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bookmark_borderSonntag, 20.12.2015:
Wahl in Spanien
*update* (20–12-2015)

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.. Am Sonn­tag wird in Spa­ni­en ein neu­es Par­la­ment gewählt und laut vie­len Vor­her­sa­gen wird es ein histo­ri­sches Ergeb­nis geben: Wie auch schon in Por­tu­gal und in Grie­chen­land zuvor, wird das bestehen­de eta­blier­te Zwei­par­tei­en­sy­stem auf­ge­bro­chen. Seit dem Ende der Fran­co-Dik­ta­tur haben immer ent­we­der die kon­ser­va­ti­ve Part­ido Popu­lar (PP) oder die Sozia­li­sten (PSOE) das Land regiert. Mit dem Erstar­ken des vor allem in der Kri­se ent­stan­de­nen lin­ken Zusam­men­schlus­ses Pode­mos und der wirt­schafts­freund­li­chen Ciu­da­d­a­nos scheint nun alles anders .. 

[Quel­le des Zita­tes & wei­te­re Links zum Thema]

Die Spa­ni­er sind es leid von einer kor­rup­ten und men­schen­feind­li­chen Jun­ta regiert zu wer­den, einer Regie­rungs­mann­schaft, die schwar­ze Kas­sen nor­mal fin­det aus denen Bestechungs­gel­der an sie flie­ßen wäh­rend der Bevöl­ke­rung ange­tra­gen wird den Gür­tel enger zu schnal­len. Die restrik­ti­ve Gesetz­ge­bung zum Ver­samm­lungs­we­sen (Demon­stra­tio­nen) hat dem Trei­ben dann noch das "i"-Tüpfelchen aufgesetzt.

Die Umbrü­che wer­den nicht ohne Aus­wir­kung blei­ben - nicht nur in Spa­ni­en, son­dern auch in ganz Europa:
Die Austeri­täts­po­li­tik, der Aus­ver­kauf von staat­li­chen Unter­neh­men an Geld­an­le­ger (bei uns frü­her auch schon mal als "Heu­schrecken" bezeich­net) hat ein Aus­maß erreicht, das selbst abge­brüh­ten Wirt­schafts­fach­leu­ten den Atem stocken läßt.
Die Prei­se für Was­ser, Abwas­ser, Strom sind so hoch, dass sie vie­ler­orts die Miet­prei­se über­tref­fen. Und das bei einer Arbeits­lo­sig­keit von mehr als 20% (jün­ge­re Arbeits­su­chen­de 25 mehr als 45%). Gäbe es nicht ein funk­tio­nie­ren­des System der gegen­sei­ti­gen Hil­fe für Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, so wären die Aus­wir­kun­gen noch viel här­ter - und die Stim­mung wohl noch bri­san­ter als der­zeit zu beob­ach­ten ist. 
1. [Sie­he hier­zu auch => LINK; Eng­lisch]
 
2. [Ich wer­de zum Wahl­aus­gang anfangs der Weih­nachts­wo­che berichten]
 
3. El Pais (Eng­lish)

4. C. Valen­cia

5. The Spain Report (Eng­lish)

bookmark_borderSelten ....

b°g br°th°r
Screen­shot aus Wis­sens­kü­che

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Sel­ten kom­men spe­zi­fisch "bio­lo­gi­sche" Grund­satz­fra­gen in den Blogs zur Spra­che. Was wohl an der erstens gerin­gen Zahl von blog­gen­den Bio­lo­gen aus der sowie­so schon gerin­gen Zahl an Bio­lo­gen ins­ge­samt zu erklä­ren ist. Zwei­tens sind ja häu­fig zum Ver­ständ­nis sol­cher Fra­ge­stel­lun­gen min­de­stens durch­schnitt­li­che Fach­kennt­nis­se nötig, was von brei­ten Leser­krei­sen nicht erwar­tet wer­den kann. Dies um so weni­ger, als die Poli­tik seit Jah­ren gera­de den natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern/Themen im Cur­ri­cu­lum immer weni­ger Raum zugesteht.

Bei sol­chen Vor­aus­set­zun­gen läßt es auf­hor­chen wenn eine Bio­lo­gin* mit Titeln wie "Hat Höcke recht, aber wir dür­fen es nicht sagen?" [sie­he Text­aus­zug oben] oder "Masern: Wie wär’s, wenn wir erst­mal damit anfan­gen, die Impflücken der Impf-Befür­wor­ter zu schlie­ßen?" oder kri­ti­schen Kom­men­ta­ren wie zu die­sem The­ma: „Der Tod kommt mit dem Wind“ bloggt.
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Was wei­ter in dem als screen­shot dar­ge­stell­ten Arti­kel steht spricht mir aus der Seele:
Die Ver­ein­nah­mung der Bio­lo­gie, ins­be­son­de­re der Gene­tik, für ideo­lo­gi­sche Zwecke - bei gleich­zei­ti­ger Ver­zer­rung der wah­ren Befun­de ja nach poli­ti­scher Oppor­tu­ni­tät - ist zwar weit ver­brei­tet, hat aber bedau­er­li­cher­wei­se kein trag­fä­hi­ges, fach­lich sau­be­res Fundament.

Die Ver­zer­rung der gene­ti­schen Erkennt­nis­se in eine "Ras­sen­ideo­lo­gie" einer­seits, und die Leug­nung aller Ver­schie­den­heit und Indi­vi­dua­li­tät von der lin­ken Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums sind mir gleich ver­däch­tig und sie ent­spre­chen kei­nes­falls dem, was von Sei­ten der Bio­lo­gie erforscht und ver­öf­fent­licht ist.

Es feh­len die soge­nann­ten "Quer­den­ker" - Men­schen, die sich von ideo­lo­gi­schen Dog­men nicht ein­neh­men las­sen und auf Feh­ler im Den­ken der Ideo­lo­gen hin­wei­sen. Von den weni­gen Per­so­nen die dazu in der Lage sind über­grei­fend zu den­ken ist wie­der­um eine gro­ße Zahl zu vor­sich­tig der­glei­chen zu ver­tre­ten. Weil das kei­ne Freun­de schafft und viel Über­zeu­gungs­ar­beit erfordert.

Vie­le Arti­kel von Frau Adam-Rad­ma­nic sind da eine her­vor­he­bens­wer­te Aus­nah­me. Aller­dings schießt auch sie an man­chen Stel­len über das Ziel hin­aus und ver­tei­digt - zuge­ge­ben mit sach­lich fun­dier­ten Argu­men­ten - die Übel­tä­ter, die es treff­lich ver­ste­hen sich der wil­li­gen Wis­sen­schaft­ler zu bedie­nen, die für ein ange­mes­se­nes Hono­rar schon mal 'Fün­fe-gera­de-sein' lassen.

Was Gen-ver­än­der­te Sor­ten lang­fri­stig bewir­ken und wie sie gan­ze Land­stri­che ver­än­dern, schon durch ihre höhe­re Wirt­schaft­lich­keit bei groß­flä­chi­gem Anbau, das läßt sich in Stu­di­en nicht erfas­sen. Wohl aber beob­ach­ten, wie z.B. in Indi­en, wo der­glei­chen Vor­ge­hen einer­seits die Bau­ern ver­ar­men ließ und ande­rer­seits bewie­sen wer­den konn­te, dass die blu­mi­gen Wer­be­aus­sa­gen der Gen-Saat­gut & -Insek­ti­zi­d/-Her­bi­zid Pro­du­zen­ten nicht ein­mal annä­hernd der Wahr­heit ent­spra­chen. Ein groß ange­leg­ter Feld­ver­such, der bestimmt nicht zu Gun­sten der Indu­strie ausging.

Kurz gesagt:
Bei allem Wil­len zu rei­ner Wis­sen­schaft darf man dar­über nicht ver­ges­sen das Umfeld zu sehen und einen Abgleich zwi­schen wis­sen­schaft­li­chem Befund und tat­säch­li­cher Aus­wir­kung in der prak­ti­schen Anwen­dung zu beob­ach­ten und in die Über­le­gun­gen ein­zu­be­zie­hen. Moral ist etwas, was Groß­kon­zer­ne ganz zuletzt inter­es­siert - aber das wird Frau Adam-Rad­ma­nic bestimmt irgend­wann noch erkennen. 

*[Was mir weni­ger gefällt ist die kaum ver­steck­te Wer­bung für Bücher & Gerät­schaf­ten, aber schließ­lich müs­sen alle außer den Rent­nern an ihren 'Brot­er­werb' den­ken; wesent­lich ist dabei, dass in der Sache kei­ne Kom­pro­mis­se wegen des gleich­zei­ti­gen finan­zi­el­len Aspek­tes gemacht wer­den. An die­ser Stel­le beschli­chen mich Zwei­fel, ob die Wis­sen­schaft­lich­keit nicht auch manch­mal wie ein Schild vor­an­ge­tra­gen wird - und damit unbe­que­me prak­ti­sche Aspek­te bei­sei­te gescho­ben wer­den. Das Geld kommt schließ­lich von der Indu­strie, nicht von deren Kritikern.]

bookmark_border"Gottes* Mühlen" mahlen langsam ....

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.. Mar­tin Shkre­li lea­ving FBI after being pro­ce­s­sed by offi­ci­als in New York fol­lo­wing his arrest. - https://t.co/qGNZOusfgV — CNBC Now (@CNBCnow) Decem­ber 17, 2015 ..


"Got­tes Müh­len mah­len lang­sam - aber sicher!" - so lau­tet ein bekann­tes Sprich­wort aus dem gro­ßen Fun­dus deut­scher Volks­weis­hei­ten. Mei­ne Groß­mutter pfleg­te das auch mit "Der fällt auch noch­mal auf sein böses Maul!" zu beschreiben. 

Nun gibt es ein wei­te­res Bei­spiel für die Wahr­heit sol­cher Aussage:
Es geht um einen gewis­sen "Mar­tin Shkre­li", in der Bio­tech-Bran­che täti­ger Jung-Unter­neh­mer, der sein Geld frü­her als Hedge Fonds Mana­ger ver­dien­te und trau­ri­ge Berühmt­heit dadurch erlang­te, dass er den Preis eines Anti-Mala­ria-Mit­tels über Nacht von US$ 1,50 auf US$ 30,- pro Pil­le (!) erhöh­te. Ohne dass dage­gen irgend­wel­che recht­li­chen Schrit­te unter­nom­men wer­den konnten.

Ich hat­te dar­über schon gele­sen. Es aber nicht auf­ge­nom­men & ver­ar­bei­tet, weil ich es ledig­lich für einen wei­te­ren Fall von Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus à la USA hielt, der kei­ner wei­te­ren Beach­tung wür­dig sei. Das hat jetzt aller­dings eine inter­es­san­te Wen­dung genommen.

Besag­ter Shkre­li muß sich nun wegen Betrugs verantworten. 

Nicht wegen der Pil­len­sa­che, son­dern wegen Finanz­schie­be­rei­en lan­ge vor die­ser Zeit. Da wur­den Ein­la­gen in eine Gesell­schaft nach­träg­lich zu Kre­di­ten und aus Ver­lu­sten wur­den Ver­bind­lich­kei­ten der Gläu­bi­ger. Ein Gewirr, zu des­sen Auf­klä­rung die Staats­an­walt­schaft wohl etwas Zeit brau­chen wird.

Unter­deß kann der bewuß­te 'Herr' dar­über nach­den­ken was in sei­nem Leben wohl bes­ser hät­te lau­fen kön­nen und ob es rich­tig ist immer Alles zu machen was mach­bar ist.


[Quel­le]

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Nur falls sich jemand wun­dert hier ein Sprich­wort mit "Gott" zu fin­den: Der Volks­mund will dadurch auf eine ulti­ma­ti­ve Gerech­tig­keit ver­wei­sen - und für vie­le Jahr­hun­der­te galt den Men­schen "Gott" dafür als Garant. 

bookmark_borderY. Varoufakis:
The Great Greek Bank Robbery

Quel­le:
The Gre­at Greek Bank Robbery

ATHENS – Sin­ce 2008, bank bai­louts have ent­ail­ed a signi­fi­cant trans­fer of pri­va­te los­ses to tax­payers in Euro­pe and the United Sta­tes. The latest Greek bank bai­lout con­sti­tu­tes a cau­tio­na­ry tale about how poli­tics – in this case, Europe’s – is geared toward maxi­mi­zing public los­ses for que­stionable pri­va­te benefits.

In 2012, the insol­vent Greek sta­te bor­ro­wed €41 bil­li­on ($45 bil­li­on, or 22% of Greece’s shrin­king natio­nal inco­me) from Euro­pean tax­payers to reca­pi­ta­li­ze the country’s insol­vent com­mer­cial banks. For an eco­no­my in the clut­ches of unsu­s­tainable debt, and the asso­cia­ted debt-defla­ti­on spi­ral, the new loan and the strin­gent austeri­ty on which it was con­di­tio­ned were a ball and chain. At least, Greeks were pro­mi­sed, this bai­lout would secu­re the country’s banks once and for all.

In 2013, once that tran­che of funds had been trans­fer­red by the Euro­pean Finan­cial Sta­bi­li­ty Faci­li­ty (EFSF), the eurozone’s bai­lout fund, to its Greek fran­chise, the Hel­le­nic Finan­cial Sta­bi­li­ty Faci­li­ty, the HFSF pum­ped appro­xi­m­ate­ly €40 bil­li­on into the four “syste­mic” banks in exch­an­ge for non-voting shares.

A few months later, in the autumn of 2013, a second reca­pi­ta­lizati­on was orche­stra­ted, with a new share issue. To make the new shares attrac­ti­ve to pri­va­te inve­stors, Greece’s “troi­ka” of offi­ci­al cre­di­tors (the Inter­na­tio­nal Mone­ta­ry Fund, Euro­pean Cen­tral Bank, and the Euro­pean Com­mis­si­on) appro­ved offe­ring them at a remar­kab­le 80% dis­count on the pri­ces that the HFSF, on behalf of Euro­pean tax­payers, had paid a few months ear­lier. Cru­ci­al­ly, the HFSF was pre­ven­ted from par­ti­ci­pa­ting, impo­sing upon tax­payers a mas­si­ve diluti­on of their equi­ty stake.

Sens­ing poten­ti­al gains at tax­payers’ expen­se, for­eign hedge funds rus­hed in to take advan­ta­ge. As if to pro­ve that it under­s­tood the impro­prie­ty invol­ved, the Troi­ka com­pel­led Greece’s govern­ment to immu­ni­ze the HFSF board mem­bers from cri­mi­nal pro­se­cu­ti­on for not par­ti­ci­pa­ting in the new share offer and for the resul­ting dis­ap­pear­ance of half of the tax­payers’ €41 bil­li­on capi­tal injection.

The Troi­ka cele­bra­ted the hedge funds’ inte­rest as evi­dence that its bank bai­lout had inspi­red pri­va­te-sec­tor con­fi­dence. But the absence of long-term inve­stors reve­a­led that the capi­tal inflow was purely spe­cu­la­ti­ve. Serious inve­stors under­s­tood that the banks remain­ed in serious trou­ble, despi­te the lar­ge injec­tion of public funds. After all, Greece’s Gre­at Depres­si­on had cau­sed the share of non-per­forming loans (NPLs) to rise to 40%.

In Febru­ary 2014, months after the second reca­pi­ta­lizati­on, the asset manage­ment com­pa­ny Black­rock repor­ted that the bur­geo­ning volu­me of NPLs neces­si­ta­ted a sub­stan­ti­al third reca­pi­ta­lizati­on. By June 2014, the IMF was lea­king reports that more than €15 bil­li­on was nee­ded to resto­re the banks’ capi­tal – a gre­at deal more money than was left in Greece’s second bai­lout package.

By the end of 2014, with Greece’s second bai­lout run­ning out of time and cash, and the govern­ment nur­sing ano­ther €22 bil­li­on of unfun­ded debt repayments for 2015, Troi­ka offi­ci­als were in no doubt. To main­tain the pre­ten­se that the Greek “pro­gram” was on track, a third bai­lout was required.

The pro­blem with pushing through a third bai­lout was two­fold. First, the Troi­ka-fri­end­ly Greek govern­ment had sta­ked its poli­ti­cal sur­vi­val on the pledge that the country’s second bai­lout would be com­ple­ted by Decem­ber 2014 and would be its last. Seve­ral euro­zo­ne govern­ments had secu­red their par­lia­ments’ agree­ment by making the same pledge. The fall­out was that the govern­ment col­lap­sed and, in Janu­ary 2015, our Syri­za govern­ment was elec­ted with a man­da­te to chall­enge the very logic of the­se “bai­louts.”

As the new government’s finan­ce mini­ster, I was deter­mi­ned that any new bank reca­pi­ta­lizati­on should avo­id the pit­falls of the first two. New loans should be secu­red only after Greece’s debt had been ren­de­red via­ble, and no new public funds should be injec­ted into the com­mer­cial banks unless and until a spe­cial-pur­po­se insti­tu­ti­on – a “bad bank” – was estab­lished to deal with their NPLs.

Unfort­u­n­a­te­ly, the Troi­ka was not inte­re­sted in a ratio­nal solu­ti­on. Its aim was to crush a govern­ment that dared chall­enge it. And crush us it did by engi­nee­ring a six-month-long bank run, shut­ting down the Greek banks in June, and caus­ing Prime Mini­ster Alexis Tsipras’s capi­tu­la­ti­on to the Troika’s third bai­lout loan in July.

The first signi­fi­cant move was a third reca­pi­ta­lizati­on of the banks in Novem­ber. Tax­payers con­tri­bu­ted ano­ther €6 bil­li­on, through the HFSF, but were again pre­ven­ted from purcha­sing the shares offe­red to pri­va­te investors.

As a result, despi­te capi­tal injec­tions of appro­xi­m­ate­ly €47 bil­li­on (€41 bil­li­on in 2013 and ano­ther €6 bil­li­on in 2015), the taxpayer’s equi­ty share drop­ped from more than 65% to less than 26%, while hedge funds and for­eign inve­stors (for exam­p­le, John Paul­son, Brook­field, Fair­fax, Wel­ling­ton, and High­fields) grab­bed 74% of the banks’ equi­ty for a mere €5.1 bil­li­on invest­ment. Alt­hough hedge funds had lost money sin­ce 2013, the oppor­tu­ni­ty to taking over Greece’s enti­re ban­king system for such a palt­ry sum pro­ved irre­si­sti­bly tempting.

The result is a ban­king system still awa­sh in NPLs and buf­feted by con­ti­nuing rece­s­si­on. And with the latest round of reca­pi­ta­lizati­on, the cost of the Troika’s deter­mi­na­ti­on to stick to the prac­ti­ce of extend-and-pre­tend bai­lout loans just got hig­her. Never befo­re have tax­payers con­tri­bu­ted so much to so few for so little. 

  ATHEN - Seit 2008 haben Ban­ken­ret­tun­gen einen bedeu­ten­den Trans­fer von pri­va­ten Ver­lu­sten auf die Steu­er­zah­ler in Euro­pa und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten mit sich gebracht. Die letz­te grie­chi­sche Ban­ken­ret­tung stellt ein war­nen­des Bei­spiel dazu dar, wie die­se Poli­tik - hier die Euro­pas – auf die Maxi­mie­rung öffent­li­cher Ver­lu­ste für frag­wür­di­gen pri­va­ten Nut­zen aus­ge­rich­tet ist.

2012 lieh der insol­ven­te grie­chi­sche Staat 41 Mrd. € (US$ 45 Bil­lio­nen), ent­spre­chend 22% des geschrumpf­ten grie­chi­schen Natio­nal­ein­kom­mens vom euro­päi­schen Steu­er­zah­ler, um insol­ven­te Ban­ken des Lan­des zu reka­pi­ta­li­sie­ren. Für eine Wirt­schaft im Wür­ge­griff untrag­ba­rer Schul­den, und der damit ver­bun­de­nen Schul­den-Defla­ti­ons-Spi­ra­le, wur­de der neue Kre­dit und die damit ein­her­ge­hen­de stren­ge Spar­po­li­tik zum Klotz am Bein. Zumin­dest, so wur­de den Grie­chen ver­spro­chen, wür­de die­se Ret­tungs­ak­ti­on die Ban­ken des Lan­des ein für alle Mal absichern.

Im Jahr 2013 nach­dem die­se Tran­che des Fonds von der EFSF, dem Ret­tungs­fonds der Euro­zo­ne, auf sein grie­chi­sches Pen­dant HFSF, über­tra­gen wor­den war, pump­te die­ser ca. 40 Mrd. € in die vier "system­re­le­van­ten" Ban­ken im Aus­tausch für Akti­en ohne Stimmrecht.

Ein paar Mona­te spä­ter, im Herbst 2013 wur­de eine zwei­te Reka­pi­ta­li­sie­rung orche­striert, mit der Aus­ga­be neu­er Akti­en. Um die neu­en Akti­en für pri­va­te Inve­sto­ren attrak­tiv zu machen, bot die "Troi­ka" (der Inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds, die Euro­päi­sche Zen­tral­bank und die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on), offi­zi­el­ler Gläu­bi­ger der Grie­chen, pri­va­ten Anle­gern die­se Akti­en mit einem bemer­kens­wer­ten Rabatt von 80% auf die Prei­se, die das HFSF im Namen der euro­päi­schen Steu­er­zah­ler ein paar Mona­te frü­her gezahlt hat­te, an. Ent­schei­dend dabei war, dass die HFSF von der Teil­nah­me am Ankauf aus­ge­schlos­sen war, was für die Steu­er­zah­ler zu einem mas­si­ven Wert­ver­lust ihrer Inve­sti­ti­on geführt hat.

Poten­zi­el­le Gewin­ne auf Kosten der Steu­er­zah­ler erah­nend eil­ten aus­län­di­sche Hedge­fonds her­bei um abzu­sah­nen. Wie um zu bewei­sen, dass sie die Unge­hö­rig­keit ver­stün­den, zwang die Troi­ka Grie­chen­lands Regie­rung die HFSF Vor­stands­mit­glie­der von Straf­ver­fol­gung frei zu stel­len dafür, dass sie sich nicht am neu­en Akti­en­an­ge­bot betei­lig­ten und den sich dadurch erge­ben­den Ver­lust der Hälf­te der 41 Mil­li­ar­den € Kapi­tal­erhö­hung auf Kosten der Steu­er­zah­ler hin­ge­nom­men zu haben.

Die Troi­ka fei­er­te das Inter­es­se der Hedge-Fonds als Beweis dafür, dass ihre Ban­ken­ret­tung das Ver­trau­en des pri­va­ten Sek­tors inspi­riert habe. Aber das Feh­len lang­fri­sti­ger Inve­sto­ren ergab, dass der Kapi­tal­zu­fluss rein spe­ku­la­tiv war. Seriö­se Inve­sto­ren ver­stan­den, dass die Ban­ken wei­ter­hin in ernst­haf­ten Schwie­rig­kei­ten ver­blie­ben, und das trotz des gro­ßen Ein­sat­zes von öffent­li­chen Mit­teln. Immer­hin hat­te Grie­chen­lands Gro­ße Depres­si­on den Anteil der Non-Per­forming Loans (NPLs) auf bis zu 40% stei­gen lassen.

Im Febru­ar 2014, Mona­te nach der zwei­ten Reka­pi­ta­li­sie­rung, berich­te­te die Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaft Black­rock, dass das wach­sen­de Volu­men der not­lei­den­den Kre­di­te eine wesent­li­che drit­te Reka­pi­ta­li­sie­rung erfor­der­lich machen wür­de. Im Juni 2014 sicker­te von Sei­ten des IWF durch, dass mehr als 15 Mrd. € benö­tigt wür­den um die Kapi­tal­aus­stat­tung der Ban­ken abzu­si­chern - sehr viel mehr Geld als im zwei­ten Ret­tungs­pa­ket Grie­chen­lands übrig warn.

Gegen Ende des Jah­res 2014, als dem zwei­ten Ret­tungs­pa­ket Grie­chen­lands Zeit und Geld aus­gin­gen, und die Regie­rung kei­ne Mit­tel mehr hat­te um wei­te­re 22 Mrd. € der nicht fonds­fi­nan­zier­ten Schul­den­rück­zah­lun­gen für das Jahr 2015 zu zah­len, hat­ten die Troi­ka Offi­zi­el­len immer noch kei­ne Zwei­fel. Um den Anschein zu erwecken das grie­chi­sche "Pro­gramm" sei noch auf dem rich­ti­gen Weg wur­de eine drit­te Ret­tungs­ak­ti­on erforderlich.

Bei der Durch­set­zung einer drit­ten Ret­tungs­ak­ti­on gab es ein zwei­fa­ches Pro­blem. Zunächst hat­te die Troi­ka-freund­li­che grie­chi­sche Regie­rung ihr poli­ti­sches Über­le­ben an dem Ver­spre­chen fest­ge­macht das zwei­te Ret­tungs­pa­ket des Lan­des sei bis Dezem­ber 2014 fer­tig gestellt und es wären kei­ne wei­te­ren Ret­tungs­pa­ke­te nötig. Meh­re­re Regie­run­gen der Euro­zo­ne hat­ten das Ein­ver­ständ­nis ihrer Par­la­men­te erreicht indem sie das glei­che Ver­spre­chen abga­ben. Der Unter­gang bahn­te sich dadurch an, dass die alte Regie­rung zusam­men­brach und im Janu­ar 2015 unse­re Syri­za­re­gie­rung mit dem Auf­trag gewählt wur­de, die Logik die­ser "Ret­tungs­pa­ke­te" kri­tisch zu prüfen.

Als Finanz­mi­ni­ster der neu­en Regie­rung war ich ent­schlos­sen jede neue Reka­pi­ta­li­sie­rung von Ban­ken nur so zu gestal­ten, dass sie die Fall­stricke der ersten bei­den Ret­tungs­pa­ke­te ver­mei­den wür­den. Neue Kre­di­te soll­ten erst auf­ge­nom­men wer­den nach­dem Grie­chen­lands Schul­den sich als bezahl­bar erwie­sen hät­ten, und es soll­ten kei­ne neu­en öffent­li­chen Mit­tel in die Geschäfts­ban­ken gesteckt wer­den, sofern und solan­ge kein Zweck­in­sti­tut - eine "Bad Bank" – geschaf­fen wor­den sei, um mit den NPLs [non-per­forming loans (NPLs)] umzugehen.

Lei­der war die Troi­ka nicht dar­an inter­es­siert, eine ver­nünf­ti­ge Lösung zu schaf­fen. Ziel war es, eine Regie­rung, die es wag­te das Troi­ka­vor­ge­hen in Fra­ge zu stel­len, zu ver­nich­ten. Und mit­tels eines sechs Mona­te lan­gen Bank-Runs, der zur Schlie­ßung der grie­chi­schen Ban­ken im Juni führ­te, erzwang man die Kapi­tu­la­ti­on von Pre­mier­mi­ni­ster Alexis Tsi­pras und die Annah­me des drit­ten Ret­tungs­pa­ke­tes der Troi­ka im Juli.

Der erste wirk­lich bedeut­sa­me Schritt war eine drit­te Reka­pi­ta­li­sie­rung der Ban­ken im Novem­ber. Die Steu­er­zah­ler tru­gen durch die HFSF wei­te­re 6 Mrd. € bei, wur­den aber wie­der am Kauf der für pri­va­ten Inve­sto­ren ange­bo­te­nen Akti­en gehindert.

Trotz Kapi­tal­zu­füh­run­gen von rund 47 Mrd. € (im Jahr 2013 41 Mrd. € und im Jahr 2015 wei­te­re 6 Mrd. €) sank im Ergeb­nis der Eigen­ka­pi­tal­an­teil der Steu­er­zah­ler von mehr als 65% auf weni­ger als 26%, wäh­rend Hedge­fonds und aus­län­di­sche Inve­sto­ren (zum Bei­spiel John Paul­son, Brook­field, Fair­fax, Wel­ling­ton und High­fields) sich 74% des Eigen­ka­pi­tals der Ban­ken für eine ledig­lich 5,1 Mrd. € betra­gen­de Inve­sti­ti­ons­sum­me schnapp­ten. Obwohl die Hedge­fonds seit 2013 Geld ver­lo­ren hat­ten, war die Mög­lich­keit Grie­chen­lands gesam­tes Ban­ken­sy­stem für einen so lächer­li­chen Betrag zu über­neh­men unwi­der­steh­lich verlockend.

Das Ergeb­nis ist ein Ban­ken­sy­stem, das immer noch von NPLs über­flu­tet und von anhal­ten­der Rezes­si­on gebeu­telt ist. Bei der letz­ten Run­de der Reka­pi­ta­li­sie­rung stei­ger­ten sich die Kosten wei­ter, da die Troi­ka mit Ent­schlos­sen­heit an ihrer Pra­xis „zu-ver­län­gern-und-so-tun-als-ob-es-hilft“ fest­hielt. Nie zuvor haben die Steu­er­zah­ler so Viel für so Weni­ge für so wenig Gegen­lei­stung zah­len müssen.

[ Über­set­zung: W.v.Sulecki]

bookmark_borderWenn Shakespeare vom Atom gewußt hätte ....

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Screen­shot aus [Quel­le: twit­ter]

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Ich bezweif­le, dass die Schluß­fol­ge­rung kor­rekt ist. Shake­speare war ein getrie­be­ner Mensch der all das los­wer­den muß­te was in sei­nem Kopf her­um­schwirr­te. Eine mög­li­cher­wei­se alter­na­ti­ve Prä­sen­ta­ti­on des The­mas viel­leicht, aber einen so wich­ti­gen Aspekt mensch­li­cher Wesen­äu­ße­rung ganz weg­las­sen? Wohl kaum.

Jeden­falls begeg­nen wir hier wie­der­um dem Phä­no­men der Bestimmt­heit der Lebe­we­sen durch die mole­ku­la­re Che­mie, die letzt­lich auf das Atom zurück­zu­füh­ren ist. So wenig es uns gefal­len mag: 

Wir sind nicht "selbst­be­stimmt" im Sin­ne von "frei" oder "unab­hän­gig", son­dern Ergeb­nis von unwill­kür­li­cher Inter­ak­ti­on von Ato­men. Zufäl­lig so wie wir sind. Wie alles Leben auf die­sem Planeten.

bookmark_borderAllegorisches ....


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Bei der Betrach­tung die­ses Vide­os muß­te ich an unser mensch­li­ches Leben & Ver­hal­ten den­ken. Auch wir reagie­ren wie die­se klei­nen Vögel: 

Erwerbs­ar­beit führt zu einer Beloh­nung - doch die wirk­li­chen Nutz­nie­ßer fer­ti­gen die Arbei­ten­den mit ein paar Nüs­sen oder Kör­nern, den berühmt gewor­de­ne­nen 'pea­nuts' ab.
Den Löwen­an­teil der Ein­künf­te behal­ten sie selbst ....

bookmark_borderEin Versprechen .... und sein Wert

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g°°gl°

Screen­shot aus [Quel­le]

Über­set­zung:
Durch Unter­zeich­nung des "K-12 Ser­vice Pro­vi­der Pledge" ver­sprach Goog­le nicht die Pri­vat­sphä­re der Schü­ler zu ver­let­zen, und EFF [Elec­tro­nic Fron­tier Foun­da­ti­on] weist dar­auf hin, dass die FTC [Fede­ral Trade Com­mis­si­on] sol­che Zusa­gen der Indu­strie in der Ver­gan­gen­heit sehr ernst genom­men hat. "Goog­le hat sich durch Unter­schrift dem "Schü­ler Pri­vat­sphä­re Ver­spre­chen" ange­schlos­sen aber sei­ne Hand­lun­gen sind genau das Gegen­teil die­ses Ver­spre­chens," sag­te Gil­lu­la. "Als Ergeb­nis stel­len Goo­gles Hand­lun­gen unfai­re und irre­füh­ren­de Han­dels­prak­ti­ken dar, weil sie der Öffent­lich­keit eine bestimm­te Ver­hal­tens­wei­se ver­spro­chen haben, dann aber genau das Gegen­teil getan haben."

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Goog­le wur­de dabei ertappt die Daten von Schü­lern, die mit­tels Chro­me Sync mit Zweit- und wei­te­ren Com­pu­tern aus­ge­tauscht wur­den, abge­grif­fen zu haben. Die Abfra­gen, auf­ge­ru­fe­nen Sei­ten und Stand­or­te der Schü­ler (Kin­der­gar­ten bis 12. Klas­se 'High­school') wur­den so zu kom­mer­zi­el­len Zwecken ermit­telt & gespeichert.

Der Fall beleuch­tet was schon immer behaup­tet, aller­dings sel­ten bewie­sen wurde:

Was 'mach­bar' ist wird auch gemacht - vor allem, wenn damit Geld ver­dient wer­den kann.

Ver­spre­chen von sol­chen Groß­un­ter­neh­men sind völ­lig wert­los. Solan­ge sie nicht erwischt wer­den machen sie was sie wol­len. Buß­gel­der wer­den in Kauf genom­men und stel­len meist nur einen Bruch­teil des­sen dar was durch ille­ga­le Machen­schaf­ten ver­dient wer­den konnte.

Abhil­fe könn­te hier nur ein dro­hen­des Betä­ti­gungs­ver­bot, also eine Total­sper­re des Dien­stes brin­gen: Das - euro­pa­weit ange­wen­det - dürf­te selbst ein Rie­sen­un­ter­neh­men wie Goog­le zum Nach­den­ken zwingen.

bookmark_borderErweiterung des literarischen Angebotes

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Mei­ne Frau - indem sie den Hund strei­chelt, der schnar­chend auf der Couch liegt - teilt mir fol­gen­des mit: Sie pla­ne dem­nächst die Her­aus­ga­be eines Buches mit dem Titel

"Wie ich mein Leben zwi­schen zwei Schnar­chies fristete!"
Nun muß ich mir ernst­haft Gedan­ken über eine Gegen­ver­öf­fent­li­chung machen.
Sie schnarcht näm­lich auch.
Lau­ter als der Hund.

bookmark_border"Das Kind muß nur einen Namen haben!"

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Den Aus­spruch, zitiert in der Titel­zei­le, pfleg­te mei­ne Groß­mutter zu benut­zen um zu beschrei­ben, wie eine unbe­que­me Sache dem Umfeld schmack­haft zu machen sei. So schlicht es klingt, so aktu­ell scheint es für man­che Poli­ti­ker heu­te noch zu sein. 

.. Was Par­tei­chef Sig­mar Gabri­el den Dele­gier­ten dar­in vor­schlägt:
kei­ne pri­va­ten Schieds­ge­rich­te mehr, dafür ein „Inve­sti­ti­ons­ge­richts­sy­stem“ ..

[Quel­le]

Von sei­nem eige­nen Stand­punkt aus gese­hen meint Herr Gabri­el er kön­ne die Kri­ti­ker von TTIP dadurch 'mund­tot' machen indem er ihnen alten Wein in neu­en Schläu­chen präsentiert:
Klei­ne Namens­än­de­rung für die Schieds­ge­rich­te zu "Inve­sti­ti­ons­ge­richts­sy­stem".

Was Herr Gabri­el ver­kennt ist die Tat­sa­che, dass es sehr viel mehr Men­schen gibt die intel­li­gen­ter sind als er und ihm des­we­gen nicht auf den Leim gehen - da hilft auch sei­ne schnod­de­ri­ge Abwehr­hal­tung nicht mit der er Kri­tik abzu­schmet­tern versucht.

Bedau­er­lich nur, dass sich die­ser noch weni­ger als mit­te­mä­ßi­ge Ansatz durch­set­zen wird - die SPD ist stets 'auf Linie' geblie­ben und hat sich als treu wedeln­des Schoß­hünd­chen, als 'ver­läß­lich' und oppor­tu­ni­stisch erwiesen.

bookmark_borderÜberzeichnet oder realistisch ...?

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P-zu-M

.Abbil­dung:
Screen shot aus der ZDF-Sen­dung "Wils­berg"

 

 

 

 

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Die Media­the­ken / live streams der Fern­seh­an­stal­ten sind eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit sich Sen­dun­gen dann anzu­se­hen wenn man nicht an das Pro­gramm­sche­ma gebun­den sein will - oder kann - was ja auch in der ent­spre­chen­den Wer­bung her­aus­ge­stellt wird.

Ganz abge­se­hen von den mög­li­cher­wei­se "ver­steck­ten Absich­ten" die Kri­mis trans­por­tie­ren schaue ich mir gern die in Mün­ster spie­len­den Kri­mis an. Dies obwohl ich zu der Stadt und ihren erz­kon­ser­va­ti­ven, wenn nicht zu sagen: gei­stig unbe­weg­li­chen Bewoh­nern, durch­aus ein zwie­späl­ti­ges Ver­hält­nis habe. Viel­leicht habe ich dort aber ein­fach nur zu lan­ge (25+ Jah­re) gewohnt.

Unge­wohnt kri­tisch fiel der gest­ri­ge Mün­ster-Kri­mi aus: Estab­lish­ment-bas­hing vom fein­sten. Da beka­men Homöo­pa­thie­gläu­bi­ge, Phar­ma­un­ter­neh­men und das Wach­per­so­nal von Asyl­be­wer­ber­wohn­stät­ten ordent­lich 'ihr Fett weg'. Mit Recht, ins­be­son­de­re die Wach­leu­te, davon konn­te ich mir per­sön­lich in Bie­le­feld vor eini­gen Wochen ein Bild machen. Gro­be, unge­ho­bel­te, rechts­la­sti­ge Typen, die an die­ser Stel­le grund­sätz­lich fehl am Plat­ze sind, es fehlt ihnen an mensch­li­cher Wär­me, Ver­ständ­nis­be­reit­schaft und inter­kul­tu­rel­ler Kompetenz.

Doch zurück zum Kri­mi - den ich ins­ge­samt als "gelun­gen" bezeich­nen möch­te. Wenn auch, und da wird es schon kri­ti­scher, die Cha­rak­te­re stets etwas zu sehr Kari­ka­tu­ren ähneln, die sich über­mä­ßig auf­ge­bla­sen geben und völ­lig über­zeich­net sind. Wie etwa der oben in der Abbil­dung dar­ge­stell­te Chef von Wils­berg-Freund Ecki. 

Aber mög­li­cher­wei­se muß das sein um selbst dem trot­te­lig­sten Zuschau­er eine Chan­ce zu geben zu ver­ste­hen wer 'böse' und wer 'gut' ist. Soll­te aller­dings zutref­fen wie 'Vor­ge­setz­te' dar­ge­stellt sind wäre das ein Armuts­zeug­nis, ein Ein­ge­ständ­nis der Mit­te­mä­ßig­keit deut­scher Führungskräfte.

bookmark_borderWer nichts tut
macht nichts falsch?
Falsch.

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P-zu-M

["click!" auf das Zitat führt zum kom­plet­ten Artikel]


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Schon öfter habe ich auf die Per­spek­tiv­lo­sig­keit der deut­schen Poli­tik unter Kanz­le­rin Mer­kel hin­ge­wie­sen. Nun las ich (Zitat oben), dass sich offen­bar allent­hal­ben Autoren dar­über Gedan­ken machen und es - da bin ich völ­lig sicher - eben­so nicht akzep­ta­bel fin­den wie wir hier regiert werden. 

Sie ken­nen sicher den blö­den Spruch vom "Beam­ten-Mika­do":
"Wer sich zuerst bewegt hat verloren!" 

So ist mir die Merkel'sche Poli­tik über wei­te Strecken vor­ge­kom­men. Nur kein Auf­he­bens, immer auf Ruhe und Aus­gleich bedacht, kei­ne The­men anpacken die sich als kon­tro­vers erwei­sen könn­ten. Kei­ne Plä­ne für die näch­sten 10, 20 oder 30 Jah­re, die gleich meh­re­re Her­aus­for­de­run­gen hin­sicht­lich Bevöl­ke­rungs­struk­tur, Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung und glo­ba­ler Frie­dens­er­hal­tung brin­gen wer­den, um nur eini­ge zu nennen. 

So kann man einen Kir­chen­chor, eine Kin­der­ta­ges­stät­te aber nicht mal eine Imbiß­bu­de füh­ren. Für eine Regie­rung reicht das ganz sicher nicht. 

Dazu paßt ein wei­te­res Zitat, das ich heu­te eben­falls las:


Solan­ge Menschen
die das Netz kaum selbst nutzen
Inno­va­ti­on vor­an trei­ben sollen
bleibt Deutsch­land digi­ta­les Entwicklungsland.

 
Lei­der wahr - und es ist nur ein Sym­ptom einer 'kran­ken' Regierungspolitik:
Bewah­ren, Pfrün­de sichern und kon­ser­va­ti­ve Wer­te zementieren.


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*[Zitat]

bookmark_borderPreisunterschiede

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Vie­le Arti­kel des täg­li­chen Bedarfs sind in den mei­sten Län­dern auf erstaun­li­che Wei­se dem Ein­kom­mens­ni­veau ange­paßt. Egal in wel­chem euro­päi­schen Land man sich auf­hält kann man das selbst leicht erken­nen. Ein Blick auf die ein­schlä­gi­ge Sta­ti­stik ver­mit­telt einen Ein­druck zum durch­schnitt­li­chen Ver­dienst der dor­ti­gen Bevölkerung. 

Grund­nah­rungs­mit­tel kön­nen sich meist selbst jene Men­schen in aus­rei­chen­der Men­ge lei­sten die ledig­lich über gerin­ge Mit­tel ver­fü­gen. Sowie es aller­dings anspruchs­vol­le­re Pro­duk­te sind klafft zwi­schen denen die sie bezah­len kön­nen und denen die es sich nicht kau­fen kön­nen eine immer grö­ße­re Lücke.

Kürz­lich muß­te ich den Vor­rat an Schmerz­ta­blet­ten erneu­ern und war sehr erstaunt:
30 Tablet­ten Ibu­profen 400 zum Preis von 2,05 €uro - das war unschlag­bar gün­stig. In Deutsch­land hat­te ich zuletzt für 20 Tablet­ten des glei­chen Wirk­stof­fes in glei­cher Dosie­rung noch mehr als acht €uro bezahlt. Was bei glei­cher Men­ge (30 Stück) den stol­zen Preis von ca. 12,00 €uro aus­ge­macht hätte.

Sechs­mal soviel?
Wie erklärt sich das?

An der Ver­packung und der Her­stel­lung kann es nicht lie­gen - schließ­lich kosten die Maschi­nen über­all auf der Welt gleich viel. Das gilt auch für die Chemikalien.

Es gibt (min­de­stens) vier Grün­de für den Preisunterschied:

  • Erstens ist der Her­stel­ler­preis niedriger;
  • Zwei­tens legt der Staat eine Preis­ober­gren­ze für die Wirk­stof­fe als Fer­tig­arz­nei­mit­tel fest;
  • Drit­tens ver­die­nen die Apo­the­ker in Spa­ni­en weni­ger pro Packung;
  • Vier­tens sind bestimm­te Pro­duk­te von der Ver­schrei­bung aus­ge­schlos­sen und daher 'zieht' der Preis von ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Sub­stan­zen den der frei ver­käuf­li­chen, nied­ri­ger dosier­ten Pil­len nicht nach oben.

"Medi­ca­men­to suje­to a pre­scrip­ción médi­ca" was heißt: "Arz­nei­mit­tel auf ärzt­li­che Ver­schrei­bung" - steht zwar auf der Packung, aber was in "D" nicht denk­bar ist sehen die Spa­ni­er locker, man bekommt dies Arz­nei­mit­tel näm­lich auch ohne Verschreibung.

200 mg sind in "D" ver­schrei­bungs­frei. Was dar­über dosiert ist bedarf einer Ver­schrei­bung. Welch ein Quatsch, denn wenn man 2 x 200 mg ein­nimmt ist die Dosie­rung wie bei einer 400 mg Tablette.

Zurück zu den ein­gangs dis­ku­tier­ten Lebens­hal­tungs­ko­sten. Am Bei­spiel der Tablet­ten - natür­lich kein wesent­li­cher Fak­tor des nor­ma­len Haus­halts­bud­gets - wird deut­lich war­um ins­ge­samt die Aus­ga­ben eines spa­ni­schen Haus­hal­tes nied­ri­ger aus­fal­len als in "D". Die klei­nen Unter­schie­de addie­ren sich, ins­ge­samt wer­den so die Kosten gerin­ger und machen, übers Jahr berech­net, einen merk­li­chen Unter­schied aus.