"Fortschritt"?

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Alles - und zwar sofort, das war ein Git­te-Song. Es ist aber offen­bar für die nach­fol­gen­den Genera­tio­nen irgend­wie bestim­men­des Lebens­mot­to gewor­den. Ohne, dass es Vie­len bewußt ist.

Ange­trie­ben von der Tech­no­lo­gie und der all­zei­ti­gen Ver­füg­bar­keit gibt es kei­ne Rück­zugs­mög­lich­kei­ten mehr - wo frü­her 'Frei­zeit' ange­sagt war ist der 'moder­ne Mensch' in Bereit­schaft. Oder ken­nen sie jeman­den, der Abends sein smart­pho­ne abschal­tet und bei­sei­te legt?
Da geht es doch für die Mei­sten erst rich­tig los .... 

Nimmt man dann noch den Aspekt der stän­di­gen Über­wa­chung hin­zu bleibt von 'Pri­vat­sphä­re' nichts übrig. Ich kann ein­fach nicht glau­ben, dass die Mehr­zahl aller Men­schen sich DAS als Per­spek­ti­ve für ihr gan­zes wei­te­res Leben wünscht.

Läßt sich das Rad zurück­dre­hen? Nein, bestimmt nicht. Aber es läßt sich etwas ändern. Ange­fan­gen bei mehr Sicher­heit durch überlegte(-re) Preis­ga­be von Infor­ma­tio­nen, wei­ter mit tech­ni­schen Maß­nah­men um Schnüf­fe­lei abzu­wen­den, und schließ­lich indem man sich ein­fach mal aus­klinkt und NICHT ver­füg­bar, also 'online' ist.

Das geht. Bestimmt. Weil ich es aus einer Zeit ken­ne, als es die­se Tech­nik noch nicht gab und wir trotz­dem ein pro­duk­ti­ves, aus­ge­füll­tes und manch­mal sogar ereignisreiche(-re)s Leben führten.

Ja, ich hebe hier schul­mei­ster­lich den Zeigefinger.
Das tut aber der Kor­rekt­heit der Aus­sa­ge - selbst wenn es Ihnen miß­fällt - kei­nen Abbruch ....

Kommentare

  1. Ohja, ab und an das Han­dy aus­ma­chen hät­te mir oft viel Arbeit­sär­ger erspart. Nicht erreich­bar seinund Pech gehabt...aber ich könn­te ja auch ande­re, gute Sachen ver­pas­sen oder wäre für mei­ne Eltern nicht ver­füg­bar, wenn da was ist.
    Und es ist schon toll, sei­ne Freun­de immer in der Tasche mit sich rumzutragen.
    Da kann ich spon­tan der Freun­din schrei­ben wenn ich unter­wegs bin: "Hast du Zeit, kön­nen uns daund­da treffen."
    Und wenn die "bösen" kon­tak­te die­sen Ser­vice nicht auch nut­zen wür­den, wäre es ja kein Problem.
    Viel schlim­mer fin­de ich es, dass ich Infor­ma­tio­nen bekom­me, die viel­leicht für mich nicht för­der­lich sind. Wie zum Bei­spiel was mein Freund auf Face­book kom­men­tiert. Ich kann nicht nur bei ihm sehen, was er kom­men­tiert hat son­dern auch bei allen ande­ren Freun­den aber bei ihm mach ich mir(ich bin lei­der so) natür­lich gedan­ken, war­um er gera­de DAS kom­men­tiert oder geli­ket hat.
    Ich hof­fe die Mensch­heit wird nicht gesetz­lich dazu ver­pflich­tet immer erreich­bar zu sein.
    -Wenn sie im Gebier­ge unter­wegs sind, schal­ten sie ihr GPS am Han­dy an, damit wir sie orten kön­nen, falls mal was passiert.-ggf wäre das damit gemeint: Damit wir wis­sen, was sie so tun, damit sie kei­ne Dumm­hei­ten machen.

  2. " .. Ohja, ab und an das Han­dy aus­ma­chen hät­te mir oft viel Arbeits­är­ger erspart. Nicht erreich­bar sein­und Pech gehabt...aber ich könn­te ja auch ande­re, gute Sachen ver­pas­sen oder wäre für mei­ne Eltern nicht ver­füg­bar, wenn da was ist .. "

    Genau da, näm­lich bei der Aus­nut­zung der mensch­li­chen Neu­gier­de, setzt das Kon­zept an:
    Um immer ALLES zu wis­sen muß der­je­ni­ge natür­lich DAUERND online sein - und das las­sen sich, so ganz neben­bei, die Gesell­schaf­ten natür­lich auch bezahlen ....

    " .. Und es ist schon toll, sei­ne Freun­de immer in der Tasche mit sich rumzutragen.
    Da kann ich spon­tan der Freun­din schrei­ben wenn ich unter­wegs bin: "Hast du Zeit, kön­nen uns daund­da treffen .. "

    Das ist die zwei­te mensch­li­che Schwä­che die aus­ge­nutzt wird:
    Men­schen sind sozia­le Wesen und wol­len verbunden/eingebunden sein - dafür neh­men sie dann auch gewis­se Nach­tei­le, du sprichst sie ja an, in Kauf.

    " .. Viel schlim­mer fin­de ich es, dass ich Infor­ma­tio­nen bekom­me, die viel­leicht für mich nicht för­der­lich sind. Wie zum Bei­spiel was mein Freund auf Face­book kom­men­tiert. Ich kann nicht nur bei ihm sehen, was er kom­men­tiert hat son­dern auch bei allen ande­ren Freun­den aber bei ihm mach ich mir(ich bin lei­der so) natür­lich gedan­ken, war­um er gera­de DAS kom­men­tiert oder geli­ket hat .. "

    Mein Rat: Fra­gen! Von selbst wird er nicht Klar­heit schaf­fen - das muß müh­sam her­aus­ge­holt wer­den, aber bit­te in einer ent­spann­ten Atmo­sphä­re & nicht als Inqui­si­ti­on .... ;c)

    " .. Ich hof­fe die Mensch­heit wird nicht gesetz­lich dazu ver­pflich­tet immer erreich­bar zu sein .. "

    Das hof­fe ich auch - und war­um soll­te das wohl ver­langt wer­den dürfen?

    " .. Wenn sie im Gebier­ge unter­wegs sind, schal­ten sie ihr GPS am Han­dy an, damit wir sie orten kön­nen, falls mal was passiert.-ggf wäre das damit gemeint: Damit wir wis­sen, was sie so tun, damit sie kei­ne Dumm­hei­ten machen .. "

    Auch die­se Begrün­dung für eine Ortung steht auf wacke­li­gen, töner­nen Füßen:
    Frü­her hat das auch ohne Mobil­te­le­fon geklappt, in den Ber­gen trägt die mensch­li­che Stim­me wei­ter, wegen der beson­de­ren Aku­stik - und man hat sich immer irgend­wo 'abge­mel­det' und erzählt wohin man auf­bricht. Dann konn­te bei Nicht­ein­tref­fen gezielt gesucht werden ....

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