Zur Erläuterung:
Zu jedem der Kennbuchstaben gibt er vier Balken, jeweils zwei näher beieinander links und zwei rechts. Die beiden linken Balken stellen die Einschätzung für unsere (christlich geprägte) Gesellschaft dar - wobei der äußerst linke Balken die Meinung der Muslime wiedergibt, der Balken daneben die Meinung der Geburtsdeutschen.
Unter dem gleichen Kennbuchstaben gibt es zwei weitere Balken von denen wieder der linke die Sicht der Muslime und der andere, rechte Balken die Sicht der Geburtsdeutschen darstellt - dieses Mal aber auf eine muslimisch geprägte Gesellschaft.
Für den Kennbuchstaben "H" (moralischer Verfall) wurden nur türkeistämmige Personen befragt.
Diesen Satz las ich kürzlich, und es ging dabei um Partnerschaft und Sexualität, um Poly- und Monogamie. Ein toller, sehr lesenswerter Artikel zu diesem Thema, das Beste, was ich seit langem dazu gelesen habe.
Hier verlege ich mich auf eine andere Variante des 'ungezügelten Genusses': Kaufen!
Nicht nur 'ungezügelt', sondern zugleich 'sofort', also *instant reward*, das ist es, was uns Werbung (= Marketing) suggeriert, wozu sie uns verleiten will. Was wir täglich vielhundertfach über Auge und Ohr, und, wenn wir an Bäckereien vorbeigehen, auch über den Geruch, eingetrichtert bekommen. Was schließlich selbst den eisernen Vorsatz - sich nicht vereinnahmen zu lassen - irgendwann in sich zusammenstürzen lässt. "Haben, haben - wie die Raben!" Das 'Besitzen' von materiellen Dingen wird zum Ersatz für tatsächliche Lebensqualität, Ersatz für Bindung mit Personen, zum Vorzeigeelement für (vermeintlichen) Lebenserfolg. Wie schnell verpufft jedoch der *Kick* - spätestens wenn das Objekt der Begierde gekauft ist verfliegt sein Wert im Nichts .... und schon wird das Augenmerk auf die nächste Sache gelenkt. Konsum. Ungezügelter Genuss. Ersatz für Sinn in einer auf sinnlose Attribute ausgerichteten Gesellschaft.
So, wie "Steter Tropfen" den Stein höhlt, so werden wir durch die beständige Berieselung 'sturmreif' geschossen, werden überwältigt und greifen schließlich zu, obwohl wir grundsätzlich mit Allem ausgestattet sind was wir zum Überleben brauchen. Mindestens wenn wir uns in Europa bewegen.
Was hilft uns aus diesem Dilemma, was hilft Besonnenheit zu bewahren, was hilft sein Budget nicht zu überschreiten - kurz: Nur das zu konsumieren was wir tatsächlich benötigen um zu leben?
Ich schreibe 'mal ein paar Möglichkeiten auf die ich hilfreich finde - würde mich sehr freuen, wenn noch ein paar Ideen von Lesenden dazu kommen ....:
① Ich habe stets maximal 20,-€ an Bargeld bei mir
Warum sollte ich mehr dabei haben? Heutzutage findet man an jeder Ecke Geldautomaten wenn es wirklich einmal dringend sein sollte mehr Bargeld zu haben.
② Ich kaufe bestimmte Artikel nur mit Geld von einem dafür vorgehaltenen Konto
Für bestimmte Zwecke habe ich zugeordnete Konten: Tanken und alles was das Auto betrifft von einem Konto, Einkäufe für den Haushalt von einem anderen Konto, usw. - und wenn kein Geld mehr auf dem Konto ist wird nichts mehr gekauft! [Wiederkehrende Zahlungen, monatlich, quartalsweise oder jährlich werden von einem weiteren Konto bezahlt, auf das ein fester monatlicher Betrag überwiesen wird - so erspart man sich die Überlegung von was solche Zahlungen jeweils getätigt werden sollen.]
③ Eine Kreditkarte benutze ich wenn eine andere Zahlungsmethode weniger sicher wäre
Das kommt bei solchen Käufen vor, die im Ausland getätigt werden. Da will ich nicht, dass meine Kontodaten von Girokonten über Ländergrenzen gehen (Ausnahme ist da nur Überweisung an mir persönlich bekannte Menschen)
④ Ich kaufe nicht von *Grabbeltischen* auf die Ware unsortiert geschüttet wird
Es ist eine besonders abscheuliche Zumutung den Kunden in Warenbergen wühlen zu lassen anstatt die Ware übersichtlich sortiert anzubieten. Jede 'Ordnung' erfordert Personal, daher gilt im Umkehrschluss: wer nicht sortieren läßt will nur den Profit erhöhen, zu Lasten der Kunden.
⑤ Ich kaufe keine *Sonderangebote*
Sonderangebote sind meist Artikel 'die weg müssen', also Platz schaffen sollen für neue Ware oder sie sind minderwertig produziert, was den niedrigen Preis rechtfertigt, sehen aber - beispielsweise durch die Verpackung - wertvoll aus.
⑥ Wenn ich etwas kaufen will überlege ich was ich dafür entsorgen will*
Die meisten Menschen klagen über zu viel Klinkerkram der bei ihnen herumsteht. Dabei ist doch ganz einfach das zu verhindern indem man nicht immerzu etwas kauft, was das Problem verschlimmert.
* Beispiel:
Zwar ist es eine schöne neue Tasse mit einem tollen Spruch
- aber welche der zwanzig(?) anderen Kaffepötte werfe ich dafür weg?
Sie haben viel Geld und 8 verschiedene Wohnorte, schön gleichmäßig rund um den Globus verteilt .... und ab und zu möchten Sie die natürlich besuchen und ein paar Tage da verbringen.
Weil Sie viel Geld haben schert sie nicht was das kostet.
Ein wenig besorgt sind Sie nun aber schon, weil ihnen überall etwas zu "CO2-footprint" entgegenschallt und Sie irgendwie den Verdacht haben, das könnte bedeuten, dass Sie vielleicht einige ihrer Wohnorte aufgeben müssten, weil durch eine "CO2-Steuer" selbst Ihnen, mit viel Geld, das reisen zu teuer werden könnte.
Da fällt ihnen ein:
Sie könnten gegen diese Stimmung dadurch vorgehen, dass Sie ein paar käufliche Wissenschaftler engagieren, die der staunenden Öffentlichkeit erklären, "Alles halb so schlimm mit diesem CO2, das ist sowieso ganz anders und alles "fake news!""
Nun substituieren wir für "8" die Zahl "800", für "Sie" setzen wir "USA", und für "Wohnorte" das Wort "Stützpunkte". Dann wird sofort klar warum der schlimmste Verschmutzer unseres Planeten nicht zugeben will was jedem klar denkenden Menschen sofort verständlich ist:
Wenn Tausende von Soldaten und Abertausende Tonnen Material zu und zwischen diesen 800 Stützpunkten transportiert werden ist der Umweltschaden enorm: 40% aller schädlichen Emissionen werden von den 4% der Weltbevölkerung verursacht die sich "Vereinigte Staaten von Amerika" nennen.
Nun brauchen wir nur ein wenig weiter zu denken:
Wenn die USA ihre Stützpunkte reduzieren würden wäre uns Allen mehrfach gedient - weniger CO2, und gleichzeitig wäre die Welt erheblich sicherer ....
Wieder eine Tatsache, von der wir in Rundfunk, Presse und Fernsehen nichts erfahren.
Eine Folge von Feiertagen nutzen Menschen sehr verschieden. Ich nutze sie wie andere Tage an denen die Betriebsamkeit draußen abebbt: Mit stöbern im Internet, lesen und - schlafen. An vielen Tagen schlafe ich sonst nur vier bis höchstens fünf Stunden am Stück, da ist es ganz praktisch zu solchen Gelegenheiten eine Extraschicht 'Schlaf' einzulegen.
Als ich heute aus dem Mittagsschlaf aufwachte musste ich an Generationen denken - wahrscheinlich wirkte da immer noch nach, dass ich vor dem Einschlafen an die kürzlich durchgesehenen Bilder von meinen Enkeln gedacht hatte und im Zuge dessen über Generationen sinnierte ....
Bei uns Menschen sind die Generationen vergleichsweise lang, und zwar in Abhängigkeit von unserer Nationalität. Eine Generation wird definiert von dem Zeitpunkt, an dem Kinder geboren werden, bis zu dem Zeitpunkt, an dem diese Kinder dann selbst Kinder bekommen. Genauer definiert rechnet man so:
Der Altersdurchschnitt aller Kinder einer Mutter oder eines Vaters zu deren Alter in Jahren - man erkennt, dass das zwei verschiedene Werte annimmt, wenn die Eltern nicht gleich alt sind. In der Tat ergeben sich so bis zu sieben Muttergenerationen auf sechs Vatergenerationen.
Ein besonderer Aspekt ist dabei der Verlauf dieser Zahlen in den Jahrhunderten seit man es aufgezeichnet hat bzw. aus den vorhandene Urkunden berechnen konnte. Der Vergleich ist dadurch nicht ganz korrekt - weil in Zeiten vor den Errungenschaften die wir heute 'moderne Medizin' nennen, durch die Sterblichkeit die wahre Generationsrate verändert wurde, bzw. mit den heutigen Verhältnissen nur bedingt vergleichbar ist.
WIKIPEDIA beziffert den Generationenabstand für 1800 auf 30 Jahre, für 1875 auf 34,5 Jahre, und für das frühe 20. Jahrhundert auf 25 Jahre. Daraus ergibt sich, wie viele Generationen im Mittel in einer Familie vorhanden sein können: Fünf (Urgroßmutter = 100; Großmutter = 75; Mutter = 50; Tochter = 25; Kind 'Säugling'.) Tatsächlich gibt es - natürlich wieder bei WIKIPEDIA - ein Beispiel in dem es in einer Familie sieben Generationen waren.
Von dieser Betrachtung abgesehen gibt es noch eine mehr naturwissenschaftliche Sicht auf die Generationen. Wenn nämlich in einer Art die Generationen schnell hintereinander folgen, dann werden Veränderungen in der Erbinformation (Mutationen) schneller sichtbar und bestimmend für den weiteren Bestand dieser Spezies. Das kann sich positiv oder negativ ausprägen, je nachdem wie die Veränderung ausgestaltet ist. Der Erfolg oder Mißerfolg prägt dann das weitere Schicksal dieser Art: Überwiegen die positiven Merkmale, so wird diese Spezies Bestand haben, wenn nicht stirbt sie aus. Solche Prozesse sind unterschiedlich lang, als Faustregel kann man sagen "Schnelle Generationsfolge lässt genetische Veränderungen schneller sichtbar werden und bestimmt damit das Schicksal einer Spezies".
Für den Menschen ist noch eine Frage ungeklärt: Wie viele Menschen verträgt der Planet?
Eine näherungsweise Darstellung der Generationen erhält man nur indirekt über die jeweilige Abhängigkeitszahl¹ eines Landes, wobei Abhängigkeit von jüngeren Generationen, von älteren Generationen, oder beidem vorhanden sein können (siehe Legende).
Nach den Schätzungen der Fachwissenschaftler sind wir schon an dem Punkt der Überbevölkerung angekommen, mindestens ist die Verteilung der Lebensgrundlagen nicht so, dass alle geborenen Menschen auch ernährt werden können. Selbst wenn das gegeben wäre, bleibt noch die Frage wie viele Kinder sinnvoller Weise geboren werden sollten - diese Zahl ist, wie man heute weiß, an die Aufklärung und den Wohlstand der Elterngeneration gebunden:
Arme und wenig gebildete Menschen haben mehr Kinder als bei einer Gesamtbetrachtung der Erdbevölkerung sinnvoll erscheint.
¹ ".. The world population will reach 9.9 billion by 2050, up 2.3 billion or 29 percent from an estimated 7.6 billion people now, according to projections by Population Reference Bureau (PRB) included in the 2018 World Population Data Sheet .." [Quelle: http://www.worldpopdata.org/]
Da man niemandem vorschreiben kann wie die gezeugte Kinderzahl sein soll hilft hier nur der Aufklärungs- und Erziehungseinsatz um das Wissen zu erweitern und so die Kinderzahl zu reduzieren.
¹ ".. What Is a Dependency Ratio?
A dependency ratio is the number of people in a dependent age group (those under age 15 or ages 65 and older) divided by the number in the working-age group (ages 15 to 64), multiplied by 100. For instance, a child dependency ratio of 45 means there are 45 children for every 100 working-age individuals .."
.... und den Folgen für das soziale Gefüge, in dem sich dadurch andere Interessengruppen ermutigt fühlen ähnliche Sonderleistungen für sich zu fordern.
Unser Staatswesen ist weit entfernt davon *Soziale Marktwirtschaft* oder gar *Sozialismus* zu sein. Es herrscht ein als *demokratisch* gelabelter Populismus vor, der - vordergründig nur 'vermeintlich', in Wahrheit 'total sicher' - die jahrzehntelange Politik so ausgestaltet hat:
Versteckt von vielen Armen nehmen und es den Reichen geben - und blumig das Gegenteil behaupten, in der Gewissheit, dass es nicht Viele gibt, die den Umverteilern auf die Schliche kommen.
Ist es gerechtfertigt, das so zu formulieren und wenn "Ja", ist es dann eine Verpflichtung dazu aufzurufen, etwas am politischen System, an der Ausgestaltung des Staatswesens, an der Art und Weise wie der Staat funktioniert zu ändern, um diesem Zustand zu beenden?
Wenn wir Gegenpositionen nennen - wozu rufen wir auf?
Die Macht der Gescholtenen zu brechen?
Die Macht der Gescholtenen zu übernehmen?
Die Macht Einiger über Andere endgültig auszuschalten?
Religion ist hier nur ein Beispiel für Forderungen und deren Erfüllung durch den Staat:
Wozu führt *persönlicher Glaube* für die Gläubigen?
Sie dürfen - neben den versprochenen Belohnungen wie 'ewiges Leben' und 'Paradies' - für ihren Glauben Sonderkonditionen erwarten, sie werden in vielen Bereichen auch heute noch bevorzugt, hofiert, herausgehoben. Das alles ohne jede persönliche LEISTUNG, lediglich auf Grund einer Gruppenzugehörigkeit.
Sie tragen die Sorge um Gebrechliche, Arme, Alte, ganz Junge als *Schild* gegen die Regeln vor sich her, die für die Allgemeinheit ganz selbstverständlich GÜLTIG sind.
Es freut mich wenn eine Überzeugung FÜR jemanden wirkt und er damit glücklich ist. Es freut mich nicht, wenn diese Person aus dieser Überzeugung besondere Rechte oder Privilegien herleitet.
Schon deswegen nicht, weil der Glaube an eine allmächtige Kraft, die über uns bestimmt und wacht, eine mir unverständliche Gutgläubigkeit, eine kindliche Naїvität und einen Beweis für mangelhafte naturwissenschaftliche Bildung darstellt.
Das insgesamt ist freilich für die jetzt Herrschenden eine gute Sache, denn wer nicht mit zwei Füßen auf der Erde steht und an höhere Wesen glaubt wird auch die "weltliche Obrigkeit" nicht in Frage stellen.
[Revidierte Fassung; Erstveröffentlichung 16.03.2019 um 12:00h]
Da wird hierzulande über die fundamentalistischen Glaubensrichtungen im nahen und fernen Osten hergezogen .... und währenddessen schaffen die bibelgläubigen, evangelikalen Südstaaten-Baptisten Tatsachen. Diese Leute sind keine harmlosen Spinner oder sanfte Prediger, noch lediglich tumbe Nachläufer!
Wenn es auch Untersuchungen gibt, die beweisen, dass die extrem-rechtslastigen Evangelikalen Menschen mit gemäßigteren Glaubensgrundsätzen aus den Kirchen treiben und so Agnostik/Atheismus fördern, so sind diese Extremisten doch hoch aktiv und finanziell schlagkräftig. Ihre Erfolge durch Finanzierung subversiver Aktionen - mit dem Ziel die Rechtsprechung in Richtung ihrer Gesinnung zu verschieben - überwiegen die Verluste durch Austritte.
Sie sind dabei mit viel Aufwand in Europa rechte Gruppierungen finanziell auszustatten um im Gegenzug deren Zusage zu bekommen hier den Einfluss dieser christlichen Fundamentalisten auszubauen. Verwundert es da noch, dassder Vatikanseit 2000 zu der Gruppe von 'Organisationen' gehört, der diese christlichen Extremisten finanziell fördert?
**Amerikanische Taliban**: Christliche Theokraten in Georgia (US Staat) haben Abtreibung erfolgreich unter Strafe gestellt. Frauen, die abtreiben, droht jetzt ein Leben im Gefängnis oder sogar die Todesstrafe, nachdem Gouverneur Brian Kemp umstrittene Gesetze unterzeichnet hat, die Abtreibung im Staat effektiv verbieten.
Das ist richtig: Lebenslänglich im Gefängnis oder sogar die Todesstrafe für eine verantwortungsvolle Familienplanung.
Spürst du die christliche Liebe?
Georgia ist nicht der einzige US Staat, der versucht, Abtreibung zu kriminalisieren und Frauen für ihre Gesundhietsentscheidungen zu bestrafen. In Alabama plant der Gesetzgeber, jede Abtreibung im Staat zu kriminalisieren und jede Frau mit bis zu 99 Jahren Gefängnis streng zu bestrafen.
Und in Texas wird überlegt, eine Frau, die eine Abtreibung durchführt, mit der Todesstrafe zu bestrafen.
Originaltext:
American Taliban:
Christian theocrats in Georgia have successfully criminalized abortion. Women who abort now face life in prison or even the death penalty after Governor Brian Kemp signed controversial legislation into law that effectively bans abortion in the state.
That’s right: Life in prison or even the death penalty for responsible family planning. Can you feel the Christian love?
Georgia is not alone in trying to criminalize abortion and punish women for their health care decisions. In Alabama, lawmakers plan to criminalize all abortion in the state and severely punish any woman who has an abortion with up to 99 years in prison.
And in Texas legislation is being considered that would punish a woman who has an abortion with the death penalty.
Hier noch eine Stellungnahme die VOR der Wahl von Trump geschrieben wurde - wie so manche andere Stimme im großen Durcheinander der damaligen Zeit untergegangen:
Genau das ist eingetreten. Ein menschlicher Schreibautomat, der Befriedigung empfindet wenn er umgeben ist von Menschen, die ihm für eine Unterschrift Applaus spenden.
Oft ist 'der Wunsch Vater des Gedankens' - was als Aphorismus kursiert und soviel bedeutet wie:
Wem etwas eine Herzensangelegenheit ist, der orientiert sich manchmal nicht an der Wahrheit, sondern an dem, was er für wünschenswert hält - unter Vernachlässigung der demonstrierten Wirklichkeit
Das ZDF hat beim Wahl-O-Mat das Politbarometer untergebracht - oder umgekehrt? - und dorther (Pressemitteilung) kommt der oben abgebildete screenshot. Lesen Sie doch bitte den dort geschilderten Sachverhalt nochmal langsam und kritisch durch. Danke.
Was haben Sie gelesen?
Ich lese:
Zwar sind die angegebenen Zahlen für und gegen Aufrüstung klar gegen (49%) und nur 46% dafür, die Aussage stellt das aber umgekehrt dar.
Was ist das nun?
Eine Fehlinterpretation?
Ein Versehen?
Ist es gar Absicht?
"Ähnlich hoch" ist schlichtweg eine Falschaussage. Denn 49% sind genau drei Prozent mehr als 46% - und das ist demnach drei Prozent weniger Zustimmung für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben.
Auf jeden Fall ist es außerordentlich irritierend wenn eine Anstalt öffentlichen Rechts das Ergebnis einer Befragung derart falsch darstellt und damit ins Gegenteil verkehrt.
Politik hat sich verändert, anstatt von Inhalten bekommen wir Worthülsen, anstatt Taten bekommen wir Durchhalteparolen, anstatt Aktion stehen die Zeichen auf Stillstand:
Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht. [Unbekannter Autor]
Ganz im Gegenteil: Die Politiker setzen auf das Vergessen der Menschen - und oft behalten sie mit dieser Masche ihre Posten und Diäten ....
Die Lage des Containerschiffes im linken Bild ist stabil, so sollte das Schiff im Wasser liegen - dagegen sieht selbst ein Laie sofort: Mit dem Schiff rechts stimmt etwas nicht. Man braucht kein Klinometer um die prekäre Lage dieses Transportschiffes zu erkennen.
Sie werden sich schon denken, dass ich hier keine Geschichte eines nautischen Notfalls erzählen will. Die Abbildung soll lediglich verdeutlichen:
Eine geringfügige Einwirkung von Außen - und schon kommt ein scheinbar sicheres System ins Ungleichgewicht und eine Katastrophe nimmt ihren Lauf. Anders gesagt: Das Schiff hat seine "Mitte" verloren, es hat sich zu weit von der Normallage entfernt, und das hat das Gleichgewicht so gestört, dass sich die inneren Kräfte verlagert haben und nicht wieder selbst normalisieren konnten.
Der bayerische Politiker F.J.Strauß hat in der ihm eigenen absolut-bestimmten Art behauptet: ".. Es gibt nur eine Mitte - und das ist die Position der Mitte! .."
Dabei war er - nach allgemeinem Dafürhalten - das Paradebeispiel eines konservativ-rechten Politikers. Der allerdings für sich beanspruchte die "Mitte" zu repräsentieren und zwar bis zum äußersten rechten Rand des Gesinnungs- bzw. Parteienspektrums.
O-Ton Strauß:
Stimmt denn die Aussage? Ist es korrekt zu behaupten:
Es gibt nur eine gesellschaftliche *Mitte* ...?
Oder:
Wo ist die gesellschaftliche Mitte wenn alle nach rechts gerückt sind? Absolut und/oder gefühlt ist es doch sicher richtig, wenn man seit Auftreten der AfD von einem "Rechtsruck" in der politischen Landschaft redet.
Was wir beobachten ist eine allmählich-schleichende Entwicklung weg von dem, was noch in den sechziger und siebziger Jahren als "Mitte" bezeichnet wurde.
Zitat
Ursprünglich ist als „Neue Rechte“ die konservative Gegenbewegung zur 68er-Generation bezeichnet worden. Heute kommt dem Begriff eine neue Bedeutung zu. Man versteht darunter das Vordringen völkisch-nationalistischer Ansichten in die gesellschaftliche Mitte. Studien belegen schon seit Jahren, dass etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung über ein geschlossenes rechtes Weltbild verfügen. Als Teil dieses Weltbildes gelten auch Verschwörungstheorien und eine Abneigung gegen den Islam. [detektor]
Heiner Geißler, CDU, hat die so genannte "Lagertheorie" formuliert, da gab es
- das „bürgerliche“ Lager aus CDU/CSU und FDP und
- das linke Lager aus SPD und Grünen
Wohin, fragt man sich, ist plötzlich die "Mitte" verschwunden? Ist sie tatsächlich nicht mehr da oder versteckt sie sich möglicherweise in den beiden Lagern? Und wenn das so ist, ist sie dann noch das, was als "Mitte" zu bezeichnen wäre oder hat sie eine andere Form angenommen?
Horst Seehofer verortet gar im März 2018 seine Partei, die CSU so:
"Die Geografie der CSU ... ist eine Mitte Rechts-Volkspartei, ein Sammelbecken für Konservative, Liberale, Nationalkonservative, für Menschen, die auf dem demokratischen Boden unseres Landes stehen."
" .. Der in Deutschland von konservativen Politikern propagierte Begriff der Leitkultur ist diesbezüglich höchst missverständlich, weil er den Anschein erweckt, faktische Differenzierungen in vielfältige humane Weltanschauungen und Kulturen auf nationaler Ebene rückgängig machen zu wollen .. " [Wertkonservative_Ethik.pdf]
Diese Aussage beruht auf der ebenso falschen Annahme es habe sich an der Parteienlandschaft nichts geändert. Schauen wir doch einmal bei unseren Nachbarn genauer hin, vielleicht lernen wir für unsere Verhältnisse etwas daraus:
In Österreich wird die Parteienlandschaft lt. Wikipedia vor dem II. Weltkrieg so beschrieben:
- Das christlich-sozial-konservative Lager mit der Christlich-Sozialen Partei (CSP) samt Heimwehr (Hauptteils) und Bauernverbänden mit enger Bindung zur katholischen Kirche
- das sozialistische Lager bestehend aus der Sozialdemokratischen Partei (SDAPDÖ) und den Organisationen der Arbeiterbewegung
- das nationale Lager mit der Großdeutschen Volkspartei (GDVP), Landbund und Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP).
Zur derzeitigen Situation heisst es am gleichen Orte: ".. Im heutigen Parteiensystem Österreichs mit den drei Traditionsparteien ÖVP, SPÖ und FPÖ und ihrem immer noch großen Geflecht von Vorfeldorganisationen sind die historischen Lager noch immer erkennbar .."
Was ist - in der Gesamtschau der politischen Landschaft - denn nun mit der "Mitte" passiert?
Es gibt sie nicht mehr!
Wir müssen feststellen:
Was früher einmal "Mitte" war ist verschoben in eine konservativ-rechte Grundstimmung, die liberalen Elemente der Mitte sind ebenfalls nach rechts gedriftet, die SPD hat sich überwiegend den früheren Standpunkten der CDU genähert und steht nun rechts der "Mitte". Die von den früher als "Linke" bezeichneten Parteien "Die Grünen" und "Die Linke" stehen mit ihren Überzeugungen als neue "Mitte" der Gesellschaft da - eine echte Linke fehlt mittlerweile völlig.
Wenn ich das nochmal bildlich beschreibe sieht es so aus:
Im Ausgangszustand ist die "Mitte" - der Pfeil des Klinometers - senkrecht. Rechte Politik und Linke Politik sind jeweils seitlich von der Mitte ausgehend. Durch die Drehung wird die fortschreitende Zeit dargestellt. Der Pfeil wandert nicht mit, die "Mitte" bleibt also, die Denkrichtungen (Partei-Ideologien) verschieben sich nach rechts.
Wir denken noch in den üblichen Kategorien - dabei haben sich die Schwerpunkte und die Grundsätze der Parteien verschoben, so weit verschoben, dass linke Politik die Mitte darstellt, während sich am rechten Rand des Spektrums immer mehr Parteien tummeln, sich die rechten Ideologen geradezu überschlagen im Wettbewerb "Wer ist der rechtere Rechte?"
John Rawls:
"Ein Politiker schaut auf die nächste Wahl, ein Staatsmann auf die nächste Generation."
[Rawls, J.: The Law of Peoples, The Idea of Public Reason Revisited, London 1999, S. 97]
Mit den folgenden Sätzen habe ich vor ein paar Tagen einen Kommentar begonnen, den ich zum besseren Verständnis hier als screenshot zeige (grün unterlegter Text).
" .. Kennen Sie die Situation in der ein Kind einen Turm aus Bauklötzen aufbaut, so hoch wie es selbst groß ist? Und dann, im Weggehen, versehentlich den Turm umwirft?
So ist es mit dem letzten Satz den Sie schreiben:
Der macht alles, was Sie vorher über Wissenschaft gesagt haben zunichte .. "
Es war in der Tat der letzte Satz, der mich dazu brachte zu antworten ....
"Wissenschaft" bedeutet auch, sich mit der Dogmatik von Religionen auseinander zu setzen. Deswegen ist es zweifelhaft, ob eine Person die "glaubt" - und damit eine festgelegte Geschichte zu Religion, deren Gründung und Ansprüchen akzeptiert ohne "Fragen" zu stellen deren Ergebnis 'offen', also nicht von vornherein festgelegt ist - überhaupt wissenschaftlich arbeiten kann.
".. Lasst euch nicht davon abhalten euren eigenen Fragen nachzugehen, sei es im Studium oder im Privatleben. Wissenschaft fängt immer mit einer Frage an .." - wie wäre es denn mit der Frage:
"Welchen Beweis gibt es für die Existenz Allahs/Gottes?"
Ich habe noch nie einen solchen Beweis, der wissenschaftlichen Kriterien standhielte, gesehen, gelesen, gehört.
Es ist nicht Allah, der unser Wissen vermehrt - Allah fordert seine Aussagen absolut zu nehmen. Das schließt Änderungen der Weltsicht aus - und ist deswegen "unwissenschaftlich".
Daher schließen sich Glaube und Wissenschaft aus.
Der letzte Satz des Artikels führt ihn insgesamt 'ad absurdum'!
*update* [07.02.2019] Mittlerweile ist eine Antwort auf meinen Kommentar zu lesen → Abdus-Salaam Meine Antwort darauf steht → dort
".. Deshalb ist Naturwissenschaft immer nur der aktuelle Stand des Irrtums, Philosophie eine evidenzfreie Meinungsäußerung und Religion der festbetonierte Stand des Irrtums .."
In endlosen Diskussionen um die Relevanz von Definitionen fallen mir immer zwei Extreme auf:
Die ganz verzagte Einstellung es gäbe keine allgemein gültige Definition, alles sei schließlich individuell, so wie der Mensch, der sie aufstellt - und die unverrückbare Überzeugung es stehe doch für viele Bereiche des Lebens schon eine klare Beschreibung mit endgültig definierten Begriffen fest. Was sonst noch vorkommt fällt zwischen diese Extreme.
Damit könnte man es gut sein lassen und sich nicht weiter darüber Gedanken machen. Schließlich gibt es Wichtigeres! Ja? Gibt es das? Sind nicht Definitionen das Gerüst, an dem wir uns, andere, das Leben, die Welt und das Universum messen um zu verstehen? Das kann doch nicht unwichtig sein.
Ist es bestimmt auch nicht - nur müssen Voraussetzungen eingehalten werden, damit Definitionen einen Sinn haben. Es nützt doch niemandem etwas, wenn man zwar den gleichen Begriff ausspricht, darunter aber etwas grundsätzlich Verschiedenes versteht. So ist es denn eine gute Grundlage für Diskussionen sich über die Begriffe (und deren Definition) ein Bild zu machen, einen Konsens herzustellen.
Von da an wird es schwierig.
Die Christlichen - auf deren festbetonierte Definition der Welt ich hier in diesem Zusammenhang nicht weiter eingehen will - behaupten beispielsweise die Evolution sei als "Theorie" gekennzeichnet. Daher sei ihr Wahrheitsanspruch von vornherein abzulehnen. Da besteht ein grundsätzlicher Gedankenfehler, denn "Theorie" bedeutet naturwissenschaftlich etwas anderes als in geisteswissenschaftlicher Deutung.
Naturwissenschaftlich ist es eine offene Aussage, da sich durch experimentelle Forschung, Beobachtung und daraus herzuleitende Erkenntnis die Sicht auf einen Zustand, eine frühere Beweisführung und deren Ergebnis durchaus ändern können, ohne dass dabei das gesamte Gedankengebäude zusammenbräche. Nehmen wir als Beispiel ein Haus, an dem eine Tür verbreitert wird - dadurch ändert sich nichts Wesentliches am Zweck aber bei der Nutzbarkeit, denn nun passen größere Gegenstände hindurch.
Geisteswissenschaftlich betrachtet ist eine "Theorie" so relevant wie die andere, es gibt keine Möglichkeit die Richtigkeit der einen oder die Irrigkeit der anderen zu beweisen. Um ganz deutlich zu werden: Dafür fällt mir kein passendes Beispiel ein. Möglicherweise liegt das daran, dass ich Natur- und kein Geisteswissenschaftler bin.
Im Englischen gibt es den Ausspruch: It's policy, not personality that counts!
[Übersetzung: Es zählt das Programm, nicht die Persönlichkeit!]
Wir haben es wohl nicht besser verdient als manipuliert zu werden. Schaut man sich an, welche Politiker "Erfolg" bei den Wahlen hatten, so findet man immer häufiger durchgestylte, gebriefte, und mit wohlklingender Historie versehene Marionettenfiguren. So austauschbar wie Legosteine oder Brioeisenbahnschienen.
Es fehlen wirkliche Persönlichkeiten, solche mit Ecken und Kanten, die austeilen aber auch einstecken können. Die Eiferer für eine Sache, nicht für ihren Verbleib im Amte und die damit einhergehenden Pfründe sind. Nicht Abziehbilder und Anziehpuppen, die Texte zur Wählereinlullung heraussprudeln können. Den Persönlichkeiten glaubt man die Absicht wirklich etwas ändern zu wollen.
Letzte Woche fiel mir auf:
Die Grünen beginnen Pflöcke für die Europawahl zu setzen, sie *be*setzen Themen. Da kam das Thema Unternehmenssteuern auf die aktuelle grüne Agenda¹. Es sei, so wurde verlautbart, ein Unding, dass man überall in Europa Verfall sähe, Straßen, Schule, öffentliche Einrichtungen und für Bildung wäre natürlich immer zu wenig Geld da ....
Da mußte ich mir, wieder einmal, beweisen, dass ich nicht von Halluzinationen geplagt war. Hatte ich richtig gehört? Wer war denn viele Jahre mit der SPD vebandelt und hatte die politische Macht Steuern festzusetzen und ein gerechtes System einzuführen? Sonderbar, damals war es kein dringendes Anliegen der Grünen da für gerechten Ausgleich zu sorgen.
Und wissen Sie, was mir da gerade noch einfällt:
Waren es nicht die Grünen, die dafür plädierten den Treibstoff so hoch zu besteuern, dass weniger davon verbraucht werden würde? Wie sieht es denn damit aus? Wo sind die Forderungen der Grünen flugs die Dieselfahrzeuge still zu legen und den Konzernen, die die Käufer hinters Licht geführt haben den Ausgleich für die Käufer zahlen zu lassen?
Europawahl, Unternehmenssteuern, sicher ein wichtiges Thema, aber wie wollen die Grünen das bewerkstelligen? Alleine und gegen Sozialdemokraten und Konservative in Europa bestimmt nicht!
Und deswegen ist es richtig wenn die SZ¹ schreibt: " .. Der Kampf gegen Steuervermeidung, Steuerverkürzung und Steuerverschiebung bedarf internationaler Vereinbarungen .. "
Was also bleibt ist:
Eine Farce, eine Augenwischerei, ein Popanz!
Was die Grünen erreichen wollen ist klar, sie wollen mehr Sitze im Europaparlament. Damit sie, dem Muster anderer Parteien folgend, ein paar altgediente, verdiente, nun im Lande überflüssige Kandidaten nach Europa 'abschieben' können. Machen sie doch Alle.
Wir staunen. Wir wissen, welch weitreichende Entscheidungen in Europa zentral gefällt werden - und da kommen uns nun die Grünen mit dem Thema "Unternehmenssteuer", das nicht einmal in Deutschland selbst von ihnen je angegangen wurde, als sie die politische Möglichkeit dazu gehabt hätten.
So nicht, liebe Grüne, wir ziehen uns die Hosen nicht mit der Kneifzange an.
In der online-Ausgabe der Zeitschrift "The New Yorker" war ein Artikel zu lesen der in der print-Ausgabe erst am 24.12.18 erscheinen wird. Es wird dort zwar sehr eindrücklich, stellenweise allerdings mit typischer amerikanischer Überlegenheitspose berichtet wie sich die Europäer, insbesondere Deutschland, von Trump aufs Korn genommen fühlen. Zu Recht, wie die Autorin feststellt. Zu Unrecht, wie ich es sehe.
Der letzte Absatz des Artikels ist hier zitiert:
But, no matter how sharp Merkel’s words have become, the idea that she can be Trump’s rival or his sparring partner is not realistic, either. She has no military to counter Putin, no nuclear weapons, and no public support for spending the money required for those things. Europe — with Brexit travails and French protests and angry populists — is still unravelling (sic!). “There was this mythology, as if Merkel could save us from ourselves. She would save the European project. She would save the rules-based order. She would save us from Trump,”
Julianne Smith, a former senior Pentagon official who is now living in Berlin, said. “There’s just no prospect of that.” Angela Merkel is not the leader of the free world, nor will she be. [Quelle; December 24 & 31, 2018 Issue; How Trump Made War on Angela Merkel and Europe; The German Chancellor and other European leaders have run out of patience with the President.]
{Übersetzung:
Egal wie scharf Merkels Worte geworden sind, die Vorstellung, dass sie Trumps Rivale oder sein Sparringspartner sein kann, ist auch nicht realistisch. Sie hat kein Militär gegen Putin, keine Atomwaffen und keine öffentliche Unterstützung für die Ausgabe der Summen, die für diese Dinge erforderlich wären. Europa - mit Brexit-Unsicherheiten, französischen Protesten und wütenden Populisten - entwirrt noch sein Innenverhältnis. „Es gab diesen Mythos als könne Merkel uns vor uns selbst retten. Das europäische Projekt retten. Sie könnte geregelten Umgang sichern. Sie würde uns vor Trump retten “, sagte Julianne Smith, eine ehemalige Beamtin des Pentagon, die jetzt in Berlin lebt. „Dafür gibt es einfach keine Aussicht.“ Angela Merkel ist weder die Anführerin der freien Welt, noch wird sie es sein. }
Weder war es jemals Merkels Absicht "leader of the free world" zu sein, noch gebührte nach den Eskapaden des derzeitigen Präsidenten der U.S.A., Trump, etwa diesem der Titel. Der Historie nach vielleicht, aber das hat er durch die ersten Entscheidungen als Präsident bereits verwirkt. "Leader of the free world" ohne tatsächlich die Statur zu haben zu führen, ganz im Gegenteil:
Er muss als der ungebildetste Präsident gelten den die U.S.A. jemals in moderner Zeit hatten, schlimmer noch als G. W. Bush, der schon schlimme Wissensdefizite hatte, sie allerdings durch Vertrauen in seinen Stab - und unter Beachtung von dessen Vorgaben - so abmildern konnte, dass es erträglich war.
Trump ist nicht nur ungebildet, das ist mittlerweile nicht einmal mehr Diskussionsgegenstand. Sondern zusätzlich durch und durch verlogen und offenbar, glaubt man den US-Ermittlern, kriminell mit einem mafiösen Geflecht, das seine Geschäftstätigkeit besser beschreibt.
Seine Weigerung zu lesen, wichtige Entscheidungen mit Fachleuten zu besprechen, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zu leugnen sondern zu akzeptieren - das sind schon Gründe genug ihn als "leader of the free world" abzulehnen. Kommen dann noch seine kindischen Empfindlichkeiten, die Sucht Applaus zu erhalten und sein Hang zu twittern, anstatt die üblichen Veröffentlichungskanäle zu nutzen, dazu, so ist das Bild eines ebenso eitlen wie tumben Geldprotzes komplett.
Frau Merkel, der ich bestimmt in der überwiegenden Zahl aller politischen Entscheidungen nicht zustimme, hat Recht behalten, als sie sagte man müsse sich darauf einrichten Europa habe keine andere Wahl mehr als sich selbst zu schützen, weil auf alte Allianzen kein Verlass mehr sei.
Wir werden einen noch gefährlicheren Trump erleben wenn es ihm erst im neuen Jahr juristisch an den Kragen geht. Dann wird uns nichts anderes übrig bleiben als auf eine feste Allianz zwischen Frankreich und Deutschland zu vertrauen, die in der EU mit starker Hand den aufwachsenden rechtsradikalen Kräften Paroli bietet. Das wird umso besser gelingen, wenn in der EU die linksgerichteten Fraktionen stärker vertreten sein werden - wozu es einer Stärkung gerade dieser Kräfte bei den kommenden Europawahlen 2019 bedarf.
Siehe hierzu auch: Der US-Präsident und sein Werk; Trump muss weg! Mit Verteidigungsminister Mattis verlässt der letzte "Erwachsene" Trumps Kabinett. Jetzt gibt es selbst für Loyalisten nur noch eine Möglichkeit. Ein Kommentar; Anna Sauerbrey; Quelle;