bookmark_borderAlles mobil ..?! ①

Neu­lich im Super­markt mei­nes Vertrauens:

Vor mir am Band, ihre Ware auf­le­gend, eine Anfang-bis-Mitt-Vier­zi­ge­rin, ele­gan­tes out­fit, eige­ne (oder gut gemach­te) Fin­ger­nä­gel in dezen­ter Län­ge, ein Hauch von *Esprits* 'Hap­py Vibes' ....

Mein Ein­kauf liegt auf dem Band, ich kann nun schau­en, was sich vor mit tut.
Und das war so:

Die Dame ist fer­tig mit ein­räu­men in den Wagen, zückt ein Mobil­te­le­fon und spricht zur Kassiererin
"Kön­nen Sie die payback vom Tele­fon lesen?"

Kas­sie­re­rin
"Ja, kön­nen wir"

Als das erle­digt ist sagt die fei­ne Dame
"Wel­che Bezahl-App kann ich benutzen?"

Die Kas­sie­re­rin zählt drei Mög­lich­kei­ten auf - die ich noch nie gehört hat­te und des­we­gen hier nicht wie­der­ge­ben kann - sorry. 

Die Ent­schei­dung fällt auf eine davon, das Tele­fon wird an den Scan­ner gehal­ten es flö­tet, fiepst und piepst .... fast so wie "Frue*er"™ beim Aku­stik­kopp­ler und Modem.

Die Kas­sie­re­rin sagt
"Alles klar, hat geklappt!" und ist sicht­lich erleichtert.

Die Han­dy­frau wünscht noch Bargeld.
"Geht auch", ant­wor­tet die Kas­sie­re­rin, "wel­cher Betrag?"

"Vier­hun­dert" und das Mobil­te­le­fon wan­dert wie­der in Rich­tung Scan­ner, es flö­tet, fiepst und piepst, usw.

Die Kas­se geht auf, das Geld wan­dert zur fei­nen Dame und die rauscht mit ihren Ein­käu­fen und Bar­geld gen Aus­gang davon.

Die Kas­sie­re­rin meint in mei­ne Richtung
"Haben Sie eine payback Karte?"
Ich nicke und nest­le die Kar­te aus mei­nem Porte­mon­naie, immer noch stau­nend über die soeben abge­lau­fe­ne Zaubervorstellung.

Als ich bezah­le fra­ge ich
"Erle­ben Sie sowas wie gera­de eben bei der Dame vor mir öfter?"

Die Kas­sie­re­rin lacht "Nein nicht oft, aber immer öfter!"
Der Spruch kam mir irgend­wie bekannt vor .... grübel ....

bookmark_border.... und was ist das rote Zeugs da an deiner Schnute?

Wenn bei uns wäh­rend mei­ner Kind­heit die Erd­beer­zeit anbrach - meist so gegen Ende Mai, öfter aber wegen schlech­ter Wit­te­rung erst Mit­te Juni - dann gab es Erd­beer­ku­chen und der 'Über­fluß' an Erd­bee­ren wur­de zu Mar­me­la­de ver­ar­bei­tet. Alle muss­ten mit­hel­fen, Edbee­ren put­zen, dabei 'sin­gen', damit nicht zu vie­le schon gleich in die Kin­der­mün­der wanderten.
Dann schließ­lich dampf­te der Frucht­brei im gro­ßen email­lier­ten Ein­koch­topf und es wur­den Gelier­zucker und Flüs­sig­keit nach Rezept zuge­ge­ben. Das bestän­di­ge Rüh­ren ging reih­um, damit nichts am Boden anbrann­te. Schließ­lich ent­schied unse­re Mut­ter es sei an der Zeit abzufüllen:
Die Glä­ser stan­den bereit, frisch aus­ge­wa­schen und die Deckel dane­ben - und dann ging es los mit ein­fül­len. Da wur­den mit Schöpf­löf­fel die Glä­ser gefüllt, mit einem feuch­ten Tuch der Rand abge­wischt, eine Cel­lo­phan-Folie auf­ge­legt und mit Schnips­gum­mi am Platz gehal­ten bis schließ­lich der Deckel dar­auf kam. 

Beschrif­tet wur­de mit klei­nen Zet­tel­chen, Abfüll­da­tum und Inhalts­de­kla­ra­ti­on, denn von unse­rer Ver­wandt­schaft kamen jedes Jahr noch Kir­schen, Pfir­si­che und Pflau­men - und all das wan­der­te in die Spei­se­kam­mer.

Das 'rote Zeugs' übri­gens waren Mar­me­la­den­re­ste rund um mei­nen Mund. Mit denen ich in der besag­ten Spei­se­kam­mer ertappt wur­de als ich ein Glas Mar­me­la­de leer­te .... und weil es dar­in eng war erwisch­te mich die Hand mei­ner Mut­ter nur ein wenig an der Schul­ter. Glück gehabt und glimpf­lich davon gekommen.

Jetzt noch etwas *AKTUELLES*, auf das ich kürz­lich auf­merk­sam wur­de. Man­che Fir­men sind schon recht dreist in der Art wie sie die Ver­brau­cher abzocken, hier im Ver­gleich Mühl­häu­ser, die gün­sti­ge­re und wohl­schmecken­de Sor­te - und Bon­ne Maman, die unver­schäm­te Abzocke, die (auf den Frucht­ge­halt bezo­gen) mehr als das Dop­pel­te kostet. Berech­nung sie­he unten.

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Abge­bil­de­te Sorten:
1
→ Mühl­häu­ser extra Erd­bee­re 1,59 €
→ 450 g
Früch­te / Kilo; Eti­kett: 50g / 100g

2
→ Bon­ne Maman Erd­beer-Kon­fi­tü­re 2,69 €
→ 350g
Früch­te / Kilo; Eti­kett 50g / 100g

Wir rech­nen weiter
(1):
Inhalt 450g → 225g Früch­te → 1,59 → 100g Früch­te = 0,71 €
(2):
Inhalt 370g → 185g Früch­te → 2,69 → 100g Früch­te = 1,45 €


 

All­ge­mei­ne Rege­lun­gen der EU Kon­fi­tü­ren-Ver­ord­nung [2003]
⚫ Marmelade:
1 Kilo muss min­de­stens 200 Gramm Früch­te enthalten
⚫ Konfitüre:
1 Kilo muss min­de­stens 350 Gramm Früch­te enthalten.
⚫ Kon­fi­tü­re extra:
1 Kilo Kon­fi­tü­re extra muss min­de­stens 450 Gramm Früch­te enthalten.
⚫ Gelee:
Aus Frucht­saft her­zu­stel­len, Obst­an­teil min­de­stens 35 Prozent.
⚫ Frucht­auf­strich | Fruchtmus:
Der Frucht­an­teil ist beim Frucht­auf­strich oft höher als bei Kon­fi­tü­re oder Marmelade.
Er wird nicht in der Kon­fi­tü­ren-Ver­ord­nung geregelt.

Eine Unstim­mig­keit geht aus dem Text der Eti­ket­ten hervor.
°⚫°

Einer­seits wird als Her­stel­lungs­ort Frank­reich ange­ge­ben, ande­rer­seits fin­det sich eine deut­sche Adres­se als Her­stel­ler­adres­se. Was ist die­ses Pro­dukt denn nun? Fran­zö­si­sche Mar­me­la­de in Deutsch­land abge­packt, oder deut­sches Pro­dukt, das unter fal­scher, fran­zö­si­scher Dekla­ra­ti­on ver­kauft wird?

Mein Fazit: Ich wer­de kei­ne Mar­me­la­de mehr von Bon­ne Maman kau­fen, Mogel­glas zum super teu­ren Preis und der Inhalt schmeckt nicht bes­ser als die preis­wer­te­ren Alter­na­ti­ven. 18% weni­ger Inhalt zu einem um 1,10 € teu­re­ren Preis pro Glas.
(Kein *spon­so­ring* für Pro­duk­te enthalten)

bookmark_borderLassen Sie uns mal über "Bildung" reden

Aus Grün­den:

Mei­ne The­se ist, dass es all­ge­mein gebil­de­te Men­schen gibt, die trotz ihrer Bil­dung ihre Gren­zen nicht erken­nen. Des­we­gen glau­ben sie irgend­wann von ALLEM ALLES zu ver­ste­hen .... und sind ganz ver­wun­dert, wenn Ande­re das völ­lig anders sehen .... und sie es trotz allem anstu­dier­ten Wis­sen nicht schaf­fen akzep­tiert zu werden. 

Zugleich zeigt es uns den Unter­schied zwi­schen "ange­lernt gebil­det" und "natür­lich gebil­det" .... letz­te­res ist man wohl nur wenn man sich - mit wachem Auge sich umse­hend - in Gesell­schaft bewegt, beob­ach­tet und ana­ly­siert, und das Fin­ger­spit­zen­ge­fühl hat oder ent­wickelt sich zurück zu neh­men wenn es ange­mes­sen ist.

Das erfor­dert neben "Wis­sen" etwas, das man "Cha­rak­ter" nennt - und es erfor­dert wah­re Herz­lich­keit, dass man Men­schen mag, und sich nicht selbst für das Zen­trum des Uni­ver­sums hält.

Weil "gebil­det sein" mehr erfor­dert als nur 'zu wissen'.
Das geht Neu­rei­chen, Möch­te­gern-Play­boys & son­sti­gen Empor­kömm­lin­gen ab.

bookmark_borderSchöner Gigolo, armer Gigolo ....
oder: Herr Dix will die Monogamie abschaffen

Herr Deniz Y. Dix hat beim hpd [Huma­ni­sti­scher Pres­se­dienst] mit einem neu­en, bahn­bre­chen­den Arti­kel 'zuge­schla­gen'. Der Titel lau­tet sug­ge­stiv-dem­ago­gisch und mani­pu­la­tiv: "War­um wir die Mono­ga­mie über­den­ken soll­ten".

Als ich den Arti­kel las muss­te ich an die Zeit um 1966 bis 1970 den­ken, als wir im Chor skandierten 

"Die Frau von Welt geht nur ins Bett
mit Fah­nen­jun­kern B+Z(ett)!"

Wir - und ähn­li­che Grup­pen von *Jung­män­nern* - voll von Hor­mo­nen und Adre­na­lin, waren auf der Suche nach wil­li­gen Part­ne­rin­nen, an Hei­rat und Fami­lie, schon erst recht nicht an Ver­ant­wor­tung, dach­te kei­ner, wohl aber an hem­mungs­lo­sen und unver­bind­li­chen Sex.

Genau dar­an denkt auch der schwanz­ge­steu­er­te Herr Dix, Jahr­gang '92 und U30. Nur ver­brämt er es mit Schwur­bel­schwatz­ar­gu­men­ten um es geho­ben und über­legt, ja groß­män­nisch klin­gen zu las­sen. Es ist ein Mani­fest eines unrei­fen Jüng­lings, der für sei­ne pro­mis­kui­ti­ven Eska­pa­den Part­ne­rin­nen sucht, die auf einer all­ge­mei­nen, trend­be­ding­ten Mani­pu­la­ti­ons­wel­le zu Opfern gewor­den sind. Einer Mode­wel­le, die ihnen, den jun­gen Frau­en, sug­ge­riert, sie könn­ten ihre Unab­hän­gig­keit und Eman­zi­pa­ti­on nur dadurch bewei­sen, dass sie ihre war­nen­de inne­re Stim­me bei­sei­te schie­ben, die ihnen sagt was gut und rich­tig ist - und sol­chen Gigo­los vom Schla­ge des Herrn Dix auf den Leim gehen und mit ihm ins Bett hüp­fen .... no risk - no fun, no sex - no ful­film­ent, no emancipation! 

So ein Schwach­sinn! Da gibt es unter dem Dix'schen Bei­trag tat­säch­lich noch eine Rei­he von labi­len Cha­rak­te­ren die sich durch sol­che The­sen in ihrer Suche nach Per­sön­lich­keit irre­lei­ten las­sen und hef­tig­ste Zustim­mung signa­li­sie­ren. Ob straight, ob schwul, zu kurz zu den­ken ist kei­ne Sache der sexu­el­len Ori­en­tie­rung, es ist eher eine Sache von man­geln­der Denk­fä­hig­keit, das wird in der Kom­men­tar­sek­ti­on deutlich.

Dag­mar [Dag­mar am 2. Mai 2019 - 23:39] weist aller­dings auf ganz ande­re Sach­ver­hal­te hin:
".. Poly­amo­rie passt zur neo­li­be­ra­len Gesell­schaft. Die Schö­nen, Jun­gen, Rei­chen und die emo­tio­nal Sta­bil­sten kön­nen auf vie­le Part­ner hof­fen; ande­re, die der Kon­kur­renz nicht so gewach­sen sind, gehen leicht leer aus. Kann aber bei Mono­ga­mie mit Untreue und häu­fi­gen Tren­nun­gen auch so gese­hen wer­den. Schwie­rig wird außer der Kin­der­fra­ge aber auch, wie gegen­sei­ti­ge finan­zi­el­le Unter­stüt­zung gere­gelt wird .."

Genau. Das ist etwas, was Herr Dix und sei­ne Gesin­nungs­ge­nos­sen gern bei­sei­te schie­ben - wenig­stens ist von dem, was als Fol­ge von Sex im Rau­me steht nir­gend­wo die Rede.
War­um wohl?
Weil sol­che Jung­män­ner sich gern sexu­ell betä­ti­gen, aller­dings die dar­an hän­gen­de Ver­ant­wor­tung für even­tu­ell gezeug­te Kin­der gern den 'Bräu­ten', den Gespie­lin­nen über­las­sen - und wei­ter ziehen 

'Du, ich bin jetzt nicht so auf Kin­der
und Win­deln und Geschrei ein­ge­stellt, tschüss!'

.... und weg sind sie.
Das eben noch eman­zi­pier­te Sex­ob­jekt wird zum Sozi­al­fall, weil sich die Ker­le sofort zurück­zie­hen wenn es brenz­lig wird, wenn Stress und Ver­ant­wor­tung 'dro­hen'.

Wie hat Herr Dix sich in einer der Ver­öf­fent­li­chun­gen charakterisiert?
So →

Wie bei Amei­se und Gril­le - eine tref­fen­de Fabel.

Wor­auf ich nun noch war­te ist eine Stu­die, sind Zah­len, die das bele­gen, was Herr Dix ein­gangs sei­nes Arti­kels so aus­drückt:".. Wer meh­re­re Men­schen zugleich liebt oder sich die Pro­mis­kui­tät stolz auf die Fah­ne schreibt, gerät immer sel­te­ner unter Recht­fer­ti­gungs­druck und muss sich ins­be­son­de­re der jün­ge­ren Gene­ra­ti­on kaum noch erklären .."
Ein sol­ches sozio­lo­gi­sches Phä­no­men zu behaup­ten ist ein­fach - ich zweif­le aller­dings, ob der Herr Dix dafür irgend­wel­che hand­fe­sten, belast­ba­ren Bewei­se anfüh­ren kann. Bis zu die­sem Beweis behaup­te ich, dass er das frei erfun­den hat um sei­ner Fest­stel­lung Glaub­wür­dig­keit zu geben. Chri­sto­pher Hit­chens hat es so formuliert:
"Was ohne Beleg behaup­tet wer­den kann, kann auch ohne Beleg ver­wor­fen wer­den." Wie ich schon beim hpd schrieb: Sie wol­len doch nicht Gefahr lau­fen dass ich am Ende damit Recht behal­te, dass Gei­stes­wis­sen­schaft­ler in die Luft grei­fen und etwas behaup­ten (erfin­den!) ohne dafür die gering­sten Bewei­se zu haben?

Zum Abschluß noch dies:
Es quält mich die Fra­ge wie­so der hpd dem Herrn Dix eine Platt­form für sei­ne mehr als abwe­gi­gen The­sen bie­tet. Die Auf­ga­be, die sich der hpd stellt, lautet 

".. Der hpd ver­steht sich als Pres­se­por­tal, das die Anlie­gen huma­ni­stisch-auf­klä­re­ri­scher Posi­tio­nen öffent­lich­keits­wirk­sam prä­sen­tiert, damit die­se in der Poli­tik und den Medi­en grö­ße­re Beach­tung finden .."

Was an dem hier bespro­che­nen Arti­kel des Herrn Dix ist es wert '.. in der Poli­tik und den Medi­en grö­ße­re Beach­tung (zu) fin­den ..'?
Er ist schlam­pig durch­ge­se­hen, sie­he dort → ".. Denn Mono­ga­mie beher­bergt aus sei­ner Natur her­aus mora­li­sche Miss­stän­de, meint Deniz Y. Dix .." - 'sei­ner'? Seit wann ist 'Mono­ga­mie' männ­lich? Nicht lt. Duden .... und wahr­haf­tig nicht der wei­te­ren Dis­kus­si­on würdig.
Ein spät­pu­ber­tä­res Gedan­ken­kon­strukt, man wünscht dem Herrn Dix er möge erwach­sen werden.

bookmark_borderPrivatschulen

[Quel­le des Bild­zi­ta­tes: " .. Fund­stück des Tages .."]

Ich hat­te aus dem Stu­di­um zwei Freun­de die an Pri­vat­schu­len eine Anstel­lung fan­den. Einer in Süd­deutsch­land, am Boden­see, mit einem Hauch von Exklu­si­vi­tät, der ande­re an einer kon­fes­si­ons­ge­bun­de­nen Insti­tu­ti­on von welt­wei­tem Ruf mit ange­schlos­se­nem Internat.

Der Unter­schied bei­der Arbeits­plät­ze hät­te nicht grö­ßer sein kön­nen. Ging es doch beim einen Fall um 'höhe­re Gesell­schaft' (oder was man dazu auch immer sagen wür­de), im ande­ren Fall um Wei­ter­füh­rung einer Jahr­hun­der­te alten Tradition.

Wenn ich also von Pri­vat­schu­len lese erzeugt das eine gewis­se Auf­merk­sam­keit weil ich mit dem The­ma schon frü­her inten­siv in Ver­bin­dung kam. Selbst­ver­ständ­lich ist klar, dass es im Lau­fe der Jahr­zehn­te gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen gege­ben hat. Die betra­fen eher kir­chen­na­he Insti­tu­tio­nen, nicht aber die 'eli­tä­ren Lehr­an­stal­ten für exklu­si­ve Krei­se'. Denn deren Auf­ga­be ist es nach wie vor eine (ver­meint­li­che) Éli­te zu bil­den, die spä­ter ein­mal die Geschicke des Lan­des - wenn auch meist unsicht­bar oder wenig­stens mit wenig öffent­li­cher Wahr­neh­mung - bestim­men soll.

"Distink­ti­ons­ge­winn", so lern­te ich heu­te, kann neben dem oben geschil­der­ten Zweck des Errei­chens eines Exklu­si­vi­täts­zir­kels, ein gewünsch­ter Effekt sein. Nicht alle 'höher gestell­ten Per­so­nen' brau­chen aller­dings die­se Ent­fer­nung vom 'gemei­nen Pöbel'. Ich habe wäh­rend mei­ner selb­stän­di­gen Tätig­keit eine Rei­he von durch­aus jovia­len, volks­na­hen Unter­neh­mern ken­nen­ge­lernt, die kei­ner­lei Berüh­rungs­äng­ste hat­ten - aber das mag durch­aus eine beson­ders posi­ti­ve Aus­wahl gewe­sen sein.

Der Zweck der Pri­vat­schu­len ist nun ange­ris­sen. Die Fra­ge war­um in der FAZ ein Arti­kel erscheint, der das Augen­merk auf eine ande­re Facet­te der Pri­vat­schul­land­schaft lenkt - und damit sug­ge­riert es han­de­le sich doch um nichts exklu­si­ves, son­dern etwas stink­nor­ma­les, das nur etwas teu­rer sei - ist leicht beantwortet:

Allent­hal­ben rumort es im Lan­de wegen der sich aus­wei­ten­den Sche­re zwi­schen Arm und Reich .... und was ist da nahe­lie­gen­der, als zu berich­ten, dass 'reich sein' gar nicht so anders ist als 'arm sein'. Min­de­stens, so scheint es vom Titel her, sind die Ergeb­nis­se der Lehr­an­stal­ten für 'nor­ma­le Krei­se' nicht sehr ver­schie­den von denen, die 'bes­se­ren Krei­sen' 40.000 € pro Jahr für die Bil­dung ihrer Kin­der wert sind.

Da ver­gisst man doch gleich wie vie­le Men­schen das Jahr über durch­schnitt­lich von etwa der Hälf­te die­ses Betra­ges zu zwei Per­so­nen leben müssen.

Wir sehen nun sofort ein:
Mehr Geld zu haben ist beschwer­lich, denn es sichert nicht den Schul­erfolg der Kin­der, und wir haben spon­tan Mit­leid mit den armen Reichen.

Was brin­gen denn nun die "ELITE-AUSBILDUNGSSTÄTTEN"?

Das "net­wor­king", eine vor­neh­me Umschrei­bung dafür, dass man Fäden spinnt und sich mit den rich­ti­gen Per­so­nen zusam­men tut um gemein­sam den Wohl­stand dadurch zu erhö­hen, dass man sich Auf­trä­ge und 'Ver­bin­dun­gen' eröff­net. Es ist die moder­ne Umschrei­bung für "Vet­tern­wirt­schaft", wobei da nicht immer nur 'Vet­tern' im Sin­ne von Ver­wandt­schaft gemeint waren und sind: 

Man kennt halt jeman­den der wie­der jeman­den kennt, der eine Mög­lich­keit zum Geld ver­die­nen anbie­ten kann oder jeman­den kennt der das kann .... und so wei­ter, Sie verstehen ....

bookmark_borderHallo ..!? Haallooo ..!?
Wie ich einmal mit der Sparkasse chattete ....

Per sms bekam ich vor eini­ger Zeit den Hin­weis, ich möge doch über­le­gen, ob ich nicht lie­ber die neue App "Spar­kas­se" benut­zen möch­te um mein online-ban­king zu erledigen. 

Ich habe gera­de vor ca. einem Monat mein Mobil­te­le­fon auf ein quell­of­fe­nes Betriebs­sy­stem [Android: lineage os] umstel­len las­sen [mehr dazu kommt hier dem­nächst, ich arbei­te noch an dem Text]. 

Alles, was sich von Goog­le auf dem Tele­fon befand ist weg, auch 'play­sto­re'. Den Kalen­der (gene­risch) habe ich raus­ge­wor­fen als er mit­teil­te, er müs­se sich mit Goog­le ver­bin­den, um den Stand­ort zu erhal­ten. Den Stand­ort habe ich schon seit dem ersten Tag der Nut­zung abgeschaltet.

Nun woll­te ich gern wis­sen, mit was ich da zu tun habe, wenn ich die App "Spar­kas­se" auf mein Tele­fon lade - wäre doch blöd, wenn die irgend­wie mit Goog­le arbei­tet .... oder wenn sie auf Berei­che im Tele­fon zugrei­fen woll­te, die sie über­haupt nichts ange­hen, etwa die Kon­tak­te. Weil sie für das 'ban­king' unwich­tig, und daher ver­zicht­bar sind.

Per Anruf woll­te ich also bei mei­ner Spar­kas­se erfah­ren wel­che Berech­ti­gun­gen die App haben will und wie der Daten­strom abläuft, wel­che Ver­schlüs­se­lung benutzt wird.
Ich hielt das für eine ein­fa­che Fra­ge, denn wer eine App ver­treibt und auf höch­ste Sicher­heit bedacht sein muss - so wie eine Spar­kas­se - muss so etwas aus mei­ner Sicht parat haben und die­se Fra­gen beant­wor­ten können.

Dach­te ich.
Nicht lange.

Die net­te Spar­kas­sen­mit­ar­bei­te­rin ließ mich wis­sen was die App alles kann - und war hör­bar pikiert als ich ihr sag­te, dass ich danach nicht gefragt hät­te, son­dern wis­sen wol­le wel­che Berech­ti­gun­gen und wel­che Ver­schlüs­se­lung ... na, Sie wis­sen schon.

Dar­auf­hin wur­de ich mit der Tech­nik verbunden.
Nicht wirk­lich, wie sich herausstellte.

Die 'Tech­nik' war so beschäf­tigt, dass nach 11 Minu­ten die Lei­tung wie­der zur Filia­le zurück geschal­tet wur­de und ich - der Alp­traum der net­ten Bank­da­me von vor­her - hat­te sie wie­der am Apparat.

"Ah, ja," sag­te die jun­ge Dame, "sie sind der mit den Schlüs­seln und der Berech­ti­gung". Pau­se. "Da müs­sen Sie bit­te den *live chat* im online ban­king auf­ru­fen und sich dort von den Kol­le­gen bera­ten lassen."

Nun hat­te mich der Ehr­geiz gepackt, eine Stun­de her­um­ge­eie­re soll­te nicht umsonst gewe­sen sein, ich drück­te tap­fer den but­ton "CHAT", schal­te­te die Bild­schirm­auf­nah­me ein .... und lesen Sie im fol­gen­den Bild was & wie das ablief:


"So steh' ich hier,
ich armer Tor
- und bin so schlau als wie zuvor!"

Mein Ver­trau­en ist hin.
Die App "Spar­kas­se" will ich nicht mehr.
Selbst wenn es "das Beste ist, was der Markt zu bie­ten hat!" wie mir bedeu­tet wurde.

bookmark_borderPeinlich

oder: Litt­le brown jug, don't I love thee!

"Frue*er"™ bin ich - so wie vie­le Deut­sche - min­de­stens zwei­mal im Jahr in Urlaub gewe­sen. Manch­mal sogar drei Mal, das aber eher sel­ten. Mit Fami­lie, so lan­ge, bis die Kin­der jeweils ent­schie­den haben sie wären jetzt alt genug um allei­ne zu rei­sen und wohin sie wol­len. Auf jeden Fall nicht mehr mit den Eltern urlauben .... 

Das war für uns OK, unter der Vor­aus­set­zung, dass es bezahl­bar und sicher war. Die Tat­sa­che, dass nie etwas ernst­haf­tes pas­siert ist scheint min­de­stens dar­auf hin­zu­wei­sen, dass das gelun­gen ist.

In all den Urlau­ben sind wir immer wie­der ande­ren deut­schen Tou­ri­sten begeg­net, einer breit gestreu­ten Typo­lo­gie von Men­schen, manch­mal ohne zu ver­ste­hen, war­um jemand aus­ge­rech­net auf eine Insel fliegt um sich dann dort zu beschwe­ren wie ein­ge­schränkt man doch sei ....

Was ich immer sehr schwie­rig fand waren Gesprä­che mit Men­schen, die aus der Tat­sa­che, dass wir 'auch' Deut­sche waren fal­sche Schlüs­se zogen. Oder sagen wir: Erst­mal ange­nom­men haben wir müss­ten wegen glei­cher Natio­na­li­tät auch gleich denken. 

Da wur­de eine Ver­trau­lich­keit vor­aus­ge­setzt, eine Kom­pli­zen­schaft, und Einig­keit in der Beur­tei­lung des­sen, was man so im Urlaubs­land vor­fand. Wie bit­ter dann aller­dings für die Mei­sten die Ent­täu­schung war wenn sie merk­ten, dass die­se Annah­me falsch war.

Ich erin­ne­re beson­ders einen sol­chen Mit­ur­lau­ber, der mich ange­sichts einer Grup­pe ein­tref­fen­der Eng­län­der bei­sei­te zog und mir klar mach­te es sei nun mit der Ruhe hier vor­bei weil wenn erst die Eng­län­der ein­fie­len, dann sei es laut und unver­ständ­li­ches Kauderwelsch.

Es stell­te sich heraus:
Die Ange­rei­sten waren Schot­ten, alle aus einem Sport­ver­ein, die jedes Jahr in ein ande­res Land rei­sten um 'mal unter der Son­ne zu schwim­men, anstatt wie zu Hau­se bei Nebel, Regen und käl­te­ren Tem­pe­ra­tu­ren. Ein lusti­ges und gesel­li­ges Trüpp­chen. Sie lagen nach dem Früh­stück am Pool, und wenn einer ins Was­ser ging folg­ten die ande­ren meist nach - und dann wur­de es für ande­re Urlau­ber eng. 

Eines Abends saßen wir (mei­ne Frau und ich, die Kin­der waren in der Woh­nung geblie­ben und wir dach­ten sie schlie­fen) an der Bar, die lag gleich neben dem Pool und der war ab Dun­kel­heit geschlos­sen - nicht so rich­tig, es war nur vor dem Pool eine Ket­te gespannt an der ein Schild in meh­re­ren Spra­chen ver­kün­de­te geöff­net sei nur von Son­nen­auf- bis -untergang. 

Mit einem der Schot­ten kam ich ins Gespräch weil er von der Bar her, sechs Geträn­ke auf einem Tablett balan­cie­rend, an uns vor­bei kam und ich gese­hen hat­te, dass er nur mit sei­ner Frau an einem der benach­bar­ten Tische saß. Auf mei­ne Nach­fra­ge erklär­te er mir, die Geträn­ke sei­en für Bewoh­ner heu­te her­un­ter­ge­setzt, 3:1, drei Geträn­ke für den Preis von einem. Wärend er das erklär­te wink­te er mei­ner Frau zu her­über zu kom­men, schob einst­wei­len mir ein Glas über den Tisch und dann mei­ner Frau eben­so, als sie gekom­men war.

Der wei­te­re Ver­lauf des Abends war, na, sagen wir: feucht-fröhlich. 

Wor­an ich mich noch erin­ne­re sind zwei Sachen: Dass der Schot­te mir erklär­te es sei ihm sehr pein­lich, dass er und sei­ne Lands­leu­te mich tags­über vom Was­ser fern hiel­ten und mir anbot Wache zu ste­hen, damit ich gleich ein­mal ganz allei­ne ins Was­ser gehen könn­te - aber erst wenn wir noch zusam­men das Lied "My wife and I lived all alo­ne in a litt­le ...." ¹ gesun­gen hätten.

Wir konn­ten bei­de nicht gut sin­gen, und unse­re Frau­en hat­ten ver­geb­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die ande­ren Gäste es mög­li­cher­wei­se gar nicht schät­zen wür­de unse­ren *Gesang* zu ertra­gen. Wir san­gen trotz­dem, und zwar laut und voll Inbrunst .... und ich zog Hemd und Schu­he aus, sprang dann mit lan­ger Hose (!) in den Pool wäh­rend mein neu­er schot­ti­scher Freund dar­über wach­te, dass mir nie­mand zu nahe kam. 

Mei­ne Frau erzähl­te mir am näch­sten Nach­mit­tag, als ich, nach dem vie­len Gin mit Eis und Limet­ten­saft, wie­der eini­ger­ma­ßen auf­nah­me­fä­hig war, dass ich erst aus dem Was­ser kom­men woll­te als mei­ne bei­den Kin­der am Rand stan­den und mir erklär­ten das Schwim­men sei doch bei Dun­kel­heit verboten.

Und dann erin­ne­re ich mich noch an den deut­schen Lands­mann, der mich vor den Eng­län­dern gewarnt hat­te: Er tat fort­an so, als ob ich *Luft* für ihn sei. War auch bes­ser, wir hät­ten uns nicht so recht ver­stan­den, er und ich .... 

¹ Der Text lau­tet kor­rekt so wie folgt, aller­dings gibt es meh­re­re, abwei­chen­de Fassungen:
Me and my wife live all alone
In a litt­le log hut we're all our own;
She loves gin and I love rum
And don't we have a lot of fun!

Cho­rus:
Ha, ha, ha, you and me
Litt­le brown jug, don't I love thee!

Der Song bei you­tube ist zwar nicht der gesangs­tech­nisch Aller­be­ste, aber wohl recht nah an unse­rer nächt­li­chen Dar­bie­tung am Pool in Spa­ni­en, auf Menorca

Die­se Fas­sung hat den Vor­teil lustig zu sein:

bookmark_borderErinnerungen ....
oder: Die 'Einschläge' kommen näher ....

Gerard Koerts starb am 20. Febru­ar 2019 in Frie­den

Im letz­ten Monat starb einer der Mit­be­grün­der von "Earth & Fire", einer hol­län­di­schen Rockband. 

Das aller­er­ste Rock­kon­zert - das ich auf Betrei­ben von und natür­lich mit mei­ner dama­li­gen 'Bekann­ten' Frl. S. Schnei­de­reit¹ in Holz­min­den in 1973 besuch­te - war ein Auf­tritt die­ser Band.

Neh­men Sie sich einen Augen­blick Zeit, dre­hen Sie die Laut­stär­ke so, dass die Bäs­se dröh­nen .... und dann genie­ßen Sie wirk­lich gute Musik:


________________________________________ 

¹ Manch­mal den­ke ich noch an die­se Zeit und fra­ge mich, was wohl aus ihr gewor­den ist; damals war man noch 'förm­li­cher', man sprach nicht von Freun­din, son­dern von einer 'Bekann­ten', und sie wur­de natür­lich als Frl. (Fräu­lein) ange­spro­chen - bis man sich etwas näher gekom­men war ;c)


Mehr von Earth & Fire
May­be Tomor­row May­be Tonight (Ver­si­on 1973)
Invi­ta­ti­on (1971)
Sea­sons (1969)

Web­sei­te (hol­län­disch) → http://www.earth-and-fire.nl
Web­ar­chiv "way­back" → Band­bio­gra­phie

 

bookmark_borderEs ist 'was faul im Staate Dänemark U.S.A.

Im Jah­re 1997 flo­gen wir - die gan­ze Fami­lie, Eltern und Kin­der, nach Den­ver, Colo­ra­do um dort bei und zusam­men mit Freun­den Weih­nach­ten und Sil­ve­ster zu fei­ern. 1998 war ich für zwei Mona­te geschäft­lich in Pen­syl­va­nia, New York (Staat) und Ohio unter­wegs um für einen mei­ner Kun­den Geschäf­te mit U.S.-Unternehmen anzu­bah­nen. Da das erfolg­reich war rei­ste ich schließ­lich im Juli des glei­chen Jah­res wie­der ein - dies­mal um für den Kun­den ein Büro ein zurich­ten und den Waren­fluss zu organisieren.

Für Büro­ein­rich­tung und Woh­nungs­ein­rich­tung wur­den Inve­sti­tio­nen von ca. 6.000,- DM getä­tigt, die Woh­nung mit Büro koste­te damals etwas mehr als 400,- US$ Mie­te, Kabel, Tele­fon und Neben­ko­sten nicht ent­hal­ten. Heu­te bekommt man für die­sen Preis nicht ein­mal mehr einen fen­ster­lo­sen Abstell­raum. In den ersten bei­den Mona­ten lieh mir ein Freund aus High School-Tagen ein Auto - zur Nut­zung bis alle For­ma­li­tä­ten erle­digt waren, um selbst ein Auto zu kau­fen und zulas­sen zu kön­nen. Dazu nur soviel:
Wer glaubt in U.S.A. sei alles ganz locker und ohne Kom­pli­ka­tio­nen zu erle­di­gen weil die Ame­ri­ka­ner ja so gut drauf sind der irrt gewal­tig - die Büro­kra­tie kann sich durch­aus mit unse­rer mes­sen. Was noch dazu kommt: In Euro­pa "Erwor­be­nes" wie Füh­rer­schein, aka­de­mi­sche Gra­de, Ver­si­che­rungs­ra­bat­te etc. zählt erst mal - -- --- NICHTS!

Als das erste Flug­zeug in den Turm des World Trade Cen­ter flog war ich gera­de in einer tech­ni­schen Unter­wei­sung über die Bestückung von Mobil­te­le­fon­pla­ti­nen der zwei­ten Gene­ra­ti­on [die mit den klei­nen Farb­dis­plays] und half als Über­set­zer aus, weil dort eini­ge Tech­ni­ker und Inge­nieu­re teil­nah­men, die noch nicht so fit in der eng­li­schen Spra­che waren um den Aus­füh­run­gen des Refe­ren­ten zu fol­gen. Die­ser Unter­richt wur­de abge­bro­chen und man ver­sam­mel­te sich im Pau­sen­raum [eine eher sel­te­ne Errun­gen­schaft in U.S.-Unternehmen, meist wird erwar­tet, dass die Mit­ar­bei­ter irgend­wo in einem Schnell­re­stau­rant ihre Mit­tags­zeit ver­brin­gen]. Dort lief der Fern­se­her und nie­mand arbei­te­te mehr son­dern sah die Berichterstattung.

Nach weni­gen Tagen stand fest: Das Land war zutiefst erschüt­tert, in sei­ner Iden­ti­tät ange­schla­gen und jene Kräf­te, die nach Rache lechz­ten, hat­ten das Heft in der Hand und sich durch­ge­setzt. Was folg­te war der end­gül­ti­ge Ver­lust des­sen, was wir in Euro­pa unter der Über­schrift "Der ame­ri­ka­ni­sche Traum" kennen.
Für mich stand fest, dass ich in einem sol­chen Land nicht leben und arbei­ten woll­te. Ohne auf Ein­zel­hei­ten ein­zu­ge­hen nur soviel zum Abschluss der Geschich­te: Ich ver­kauf­te die Ein­rich­tung und zwei Autos, pack­te mei­ne per­sön­li­che Habe in eine gro­ße Kiste und ver­ließ mit Aus­lau­fen mei­nes Visums Anfang Sep­tem­ber 2002 das Land.

Zur Vor­ge­schich­te - und zum bes­se­ren Ver­ständ­nis - will ich noch erwäh­nen, dass ich in den Jah­ren 1963-64 ein Jahr als Aus­tausch­schü­ler im Staat New York, ganz im Nor­den, an der Gren­ze zu Kana­da, zuge­bracht habe. Danach bin ich in mehr oder weni­ger gro­ßen Abstän­den immer wie­der ein­mal dort gewe­sen. Dadurch ken­ne ich die Stim­mung und die Men­schen im Land zwar nicht aus allen Regio­nen, aber doch sicher bes­ser als man­che Urlau­ber, die ein­mal für ein paar Tage zum Shop­ping in einer der Metro­po­len waren .... dort herrscht oft die­se 'auf­ge­setz­te' Freund­lich­keit vor, die nicht echt erscheint und es auch nicht ist!

Um es kurz zu sagen lie­be ich das Land. Und jene ein­fa­chen Men­schen, die die Mas­se der Bevöl­ke­rung aus­ma­chen, die grund­sätz­lich freund­lich zu Frem­den sind, wenn die­se sich rück­sichts­voll und ange­mes­sen ver­hal­ten. Es herrscht eine Hilfs­be­reit­schaft die uns in Deutsch­land min­de­stens in Metro­pol­re­gio­nen abhan­den gekom­men ist. Die Land­schaf­ten sind atem­be­rau­bend, und ich hat­te das Glück mehr als 14 Staa­ten der U.S.A. inten­siv zu berei­sen und mich dort vie­le Wochen umzu­se­hen - teils mit Freun­den oder deren Bekann­ten, teils zusam­men mit mei­ner Frau als "Tou­ri­sten", aber immer auf eige­ne Faust, ohne die bei deut­schen USA-Tou­ri­sten so belieb­te "deutsch­spra­chi­ge Füh­rung", bei der nur der posi­ti­ve Aus­schnitt des Lebens gezeigt wird, sozia­le und kul­tu­rel­le Pro­blem­fel­der aus­ge­blen­det wer­den. "All­tag" mit sei­nen Schwie­rig­kei­ten wird bei sol­chen Pau­schal­rei­se­ver­an­stal­tern nicht wahr­ge­nom­men. Davon merkt kein Tou­rist etwas. 

Zuletzt waren wir 2004 in den U.S.A. - und was wir da von den "Offi­zi­el­len" erlebt haben hat aus­ge­reicht um zu sagen: Nie wie­der, nicht ohne dra­sti­sche Ände­run­gen der Hand­ha­bung der Ein­rei­se durch die Behördenmitarbeiter.

Es ist eine Schan­de, was in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren aus die­sem Land durch die Geld­gier und unge­zü­gel­te Berei­che­rung Weni­ger gewor­den ist. Dazu kom­men die Ein­schüch­te­run­gen einer schlecht aus­ge­bil­de­ten und schieß­wü­ti­gen Poli­zei, schlei­chend wie­der­keh­ren­der Ras­sis­mus, der unter Trump nun ganz offen­sicht­lich wird und kaum noch Wider­stand erzeugt.

Waren es in den sech­zi­ger und sieb­zi­ger Jah­ren noch die klei­nen Kom­mu­nen die die Mas­se der Bevöl­ke­rung beher­berg­ten, so sind es nun die grö­ße­ren Städ­te, die den Ton ange­ben und der Mensch­lich­keit abge­schwo­ren haben - wer nicht kämpft oder kämp­fen kann ist ret­tungs­los ver­lo­ren, wer krank wird ist finan­zi­ell meist rui­niert, wer dem stän­di­gen Druck noch mehr zu arbei­ten und noch weni­ger Frei­zeit zu haben nicht stand­hal­ten kann greift immer häu­fi­ger zu Dro­gen und macht sich so kaputt.

Wohl­tä­tig­keit gegen­über Bedürf­ti­gen (sie­he Abbil­dung)- einst ein Kenn­zei­chen der ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft - wird heu­te als För­de­rung von Schma­rot­zer­tum gebrand­markt, Hilfs­be­reit­schaft, Mit­leid und Mensch­lich­keit wer­den als links­ra­di­ka­les Gedan­ken­gut verteufelt.

Die US-Gesell­schaft ist in ihren Grund­fe­sten erschüt­tert, nicht erst seit Trump. Wenn sich durch die Über­nah­me des Reprä­sen­tan­ten­hau­ses (Wahl vom Novem­ver 2018) durch die Demo­kra­ten nichts ändert, weil in deren Rei­hen sich min­de­stens so vie­le von "spe­cial inte­rest (groups)"¹,² besto­che­ne Abge­ord­ne­te befin­den wie bei den Repu­bli­ka­nern, dann sehe ich schwarz für das Land. Die ein­zi­ge Hoff­nung sind jene jun­gen, sozi­al und demo­kra­tisch enga­gier­ten Abge­ord­ne­ten, die bei der letz­ten Wahl die ver­kru­ste­ten Struk­tu­ren in Fra­ge stel­len konn­ten und bei den Wäh­lern damit ankamen. 

Da ruht mei­ne Hoff­nung .... und wer weiß, mög­li­cher­wei­se erle­be ich es noch und kann wie­der dort­hin flie­gen ohne bei der Ein­rei­se wie ein Ver­bre­cher gescannt und befragt zu werden.

¹ Ein beson­de­res poli­ti­sches The­ma, das im Mit­tel­punkt der poli­ti­schen Inter­es­sen­ver­tre­tung steht.
² Eine Interessengruppe.

bookmark_borderWie sich die Zeiten ändern ....

WIKTIONARY kennt vie­le Wor­te mit "Katarrh":
 
 Autum­nal­ka­tarrh    Haar­wur­zel­ka­tarrh    Magen-Darm-Katarrh
 Bla­sen­ka­tarrh    Katarr­hal­zu­stand    Magen­ka­tarrh
 Bron­chi­al­ka­tarrh    Katar­rhfie­ber    Rachen­ka­tarrh
 Darm­ka­tarrh    Kehl­kopf­ka­tarrh    Som­mer-Katarrh
 Des­qua­ma­tiv­ka­tarrh    Luft­röh­ren­ka­tarrh    Stirn­höh­len­ka­tarrh
 Haar­spit­zen­ka­tarrh    Lun­gen­spit­zen­ka­tarrh    Tuben­ka­tarrh
 


Was WIKTIONARY noch nicht kennt ist der

TORBOGENKATARRH

Was mag das wohl sein?
Ein Tor­bo­gen der eine Krank­heit hat?
So ein Unsinn!

Aber, halt, nein, einen Augen­blick, lie­be Lesende ....

Das ist ein Wort, das es tat­säch­lich gibt - nur ist es nicht mehr im Gebrauch weil sich die gesell­schaft­li­chen Regeln für "Sit­te & Anstand" ganz wesent­lich gewan­delt haben.

"Frue*er"™ muß­ten sich Pär­chen mäch­tig in Acht neh­men wenn sie Zärt­lich­kei­ten aus­tau­schen woll­ten. Wehe, ein Nach­bar oder die Eltern hät­ten davon etwas mit­be­kom­men! So ver­leg­ten sie ihre *Akti­vi­tä­ten* (hust, hust) in Tor­bö­gen, die zwi­schen den Häu­sern zu den Innen­hö­fen führ­ten. Blen­den­der Sicht­schutz vor neu­gie­ri­gen Augen aus der Umgebung ....

Na ja, was soll ich sagen: Da konn­te es schon 'mal zugig wer­den, denn durch die­se Tor­bö­gen pfiff oft der Wind - und wer sich dort für län­ge­re Zeit (teil­wei­se ent­klei­det) auf­hielt konn­te sich eben einen Katarrh holen .... und das war auch die Zeit, in der man noch lan­ge, wei­te und war­me Män­tel trug .... aber dazu spä­ter viel­leicht 'mal mehr.


.... und wis­sen sie wie ich dar­auf gekom­men bin die­ses Wort aus­zu­kra­men? Ich erin­ner­te mich dar­an als ich beim - seit Wochen ver­schol­le­nen - Herrn bloed­ba­bler sei­ne Gedan­ken zum The­ma "Frü­her war alles bes­ser…" gele­sen habe.

bookmark_borderMeine Schwestern ....

Mei­ne Schwe­stern sind sehr viel jün­ger als ich, die eine acht, die ande­re zehn Jah­re. Das ist schon fast eine Gene­ra­ti­on. Weil ich mit Abschluss des Gym­na­si­ums von zu Hau­se weg­ge­zo­gen bin waren die Bei­den zu die­ser Zeit noch ziem­lich klein, wes­we­gen ich vie­le Din­ge die sie betra­fen nur am Ran­de mit­er­lebt habe.

Inter­es­sant ist aber, dass sie als Jün­ge­re vie­les von dem noch in bes­se­rer Erin­ne­rung haben als ich. So erfah­re ich bei­spiels­wei­se Ver­gan­ge­nes aus einer völ­lig unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ve - da soll mal einer sagen klei­ne Schwe­stern wären nur lästig! Gut, als sie noch jün­ger waren mag das gestimmt haben, denn sie haben stets ver­sucht mir zu ent­wi­schen wenn ich mit ihnen als "Auf­pas­ser" zum Spiel­platz geschickt wurde.

Jetzt, wo wir alle ein paar Jähr­chen älter sind und weit von­ein­an­der ent­fernt woh­nen beschränkt sich der Kon­takt über lan­ge Zeit auf Tele­fon und Mails .... bis wir uns neu­lich in Per­so­na zum Geburts­tag unse­rer Tan­te (älte­ste Schwe­ster unse­rer bereits ver­stor­be­nen Mut­ter) zu deren 100. Geburts­tag trafen.

"Irgend­wie war es schon des­we­gen ein schö­ner Tag, weil wir uns alle wie­der ein­mal getrof­fen haben" dach­te ich am Abend, als wir uns gemein­sam das Feu­er­werk für die Jubi­la­rin ansa­hen. Ein guter Anlass noch dazu, denn sonst tref­fen sich 60- und 70-jäh­ri­ge doch eher auf Beerdigungen ...! 

bookmark_borderEin Leben lang (nachweislich) belogen - und nun?

Seit ich den­ken kann habe ich als Kind und Her­an­wach­sen­der, als Stu­dent und wäh­rend all der Jah­re im Beruf, also mein gan­zes Leben lang, immer von unse­ren Poli­ti­kern gehört:
Der Feind steht im Osten und will uns annek­tie­ren, die Ame­ri­ka­ner sind in Deutsch­land sta­tio­niert und lagern hier ihre Atom­waf­fen weil sie uns beschützen.

Zitat¹

" .. we the popu­la­ti­on under­s­tood, that the­re was a mis­sile gap. We were told. That the Rus­si­ans had some­thing bet­ween 40 and 60 inter­con­ti­nen­tal bal­li­stic mis­siles which they could eit­her first strike or second strike the United States. .. "

Die angeb­li­che Gefahr war eine bewuß­te Lüge der Amerikaner.

Wie jetzt bekannt wur­de² hat­te die vor­ma­li­ge UDSSR zu Zei­ten John F. Ken­ne­dys und Niki­ta Ser­ge­je­witsch Chruscht­schows genau vier (4!) ICBM [Inter­kon­ti­nen­ta­le bal­li­sti­sche Raketen].

Die US Luft­waf­fe woll­te dar­auf hin - unter Ver­leug­nung der tat­säch­lich äußerst gerin­ge­nen Gefahr - 1.600 Minu­teman Rake­ten pro­du­ziert haben, wäh­rend Mari­ne und Armee 1.000 Rake­ten für aus­rei­chend erachteten.

War­um wur­de das nicht rich­tig gestellt und die Bevöl­ke­run­gen im west­li­chen Lager über die tat­säch­li­che Lage informiert?
Die Pro­duk­ti­on und Lage­rung so vie­ler Rake­ten war ein wah­res "Kon­junk­tur­pro­gramm" für vie­le Bran­chen in den USA, inclu­si­ve der Gewer­ke, die die Bun­ker und Tech­nik für die Rake­ten­si­los - breit ver­teilt im Lan­de und so för­der­lich für vie­le Staa­ten - produzierten.

Vor die­sem Hin­ter­grund wird nun auch klar, dass der Tod von Prä­si­dent Ken­ne­dy durch ein Atten­tat kein Zufall gewe­sen ist, son­dern dass dahin­ter Kräf­te stan­den, die ein Inter­es­se dar­an hat­ten den "Kal­ten Krieg" - und damit das Wett­rü­sten - in Gang zu hal­ten. Dage­gen hat­te sich Ken­ne­dy aus­ge­spro­chen und war der Auf­fas­sung, es sei, ins­be­son­de­re nach dem Ein­len­ken der UDSSR in der Kuba­kri­se, eine gute Chan­ce das Wett­rü­sten zu been­den und die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel zivi­len Zwecken zuzuführen.

Durch die Ver­schleie­rung und Ver­tu­schung der sehr viel gerin­ge­ren Gefahr (die angeb­lich durch das Mili­tär und den Rüstungs­be­stand der UDSSR vor­han­den sein soll­te), konn­te die Kriegs­ma­schi­ne­rie in den USA wei­ter ange­kur­belt wer­den - und das über­pro­du­zier­te nicht-ato­ma­re Kon­tin­gent wur­de in einer ersten Stu­fe dann im (von den USA pro­vo­zier­ten) Viet­nam­krieg vernichtet.

Seit­her sehen wir rund um die Welt immer wie­der Ein­grif­fe der USA mit­tels ihrer Geheim­dien­ste und NGOs in vie­len Län­dern der Erde. Es wer­den klei­ne bis gro­ße regio­na­le Gefech­te geführt, immer mit Lie­fe­run­gen von Waf­fen an die Kon­flikt­be­tei­lig­ten beglei­tet. So wird die Pro­duk­ti­on von Waf­fen, Muni­ti­on und Gerät (nicht nur in den USA) erhal­ten. Denn so lan­ge gekämpft wird brau­chen die Kämp­fer Waf­fen - und es fließt Geld in die Kas­sen der Produzenten.

Wenn man die Dimen­si­on des Betru­ges, der Lügen und Fäl­schun­gen der Geschich­te erkennt, so wird deut­lich, dass Natio­nen die der­glei­chen initi­ie­ren vor nichts zurück schrecken, sie sind bar jeg­li­chen mora­li­schen oder huma­ni­sti­schen Gewissens.

Das sind die wirk­li­chen
"Schur­ken­staa­ten"
auf unse­rem Planeten.


¹ QUELLE: Dani­el Ellsberg: The Cold War Was Based on a Lie 
² TRANSCRIPT; VIDEO: you­tube