bookmark_borderÄrztliche Suizidassistenz

Die Posi­tio­nie­rung der Ärz­te­schaft zur Sui­zid­as­si­stenz soll geprüft wer­den, so beschloß es auf dem 127. Deut­schen Ärz­te­tag die Versammlung.

Zitat
".. sol­le einer­seits betont wer­den, dass die Mit­wir­kung bei der Selbst­tö­tung von Men­schen grund­sätz­lich kei­ne ärzt­li­che Auf­ga­be ist. Ande­rer­seits sol­le fest­ge­schrie­ben wer­den, dass sie im Ein­zel­fall bei schwe­rer oder uner­träg­li­cher Erkran­kung nach wohl­ab­ge­wo­ge­ner Gewis­sens­ent­schei­dung zuläs­sig ist .."

Damit folgt der Beschluß einem zuvor bereits erstell­ten Papier des Ethik­ra­tes "Ethik­ex­per­ten gegen gesetz­li­che Rege­lung zur Sui­zid­bei­hil­fe".
Zitat aus der Ver­öf­fent­li­chung des Ethik­ra­tes (dem ich nicht in allen Argu­men­ten zustimme!):
".. Für eine bun­des­ge­setz­li­che Rege­lung bestehe kein Bedarf, schrei­ben die Ethik­ex­per­ten. Sui­zid­wil­li­ge hät­ten mitt­ler­wei­le aus­rei­chend Mög­lich­kei­ten, um ihren Ster­be­wunsch mit Hil­fe Drit­ter durchzusetzen .."
Na ja, Ethik­rat, *aus­rei­chend Mög­lich­kei­ten* ist bestimmt eine gro­be Fehleinschätzung.

bookmark_borderSammelsurium XXXVII

Hau' drauf ..?! Tut weh!

Döpf­ner, wei­land Chef bei Sprin­ger und (min­de­stens mit-)verantwortlich für man­che *Repor­ta­ge*, die es mit den Per­sön­lich­keits­rech­ten ande­rer Men­schen nicht so genau nahm und so man­che Exi­stenz zer­stör­te ist jetzt *Opfer*. ?

Betrof­fen sein ver­schiebt die Sicht­wei­se, alles ist plötz­lich anders:

Der Herr Döpf­ner reagiert pikiert, gar betrof­fen, völ­lig ver­ständ­nis­los des­we­gen, weil man sei­nen pri­va­ten Schrift- und ande­ren (!) Ver­kehr in die Öffent­lich­keit zerr­te. Wie die NZZ berich­tet wird es des­we­gen beim Pres­se­rat ein Ver­fah­ren gegen die "ZEIT" geben, die den anson­sten nicht zim­per­li­chen Herrn Döpf­ner sei­nen eige­nen Brei hat fres­sen lassen.

Eine Über­re­ak­ti­on ansichtlich der man­nig­fa­chen Zer­stö­rung von Men­schen, deren sich die Sprin­ger­pres­se erbar­mungs­los *ange­nom­men* hat. Zugleich ein Hin­weis dar­auf, wie skru­pel­los die­se Mit­ar­bei­ten­den in man­chen Blät­tern sind: Wenn sie der­art - selbst betrof­fen - auf­heu­len, dann erkennt man doch wie schä­big ihr Han­deln war. Denn Sie sind sich der Bedeu­tung ihrer Aktio­nen sehr wohl bewusst gewesen.

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FDP - o weh!

Ein Kli­ma­re­fe­rent, Ste­fan Hen­trich, der mit Kli­ma­leug­nern zusam­men­ar­bei­tet? Wahr­schein­lich ist nicht allein für den unver­ständ­li­chen Kurs der FDP in Sachen Kli­ma­wan­del­po­li­tik ver­ant­wort­lich - den­noch steht er min­de­tens als abschrecken­des Bei­spiel für Igno­ranz gegen­über über­wäl­ti­gen­den wis­sen­schaft­li­chen Bewei­sen am Pran­ger bei fron­tal und CORECTIV [Sie­he → *.pdf-Datei].

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Oettinger - o weh!

Haben Sie sich schon ein­mal gefragt wo der Herr Oet­tin­ger geblie­ben ist nach­dem er erst in Baden-Würt­tem­ber­g¹, dann in der gesam­ten Bun­des­re­pu­bli­k² und spä­ter als EU Kom­mis­s­ar³ [Ener­gie-, Digi­tal- und Haus­halts­kom­mis­sar] soviel Unheil ange­rich­tet hat?

Er ist jetzt "Bera­ter" beim rechts-natio­nal-faschi­sti­schen Möch­te­gern-Dik­ta­tor Orban in Ungarn.
Gleich und gleich gesellt sich gern - sagt der Volksmund!

¹ Mini­ster­prä­si­dent u.a.; [Ein­füh­rung von Stu­di­en­ge­büh­ren; Pro­jekt Stutt­gart 21; ]
² Gün­ther Oet­tin­ger EU-Kom­mis­sar mit Fai­ble für Fettnäpfchen
³ Nicht "Hans Dampf", son­dern Oet­tin­ger in allen Gas­sen; Lob­by­is­mus: Flei­ßi­ger Schwa­be.

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China - o weh!

Seit ich nach 2009 ein paar Jah­re in Fol­ge häu­fi­ger für meh­re­re Mona­te in Spa­ni­en zuge­bracht habe, zuerst ganz im Süden in Tarifa, spä­ter nörd­lich von Mala­ga und zuletzt in der Bucht von Valen­cia, genau­er rund um Gan­dia, der fünft­größ­ten Stadt in Spa­ni­en, festig­te sich mein Bild von dem, was Chi­na so im Westen treibt.

Es gibt in Spa­ni­en unzäh­li­ge von Chi­ne­sen betrie­be­ne Mini-Läden mit all dem bil­li­gen Tand des täg­li­chen Gebrauchs, von der Tisch­decke über Geschirr, zu Elek­tro­klein­ge­rä­ten, bis zur Aus­stat­tung für Strand­be­su­che. Die schie­re Zahl und des­we­gen die Dich­te die­ser Läden kann sich wirt­schaft­lich nicht rech­nen. Selbst wenn man unter­stellt die Betrei­ber sei­en Fami­li­en deren Mit­glie­der zahl­reich und bereit sei­en und die fast zum Null­ta­rif zu arbei­ten kann wegen der Miet­prei­se und den son­sti­gen Kosten und Abga­ben bei den gerin­gen Prei­sen der Pro­duk­te und dem Kon­kur­renz­druck ein sol­cher Laden sich nicht rentieren.

Woher also - so frag­te ich mich oft - kommt das Geld die Läden trotz­dem zu betrei­ben und wel­che Moti­va­ti­on steckt dahinter?

Das habe ich mit ande­ren Cam­pern bespro­chen denen die­se Läden völ­lig nor­mal - und erfreu­lich bil­lig - erschie­nen. Ungläu­big wur­de ich stets ange­se­hen wenn ich andeu­te­te, das müs­se die *Fünf­te Kolon­ne* des chi­ne­si­schen Geheim­dien­stes sein und die Shop­be­trei­ber alle­samt Bedien­ste­te des chi­ne­si­schen Staa­tes. Zu gut aus­ge­bil­det für Jobs wie den Ver­kauf in sol­chen Mini-Läden, denn vie­le spra­chen Spa­nisch per­fekt und oft noch Fran­zö­sisch und Englisch.
Die­se Über­qua­li­fi­ka­ti­on war aus mei­ner Sicht der deut­lich­ste Hin­weis auf einen geheim­dienst­li­chen Hin­ter­grund der Anwe­sen­heit in sol­che Dichte.
Nun gibt es Hin­wei­se, die mei­nen Ver­dacht erhär­ten, denn in Deutsch­land wur­den Netz­wer­ke ent­deckt, die auf kom­mu­na­le Poli­tik unmit­tel­bar und mit­tels Ein­fluß auf ein­zel­ne Poli­ti­ker ausüben.



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Anonyme Informanten - o jeh!

Wer hat sie nicht schon gele­sen, die Flos­kel ".. Infor­ma­ti­on unter der Bedin­gung von Anonymität .."?!
Das wird bei uns weni­ger gebraucht, denn 'Hören­sa­gen' hat nur unter ganz bestimm­ten Bedin­gun­gen eine Berechtigung.
Zitat:

".. accor­ding to a per­son fami­li­ar with the company’s thin­king who spo­ke on the con­di­ti­on of anony­mi­ty to dis­c­lo­se cor­po­ra­te dis­cus­sions .." sowas liest man gemein­hin eher in US Blät­tern, die immer dar­auf bedacht sind Rechts­strei­tig­kei­ten zu vermeiden.

Quel­len­schutz ist für die Pres­se bedeut­sam, denn ohne 'Quel­len' gibt es kei­ne Insi­der­infor­ma­tio­nen, und ohne die kei­ne Infor­ma­tio­nen, die VOR den Mit­be­wer­bern in die Öffent­lich­keit getra­gen wer­den kön­nen. *Zuerst* zu publi­zie­ren bedeu­tet hin­ge­gen als 'aktu­el­ler' wahr­ge­nom­men zu wer­den .... und das bes­sert den Ver­kaufs­er­folg für Werbung.

Die Ver­su­chung da ein wenig zu schum­meln scheint mir doch sehr groß, denn ".. der über­mä­ßi­ge Gebrauch anony­mer Quel­len unter­gräbt die Glaub­wür­dig­keit bei den Lesern ..“ [".. ove­r­use of anony­mous sources ero­des cre­di­bi­li­ty with readers .."]

Ähn­li­che Formulierungen:
- who spo­ke on con­di­ti­on of anony­mi­ty becau­se he said he did not want to get on the wrong side …
- he spo­ke on con­di­ti­on of anony­mi­ty in line with the agency's policy …
- spo­ke on con­di­ti­on of anony­mi­ty becau­se the inve­sti­ga­ti­on is ongoing …
- dis­cus­sed the inci­dent on the con­di­ti­on that they not be named …

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BLITZnachricht

Portu­gals Par­la­ment bil­ligt akti­ve Sterbehilfe.
Es ist der fünf­te Anlauf, der nun nicht mehr von einem Veto aus­ge­bremst wer­den kann.
Lesen Sie die voll­stän­di­ge Infor­ma­ti­on dort → aerz­te­blatt Ausland

Aus­zug / Zitat:

".. Gegen die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der akti­ven Ster­be­hil­fe unter streng defi­nier­ten Bedin­gun­gen votier­ten dies­mal unter ande­rem die mei­sten Abge­ord­ne­ten der stärk­sten Oppo­si­ti­ons­frak­ti­on, der konserva­tiven PSD, sowie auch die Ver­tre­ter der rechts­po­pu­li­sti­schen Par­tei Che­ga ..".

Wie über­all, die Kon­ser­va­ti­ven und die Rech­ten, bei­de kön­nen es nicht vert­re­gen wenn etwas anders gere­gelt wird als ihre Dog­ma­tik hergibt ....

bookmark_borderMehrere Rätsel gelöst!

Haben Sie sich auch schon gefragt woher eigent­lich die Spa­ghet­ti kom­men?

Wer hat die Nudeln in New Jer­sey ent­lang eines Flus­ses entsorgt?

Ken­nen Sie schon die Pizza-Plantagen?

PS
Ange­fan­gen hat es mit die­sem *Fund­stück*:
Hundreds of pounds of pasta myste­rious­ly appeared in the N.J. woods. Cue the puns.
“I didn’t expect it to go viral at all,” said com­mu­ni­ty acti­vist Nina Joch­no­witz. “I had no idea the glo­bal reach of spaghetti.”

bookmark_borderVeranstaltungshinweis


Der Arbeits­kreis Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg teilt mit
fol­gen­de Nach­richt am 04.05. erhal­ten zu haben:
 

Moin,

falls noch nicht bekannt, möch­te ich heu­te auf eine Ver­an­stal­tung auf­merk­sam machen, die am 17.05.23 um 18.30 Uhr in Bre­men (Dom­ska­pi­tel­haus, Doms­hei­de 8) statt­fin­det und der es um die neue Ster­be­hil­fe­ge­setz­ge­bung gehen wird.

Ver­an­stal­te­rin ist die Bre­mer Lan­des­kir­che. Ein­ge­la­den ist die Bre­mer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Kir­sten Kap­pert-Gon­ther (Die Grü­nen), die eine star­ke Ver­fech­te­rin des Gesetz­ge­bungs­ent­wurfs ist, der die Ster­be­hil­fe wie­der unter Stra­fe stel­len will. Es wäre schön, wenn vie­le Men­schen, die das selbst­be­stimm­te Ster­ben für ein zu bewah­ren­des Gut hal­ten, das nicht durch die Keu­le des Straf­rechts ein­ge­schränkt wer­den soll, an die­ser Ver­an­stal­tung teil­neh­men. Wür­de mich freu­en, wenn vie­le dabei wären!

Hier ein paar Infos zu der Mei­nung der Landeskirche:

Besten Gruß
Peter Boesel
Aurich

Unter fol­gen­den Link gibt es nähe­re Infor­ma­tio­nen zu der Veranstaltung

Es ist mei­ner (Hab­bo Schütz') Ansicht nach sehr beschä­mend für die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che Bre­men, eine Abge­ord­ne­te ein­zu­la­den, die sich für einen ver­fas­sungs­wid­ri­gen Para­gra­phen stark macht. Die Hal­tung der Bre­mer Lan­des­kir­che ist in die­ser Hin­sicht extre­mi­stisch und tritt unse­re frei­heit­li­che Grund­ord­nung mit Füßen. Chri­sten­tum und Selbst­be­stim­mung müs­sen sich mei­ner Mei­nung nach nicht ausschließen.

Daher wer­den wir als Arbeits­kreis nach Bre­men fah­ren. Wie Herr Boe­sel es auch for­mu­liert hat, ist es gut, wenn nicht nur „christ­lich-unter­tä­ni­ge Ja-Sager“ an der Ver­an­stal­tung teil­neh­men, son­dern auch mög­lichst vie­le frei­heits­lie­ben­de Men­schen wie wir. Inner­halb der Kir­chen gibt es libe­ral-den­ken­de Men­schen wie uns, und die Kir­chen­obe­ren müs­sen begrei­fen, dass ihre dog­ma­ti­schen Ansich­ten an denen der Basis kom­plett vorbeigehen.

Es ist somit kein Wun­der, dass die Men­schen der Kir­che weg­lau­fen, wenn sol­che mit­tel­al­ter­li­chen Ansich­ten von den Kir­chen­vä­tern gepre­digt werden. 

Ich (W. v. Sulecki, Blog­be­trei­ber) möch­te hier noch hin­zu­fü­gen, dass es in Bre­men eine unse­li­ge Ver­we­bung zwi­schen Poli­tik und Kir­che gibt [Bre­men: Eine Hoch­burg der Evan­ge­li­ka­len]. Kein Poli­ti­ker der nicht der Kir­che ange­hört wird ein Amt beklei­den und es sind eini­ge weni­ge Fami­li­en die das öffent­li­che und spi­ri­tu­el­le Den­ken und Leben im Stadt­staat bestimmen.

Nicht nur die Evan­ge­li­ka­len haben Rück­halt und Ein­fluß, durch ein Kon­kor­dat gibt es mit Bre­men eine bin­den­de Ver­ein­ba­rung [*.pdf Datei] mit der Katho­li­schen Kirche.

Ande­rer­seits gibt es einen Arti­kel aus 2019 im Weser­ku­rier mit dem Titel "Tau­sen­de Aus­trit­te; Bre­mer Kir­chen lau­fen Mit­glie­der davon;
Immer mehr Men­schen keh­ren den bei­den gro­ßen Kir­chen in Deutsch­land den Rücken - auch in Bre­men. Katho­li­ken und Pro­te­stan­ten suchen nach Ant­wor­ten. 19.07.2019, 07:03 Uhr"

Abschlie­ßend möch­te ich noch auf eine Ver­öf­fent­li­chung ver­wei­sen die sich der Fra­ge "Wer bezahlt was für Kir­chen und Amts­trä­ger?" nach­geht → "Staat zahlt Kir­chen­ge­häl­ter" Der Ein­druck der Bevöl­ke­rung die Kir­chen bräuch­ten die Kir­chen­steu­er für die Bezah­lung ihrer sozia­len Dien­ste ist falsch, und selbst die Amts­trä­ger wer­den vom Staat - auch von aus­ge­tre­te­nen Kir­chen­mit­glie­dern (!) bezahlt.
All das geht auf das Jahr 1803 zurück - und es ist ein Skan­dal, dass immer noch Jahr für Jahr Mil­li­ar­den an die Kir­chen bezahlt wer­den für etwas, das davor, also vor mehr als 220 Jah­ren, ihnen gehörte.

bookmark_borderVon vergangenem Ruhm
oder: Was bleibt, bzw. blieb etwas?
*updated* (04.05.2023)

Oft habe ich mich schon gefragt was das für Men­schen sind, die sich bei die­sen trash-Sen­dun­gen wie "Big Brot­her" rekru­tie­ren las­sen, mona­te­lang aus ihrer nor­ma­len Tätig­keit aus­stei­gen, und sich irgend­wo in so-genann­ten Dschun­gel­camps für bis zu drei Mona­te (?) Tag und Nacht per Kame­ras bei allen Lebens­um­stän­den, Sex, und dem Essen von abscheu­li­chen, eke­li­gen Sub­stan­zen beob­ach­ten lassen.
Per Zufall bin ich bei you­tube (einem Link fol­gend) auf eine die­ser Per­so­nen gestoßen.

Es war der Gewin­ner im Jah­re 2010, der nun eine Kar­rie­re ganz ande­rer Art anstrebt.

Was er zwi­schen jetzt und damals so gemacht hat ver­such­te ich zu recher­chie­ren. Mit wenig Erfolg. Aller­dings, es kam her­aus was er nun macht. Er ist - stau­nen Sie ruhig, es ist völ­lig verständlich:

Vega­ner Ernäh­rungs­be­ra­ter und Stu­dent für Phy­to­the­ra­pie (Pflan­zen­heil­kun­de)
[Her­vor­he­bun­gen absicht­lich gesetzt]

Wenn Sie häu­fi­ger hier lesen wis­sen Sie:
Das Wort "Phy­to­the­ra­pie" trig­gert mich, es führt dazu wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu suchen und wenn dann noch "Ernäh­rungs­be­ra­ter" dazu kommt läßt es mir kei­ne Ruhe. Nicht bis ich ALLES gefun­den habe, was ein kom­plet­tes Bild die­ses 'Stu­den­ten' und sei­nes 'Stu­di­ums' aus den Ein­zel­hei­ten erkenn­bar macht.


Nun bin ich kein ver­bis­se­ner Feind der Phy­to­the­ra­pie, sofern die ein­ge­setz­ten Pflan­zen - oder Tei­le davon - gründ­lich unter­sucht, stan­dar­di­siert und zweck­mä­ßig ver­packt sind. So, daß eine dem Krank­heits­bild ange­mes­se­ne Dosie­rung erfol­gen kann.
Das schließt bei­spiels­wei­se eine eige­ne Samm­lung die­ser Grund­stof­fe schon in den mei­sten Fäl­len aus. Es sei denn, es gibt sta­ti­stisch gesi­cher­te Anga­ben, wie­viel von wel­chen Wirk­stof­fen durch­schnitt­lich an den übli­chen Stand­or­ten ent­hal­ten sind.
 

Stan­dar­di­sie­rung bedeu­tet: Man arbei­tet die Pflan­zen so auf, dass eine genau bestimm­te Men­ge an Wirk­stoff vor­han­den ist. Das ist des­we­gen wich­tig, damit eine zu hohe Dosis ver­hin­dert wird, denn die Wuchs­be­din­gun­gen kön­nen zu sehr schwan­ken­den Wirk­stoff­men­gen führen.

Gibt es so etwas nicht ist von eige­ner Samm­lung eher abzu­ra­ten, denn eine ver­nünf­ti­ge Dosie­rung wird hier zum 'rus­si­schen Rou­lette'. Ins­be­son­de­re dann, wenn es nur eine gerin­ge the­ra­peu­ti­sche Brei­te geben sollte.

Sol­che Beden­ken kom­men aller­dings dem locker-flockig daher­plau­dern­den, you­tubern­den *Student(-en) für Phy­to­the­ra­pie* wohl eher nicht, er spru­delt sein *Wis­sen* nur so her­aus, zwi­schen lan­gen Schlucken von Pflan­zen­säf­ten, direkt aus dem Mixer - wer macht sich schon heu­te noch die Mühe aus Glä­sern zu trinken?
Ist doch alles rein pflanz­lich und gesund, was könn­te da schief laufen ..!?


Mir sträu­ben sich bei die­ser unver­ant­wort­li­chen Locker­heit die Nacken­haa­re! Es geht hier schließ­lich um teil­wei­se hoch poten­te Sub­stan­zen, bei denen schon eine leich­te Über­do­sie­rung schwer­wie­gen­de Fol­ge­er­schei­nun­gen haben kann, und zwar nicht nur vor­über­ge­hend, son­dern ins­be­son­de­re kumu­la­tiv, wenn über län­ge­ren Zeit­raum zuge­führt. Zwei­fel­los ist es mei­stens zu spät für Gegen­maß­nah­men wenn sich schlei­chend die ersten Sym­pto­me einer sol­chen Über­do­sie­rung zeigen:
Was in das Kör­per­ge­we­be ein­ge­la­gert wur­de und dort als Depot gebun­den ist läßt sich nicht rasch ent­fer­nen oder meist auch nicht neutralisieren.
So kann es selbst bei erkann­ter Ursa­che zu spät für den Pati­en­ten sein .... er wird in dem Bewußt­sein ster­ben doch alles richig gemacht zu haben und dann sowas ....
 

Der *Stu­dent für Phy­to­the­ra­pie* haut der­weil wei­te­re Vide­os zur tol­len Wir­kung von Pflan­zen her­aus, klicks bei you­tube sind bares Geld - und wer denkt da schon an Ver­ant­wor­tung den Zuse­hen­den gegenüber?

Das Video mit dem Titel "Tie­ri­sche vs pflanz­li­che Pro­te­ine- Pro­te­ine ein­fach erklärt+pflanzliche Pro­te­in­quel­len" ent­hält - wie alle die­se Vide­os von Lai­en, die sich müh­sam ein wenig Kennt­nis­se zu kom­ple­xen Wis­sens­ge­bie­ten erar­bei­tet haben - vie­le tat­säch­lich zutref­fen­de Fak­ten. Die wer­den dann aller­dings so neu *zusam­men­ge­wür­felt*, daß genau das her­aus­kommt was uns der Herr Grätsch ver­kau­fen möch­te: Vega­ne Ernährung!


Lesen Sie doch bit­te mei­nen Arti­kel zu Eiweiß [Titel "Stoff­wech­sel­schlacken"], den habe ich geschrie­ben als ich eine Ver­öf­fent­li­chung, eigent­lich nur ein paar Sät­ze in einem Kom­men­tar, gele­sen habe, die behaup­te­ten es gäbe einen Unter­schied wie Men­schen rie­chen je nach­dem ob sie sich mit oder ohne Fleisch ernähr­ten. Sie fin­den dort das Ori­gi­nal­zi­tat und (m)eine Rich­tig­stel­lung auf­grund der wis­sen­schaft­li­chen Fak­ten.
 

[2010:
Gewin­ner Big Brother]
2022:
Vega­ner Ernäh­rungs­be­ra­ter und Stu­dent für Phy­to­the­ra­pie (Pflan­zen­heil­kun­de)
So stellt sich Timo Grätsch bei Insta­gram vor:
Gesundheit/Kosmetik
Ernährungsberater.🍃
Stu­dent für Phytotherapie🌱
Pflanzenheilkunde
Meditation
Yoga
Sprossenzucht 🌱
Wildkräuter🌾🥦
You­Tube: Timo G.

Mehr zu "Ernäh­rung: Eiweiß"

PS:
Herz­li­che Ein­la­dung an Herrn Grätsch oder jede ande­re ein­schlä­gig bewan­der­te Per­son hier in einem Kom­men­tar zu erklä­ren was *Stu­dent für Phy­to­the­ra­pie* bedeu­tet und wie man das wird, z.B. Vor­aus­set­zun­gen an Vor­bil­dung, Lehr­in­sti­tut, Lehr­plä­ne, (Dau­er), Kosten, Abschluß-Nach­weis (Urkun­de, staatl. aner­kann­te Titel wie Bache­lor o.ä.) ....
Erst­ver­öf­fent­licht: 19. Jun. 2022 um 16:00 Uhr
Über­ar­bei­tet & ergänzt: 04.05.2023

bookmark_borderWie sich eine republikanische Politikerin "Sozialismus" vorstellt

Schau­en Sie sich die­sen kur­zen Aus­schnitt an und stau­nen Sie mit mir über die­ses Para­de­bei­spiel von Igno­ranz, Unwis­sen­heit, Ver­dre­hung von Tat­sa­chen oder allen die­sen Nega­tiv­po­sten zusam­men .... das ist der Pro­to­typ von unge­bil­de­ten Per­so­nen die in den USA bei den Repu­bli­ka­nern zur *ersten Liga* gehören!

bookmark_borderDer schier endlose Kampf
gegen theologische Hirngespinste

Kürz­lich stieß ich auf den fol­gen­den Titel: "Testa­ment des Abbé Mes­lier" (1664−1729)" .. 1878 von Anne Knoop in ihrem New Yor­ker Ver­lag erschien(-en) und gra­tis unters Volk gebracht .. [Quel­le].

Aus die­sem Arti­kel stammt auch der fol­gen­de Textauszug:

"..Im zwei­ten Kapi­tel fin­det sich die erwähn­te Bespre­chung des Testa­ments, wel­cher der Prie­ster Mes­lier, aus nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den, nicht zu Leb­zei­ten publi­zie­ren woll­te. Nach einer Ein­füh­rung in Leben und Den­ken des Abbé Mes­lier, der mit sei­nen Werk, in wel­chem er dezi­diert und unver­blümt die Reli­gi­on als Luft­schloss und die Theo­lo­gie als ein Gewe­be von Hirn­ge­spin­sten bezeich­ne­te ¹, einen Mei­len­stein in der abend­län­di­schen Reli­gi­ons­kri­tik geschaf­fen hat .."

Dazu gibt es einen Kom­men­tar der höchst tref­fend zusammenfasst:

".. Solan­ge wird schon gekämpft, gegen die Reli­gi­on als Luft­schloss und die Theo­lo­gie als ein Gewe­be von Hirn­ge­spinst und noch immer spukt sie, auch im 21sten Jahr­hun­dert noch, auf der Erde und in den Köp­fen der Gehirn­ge­wa­sche­nen Men­schen herum.
"Leben ver­geht, Dumm­heit besteht" .."

In 2022 hat­te ich schon auf ein ande­res, lang zurück­lie­gen­des Ereig­nis hin­ge­wie­sen, dem­zu­fol­ge es bereits 1674 einen "Ket­zer" gab, der die Wahr­heit über Reli­gi­on und Kir­chen ver­brei­te­te und des­sen man offen­bar nicht hab­haft wur­de - min­de­stens gibt es dar­über kei­ner­lei Berichte.


Man kann nicht oft genug dar­auf hin­wei­sen um den Spuk zu benden:
Es ist eine unvor­stell­ba­re Frech­heit der Glau­bens­ge­mein­schaf­ten, dass sie sich der natür­li­chen Gabe der Men­schen bezüg­lich Ethik, Moral und Recht bemäch­tigt haben und behaup­ten man müs­se sich zur Auf­recht­erhal­tung der­sel­ben ihrer Dien­ste bedie­nen.
 

¹ "..Nach Knut­zen gibt es kei­ner­lei tran­szen­den­te Grö­ßen wie z. B. Gott, unsterb­li­che See­len oder ein Jen­seits mit Lohn oder Stra­fe für das irdi­sche Leben. Die Bibel sei wegen ihrer Wider­sprü­che nicht glaub­haft. Maß­stab für das Han­deln der Men­schen soll­ten die Wis­sen­schaft, die Ver­nunft und das kol­lek­ti­ve Gewis­sen sein, das die Natur den Men­schen mit­ge­teilt habe .." [WIKIPEDIA]
Sie­he auch: "Der Athe­is­mus-Dis­kurs um 1700 am Bei­spiel der Flug­schrif­ten Mat­thi­as Knutzens"

Foto­aus­schnitt im Titel: © Detroit Publi­shing Co (public domain)

bookmark_borderArbeitskreis Selbstbestimmtes Sterben Oldenburg

[Pres­se­mit­tei­lung & Abbil­dun­gen hier über­nom­men und zitiert mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Arbeitskreises]

Am 21.4.2023 fand die 6. öffent­li­che Ver­an­stal­tung vom Arbeits­kreis Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg an einem Frei­tag­abend, bei herr­lich­stem Wet­ter, im PFL in Oldenburg
statt.

Olaf San­der war mit Fami­lie - Frau und Vier­bei­ner - aus Däne­mark ange­reist, um die vom
SWR im Jahr 2016 erstell­te Repor­ta­ge „Frau S. will ster­ben - Wer hilft am Lebensende“
(wel­che die Zeit unmit­tel­bar vor und bis zum Frei­tod sei­ner Mut­ter zeigt) vor­zu­füh­ren, um
anschlie­ßend über die Erleb­nis­se die­ser Zeit zu berich­ten und Fra­gen aus dem Publi­kum zu
beantworten.
Den Zuschau­ern bot sich der berüh­ren­de Kampf­geist von Ingrid San­der bis zu ihrem
selbst­be­stimm­ten Sui­zid und der Beglei­tung ihres Soh­nes Olaf.
Durch eine Infek­ti­on mit Polio­mye­li­tis und dem nach­fol­gen­den Post-Polio-Syndrom
(Kin­der­läh­mung) war die inzwi­schen 78jährige Ingrid San­der der­art kör­per­lich eingeschränkt,
dass ohne Hil­fe anzie­hen, waschen und sich Essen zube­rei­ten kaum mehr mög­lich war.
Ingrid San­ders jahr­zehn­te­lan­ges Kämp­fen um ihr Recht selbst­be­stimmt und nach ihrer
Wür­de aus dem Leben zu schei­den, die Beschaf­fung der nöti­gen und sicher wirksamen
Medi­ka­men­te und die genaue Pla­nung gin­gen ihrem Frei­tod vor­aus. Der als Sterbehelfer
bekann­te Arzt Dr. Uwe Chri­sti­an Arnold half bei der Vor­be­rei­tung. Die­sen Arzt an der Seite
sei­ner Mut­ter zu haben war, wie Olaf San­der in dem Film sag­te: „Die beste
lebens­ver­län­gern­de Maß­nah­me für sei­ne Mut­ter". Ohne die Zusa­ge die­ses beeindruckenden
Man­nes ihr zu hel­fen, wenn sie ihr Leben nicht mehr erträgt, wäre sie schon viel frü­her aus
dem Leben gegan­gen. Eine anstren­gen­de Rei­se in die Schweiz, um dort zu ster­ben, kam für
sie nicht Fra­ge. Erstens weil sie in ihrem Umfeld und nach ihren Bedin­gun­gen ster­ben wollte
und zwei­tens, weil ihr ohne­hin die finan­zi­el­len Mit­tel für die­ses teu­re Unter­fan­gen fehlten.
Die Ver­zweif­lung Olaf San­ders, die gelieb­te Mut­ter bei ihrer Erlö­sung zu beglei­ten, wur­de im
Film und im nach­träg­li­chen Gespräch bei die­ser her­vor­ra­gen­den Ver­an­stal­tung in Oldenburg
sehr deut­lich. Bis heu­te emp­fin­det es Olaf San­der aber auch als gro­ße Ehre, sei­ner Mutter
bei die­ser letz­ten gro­ßen Ent­schei­dung und der end­gül­ti­gen und selbst­be­stimm­ten Handlung
bei­gestan­den zu haben.
Zu die­ser Zeit galt der von Ärz­te­or­ga­ni­sa­tio­nen, Kir­chen und Poli­tik durch­ge­drück­te § 217
StGB zur Ster­be­hil­fe. Unsin­ni­ger­wei­se war es nur Ange­hö­ri­gen erlaubt, die­sen Liebesdienst
zu erweisen.
Olaf San­der konn­te auf die regen Fra­gen und Kom­men­ta­re der gut fünf­zig Per­so­nen, die der
Ein­la­dung des Arbeits­krei­ses Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg gefolgt sind, sehr
authen­tisch reagie­ren. Er erklär­te sehr ein­drück­lich und berüh­rend auch die Situa­ti­on bei
den Ermitt­lun­gen, die nach dem Frei­tod sei­ner Mut­ter folg­ten (und uns wie­der droht). Noch
heu­te ist er froh, sich im Vor­feld einen Anwalt gesucht zu haben. Die­ser hat ihn in dieser
schwe­ren Zeit juri­stisch ver­tre­ten und mit Rat und Tat zu Sei­te gestanden. 

Bevor die Mut­ter starb, ent­fern­te Olaf San­der sich von sei­ner Mut­ter, um der Ankla­ge der
damals straf­ba­ren unter­las­se­nen Hil­fe­lei­stung zu ent­ge­hen und wie es des­halb mit ihr und
Dr. Arnold abge­spro­chen war. Das bedau­ert er bis heu­te sehr, weil die Ermittlungsbehörden
kaum hät­ten nach­wei­sen kön­nen, wenn er bis zum Schluss bei ihr geblie­ben wäre. Zum
Beweis sei­ner Abwe­sen­heit ließ er sich von den Über­wa­chungs­ka­me­ras eines Spielsalons
fil­men, gleich­wohl er Spiel­sa­lons ver­ach­tet, dort aber ein siche­res Ali­bi bekom­men konnte.
Wie es ihm dort in die­ser Situa­ti­on zumu­te war, kann wohl jeder erahnen.
Not­arzt­wa­gen, poli­zei­li­chen Ermitt­lun­gen, Ankla­gen und Mit­nah­me aufs Revier folg­ten wie
erwar­tet. Der her­vor­ra­gen­de Ein­satz des zuvor infor­mier­ten Anwalts, Ver­hin­der­te eine
Unter­su­chungs­haft, da Olaf San­der kei­ne ladungs­fä­hi­ge Adres­se in Deutsch­land hat­te. Ohne
die­sen Anwalt wäre Olaf San­der sehr wahr­schein­lich inhaf­tiert wor­den. Die endgültige
Ein­stel­lung des Ver­fah­rens erfolg­te dann auch erst mehr als zwei Jah­re später.
Im Film kamen auch die ver­ant­wort­li­chen Poli­ti­ker Micha­el Brand (CDU) und Ker­stin Griese
(SPD) zu Wort, die den Ent­wurf die­ses Geset­zes damals in den Bun­des­tag ein­brach­ten, was
dann 2015 - zum Ent­set­zen vie­ler Bun­des­bür­ger - ver­ab­schie­det wurde.
Der § 217 StGB war gleich­zu­set­zen mit einer Ent­mün­di­gung von uns Bür­gern. Und nun droht
womög­lich eine Neuauflage!
Im Febru­ar 2020 wur­de dann vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass dieser
Para­graph nicht mit der in unse­rem Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Selbst­be­stim­mung zu
ver­ein­ba­ren war. Die Bun­des­rich­ter erklär­ten das Gesetz am 26.2.2020 des­halb als
ver­fas­sungs­wid­rig und somit nichtig.
Aktu­ell lie­gen dem Bun­des­tag drei neue Gesetz­ent­wür­fe vor. Mit einer Ent­schei­dung ist noch
in die­sem Jahr zu rech­nen. Wie­der dro­hen gro­ße Ein­schrän­kun­gen! Ins­be­son­de­re der
Ent­wurf um Lars Castel­luc­ci (SPD) igno­riert die Ent­schei­dung unseres
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts in höch­stem Maße.

Der Arbeits­kreis Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg wird wei­ter infor­mie­ren, kämp­fen und
demon­strie­ren und braucht dafür auch die zahl­rei­che Unter­stüt­zung aus der Bevölkerung.
Der Arbeits­kreis for­dert alle Gleich­ge­sinn­ten auf vor Ort eige­ne Grup­pen zu bil­den, auf die
Stra­ße zu gehen und laut zu wer­den und dem Gesetz­ge­ber somit zu zei­gen, was der Wille
des über­wie­gen­den Teils der Bevöl­ke­rung ist.
Jeder hat sei­ne eigen­ste Art aus dem Leben gehen zu wol­len und die­se Frei­heit wol­len wir
mit unse­ren Aktio­nen erhal­ten. Macht bit­te mit!

Autorin­nen: Hei­ke Engels & Ange­li­ka Salzburg-Reige

bookmark_borderVon den Franzosen lernen:
Ein Modell zur Trennung von Kirche und Staat

Zitat aus WIKIPEDIA

".. 1902 hat­te im Gefol­ge die­ser Affä­re [Drey­fuß] die poli­ti­sche Lin­ke die Par­la­ments­wah­len gewon­nen. Von den Radi­kal­de­mo­kra­ten wur­de ins­be­son­de­re die katho­li­sche Kir­che als Feind der Repu­blik ange­se­hen. Die bür­ger­li­chen Libe­ra­len kri­ti­sier­ten ins­be­son­de­re ihre anti­mo­der­ni­sti­sche Hal­tung .. Die neue Regie­rung fass­te den Ent­schluss, end­gül­tig den Ein­fluss der Kir­chen auf die Gesell­schaft und ins­be­son­de­re das Erzie­hungs­we­sen zu beschrän­ken .. In einer Rei­he von Geset­zen wur­de das Ver­hält­nis von Kir­che und fran­zö­si­schem Staat neu geregelt:

- Bereits 1901 zwang das noch von der Vor­gän­ger­re­gie­rung erlas­se­ne fran­zö­si­sche Ver­eins­ge­setz alle Klö­ster, Orden und Kon­gre­ga­tio­nen päpst­li­chen Rechts, sich der Auto­ri­tät eines fran­zö­si­schen Bischofs zu unter­stel­len; exem­te Gemein­schaf­ten, die unmit­tel­bar dem Papst unter­stellt waren, muss­ten sich im Okto­ber 1901 auf­lö­sen oder Frank­reich verlassen.
- Juli 1902: Schlie­ßung der ca. 3000 nicht staat­lich geneh­mig­ten kirch­li­chen Schu­len. Dies führ­te zu hef­ti­gen öffent­li­chen Pro­te­sten – 74 Bischö­fe unter­zeich­ne­ten eine „Pro­te­sta­ti­on“. Dar­auf­hin stell­te die Regie­rung die Besol­dung von Bischö­fen ein.
- März 1903: Auf­lö­sung aller männ­li­chen Ordensgemeinschaften ..
- Juli 1903: Auf­lö­sung aller weib­li­chen Ordensgemeinschaften
- 7. Juli 1904: Ver­bot der Neu­grün­dung von Ordensgemeinschaften

Am 9. Dezem­ber 1905 wur­de schließ­lich das Gesetz zur Tren­nung von Kir­che und Staat ver­ab­schie­det. Die­ses Gesetz eta­blier­te in Frank­reich das heu­te noch gel­ten­de Prin­zip des Lai­zis­mus, d. h. der voll­stän­di­gen Tren­nung von Kir­che und Staat. Das Gesetz galt zwar vor allem der katho­li­schen Kir­che, doch wur­den aus Grün­den der Neu­tra­li­tät in die­se Rege­lung die ande­ren Kon­fes­sio­nen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten einbezogen .."

Hier­zu­lan­de geht man mit Glace­e­hand­schu­hen vor und bin­det die Kir­chen in den Pro­zeß der Ablö­sung von Staats­lei­stun­gen ein. Welch ein Unter­schied zum Vor­ge­hen der Fran­zo­sen! Sofern man den Beschluß­pro­zeß nicht allein poli­tisch ver­fügt steht es doch schon fest, dass sich die Betrof­fe­nen nicht frei­wil­lig ihrer Rech­te bege­ben wer­den. Meh­re­re hun­dert Jah­re des Behar­rens und der Bequem­lich­keit müs­sen auf­ge­ge­ben wer­den und die Struk­tu­ren der Kir­chen­ver­wal­tung bzw. bei der katho­li­schen Kir­che die Anbin­dung an Rom bedür­fen eines radi­ka­len Umbaus. Wenn der Staat nicht mehr Steu­ern für die Kir­chen ein­streicht - was sowie­so welt­weit einen Son­der­fall dar­stellt - und die Lei­stun­gen der Bezah­lung von Kir­chen­obe­ren aus dem Staats­säckel (die oben­drauf bis­her gewährt wird, was der Öffent­lich­keit weit­ge­hend unbe­kannt ist) ein­stellt ent­steht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf um die bis­he­ri­gen Auf­ga­ben zu sichern. Wenn die in kirch­li­cher Trä­ger­schaft befind­li­chen Ein­rich­tun­gen wie Pfle­ge- und Betreu­ungs­hei­me, all­ge­mei­ne Sozi­al­dien­ste, Kin­der­gär­ten und Kran­ken­häu­ser ent-kirch­licht wer­den ist der finan­zi­el­le Mehr­be­darf von Sei­ten des Staa­tes nicht sehr hoch, denn es zah­len die Steu­er­zah­ler jetzt schon mehr als 95% der Kosten in die­sen Institutionen.

Es ist wei­ter­hin zu befürch­ten, dass die Kir­chen immer radi­ka­le­re Stel­lung ein­neh­men wer­den wenn der Pro­zeß sich hinzieht:
Das sieht man schon in der Unter­stüt­zung für die mus­li­mi­schen Bestre­bun­gen sich als "Anstal­ten Öffent­li­chen Rechts" zu eta­blie­ren - was dem Bestre­ben Reli­gi­on aus dem staat­li­chen Han­deln und der Beein­flus­sung der Gesetz­ge­bung zu ent­fer­nen zuwiderläuft.

Da die Kir­chen ein spe­zi­fisch auf sie zuge­schnit­te­nes Arbeits­recht haben ist einem Groß­teil ihrer Mit­ar­bei­ten­den der Ent­schluß ver­wehrt sich der Kir­chen­zu­ge­hö­rig­keit zu ent­le­di­gen - sie lie­fen anson­sten Gefahr ihren Arbeits­platz zu verlieren! 


Die­se archai­sche Ein­fluß­nah­me auf das Leben und Wohl­erge­hen der in kirch­li­chen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen ste­hen Men­schen ist zutiefst unde­mo­kra­tisch und beschnei­det deren ver­fas­sungs­mä­ßi­ges Recht auf Religionsfreiheit.
Bedau­er­li­cher­wei­se wird "Reli­gi­ons­frei­heit" immer nur in einer Rich­tung interpretiert:
Es wird als "Frei­heit eine Reli­gi­on zu haben" ange­se­hen, negiert wird eine "Frei­heit keine Reli­gi­on zu haben"!
 

 

PS:
Einen beson­de­ren Ana­chro­nis­mus stellt der § 166 [Beschimp­fung von Bekennt­nis­sen, Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und Welt­an­schau­ungs­ver­ei­ni­gun­gen] dar. Etwa eine "Fik­ti­on" (Reli­gi­on) als sol­che zu benen­nen mit Stra­fe zu beweh­ren ist wahr­haf­tig nicht mehr 'zeit­ge­mäß'. Es ist drin­gend gebo­ten hier eine Abschaf­fung zu beschleunigen.

bookmark_borderKlein, klein, .... das hat Auswirkungen!

Gene­ra­tio­nen nach 2000 sind mit Mobil­te­le­fo­nen aufgewachsen.
Sie haben ihre Tage mit Blick auf klei­ne Bild­schir­me verbracht.
Die Welt begrenzt sich für Vie­le auf genau die­se Bildschirmgröße.
Wer so 'beengt' den­ken lernt ver­liert den Blick für das gro­ße Ganze.
Was nicht im Tele­fon zu fin­den ist exi­stiert nicht.

So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass alte 'Tugen­den' verschwinden:
Freund­lich­keit, Höf­lich­keit, Rück­sicht­nah­me - um nur eini­ge zu nennen.

bookmark_borderDer 'Freie Wille" gilt laut Bundesverfassungsgericht, jedoch ....
Urteil vom 26. Februar 2020- 2 BvR 2347/15 Komplett ("Sterbehilfe-Urteil")

ZITAT
Das Urteil:
a) Das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst als Aus­druck per­sön­li­cher Auto­no­mie ein Recht auf selbst­be­stimm­tes Sterben.

b) Das Recht auf selbst­be­stimm­tes Ster­ben schließt die Frei­heit ein, sich das Leben zu neh­men. Die Ent­schei­dung des Ein­zel­nen, sei­nem Leben ent­spre­chend sei­nem Ver­ständ­nis von Lebens­qua­li­tät und Sinn­haf­tig­keit der eige­nen Exi­stenz ein Ende zu set­zen, ist im Aus­gangs­punkt als Akt auto­no­mer Selbst­be­stim­mung von Staat und Gesell­schaft zu respektieren.
c) Die Frei­heit, sich das Leben zu neh­men, umfasst auch die Frei­heit, hier­für bei Drit­ten Hil­fe zu suchen und Hil­fe, soweit sie ange­bo­ten wird, in Anspruch zu nehmen.
Auch staat­li­che Maß­nah­men, die eine mit­tel­ba­re oder fak­ti­sche Wir­kung ent­fal­ten, kön­nen Grund­rech­te beein­träch­ti­gen und müs­sen daher von Ver­fas­sungs wegen hin­rei­chend gerecht­fer­tigt sein. Das in § 217 Abs. 1 StGB straf­be­wehr­te Ver­bot der geschäfts­mä­ßi­gen För­de­rung der Selbst­tö­tung macht es Sui­zid­wil­li­gen fak­tisch unmög­lich, die von ihnen gewähl­te, geschäfts­mä­ßig ange­bo­te­ne Sui­zid­hil­fe in Anspruch zu nehmen.
3. a) Das Ver­bot der geschäfts­mä­ßi­gen För­de­rung der Selbst­tö­tung ist am Maß­stab strik­ter Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zu messen.

b) Bei der Zumut­bar­keits­prü­fung ist zu berück­sich­ti­gen, dass die Rege­lung der assi­stier­ten Selbst­tö­tung sich in einem Span­nungs­feld unter­schied­li­cher ver­fas­sungs­recht­li­cher Schutz­aspek­te bewegt. Die Ach­tung vor dem grund­le­gen­den, auch das eige­ne Lebens­en­de umfas­sen­den Selbst­be­stim­mungs­recht des­je­ni­gen, der sich in eige­ner Ver­ant­wor­tung dazu ent­schei­det, sein Leben selbst zu been­den, und hier­für Unter­stüt­zung sucht, tritt in Kol­li­si­on zu der Pflicht des Staa­tes, die Auto­no­mie Sui­zid­wil­li­ger und dar­über auch das hohe Rechts­gut Leben zu schützen.


4. Der hohe Rang, den die Ver­fas­sung der Auto­no­mie und dem Leben bei­misst, ist grund­sätz­lich geeig­net, deren effek­ti­ven prä­ven­ti­ven Schutz auch mit Mit­teln des Straf­rechts zu recht­fer­ti­gen. Wenn die Rechts­ord­nung bestimm­te, für die Auto­no­mie gefähr­li­che For­men der Sui­zid­hil­fe unter Stra­fe stellt, muss sie sicher­stel­len, dass trotz des Ver­bots im Ein­zel­fall ein Zugang zu frei­wil­lig bereit­ge­stell­ter Sui­zid­hil­fe real eröff­net bleibt.


5. Das Ver­bot der geschäfts­mä­ßi­gen För­de­rung der Selbst­tö­tung in § 217 Abs. 1 StGB ver­engt die Mög­lich­kei­ten einer assi­stier­ten Selbst­tö­tung in einem sol­chen Umfang, dass dem Ein­zel­nen fak­tisch kein Raum zur Wahr­neh­mung sei­ner ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ten Frei­heit verbleibt.


6. Nie­mand kann ver­pflich­tet wer­den, Sui­zid­hil­fe zu leisten. 

[ZITAT Ende]

Wor­auf bezieht sich das "Jedoch ..." in der Titel­zei­le?
Auf die Tat­sa­che, dass ein erneu­ter Ver­such unter­nom­men wird die glei­che Rege­lung wie zuvor im durch das Urteil auf­ge­ho­be­nen §§ 217 unter Nicht­be­ach­tung des höchst­rich­ter­li­che Urteils durch­zu­drücken. Die Nicht­be­ach­tung des Urteils hat bereits durch den vor­ma­li­gen Bun­des­ge­sund­heits­mi­ni­ster Spahn (der sich offen­bar in Posi­ti­on bringt höhe­re Ämter in der CDU anzu­pei­len. Er hat wäh­rend sei­ner Amts­zeit den ihm unter­stell­ten Behör­den Anwei­sung erteilt jed­we­de Anträ­ge auf die Geneh­mi­gung zum Kauf von Natri­um-Pent­o­bar­bi­tal zu ver­sa­gen. Die Begrün­dung des Amtes lau­tet "Das Grund­recht auf selbst­be­stimm­tes Ster­ben beinhalte(t) jedoch kei­nen Lei­stungs­an­spruch gegen­über dem Staat." 

Der­zeit beson­ders tut sich der SPD-Reli­gi­ons­be­auf­trag­te @larscastellucci , Prof. Dr. Lars Castel­luc­ci, Pro­fes­sor für "Nach­hal­ti­ges Manage­ment", bei der Neu­fas­sung eines Ersat­zes für § 217 her­vor. Hat das womög­lich damit etwas zu tun das er den Kir­chen und deren Dog­ma­tik näher steht als schwer lei­den­den Patienten? 

".. Herr Prof. Castel­luc­ci ist ein idea­ler Gesprächs­part­ner mit Blick auf die Bezie­hung zwi­schen den Kir­chen und der Poli­tik. Er selbst kennt die evan­ge­li­sche Kir­che sehr gut, nicht zuletzt durch die Lei­tung eines evan­ge­li­schen Kir­chen­cho­res .. in sei­nem Vor­trag berich­te­te er aus sei­nem wei­ten Feld der poli­ti­schen Arbeit, .. wel­che auch die Kir­che der­zeit sehr betref­fen. Umgang mit dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes zur Ster­be­hil­fe, Auf­ar­bei­tung von Taten sexu­el­ler Gewalt inner­halb der Kir­che und vie­lem mehr .."

[Quel­le: ...sag, wie hast Du's (sic!) mit der Reli­gi­on? Prof. Dr. Lars Castel­luc­ci (SPD) im Gespräch; 29.04.2021]

Wei­te­re Quellen.
- Ster­be­hil­fe mit­tels Pentobarbital
- Erlaub­nis zum Erwerb einer töd­li­chen Dosis Natri­um-Pent­o­bar­bi­tal zur Selbst­tö­tung; Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 2. März 2017; Ent­schei­dung in Leit­sät­zen; Az.: BVerwG 3 C 19.15
- Kein Sui­zid mit Natrium-Pentobarbital