bookmark_borderFehleinschätzung

Sich selbst zu über­schät­zen ist nicht beson­ders klug, sei­ne Geg­ner zu unter­schät­zen ist ein gro­ber Feh­ler. Mit unab­seh­ba­ren Fol­gen. In ihrer Ein­schät­zung von Yanis Varou­fa­kis lagen die natio­na­len Mit­te-Rechts-Poli­ti­ker und die von ihnen ein­ge­setz­ten Brüs­se­ler Büro­kra­ten ganz, ganz falsch:

Mit sei­ner Abdan­kung auf ihr Betrei­ben war es nicht vor­bei, Varou­fa­kis ent­wickelt sich nun zu ihrer Neme­sis¹.

Uner­müd­lich hat er in den Mona­ten seit sei­ner Demis­si­on dar­an gear­bei­tet sein Image zu polie­ren, in Pres­se und Fern­se­hen inter­na­tio­nal im Gespräch zu blei­ben - und, so scheint es, die Fäden zu vie­len ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen und Par­tei­en des lin­ken Spek­trums zu zie­hen, dar­aus ein Netz zu spin­nen und gestern schließ­lich wur­de das Ergeb­nis präsentiert:

DiEM25


[Aus: Mani­festo, Lang­ver­si­on (*.pdf-Datei)]

In einer mehr als drei­stün­di­gen Ver­an­stal­tung wur­de die Idee erwei­tert vor­ge­stellt und Red­ner aus vie­len Staa­ten ent­wickel­ten ihre Gedan­ken dazu vor dem anwe­sen­den Publi­kum in der Ber­li­ner "Volks­büh­ne".

Beim zuhö­ren ver­flog mei­ne gestern noch trü­be Stim­mung und am Ende der Ver­an­stal­tung dach­te ich: Das könn­te gelingen.

Die Zwi­schen­zie­le bis zu einem lebens­wer­ten Euro­pa für die Men­schen sind abge­steckt. Jetzt geht es los. Die Ent­wick­lung zu beob­ach­ten und Ver­än­de­run­gen zu erken­nen wird eine Freu­de sein.


DiEM25
[Quel­le Zitat]

Da eine sol­che Bewe­gung zwar von Vie­len getra­gen wer­den muß, an der Spit­ze aber eine "Licht­ge­stalt" braucht (sie­he Zitat oben) bleibt zu hof­fen, dass Y. Varou­fa­kis den Macht­in­ha­bern der EU-Poli­tik und -Büro­kra­tie nicht zu lästig wird. So lästig mög­li­cher­wei­se, dass sie zum Äußer­sten bereit wären um sich sei­ner zu entledigen.

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¹ Neme­sis

bookmark_borderSieben Stufen der Verteufelung der Opposition durch die regierungsbildende Partei

Es wird der Satz 

„Zuerst igno­rie­ren sie dich,
dann lachen sie über dich,
dann bekämp­fen sie dich und
dann gewinnst du.“

Mahat­ma Gan­dhi zuge­schrie­ben. Er hat sich in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach bewahr­hei­tet. Glenn Green­wald modi­fi­ziert die­sen Sinn­spruch in einem jüngst erschie­ne­nen Arti­kel und macht dar­aus "Die sie­ben Stu­fen der Gegen­re­ak­ti­on" durch die eta­blier­te (Regie­rungs-) Par­tei oder, im Fal­le der U.S.A. des Estab­lish­ments, der Macht­eli­te. Er zieht eine Par­al­le­le zum demo­kra­ti­schen Kan­di­da­ten B. San­ders, der auf dem besten Wege ist H. Clin­ton den Rang abzulaufen.


STAGE
  Poli­te con­de­s­cen­si­on toward what is per­cei­ved to be harm­less (we think it’s real­ly won­derful that your views are being aired).  
 Wohl­wol­len­de Her­ab­las­sung gegen­über dem, was als harm­los wahr­ge­nom­men wird (wir den­ken, es ist wirk­lich wun­der­bar, dass Ihre Ansich­ten ver­öf­fent­licht werden).

STAGE
 
 Light, casu­al mockery as the self-belief among sup­port­ers grows (no, dears, a left-wing extre­mist will not win, but it’s nice to see you exci­ted).
 
 
Leich­ter, läs­si­ger Spott wenn der Glau­be an sich selbst unter den Befür­wor­tern wächst (Nein, ihr Lie­ben, ein lin­ker Extre­mist wird nicht gewin­nen, aber schön zu sehen dass ihr Anteil nehmt).

STAGE
 
 Self-pity and angry eti­quet­te lec­tures direc­ted at sup­port­ers upon rea­lizati­on that they are not per­forming their duty of meek sur­ren­der, fla­vor­ed with hea­vy doses of con­cern trol­ling (nobo­dy but nobo­dy is as rude and gau­che online to jour­na­lists as the­se crusaders, and it’s unfort­u­n­a­te­ly hur­ting their candidate’s cau­se!).
 
 
Selbst­mit­leid und wüten­de Vor­hal­tun­gen zum Umgang mit­ein­an­der wegen der Erkennt­nis, dass die Unter­stüt­zer nicht pflicht­ge­mäß klein­her­zig nach­ge­ben, mit schwe­ren Dosen von Sor­ge ange­rei­cher­te Vor­hal­tun­gen (nie­mand, wirk­lich nie­mand ist 'online' so unhöf­lich und töl­pel­haft gegen­über Jour­na­li­sten wie die­se Kreuz­rit­ter, und bedau­er­li­cher­wei­se scha­det es der Sache ihres Kandidaten!).

STAGE
 
 Smear the can­di­da­te and his sup­port­ers with innu­en­dos of sexism and racism by fal­se­ly clai­ming only white men sup­port them (you like this can­di­da­te becau­se he’s white and male like you, not becau­se of ideo­lo­gy or poli­cy or con­tempt for the par­ty establishment’s cor­po­ra­tist, pro-war approach).
 
 
Ruf­mord­kam­pa­gnen gegen­über dem Kan­di­da­ten und sei­nen Anhän­gern durch fälsch­li­che Andeu­tun­gen von Sexis­mus und Ras­sis­mus, nur wei­ße Män­ner gehö­ren zu den Unter­stüt­zern (Ihnen gefal­len die­se Kan­di­da­ten, weil sie weiß und männ­lich sind wie Sie, nicht wegen der Ideo­lo­gie oder Poli­tik oder Ver­ach­tung für den kor­po­ra­ti­vi­sti­schen, Pro-Kriegs-Ansatz des Parteiestablishments).

STAGE
 
 Bra­zen invo­ca­ti­on of right-wing attacks to mar­gi­na­li­ze and demo­ni­ze, as polls pro­ve the can­di­da­te is a cre­di­ble thre­at (he’s weak on ter­ro­rism, will sur­ren­der to ISIS, has cra­zy asso­cia­ti­ons, and is a clo­ne of Mao and Sta­lin).
 
 
Drei­ste Unter­stel­lun­gen rechts­ge­rich­te­ter Krei­se um zu mar­gi­na­li­sie­ren und zu dämo­ni­sie­ren, wenn Umfra­gen bele­gen, dass der Bewer­ber eine glaub­wür­di­ge Bedro­hung dar­stellt (Er ist schwach gegen den Ter­ro­ris­mus, wird sich ISIS erge­ben, hat ver­rück­te Ver­bin­dun­gen und ist ein Klon von Mao und Stalin).

STAGE
 
 Issu­an­ce of gra­ve and hyste­ri­cal war­nings about the pen­ding apo­ca­lyp­se if the estab­lish­ment can­di­da­te is rejec­ted, as the pos­si­bi­li­ty of losing beco­mes immi­nent (you are desti­ned for deca­des, per­haps even gene­ra­ti­ons, of power­less­ness if you dis­o­bey our decrees about who to sel­ect).
 
 
Wenn die Mög­lich­keit des Ver­lie­rens unmit­tel­bar bevor­steht wer­den schwer­wie­gen­de und hyste­ri­sche War­nun­gen über die anste­hen­de Apo­ka­lyp­se für den Fall ver­laut­bart, wenn der Kan­di­dat des Estab­lish­ments abge­lehnt wür­de (Sie wer­den Jahr­zehn­te, viel­leicht sogar meh­re­re Gene­ra­tio­nen, der Macht­lo­sig­keit erle­ben, wenn Sie unse­ren Emp­feh­lun­gen gegen­über - wer zu wäh­len ist - unge­hor­sam sind).

STAGE
 
Full-sca­le and unres­trai­ned melt­down, panic, las­hing-out, thre­ats, recri­mi­na­ti­ons, self-important foot-stom­ping, overt uni­on with the Right, com­ple­te fury (I can no lon­ger in good con­sci­ence sup­port this par­ty of mis­fits, ter­ro­rist-lovers, com­mu­nists, and hea­thens).
 
 
Tota­ler und hem­mungs­lo­ser Unter­gang, Panik, Gei­ße­lung, Dro­hun­gen, Schuld­zu­wei­sun­gen, selbst­be­stä­ti­gen­des Fuß­auf­stamp­fen, offe­ne Ver­brü­de­rung mit der Rech­ten, aus­ufern­de Wut (Nie­mand kann mehr guten Gewis­sens die­se Par­tei von Außen­sei­tern, Ter­ro­ri­sten­freun­den, Kom­mu­ni­sten und Hei­den unterstützen).


Quel­le (Text lin­ke Spal­te); Über­set­zung (Text rech­te Spal­te) wvs.]

bookmark_borderAsyl, eine Zwischenbilanz

Zustrom
Wir ver­zeich­nen einen Zustrom von Asyl­su­chen­den aus den ver­schie­den­sten Län­dern - und da die Schleu­sen offen sind strö­men auch Vie­le mit die wir erstens nicht haben wol­len und die zwei­tens auch kei­ne Not lei­den. Anders als Men­schen in Kriegs- und Span­nungs­ge­bie­ten. Men­schen ohne Asyl­grün­de ver­stär­ken das Pro­blem. Weil die schie­ren Zah­len schon Angst unter der Bevöl­ke­rung aus­lö­sen. Sei es gerecht­fer­tigt oder nicht - es ist in sich ein logi­sti­sche Pro­blem, denn auch die­se Men­schen müs­sen erst­mal ver­sorgt werden.

Kri­mi­nel­le
Wir sehen eine zuvor schon ein­ge­rei­ste Zahl an Men­schen die hier kri­mi­nel­le Absich­ten ver­wirk­li­chen wol­len - wir sind uns einig dar­in, dass so etwas nicht gedul­det wer­den kann und darf und dass die Poli­zei dage­gen alles Mög­li­che unter­neh­men muß. Geht man aber von einer sta­ti­sti­schen Ver­tei­lung des Guten & Bösen auf der Welt aus, so sind die Asyl­su­chen­den nicht mehr oder weni­ger kri­mi­nell als die eige­ne Bevölkerung.

Die Vor­komm­nis­se von Köln sind sicher kein Ein­zel­fall. Sie sind nicht der aller­er­ste Fall sol­cher Kri­mi­na­li­tät. Jetzt wer­den sie des­we­gen mit beson­de­rer Auf­merk­sam­keit wahr­ge­nom­men, weil es ein her­aus­ra­gen­des Datum & ein tou­ri­stisch stark fre­quen­tier­ter Ort ist.

Es heißt aber strikt von den vie­len Zuwan­de­rern zu tren­nen die aus ganz ande­ren Grün­den einreisen.

Kri­mi­nel­le gibt es in jeder Popu­la­ti­on - und mit einem sinn­voll gestal­te­ten Ein­wan­de­rungs­recht könn­ten die aktu­el­len Pro­ble­me sehr viel bes­ser ange­gan­gen werden.

Amts­ver­sa­gen
Wir haben ein Amt für Migra­ti­on das es jah­re­lang wie in einem Dorm­rö­schen­schlaf ver­säumt hat sei­ne Struk­tur so ein­zu­rich­ten, dass auch ein über­durch­schnitt­li­cher Zustrom bewäl­tigt wer­den kann. Ein Teil des Übels ist die Unfä­hig­keit adäquat zu erfas­sen & zu ver­tei­len, so kann es zu Unre­gi­strier­ten und Mehr­fach­re­gi­strier­ten - und einer Fehl­ver­tei­lung der knap­pen Res­sour­cen - kommen.

Feh­ler­haf­te und/oder nicht vor­han­de­ne Einwanderungspolitik
Wir haben eine Poli­tik, seit Jah­ren, die leug­net, dass wir [de fac­to] ein Ein­wan­de­rungs­land sind und Ein­wan­de­rer brau­chen um die Alters­py­ra­mi­de zu glät­ten bzw. umzu­dre­hen. Die sich selbst ange­sichts die­ser Tat­sa­chen - offen vor Jeder­manns Augen! - immer noch wei­gert ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz zu ver­ab­schie­den das den Zustrom regelt und so zu einer Beru­hi­gung bzw. Absen­kung der Zah­len von Ille­ga­len füh­ren würde.

Reli­gi­on
Wir erle­ben einen Kul­tur- und Reli­gi­ons­kampf, des­sen Ursprung aus mei­ner Sicht eher bei den Mus­li­men zu suchen ist, denn sie haben es in den letz­ten 100 Jah­ren ver­säumt sich den Ver­än­de­run­gen die­ser Welt anzu­pas­sen - und nun sind sie [teil­wei­se] in Panik den Anschluß zu verlieren.
Gebil­de­te­re unter ihnen sehen kei­ne Zukunft und machen sich auf den Weg ....
Was die Kul­tur angeht darf man kein Umden­ken in weni­gen Tagen erwarten:
Sol­che Pro­zes­se dau­ern - bis also die Neu­an­kömm­lin­ge wis­sen wie hier das Rechts­sy­stem und die gesell­schaft­li­chen Nor­men sind und sie natür­lich erst dann befol­gen kön­nen, wird es eini­ge Zeit dauern.

Kon­troll­ver­lust der Groß­mäch­te & ent­so­li­da­ri­sier­te EU-Länder
Wir beob­ach­ten Groß­mäch­te, die ihr eige­nes Wohl über Alles stel­len und mit Nai­vi­tät glau­ben die Welt auf immer in ihrem Sin­ne beein­flus­sen zu kön­nen - und die eben­so in Panik sind, weil sie erken­nen, dass ande­re Völ­ker das ganz anders sehen und kei­ne Anlei­tung mehr dul­den wol­len die nur den Anlei­ten­den dient (sie­he Süd­ame­ri­ka, Vene­zue­la, Bra­si­li­en, etc., und die mei­sten der afri­ka­ni­schen und süd­ost­asia­ti­schen Staaten.).

Dann noch die man­geln­de Soli­da­ri­tät der EU Län­der, die zwar die Vor­tei­le gern ange­nom­men haben, die Nach­tei­le aber nicht mit­tra­gen wol­len. Da rächt es sich, dass die EU mit aller Macht aus­ge­wei­tet wur­de um einer Ein­fluß­nah­me Ruß­lands vor­zu­beu­gen und die Gren­zen nach Osten zu schieben.

Die Net­to­zah­ler & auf­nah­me­be­rei­ten Län­der müß­ten hier den Geld­hahn für die Unwil­li­gen zudre­hen! Es kann nicht erwar­tet wer­den, dass nur weni­ge Län­der die gesam­te Last tragen.

Auch die Ays­l­su­chen­den müs­sen ein­se­hen:
Es kann nicht immer das Land ihrer Wahl sein, das sie auf­nimmt. Sofern nichts ent­ge­gen­steht müs­sen sie bereit sein dort­hin zu gehen wo man ihnen Sicher­heit für sich und ihre Kin­der, eine Unter­kunft und eine Zukunft bietet.
Das müß­te noch sehr viel deut­li­cher als bis­her in den Her­kunfts­län­dern bekannt gemacht wer­den. Wozu gibt es denn die soge­nann­ten "sozia­len Medi­en"? Hier wäre endl­lich ein­mal eine sinn­vol­le Nut­zung die­ser anson­sten nutz­lo­sen Plauderecken.

Woh­nungs­markt; Infrastruktur
Wir beob­ach­ten einen Woh­nungs­markt der an Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen derer ori­en­tiert ist die Kapi­tal ange­häuft & vor dem Fis­kus in 'Sicher­heit' gebracht haben. Unter Ver­nach­läs­si­gung oder Pri­va­ti­sie­rung hat die soge­nann­te öffent­li­che Hand Auf­ga­ben, die ihr zukom­men, an Gesell­schaf­ten abge­ge­ben obwohl Bei­spie­le seit Jahr­zehn­ten zei­gen, dass dies immer zu Lasten der Mit­tel- und Unter­schicht geht. Wegen der lan­gen Zeit­räu­me die hier für Pla­nung und Fer­ti­gung von Wohn­raum nötig sind wird es lan­ge dau­ern bis Ent­span­nung ein­kehrt. In die­sem Bereich sehe ich die größ­ten Pro­ble­me, weil woh­nen mit inte­grie­ren ver­wo­ben ist und der Ghet­to­bil­dung vor­ge­beugt wer­den muß - wo doch zugleich sol­che Ghet­to­woh­nun­gen am schnell­sten & billg­s­ten zu bau­en sind. Der BDA hat aber schon seit ein paar Mona­ten eine Arbeits­grup­pe gebil­det. Die sich die­ser Sache annimmt und Vor­schlä­ge erar­bei­tet. Die Poli­tik wäre gut bera­ten hier ein­mal auf die Fach­leu­te zu hören.

Arbeits­markt
Wir haben einen Arbeits­markt, des­sen Öff­nung für gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung und Weg­nah­me von Arbeit­neh­mer­rech­ten seit der Regie­rung Schrö­der [Cle­ment, Hartz] alle zuvor durch die Gewerk­schaf­ten errun­ge­nen Sicher­hei­ten für die abhän­gig Beschäf­tig­ten wie­der kas­siert haben. An der Lage der Betrof­fe­nen wird sich nichts ändern, denn selbst wenn sie in Kon­kur­renz mit den Zuge­wan­der­ten ste­hen kämp­fen bei­de Grup­pen nicht immer um die glei­chen Jobs - das wird allei­ne schon durch die Sprach­bar­rie­re noch ein paar Jah­re so blei­ben. Es ist und bleibt ein Pro­blem­feld, in mei­nen Augen das zweitwichtigste.

Eine Ver­nach­läs­si­gung der Kern­be­völ­ke­rung und deren Bedürf­nis­se, ins­be­son­de­re derer, die von Sozi­al­lei­stun­gen leben, sind der Anfang vom Unter­gang. Wel­cher Hartz IV Emp­fän­ger ver­steht schon für klein­ste Feh­ler mit Lei­stungs­ent­zug 'bestraft' zu wer­den, wenn ande­rer­seits an Asyl­be­wer­ber groß­zü­gig und ohne Bedin­gun­gen aus­ge­teilt wird?

Stand­ort­be­stim­mung, Rol­le der Poli­tik und Gefahreneinschätzung
Ins­ge­samt betrach­tet kann man die momen­ta­ne Lage als ein kaum noch zu über­se­hen­des Gemisch aus Ver­sa­gen in der Ver­gan­gen­heit, aktu­el­len Unzu­läng­lich­kei­ten, und Ver­fol­gung von Regio­nal­in­ter­es­sen beschrei­ben. Die - jede für sich - schon ein Poten­ti­al zu Unru­he in der Bevöl­ke­rung beinhalten.

Dazu kommt eine Über­heb­lich­keit der Poli­tik. Die sich der Pres­se bedient und ihr zugleich die Marsch­rich­tung vor­gibt - sofern sie nicht selbst von gro­ßen Pres­se­häu­sern (Sprin­ger, Bur­da) getrie­ben ist. Und sich des­we­gen nicht traut gegen deren Inter­es­sen vor­zu­ge­hen. Ganz im Gegen­teil, sich anzu­bie­dern und des­we­gen zwar nicht als "Lügen­pres­se", aber doch als "Die-gan­ze-Wahr­heit-ver­schwei­gen-Pres­se" bezeich­net wer­den kann. Fern­se­hen & Rund­funk über­wie­gend eingeschlossen.

Die Über­heb­lich­keit setzt sich da fort, wo Poli­tik nicht mehr die Kar­ten auf den Tisch legt und es dem "mün­di­gen Bür­ger" selbst über­läßt aus einer Fül­le von Fak­ten, neu­tral prä­sen­tiert, sich ein Bild zu machen. Son­dern ein Bild vor­zu­täu­schen sucht das den jewei­li­gen Par­tei­in­ter­es­sen genehm ist (bei­spiels­wei­se die de Mai­zie­re-Aus­sa­ge zur "Ver­un­si­che­rung").

Rech­te Poli­tik bie­tet Schlag­wor­te an die ein­gän­gig sind weil sie selbst von wenig Gebil­de­ten ver­stan­den wer­den, man braucht nicht viel zu den­ken, das über­neh­men Ande­re, und die ein­fa­chen Lösungs­vor­schlä­ge sind wie ein Heilsversprechen:
Schon klein­ste 'Bewei­se' wer­den als Erfolg für die Gesamt­ideo­lo­gie verkauft.

Lin­ke Poli­tik tut sich schwe­rer, weil das Prin­zip der Umver­tei­lung von Macht & Geld zunächst gegen die mensch­li­che Natur ist, sich also nicht unmit­tel­bar son­dern mit Ver­zö­ge­rung als Beloh­nung für aktu­el­len Ver­zicht einstellt.
Lin­ke Poli­tik ist aber eine Garan­tie dafür, dass es nicht um die Inter­es­sen von Mäch­ti­gen geht. Nicht das Wohl­erge­hen derer, die Arbeits­mit­tel bereit­stel­len, son­dern das der Arbei­ten­den die die Wer­te schaf­fen ist im Fokus.

Die Zah­len ins­ge­samt - ich hat­te das schon mal ange­spro­chen - sind bestimmt nicht beunruhigend:
Wie ich vor eini­gen Tagen J.G. auf sei­ne Ein­las­sung "Euro­pe will be under the rule of Islam" schrieb, die Pro­zent­zahl aller bekann­ten & geschätz­ten Zuwan­de­rer liegt bei 1,3% im Ver­gleich zur Gesamt­be­völ­ke­rung der BRD. Selbst mit Nach­zug von Fami­li­en [da zeigt sich was Paro­len ver­mö­gen: Einer­seits sind es zuvie­le jun­ge Män­ner, die da kom­men - und gleich­zei­tig wer­den Phan­ta­sie­zah­len zu angeb­lich nach­kom­men­den Fami­li­en unter­stellt. Bei­des geht aber doch nicht!] wer­den es viel­leicht 2, oder gar drei Pro­zent werden.

Da machen mir 9% unkon­trol­lier­te und durch Zuge­ständ­nis an Erdo­gan noch stei­gen­de Zuwan­de­rung aus der Tür­kei schon grö­ße­re Sor­gen. Zumal es sich da um zwei ver­fein­de­te Blöcke [Tür­ken / Kur­den] han­delt die dazu nei­gen ihre Kon­flik­te hier­zu­lan­de aus­zu­tra­gen. Die sich zudem, das hat die Ver­gan­gen­heit gezeigt, über­wie­gend auch nicht inte­grie­ren WOLLEN - was ich für viel schlim­mer halte.

Den­noch, die wirk­li­che Gefahr für Woh­nung, Güter und Leben kommt von denen, die schon län­ger hier woh­nen und kri­mi­nel­le Struk­tu­ren unter dem Auge des Geset­zes auf­ge­baut haben - unbe­hel­ligt. Auch das bedarf drin­gend der Auf­merk­sam­keit der Poli­tik. Wenn es sein muß gegen die Grü­nen, die da feder­füh­rend einen Traum von "Mul­ti-Kul­ti" träu­men. Obwohl das Schei­tern längst erwie­sen ist und nüch­tern fest­ge­stellt wer­den muß:
Anpas­sung an UNSERE Kul­tur ist von­nö­ten [sie­he 4. & 5.!] - anders geht es nicht!

Ver­such einer Zusam­men­fas­sung: "Zie­le"
Men­schen in Not muß man hel­fen. Selbst unter Inkauf­nah­me von Rand­er­schei­nun­gen wie IS-Ein­schleu­sung und Kri­mi­na­li­tät. Denn dafür ist die man­gel­haf­te Orga­ni­sa­ti­on ver­ant­wort­lich und das darf nicht auf dem Rücken der Not­lei­den­den aus­ge­tra­gen werden.
Selbst bei bes­se­rer Orga­ni­sa­ti­on lie­ße sich - so die all­ge­mei­ne Lebens­er­fah­rung - feh­ler­haf­te Beur­tei­lung durch die mit der Zuwan­de­rer­prü­fung betrau­ten Kräf­te nicht aus­schlie­ßen. Es gibt kei­ne 100% Sicherheit.

Wir kön­nen das schaf­fen. Dazu ist Deutsch­land in der Lage. Aber die Struk­tu­ren müs­sen stim­men. Ghet­tos & Mas­sen­un­ter­künf­te sind bestimmt die fal­sche Vor­ge­hens­wei­se. Inte­gra­ti­on kann nur gelin­gen wenn sich neue & alte Bür­ger auf­ein­an­der zube­we­gen und in der glei­chen Umge­bung woh­nen. Da ist noch viel Bedarf an Ver­än­de­run­gen. Die Bevöl­ke­rung muß wahr­heits­ge­treu und ohne Umschwei­fe gesagt bekom­men, dass das Opfer bedeutet.

'Ver­nünf­ti­ge' Poli­tik muß den Steu­er­pflich­ti­gen, die bis­her nach Schlupf­lö­chern suchen und hier­zu­lan­de wenig oder kei­ne Steu­ern zah­len, auf den Fer­sen blei­ben und sie drin­gen­der denn je zur Kas­se bit­ten. Als Teil der Gesell­schaft sind sie ver­pflich­tet ihren (gerech­te­ren) Anteil zu zahlen.



Die­ser Erör­te­rung ist ein Gedan­ken­aus­tausch per E-Mail und Tele­fon­ge­sprä­chen mit mei­nem Sohn vor­aus­ge­gan­gen, dem ich für sei­ne kon­struk­ti­ven & kri­ti­schen Ein­wän­de herz­lich danke.

bookmark_borderNeusprech für "Bestechung"

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Die Dis­kus­si­on um den Zugang für Lob­by­isten zum Bun­des­tag, ange­sto­ßen durch eine Kla­ge von "abge­ord­ne­ten­watch" [meh­re­re Quel­len], hat sich über vie­le Mona­te hin­ge­zo­gen. Was her­aus­kam ist eine neue Rege­lung nach der sol­che Aus­wei­se nicht mehr "geheim", son­dern in einem trans­pa­ren­ten Ver­fah­ren aus­ge­ge­ben wer­den sollen.

Das ist bestimmt ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung - aber reicht das wirk­lich aus?

Lob­by­is­mus ist lega­li­sier­te Bestechung.
Wer Abge­ord­ne­te dazu bringt etwas bestimm­tes gegen Geld zu tun, sich bei einer Abstim­mung in einer ihm geneh­men Art zu ver­hal­ten tut nichts ande­res als ein Bau­un­ter­neh­mer der dem Bau­amts­lei­ter einen Umschlag vol­ler Geld zusteckt. Der Unter­schied ist ledig­lich, dass der letzt­ge­nann­te Fall mit dem Begriff "Bestechung" eine straf­be­wehr­te Hand­lung, die Zuwen­dung an Abge­ord­ne­te als "Unter­stüt­zung der poli­ti­schen Arbeit" bezeich­net werden.

Alle Par­tei­en - mit Aus­nah­me der Par­tei "Die LINKE" - sind betrof­fen. So wur­de die Par­tei "Die Grü­nen" letz­tens mit einer "Spen­de" von 100.000 €uro bedacht. Vom Ver­band der Waf­fen­lob­by. Ähn­li­che Beträ­ge gin­gen an die ande­ren Par­tei­en. Nur "Die Lin­ke" hat kei­ne Bestechungs­gel­der aus die­ser Ecke angenommen. 

Sol­che Groß­zü­gig­keit zeigt Wir­kung.
Wir sind unter den fünf größ­ten Waf­fen­lie­fe­ran­ten der Welt zu fin­den. U.S.A., Ruß­land, Chi­na, Frank­reich sind die ande­ren 'Gro­ßen' in dem Geschäft mit dem Tod - denn jede Waf­fe tötet Men­schen, das darf man nicht ver­ges­sen und muß es immer wie­der sagen. 

Nicht zuletzt die­se Waf­fen­flut in den letz­ten Jah­ren hat dazu geführt, dass Men­schen aus den Kriegs­schau­plät­zen flie­hen und ihr Heil in den Län­dern suchen, die ihnen 'sicher' erschei­nen - wie z.B. bei uns. Der anhal­ten­de Flücht­lings­strom ist eine unmit­tel­ba­re Fol­ge von Waf­fen­ver­käu­fen in Kon­flikt­ge­bie­te und eine spru­deln­de Quel­le von Ein­nah­men für die Län­der, die nicht zuletzt durch ihre Poli­tik und Bünd­nis­se mit bestim­men an wel­chen Stel­len auf dem Glo­bus es "brennt".

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Ein herz­li­ches "Dan­ke" an Klaus Böcker für Lin­k­adres­se & Themenvorschlag

bookmark_borderFriede, Freude, etc. ....

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oder: Wer will schon stän­dig auf die Übel der Welt hin­ge­wie­sen werden?

Auf die­sem Pla­ne­ten läuft so eini­ges nicht so wie es lau­fen müß­te. Das wis­sen vie­le Leu­te. Aller­dings mögen sie es nicht tag­täg­lich dar­auf hin­ge­wie­sen zu wer­den. Es ist doch viel ange­neh­mer etwas zu lesen und mit sei­nen Bekann­ten zu bespre­chen was die Stim­mung hebt.
Gutes Wet­ter, gedei­hen­de Klein­kin­der, ein drol­li­ges Hundchen und gutes Essen - das sind die Ren­ner unter den The­men die gern gele­sen oder dis­ku­tiert werden.

Manch­mal gibt es aber "Auf­re­ger" - so wie etwa die Gescheh­nis­se in Köln am Sil­ve­ster­abend. Da gehen die Emo­tio­nen hoch, da hat Jeder eine Mei­nung und es wird spe­ku­liert was das Zeug hält. Son­der­bar, wo doch fast kei­ner der Dis­ku­tan­ten dort war. Von "infor­mier­ter Mei­nungs­bil­dung" kann des­we­gen kaum die Rede sein - und trotz­dem sind sich alle sicher wie es war. 

Sobald aber The­men wie bei­spiels­wei­se "Ener­gie­wen­de" anste­hen wer­den die Dis­kus­sio­nen spär­li­cher. Es feh­len den mei­sten Men­schen die Grund­la­gen. Mit Mei­nung ist da nicht viel zu bespre­chen: Man kann gegen oder für die eine oder ande­re Tech­no­lo­gie sein, gefühls­mä­ßig, doch bestimmt nicht mit fun­dier­ten Argu­men­ten. Das macht unsi­cher, und des­we­gen wer­den die­se The­men gemieden.

So kommt es, dass zwar viel gele­sen und gere­det, aber nichts bes­ser wird. Weil kom­ple­xe The­men ver­nach­läs­sigt wer­den. Oder, wenn dar­über geschrie­ben wird, die­se Art von Tex­ten nicht oder viel sel­te­ner bis zum Ende gele­sen wer­den. Men­schen sind erst­mal 'faul', was Anstren­gung bedeu­tet wird gemie­den. Daher gehen Vie­le erst zu Quel­len von denen sie wissen:
Da brau­che ich nicht mit­den­ken, da wird mir etwas gelie­fert was ich schön fin­den kann. Ver­ständ­lich und begrün­det, wie ich wei­ter oben darlegte.

Dann aller­dings dür­fen sich genau die­se Leu­te nicht beschwe­ren wenn es ihnen irgend­wann übel auf­stößt was um sie her­um in der Welt schief läuft oder was die Regie­rung - auch in ihrem Namen - so tut.

Sie woll­ten es ja so.

bookmark_borderNichts Neues ..!?

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Gerech­tig­keit wird nur dort herr­schen, wo sich die vom Unrecht nicht Betrof­fe­nen genau so ent­rü­sten wie die Beleidigten. 

[Pla­ton]

Was wir aller­dings in unse­rer Gesell­schaft beob­ach­ten ist eine völ­li­ge Inter­es­sen­lo­sig­keit dem Schick­sal des weni­ger pri­vi­le­gier­ten Anteils der Bevöl­ke­rung gegen­über: Wer satt zu essen und ein war­mes Domi­zil hat beach­tet nur in sel­ten­sten Fäl­len das Schick­sal sei­ner Mitmenschen.

Erstaun­li­cher­wei­se roll­te aber eine Wel­le der Hilfs­be­reit­schaft für Asyl­su­chen­de über das Land. Dies unge­bro­chen, wie offi­zi­el­le Stel­len und kari­ta­ti­ve Ver­bän­de mit­tei­len. Liegt das dar­an, dass die ein­hei­mi­schen Bedürf­ti­gen von den Poli­ti­kern stets für ihr Los selbst ver­ant­wort­lich gemacht werden? 

bookmark_borderEin halbes Jahrhundert ....

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Als ich mich im Juli 1963 per Schiff auf den Weg in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, kurz: U.S.A., auf­mach­te wuß­te ich kaum etwas über das, was mich da erwar­ten würde.

In Syra­cu­se, N.Y., emp­fing mich mei­ne Gast­fa­mi­lie, Vater, Mut­ter, Gast­bru­der & ~schwe­ster. Der erste Anlauf­punkt war das Haus der Schwe­ster mei­nes Gast­va­ters, die in Syra­cu­se wohn­te. Da gab es ein aus­ge­dehn­tes Abend­essen und am näch­sten Tag fuh­ren wir zum Wohn­ort der Gast­fa­mi­lie, nach Gou­ver­neur, N.Y., nicht weit vom St. Lorenz Was­ser­weg ent­fernt gele­gen. Jeden­falls eine typi­sche Klein­stadt im Nord­we­sten des Staa­tes New York, kaum 7.000 Ein­woh­ner und sechs Kir­chen, alle nahe des Ortszentrums.

In der Umge­bung - dem 'Coun­ty' - haupt­säch­lich Wei­de­wirt­schaft, Milch­kü­he, aber auch Tal­k­um­för­de­rung und Holzwirtschaft.

Die Schu­le, Gou­ver­neur Seni­or High School, war nur weni­ge Minu­ten vom Haus mei­ner Gast­fa­mi­lie ent­fernt. So konn­te ich den über­wie­gen­den Teil des Schul­jah­res dar­auf ver­zich­ten in den Schul­bus zu stei­gen um zum Unter­richt zu kommen.

In die­ser Regi­on der U.S.A. war die Welt noch in Ord­nung. Was nach Les­art der dor­ti­gen Gesell­schaft bedeu­te­te: Kei­ne Ras­sen­un­ru­hen, kei­ne Arbeits­lo­sig­keit, kei­ne reli­gi­ons­lo­sen Anwoh­ner - und wenn wel­che da gewe­sen wären hät­ten sie es der Mehr­heit bestimmt nicht mitgeteilt ....

Wäh­rend des Jah­res geschah dann das Ungeheuerliche:
Ein far­bi­ger Schü­ler wur­de ange­mel­det und besuch­te fort­an die Schu­le - und weil wenig über die Hin­ter­grün­de bekannt war bro­del­te die Gerüchteküche.



 
x°°y°

 

[Quel­le der Abbildung] 

Zu die­ser Zeit gab es in den Sezes­si­ons­staa­ten noch "Ras­sen­tren­nung"*, die erst 1964, dem Jahr in dem ich im Juni wie­der nach Deutsch­land zurück rei­ste, auf­ge­ho­ben wurde.

Was ist nach 50 Jah­ren "Auf­he­bung der Ras­sen­tren­nung" das Fazit?
For­mal mag es zwar Ände­run­gen gege­ben haben, von einer Gleich­be­rech­ti­gung der far­bi­gen US-Bevöl­ke­rung kann aller­dings nicht die Rede sein. Es wer­den durch unver­hält­nis­mä­ßi­ge poli­zei­li­che Über­grif­fe immer noch Schwar­ze anders behan­delt als Wei­ße (Sie­he hier­zu auch "Black Lives Mat­ter" [#Black­Li­ves­Mat­ter] & die­sen Bericht).

Das Land hat sich ver­än­dert. Ich habe mich ver­än­dert. Wie anders soll­te man die Ent­wick­lung in fünf­zig Jah­ren beschrei­ben? Das Ame­ri­ka von heu­te ist nicht mehr das Land, in das ich all die Jah­re nach mei­ner Rück­kehr wie­der rei­sen und dort leben woll­te. Das habe ich schon 1998 gemerkt, als ich zum ersten Mal wie­der mehr als ein paar Wochen Urlaub dort ver­bracht habe. 

Noch viel hef­ti­ger war der Schock als die Regie­rung Bush 2002 begann das Land in ein Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis zu ver­wan­deln, von dem die drin­nen kaum etwas merken:
Ein­tritt und Aus­gang mit
- ver­schärf­ten Personenkontrollen,
- Metalldetektoren,
- Ganz­kör­per­scan­nern und
- sicher­heits­dienst­li­cher Behand­lung inclusive
- Iris­scan und
- Fingerabdrücken.

"Land of the Free" - das war ein­mal und ist unwie­der­bring­lich ver­lo­ren .... wenn es auch den Tou­ri­sten der ADAC-geführ­ten-deutsch­spra­chi­ge-Rei­se­lei­tung-inbe­grif­fen-Tour und den Drei-Tage-Shop­ping-New-York Rei­sen­den anders erschei­nen mag.

 * Sie­he hier­zu auch fol­gen­den LINK

bookmark_borderSoll ich Ihnen 'mal 'was verraten?

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Zum Bei­spiel wel­ches Wort aus 2015 für mich das "Wort des Jah­res" wer­den müßte?

Homöopathieverordnungsverbot 


[Hin­ter­grund: "Bri­tish MPs say homeopa­thic reme­dies are a waste of tax­payer money."
Die Eng­län­der sind gera­de dabei ihrem natio­na­len Gesund­heits­dienst ein Ver­bot für die Ver­ord­nung von homöo­pa­thi­schen Quack-Pro­duk­ten - deren Unwirk­sam­keit sie für erwie­sen hal­ten (!) - zu ver­bie­ten. Das Geld soll für sinn­vol­le­re Din­ge aus­ge­ge­ben wer­den, wie neue Kran­ken­schwe­stern, bes­se­re Brei­ten­ver­sor­gung und kür­ze­re War­te­zei­ten durch mehr Personal].

bookmark_borderSelten ....

b°g br°th°r
Screen­shot aus Wis­sens­kü­che

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Sel­ten kom­men spe­zi­fisch "bio­lo­gi­sche" Grund­satz­fra­gen in den Blogs zur Spra­che. Was wohl an der erstens gerin­gen Zahl von blog­gen­den Bio­lo­gen aus der sowie­so schon gerin­gen Zahl an Bio­lo­gen ins­ge­samt zu erklä­ren ist. Zwei­tens sind ja häu­fig zum Ver­ständ­nis sol­cher Fra­ge­stel­lun­gen min­de­stens durch­schnitt­li­che Fach­kennt­nis­se nötig, was von brei­ten Leser­krei­sen nicht erwar­tet wer­den kann. Dies um so weni­ger, als die Poli­tik seit Jah­ren gera­de den natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern/Themen im Cur­ri­cu­lum immer weni­ger Raum zugesteht.

Bei sol­chen Vor­aus­set­zun­gen läßt es auf­hor­chen wenn eine Bio­lo­gin* mit Titeln wie "Hat Höcke recht, aber wir dür­fen es nicht sagen?" [sie­he Text­aus­zug oben] oder "Masern: Wie wär’s, wenn wir erst­mal damit anfan­gen, die Impflücken der Impf-Befür­wor­ter zu schlie­ßen?" oder kri­ti­schen Kom­men­ta­ren wie zu die­sem The­ma: „Der Tod kommt mit dem Wind“ bloggt.
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Was wei­ter in dem als screen­shot dar­ge­stell­ten Arti­kel steht spricht mir aus der Seele:
Die Ver­ein­nah­mung der Bio­lo­gie, ins­be­son­de­re der Gene­tik, für ideo­lo­gi­sche Zwecke - bei gleich­zei­ti­ger Ver­zer­rung der wah­ren Befun­de ja nach poli­ti­scher Oppor­tu­ni­tät - ist zwar weit ver­brei­tet, hat aber bedau­er­li­cher­wei­se kein trag­fä­hi­ges, fach­lich sau­be­res Fundament.

Die Ver­zer­rung der gene­ti­schen Erkennt­nis­se in eine "Ras­sen­ideo­lo­gie" einer­seits, und die Leug­nung aller Ver­schie­den­heit und Indi­vi­dua­li­tät von der lin­ken Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums sind mir gleich ver­däch­tig und sie ent­spre­chen kei­nes­falls dem, was von Sei­ten der Bio­lo­gie erforscht und ver­öf­fent­licht ist.

Es feh­len die soge­nann­ten "Quer­den­ker" - Men­schen, die sich von ideo­lo­gi­schen Dog­men nicht ein­neh­men las­sen und auf Feh­ler im Den­ken der Ideo­lo­gen hin­wei­sen. Von den weni­gen Per­so­nen die dazu in der Lage sind über­grei­fend zu den­ken ist wie­der­um eine gro­ße Zahl zu vor­sich­tig der­glei­chen zu ver­tre­ten. Weil das kei­ne Freun­de schafft und viel Über­zeu­gungs­ar­beit erfordert.

Vie­le Arti­kel von Frau Adam-Rad­ma­nic sind da eine her­vor­he­bens­wer­te Aus­nah­me. Aller­dings schießt auch sie an man­chen Stel­len über das Ziel hin­aus und ver­tei­digt - zuge­ge­ben mit sach­lich fun­dier­ten Argu­men­ten - die Übel­tä­ter, die es treff­lich ver­ste­hen sich der wil­li­gen Wis­sen­schaft­ler zu bedie­nen, die für ein ange­mes­se­nes Hono­rar schon mal 'Fün­fe-gera­de-sein' lassen.

Was Gen-ver­än­der­te Sor­ten lang­fri­stig bewir­ken und wie sie gan­ze Land­stri­che ver­än­dern, schon durch ihre höhe­re Wirt­schaft­lich­keit bei groß­flä­chi­gem Anbau, das läßt sich in Stu­di­en nicht erfas­sen. Wohl aber beob­ach­ten, wie z.B. in Indi­en, wo der­glei­chen Vor­ge­hen einer­seits die Bau­ern ver­ar­men ließ und ande­rer­seits bewie­sen wer­den konn­te, dass die blu­mi­gen Wer­be­aus­sa­gen der Gen-Saat­gut & -Insek­ti­zi­d/-Her­bi­zid Pro­du­zen­ten nicht ein­mal annä­hernd der Wahr­heit ent­spra­chen. Ein groß ange­leg­ter Feld­ver­such, der bestimmt nicht zu Gun­sten der Indu­strie ausging.

Kurz gesagt:
Bei allem Wil­len zu rei­ner Wis­sen­schaft darf man dar­über nicht ver­ges­sen das Umfeld zu sehen und einen Abgleich zwi­schen wis­sen­schaft­li­chem Befund und tat­säch­li­cher Aus­wir­kung in der prak­ti­schen Anwen­dung zu beob­ach­ten und in die Über­le­gun­gen ein­zu­be­zie­hen. Moral ist etwas, was Groß­kon­zer­ne ganz zuletzt inter­es­siert - aber das wird Frau Adam-Rad­ma­nic bestimmt irgend­wann noch erkennen. 

*[Was mir weni­ger gefällt ist die kaum ver­steck­te Wer­bung für Bücher & Gerät­schaf­ten, aber schließ­lich müs­sen alle außer den Rent­nern an ihren 'Brot­er­werb' den­ken; wesent­lich ist dabei, dass in der Sache kei­ne Kom­pro­mis­se wegen des gleich­zei­ti­gen finan­zi­el­len Aspek­tes gemacht wer­den. An die­ser Stel­le beschli­chen mich Zwei­fel, ob die Wis­sen­schaft­lich­keit nicht auch manch­mal wie ein Schild vor­an­ge­tra­gen wird - und damit unbe­que­me prak­ti­sche Aspek­te bei­sei­te gescho­ben wer­den. Das Geld kommt schließ­lich von der Indu­strie, nicht von deren Kritikern.]

bookmark_border"Gottes* Mühlen" mahlen langsam ....

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.. Mar­tin Shkre­li lea­ving FBI after being pro­ce­s­sed by offi­ci­als in New York fol­lo­wing his arrest. - https://t.co/qGNZOusfgV — CNBC Now (@CNBCnow) Decem­ber 17, 2015 ..


"Got­tes Müh­len mah­len lang­sam - aber sicher!" - so lau­tet ein bekann­tes Sprich­wort aus dem gro­ßen Fun­dus deut­scher Volks­weis­hei­ten. Mei­ne Groß­mutter pfleg­te das auch mit "Der fällt auch noch­mal auf sein böses Maul!" zu beschreiben. 

Nun gibt es ein wei­te­res Bei­spiel für die Wahr­heit sol­cher Aussage:
Es geht um einen gewis­sen "Mar­tin Shkre­li", in der Bio­tech-Bran­che täti­ger Jung-Unter­neh­mer, der sein Geld frü­her als Hedge Fonds Mana­ger ver­dien­te und trau­ri­ge Berühmt­heit dadurch erlang­te, dass er den Preis eines Anti-Mala­ria-Mit­tels über Nacht von US$ 1,50 auf US$ 30,- pro Pil­le (!) erhöh­te. Ohne dass dage­gen irgend­wel­che recht­li­chen Schrit­te unter­nom­men wer­den konnten.

Ich hat­te dar­über schon gele­sen. Es aber nicht auf­ge­nom­men & ver­ar­bei­tet, weil ich es ledig­lich für einen wei­te­ren Fall von Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus à la USA hielt, der kei­ner wei­te­ren Beach­tung wür­dig sei. Das hat jetzt aller­dings eine inter­es­san­te Wen­dung genommen.

Besag­ter Shkre­li muß sich nun wegen Betrugs verantworten. 

Nicht wegen der Pil­len­sa­che, son­dern wegen Finanz­schie­be­rei­en lan­ge vor die­ser Zeit. Da wur­den Ein­la­gen in eine Gesell­schaft nach­träg­lich zu Kre­di­ten und aus Ver­lu­sten wur­den Ver­bind­lich­kei­ten der Gläu­bi­ger. Ein Gewirr, zu des­sen Auf­klä­rung die Staats­an­walt­schaft wohl etwas Zeit brau­chen wird.

Unter­deß kann der bewuß­te 'Herr' dar­über nach­den­ken was in sei­nem Leben wohl bes­ser hät­te lau­fen kön­nen und ob es rich­tig ist immer Alles zu machen was mach­bar ist.


[Quel­le]

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Nur falls sich jemand wun­dert hier ein Sprich­wort mit "Gott" zu fin­den: Der Volks­mund will dadurch auf eine ulti­ma­ti­ve Gerech­tig­keit ver­wei­sen - und für vie­le Jahr­hun­der­te galt den Men­schen "Gott" dafür als Garant. 

bookmark_borderEin Versprechen .... und sein Wert

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g°°gl°

Screen­shot aus [Quel­le]

Über­set­zung:
Durch Unter­zeich­nung des "K-12 Ser­vice Pro­vi­der Pledge" ver­sprach Goog­le nicht die Pri­vat­sphä­re der Schü­ler zu ver­let­zen, und EFF [Elec­tro­nic Fron­tier Foun­da­ti­on] weist dar­auf hin, dass die FTC [Fede­ral Trade Com­mis­si­on] sol­che Zusa­gen der Indu­strie in der Ver­gan­gen­heit sehr ernst genom­men hat. "Goog­le hat sich durch Unter­schrift dem "Schü­ler Pri­vat­sphä­re Ver­spre­chen" ange­schlos­sen aber sei­ne Hand­lun­gen sind genau das Gegen­teil die­ses Ver­spre­chens," sag­te Gil­lu­la. "Als Ergeb­nis stel­len Goo­gles Hand­lun­gen unfai­re und irre­füh­ren­de Han­dels­prak­ti­ken dar, weil sie der Öffent­lich­keit eine bestimm­te Ver­hal­tens­wei­se ver­spro­chen haben, dann aber genau das Gegen­teil getan haben."

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Goog­le wur­de dabei ertappt die Daten von Schü­lern, die mit­tels Chro­me Sync mit Zweit- und wei­te­ren Com­pu­tern aus­ge­tauscht wur­den, abge­grif­fen zu haben. Die Abfra­gen, auf­ge­ru­fe­nen Sei­ten und Stand­or­te der Schü­ler (Kin­der­gar­ten bis 12. Klas­se 'High­school') wur­den so zu kom­mer­zi­el­len Zwecken ermit­telt & gespeichert.

Der Fall beleuch­tet was schon immer behaup­tet, aller­dings sel­ten bewie­sen wurde:

Was 'mach­bar' ist wird auch gemacht - vor allem, wenn damit Geld ver­dient wer­den kann.

Ver­spre­chen von sol­chen Groß­un­ter­neh­men sind völ­lig wert­los. Solan­ge sie nicht erwischt wer­den machen sie was sie wol­len. Buß­gel­der wer­den in Kauf genom­men und stel­len meist nur einen Bruch­teil des­sen dar was durch ille­ga­le Machen­schaf­ten ver­dient wer­den konnte.

Abhil­fe könn­te hier nur ein dro­hen­des Betä­ti­gungs­ver­bot, also eine Total­sper­re des Dien­stes brin­gen: Das - euro­pa­weit ange­wen­det - dürf­te selbst ein Rie­sen­un­ter­neh­men wie Goog­le zum Nach­den­ken zwingen.

bookmark_borderÜberzeichnet oder realistisch ...?

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P-zu-M

.Abbil­dung:
Screen shot aus der ZDF-Sen­dung "Wils­berg"

 

 

 

 

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Die Media­the­ken / live streams der Fern­seh­an­stal­ten sind eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit sich Sen­dun­gen dann anzu­se­hen wenn man nicht an das Pro­gramm­sche­ma gebun­den sein will - oder kann - was ja auch in der ent­spre­chen­den Wer­bung her­aus­ge­stellt wird.

Ganz abge­se­hen von den mög­li­cher­wei­se "ver­steck­ten Absich­ten" die Kri­mis trans­por­tie­ren schaue ich mir gern die in Mün­ster spie­len­den Kri­mis an. Dies obwohl ich zu der Stadt und ihren erz­kon­ser­va­ti­ven, wenn nicht zu sagen: gei­stig unbe­weg­li­chen Bewoh­nern, durch­aus ein zwie­späl­ti­ges Ver­hält­nis habe. Viel­leicht habe ich dort aber ein­fach nur zu lan­ge (25+ Jah­re) gewohnt.

Unge­wohnt kri­tisch fiel der gest­ri­ge Mün­ster-Kri­mi aus: Estab­lish­ment-bas­hing vom fein­sten. Da beka­men Homöo­pa­thie­gläu­bi­ge, Phar­ma­un­ter­neh­men und das Wach­per­so­nal von Asyl­be­wer­ber­wohn­stät­ten ordent­lich 'ihr Fett weg'. Mit Recht, ins­be­son­de­re die Wach­leu­te, davon konn­te ich mir per­sön­lich in Bie­le­feld vor eini­gen Wochen ein Bild machen. Gro­be, unge­ho­bel­te, rechts­la­sti­ge Typen, die an die­ser Stel­le grund­sätz­lich fehl am Plat­ze sind, es fehlt ihnen an mensch­li­cher Wär­me, Ver­ständ­nis­be­reit­schaft und inter­kul­tu­rel­ler Kompetenz.

Doch zurück zum Kri­mi - den ich ins­ge­samt als "gelun­gen" bezeich­nen möch­te. Wenn auch, und da wird es schon kri­ti­scher, die Cha­rak­te­re stets etwas zu sehr Kari­ka­tu­ren ähneln, die sich über­mä­ßig auf­ge­bla­sen geben und völ­lig über­zeich­net sind. Wie etwa der oben in der Abbil­dung dar­ge­stell­te Chef von Wils­berg-Freund Ecki. 

Aber mög­li­cher­wei­se muß das sein um selbst dem trot­te­lig­sten Zuschau­er eine Chan­ce zu geben zu ver­ste­hen wer 'böse' und wer 'gut' ist. Soll­te aller­dings zutref­fen wie 'Vor­ge­setz­te' dar­ge­stellt sind wäre das ein Armuts­zeug­nis, ein Ein­ge­ständ­nis der Mit­te­mä­ßig­keit deut­scher Führungskräfte.