Geschichte

Als Natur­wis­sen­schaft­ler schaut man eher auf ein­zel­ne Fak­ten als auf eine umfas­sen­de Sicht­wei­se, die­se zeich­net sich höch­stens aus der Sum­me der Befun­de irgend­wann ab und ändert dann not­wen­di­ger­wei­se die Basis des Wis­sens, schreibt also 'neue Erkennt­nis­se' und ver­wirft teil­wei­se alte Ergebnisse.

Ganz anders ist es, wenn man die Geschich­te der Mensch­heit, der eige­nen Nati­on, des unmit­tel­ba­ren Lebens­krei­ses betrach­tet. Ich wage mich heu­te auf frem­des Ter­ri­to­ri­um: Gei­stes­wis­sen­schaft. "Geschich­te" aus natur­wis­sen­schaft­li­cher Sicht, unver­brämt, unge­schönt, unverzerrt. 

Eine *krea­tiv ver­än­der­te* Sicht der Geschich­te kommt von vie­len Sei­ten. Jede die­ser Sicht­wei­sen basiert auf dem Wunsch für die Gegen­wart die Ver­gan­gen­heit so erschei­nen zu las­sen, dass sie mög­lichst vor­teil­haft für die eige­ne Argumentation/Person ist.

Dabei ist es doch kein Man­gel, wenn man in der frü­he­ren Geschich­te sowohl klei­ne als auch gro­ße Feh­ler auf der 'eige­nen' Sei­te zulässt und wahr­heits­ge­treu dar­stellt. Es macht Geschich­te eher zu einer leben­di­gen, plau­si­blen und chao­ti­schen Rea­li­tät und weni­ger zu einem gut gemach­ten und viel­leicht noch bes­ser erzähl­ten Märchen.

Eine brei­te­re Sicht der Geschich­te kon­tra­stiert Geschich­ten mit unum­stöß­li­chen Fak­ten, die nicht immer zur vor­her fest­ge­leg­ten Erzäh­lung pas­sen, die man­che Men­schen gern ande­re glau­ben machen wollen.

Geschich­te hat Höhe­punk­te, aber nur weni­ge End­punk­te. So lan­ge man lebt wer­den Ände­run­gen nötig, denn es han­delt sich nicht um einen sta­ti­schen, son­dern einen dyna­mi­schen Prozess. 

Wovor man sich hüten soll­te ist, Ent­schei­dun­gen zu hin­ter­fra­gen, die vor einem bestimm­ten Hin­ter­grund in frü­he­ren Jah­ren getrof­fen wur­den. Die äuße­ren Umstän­de zu bele­ben, sie so dar­zu­stel­len wie es war, ist schon unmöglich: 

Man hat die Sicht­wei­se auf Ver­gan­ge­nes nur aus der eige­nen Per­spek­ti­ve - und die "Geschichts­schrei­bung" ori­en­tiert sich nach wie vor am 'gro­ßen Gan­zen' und nicht an Ein­zel­schick­sa­len (Aus­nah­men ausgenommen!).

Wo wir auf­merk­sam sein müs­sen ist, jeder 'krea­ti­ven Neu­fas­sung' auf die Spur zu kom­men, denn Mani­pu­la­tio­nen sind heut­zu­ta­ge schnel­ler und umfas­sen­der mög­lich als frü­her, wo man noch Papier und Stift brauch­te und Fäl­schun­gen leicht zu erken­nen waren. Elek­tro­nisch ist Vie­les mach­bar gewor­den - und die aktu­el­le Macht strebt gern danach ihre angeb­li­chen Wur­zeln etwas geschönt zu vermitteln.

Kommentare

      1. Einer­seits die­se gan­ze Trog "Feminismus/Identity Poli­tics", und dann das Estab­lish­ment hier­zu­lan­de, dass sich seit Jah­ren mit Élan bemüht, das Bild von der DDR nur noch ver­bun­den mit "Mau­er, Sta­si und Sta­chel­draht" zu eta­blie­ren - damit die gegen­wär­ti­gen Misstän­de die­ses Staa­tes ver­ges­sen gemacht werden.

      2. Die 'Sie­ger' bestim­men doch seit Anbe­ginn der Mensch­heit die Dar­stel­lung der Geschich­te .... Orwell sagt: "Wer die Ver­gan­gen­heit kon­trol­liert, kon­trol­liert die Zukunft. Wer die Gegen­wart kon­trol­liert, kon­trol­liert die Ver­gan­gen­heit." (Geor­ge Orwell, 1984)"
        Das ist natür­lich einen Rie­sen­schwei­ne­rei - aber noch gibt es ja Alter­na­ti­ven zur offi­zi­el­len Lesart.

        Femi­nis­mus, ein Reiz­wort! Ich bin bestimmt der Letz­te, der Frau­en etwa Rech­te abspre­chen woll­te, doch die mili­tan­te Vari­an­te "Ich will Alles - und zwar sofort, und das bit­te unter Umkehr der frü­he­ren Macht­ver­hält­nis­se" ist ja bestimmt kei­ne anhal­ten­de Lösung, son­dern erzeugt unnö­ti­gen Widerstand!

      3. @matrixmann

        Das Pro­blem mit der DDR ist, dass all das, was gut war (z.B. Zusam­men­halt, Impro­vi­sa­ti­ons­ta­lent, Zuge­hö­rig­keit) Fol­gen und Aus­druck der Umstän­de war. Die Umstän­de waren vor allem Man­gel an allen Ecken und Enden und das Dik­tat des Politbüros.

        Man kann das Gute der DDR nicht ohne das Schlech­te in ihr den­ken, wenn man ehr­lich blei­ben will. Das Gute in der DDR ent­stand nicht aus sich selbst her­aus, son­dern weil die Men­schen der Umstän­de wegen dazu gezwun­gen waren. Ein gutes Netz­werk war wich­tig, wenn man bestimm­ter Din­ge hab­haft wer­den woll­te, wie z. B. Kon­sum­gü­ter, Ersatz­tei­le oder Baustoffe. 

        Mau­er, Sta­si und Sta­chel­draht haben zu dem geführt, was wir Ossis heu­te als gut emp­fin­den und haben es gleich­zei­tig - und damit auch sich selbst - wie­der zer­stört. Die feh­len­de Rei­se­frei­heit war nur ein klei­ner Teil der Fru­stra­ti­on, denn zum Glück hat­ten wir ja die Ost­see und FFK. Aber spä­te­stens als man nicht mehr sicher sein konn­te, ob einen nicht der beste Freund, der Bru­der oder die eige­ne Ehe­frau bespit­zel­te, war das Urver­trau­en in ande­re Men­schen erschüt­tert. Das war einer der gro­ßen Sarg­nä­gel der DDR, wenn nicht gar der Größte.

        Die DDR war eine Dik­ta­tur. Punkt. Sie hat Men­schen in unmensch­li­che Gefäng­nis­se ein­ge­sperrt, die sich poli­tisch gegen sie enga­gier­ten. Sie hat Men­schen getö­tet, die sie ver­bo­te­ner­wei­se (!) ver­las­sen woll­ten oder län­ge­re Zeit zu "den Poli­ti­schen" gesperrt. Sie hat ihre Kin­der indok­tri­niert (ich habe heu­te noch die misti­gen Tex­te und Melo­dien, der "Arbei­ter­kampf­lie­der" im Kopf, die ich gegen mei­nen Wil­len gezwun­gen war zu ler­nen und mit­zu­sin­gen) und sie hat Kin­der mili­ta­ri­siert (GST = gelockt wur­de mit dem Füh­rer­schein, für den man sich sonst mit lan­ger War­te­zeit anmel­den musste).

        Ich kann nicht nach­voll­zie­hen, wie Sie den Ein­druck gewin­nen konn­ten, dass "die­ser Staat" die DDR her­nimmt, um von sei­nen eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten abzu­len­ken? Wo und wann macht er das? Und wie? Mir ist das noch nie, jeden­falls nicht als poli­ti­sche oder media­le Stra­te­gie, aufgefallen.

      4. @wvs
        Seufz, ja, das ist natür­lich so...
        Aber, ich muss bemer­ken, seit dem die­ser Pfar­rer Bun­des­prä­si­dent war, von dem man unter der Hand sagt, er ist auch nur dann noch zum Wider­stand gege­gan­gen, als die Lawi­ne schon roll­te und es nicht mehr so viel zu befürch­ten gab - seit dem inten­si­viert sich die Medi­en­pro­pa­gan­da dazu wie­der. Es gab vie­le Jah­re, wo das The­ma ledig­lich zu den beson­de­ren Tagen auf­kam, die geschicht­lich dar­in rele­vant waren, und dann war es auch wie­der vorbei.
        Jetzt wird inzwi­schen jeder Stein wie­der drei Mal umge­dreht, um dadrun­ter einen neu­en Aspekt zu fin­den, in dem die DDR beson­ders schlecht war - aller­dings, ohne die Rech­nung auf­zu­ma­chen, wel­che Zustän­de oder Umstän­de zeit­lich in die­sem Punkt in der BRD herrschten.
        Das fällt lei­der ein­fach auf... Man muss es so sagen.

        Bei mir ist das F-Wort auch schon lan­ge ein Reiz­wort, und ich habe diver­se Grün­de dafür.
        Vor allen Din­gen ver­sucht man Femi­nis­mus in so ziem­lich alles hin­ein­zu­re­den, was mit Frau­en­rech­ten zu tun hat - ohne dabei zu berück­sich­ti­gen, das Femi­nis­mus erst nach dem 2. Welt­krieg ent­stand. Rosa Luxem­burg, Cla­ra Zet­kin und Marie Curie kön­nen kei­ne Femi­ni­stin­nen gewe­sen sein, weil es die­se Den­ke­wei­se und die­se Ideo­lo­gie dort noch nicht gab. Zudem ist sie ein Pro­dukt aus Übersee...

        @ Olaf
        Ich weiß nun nicht, aus wel­cher Gegend du stammst... Soweit mir bekannt hat das selbst inner­halb der DDR ein Gefäl­le gege­ben, was die­se gan­ze Tyran­nei des Staa­tes und sei­ner Reprä­sen­tan­ten gegen die nor­ma­le Bevöl­ke­rung anging (dar­un­ter ein­ge­schlos­sen: Leu­te, die es zu einem Posten geschafft haben, und sich jetzt mit ihrem Titel wie der letz­te Arsch aufspielen).

        Zu der Sache mit dem Man­gel und der Rei­se­frei­heit (als gro­ße Zug­pfer­de unter den Argu­men­ten) will ich mal näher drauf eingehen.
        Klar, die Bevöl­ke­rung hat kom­pen­siert, weil sich die Umstän­de nicht ändern ließen.
        Aller­dings - die Umstän­de an sich sind nicht rein die Schuld von den dama­li­gen Regierenden.

        Es gibt da zwei Din­ge: Unter Ulb­richt war im Han­del (ins­be­son­de­re inter­na­tio­nal) vie­les noch ein wenig anders; die Mate­ri­al­knapp­heit stell­te sich erst in den spä­ten 70ern/Anfang der 80er ein, als Erich kam - und, was ich ver­mu­ten wür­de, die Ölkri­se auch hier ankam.
        Das kann man dre­hen und wen­den wie mal will - auch damals war es schon so, dass man sich nicht ein­fach auf eine abge­le­ge­ne Insel zurück­zie­hen und einen Zaun drum machen konn­te und sich ein­lul­len konn­te, alle glo­ba­len Wirt­schafts­pro­ble­me gehen jetzt an einem vor­bei. Das stimmt über­haupt nicht!
        Mir ist das jeden­falls durch Leu­te bekannt, die in der Zeit vor Erich schon gelebt haben (auch als Erwach­se­ne), dass es dort längst nicht so schlimm war wie spä­ter mit der Mate­ri­al­knapp­heit oder dass es nichts zu kau­fen gab. Das fiel mit dem Wech­sel an der Spit­ze zusam­men. Irgend­was müs­sen die durch Ulb­richt damals gehabt haben (ich ver­mu­te mal: Bezie­hun­gen), was Erich spä­ter dann nicht mehr hatte.

        Die ande­re Sache ist mal die - und die muss ich so radi­kal auf den Tisch wer­fen wie sie ist:
        Was wäre, wenn der Euro plötz­lich nichts mehr wert wäre? Stän­de man dann noch genau­so da wie jetzt, dass die Läden voll wären? Man sich Pro­duk­te sonst­wo in der Welt fer­ti­gen las­sen kann, um sie dann nur noch zu importieren?
        Genau so ein Pro­blem hat­te die DDR. Die DDR-Mark war nir­gend­wo aner­kannt; jede Bank, jeder Händ­ler hat dir gesagt "Besor­gen se sich doch erst mal anstän­di­ges Geld!".
        Das kann heut­zu­ta­ge jeden Land der Welt von heu­te auf mor­gen genau­so gehen, wenn des­sen Wäh­rung plötz­lich für äußerst gering gehan­delt wird oder sogar boy­kot­tiert wird.
        Dann bedeu­tet es näm­lich "Allen Kram, den ihr haben wollt, müsst ihr selbst pro­du­zie­ren - oder es gibt geben nichts.".

        Die DDR hat in dem Fall ein mensch­lich ande­res Ver­bre­chen began­gen: Sie hat sich zum Chi­na Euro­pas machen las­sen. Für alle ande­ren Län­der wie bescheu­ert pro­du­ziert, zu Lasten der eige­nen Umwelt und der eige­nen Bevöl­ke­rung, nur um ein paar Devi­sen abzu­be­kom­men. Selbst Medi­ka­men­ten­tests, die man heu­te in Indi­en oder ande­ren Gegen­den der Welt vor­nimmt, wo sich die Leu­te kei­ne moder­ne Medi­zin lei­sten kön­nen, gehör­ten spä­ter auch dazu. (Ein­zig bleibt hier im Dun­kel: Wuss­ten die Ärz­te das über die Medi­ka­men­te, die sie ver­ab­reich­ten, im Glau­ben, dass sie hel­fen, oder haben die etwas in die Hand bekom­men, von denen man ihnen den genau­en Hin­ter­grund nicht erzählt hat?).
        Das mora­lisch ver­werf­li­che dar­an: Sie haben für Län­der pro­du­ziert und an sie ver­kauft, die sonst ihrem wirt­schaft­li­chen System Tod und Teu­fel an den Hals gewünscht haben. Haben sich wis­sent­lich als Bil­lig­lohn­land miss­brau­chen las­sen und haben dar­um noch ein Geheim­nis gemacht, weil es nicht in die ober­ste Dok­trin pass­te, mit dem Feind doch Bezie­hun­gen ein­ge­hen zu müs­sen - vor allen Din­gen sol­che, wo sie der sind, der (im über­tra­ge­nen Sin­ne) unten liegt.

        Die Rei­se­un­frei­heit und das gan­ze Geschnüf­fel ergab sich aus einem ganz ande­ren Aspekt: Hier in Euro­pa stan­den sich zwei Blöcke von Atom­ra­ke­ten gegenüber.
        Kei­ner woll­te, dass irgend­je­mand davon auf den Knopf drückt.
        Bei­de Sei­ten haben aber Spio­na­ge und Sabo­ta­ge dane­ben betrie­ben, sodass es hät­te dazu kom­men können.
        Allen vor­an waren dann noch die Dis­pu­te der bei­den gro­ßen Sie­ger­mäch­te, die hier in Mit­tel­eu­ro­pa stan­den, für die Deutsch­land sowas wie ein Puf­fer zwi­schen ihnen war, der im Ernst­fall hät­te das erste abfan­gen dürfen.
        Fak­tisch war es so: Nach dem 2. Wk war die­ser Fleck hier immer noch im Kriegszustand.
        Die Sei­te hier woll­te in die­ser Hin­sicht nichts anbren­nen las­sen, sie woll­ten nicht ver­nich­tet wer­den nur wegen irgend­ei­nem dum­men Geplän­kel (und "Geplän­kel" gab es viel bis die Mau­er stand).
        Dar­um ging das nicht ein­fach so mit dem Reisen.

        Einen ande­ren Aspekt dar­an, her­ge­lei­tet aus dem Prä­senz wie das z. B. mit "nach Nord­ko­rea rei­sen" ist: Wie soll man rei­sen, wenn die Län­der, zu denen man hin wol­len wür­de, gar kei­ne Ver­bin­dung zum eige­nen Land anbieten?
        Nach NK z. B. kommt man heut­zuage nur über Chi­na und über eine Ver­bin­dung über Weiß­rus­s­land, die mal vor Jah­ren ein­ge­rich­tet wur­de. Sonst nicht. Es lan­det kein west­li­cher Flie­ger dort.
        Abschot­tung kann man auf zwei­te Wege errei­chen: Indem, dass sich das betrof­fe­ne Land selbst abschot­tet - oder, indem, dass der Rest der Welt die­ses Land boy­kot­tiert und kei­ne Bezie­hun­gen zu ihm pflegt bzw. sie sogar ablehnt. Stich­wort: Sank­tio­nen usw..
        So bekommt man das auch hin.

        Wie weit das der Fall war, lässt sich für mich schlecht sagen, weil ich dafür zu jung bin - aber das will ich als wich­ti­ge Denk­an­re­gung dalas­sen, weil vie­le die­se zwei­te Metho­de nicht bedenken.

        War­um soll da der Ein­druck auf­kom­men, man benutzt die Schand­ta­ten und die Misstän­de der DDR, um von eige­nen abzulenken?

        Einer­seits, dass in der Gegen­wart eher wenig in der BRD ordent­lich läuft, was nicht die Poli­ti­ker und die Rei­chen betrifft - und das kon­ti­nu­ier­lich wach­send seit Jahren.

        Ande­rer­seits - wenn z. B. irgend­ei­ne Doku sich auf einen bestimm­ten Aspekt fest­beißt, es wird kaum oder nie der Ver­gleich zu ähn­li­chen Struk­tu­ren in der BRD in der sel­ben Zeit gezogen.

        Weißt du, was mit Kin­dern von beken­nen­den oder auch nur ver­däch­tig­ten Kom­mu­ni­sten in der Zeit pas­siert ist, als man die KPD ver­bot? Ob denen nicht auch die Kin­der weg­ge­nom­men und sie in "ordent­li­che­re" ( = lini­en­treue) Fami­li­en gege­ben wurden?

        Was ist mit sol­chen, die außer­halb der Ehe gebo­ren wur­den? Die haben das ihr Leben lang zu hören bekom­men, obwohl die nicht mal wuss­ten oder ver­stan­den, warum.

        Min­der­jäh­ri­ge Schwan­ge­re wur­den genö­tigt, den Kinds­va­ter zu hei­ra­ten, damit kein (fak­tisch unsin­ni­ges) Stig­ma auf ihnen lastete.
        Weiß man, was mit min­der­jäh­ri­gen Schwan­ge­ren in der BRD pas­sier­te, die kei­nen Kin­des­va­ter zum hei­ra­ten hat­ten? Ob da nicht auch Kin­der ein­fach zur Adop­ti­on frei­ge­ge­ben wur­den wegen der "Schan­de auf der Fami­lie"? Oder gar abge­trie­ben oder getö­tet mit Wald- und Wiesen-Methoden?

        Über Vor­komm­nis­se in bestimm­ten Jugend­werk­hof­ein­rich­tun­gen oder Hei­men wur­de in der jüng­sten Zeit berich­tet. (Ich for­mu­lie­re es so, weil ich die Gene­ra­li­sie­rung nicht über­neh­men will, weil es zu vie­le Leu­te umge­kehrt auch gibt, die sagen, ihnen hat das gut getan. - Ich hät­te da eher im Ver­dacht, dass in kon­kre­ten Stand­or­ten sol­che Struk­tu­ren ein­ge­fleischt waren und über Günst­lings­wirt­schaft dage­gen nichts unter­nom­men wurde.)
        Die BRD hat­te da auch Ein­rich­tun­gen, häu­fig von der Kir­che betrie­ben. Nach außen hin Wohls­tä­tig­keit, drin­nen dage­gen wur­den die Kin­der syste­ma­tisch schicka­niert, ver­prü­gelt, sexu­ell miss­braucht, ille­gal Medi­ka­men­te an ihnen gete­stet - die Schil­de­run­gen, die mir eine Betrof­fe­ne in einem Selbst­hil­fe­fo­rum dazu mal gab, das erin­ner­te mich stark an die reli­giö­se Ver­narrt­heit der Mut­ter von Car­rie (aus Ste­phen Kings Erst­lings­werk). Schicka­nie­re­rei, weil ein Mäd­chen im begin­nen­den Puber­täts­al­ter sei­ne Peri­ode kriegt usw. ...
        Für die Insas­si­nen von sol­chen Hei­men war Ulri­ke Mein­hof spä­ter eine Hel­din (man den­ke dar­an, die hat­te auch mal an einem Film mit­ge­wirkt, der sich um das The­ma drehte).
        Ich den­ke, sol­che Details spre­chen Bän­de wie es in sol­chen Ein­rich­tun­gen u. a. zuge­gan­gen ist.
        Wo ist das zum Ver­gleich in ihren DDR-Bashing-Dokus?

        Auch, stel­le ich in Erzäh­lun­gen von schwerst Trau­ma­sier­ten fest, in der BRD wur­den Kin­der, die zu ande­ren als Pfle­ge­kin­der gege­ben wur­den, zu Men­schen hin­ge­bracht, da wur­de kein biss­chen nach­kon­trol­liert, ob die es da gut haben wür­den. Die sind in sonst­was gelan­det, was schein­bar die Koh­le für die­sen "Dienst" brauch­te, und dort haben die dann ein Mar­ty­ri­um erlebt, von dem jah­re­lang nie­mand irgend­was gewusst oder bemerkt haben will.
        Kei­ne Ahnung, wel­che Kri­te­ri­en da zähl­ten, aber offen­sicht­lich ging es da auch nicht mit dem Kin­des­wohl zu, son­dern mit irgend­wel­chen ande­ren Din­gen (ana­log zu hie­si­gen Begün­sti­gung von Linientreuen).

        Beim The­ma "geraub­te Kin­der" gibt es inzwi­schen sogar eine auf­ge­deck­te Syste­ma­tik in Spa­ni­en, die über Jahr­zehn­te ging, bis in die Neu­zeit reicht, von der man unter Hand behaup­ten kann, es hat mit dem ideo­lo­gi­schen Schat­ten von Fran­co zu tun.

        Kin­der kau­fen oder das Geschäft mit der Leih­mut­ter­schaft heu­te ist sogar ein Pro­blem, das in der Gegen­wart besteht. Bloß die DDR hat so etwas gemacht? Unsinn!

        Und gera­de auch der bekannt gewor­de­ne Fall des Gustl Mollath soll­te einem ver­deut­li­chen - auch in der BRD wer­den poli­tisch unlieb­sa­me oder Leu­te, die feste Klün­gel­struk­tu­ren bedro­hen, im Ernst­fall bei­sei­te geschafft. Getö­tet, gesui­zi­d­et, für dumm erklärt oder deren Leben ruiniert.
        Die Vete­ri­när­ärz­tin, die Anfang der 90er schon BSE erkann­te, hat man auch ihre Kar­rie­re kaputt gemacht; spä­ter gen Ende der 90er wur­de dar­aus ein gro­ßes The­ma gemacht, weil es nicht mehr zu über­se­hen war. Drei mal darf man raten, war­um das so lief. Lob­by­is­mus und "erzähl doch bloß kei­ne nega­ti­ven Din­ge!" usw..

        Zum The­ma "Anschei­ße­rei" kann ich mich auch auslassen:
        1.) Anschei­ße­rei floriert.
        2.) Schreib irgend­was im Inter­net, was man in irgend­ei­ne bestimm­te Rich­tung ver­bie­gen kann, und du hast irgend­ein Ver­fah­ren am Hals - wenig­stens kriegst du Besuch zu Befra­gung nach Hau­se geschickt, "was du denn damit meinst". - Und nein, das macht man nicht nur bei ein­deu­ti­gen Nazi-Äußerungen.
        3.) Dem Beschul­di­ger wird immer mehr geglaubt als dem Beschul­dig­ten - wenn der Anschei­ßer behaup­tet, bestimm­te Din­ge gese­hen oder gehört zu haben von dir, kann es pas­sie­ren, du hast einen SM-Gang­bang mit dem SEK in dei­ner Bude gewon­nen. - Es geht kein Mensch über Anschul­di­gun­gen mal drü­ber, ver­sucht sich das grö­ße­re Bild der Situa­ti­on anzu­se­hen (z. B. Hat der Anschei­ßer schon drei Mal was über sei­nen Nach­barn behaup­tet, was am Ende nicht stimm­te? - Oder hat sich jemand gegen äußer­ste ver­ba­le Anfein­dun­gen gewehrt?), oder wiegt ab, wel­che Maß­nah­men adäquat wären. Wenn bestimm­te Din­ge in den Vor­wür­fen vor­kom­men, dann wird mit sprich­wört­li­chen Kano­nen auf Spat­zen geschos­sen, ohne Rück­sicht auf Verluste.
        3.) Ist irgend­was an den Anschul­di­gun­gen im Ent­fern­te­sten dran, fragt nie­mand mehr danach wie es zustan­de kam - der Schul­di­ge bist voll­stän­dig du.
        4.) Bei bestimm­ten öffent­lich wahr­zu­neh­men­den Inter­es­sen­la­gen wird erst mal allen unter­stellt, dass sie irgend­was böses vor­ha­ben - da wird nicht zwi­schen poten­ti­el­lem Amok­läu­fer, Gruf­ti, Psy­cho­lo­gie­stu­den­t/-the­ra­peu­ten, Zocker, Film­lieb­ha­ber, Feti­schi­sten oder was weiß noch was unter­schie­den. Sind alle erst mal "poten­ti­el­le Gewalt­tä­ter", mei­net­we­gen auch "gegen den Staat" (also Nazis/gewaltbereite Linksextreme).
        Über Schnüf­fe­lei und wie man dei­ne Inter­es­sen oder nur ein­zel­ne Äuße­run­gen von dir auf die Gold­waa­ge legen kann, um sie gegen dich zu ver­wen­den - dar­über soll mir nie­mand mehr erzäh­len, dass die­ser Staat das nicht auch macht. Das weiß ich (lei­der auch aus eige­ner Erfah­rung) besser.
        Und - wor­über wür­den wir uns heut­zu­ta­ge beschwe­ren, wenn nicht sol­che The­men wie "Raster­fahn­dung", "Staats­tro­ja­ner", "Online-Durch­su­chung" oder "Vor­rats­da­ten­spei­che­rung" mal wie­der auf den Tisch kämen? Ist das was ande­res, als sei­ne Bür­ger ohne Anfangs­ver­dacht einer Straf­tat aus­spio­nie­ren zu wollen?

        Es gibt vie­le Bei­spie­le aus der glei­chen Zeit, bei den man nur über die DDR her­zieht, und noch vie­le mehr in der Gegen­wart, wo man sagen kann "das läuft doch nicht sehr viel anders" - und genau in dem Moment komm dann irgend­was aus der Ver­gan­gen­heits­ki­ste, womit man öffent­lich den Ein­druck wie­der for­cie­ren will "Guckt doch mal wie gut es euch heu­te geht!".
        ...Das ist mir zu plump platz­iert, um nicht hin­druch zu sehen, was damit bezweckt wer­den soll. Hat nicht mal was von raf­fi­nier­ten Ver­su­chen psy­cho­lo­gi­scher Beeinflussung.

        1. @ matrix­mann

          Ich habe in der Zeit zwi­schen 6566 meh­re­re Besu­che in der DDR gemacht, u.a. waren wir (Jun­ge Pres­se, Ver­tre­tung der Schü­ler­zei­tun­gen in Schles­wig-Hol­stein) beim dama­li­gen Kul­tur­mi­ni­ster ein­ge­la­den und es war ein sehr anre­gen­des Gespräch - aber der Mann war ein intel­lek­tu­el­ler Geist, der sich schon dadurch von den Beton­köp­fen mit bür­ger­li­chem Mit­tel­maß absetzte.
          Ich bin sicher, dass es hüben wie drü­ben gute und schlech­te Men­schen gab - was aber sicher nicht ver­leug­net wer­den kann ist die gna­den­lo­se Ver­fol­gung von 'Abweich­lern' und 'Fein­den des Sozia­lis­mus'. Zwar gab es im Westen eben­sol­che Ver­fol­gung von Abweich­lern, sie waren jedoch nie mit dem Tode bedroht oder mit lang­jäh­ri­gen Gefäng­nis­stra­fen [Abge­se­hen viel­leicht von Baa­der-Mein­hof, gegen die die Staats­ge­walt (mit eini­gen Alt-Nazis in Schlüs­sel­po­si­tio­nen, denen sie zuvor mäch­tig auf die Füße getre­ten waren) mit aller Kraft vor­ging und sie schließ­lich kaltstellte.]

      5. Vie­len Dank für die wirk­lich lan­ge Ant­wort. So lang wer­de ich es wohl nicht schaf­fen. ;o)

        Mach Dir kei­nen Kopf wegen dem Du. Das Sie ist den Österreicher:innen geschul­det, mit denen der wer­te WVS ger­ne ver­kehrt (und ich auch) und die mögen es nicht, wenn man sie als Pief­ke so mir nichts dir nichts duzt. 

        Ich kom­me übri­gens aus dem Bezirk, wel­cher damals das Kfz-Kenn­zei­chen L und F hatte.

        Alles was Du sagst, die gan­zen Auf­zäh­lun­gen über Unrecht, wel­ches im (ach so frei­en) Westen geschah, ist sicher rich­tig und beleg­bar. Eini­ge Sachen sind ja auch all­ge­mein bekannt. Aber das gilt glei­cher­ma­ßen für hüben und drüben.

        Hier ist der Dreh- und Angel­punkt die Fra­ge, ob man das Unrecht des Einen mit dem Unrecht des Ande­ren ver­glei­chen oder gar mit­ein­an­der auf­wie­gen kann? Argu­men­ta­tiv ist es (neu­deutsch) "Whata­bou­tism", also die Ant­wort mit Kri­tik auf Kri­tik. Empa­thisch betrach­tet haut es alle Opfer vor den Kopf. Für deren erfah­re­nes Unrecht ist es näm­lich egal wer der Pei­ni­ger war. Unrecht ist Unrecht ist Unrecht. Hüben wie drü­ben und über­all sonst auf der Welt.

        Des­halb muss man die Fra­ge nach dem Unrecht im Kon­text des jewei­li­gen Lan­des betrach­ten und dar­um kann man die DDR nicht mit der BRD ver­glei­chen. Es ist wie die Gegen­über­stel­lung von Bir­nen und Äpfeln. Bei­des ist Obst, aber gleich sind sie nicht.

        Was mir auf die Ner­ven geht ist, wenn die Ossis heu­te so tun als wäre die DDR das bes­se­re Deutsch­land gewe­sen. Das war sie nicht. Wenn sie das gewe­sen wäre, so muss man sich die Fra­ge stel­len, was die vie­len Leu­te damals wohl woll­ten, als sie bei den Mon­tags­de­mos hun­der­tau­send­fach "Wir sind das Volk!" riefen. 

        Nein, es war längst nicht alles schlecht in der DDR. Man­ches war sogar bes­ser als "im Westen". Aber sie war eine Dik­ta­tur. Spat­zen, die sich gegen sie auf­lehn­ten, wur­den mit Kano­nen erschossen. 

        Ich will nicht, dass das ver­ges­sen wird.

      6. @ wvs
        Ich begrei­fe es inzwi­schen so: Ost und West haben jeweils ver­schie­de­ne Metho­den, um ca. zum sel­ben Ergeb­nis zu kommen.
        Viel­leicht auch der Sache geschul­det, dass die Ver­fol­gung im Osten zu auf­se­hen­er­re­gend war und nach­weis­lich zu viel Unmut erzeugt hat, dar­um fährt der Westen gera­de die sub­ti­le Tour und wen­det "Tod" wirk­lich nur noch in abso­lu­ten Not­fäl­len an. (Die sind aber auch vor­han­den, man den­ke nur an Assan­ge, Snow­den, Man­ning hat es auch nicht leicht.)
        Letzt­lich konn­te sich der Westen ja mal die Erkennt­nis­se des Ostens ein­packen und davon lernen.

        Das mit dem "Tod" kor­ri­giert sich in die­ser Zeit ohne­hin dazu hin, dass er ange­wen­det wird, allein dadurch, weil man den Twit­ter- und Face­book-Mob gewäh­ren lässt bzw. zu dumm ist, selbst mit jeg­li­cher tech­ni­scher Spio­na­ge­tech­nik der Welt dem Ein­halt zu gebieten.
        Das Kind muss man auch benen­nen; so stimmt das auch nicht mehr, dass hier kein Abweich­ler mit dem Tode bedroht wird. Es kommt nur nicht zwin­gend aus den Rei­hen des Staates.

        @ Olaf

        Mit den Bezirkskenn­zei­chen wuss­te ich jetzt nichts anzu­fan­gen, aber man kann ja mal die Such­ma­schi­ne fra­gen, ob die weiterhilft...
        Das ist in etwa, was ich mir dachte.
        Ich krie­ge das näm­lich selbst mit, dass in den süd­li­che­ren Regio­nen der DDR teil­wei­se doch sehr ande­re Ban­da­gen ange­legt wur­den als das bei den Nord­lich­tern der Fall war.
        Gera­de die Regio­nen, die heu­te ihre Volks­tü­me­lei her­aus­ho­len und Wun­der wie Deutsch tun, obwohl sie selbst nicht mal mehr ordent­lich Deutsch schrei­ben kön­nen, neh­me ich, wenn es um Erzäh­lun­gen geht, so wahr, dass die auch schon damals ganz schö­ne "Über­erfül­ler" waren. Also, d. h. egal wel­ches Régime kam, man wuss­te wie man mit voll­ster Ener­gie dort mit­macht, als wenn es da irgend­was beson­de­res zu gewin­nen gäbe.
        Die schwel­gen teil­wei­se auch heu­te übelst in Erin­ne­run­gen und jam­mern am lau­te­sten, was ihnen alles genom­men wur­de, obwohl sie damals Kohl frei­wil­lig gewählt haben.

        Ich weiß, was Whata­bou­tism ist.
        Letzt­lich, wor­um es mir in der Sache ging, ist: Die eine Sei­te wird als dämo­nisch dar­ge­stellt, die ande­re wird in den Him­mel ver­herr­licht, wird so getan, als hät­te es bei ihr kein Unrecht gege­ben, und es wird ste­tig aus­drucks­stark betont "schaut doch wie gut ihr's alle bei uns habt!", wäh­rend, wenn man mal unter der Ober­flä­che nach­schaut, da ähn­lich drecki­ge Ecken zum Vor­schein kom­men, was man der dämo­ni­sier­ten Sei­te zum Vor­wurf macht.
        Das ist für mich an der Geschich­te, was mir sagt, hier wird Agit­prop betrie­ben in der fein­sten Sorte.
        Und das stört mich an der Stel­le sehr.
        Da hal­te ich es ähn­lich wie Somun­cu, jeder darf sich sein Fett abho­len. Wer alles mit Sün­de ver­se­hen ist, der darf sich das glei­cher­ma­ßen anhö­ren - und nicht bloß einer.

        Neben­bei, dass man sagen muss, wenn man in die Gegen­wart schaut, da sind ja gar nicht mal unähn­li­che Ten­den­zen wie 8990 wie­der vor­han­den. Es geht wie­der um Misstän­de im Staat, exi­sten­ti­el­le Män­gel, alte Kno­chen, die die Posten nicht räu­men wol­len, eine Wirt­schaft, die bewie­sen hat, dass sie so nicht mehr wei­ter funk­tio­niert, und Anders­den­ken­den-/Kri­ti­ker­ver­fol­gung, jeg­li­che Ableh­nung von Ver­än­de­rung des ein­ge­fah­re­nen Systems.

        Ach ja, wo du die "Wir sind das Volk!"-Sache erwähnst...
        Ich sehe es als kom­ple­xe Sache inzwi­schen so, ähn­lich wie bei dem Auf­stand vom 17. Juni, die Initi­al­zün­dung, die kam wirk­lich aus dem Vol­ke und woll­te auch etwas bestimm­tes ändern - aber, als die Markt­schrei­er auf­ka­men, die plötz­lich die Deut­sche Ein­heit mit ins Spiel brach­ten, ab da wirkt es auf mich wie der Pro­to­typ einer Far­ben­re­vo­lu­ti­on (als man die­ses Kon­zept eines gesteu­er­ten Auf­stan­des und die­sen dazu­ge­hö­ri­gen Begriff noch nicht kannte).
        Denn um die Deut­sche Ein­heit ging es kaum einem zu dem Zeit­punkt; es ging dar­um, dass die alten bes­ser­wis­se­ri­schen Kno­chen mit­samt ihrem Schnüf­fel- und Ver­fol­gungs­re­gime ver­schwin­den, Platz machen für Jün­ge­re und deren Vor­stel­lun­gen davon wie es lau­fen soll. Inklu­si­ve, das Pro­duk­ti­ons­re­gime soll­te ver­schwin­den (wo zwar pro­du­ziert wird, dass es kei­nen Mor­gen gibt, aber man selbst kriegt nichts im Laden zu kau­fen von dem, was man auf der Arbeit noch pro­du­ziert hat).
        Beim Auf­stand vom 17. Juni war es auch schon so - zuerst kam ein Auf­be­geh­ren aus dem Volk, was berech­tig­te Grün­de hat­te, und als der Westen mit­krieg­te, da ist was im Anmarsch, da hat's dann aus dem RIAS gebrüllt, es sol­len sich bit­te mög­lichst vie­le Leu­te dar­an betei­li­gen - man hat ver­sucht, die Kon­trol­le über die Sache zu über­neh­men, um sie in die eige­ne gewünsch­te Rich­tung zu len­ken. Klapp­te da nur nicht, weil uner­war­tet Pan­zer von Mos­kau geschickt wurden.
        Gen Ende der 80er wuss­te man, die SU ist soweit gegen die Wand gefah­ren, da wird kei­ner mehr kom­men, wenn man ver­sucht, eine Far­ben­re­vo­lu­ti­on unter einem auf­rich­ti­gen Volks­auf­stand zu rea­li­sie­ren... Wenn man nicht Gor­bi die DDR direkt noch abge­kauft hat, um sie zu übernehmen.

        Wei­ter stüt­zen­des Indiz für die Theo­rie hier wäre auch, dass Kohl damals die Aus­sicht hat­te, bei sei­ner zwei­ten Wahl nicht wie­der­ge­wählt zu wer­den. Prak­tisch war er dazu gezwun­gen, sich neue Wäh­ler zu erschlie­ßen - und zu sei­ner Per­sön­lich­keit wür­de es durch­aus pas­sen, sich den Wahn­witz anzu­ma­ßen, es mit dem Anschluss eines gan­zen Staa­tes zu pro­bie­ren, um sich die­se zu besorgen.
        Neben­bei, dass bei der Über­nah­me die­ses einen bestimm­ten Staa­tes sein Name im Geschichts­buch lan­den wür­de und man ihm fort­an, auf bei­den Sei­ten, poli­tisch aus der Hand fres­sen wür­de, auf­dass er lan­ge oben thro­nen darf - als der König, für den er sich hielt... (und der er dann schließ­lich auch tat­säch­lich wurde)

        1. @ matrix­mann

          Gesell­schaft­lich geäch­tet zu wer­den und von mäch­ti­gen Staa­ten ver­folgt zu sein ist natür­lich schon so etwas wie "tot" .... weni­ger spek­ta­ku­lär - und es gerät dadurch schnel­ler in Vergessenheit.

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