bookmark_borderWeiter so ...!

In der Pres­se ist zu lesen:

" .. Ange­sichts des anhal­ten­den Skan­dals um den Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst haben .. Kir­chen­aus­trit­te im Bis­tum Lim­burg deut­lich zuge­nom­men .. seit sei­nem Amts­an­tritt zum Jah­res­be­ginn 2008 bis Ende ver­gan­ge­nen Jah­res rund 25.000 Katholiken .. "

Der Ein­satz des Bischofs ist bemer­kens­wert. Ich hof­fe sehr, er macht noch eini­ge Zeit so wei­ter, min­de­stens so lan­ge, bis die Wel­len der Ent­rü­stung deut­lich über das Bis­tum hin­aus wirk­sam wer­den und auch im Rest der Bun­des­re­pu­blik die (noch) ein­ge­tra­ge­nen Katho­li­ken erken­nen wor­um es bei (nicht nur der katho­li­schen) Kir­che geht:

Wohl­le­ben der Amts­trä­ger zu Lasten 
von Kir­chen­mit­glie­dern und Steuerzahlern.

Wie kaum bekannt ist - und auch sel­ten ver­öf­fent­licht wird - unter­stützt der Staat die Kir­chen jähr­lich mit hor­ren­den Beträ­gen. Die Sum­men sind wegen der Ver­flech­tun­gen gera­de in sozia­len Berei­chen nicht exakt zu bezif­fern, belau­fen sich aber nach all­ge­mein ver­füg­ba­ren Quel­len auf min­de­stens 450 Mio. €uro.

Was Jahr­zehn­te an Über­zeu­gungs­ar­beit der Athe­isten nicht lei­sten konn­ten - weil die Ansät­ze meist an den Intel­lekt und nicht an das Gefühl der Noch-Kir­chen­mit­glie­der und 'Gläu­bi­gen' gerich­tet waren - schafft nun mög­li­cher­wei­se im Allein­gang ein ein­zel­ner katho­li­scher Bischof:

Umden­ken und Kir­chen­aus­trit­te en mas­se ....


 ∙ ▪  ▪ ∙ 

  • " .. Alle ost­deut­schen Bun­des­län­der zusam­men hal­ten die Kir­chen auf die­se Wei­se mit der stol­zen Sum­me von 93 Mil­lio­nen Euro allein an "Dota­tio­nen" aus [Stand: 2009] .. "
    Quel­le
  • " .. 459 Mil­lio­nen Euro, wel­che die deut­schen Bun­des­län­der bis­her Jahr für Jahr an die bei­den deut­schen Wohl­stands- und Macht­kir­chen, die römisch-katho­li­sche Kir­che und die evan­ge­li­sche Kir­che .. (zah­len)"
    Quel­le
  • " .. Die kirch­li­chen Sozi­al­ein­rich­tun­gen Dia­ko­nie und Cari­tas wer­den .. mit ca. 50 Mil­li­ar­den Euro jähr­lich vom Staat finan­ziert, .. zusätz­lich zu ca. 15 Mil­li­ar­den Euro Staats­gel­dern und neun Mil­li­ar­den Euro Kirchensteuern .. "
    Quel­le | Car­sten Frerk [2000/2002] "Finan­zen und Ver­mö­gen der Kir­che in Deutschland"
  • " .. 2010 kom­men ins­ge­samt 459 Mil­lio­nen Euro zusam­men, allein 103 Mil­lio­nen in Baden-Würt­tem­berg und 88 Mil­lio­nen in Bay­ern. 266 Mil­lio­nen gehen an die evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen, 193 an die katho­li­schen Bistümer .. "
    Quel­le

bookmark_borderLebensplanung


Manch­mal, wenn ich die Lebens­ent­wür­fe in den U.S.A. in Pla­nung und Aus­füh­rung stu­die­re, mer­ke ich wel­che Unter­schie­de zu den hie­si­gen Grund­la­gen bestehen:

Wäh­rend dort ein festes Raster von Vier-Jah­res-Schrit­ten besteht ist wegen der unter­schied­li­chen Start­be­din­gun­gen bei uns in Deutsch­land kaum ein Lebens­lauf wie der ande­re - und ich kann nicht erken­nen, daß das bes­ser wäre. Die Indi­vi­dua­li­tät hat ihre Tücken, das Feh­len einer gesell­schaft­li­chen Norm macht die Ori­en­tie­rung* (beson­ders) für Her­an­wach­sen­de schwie­rig - zumal es kei­ne Gewähr dafür gibt, daß Anstren­gung und inten­si­ves Ler­nen auch tat­säch­lich zu Lebens­er­folg führen. 

In den U.S.A. geht man bis zum sech­sten Lebens­jahr in den Kin­der­gar­ten, dann vier Jah­re Grund­schu­le (mit regio­nal beding­ten Unter­schie­den, auf die ich hier nicht wei­ter ein­ge­hen will), dann vier Jah­re Juni­or High School, vier Jah­re Seni­or High School und alle Schü­ler machen mit 18 Jah­ren gemein­sam einen High School Abschluß.

Von da an tren­nen sich die Wege, denn je nach gewähl­ten Fächern und erreich­ten Noten - und natür­lich auch den finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten - schlie­ßen sich danach Stu­di­um oder Arbeits­le­ben an.
Sofern es sich um ein Stu­di­um han­delt wird der Vier-Jah­res-Zyklus fortgesetzt:
Vier Jah­re bis zum Bache­lors, vier Jah­re bis zum Masters und wenn die Fähig­keit vor­han­den ist noch wei­te­re vier Jah­re bis zum Doktorat.

Das bedeu­tet, die mei­sten Absol­ven­ten sind mit 22 durch den ersten Abschluß in der Lage einen Job anzu­neh­men. Wer wei­ter­stu­diert hat gute Aus­sich­ten auf ein über­durch­schnitt­li­ches Ein­kom­men, denn der Masters Abschluß öff­net Berei­che zu denen die Bache­lorsab­sol­ven­ten kei­nen Zugang haben. Mit 26 ist dem­nach die über­wie­gen­de Zahl von Schul­ab­gän­gern pro­duk­tiv im Arbeits­le­ben und kann gleich­zei­tig eine Lebens­pla­nung auf finan­zi­ell gesun­der Basis machen.
 


Es zeigt sich in die­ser Art des Vor­ge­hens auch die so ver­schie­de­ne Mentalität:
Wäh­rend bei uns 105% (!) Wis­sen im Stu­di­um ange­häuft wer­den soll reicht es den Ame­ri­ka­nern eine Basis von Fach­wis­sen zu schaf­fen. Ich schät­ze das auf ca. 66% - die dann in den ersten Jah­ren des Berufs­le­bens, je nach Bedarf, leicht auf das nöti­ge Niveau ange­ho­ben wer­den kön­nen, weil die Ein­stei­ger noch jung genug sind um dazu­zu­ler­nen - "on the job", bes­ser als rein theoretisch ....


 
Über die Abhän­gig­keit der Aus­bil­dung vom Vor­han­den­sein finan­zi­el­ler Mit­tel will ich hier nicht aus­führ­li­cher wer­den. Nur soviel: Stu­di­en­ge­büh­ren sind zwar über­all zu zah­len, dafür ist aber die Steu­er­last der Eltern­ge­nera­ti­on (die sie zah­len muß) sehr viel gerin­ger als bei uns - wes­we­gen die Bela­stung für das Stu­di­um der Kin­der zah­len zu müs­sen nicht das Gewicht und die Aus­schluß­funk­ti­on hat wie hier­zu­lan­de immer ange­nom­men wird.

Mag es sein wie es will - die Indi­vi­dua­li­tät mit all ihren Beschrän­kun­gen bei uns führt nicht zu einem Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl einer jeden Gene­ra­ti­on - im Gegen­teil, das Gegen­ein­an­der wird geför­dert und zemen­tiert, mit dem Ergeb­nis stän­di­gen Kamp­fes um die besten Arbeits­plät­ze und allem, was dann dar­an hängt.

Die man­gel­haf­te All­ge­mein­bil­dung in U.S.A. ist natür­lich zu bekla­gen, aber es ist wenig­stens sicher­ge­stellt, daß alle Schul­ab­gän­ger ein Min­dest­wis­sen vor­zu­wei­sen haben, das sie 'lebens­fä­hig' macht. Ganz abzu­se­hen von dem "Wir"-Gefühl bei gemein­schaft­li­chem Abschluß, das auch im spä­te­ren Leben zunächst ein­mal den Men­schen im Vor­der­grund sieht - und nicht die Funk­ti­on oder den Beruf. Natür­lich ist mir bekannt, daß das theo­re­tisch zwar so kor­rekt ist aber prak­tisch nicht immer so läuft. Doch vom Grund­satz her stimmt es min­de­stens für die Mas­se der U.S.-Gesellschaft.

Je län­ger ich dar­über nach­den­ke und je älter ich werde:
Ver­bun­den mit dem Gedan­ken der Selbst­hil­fe statt Staats­hil­fe und Len­kung durch 'die Obrig­keit' in allen Lebens­la­gen scheint mir das dor­ti­ge Modell bes­ser geeig­net ein zufrie­de­nes und aus­ge­füll­tes Leben zu gewähr­lei­sten. Es ist wohl auch der Grund für das Stre­ben Vie­ler nach den U.S.A. aus­zu­wan­dern. Weil Men­schen meist klü­ger sind als ihre "Obrig­keit" wahr haben will spü­ren sie näm­lich Beha­gen oder Unbe­ha­gen auch wegen der bestehen­den Lebensverhältnisse.

∙ ▪  ▪ ∙
 

* Ins­be­son­de­re wird die Inter­gra­ti­on von Zuge­wan­der­ten aus ande­ren Kul­tur­krei­sen durch unser System erschwert, wäh­rend das U.S.-System die Ein­glie­de­rung erleichtert.


 


∙ ▪  ▪ ∙
 

*edit*
Seit ich die­sen Bei­trag in einem der 'antville'-Blogs geschrie­ben hat­te [Mitt­woch, 8. Mai 2013 09:59h] hat sich das Bild der U.S.A. in der Welt durch die Spio­na­ge­ak­ti­vi­tä­ten ihrer "Dien­ste" wesent­lich ver­än­dert. Ich selbst fah­re nie wie­der dort­hin - und die Zahl derer, die für immer dort­hin will wird sich bestimmt auch redu­zie­ren. Was bleibt ist aber ein offe­ne­res Gesell­schafts­mo­dell von dem wir etwas ler­nen könn­ten - denn das ist von den Machen­schaf­ten der Admi­ni­stra­ti­on dort zu unterscheiden.
Adm­ni­ni­stra­tio­nen kom­men und gehen, die Grund­struk­tu­ren bleiben.
Schon des­we­gen ist das Land für vie­le Men­schen in der Welt, in deren Län­dern die Gesell­schaft arm & unter­ent­wickelt ist, wei­ter ein erstre­bens­wer­tes Ziel.

 

bookmark_borderRente mit 75 ...?

Hal­ten wir doch erst ein­mal die Fak­ten fest:

Wir finan­zie­ren seit Jahr­zehn­ten ein Gesund­heits-System das uns eine län­ge­re Lebens­er­war­tung beschert und durch die­se Per­spek­ti­ve ver­schie­ben wir gleich­zei­tig das Ren­ten­al­ter ste­tig – und zwangs­läu­fig – immer wei­ter nach hinten. 

Per Sal­do gewin­nen wir (“die All­ge­mein­heit”) dadurch nichts als mehr Streß in den vie­len Arbeits­jah­ren, denn das Arbeits­tem­po hat sich durch Ratio­na­li­sie­rung - und gestie­ge­ne Kosten auch bei den Arbeit­ge­bern, die das durch "Ver­dich­tung" der Arbeits­pro­zes­se auf­zu­fan­gen ver­su­chen - pro­por­tio­nal erhöht. 

Gleich­zei­tig erfolgt durch die Glo­ba­li­sie­rung eine Ver­schie­bung der manu­el­len Arbeits­lei­stung in geo­gra­phi­sche Regio­nen in denen - schon wegen der dort herr­schen­den kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen - eine Ver­dich­tung der Arbeit nur in gerin­ge­rem Maße als in gemä­ßig­ten Kli­ma­zo­nen mög­lich ist. Hier­zu­lan­de fal­len Arbeits­plät­ze weg oder sie wer­den wegen der herr­schen­den Unsi­cher­hei­ten als Teil­zeit- oder Zeit­ar­beits­be­schäf­ti­gung wie­der eingerichtet. 

Wo frü­her eine Lebens­pla­nung mög­lich war fällt sie heu­te zwangs­läu­fig aus. Den­noch wird natür­lich erwar­tet, daß Men­schen so wie in frü­he­ren Jah­ren Kin­der bekom­men und das Staats­we­sen durch Abga­ben lebens­fä­hig hal­ten. Sich dabei auch noch sozi­al enga­gie­ren und ohne Mur­ren jeden staat­li­chen Ein­griff in ihre Pri­vat­sphä­re hinnehmen. 

Das ist weni­ger als ein Null-Sum­men-Spiel:
Mehr Arbeit, mehr unsi­che­re Arbeits­plät­ze, ste­tig stei­gen­de Anfor­de­run­gen an Infra­struk­tur und Bil­dung, stei­gen­de Kosten für die Alters­si­che­rung und eine über­pro­por­tio­na­le, wenn nicht gar expo­nen­ti­el­le Stei­ge­rung der Kosten für das Gesundheitswesen.


Der viel­ge­prie­se­ne "Fort­schritt"
ent­puppt sich bei nähe­rem Hinsehen
als eine men­schen­ver­ach­ten­de Tretmühle.
Irgend­wann wird die Sche­re soweit auf­ge­bo­gen sein daß sie bricht.
Kei­ne beson­ders attrak­ti­ve Zukunfts­per­spek­ti­ve.
 

  


Ren­te mit 75 ...? wur­de zuerst am Frei­tag, 13. Aug 2010 ver­öf­fent­licht; sie­he dazu auch:
"Lebens­er­war­tung", sta­ti­stisch und - als völ­lig gegen­sätz­li­che Zukunfts­vi­si­on - "Hun­dert Jah­re Glück";
Der frü­her hier vor­han­de­ne Link zum "Quer­Blog" war tot und wur­de ent­fernt
.

bookmark_borderWahl 2013 (4)

Schon häu­fi­ger habe ich geschrie­ben wie ich zum Frak­ti­ons­zwang durch die Par­tei­en stehe:
Das Grund­übel aller Ent­schei­dun­gen im Bun­des­tag ist die Weg­nah­me der per­sön­li­chen Ent­schei­dung - "Gewis­sens­ent­schei­dung" - der Abge­ord­ne­ten durch die­se Par­tei­re­gel. Wären sie näm­lich auf sich selbst gestellt, so müß­ten sie sich brei­ter infor­mie­ren. Das wäre ein Gewinn für die Demo­kra­tie. Weil mehr Infor­ma­ti­on immer bes­ser ist als der Par­tei­füh­rung blind zu fol­gen und zu ver­mu­ten, die mache schon Alles richtig.

Wie nun bei einer Umfra­ge her­aus­kam sind die Abge­ord­ne­ten zu einer über­wie­gen­den Mehr­heit für Volks­ent­schei­de. Abge­stuft, muß hin­zu­ge­fügt wer­den, weil es in den ein­zel­nen Par­tei­en unter­schied­li­che Zah­len dazu gibt. Nicht ver­wun­der­lich ist, daß es bei der CDU/CSU die wenig­sten Befür­wor­ter gibt (ca. 40%). Kon­ser­va­tiv bedeu­tet wohl auch erstarr­tes Den­ken hin­sicht­lich offe­ner Meinungsbildung.

Wenn - wie im unten­ste­hen­den screen shot gezeigt - also eine Mehr­zahl der Abge­ord­ne­ten für Volks­ent­schei­de ist, müß­te es doch mög­lich sein das auch zu eta­blie­ren. Um stän­di­ge Ver­än­de­run­gen aus­zu­schlie­ßen könn­te man hohe Hür­den ein­bau­en. Etwa eine min­de­stens fünf Pro­zent posi­ti­ve Wil­lens­äu­ße­rung der Wahlberechtigten.
 

[15092013]
 

Dass so etwas funk­tio­niert sieht man am Bei­spiel der Schweiz. Dort haben die Bür­ger das Gefühl in wich­ti­gen Fra­gen noch mit­zu­be­stim­men - und nicht nur als Manö­vrier­mas­se der Par­tei­en zu die­nen, die alle vier Jah­re mal zur Wahl gehen darf aber anson­sten bit­te 'das Maul zu hal­ten' hat.

∙ ▪ ∙
 
 
[15092013]
 
 

 
Mei­ne Hoff­nung war bis­her immer, daß die nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen wegen der fort­ge­schrit­te­nen Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten eine ande­re Hal­tung als die Eltern­ge­nera­ti­on ein­neh­men wür­de. Unbe­ein­flußt von weni­gen gro­ßen Mas­sen­blät­tern, die zusam­men mit den Wirt­schafts­in­sti­tu­tio­nen und Ban­ken ein Inter­es­se dar­an haben 'das Volk dumm zu hal­ten' und inso­fern zu manipulieren.
Sieht man sich die Zah­len an, die erst jüngst von infra­test erho­ben wur­den - immer mit Vor­sicht, weil die Basis der Befra­gung nicht ein­deu­tig bekannt ist - so ent­steht der Ein­druck, daß sich an den Durch­schnitts­wer­ten für die 'gro­ßen' Par­tei­en wenig ändern wür­de wenn die­se Noch-nicht-Wäh­ler erst wäh­len können.

Das ist - min­de­stens für mich, des­we­gen habe ich in die Gra­fik ein Aus­ru­fe­zei­chen ein­ge­fügt - erstens erstaun­lich und zwei­tens ent­täu­schend. Da ist noch viel Auf­klä­rungs­ar­beit nötig. Wahr­schein­lich wird es aber nur gelin­gen, wenn es zugleich auch bes­se­re Bil­dung für brei­te­re Bevöl­ke­rungs­grup­pen gibt.
Da müß­te aus mei­ner Sicht der Hebel ange­setzt werden:
Anstatt in unse­ren Schu­len immer weni­ger Inhal­te in der Brei­te zu unter­rich­ten müß­te genau das umge­kehrt werden.
 

∙ ▪ ∙
 
    [Quel­len:
  • pro-volks­ent­scheid | http://www.heise.de/tp/artikel/39/39889/1.html
  • kon­ser­va­ti­ve jugend | http://www.heise.de/tp/Politisch-konservative-Jugendliche--/blogs/8/154950]


 

bookmark_borderDer Calhoun-Effekt

.. Ein Fünf­tel der jetzt 20-jäh­ri­gen Süd­ko­rea­ner soll für den Rest des Lebens Sin­gles blei­ben. Sinkt die Bereit­schaft für feste Bezie­hun­gen oder nimmt der Trend zur Ase­xua­li­tät zu? Ein düste­res Bild der sexu­el­len Bezie­hun­gen in Süd­ko­rea malt das KIHASA. Nach einem Bericht des Insti­tuts wer­den immer mehr Män­ner und Frau­en für den Rest ihres Lebens Sin­gles bleiben .. 

[Zitat­quel­le]

Stress durch Über­be­völ­ke­rung und zuwe­nig Indi­vi­du­al­di­stanz füh­ren zu ver­rin­ger­ter Fer­ti­li­tät & Libi­do - das erklärt den von KIHASA berich­te­ten Befund. Sie­he dazu auch "Pro­xe­mics", und dort spe­zi­ell die Abschnit­te zu Indi­vi­du­al­di­stanz und Revierdistanz.

Was Cal­houn her­aus­fand war ganz verblüffend:

Wächst eine Mäu­se­po­pu­la­ti­on in einem zur Ver­fü­gung ste­hen­den Gebiet über eine bestimm­te Indi­vi­du­en­zahl hin­aus, so ent­steht eine Stress­si­tua­ti­on, die die Frucht­bar­keit und Paa­rungs­be­reit­schaft sin­ken läßt. Bis wie­der genü­gend Indiv­du­al­raum vor­han­den ist. Dann setzt die art­spe­zi­fi­sche Ver­meh­rungs­quo­te wie­der ein.

So abstrakt das The­ma mög­li­cher­wei­se auch auf den ersten Blick erschei­nen mag, hat es doch prak­ti­sche Bedeu­tung. Ich grei­fe hier nur einen Aspekt her­aus, wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu die­sem The­ma fin­den sich reich­lich unter der Über­schrift "Inter­kul­tu­rel­le Kompetenz". 

In den Kul­tur­krei­sen unse­res Pla­ne­ten herr­schen sehr unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen zur Indi­vi­du­al­di­stanz vor, die sich in der zwi­schen­mensch­li­chen Ver­hal­tens- und Inter­ak­ti­ons­struk­tur zeigt:

  • kühl / entscheidend:
    - Nord­eu­ro­pa / Nord­ame­ri­ka (Deutsch­land, Nor­we­gen, USA)
  • warm­her­zig / impulsiv:
    - Latein­ame­ri­ka / Süd­eu­ro­pa (Bra­si­li­en, Mexi­co, Ita­li­en, Spanien)
  • zuvor­kom­mend / konfrontationsscheu:
    - Asi­en (Viet­nam, Chi­na, Japan)

Sexua­li­tät erfor­dert einen ande­ren Men­schen in die­se Nah­zo­ne, die "Indi­vi­du­al­di­stanz", hin­ein­zu­las­sen. Dazu ist es not­wen­dig Aggres­si­on zu unter­drücken. Stress durch zu häu­fi­ge Erfah­rung der Unter­schrei­tung der Indi­vi­du­al­di­stanz im All­tag macht aber zuneh­mend aggres­si­ver - und redu­ziert so die Fähig­keit des Indi­vi­du­ums "Nähe" zuzu­las­sen. Uner­wünsch­te und bei hoher Bevöl­ke­rungs­dich­te unver­meid­ba­re Inter­ak­ti­on mit frem­den Men­schen zerrt so sehr an den Ner­ven, daß die Chan­ce auf Sexua­li­tät sich zuneh­mend verringert.

Wenig ver­wun­der­lich ist, daß das in dem Bei­trag bei 'hei­se' für asia­ti­sche Län­der beschrie­ben wird: Ist doch dort die Dich­te der Bevöl­ke­rung beson­ders groß. Das, gepaart mit der asia­ti­schen Abnei­gung gegen­über Kon­fron­ta­ti­on (s.o.), ist gera­de­zu eine 'Brut­stät­te' für stress­be­ding­te Asexualität.

∙ ▪  ▪ ∙
 

John B. Cal­houn; [Wiki­pe­dia; gibt's bedau­er­li­cher­wei­se nur auf Englisch]
② (KIHASA) [www.kihasa.re.kr Korea Insti­tu­te for Health and Social Affairs ]
Pro­xe­mics 

----------------------------------------------------
 ④ [Paa­rungs­ver­hal­ten]
⑤ [Über­be­le­gung von Zucht­kä­fi­gen]

bookmark_borderFeind Freund hört mit!

 

[28072013]

 

Unter dem Titel "STASI 3.0: Die deut­schen Behör­den wis­sen alles über die Bür­ger" fin­det sich eine sehr gute, über­sicht­li­che und erläu­ter­te Auf­stel­lung des­sen, was schon im Inland an "Maß­nah­men" mög­lich ist.

Es ist an uns Allen, das unter die Leu­te zu brin­gen - vor allem an sol­che Mit­men­schen her­an­zu­tra­gen, die nicht im Inter­net unter­wegs sind - denn die haben oft nicht die gering­ste Ahnung was da so abläuft und vor allem nicht, daß sie selbst, obwohl sie mit dem Inter­net nicht ver­traut und dort auch nicht aktiv sind, trotz­dem betrof­fen sind!

Wer dann immer noch nicht glau­ben will, daß die The­se "Wer nichts zu ver­ber­gen hat ..." nicht mehr gül­tig ist, dem sei die­ser Arti­kel zum The­ma empfohlen.

bookmark_borderHast du was - bist du was ...!

Sich von einer Bank abhän­gig zu machen ist nie eine gute Idee. 

Das muß­ten jetzt in Öster­reich vie­le Kun­den einer Groß­bank erfah­ren, denen 'aus hei­te­rem Him­mel' die Über­zie­hungs­kre­di­te gestri­chen wurden. 

Lacher am Ran­de:
Der Über­zie­hungs­kre­dit wird dort als "Ein­kaufs­re­ser­ve"  bezeich­net - so klingt das doch gleich viel ange­neh­mer als "sich durch unüber­leg­te Ein­käu­fe in Schul­den stür­zen" ....
 


[28072013]

 


Was man aller­dings hin­sicht­lich des Daten­schut­zes aus die­ser Ange­le­gen­heit ler­nen kann:
Es gibt kei­nen Schutz vor miß­bräuch­li­cher Daten­nut­zung - es sei denn, die­se Daten wer­den über­haupt nicht erst erho­ben! In der Miß­lich­kiet für die betrof­fe­nen Kun­den liegt auch eine Chan­ce. So wird eine brei­te­re Öffent­lich­keit dar­auf auf­merk­sam wie Ban­ken ohne gesetz­li­che Grund­la­ge und ohne Skru­pel selbst mit lang­jäh­ri­gen Kun­den umgehen.

Zugleich wird deut­lich, wie wich­tig "Daten­schutz" auch für jene Bür­ger sein kann, die sich nicht inten­siv im Inter­net bewe­gen und oft den Stand­punkt ver­tre­ten
"Das geht mich nichts an - mit dem Inter­net habe ich nichts am Hut!"

bookmark_borderZeichen der Zeit ....

Grund­sätz­lich ist es ja so, daß die lebens­not­wen­di­gen Grund­la­gen (Ener­gie, Was­ser, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel) in die Begehr­lich­keit Jener fal­len, die dadurch Abhän­gig­keit erzeu­gen & Pro­fit gene­rie­ren wollen: 

Aber gera­de beim Was­ser haben sie auf EU-Ebe­ne vor ein paar Wochen eine Abfuhr erteilt bekom­men - was nicht heißt, daß da der Kampf zu Ende ist - man sieht ja wie immer wie­der aufs Neue ver­sucht wird unter ande­rem Namen das Glei­che durch­zu­brin­gen (Bsp. ACTA). In der Hoff­nung die Bestän­di­gen zu zer­mür­ben und dann doch zu obsie­gen. In eini­gen Län­dern ist das gelun­gen, da erkennt man dann wie die Nach­tei­le die (zuvor) ange­prie­se­nen Vor­tei­le über­wie­gen [Eng­land, Spanien].

Bei den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln sind wir schon über­töl­pelt wor­den - da ist der Zug abge­fah­ren! Erst haben wir in Euro­pa die tech­ni­schen Grund­la­gen gelegt und die Paten­te ver­ges­sen zu for­mu­lie­ren - dann haben die Ame­ri­ka­ner sich die Tech­no­lo­gie zu eigen gemacht und das nöti­ge Per­so­nal 'ame­ri­ka­ni­siert':
Nun ist die welt­weit benutz­te Hard- und Soft­ware fast aus­schließ­lich in U.S.-Hand und dem­entspre­chend wer­den wir 'gemol­ken'. Was die Hard- und Soft­ware­fir­men noch nicht geschafft haben erle­di­gen dann die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men im Gleich­klang und in Gleichschaltung ....

Es ist eine böse Welt. Aber die Geschich­te zeigt, daß der­glei­chen Machen­schaf­ten immer wie­der ver­sucht wur­den - und schließ­lich an sich selbst, ihrer Uner­sätt­lich­keit, ihrer mora­li­schen Ver­kom­men­heit & Gier zer­bro­chen sind. Es scheint in der mensch­li­chen Natur begrün­det zu sein, daß sol­che Struk­tu­ren sich auf­bau­en und wie­der zer­bre­chen, wie eine Sinus­wel­le, auf- und abschwingend.

bookmark_borderAch? Ach so!

 

[21072013]
 

Quel­le
 
Es liegt aber offen­bar nicht im Inter­es­se der Poli­ti­ker dies zur Grund­la­ge ihres Han­delns zu machen:
Sie wol­len die Macht in Hän­den hal­ten, des­we­gen ist das soge­nann­te "Herr­schafts­wis­sen", das sie von den Geheim­dien­sten erwar­ten, eine Grund­vor­aus­set­zung dafür eben NICHT im Sin­ne der Frei­heit und des Rechts für die Bür­ger einzutreten.

Selbst dann nicht, wenn die Geheim­dien­ste nichts zur tat­säch­li­chen Lage­be­ur­tei­lung bei­tra­gen können:
 

[21072013]
 

Quel­le
 
Da stellt sich die Fra­ge "War­um dann doch der Schutz der "Dien­ste" und ihre Erwei­te­rung durch die Politiker?"

Mei­nes Erach­tens gibt es da nur eine Antwort:
Die "Dien­ste" lie­fern etwas Ande­res, was für die Poli­ti­ker von Bedeu­tung ist - über das, was das aller­dings ist, kann man nur spe­ku­lie­ren. Ich den­ke, es sind Infor­ma­tio­nen über ihre Kol­le­gen außer­halb der Regie­rung, über Regie­rungs­po­li­ti­ker ande­rer Län­der, über die Oppo­si­ti­on und über die Wirt­schafts­bos­se - denn sol­che Infor­ma­tio­nen, viel­leicht nur als Andeu­tung ins Gespräch ein­ge­floch­ten, ver­bes­sern die eige­ne Ver­hand­lungs- und Durchsetzungsfähigkeit.

Poli­tik ist ein schmut­zi­ges Geschäft.
In die­sen Tagen wohl noch schmut­zi­ger als je zuvor ....

bookmark_borderEs sind die Erwachsenen, die ihren Nachwuchs entweder mit Affenliebe oder Vernachlässigung behandeln

- das habe ich schon vor eini­ger Zeit - im Okto­ber 2006 - geschrie­ben .... auch der nach­fol­gen­de Text* ist - bedenkt man die jüngst vor­ge­leg­te Stu­die zum Medi­en­ge­brauch und Schul­erfolg - top­ak­tu­ell .... dabei gab es schon frü­her sol­che Stu­di­en: Nur gelernt hat offen­bar in der Zwi­schen­zeit nie­mand daraus ....

Was ler­nen wir aus der Studie?
Indi­rekt bestimmt, daß der Schrei nach mehr Schu­le, nach immer neu­en Metho­den, nach immer län­ge­rer Unter­richts­zeit sinn­los ist, weil die Maß­nah­men da 'ver­puf­fen' wo Eltern selbst nicht in der Lage sind ihr Leben zu orga­ni­sie­ren. So zu orga­ni­sie­ren, daß das Fern­se­hen nicht mehr erst- son­dern besten­falls zweit­ran­gig wird, daß ihre Kin­der eine Chan­ce haben von über­mä­ßi­gem Medi­en­kon­sum fortzukommen ....

Dabei wäre es so einfach:
Weni­ger "pri­va­te" Fern­se­her - oder "Spiel­kon­so­len - für die Kin­der­zim­mer, mehr Eltern, die sich - viel­leicht sogar unter Anlei­tung (!), wenn sie es selbst nicht schaf­fen** sich zu orga­ni­sie­ren - mehr um ihre Kin­der küm­mern .... ein posi­ti­ver Neben­ef­fekt wäre da noch mehr Bewe­gung für die Eltern, was bestimmt 'gesund' und für vie­le außer­or­dent­lich hilf­reich wäre .... ....

[3.034 / kio]

Sie­he dazu auch Ale­xithy­mie

* Glau­be ich an "das Gute" im Menschen?
Prin­zi­pi­ell schon - es muß nur eine Chan­ce haben sich zu ent­wickeln. Womit wir wie­der beim Vor­bild der Erwach­se­nen sind .... vie­le Men­schen sind so sehr mit sich selbst beschäf­tigt, daß es um sie her­um nichts gibt .... die Kin­der sind auf sich selbst ange­wie­sen, wer­den mit Unter­hal­tungs­pro­gram­men wie Com­pu­ter­spie­len, Fern­se­hen u.ä. abgeschoben.

Eine Gute-Nacht-Geschich­te vorlesen?
Gemein­sam eine Mahl­zeit einnehmen?
Frei­zeit zusam­men verbringen?
Zusam­men ein Spiel spie­len, kicken, Rad fahren?
Alles Fehlanzeige!

Dazu kommt noch das Des­in­ter­es­se - oder gar die Feind­se­lig­keit Kin­dern gegen­über - aus der Umge­bung .... wie soll sich da ein ver­nünf­ti­ges Sozi­al­ver­hal­ten entwickeln?

**RTL und Sat1 für "Arme"?

bookmark_borderVerrottet ...!

In einer Gesell­schaft, in der Geld - nicht Wis­sen oder mora­li­sches Ver­hal­ten - zum Maß aller Din­ge gemacht wer­den muß man sich nicht wun­dern, wenn unter Ver­zicht auf Ethik und irgend­wel­che Regeln "Geschäf­te" gemacht werden ....
All­zu­oft haben skru­pel­lo­se Men­schen - wie­so den­ke ich da zuerst an soge­nann­te "Unter­neh­mens­be­ra­ter"? - leich­tes Spiel, weil sie die "Drecks­ar­beit" erle­di­gen, mit der sich sonst nie­mand die Fin­ger schmut­zig machen will ....

Daher ist es nicht ver­wun­der­lich wenn Men­schen vom Schla­ge des Herrn Dr. Zum­win­kel - er war frü­her auch 'mal "Unter­neh­mens­be­ra­ter" - in sol­che Posi­tio­nen auf­stei­gen .... mög­li­cher­wei­se gehört es zu der 'Stel­len­be­schrei­bung' für das Spit­zen­ma­nage­ment dazu, daß man Ethik & Moral ande­ren über­läßt und sein Tun ledig­lich am mone­tä­ren Erfolg mißt ....

Wem kei­ne Gren­zen gesetzt schei­nen, der wird sich in All­machts­ge­füh­len erge­hen und die Boden­haf­tung ist dann schnell dahin:
Da ist dann der Spalt zwi­schen legal und illegal so schmal wie die tren­nen­den Buchstaben ...!

[3.033 / szd]


*Nach­trag* 15.02.08 / 17:40h
[Zitat Tages­spie­gel]
" .. Der Markt kann nicht funk­tio­nie­ren, wenn es nicht einen mora­li­schen Grund­kon­sens gibt", sag­te Fuchs. Groß­ma­na­ger, die "den Hals nicht voll krie­gen" könn­ten, unter­grü­ben die­se Ethik .. "
Poli­ti­ker auch kann ich da nur hinzufügen ...!