­aus zwei­fel­haft ist. Das geht los mit syn­the­ti­schen Frucht­ge­schmäckern die dem Mine­ral­was­ser bei­gemengt wer­den und so aus einer Fla­sche für 1,- € ein "Life­sty­le­pro­dukt" für den drei­fa­chen Preis ent­ste­hen las­sen - ein­mal ganz abge­se­hen davon, dass schon der Preis von 1,- € für einen Drei­vier­tel­li­ter Was­ser hoff­nungs­los über­teu­ert ist. Wo doch unser Lei­tungs­was­ser oft bes­se­re Qua­li­tät als das teu­re Fla­schen­was­ser hat .... aber da steht natür­lich nicht "Evi­an" oder ähn­li­ches drauf ....
Die beson­ders "kon­stru­ier­ten" Geträn­ke, die es dann noch gibt, sind oft "Zucker­bom­ben".

Das Para­do­xon ist für mich stets die Fra­ge nach der "Che­mie" - auf der einen Sei­te wird alles, was irgend­wie als "Che­mie" iden­ti­fi­zier­bar ist, gemie­den. Ande­rer­seits wer­den vie­le Pro­duk­te mit "Che­mie" - die dort ver­steckt und ohne beson­de­re Hin­wei­se ent­hal­ten ist und nicht zur natür­li­chen Umwelt der Men­schen gehört, daher eine poten­ti­el­le Gefahr für die Gesund­heit sein kann, kri­tik­los hin­ge­nom­men, ja sogar als beson­ders "gesund" geschätzt.

Es fehlt an Bil­dung, wie so oft, um die Wer­be­sprü­che zu ent­lar­ven und zu erken­nen, wie man durch sie über den Tisch gezo­gen wird. Und die­se leicht­gläu­bi­ge, man­gel­haft gebil­de­te Teil­men­ge der Gesell­schaft will mit uns alten Kno­chen über das rich­ti­ge Ver­hal­ten, die rich­ti­ge Gesund­heits­stra­te­gie und die rich­ti­ge Ernäh­rung diskutieren?



Wel­che unver­schäm­te Anmaßung!

 

 

Wei­ter­le­sen → Man nennt es heu­te "Frue*er"™

bookmark_borderNächtliche Aktvitäten

Wäh­rend die­ser Zeit der Unsi­cher­heit gibt es vie­le Vor­schlä­ge für *Akti­vi­tä­ten*, die hel­fen sol­len sich zu beschäf­ti­gen. Eini­ge davon - das hat der (zwei­te) New Yor­ker black­out von 1965 gezeigt - gehen laut *Volks­mund* - angeb­lich nicht ohne Fol­gen ab:
Wie spä­ter erforscht wur­de war eine angeb­li­che Spit­ze bei den Gebur­ten offen­bar ledig­lich eine Zei­tungs­en­te. Als *sto­ry* hält sich das hart­näckig und tauch­te bei dem Strom­aus­fall im Novem­ber 2005 im Mün­ster­land wie­der auf. Nun, bei der erzwun­ge­nen Qua­ran­tä­ne, wird das bestimmt erneut die Phan­ta­sie beflügeln ....

1965:
Im Nord­osten der USA und in vie­len Tei­len Kana­das fiel am 9. Novem­ber 1965 für ca.30 Mil­lio­nen Men­schen der Strom aus.


1977:
" ..Maro­die­ren­de Hor­den plün­der­ten über 1600 Geschäf­te und leg­ten mehr als 1000 Brän­de. Bis heu­te miss­trau­en die New Yor­ker dem maro­den Strom­netz - zu Recht .." 

Das war es aber nicht, wovon ich berich­ten will - hier geht es um einen Hefe­zopf mit Rosi­nen und Zimt, den ich am 01.04. abends zube­rei­tet & gebacken habe:

 

Soll­ten Sie nun Appe­tit bekom­men haben, hier das Rezept:
Die Zutaten
- 270 g Mehl
- 90 g Zucker (kann auf 60g redu­ziert werden)
- 12 Tee­löf­fel Salz
- 1 Wür­fel fri­sche Hefe
- 180 ml Milch, ange­wärmt auf ca. 45-50°C
- 3 Eßlöf­fel Olivenöl
- 1 Ei

- 125g Rosi­nen / Sul­ta­ni­nen min­de­stens 6h ein­wei­chen und immer ein­mal vor­sich­tig(!) umrüh­ren bis sie schön rund­lich-prall gewor­den sind.

- 50 g Zucker mit
- 1 Eßlöf­fel Zimt mischen und bei­sei­te stellen.

- ein Ei tren­nen, das Eigelb mit ein wenig Was­ser (kalt) auf­mi­schen und einen Back­pin­sel bereit halten.

Mehl, Zucker, Salz mischen und eine Mul­de in der Mit­te las­sen. Die Hefe dort hin­ein brö­seln, mög­lichst klei­ne Bröck­chen. Nun die erwärm­te Milch vor­sich­tig über die Hefe gie­ßen, mit einem sau­be­ren Küchen­tuch bedecken und an einem war­men Ort für 10-15 Minu­ten gehen las­sen. Wenn sich Bla­sen gebil­det haben und die Hefe-Milch-Flüs­sig­keit hoch­ge­stie­gen ist kann es wei­ter­ge­hen. Das Öl und das zim­mer­war­me(!) Ei bei­geben und mit Küchen­ma­schi­ne oder Mixer gründ­lich mischen. Nach und nach noch­mal 60-80g Mehl zuge­ben, so lan­ge, bis der Teig sich ver­fe­stigt und all­mäh­lich vom Schüs­sel­rand löst.
Jetzt die gut abge­tropf­ten Rosi­nen zuge­ben und auf klei­ner Stu­fe unter­zie­hen bis sie gleich­mä­ßig im Teig ver­teilt sind.

Mit einem Teigs­cha­ber (Spa­tel) den Teig auf ein bemehl­tes Brett geben und die Hän­de mit Mehl bestäu­ben - nun kne­ten Sie den Teig ca. 120 mal, jeweils mit einer Vier­tel­dre­hung - immer mit dem Spa­tel lösen und ein wenig(!) Mehl zuge­ben, wenn der Teig anfängt zu kleben.

Nach dem Kne­ten in drei etwa glei­che Stücke Teig tei­len, jedes Stück zu einer lan­gen Wurst for­men - die Län­ge soll­te etwa gleich sein. Wenn Sie mögen nun in der Zucker-Zimt-Mischung wäl­zen und dann zu einem Zopf flech­ten (sie­he ober­stes Bild).

Den fer­ti­gen Zopf stel­len Sie nun - auf Back­pa­pier, noch­mals für 15-30 Minu­ten warm, bedeckt mit einem Küchen­hand­tuch, und zwar so lan­ge, bis sich das Volu­men etwa um die Hälf­te ver­grö­ßert hat. Unter­des­sen den Back­ofen auf 190°C / Umluft vorheizen.

Jetzt strei­chen Sie die Ei-Was­ser-Mischung vor­sich­tig und gleich­mä­ßig auf die Ober­flä­che des Zop­fes. Danach ab damit in den Back­ofen, den Sie jetzt auf 180°C / Umluft her­un­ter­dre­hen. Back­zeit unge­fähr 25-30 Minu­ten, ach­ten Sie dar­auf, dass die Ober­flä­che nicht zu dun­kel wird, wenn doch legen Sie ein Stück Alu­fo­lie mit der blan­ken Sei­te nach oben auf den Zopf. Zügig, den Ofen nicht zu lan­ge auflassen!

Am Ende der Back­zeit im Back­ofen ein wenig mit geöff­ne­ter Tür abküh­len las­sen, dann her­aus­neh­men und auf einem Git­ter abküh­len las­sen. Sofern Sie Zucker­guss mögen (ich nicht) kön­nen Sie nun 80 g Puder­zucker mit wenig Was­ser zu einer honig­ar­tig flie­ßen­den Mas­se ver­rüh­ren und in Strei­fen oder flä­chig auf dem noch war­men(!) Zopf verteilen.

Zube­rei­tungs­zeit 90 Minu­ten, Back­zeit (max.) 30 Minu­ten; ohne Rosineneinweichung.

PS:
Die­sen Hefe­teig kön­nen Sie auch [ohne Rosi­nen] für Blech­ku­chen zube­rei­ten, Belag Früch­te und/oder Streusel.

bookmark_borderWas in Deutschland gut läuft .... und was nicht!

In fin­ste­ren Zei­ten und unter den schwie­ri­gen Bedin­gun­gen der aktu­el­len Bedro­hung ist es immer gut Opti­mis­mus zu ver­brei­ten. Wer schon von schlimm­sten Bot­schaf­ten genug hat, weil sie Tag für Tag wie­der­holt und von Tag zu Tag schlim­mer wer­den, der freut sich dar­auf end­lich ein­mal etwas Posi­ti­ves zu lesen.

Würd' ich ja gern bedie­nen, die­sen Wunsch. 

Aber nur weil Coro­na durch das Land, die Welt wütet, sind all die ande­ren Schreck­lich­kei­ten nicht plötz­lich weg und unser Staats­we­sen nicht eben­so plötz­lich zu einem men­schen­freund­li­chen Wohl­fühlstaat mutiert.

Beim hpd (Huma­ni­sti­scher Pres­se­dienst) hat Con­stan­tin Huber die rosa­ro­te Bril­le auf­ge­setzt und einen Kom­men­tar zum The­ma "Was in Deutsch­land gut läuft" geschrie­ben. Falls Sie es noch nicht gele­sen haben emp­feh­le ich das zu tun bevor Sie hier wei­ter lesen, weil ich mich dar­auf beziehe. 

Huber teilt sei­nen Arti­kel in sechs Schrit­te, Unter­the­men und betrach­tet die posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen in Kon­trast zu dem, was man­cher­orts an Nega­ti­vem zu lesen ist. Die Kapitelinhalte:

1. Recht und Gesetz, Gleich­heit vor dem Gesetz, Rechts­si­cher­heit und Abwe­sen­heit von Staatswillkür;
2. Öffent­li­cher Rund­funk als Bei­spiel für "Qua­li­täts­jour­na­lis­mus";
3. Kli­ma- und Umwelt­schutz als all­ge­mei­ner gesell­schaft­li­cher Konsens;
4. Gesund­heits­we­sen und Lebenserwartung;
5. Gewal­ten­tei­lung und Meinungsfreiheit;
6. Bil­dung, Ver­kehr und Industrie. 

Zu 3. und 5. habe ich kei­ne Anmer­kun­gen, da decken sich die Aus­sa­gen von Herrn Huber weit­ge­hend mit dem, was ich so ähn­lich geschrie­ben hät­te - doch zu den ande­ren Punk­ten gab es so man­ches zu ergän­zen und rich­tig zu stel­len. Das habe ich in Form eines Leser­brie­fes ("Kom­men­tar") getan. Nach­fol­gend der Text:

Auf die Gefahr hin mich als *Spiel­ver­der­ber* darzustellen:
Das rosi­ge Bild von den posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen hat doch hier und da ein paar schmut­zi­ge Flecken .... 

zu 1.
Pro­mi­nenz & viel Geld sowie ein Netz­werk in die Poli­tik sind bestimmt geeig­net zu mil­de­ren Urtei­len zu füh­ren. Höneß ist da ein Beispiel.

zu 2.
(Öffent­li­cher) Rund­funk & Fern­se­hen sind in den 'Bera­tungs­gre­mi­en' (Bei­rä­te) und in den Redak­ti­ons­spit­zen durch­seucht von christ­li­chen Eife­rern, die die mora­lin­saure Grund­ein­stel­lung der Groß­kir­chen den Medi­en auf­drücken und eine fak­ten­ba­sier­te Welt­sicht ver­hin­dern. Zu vie­le der hoch­ran­gi­gen Mit­ar­bei­ter sind zugleich auf den Hono­rar­li­sten der Kir­chen und set­zen prak­tisch durch was gesell­schaft­lich schon über­holt ist.
Abtrei­bung und Ster­be­hil­fe sind da trau­ri­ge Beispiele.

zu 4.
Bedau­er­li­cher­wei­se gab es bis­her noch kei­nen Gesund­heits­po­li­ti­ker der es geschafft hät­te den Schwer­punkt der Aus­ga­ben so zu ver­schie­ben, dass die Arbei­ten­den bes­ser bezahlt wer­den und statt­des­sen die Arz­nei­mit­tel­ko­sten ein­ge­fro­ren wer­den. Unse­re Arz­nei­mit­tel­ko­sten lie­gen nach den USA an der Spit­ze. Das es preis­wer­ter geht bewei­sen die süd­eu­ro­päi­schen Län­der mit Preis­li­mits, und die Unter­neh­men lie­fern trotz­dem wei­ter da hin .... ein Blut­druck­sen­ker hier in D 47,- €, das glei­che Pro­dukt in Spa­ni­en unter 10,- €!

zu 6.
Das die letz­te Koali­ti­on die Auto­bah­nen im Eil­ver­fah­ren am Ende ihrer Amts­zeit aus öffent­li­cher Hand gelöst und pri­va­ti­siert hat (obwohl das anders genannt wur­de um die öffent­li­che Empö­rung zu ver­hin­dern), und schon wesent­li­che Strecken in drei Wel­len an pri­va­te Kon­sor­ti­en abge­ge­ben wur­den, ist ein Skan­dal.

Der glei­che Mini­ster, Herr Scheu­er, hat es nicht geschafft die flä­chen­decken­de Ver­sor­gung mit Inter­net­dien­sten zu gewähr­lei­sten - auch da zah­len wir hier ver­gleichs­wei­se über­höh­te Prei­se: 5GB für das Mobil­te­le­fon kosten drei­mal soviel wie (ein Bei­spiel) Spa­ni­en, und dort sind die Aus­bau­ko­sten wegen der gro­ßen Ent­fer­nun­gen sehr viel höher! Das trifft auch auf son­sti­ge Daten­vo­lu­mi­na zu - über­höh­te Prei­se die im inter­na­tio­na­len Ver­gleich stets an der Spit­ze ste­hen, bei der Lei­stung auf den letz­ten Plät­zen dümpeln.

Was über­haupt nicht erwähnt ist:
Die sozia­le Ungleich­heit, her­vor­ge­ru­fen dadurch, dass der Han­del mit/von Geld weit­ge­hend steu­er­frei läuft, wäh­rend Erwerbs­ar­beit gera­de auch in unte­ren Ein­kom­mens­klas­sen viel zu hoch besteu­ert wird ... von den Ver­brauchs­steu­ern ganz zu schwei­gen, die im Ver­gleich zu Steu­ern auf Luxus­ar­ti­kel unge­recht sind. Bei einem Ein­kom­men von 10.000 € sind 19% auf ein Auto erträg­li­cher als bei 2.000 €, weil der Rest­be­trag im letz­te­ren Fall den Käu­fer unter die Armuts­gren­ze drückt. 

Von den Grund­rechts­ver­let­zun­gen und -ein­schrän­kun­gen in angeb­li­cher "Gefah­ren­ab­wehr" und für eine dif­fu­se "Sicher­heit" will ich gar nicht erst anfangen:
Es ist mathe­ma­tisch zu bewei­sen, dass es unmög­lich ist mit irgend­ei­ner Art von Maß­nah­men (scree­ning, Daten­aus­wer­tun­gen) Sicher­heit her­zu­stel­len. Je grö­ßer die Zah­len der Über­wach­ten sind, desto grö­ßer ist die Feh­ler­quo­te - wor­aus folgt, dass sich genau dar­in die *mit posi­ti­ven Merk­ma­len iden­ti­fi­zier­ten* befin­den kön­nen .... der gesam­te Auf­wand 'für die Katz', wie es so schön im Volks­mund heißt.

Sehr auf­schluß­reich sind wei­te­re Kom­men­ta­re zu die­sem Bei­trag beim hpd
https://hpd.de/comment/61238#comment-61238
https://hpd.de/comment/61240#comment-61240

bookmark_borderFrühwarnanzeige

.. My grand­pa was a trucker, and my hus­band also works in logi­stics and the best ear­ly war­ning is real­ly in the flow of goods. Are the truck com­pa­nies recrui­ting or not? If they are it’s becau­se the manu­fac­tu­r­ers are making and sel­ling. If not, they aren’t and no mat­ter what the rhe­to­ric out of DC is our eco­no­my is not strong .. 

Über­set­zung: Mein Opa war Trucker, und mein Mann arbei­tet auch in der Logi­stik und die beste Früh­war­nung liegt wirk­lich im Waren­fluss. Rekru­tie­ren die Lkw-Unter­neh­men oder nicht? Wenn ja, dann des­halb, weil die Her­stel­ler pro­du­zie­ren und ver­kau­fen. Wenn nicht, tun sie es nicht und egal, wie die Rhe­to­rik aus DC [der US Regie­rung] lau­tet: Unse­re Wirt­schaft ist nicht stabil.

Stel­len sie sich, lie­be Lesen­de, ein­mal vor kein LKW wür­de mehr fahren.
Spä­te­stens Anfang näch­ster Woche wären die Rega­le in allen Super­märk­ten leergefegt.
Dann beginnt der gro­ße Hunger.
Irgend­wann sind die häus­li­chen Vor­rä­te völ­lig weg:
In den USA hat fast jeder eine Waf­fe - die wird sicher nicht zu Hau­se lie­gen blei­ben wenn der Hun­ger die Men­schen umtreibt. Als näch­stes kommt es zu Plün­de­run­gen und Über­grif­fen auf Men­schen, bei denen noch Vor­rä­te ver­mu­tet werden.

Sie hal­ten das für übertrieben?
Dann haben Sie noch nicht - wie ich heu­te Abend, ca. 22:00h - erlebt, dass zwei Men­schen auf­ein­an­der los gehen weil sie bei­de die letz­te Packung Küchen­pa­pier­rol­len haben wol­len .... über­all ste­hen Wach­leu­te her­um um ein­zu­grei­fen, wenn sowas pas­siert und alle Zivi­li­sa­ti­ons­zwän­ge fal­len gelas­sen werden.
Da kön­nen wir froh sein, hier stren­ge­re Waf­fen­ge­set­ze zu haben.

Und ich dachte:
Da geh' ich lie­ber am Abend ein­kau­fen, dann ist nicht soviel los ...!

bookmark_borderDem drohenden Mangel begegnen ....

oder: Toi­let­ten­pa­pier - wenn es alle ist kommt die Reue zu spät

Nen­nen Sie es 'pedan­tisch' oder 'gestört' oder irgend­wie anders .... aber hier kann ich Ihnen bewei­sen, wie eine recht­zei­ti­ge Bestands­auf­nah­me des Haus­halts­ver­brau­ches spä­ter zur eige­nen Beru­hi­gung beiträgt.
(Die eng­li­sche Bezeich­nung *peace of mind* [Frie­de des Ver­stan­des, See­len­frie­den] gefällt mir besser).

("click!" auf die Abbil­dun­gen vergrößert)

Wie unschwer zu erken­nen ist liegt der mitt­le­re Ver­brauch bei einer Rol­le Toi­let­ten­pa­pier in ca. 5,5 Tagen. Was bedeu­tet, dass mein Bestand von sie­ben Rol­len für ca. 38 Tage aus­rei­chen wird, sofern nicht eine schwer­wie­gen­de Gesund­heits­be­ein­träch­ti­gung - wie etwa eine Durch­fall­erkran­kung - mich ereilt.

DAS nen­ne ich *peace of mind*!
{Nun wis­sen Sie auch, war­um so vie­le Men­schen das Toi­let­ten­pa­pier 'hor­ten': Sie haben kei­nen blas­sen Schim­mer wie viel sie tat­säch­lich ver­brau­chen - wes­we­gen sie den Ver­brauch viel zu hoch ein­schät­zen und hamstern ...!}

bookmark_borderSchriftwechsel (mit einem Kundenservice)

Es geht um einen Rauch(warn)melder, der neu ange­bracht wer­den soll.
Die Bedie­nungs­an­lei­tung (bes­ser: Mon­ta­ge­an­lei­tung) ist mir nicht deut­lich genug gewe­sen - ich fand nicht, was im Text ange­spro­chen war.

Aber lesen Sie selbst:
("click!" auf die Abbil­dun­gen vergrößert)

Wie Sie, lie­be Lesen­de, sofort erkannt haben, geht es hier nicht um CORONA. Mit Absicht. Wir brau­chen etwas um uns wie­der ein­mal 'schmun­zeln' zu las­sen in die­ser so trü­ben, ange­spann­ten Zeit.

bookmark_borderJedoch der schrecklichste der Schrecken,
das ist der Mensch in seinem Wahn   [Fr. v. Schiller; Glocke, Z.381]

* edit * ACHTUNG:
Hier ist nicht die durch­aus berech­tig­te Furcht vor Ansteckung und das Ergrei­fen von Schutz­mass­mah­men gemeint!
Woge­gen ich hier argu­men­tie­re ist ledig­lich die sinn­lo­se Hor­tung von Mate­ria­li­en aus dem Hygie­ne­be­reich, Back­ar­ti­keln und Alles rund um Nudelgerichte.
* /edit *

Die Hyste­rie um das Coro­na­vi­rus [COVID-19] nimmt wahr­haf­tig unvor­stell­ba­re For­men an.
Ver­ein­facht berech­net (Stand 13.03.2020; 15:00 Uhr) waren 1.930 Infek­ti­ons­fäl­le in der Gra­fik dar­ge­stellt, ins­ge­samt ca. 3.000 bekannt.

[Bild­quel­le]


Das ent­spricht 0,0025% der Geamtbevölkerung.
Das sind unge­fähr zwei Tau­send­stel eines Pro­zen­tes - oder anders ausgedrückt:
In einer lee­ren Bier­fla­sche befindet
sich nur noch ein ein­zi­ger Trop­fen!

 
Die Rega­le für Toi­let­ten­pa­pier, Back­zu­ta­ten, Haus­halts­rol­len und Fer­tig­ge­rich­ten, sowohl bei unse­rem ört­li­chen Ede­ka- wie beim REWE-Markt, waren leer.

Was soll denn wer­den, wenn es ein­mal eine rich­tig ern­ste Situa­ti­on gibt?
Den­ken die Men­schen, die jetzt schon anfan­gen der­art zu hor­ten, eigent­lich noch nach?

Wie sich die Ereig­nis­se wie­der­ho­len → 0,003% ....

Dazu mein Video → HIER

bookmark_borderTante Emmi hat das auch geholfen ....

[Bild­quel­le]

Es graust mich immer wie­der wenn ich "Erfolgs­ge­schich­ten" als Beweis für irgend­ei­ne Behand­lung, Diät oder Lebens­wei­se lesen muss. Sie kom­men ein­fach nicht dar­auf sich ein­mal mit *rich­ti­ger Wis­sen­schaft* zu beschäf­ti­gen vor lau­ter G'schaftlhuberei [Drit­ter Absatz].
Wer sich andau­ernd rund­um ver­tei­di­gen zu müs­sen glaubt hat wahr­schein­lich wenig Zeit etwas kon­kret zu stu­die­ren, da muss eben Mei­nung her­hal­ten anstatt Bewei­se zu prä­sen­tie­ren. Ein ande­rer Teil die­ser Über­zeug­ten hat das anson­sten eher reli­gi­ös begrün­de­te Sen­dungs­be­wusst­sein, das *Welt­ret­ter-Syn­drom*.

Mein kürz­lich ver­stor­be­ner Schwie­ger­va­ter, er wur­de 95, hat Zeit sei­nes Lebens eine def­ti­ge Brot­zeit geschätzt. Er lieb­te Schin­ken, Aal und geräu­cher­te Mett­würst­chen. Sein Bier­chen und ab und an ein Schnäps­chen hat er mit Genuß getrun­ken. Bis vor ein paar Jah­ren sei­ne aus­ge­such­ten kuba­ni­schen Zigar­ren geraucht und war bis zwei Wochen vor sei­nem Tod min­de­stens drei Mal in der Woche unter­wegs. Je ein­mal in einer sei­ner drei bevor­zug­ten Knei­pen. Wegen der Gesel­lig­keit, und weil es da Sol­ei­er und Bou­let­ten vom Tre­sen gab.

Jetzt wäre es bil­lig dage­gen zu hal­ten und den Vega­nern das Bei­spiel um die Ohren zu hau­en. Ich begnü­ge mich damit es hier so auf­ge­schrie­ben zu haben wie es war.


Sehen Sie an die­sem Bei­spiel doch bit­te die Gemein­sam­keit, nicht das was trennt:
Da ist näm­lich die Tat­sa­che, dass ein ein­zel­ner Fall - mag er auch noch so über­zeu­gend dar­ge­stellt wer­den - nie der "Beweis" für eine Annah­me sein kann. Es ist eine anek­do­ti­sche Bege­ben­heit, mehr nicht.
 

 
Anders als die Vega­ner käme ich nicht auf die Idee, die­se Lebens­art mei­nes Schwie­ger­va­ters zu einer Bewe­gung "Wie wer­de ich min­de­stens 95 Jah­re alt" machen zu wol­len .... es reicht schon, wenn ande­re ihr "Sen­dungs­be­wusst­sein" ausleben.

 

bookmark_borderBehörden: 'Ruhen' in sich selbst ....

Ein lan­ges Leben bringt vie­le Erfah­run­gen mit sich - nicht alle sind ange­nehm. Glück­li­cher­wei­se sind doch die posi­ti­ven Erleb­nis­se unterm Strich für die mei­sten Men­schen in der Überzahl.

Wir gehen zurück in das Jahr 1974
.
Es herrsch­te Leh­rer­man­gel, ins­be­son­de­re in den Natur­wis­sen­schaf­ten. Da ich mir sowie­so nicht im Kla­ren war ob ich wei­ter das Diplom in Bio­lo­gie oder Lehr­amt Biologie|Chemie ver­fol­gen soll­te - die­se Ent­schei­dung muss­te nach dem gera­de bestan­de­nen Vor­di­plom getrof­fen wer­den - kam das Ange­bot an einem Gym­na­si­um als Bio­lo­gie- & Che­mie­leh­rer zu arbei­ten gera­de recht.

So begann ich nach den Som­mer­fe­ri­en mei­ne *Lehr­erlauf­bahn*, die ins­ge­samt 18 Mona­te dauerte.

Alles war gut:
Die Kol­le­gen freund­lich und hilfs­be­reit, die Klas­sen 7 bis 9 zwar in schwie­ri­gem Alter, aber begei­ste­rungs­fä­hig und als die ersten leben­den Tie­re in den Unter­richt kamen kaum noch zu brem­sen. Ins­be­son­de­re der Abschnitt 'Spin­nen' wur­de zum Höhe­punkt unter­richt­li­chen Schaf­fens. Da natür­lich eini­ge Spin­nen - ver­se­hent­lich oder absicht­lich war nicht zu ermit­teln - aus den Auf­be­wah­rungs­ge­fä­ßen in den Klas­sen­raum ent­wisch­ten. Was bei einem Teil der Schüler:innen zu mit laut­star­ken Schreckens­ru­fen beglei­te­ten Flucht­re­ak­tio­nen führ­te .... und dann stand plötz­lich der Direk­tor in der Tür um nach dem Rech­ten zu sehen!
Er wur­de 'ein­ge­weiht' und ich hat­te den Ein­druck, dass sei­ne Ver­weil­dau­er sich schon des­we­gen ver­kürz­te, weil er kei­nem der aus­ge­büch­sten Spin­nen­tie­re begeg­nen wollte.

Der unan­ge­neh­me Teil war der Umgang mit dem Regie­rungs­prä­si­di­um.
Das war für die Bezah­lung zustän­dig. Mein Ver­trag war ein­fach gestal­tet: Zunächst auf ein Jahr befri­stet, fester Zahl­be­trag jeweils zum 15. eines Monats; erste Zah­lung für zwei Wochen am 15. des ersten Monat, danach jeweils ein vol­ler Monats­be­trag. Urlaub gab es nicht - aber unter­richts­freie Zeit immer dann, wenn das Gym­na­si­um wegen Feri­en geschlos­sen war und die Zah­lung durch­ge­hend, als ob stän­dig unter­rich­tet würde.

Als ich nach dem zwei­ten Zahl­tag, also nach ein­ein­halb Mona­ten, immer noch kein Geld auf dem Kon­to hat­te rief ich bei der im Ver­trag benann­ten Zahl­stel­le an, Akten­zei­chen, Ver­trags­da­tum und ande­re Unter­la­gen parat.

"Die Kol­le­gin die das bear­bei­tet macht gera­de Urlaub"
säu­sel­te die Dame am ande­ren Ende der Lei­tung als ich fer­tig war ihr zu erklä­ren was mein Anlie­gen sei. Ich sag­te sowas wie 'na, dann wird sie sich hof­fent­lich gut erho­len' um dann fort­zu­fah­ren 'wer ver­tritt sie denn?'
"Für die paar Tage bleibt halt 'mal etwas lie­gen", beschied mich die Kol­le­gin und setz­te nach "Sie wer­den ja bestimmt noch Reser­ven haben. Das dau­ert jetzt auch nicht mehr so lan­ge und wenn die Kol­le­gin aus dem Urlaub kommt geht es ganz fix!"

Ging es nicht.
Auch zur näch­sten Aus­zah­lungs­run­de war ich nicht dabei - und schon war ich wie­der am Tele­fon. Dies­mal hat­te ich die zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­te­rin am Telefon.
"Ich kann ihre Akte nicht fin­den!" war die erste Äuße­rung als ich erklärt hat­te war­um ich anrief. Ich wies dar­auf hin, dass die Kol­le­gin die Akte zu Rate gezo­gen hat­te und ich *dem Amte daher bekannt* sein müss­te. "Da wer­de ich mit der Kol­le­gin spre­chen und kei­ne Sor­ge, hihi, wir wer­den Sie schon wie­der­fin­den", es ertön­te ein glocken­hel­les Lachen von Frau Peters in die Lei­tung und ich war bestimmt nicht in der Ver­fas­sung mit zu lachen. "Beim näch­sten 'Zah­lungs­lauf' sind Sie bestimmt dabei!" been­de­te sie das Gespräch.

Der näch­ste Zahl­tag war ver­stri­chen, nach mitt­ler­wei­le drei­ein­halb Mona­ten war mein Kon­to leer­ge­fegt, der Dis­po aus­ge­reizt und die net­te Dame bei der Spar­kas­se schau­te mich sehr ungläu­big an als ich ihr das Dilem­ma erläu­ter­te. "Da müs­sen Sie selbst hin­ge­hen", sag­te sie, "das wird nichts, wenn sie nicht dort vorsprechen!" 

Nach eini­gem Suchen - die ver­schie­de­nen Dienst­stel­len waren über meh­re­re histo­ri­sche Gebäu­de in Han­no­ver ver­teilt - fand ich die bear­bei­ten­de Stel­le und der Pfört­ner woll­te mich nicht rein­las­sen. Als ich ihm die Geschich­te erzählt hat­te wur­de er schon zugäng­li­cher und erklär­te "Dann will ich mal bei der Frau Peters¹ Bescheid geben, dass Sie hier sind und mit ihr spre­chen wollen."
Er wähl­te, es klin­gel­te, nie­mand ging dran. Er ver­sucht das Nach­bar­bü­ro "Hören Sie", sagt er zu mir nach­dem er mit jeman­dem gespro­chen hat­te der im Büro neben­an resi­dier­te, noch den Hörer in der Hand, "die Frau Peters ist krank geschrie­ben, die Kol­le­gin weiß nicht, wann sie wie­der kom­men wird." Ich sage, schon in der Erwar­tung, dass es wie­der eine blö­de Ant­wort gibt 'dann fra­gen Sie doch bit­te mal wer die Frau Peters ver­tritt' und er ant­wor­tet, nach­dem er das an die Gesprächs­part­ne­rin wei­ter gege­ben hat "Das steht noch nicht fest, der Herr Abtei­lungs­lei­ter legt das bei der näch­sten Dienst­be­spre­chung fest. Wenn es län­ger dau­ert bis die Frau Peters wie­der kommt. Ich schrei­be Ihnen die Num­mer auf wo sie näch­ste Woche anru­fen kön­nen um zu erfah­ren wer das jetzt bearbeitet"

Die net­te Dame bei der Spar­kas­se war jetzt nicht mehr nett und erklär­te mir, dass nach drei Mona­ten ohne Zah­lungs­ein­gang mein Dis­po gestri­chen wur­de und ich nun etwas mehr für die Über­zie­hung zah­len muss und außer­dem sei jetzt *Ende der Fah­nen­stan­ge* - kein Geld mehr vom Konto.

Mitt­ler­wei­le hat­te ich schon vier Mona­te gear­bei­tet. Gra­tis. Und all­mäh­lich wur­de ich mehr als unge­dul­dig. Der Direk­tor, dem ich das Gan­ze vor­ge­tra­gen hat­te ließ mich wis­sen "Ach wis­sen Sie, da kön­nen wir von hier nichts machen, das liegt beim Regie­rungs­prä­si­di­um und das ist eine ganz ande­re Behör­de." Mein Anruf - die Num­mer hat­te ich vom Pfört­ner ja bekom­men lief ins Lee­re: Eine freund­li­che Dame erklär­te mir "Ich bin hier nur der Tele­fon­dienst wenn nie­mand unter der ange­ge­be­nen Num­mer ant­wor­tet - ich kann ihnen nicht wei­ter hel­fen. Ver­su­chen Sie es doch mor­gen nochmal."

Der näch­ste Zah­lungs­lauf ging vor­bei.
Natür­lich ohne Zah­lung auf mein Kon­to. Mit dem Ver­mie­ter hat­te ich gespro­chen und er sag­te "Wenn Sie näch­sten Monat wie­der nicht zah­len kön­nen muss ich Ihnen - so leid es mir tut - kündigen!"

Bedröp­pelt lief ich über den Gang im Gym­na­si­um und begeg­ne­te dem Haus­mei­ster, Herrn Galk², alter U-Boot-Fah­rer. Einer der weni­gen Über­le­ben­den aus die­ser Trup­pe, in der es nur eine Über­le­bens­ra­te von knapp 10% gege­ben hatte.
"Sie sehen aus als ob Sie Kum­mer haben", sprach er mich an. Ich erzähl­te ihm die Geschich­te und er blick­te mich mit einer Mischung von väter­li­cher Sor­ge und ungläu­bi­gem Stau­nen an "Da ist es wohl höch­ste Zeit, dass Ihnen jemand hilft! Was brau­chen Sie denn so unge­fähr?" Ich kal­ku­lier­te über­schlä­gig und sag­te 'Etwas mehr als vier­hun­dert Mark müss­ten rei­chen - vor­aus­ge­setzt, das Regie­rungs­prä­si­di­um zahlt näch­sten Monat.'
"Kom­men Sie heu­te Nach­mit­tag zu mir nach Hau­se" ant­wor­te­te er, "dann gebe ich Ihnen das Geld, und wenn Sie ihre Zah­lung haben geben Sie es mir zurück!"

So lief es dann auch. Er gab mir fünf­hun­dert Mark.
Aber: Beim näch­sten Zah­lungs­lauf war ich wie­der nicht dabei.

Als ich erneut vor dem Pfört­ner stand und er mich zunächst nicht durch­las­sen woll­te erkann­te er wohl, dass das kei­ne Opti­on sein wür­de. Ich war wirk­lich wütend und nicht zu brem­sen. Fast fünf Mona­te Gratisarbeit. 

Ich war gera­de vor der Büro­tür da hör­te ich drin­nen das Tele­fon läu­ten, doch da war ich schon im Raum.

Drei Schreib­ti­sche in der Mit­te zusam­men­ge­scho­ben, einer rechts, einer links und einer vor Kopf, die Dame saß mit dem Rücken zur Tür. Drei Akten­schrän­ke an den Wän­den veteilt. Einen Besu­cher­sitz­platz gab es nicht. Man war wohl lie­ber unter sich und ohne Publikumsverkehr.

'Wer von Ihnen ist Frau Peters?' rief ich in den Raum.
Die Dame mit dem Rücken zur Tür stell­te ein Joghurt auf den Tisch, wisch­te sich den Mund und sag­te dann "Da links, das ist Frau Peters." Frau Peters ließ ihr Strick­zeug sin­ken und schau­te mich erwar­tungs­voll an wäh­rend die Kol­le­gin am rech­ten Schreib­tisch ihr Buch bei­sei­te leg­te und mich - ein wenig spitz und von oben her­ab - wis­sen ließ "Wir haben hier kei­nen Publi­kums­ver­kehr - schrei­ben Sie uns doch bit­te was Sie für ein Anlie­gen haben!"

'Doch, ant­wor­te­te ich, 'Sie haben gera­de Publi­kums­ver­kehr von einem äußerst erbo­sten Teil ihres Publi­kums - und ich gehe hier nicht aus dem Raum wenn ich nicht einen Scheck oder eine Zah­lungs­an­wei­sung oder Bar­geld in der Hand habe, nach­dem ich nun schon fünf Mona­te arbei­te und noch kei­nen Pfen­nig Geld auf mei­nem Kon­to gese­hen habe.'

Die Mit­ar­bei­te­rin mit dem Rücken zur Tür ver­stau­te ihr Joghurt in einem Schub­fach, rück­te ein wenig um die Ecke ihres Schreib­ti­sches, und dreh­te sich so, dass sie mich sehen konn­te. Sie sah etwas ver­schreckt aus.

Es wur­de tatsächlich
- nach län­ge­rem & wei­te­rem Hin-und-Her - eine Zah­lungs­an­wei­sung aus­ge­ge­ben ".. das machen wir nur aus­nahms­wei­se! .." mit der ich sofort bei der im Hau­se befind­li­chen Kas­se einen Vor­schuss von drei (grob geschätz­ten) Net­to­be­trä­gen abho­len konnte.

Im Raus­ge­hen hör­te ich noch die schnip­pi­sche Mit­ar­bei­te­rin von rechts sagen "Da hät­te er doch bestimmt bei der Spar­kas­se einen Kre­dit bekom­men kön­nen ... " ... wie es wei­ter­ging weiß ich nicht, da war ich schon fast am Ende des Gan­ges und auf dem Weg ins Erd­ge­schoss zur Kasse.

Herr Galk bekam als Erster sein Geld. Dann der Ver­mie­ter, den Rest zahl­te ich bei der Spar­kas­se ein und ich hat­te den Ein­druck, da waren auch alle sehr viel freund­li­cher und schau­ten auch so - ganz anders als bei mei­nem letz­ten Besuch dort.

Was ich dar­aus gelernt habe sind zwei Dinge:
1. Wenn man wirk­lich Geld braucht ist die Spar­kas­se gar nicht mehr so frei­gie­big wie ihre Wer­bung es immer suggeriert."
2. Es gibt ganz weni­ge Men­schen, die tat­säch­lich hel­fen, wenn sie auf die Fra­ge "Wie geht es Ihnen?" erfah­ren, dass ihr Gegen­über wirk­lich Hil­fe braucht.

¹ Name geändert
² Rich­ti­ger Name

*edit*
Dem­nächst habe ich noch eine 'jün­ge­re' Geschich­te, da geht es um die Ren­ten­ver­si­che­rung "Bund".