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bookmark_borderFaschistoïde Tendenzen

Am Wochen­en­de habe ich mir - lan­ge nach Mit­ter­nacht - noch einen Film ange­se­hen: Star­ship Tro­o­pers 3 "Mar­au­der". Wie bei Teil 1, den ich vor­mals im Kino sah, war ich nicht beson­ders erbaut von dem, was da über den Bild­schirm flimmerte.

Die Idee mit intel­li­gen­ten Kerb­tie­ren (Insek­ten) ist geni­al aus­ge­ar­bei­tet - ins­be­son­de­re deren Fähig­keit kol­lek­tiv zu agie­ren und über­legt zu han­deln. Auch das Vor­han­den­sein eines "super-bug" als "brain" für die gro­ßen Ent­wür­fe des Insek­ten­han­delns ist neu gewe­sen. Das wiegt aber - sehr bedau­er­lich - den son­sti­gen Schund in die­sem Film nicht auf. 

Eine Recher­che ergab dann auch, daß die Roman­vor­la­ge .. Mili­ta­ry Sci­ence-Fic­tion-Roman von Robert A. Hein­lein aus dem Jahr 1959. Die deutsch­spra­chi­ge Aus­ga­be erschien erst 20 Jah­re spä­ter unter dem Titel Sternenkrieger ..
[Quel­le]
nicht in allen Teil­aspek­ten dem ent­spricht, was nach­her in dem Strei­fen von Ver­hoe­ven dar­aus gemacht wurde. 

Des­we­gen wun­dert es mich auch nicht, fol­gen­de Rezen­si­on zu lesen:
.. Der Film wur­de von Ver­hoe­ven nach eige­ner Aus­sa­ge als Sati­re auf den Faschis­mus und Mili­ta­ris­mus konzipiert.[1] Die Bun­des­prüf­stel­le für jugend­ge­fähr­den­de Medi­en indi­zier­te den Film 1999 auf­grund der Gewalt­dar­stel­lun­gen und des pro-mili­ta­ri­stisch inter­pre­tier­ten Inhalts. Nach Ansicht der BPjM spie­len die sati­ri­schen Ele­men­te nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Der Film sei ver­ro­hend und geeig­net, Kin­der und Jugend­li­che sozi­al­ethisch zu desorientieren ..
[Quel­le]

Tota­le Mili­ta­ri­sie­rung & faschi­sto­ide Ten­den­zen - das ist eher unter­trie­ben. Die Ver­ro­hung der Gesell­schaft, öffent­li­che Hin­rich­tun­gen als Spek­ta­kel insze­niert, erin­nern eher an mit­tel­al­ter­li­che Feu­dal­struk­tu­ren als eine Zukunfts­per­spek­ti­ve für die Zivi­li­sa­ti­on auf unse­rem Planeten.

In sehr abge­schwäch­ter Form wird das bei "Wiki­pe­dia" ausgedrückt:
.. Zudem besinnt er sich auf die sati­ri­schen und schwarz­hu­mo­ri­gen Wur­zeln des ersten Teils und kari­kiert die immer noch neo­fa­schi­sti­sche Gesell­schaft, die Föde­ra­ti­on die jede Mög­lich­keit nutzt ihre Macht zu erhal­ten und den Krieg als not­wen­di­gen Bestand­teil ihrer Kul­tur zu verkaufen ..
[Quel­le]
Von "sati­risch" oder "schwarz­hu­mo­rig" kann aber wohl kaum die Rede sein. Min­de­stens nicht für mein Ver­ständ­nis die­ser Charakterisierung.

Ein absto­ßen­des, bil­li­ges Mach­werk, ganz ein­deu­tig an ein bestimm­tes Publi­kum gerichtet:
Die Leu­te, die man­nig­fal­ti­ge Explo­sio­nen, wil­de Schie­ße­rei­en, zer­fetz­te und blut­sprit­zen­de Kör­per und ein HASSOBJEKT - in die­sem Fall Insek­ten­ar­ti­ge - brau­chen um ihre eige­ne 'Supe­rio­ri­tät' bestä­tigt zu sehen.

Der sexi­sti­sche Aspekt ist bei Wiki­pe­dia nicht bespro­chen, des­we­gen will ich hier noch dar­auf ein­ge­hen. Dazu ein­gangs ein Zitat zur Pilo­tin, im Film ver­lobt mit einem Gene­ral, hin­ge­zo­gen aller­dings zu einem Colo­nel, den sie am Ende auch hei­ra­tet. Es ist die Schau­spie­le­rin Jolene Bla­lock die hier als zen­tra­les Objekt der Begier­de Vie­ler fungiert.
Notiz am Rande:
".. 2001 wur­de ihr schließ­lich die Rol­le der T’Pol in der Serie Enter­pri­se ange­bo­ten, die sie .. in allen 98 Epi­so­den der Serie ver­kör­per­te .. Zuletzt dreh­te Bla­lock an Star­ship Tro­o­pers 3: Mar­au­der, dem drit­ten Teil der Star­ship-Tro­o­pers-Rei­he .."

Die Schau­spie­le­rin pro­fi­tiert wohl auch von einer gewis­sen Ähn­lich­keit mit Ange­li­na Jolie und Jen­ni­fer Lopez - zumin­dest ist es der glei­che Frau­en­typ, der wäh­rend einer Pha­se vor und nach der Jahr­tau­send­wen­de pro­pa­giert wur­de, sie­he z.B. Pro­to­typ "Lara Croft: Tomb Rai­der 20012003".

Um die­ses Kabi­nett­stück ledig­lich auf 'pro­fit' abge­stell­ten Schund­films end­gül­tig unmög­lich zu machen wird dann zuerst sub­til ver­steckt, spä­ter deut­li­cher ange­deu­tet, und am Ende geballt ein­ge­paukt Reli­gi­on ins Spiel gebracht. Zuerst natür­lich die 'fal­sche' Reli­gi­on in Form der 'Anbe­tung' des gro­ßen Brain-Bugs. Fal­sche Göt­ter - so das Fazit - füh­ren zum Tode der Anbe­ten­den. Den 'ein­zig rich­ti­gen' Gott anzu­be­ten führt aller­dings zu Glück, Heil & Harmonie.

Die­se gefühlstrie­fen­de Ver­eh­rung eines Got­tes, mit den ent­spre­chen­den Ritua­len gar­niert, in Ver­bin­dung mit der pseu­do-reli­giö­sen mili­ta­ri­sti­schen Gesell­schafts­form über­schrei­tet dann auch jeg­li­che Gren­ze des Erträglichen.

 ∙ ▪  ▪ ∙ 

Die­ser Film reiht sich naht­los an ande­re, ver­gleich­ba­re ame­ri­ka­ni­sche Pro­duk­te an - alle­samt von einer "Herrenrasse"-Mentalität durch­zo­gen. Die darf sich ALLES erlau­ben, Recht und Gesetz sind 'was für 'sis­sies' ....

Da bleibt nur Shake­speare zu zitie­ren [»Ham­let« (II, 2)]
".. Ist dies schon Toll­heit, hat es doch Methode .. "

bookmark_borderWahlbeteiligung & Sitzverteilung

Seit Wochen wer­den nun Gesprä­che zu einer neu­en Koali­ti­on geführt. Was her­aus­kom­men wird ist ein Par­la­ment in dem den Regie­rungs­vor­schlä­gen brei­te Zustim­mung sicher ist, denn kein Abge­ord­ne­ter, der noch­mal ins Par­la­ment will, kann es sich lei­sten sich "non-kon­form" zu ver­hal­ten. Sonst ist er bei der näch­sten Wahl (spä­te­stens) sei­nen Posten los ....

2008 hat­te ich ange­sichts der nied­ri­gen Wahl­be­tei­li­gung schon mal einen Vor­schlag gemacht den ich hier noch­mal auf­neh­men, mit den neu­en Zah­len neu berech­nen und betrach­ten will [Sitz­ver­ga­be im Par­la­ment (18.10.2008)].

Die Wahl­be­tei­li­gung hat bei 71,5% gele­gen. Dem­nach nur das Votum von ca. drei Vier­teln der wahl­be­rech­tig­ten Bevöl­ke­rung - die Par­tei­en haben es also nicht geschafft, die Bür­ger zur Urne zu bekommen! 

Nach dem jet­zi­gen System wer­den sie mit "Luft­sit­zen" im Par­la­ment belohnt, Sit­ze für Null-Stimmen:
Die Zahl der Par­la­men­ta­ri­er ist doch von der Zahl der Wahlberech­tig­ten abhän­gig - war­um also nicht Abge­ord­ne­ten­man­da­te redu­zie­ren wenn weni­ger Berech­tig­te tat­säch­lich wäh­len? - und zwar pro­por­tio­nal zur Wahlbeteiligung .... 

Alle Par­tei­en müß­ten so min­de­stens die Wahl­be­tei­li­gung 'gemein­sam' erhö­hen - wenn sie sich schon von den Inhal­ten her kaum noch unter­schei­den. Weni­ger "Ver­dros­sen­heit" des Wahl­volks bedeu­te­te dann mehr Sit­ze im Par­la­ment. Das wäre aus mei­ner Sicht ein wün­schens­wer­tes Ergeb­nis einer sol­chen "Neu­be­rech­nung" (Ich war schon groß­zü­gig und habe 'auf­ge­run­det' wenn gebro­che­ne Zah­len herauskamen ...!).

[71,5% Wahl­bet.]

Par­tei
Pro­zent
 Sit­ze jetzt
 Sit­ze n. Korr.
CDU
34,1
 255
 182
CSU
7,4
 56
 40
 
 
CDU/CSU
41,5
 311
 222
SPD
25,7
 193
 138
Lin­ke
8,6
 64
 46
Grü­ne
8,4
 63
 45
GESAMT    631  451

 

180 (!) Abge­ord­ne­te weni­ger. Die Pro­por­tio­nen gleich, aber: weni­ger Dis­kus­sio­nen und Strei­te­rei­en, weni­ger Aus­ga­ben für das Par­la­ment .... man den­ke nur dar­an, wel­che enor­men Beträ­ge ein­ge­spart wür­den. Geld, das sinn­vol­ler als zur Ali­men­tie­rung von "Luft"-Sitzen im Par­la­ment genutzt wer­den könnte.

bookmark_borderSammelsurium (II)*

.
Bei Herrn Spreng war zu lesen:
Kanz­ler­kan­di­da­tin könn­te sie ohne­hin nur dann wer­den, wenn sie in Ger­hard-Schrö­der-Manier bei der Land­tags­wahl antritt: Die näch­ste Kanz­le­rin muss aus Nord­rhein-West­fa­len kom­men. Das wäre eine gewag­te Ope­ra­ti­on, denn es gibt – im Gegen­satz zu Nie­der­sach­sen - kei­ne NRW-Iden­ti­tät.
Tja, da bin ich völ­lig ande­rer Mei­nung - wenn es eine Lan­des-Iden­ti­tät gibt, dann doch wohl eher in NRW als in Nie­der­sach­sen. Denn die Nie­der­sach­sen sind sehr verschieden:

  • Nord­west-Nie­der­sach­sen mit sei­nen stoi­schen Friesen,
  • die Heid­jer süd­lich von Hamburg, 
  • die 'Dia­spo­ra' ent­lang der vor­ma­li­gen DDR-Grenze,
  • die Braun­schwei­ger mit der Tra­di­ti­on Heinrichs,
  • Salz­git­ter & Wolfs­burg aus dem Boden gestampft als Industriestandorte,
  • Göt­tin­gen und das Umland als Dichter-und-Denker-Standort,
  • die Weser­an­sied­ler mit ihrer sehr drö­gen Art und
  • schließ­lich das etwas pro­vin­zi­el­le, aber doch kul­tu­rell rei­che Hannover.
  • Wahr­haf­tig kei­ne "Lan­de­si­den­ti­tät".

Nein, Herr Spreng, ganz sicher hat das Land NRW eine grö­ße­re Iden­ti­tät, denn es sind nur drei Regio­nen aus­zu­ma­chen: Mün­ster­land, Ruhr­ge­biet und Rhein­schie­ne - und die sind durch Berg­bau und Indu­strie durch und durch verwoben.

 ∙ ▪  ▪ ∙ 

 
"65 is the new 39" [65 ist das neue 39; Bezug: Lebensalter]
**"Mil­len­ni­als kom­men in Klum­pen. Über­all, wo ich sie sehe bewe­gen sie sich in Klum­pen von 4 oder 5 oder 6 oder mehr durch das Leben. Ich bin mir nicht sicher, ob dies bedeu­tet, daß sie alle Team-Play­er zum n-hoch-x-ten-Grad sind, oder ob sie es sich ein­fach nicht lei­sten kön­nen, ihre eige­ne Woh­nung zu mie­ten oder ihr eige­nes Mit­tag­essen zu bezah­len. Es ist so ärger­lich zu sehen, wie sie 'ver­klumpt' zusam­men Mit­tag­essen indem sie 2 oder 3 klei­ne Tische zusam­men­schie­ben - die sie dann, wenn sie gehen, zusam­men­ge­scho­ben lassen.
Sie ste­hen auf und gehen fort ... in einem Klumpen.
Mei­ne Anmer­kung für die Mil­len­ni­als ist: "Gewöhnt euch an den Gedan­ken, ich habe nicht die Absicht, in den Ruhe­stand zu gehen damit ihr mei­ne Arbeit haben könnt. 65 ist das neue 39. :-)
Und ich bin ein­zig­ar­tig, nicht klump-fähig." 

Aus die­sem Bei­trag zur Alters­dis­kus­si­on habe ich drei Din­ge gelernt & bemer­kens­wert gefunden:
  1. Die Gene­ra­ti­on um die zwan­zig wird als "Mil­len­ni­als" bezeichnet; 
  2. Die­se Gene­ra­ti­on unter­nimmt ALLES in Gruppen; 
  3. Die Gene­ra­ti­on ist auf sich selbst bezo­gen und nimmt auf ihre Umge­bung kei­ne Rücksicht. 

Eine Beob­ach­tung, die ich ähn­lich auch schon gemacht habe. Ver­wun­dert gemacht habe, denn es trifft nicht nur in Ame­ri­ka zu (da kommt der Ori­gi­nal­text her), son­dern auch in euro­päi­schen Län­dern. Ich kann mir kei­nen Reim dar­auf machen war­um das so ist. Irgend­ei­ne Erklä­rung wird es aber bestimmt geben.

 ∙ ▪  ▪ ∙ 

 
Kürz­lich habe ich mal wie­der etwas Fern­ge­se­hen, der Film heißt:
Mars attacks!
Das ist noch schlim­me­rer Kla­mauk als ich dach­te - trotz Beset­zung mit der Crè­me de la Crè­me von Schau­spie­lern. Aus der Wer­bung zum ursprüng­li­chen Start des Films hat­te ich den Ein­druck gewon­nen: Nicht beson­ders sehens­wert! - und in der Tat, jetzt, nach­dem ich mir den Film in gan­zer Län­ge 'ange­tan' habe bin ich über­zeugt, daß es rei­ne Zeit­ver­schwen­dung war. Egal, was die Film­kri­tik dazu noch an ver­qua­sten Flos­keln beschö­ni­gend zu sagen hat:
Der­art an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­nen Quatsch kann man wohl nur mit einem IQ unter 80 gut finden.
"Tim Bur­ton ließ sich für die­sen Film von Sam­mel­kar­ten inspi­rie­ren, die es in sei­ner Kind­heit in Kau­gum­mi­packun­gen gab." - kein Wun­der also, wenn sein 'Opus' ent­spre­chend flach & auf­ge­bla­sen wirkt .... es ist scha­de um jeden Cent der in die­ses Mach­werk inve­stiert wurde.

 ∙ ▪  ▪ ∙ 

* Erklä­rung zu 'Sam­mel­su­ri­um':
Wenn ich so durch die Blogs strei­fe fal­len mir Din­ge auf die für einen eige­nen Bei­trag nicht genug sind, die ich aber doch irgend­wie kom­men­tie­ren will. Manch­mal sind es auch scam-Mails die sich von dem übli­chen Schrott abhe­ben — weil sie beson­ders dreist daher­kom­men. Oder ich bekom­me etwas Wit­zi­ges zuge­schickt von dem ich glau­be Ande­re könn­ten es auch wit­zig finden.

** Ori­gi­nal­text:
"Mil­len­ni­als Clump. Ever­y­whe­re I see them, they are moving through life in clumps of 4 or 5 or 6 or more. I'm not sure if this means they are all team play­ers to the nth degree, or if they sim­ply can't afford to rent their own apart­ment or buy their own lunch. It's so annoy­ing to see them clum­ped tog­e­ther for lunch with 2 or 3 litt­le tables pushed tog­e­ther, and then they lea­ve the litt­le tables pushed tog­e­ther when they rise and depart ... in a clump.
So my note to Mil­len­ni­als is "get used to it". I have no inten­ti­on of reti­ring so you can have my job. 65 is the new 39. :-) And I am sin­gu­lar, not clump-able."

bookmark_borderWeiter so ...!

In der Pres­se ist zu lesen:

" .. Ange­sichts des anhal­ten­den Skan­dals um den Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst haben .. Kir­chen­aus­trit­te im Bis­tum Lim­burg deut­lich zuge­nom­men .. seit sei­nem Amts­an­tritt zum Jah­res­be­ginn 2008 bis Ende ver­gan­ge­nen Jah­res rund 25.000 Katholiken .. "

Der Ein­satz des Bischofs ist bemer­kens­wert. Ich hof­fe sehr, er macht noch eini­ge Zeit so wei­ter, min­de­stens so lan­ge, bis die Wel­len der Ent­rü­stung deut­lich über das Bis­tum hin­aus wirk­sam wer­den und auch im Rest der Bun­des­re­pu­blik die (noch) ein­ge­tra­ge­nen Katho­li­ken erken­nen wor­um es bei (nicht nur der katho­li­schen) Kir­che geht:

Wohl­le­ben der Amts­trä­ger zu Lasten 
von Kir­chen­mit­glie­dern und Steuerzahlern.

Wie kaum bekannt ist - und auch sel­ten ver­öf­fent­licht wird - unter­stützt der Staat die Kir­chen jähr­lich mit hor­ren­den Beträ­gen. Die Sum­men sind wegen der Ver­flech­tun­gen gera­de in sozia­len Berei­chen nicht exakt zu bezif­fern, belau­fen sich aber nach all­ge­mein ver­füg­ba­ren Quel­len auf min­de­stens 450 Mio. €uro.

Was Jahr­zehn­te an Über­zeu­gungs­ar­beit der Athe­isten nicht lei­sten konn­ten - weil die Ansät­ze meist an den Intel­lekt und nicht an das Gefühl der Noch-Kir­chen­mit­glie­der und 'Gläu­bi­gen' gerich­tet waren - schafft nun mög­li­cher­wei­se im Allein­gang ein ein­zel­ner katho­li­scher Bischof:

Umden­ken und Kir­chen­aus­trit­te en mas­se ....


 ∙ ▪  ▪ ∙ 

  • " .. Alle ost­deut­schen Bun­des­län­der zusam­men hal­ten die Kir­chen auf die­se Wei­se mit der stol­zen Sum­me von 93 Mil­lio­nen Euro allein an "Dota­tio­nen" aus [Stand: 2009] .. "
    Quel­le
  • " .. 459 Mil­lio­nen Euro, wel­che die deut­schen Bun­des­län­der bis­her Jahr für Jahr an die bei­den deut­schen Wohl­stands- und Macht­kir­chen, die römisch-katho­li­sche Kir­che und die evan­ge­li­sche Kir­che .. (zah­len)"
    Quel­le
  • " .. Die kirch­li­chen Sozi­al­ein­rich­tun­gen Dia­ko­nie und Cari­tas wer­den .. mit ca. 50 Mil­li­ar­den Euro jähr­lich vom Staat finan­ziert, .. zusätz­lich zu ca. 15 Mil­li­ar­den Euro Staats­gel­dern und neun Mil­li­ar­den Euro Kirchensteuern .. "
    Quel­le | Car­sten Frerk [2000/2002] "Finan­zen und Ver­mö­gen der Kir­che in Deutschland"
  • " .. 2010 kom­men ins­ge­samt 459 Mil­lio­nen Euro zusam­men, allein 103 Mil­lio­nen in Baden-Würt­tem­berg und 88 Mil­lio­nen in Bay­ern. 266 Mil­lio­nen gehen an die evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen, 193 an die katho­li­schen Bistümer .. "
    Quel­le

bookmark_borderLebensplanung


Manch­mal, wenn ich die Lebens­ent­wür­fe in den U.S.A. in Pla­nung und Aus­füh­rung stu­die­re, mer­ke ich wel­che Unter­schie­de zu den hie­si­gen Grund­la­gen bestehen:

Wäh­rend dort ein festes Raster von Vier-Jah­res-Schrit­ten besteht ist wegen der unter­schied­li­chen Start­be­din­gun­gen bei uns in Deutsch­land kaum ein Lebens­lauf wie der ande­re - und ich kann nicht erken­nen, daß das bes­ser wäre. Die Indi­vi­dua­li­tät hat ihre Tücken, das Feh­len einer gesell­schaft­li­chen Norm macht die Ori­en­tie­rung* (beson­ders) für Her­an­wach­sen­de schwie­rig - zumal es kei­ne Gewähr dafür gibt, daß Anstren­gung und inten­si­ves Ler­nen auch tat­säch­lich zu Lebens­er­folg führen. 

In den U.S.A. geht man bis zum sech­sten Lebens­jahr in den Kin­der­gar­ten, dann vier Jah­re Grund­schu­le (mit regio­nal beding­ten Unter­schie­den, auf die ich hier nicht wei­ter ein­ge­hen will), dann vier Jah­re Juni­or High School, vier Jah­re Seni­or High School und alle Schü­ler machen mit 18 Jah­ren gemein­sam einen High School Abschluß.

Von da an tren­nen sich die Wege, denn je nach gewähl­ten Fächern und erreich­ten Noten - und natür­lich auch den finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten - schlie­ßen sich danach Stu­di­um oder Arbeits­le­ben an.
Sofern es sich um ein Stu­di­um han­delt wird der Vier-Jah­res-Zyklus fortgesetzt:
Vier Jah­re bis zum Bache­lors, vier Jah­re bis zum Masters und wenn die Fähig­keit vor­han­den ist noch wei­te­re vier Jah­re bis zum Doktorat.

Das bedeu­tet, die mei­sten Absol­ven­ten sind mit 22 durch den ersten Abschluß in der Lage einen Job anzu­neh­men. Wer wei­ter­stu­diert hat gute Aus­sich­ten auf ein über­durch­schnitt­li­ches Ein­kom­men, denn der Masters Abschluß öff­net Berei­che zu denen die Bache­lorsab­sol­ven­ten kei­nen Zugang haben. Mit 26 ist dem­nach die über­wie­gen­de Zahl von Schul­ab­gän­gern pro­duk­tiv im Arbeits­le­ben und kann gleich­zei­tig eine Lebens­pla­nung auf finan­zi­ell gesun­der Basis machen.
 


Es zeigt sich in die­ser Art des Vor­ge­hens auch die so ver­schie­de­ne Mentalität:
Wäh­rend bei uns 105% (!) Wis­sen im Stu­di­um ange­häuft wer­den soll reicht es den Ame­ri­ka­nern eine Basis von Fach­wis­sen zu schaf­fen. Ich schät­ze das auf ca. 66% - die dann in den ersten Jah­ren des Berufs­le­bens, je nach Bedarf, leicht auf das nöti­ge Niveau ange­ho­ben wer­den kön­nen, weil die Ein­stei­ger noch jung genug sind um dazu­zu­ler­nen - "on the job", bes­ser als rein theoretisch ....


 
Über die Abhän­gig­keit der Aus­bil­dung vom Vor­han­den­sein finan­zi­el­ler Mit­tel will ich hier nicht aus­führ­li­cher wer­den. Nur soviel: Stu­di­en­ge­büh­ren sind zwar über­all zu zah­len, dafür ist aber die Steu­er­last der Eltern­ge­nera­ti­on (die sie zah­len muß) sehr viel gerin­ger als bei uns - wes­we­gen die Bela­stung für das Stu­di­um der Kin­der zah­len zu müs­sen nicht das Gewicht und die Aus­schluß­funk­ti­on hat wie hier­zu­lan­de immer ange­nom­men wird.

Mag es sein wie es will - die Indi­vi­dua­li­tät mit all ihren Beschrän­kun­gen bei uns führt nicht zu einem Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl einer jeden Gene­ra­ti­on - im Gegen­teil, das Gegen­ein­an­der wird geför­dert und zemen­tiert, mit dem Ergeb­nis stän­di­gen Kamp­fes um die besten Arbeits­plät­ze und allem, was dann dar­an hängt.

Die man­gel­haf­te All­ge­mein­bil­dung in U.S.A. ist natür­lich zu bekla­gen, aber es ist wenig­stens sicher­ge­stellt, daß alle Schul­ab­gän­ger ein Min­dest­wis­sen vor­zu­wei­sen haben, das sie 'lebens­fä­hig' macht. Ganz abzu­se­hen von dem "Wir"-Gefühl bei gemein­schaft­li­chem Abschluß, das auch im spä­te­ren Leben zunächst ein­mal den Men­schen im Vor­der­grund sieht - und nicht die Funk­ti­on oder den Beruf. Natür­lich ist mir bekannt, daß das theo­re­tisch zwar so kor­rekt ist aber prak­tisch nicht immer so läuft. Doch vom Grund­satz her stimmt es min­de­stens für die Mas­se der U.S.-Gesellschaft.

Je län­ger ich dar­über nach­den­ke und je älter ich werde:
Ver­bun­den mit dem Gedan­ken der Selbst­hil­fe statt Staats­hil­fe und Len­kung durch 'die Obrig­keit' in allen Lebens­la­gen scheint mir das dor­ti­ge Modell bes­ser geeig­net ein zufrie­de­nes und aus­ge­füll­tes Leben zu gewähr­lei­sten. Es ist wohl auch der Grund für das Stre­ben Vie­ler nach den U.S.A. aus­zu­wan­dern. Weil Men­schen meist klü­ger sind als ihre "Obrig­keit" wahr haben will spü­ren sie näm­lich Beha­gen oder Unbe­ha­gen auch wegen der bestehen­den Lebensverhältnisse.

∙ ▪  ▪ ∙
 

* Ins­be­son­de­re wird die Inter­gra­ti­on von Zuge­wan­der­ten aus ande­ren Kul­tur­krei­sen durch unser System erschwert, wäh­rend das U.S.-System die Ein­glie­de­rung erleichtert.


 


∙ ▪  ▪ ∙
 

*edit*
Seit ich die­sen Bei­trag in einem der 'antville'-Blogs geschrie­ben hat­te [Mitt­woch, 8. Mai 2013 09:59h] hat sich das Bild der U.S.A. in der Welt durch die Spio­na­ge­ak­ti­vi­tä­ten ihrer "Dien­ste" wesent­lich ver­än­dert. Ich selbst fah­re nie wie­der dort­hin - und die Zahl derer, die für immer dort­hin will wird sich bestimmt auch redu­zie­ren. Was bleibt ist aber ein offe­ne­res Gesell­schafts­mo­dell von dem wir etwas ler­nen könn­ten - denn das ist von den Machen­schaf­ten der Admi­ni­stra­ti­on dort zu unterscheiden.
Adm­ni­ni­stra­tio­nen kom­men und gehen, die Grund­struk­tu­ren bleiben.
Schon des­we­gen ist das Land für vie­le Men­schen in der Welt, in deren Län­dern die Gesell­schaft arm & unter­ent­wickelt ist, wei­ter ein erstre­bens­wer­tes Ziel.

 

bookmark_borderRente mit 75 ...?

Hal­ten wir doch erst ein­mal die Fak­ten fest:

Wir finan­zie­ren seit Jahr­zehn­ten ein Gesund­heits-System das uns eine län­ge­re Lebens­er­war­tung beschert und durch die­se Per­spek­ti­ve ver­schie­ben wir gleich­zei­tig das Ren­ten­al­ter ste­tig – und zwangs­läu­fig – immer wei­ter nach hinten. 

Per Sal­do gewin­nen wir (“die All­ge­mein­heit”) dadurch nichts als mehr Streß in den vie­len Arbeits­jah­ren, denn das Arbeits­tem­po hat sich durch Ratio­na­li­sie­rung - und gestie­ge­ne Kosten auch bei den Arbeit­ge­bern, die das durch "Ver­dich­tung" der Arbeits­pro­zes­se auf­zu­fan­gen ver­su­chen - pro­por­tio­nal erhöht. 

Gleich­zei­tig erfolgt durch die Glo­ba­li­sie­rung eine Ver­schie­bung der manu­el­len Arbeits­lei­stung in geo­gra­phi­sche Regio­nen in denen - schon wegen der dort herr­schen­den kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen - eine Ver­dich­tung der Arbeit nur in gerin­ge­rem Maße als in gemä­ßig­ten Kli­ma­zo­nen mög­lich ist. Hier­zu­lan­de fal­len Arbeits­plät­ze weg oder sie wer­den wegen der herr­schen­den Unsi­cher­hei­ten als Teil­zeit- oder Zeit­ar­beits­be­schäf­ti­gung wie­der eingerichtet. 

Wo frü­her eine Lebens­pla­nung mög­lich war fällt sie heu­te zwangs­läu­fig aus. Den­noch wird natür­lich erwar­tet, daß Men­schen so wie in frü­he­ren Jah­ren Kin­der bekom­men und das Staats­we­sen durch Abga­ben lebens­fä­hig hal­ten. Sich dabei auch noch sozi­al enga­gie­ren und ohne Mur­ren jeden staat­li­chen Ein­griff in ihre Pri­vat­sphä­re hinnehmen. 

Das ist weni­ger als ein Null-Sum­men-Spiel:
Mehr Arbeit, mehr unsi­che­re Arbeits­plät­ze, ste­tig stei­gen­de Anfor­de­run­gen an Infra­struk­tur und Bil­dung, stei­gen­de Kosten für die Alters­si­che­rung und eine über­pro­por­tio­na­le, wenn nicht gar expo­nen­ti­el­le Stei­ge­rung der Kosten für das Gesundheitswesen.


Der viel­ge­prie­se­ne "Fort­schritt"
ent­puppt sich bei nähe­rem Hinsehen
als eine men­schen­ver­ach­ten­de Tretmühle.
Irgend­wann wird die Sche­re soweit auf­ge­bo­gen sein daß sie bricht.
Kei­ne beson­ders attrak­ti­ve Zukunfts­per­spek­ti­ve.
 

  


Ren­te mit 75 ...? wur­de zuerst am Frei­tag, 13. Aug 2010 ver­öf­fent­licht; sie­he dazu auch:
"Lebens­er­war­tung", sta­ti­stisch und - als völ­lig gegen­sätz­li­che Zukunfts­vi­si­on - "Hun­dert Jah­re Glück";
Der frü­her hier vor­han­de­ne Link zum "Quer­Blog" war tot und wur­de ent­fernt
.

bookmark_borderWahl 2013 (4)

Schon häu­fi­ger habe ich geschrie­ben wie ich zum Frak­ti­ons­zwang durch die Par­tei­en stehe:
Das Grund­übel aller Ent­schei­dun­gen im Bun­des­tag ist die Weg­nah­me der per­sön­li­chen Ent­schei­dung - "Gewis­sens­ent­schei­dung" - der Abge­ord­ne­ten durch die­se Par­tei­re­gel. Wären sie näm­lich auf sich selbst gestellt, so müß­ten sie sich brei­ter infor­mie­ren. Das wäre ein Gewinn für die Demo­kra­tie. Weil mehr Infor­ma­ti­on immer bes­ser ist als der Par­tei­füh­rung blind zu fol­gen und zu ver­mu­ten, die mache schon Alles richtig.

Wie nun bei einer Umfra­ge her­aus­kam sind die Abge­ord­ne­ten zu einer über­wie­gen­den Mehr­heit für Volks­ent­schei­de. Abge­stuft, muß hin­zu­ge­fügt wer­den, weil es in den ein­zel­nen Par­tei­en unter­schied­li­che Zah­len dazu gibt. Nicht ver­wun­der­lich ist, daß es bei der CDU/CSU die wenig­sten Befür­wor­ter gibt (ca. 40%). Kon­ser­va­tiv bedeu­tet wohl auch erstarr­tes Den­ken hin­sicht­lich offe­ner Meinungsbildung.

Wenn - wie im unten­ste­hen­den screen shot gezeigt - also eine Mehr­zahl der Abge­ord­ne­ten für Volks­ent­schei­de ist, müß­te es doch mög­lich sein das auch zu eta­blie­ren. Um stän­di­ge Ver­än­de­run­gen aus­zu­schlie­ßen könn­te man hohe Hür­den ein­bau­en. Etwa eine min­de­stens fünf Pro­zent posi­ti­ve Wil­lens­äu­ße­rung der Wahlberechtigten.
 

[15092013]
 

Dass so etwas funk­tio­niert sieht man am Bei­spiel der Schweiz. Dort haben die Bür­ger das Gefühl in wich­ti­gen Fra­gen noch mit­zu­be­stim­men - und nicht nur als Manö­vrier­mas­se der Par­tei­en zu die­nen, die alle vier Jah­re mal zur Wahl gehen darf aber anson­sten bit­te 'das Maul zu hal­ten' hat.

∙ ▪ ∙
 
 
[15092013]
 
 

 
Mei­ne Hoff­nung war bis­her immer, daß die nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen wegen der fort­ge­schrit­te­nen Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten eine ande­re Hal­tung als die Eltern­ge­nera­ti­on ein­neh­men wür­de. Unbe­ein­flußt von weni­gen gro­ßen Mas­sen­blät­tern, die zusam­men mit den Wirt­schafts­in­sti­tu­tio­nen und Ban­ken ein Inter­es­se dar­an haben 'das Volk dumm zu hal­ten' und inso­fern zu manipulieren.
Sieht man sich die Zah­len an, die erst jüngst von infra­test erho­ben wur­den - immer mit Vor­sicht, weil die Basis der Befra­gung nicht ein­deu­tig bekannt ist - so ent­steht der Ein­druck, daß sich an den Durch­schnitts­wer­ten für die 'gro­ßen' Par­tei­en wenig ändern wür­de wenn die­se Noch-nicht-Wäh­ler erst wäh­len können.

Das ist - min­de­stens für mich, des­we­gen habe ich in die Gra­fik ein Aus­ru­fe­zei­chen ein­ge­fügt - erstens erstaun­lich und zwei­tens ent­täu­schend. Da ist noch viel Auf­klä­rungs­ar­beit nötig. Wahr­schein­lich wird es aber nur gelin­gen, wenn es zugleich auch bes­se­re Bil­dung für brei­te­re Bevöl­ke­rungs­grup­pen gibt.
Da müß­te aus mei­ner Sicht der Hebel ange­setzt werden:
Anstatt in unse­ren Schu­len immer weni­ger Inhal­te in der Brei­te zu unter­rich­ten müß­te genau das umge­kehrt werden.
 

∙ ▪ ∙
 
    [Quel­len:
  • pro-volks­ent­scheid | http://www.heise.de/tp/artikel/39/39889/1.html
  • kon­ser­va­ti­ve jugend | http://www.heise.de/tp/Politisch-konservative-Jugendliche--/blogs/8/154950]


 

bookmark_borderDer Calhoun-Effekt

.. Ein Fünf­tel der jetzt 20-jäh­ri­gen Süd­ko­rea­ner soll für den Rest des Lebens Sin­gles blei­ben. Sinkt die Bereit­schaft für feste Bezie­hun­gen oder nimmt der Trend zur Ase­xua­li­tät zu? Ein düste­res Bild der sexu­el­len Bezie­hun­gen in Süd­ko­rea malt das KIHASA. Nach einem Bericht des Insti­tuts wer­den immer mehr Män­ner und Frau­en für den Rest ihres Lebens Sin­gles bleiben .. 

[Zitat­quel­le]

Stress durch Über­be­völ­ke­rung und zuwe­nig Indi­vi­du­al­di­stanz füh­ren zu ver­rin­ger­ter Fer­ti­li­tät & Libi­do - das erklärt den von KIHASA berich­te­ten Befund. Sie­he dazu auch "Pro­xe­mics", und dort spe­zi­ell die Abschnit­te zu Indi­vi­du­al­di­stanz und Revierdistanz.

Was Cal­houn her­aus­fand war ganz verblüffend:

Wächst eine Mäu­se­po­pu­la­ti­on in einem zur Ver­fü­gung ste­hen­den Gebiet über eine bestimm­te Indi­vi­du­en­zahl hin­aus, so ent­steht eine Stress­si­tua­ti­on, die die Frucht­bar­keit und Paa­rungs­be­reit­schaft sin­ken läßt. Bis wie­der genü­gend Indiv­du­al­raum vor­han­den ist. Dann setzt die art­spe­zi­fi­sche Ver­meh­rungs­quo­te wie­der ein.

So abstrakt das The­ma mög­li­cher­wei­se auch auf den ersten Blick erschei­nen mag, hat es doch prak­ti­sche Bedeu­tung. Ich grei­fe hier nur einen Aspekt her­aus, wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu die­sem The­ma fin­den sich reich­lich unter der Über­schrift "Inter­kul­tu­rel­le Kompetenz". 

In den Kul­tur­krei­sen unse­res Pla­ne­ten herr­schen sehr unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen zur Indi­vi­du­al­di­stanz vor, die sich in der zwi­schen­mensch­li­chen Ver­hal­tens- und Inter­ak­ti­ons­struk­tur zeigt:

  • kühl / entscheidend:
    - Nord­eu­ro­pa / Nord­ame­ri­ka (Deutsch­land, Nor­we­gen, USA)
  • warm­her­zig / impulsiv:
    - Latein­ame­ri­ka / Süd­eu­ro­pa (Bra­si­li­en, Mexi­co, Ita­li­en, Spanien)
  • zuvor­kom­mend / konfrontationsscheu:
    - Asi­en (Viet­nam, Chi­na, Japan)

Sexua­li­tät erfor­dert einen ande­ren Men­schen in die­se Nah­zo­ne, die "Indi­vi­du­al­di­stanz", hin­ein­zu­las­sen. Dazu ist es not­wen­dig Aggres­si­on zu unter­drücken. Stress durch zu häu­fi­ge Erfah­rung der Unter­schrei­tung der Indi­vi­du­al­di­stanz im All­tag macht aber zuneh­mend aggres­si­ver - und redu­ziert so die Fähig­keit des Indi­vi­du­ums "Nähe" zuzu­las­sen. Uner­wünsch­te und bei hoher Bevöl­ke­rungs­dich­te unver­meid­ba­re Inter­ak­ti­on mit frem­den Men­schen zerrt so sehr an den Ner­ven, daß die Chan­ce auf Sexua­li­tät sich zuneh­mend verringert.

Wenig ver­wun­der­lich ist, daß das in dem Bei­trag bei 'hei­se' für asia­ti­sche Län­der beschrie­ben wird: Ist doch dort die Dich­te der Bevöl­ke­rung beson­ders groß. Das, gepaart mit der asia­ti­schen Abnei­gung gegen­über Kon­fron­ta­ti­on (s.o.), ist gera­de­zu eine 'Brut­stät­te' für stress­be­ding­te Asexualität.

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John B. Cal­houn; [Wiki­pe­dia; gibt's bedau­er­li­cher­wei­se nur auf Englisch]
② (KIHASA) [www.kihasa.re.kr Korea Insti­tu­te for Health and Social Affairs ]
Pro­xe­mics 

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 ④ [Paa­rungs­ver­hal­ten]
⑤ [Über­be­le­gung von Zucht­kä­fi­gen]

bookmark_borderFeind Freund hört mit!

 

[28072013]

 

Unter dem Titel "STASI 3.0: Die deut­schen Behör­den wis­sen alles über die Bür­ger" fin­det sich eine sehr gute, über­sicht­li­che und erläu­ter­te Auf­stel­lung des­sen, was schon im Inland an "Maß­nah­men" mög­lich ist.

Es ist an uns Allen, das unter die Leu­te zu brin­gen - vor allem an sol­che Mit­men­schen her­an­zu­tra­gen, die nicht im Inter­net unter­wegs sind - denn die haben oft nicht die gering­ste Ahnung was da so abläuft und vor allem nicht, daß sie selbst, obwohl sie mit dem Inter­net nicht ver­traut und dort auch nicht aktiv sind, trotz­dem betrof­fen sind!

Wer dann immer noch nicht glau­ben will, daß die The­se "Wer nichts zu ver­ber­gen hat ..." nicht mehr gül­tig ist, dem sei die­ser Arti­kel zum The­ma empfohlen.

bookmark_borderHast du was - bist du was ...!

Sich von einer Bank abhän­gig zu machen ist nie eine gute Idee. 

Das muß­ten jetzt in Öster­reich vie­le Kun­den einer Groß­bank erfah­ren, denen 'aus hei­te­rem Him­mel' die Über­zie­hungs­kre­di­te gestri­chen wurden. 

Lacher am Ran­de:
Der Über­zie­hungs­kre­dit wird dort als "Ein­kaufs­re­ser­ve"  bezeich­net - so klingt das doch gleich viel ange­neh­mer als "sich durch unüber­leg­te Ein­käu­fe in Schul­den stür­zen" ....
 


[28072013]

 


Was man aller­dings hin­sicht­lich des Daten­schut­zes aus die­ser Ange­le­gen­heit ler­nen kann:
Es gibt kei­nen Schutz vor miß­bräuch­li­cher Daten­nut­zung - es sei denn, die­se Daten wer­den über­haupt nicht erst erho­ben! In der Miß­lich­kiet für die betrof­fe­nen Kun­den liegt auch eine Chan­ce. So wird eine brei­te­re Öffent­lich­keit dar­auf auf­merk­sam wie Ban­ken ohne gesetz­li­che Grund­la­ge und ohne Skru­pel selbst mit lang­jäh­ri­gen Kun­den umgehen.

Zugleich wird deut­lich, wie wich­tig "Daten­schutz" auch für jene Bür­ger sein kann, die sich nicht inten­siv im Inter­net bewe­gen und oft den Stand­punkt ver­tre­ten
"Das geht mich nichts an - mit dem Inter­net habe ich nichts am Hut!"

bookmark_borderZeichen der Zeit ....

Grund­sätz­lich ist es ja so, daß die lebens­not­wen­di­gen Grund­la­gen (Ener­gie, Was­ser, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel) in die Begehr­lich­keit Jener fal­len, die dadurch Abhän­gig­keit erzeu­gen & Pro­fit gene­rie­ren wollen: 

Aber gera­de beim Was­ser haben sie auf EU-Ebe­ne vor ein paar Wochen eine Abfuhr erteilt bekom­men - was nicht heißt, daß da der Kampf zu Ende ist - man sieht ja wie immer wie­der aufs Neue ver­sucht wird unter ande­rem Namen das Glei­che durch­zu­brin­gen (Bsp. ACTA). In der Hoff­nung die Bestän­di­gen zu zer­mür­ben und dann doch zu obsie­gen. In eini­gen Län­dern ist das gelun­gen, da erkennt man dann wie die Nach­tei­le die (zuvor) ange­prie­se­nen Vor­tei­le über­wie­gen [Eng­land, Spanien].

Bei den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln sind wir schon über­töl­pelt wor­den - da ist der Zug abge­fah­ren! Erst haben wir in Euro­pa die tech­ni­schen Grund­la­gen gelegt und die Paten­te ver­ges­sen zu for­mu­lie­ren - dann haben die Ame­ri­ka­ner sich die Tech­no­lo­gie zu eigen gemacht und das nöti­ge Per­so­nal 'ame­ri­ka­ni­siert':
Nun ist die welt­weit benutz­te Hard- und Soft­ware fast aus­schließ­lich in U.S.-Hand und dem­entspre­chend wer­den wir 'gemol­ken'. Was die Hard- und Soft­ware­fir­men noch nicht geschafft haben erle­di­gen dann die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men im Gleich­klang und in Gleichschaltung ....

Es ist eine böse Welt. Aber die Geschich­te zeigt, daß der­glei­chen Machen­schaf­ten immer wie­der ver­sucht wur­den - und schließ­lich an sich selbst, ihrer Uner­sätt­lich­keit, ihrer mora­li­schen Ver­kom­men­heit & Gier zer­bro­chen sind. Es scheint in der mensch­li­chen Natur begrün­det zu sein, daß sol­che Struk­tu­ren sich auf­bau­en und wie­der zer­bre­chen, wie eine Sinus­wel­le, auf- und abschwingend.