bookmark_borderEin 'Wunder' ist geschehen ...!

Was ist tat­säch­lich gesche­hen? Denn Sie wis­sen ja: Ich glau­be nicht an Wunder!

Vor ein paar Tagen hat­te ich mei­nen Tin­ten­rol­ler­stift zur Repa­ra­tur ver­sandt - ein Geschenk einer dank­ba­ren Klas­se, mit ein­gra­vier­tem Namen. Fast ein gan­zes Jahr lern­ten die Teil­neh­men­den in einem Spi­ral­cur­ri­cu­lum was zu den The­men Anatomie/Physiologie/Pathophysiologie des Men­schen und Arz­nei­mit­tel­leh­re für sie berufs­re­le­vant war. 

Sol­che Geschen­ke ach­tet man, denn es ist mehr als nur ein Schreib­ge­rät, es ist eine ste­te Erin­ne­rung an *feed-back* von den Unter­rich­te­ten. Ein Geschenk habe ich in all den Jah­ren, die ich Erwach­se­ne unter­rich­tet habe, eher sel­ten bekom­men hat­te. Was in den Acht­zi­gern noch gang und gäbe war ist immer mehr aus der Mode gekom­men. Vie­le den­ken, '.. der wird doch dafür bezahlt ..' und so unter­bleibt jede noch so klei­ne Geste der Aner­ken­nung oftmals.

Nun bin ich schon wie­der abge­schweift, denn ich woll­te Ihnen ja von einer ganz ande­ren, einer erfreu­li­chen Sache berichten:
Die­sen Tin­ten­rol­ler­stift hat­te ich also seit vie­len Jah­ren, und es gibt immer noch Minen dafür zu kau­fen: Blau, schwarz, grün, rot - ein Wun­der, denn oft wird die Pro­duk­ti­on von der­glei­chen preis­wer­ten Ersatz­tei­len ein­ge­stellt und der Nut­zer des Gerä­tes bleibt ohne Nach­schub - das Gerät wird wertlos.

Nicht so bei einem LAMY!

 

["click!" ver­grö­ßert]

Nun hat­te ich den Stift an C. Josef LAMY GmbH in Hei­del­berg geschickt und was ich schrieb sehen Sie im Bild (gel­ber Zettel).

Für ein paar Tage hör­te ich nichts davon und dach­te schon: Auf dem Post­we­ge ver­lo­ren gegangen.
Bis dann am 24.10. der DHL-Bote ein klei­nes Päck­chen brach­te und zu mei­ner gro­ßen Freu­de ent­hielt es den Stift.

Repa­riert.

Kur­ze Anmer­kung auf dem Lieferschein:
"Wir haben Ihre/n Reparatur/Umtausch kosten­los für Sie aus­ge­führt".

Eine neue Mine war eben­falls noch in das Gerät ein­ge­legt worden.


[Die­se loben­de Dar­stel­lung ist aus ehr­li­cher Über­zeu­gung hier nie­der­ge­legt - ohne jede Beein­flus­sung oder gar Bezah­lung; aus rei­ner Dank­bar­keit für die immer sel­te­ner wer­den­de Geste der Pro­dukt­ver­ant­wor­tung über den Kauf hinaus.]

bookmark_borderA letter received & my answer to it

A let­ter I recent­ly got:


The main vice of capi­ta­lism is the uneven dis­tri­bu­ti­on of prosperity.
The main vice of socia­lism is the even dis­tri­bu­ti­on of misery. 

Win­s­ton Churchill

Isn’t it inte­re­st­ing that vir­tual­ly ever­ything Trump does is in the inte­rest of Ame­ri­cans and the deve­lo­p­ment of a grea­ter, more suc­cessful, more secu­re Ame­ri­ca? But in con­trast, ever­ything the Dems do is to destroy Trump and regain power and con­trol for their own self-aggran­di­ze­ment and the return to the path to serfdom.


My ans­wer:

I guess that's why the world is laug­hing about Trump
and why most world lea­ders - espe­ci­al­ly tho­se who were
good allies of the USA befo­re he took office - are
trea­ting him like a bad man­ne­red child?

Self-aggran­di­ze­ment is all Trump mana­ges to achieve.
A typi­cal case of mir­ro­ring one's weak­ne­s­ses and
bla­ming others for the decay he & the Repu­bli­cans are
respon­si­ble for.

Sor­ry, but a per­son like Trump, unable to admit
a mista­ke and using his lackeys to back up his sharpie
dra­wings on a map, is laug­ha­ble at best.

Do you rea­li­ze that offi­ci­al tra­vel around the world
has to stop at Trump-owned Hotels to fill his pockets?
That his daugh­ter is sent on diplo­ma­tic mis­si­ons instead
of care­er diplo­mats - mis­si­ons she doesn't have any
edu­ca­ti­on for? His son-in-law wan­ted to sell manufacturing
secrets for ato­mic wea­pons to Sau­di Arabia?
The Trump admi­ni­stra­ti­on is pushing for a war against Iran
with fake evi­dence as Bol­ton used for attack­ing Iraq?

To just sta­te it once more:
We ¹ are a coun­try with social secu­ri­ty & health care for all,
tui­ti­on-free col­leges and a social safe­ty-net sup­port­ing people
for lon­ger than two years if nee­ded .... and we still are
thri­ving among the top of the top ten of count­ries in the world.

"Socia­lism"
Socia­lism is what good Chri­sti­ans - other than those
in the United Sta­tes appar­ent­ly - refer to as
hel­pful­ness, cha­ri­ty and care in times of need.
I think it is a good thing that I pay a litt­le more taxes for
a pur­po­se like this instead for the upkeep of 800 (!)
mili­ta­ry bases around the world with all the pol­lu­ting logistics
this needs.

But what do I know .... I didn't inhe­rit bil­li­ons and didn't go bank­rupt seve­ral times. 

¹ Ger­mans

 

 

bookmark_border... eine wissenschaftliche Grundeinstellung ...

Ver­tei­di­gung der Wis­sen­schaft gegen Ver­leug­nung, Betrug und Pseudowissenschaft

Über­set­zung :
".. eine „wis­sen­schaft­li­che Hal­tung“, bei der die Evi­denz {mit beson­de­rem Wahr­heits­an­spruch auf­tre­ten­de voll­stän­di­ge Ein­sicht} im Vor­der­grund steht, und die Bereit­schaft der Wis­sen­schaft­ler, Theo­rien auf der Grund­la­ge neu­er Evi­denz zu ändern. Die Behaup­tung, der Kli­ma­wan­del sei kei­ne fest­ge­leg­te Wis­sen­schaft, die Evo­lu­ti­on sei "nur eine Theo­rie", und Wis­sen­schaft­ler ver­schwör­ten sich, um die Wahr­heit über Impf­stof­fe aus der Öffent­lich­keit zu ver­ban­nen, ist eine Grund­ar­gu­men­ta­ti­on im rhe­to­ri­schen Reper­toire eini­ger Politiker .."

Ori­gi­nal (ange­passt):
Defen­ding Sci­ence from Deni­al, Fraud, and Pseudoscience
» .. a “sci­en­ti­fic atti­tu­de” in an empha­sis on evi­dence and sci­en­tists’ wil­ling­ness to chan­ge theo­ries on the basis of new evi­dence. For exam­p­le, claims that cli­ma­te chan­ge isn’t sett­led sci­ence, that evo­lu­ti­on is “only a theo­ry,” and that sci­en­tists are con­spi­ring to keep the truth about vac­ci­nes from the public are stap­les of some poli­ti­ci­ans’ rhe­to­ri­cal repertoire .. «
[Pro­mo­ti­on for Quel­le]

Was ist stets leich­ter als sich in ein bestimm­tes The­ma einzuarbeiten?
Zu behaup­ten das Thema
- sei irrelevant;
- sei noch nicht end­gül­tig erforscht;
- wer­de noch zwi­schen Wis­sen­schaft­lern diskutiert;
- sei ent­we­der ver­al­tet, über­holt oder noch zu neu um dar­über genug zu wissen;
- sei in die­sem Zusam­men­hang nicht von Bedeutung.

Die Fül­le an Aus­re­den ist groß. Tat­säch­li­ches Wis­sen ist rar. Geschwa­fel statt Wis­sen ist wohl­feil, denn reden ohne etwas aus­zu­sa­gen wird immer belieb­ter unter Poli­ti­kern. Sie stu­die­ren Muster­sät­ze ein, die wenig aus­sa­gen aber über­zeu­gend klingen.

Glau­ben Sie nicht?


Dann suchen Sie mal bei you­tube oder ähn­li­cher Quel­le nach Reden der bekann­te­sten Poli­ti­ker - ich fin­de das beste Bei­spiel ist Frau von der Ley­en. Sie begnügt sich nicht mit lee­ren Phra­sen, sie tischt völ­lig *cool* die drei­ste­sten Lügen mit gewin­nen­dem Lächeln auf.

Das muss man erst 'mal können.
 

 
Und wie war das mit der Wis­sen­schaft von wei­ter oben?
Das war ein "Auf­hän­ger" für das Politiker-bashing.

Aber nun doch noch ganz ernsthaft:
Wis­sen­schaft trifft des­we­gen kei­ne end­gül­ti­gen Aus­sa­gen, weil es an jeder Erkennt­nis im Lau­fe wei­te­rer For­schung etwas zu ver­bes­sern, zu ändern oder ein­zu­schrän­ken gilt. Es ist ein dyna­mi­scher Pro­zess, der immer den jewei­li­gen Wis­sens­stand dar­stellt. Die Metho­den der For­schung ändern sich, die Ergeb­nis­se wer­den immer genau­er, weil die Mes­sun­gen prä­zi­ser und die Maß­stä­be immer klei­ner werden.

"Hypo­the­se" bedeu­tet nicht 'Unsi­cher­heit', son­dern "gesi­cher­tes Wis­sen mit der Mög­lich­keit und Not­wen­dig­keit es in der Zukunft wei­ter zu prä­zi­sie­ren". Das ist es was Wis­sen­schaft­ler antreibt: 

Mehr zu klä­ren, abzu­si­chern, der end­gül­ti­gen Erkennt­nis näher zu kommen.

Wenn Ihnen also näch­stens wie­der jemand zu erklä­ren ver­sucht Wis­sen­schaft­ler wür­den Sie belü­gen oder ihnen etwas vor­ent­hal­ten wis­sen Sie es nun bes­ser und kön­nen den wah­ren Lüg­ner entlarven.


*edit* (16.08.2019)
Eine Pas­sen­de Abhand­lung aus "zeit online" | [Ver­schwö­rungs­theo­rien: Epstein, Epstein, alles muss ver­steckt sein]; Jan Skud­la­rek; 15. August 2019, 20:03 h."

" .. Wer eine Aus­sa­ge in den Raum stellt, muss lie­fern. Argu­men­te. Bele­ge. Bewei­se. So war es jeden­falls frü­her. Heu­te, in der Epo­che des Anti­fak­ti­schen, gel­ten Bele­ge und Bewei­se nicht etwa als abge­wer­tet (schon das wäre schlimm genug), nein, oft sind sie schlicht­weg schnurz­piep­egal. Man braucht sie nicht im Dis­kurs. Der Kon­spi­ra­tio­nist, der sich selbst natür­lich "Wahr­heits­su­cher" nennt oder "kri­ti­scher Geist", befin­det sich in der beque­men Lage, dass allein durch die Unter­stel­lung böser Absich­ten ein Aha- oder auch ein Ja-klar-Effekt bei sei­nen Mit­men­schen ent­steht. Bei sol­chen Mit­men­schen jeden­falls, die auch kri­ti­sche Gei­ster sein möch­ten, aber auf seriö­se (und müh­sa­me) Ver­fah­rens­wei­sen von Wis­sen­schaft, For­schung oder inve­sti­ga­ti­vem Jour­na­lis­mus pfeifen .. "

bookmark_borderRealität & Wahrnehmung

Beim Stö­bern bin ich wie­der ein­mal auf eine auf­schluss­rei­che Web­sei­te gesto­ßen - Da ging es um die Fra­ge der Ein­schät­zung bestimm­ter Kenn­zah­len in ver­schie­de­nen Län­dern [Rea­li­tät und Wahr­neh­mung in 14 Län­dern]. Es wur­de nach der geschätz­ten Anzahl von 

- Migranten,
- Muslimen,
- Christen,
- über-65-jäh­ri­gen, und
- Arbeitslosen 

an der Bevöl­ke­rung gefragt. Aus die­sen Zah­len konn­te sodann ein "Index der Igno­ranz" [„Index of Igno­rance“] errech­net wer­den, nach dem die Län­der in eine Rei­hen­fol­ge gebracht wurden.
Die Auf­stel­lung sieht so aus:

Index of Igno­rance“ {"click!" auf das Bild vergrößert}

[Quel­le via fowid]

Zur Ursa­che für die­se Ver­schie­bung der Rea­li­täts­wahr­neh­mung ist zu lesen:
".. Der Fra­ge, wie die­se Dis­kre­pan­zen ent­ste­hen, wird in der Stu­die nicht nach­ge­gan­gen. Ver­mut­lich ist es eine Mischung aus for­ma­ler Bil­dung, media­ler Bericht­erstat­tung, Emo­tio­na­li­sie­rung eines The­mas, Vor­ur­tei­len und sich jeweils ver­stär­ken­dem ‚Grup­pen-Wis­sen‘. Poli­ti­sche Bedeu­tung erhal­ten aber die­se Annah­men, weil sie für den Ein­zel­nen sei­ne Rea­li­tät abbil­den, egal ob es stimmt oder nicht. Es wäre eine Hypo­the­se, dass Poli­ti­ker wie Sil­vio Ber­lus­co­ni (in Ita­li­en) und Donald Trump (in den USA) durch eine dort ver­brei­te­te Hal­tung, „Was schert mich die Rea­li­tät“ beför­dert werden .. "

Die Kor­re­la­ti­on zwi­schen dem Hang nach auto­ri­tä­rer, rechts aus­ge­rich­te­ter Poli­tik und dem *Igno­ranz­in­dex* ist nicht zu über­se­hen: Ita­li­en, USA, Polen, Ungarn und Frankreich!

Erfreu­li­cher­wei­se ste­hen hier­zu­lan­de die Men­schen ein wenig bes­ser 'gebil­det' da als in vie­len ande­ren ähn­lich ent­wickel­ten Staa­ten der Erde. Ent­ge­gen einem oft ver­tre­te­nen Vor­ur­teil .... ;c)

bookmark_borderBeerdigung

°°°

Über­set­zung:
Der Gesetz­ge­ber des US-Bun­des­staa­tes Washing­ton hat ein Gesetz ver­ab­schie­det, das die Kom­po­stie­rung von mensch­li­chen Kör­pern erlaubt. Es funk­tio­niert genau­so wie das Kom­po­stie­ren von Lebens­mit­teln oder Gar­ten­ab­fäl­len: Der Ver­stor­be­ne wird auf ein Bett aus Holz­hack­schnit­zeln und Stroh gelegt, um die natür­li­che Zer­set­zung durch Bak­te­ri­en zu för­dern. Die Hit­ze des Ver­falls tötet alle Krank­heits­er­re­ger und zer­stört den Kör­per, ein­schließ­lich der Kno­chen. Nach ein paar Wochen bleibt nichts als frucht­ba­rer Boden.
Ein Unter­neh­men namens Recom­po­se, das sich für die Geset­zes­vor­la­ge ein­ge­setzt hat­te, wirbt für die­se umwelt­freund­li­che Ent­sor­gung der Toten: Weni­ger Umwelt­ver­schmut­zung und Land­nut­zung als her­kömm­li­che Bestat­tun­gen, weni­ger Koh­len­stoff­emis­sio­nen und weni­ger Ener­gie­ver­brauch als bei Feuerbestattung.


" .. The Washing­ton sta­te legis­la­tu­re has pas­sed a law to allow the com­po­sting of human bodies. It works the same way as com­po­sting food or gar­den scraps: the decea­sed is pla­ced on a bed of wood chips and straw, encou­ra­ging natu­ral bac­te­ri­al decom­po­si­ti­on. The heat of decay kills any patho­gens and breaks down the body, inclu­ding the bones. After a few weeks, not­hing remains but fer­ti­le soil.
A com­pa­ny cal­led Recom­po­se, which lob­bied for the bill, touts it as an eco-fri­end­ly way to dis­po­se of the dead: less pol­lu­ti­on and land use than tra­di­tio­nal buri­al, less car­bon emis­si­ons and ener­gy than cremation .. " 

[Quel­le: The Gre­at Con­ti­nui­ty of Natu­re]

Wenn Pfar­rer / Prie­ster bei einer Bestat­tung " Denn du bist Erde und sollst zu Erde wer­den (1. Mose 3,19) for­mu­lie­ren ist es ein Ritu­al, dem eine umfang­rei­che Geld­schöp­fung vor­aus­ge­gan­gen ist - Vie­le wol­len am Tod ver­die­nen, eine letz­te Gele­gen­heit bekom­men, her­aus­zu­ho­len was her­aus­zu­ho­len ist.

Die Kir­chen ste­hen hin­ter all dem Auf­wand rund um die Beer­di­gung. Sie behaup­ten es sei der Wür­de der Toten ange­mes­sen, sie "mit allen Wei­hen der Kir­che" unter die Erde zu brin­gen. Jeg­li­che anders­ar­ti­ge Form von Bestat­tung haben sie lan­ge abge­lehnt, u.a. auch die Feu­er­be­stat­tung, im Volks­mund tref­fend und schlicht als "Ver­bren­nung" bezeich­net. Dem haben die Kir­chen zuerst hef­tigst wider­spro­chen, und erst, als es schon ent­ge­gen aller War­nun­gen doch umfäng­lich pas­sier­te, haben sie (zäh­ne­knir­schend?) den Wider­stand aufgegeben.

Das alte Muster:
Erst behaup­ten es gin­ge die Welt unter wenn man sich gegen die Kir­chen­mei­nung stellt - dann setzt sich irgend­wann die Ver­nunft gegen das Behar­ren der Glau­bens­or­ga­ni­sa­tio­nen durch.

Eine Kom­po­stie­rung ist bio­lo­gisch neu­tral und kei­nes­wegs eine Miss­ach­tung der Wür­de der Toten. Jed­we­de Lebe­we­sen enden irgend­wie bio­lo­gisch: Ent­we­der im Ver­dau­ungs­trakt eines Fress­fein­des oder durch die kon­zer­tier­te Tätig­keit von Insek­ten, Bak­te­ri­en und Pil­zen, deren Lebens­zweck es ist orga­ni­sches Mate­ri­al - und nichts ande­res sind tote mensch­li­che Kör­per - in die ori­gi­nä­ren Bau­stei­ne zu zerlegen. 

Abbil­dung: Aut­hor Anton­in­hocd; 23.12.2017

Sie­he auch: 

Der Tod ist gewiss, die Stun­de ungewiss ….
Vom Tode - und natür­lich vom Leben ....

bookmark_border"Lerne klagen ohne zu leiden!"

Der durch­schnitt­li­che deut­sche Rent­ner sitzt min­de­stens 17 mal pro Jahr in den War­te­zim­mern der Nati­on [Daten aus/von GEK-Report 2008 und DAZ 03/2016].
In der neben­ste­hen­den Abbil­dung sind die Anzahl der Besu­che mit ihrem pro­zen­tua­len Anteil an Besu­chen ins­ge­samt dargestellt.
Das las ich kürz­lich in einer Rand­no­tiz zu einem Arti­kel zum Ärz­te­not­stand auf dem *fla­chen Land*, also jen­seits der Ver­lockun­gen von Ein­kaufs­pas­sa­gen und inner­städ­ti­schen Fuß­gän­ger­zo­nen in den Metro­po­len Deutschlands.

Schaut man sich die Dar­stel­lun­gen zur Sta­ti­stik an, so fällt auf: Es gibt zwi­schen den rei­nen Zah­len und vor­han­de­nen Dar­stel­lun­gen Dis­kre­pan­zen - die sind aller­dings nicht gra­vie­rend. Daher wer­den sie wohl nicht exakt, aber nähe­rungs­wei­se rich­tig sein.

*edit* Der Herr bloed­bab­b­ler hat sich die Mühe gemacht die aktu­el­le­ren Zah­len zu suchen und stieß auf ein ähn­lich ver­wir­ren­des Bild. Man muss wohl damit leben, dass wegen der Ver­schie­den­heit der gemes­se­nen Daten nur eine annä­hern­de Aus­sa­ge mög­lich ist.*/edit*

Dazu ein Zitat [tages­spie­gel]:

» .. sei­en die Deut­schen „nach ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen wei­ter­hin welt­weit Spit­zen­rei­ter bei Arzt­kon­tak­ten“ .. Berech­nun­gen zufol­ge kamen die nie­der­ge­las­se­nen Medi­zi­ner 2007 auf ins­ge­samt 1,48 Mil­li­ar­den Pati­en­ten­kon­tak­te – das macht 5,2 Mil­lio­nen Arzt­be­su­che pro Werktag .. «

Wenn ich den sta­ti­sti­schen Durch­schnitts­wert von 17 Arzt­be­su­chen lese kommt mir der Gedan­ke, dass irgend­wer viel häu­fi­ger zum Arzt gehen muß, denn ich war in den letz­ten drei Jah­ren ein ein­zi­ges Mal zu einer Unter­su­chung. Die aller­dings war recht umfang­reich und man könn­te es als eine *Gene­ral­inspek­ti­on* bezeich­nen. Von Kopf bis Fuß durch­ge­checkt, mit der Ver­si­che­rung des Arz­tes ich sei zwar nicht in Top-Form, aber für mein Alter durch­aus *ker­nig*, konn­te ich erfreut die Pra­xis verlassen.
Wie vie­le Pati­en­ten [in % der Alters­grup­pe] - außer mir - nicht zum Arzt gehen zeigt die fol­gen­de Abbildung 

Nun fra­ge ich mich natür­lich zweierlei:

Erstens, ob es in länd­li­chen Gegen­den wirk­lich zu weni­ge Ärz­te gibt, oder ob es mög­li­cher­wei­se eher eine zu hohe, nicht durch Krank­heit begrün­de­te Fre­quenz der Arzt­be­su­che ist die das vor­gau­kelt. Es wird doch gemein­hin behaup­tet, in länd­li­chen Gebie­ten sei die gesund­heit­li­che Bela­stung viel nied­ri­ger als in den hek­ti­schen Groß­städ­ten - also irgend­wie paßt das nicht zusammen.

Zwei­tens, wie es kommt, dass ich in drei Jah­ren nur ein­mal, ande­re Pati­en­ten offen­bar in drei Jah­ren ca. 50 mal in War­te­zim­mern sit­zen. Wenn ich mich so umschaue (ich woh­ne in einer Klein­stadt mit 10.000 Ein­woh­nern) sehe ich mun­te­re Rent­ner umhe­rei­len, auf Bän­ken und in Cafes sit­zen, und die machen mir nicht den Ein­druck als ob sie dahin­sie­chen und der stän­di­gen ärzt­li­chen Betreu­ung bedürfen.

Sind es dann also die jün­ge­ren Mit­bür­ger die die Arzt­pra­xen füllen?
Wel­che Erkran­kun­gen haben all die­se Pati­en­ten, bzw. wor­über kla­gen sie?

Dazu noch eine wei­te­re Abbil­dung, die auf sta­ti­sti­schen Daten von Kran­ken­kas­sen und Bun­des­be­hör­den basiert:

-
Herz-Kreis­lauf­erkran­kun­gen, Mus­keln-Ske­lett-Erkran­kun­gen und Stö­run­gen im Ner­ven­sy­stem sind eher sol­che Fäl­le die in höhe­rem Alter vor­kom­men, bei allen ande­ren darf man eine gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung in der Bevöl­ke­rung annehmen. 

Ein wesent­li­cher Unter­schied zwi­schen älte­ren und jün­ge­ren Pati­en­ten ist die Dauer:
Jün­ge­re gene­sen schnel­ler, Älte­re lang­sa­mer. Die Wahr­schein­lich­keit eine Krank­heit wie­der 'los zu wer­den' sinkt mit stei­gen­dem Lebens­al­ter, inso­weit ist bei Beschwer­den in höhe­rem Lebens­al­ter man­che Kla­ge durch­aus berechtigt.

Hörst du Hufe, denk an Pfer­de, nicht an Zebras.“ Mit die­sem Lehr­satz ler­nen ange­hen­de Ärz­te, für ihre Dia­gno­se das Nahe­lie­gen­de zuerst in Betracht zu zie­hen. Die Dia­gno­stik ist ein wei­tes Feld. Daher ver­su­chen vie­le Ärz­te durch appa­ra­ti­ve Medi­zin mög­lichst vie­le objek­ti­ve Befun­de zu erhe­ben, bevor sie dar­an gehen, die­se mit Erfah­rungs­wer­ten und Sym­pto­men abzu­glei­chen und dar­aus eine Vor­ge­hens­wei­se für die Behand­lung zu entwickeln.

Vie­le Pati­en­ten hin­ge­gen den­ken zuerst an das Dra­ma­ti­sche, das Exo­ti­sche, an Ein­hör­ner oder Sau­ri­er, nicht an Zebras, und was in den gol­de­nen, bun­ten und son­sti­gen Wochen­blätt­chen ver­brei­tet wird trägt eher zur Ver­wir­rung als zur Auf­klä­rung über Krank­hei­ten bei. Dar­aus ent­wickeln sie dann für sich durch Gesprä­che und Ver­glei­che ["Tan­te Inge hat­te das auch ...."; "Bei Frau Hasen­fuß hat man das erst nicht erkannt ...."] eine (ver­meint­li­che) Dia­gno­se, mit der sie dann zum Arzt kom­men um sich *kurie­ren* zu lassen.

Wor­über sie kla­gen ist mei­stens eine "Befind­lich­keits­stö­rung", kei­ne Krankheit.

Zumal wenn man älter wird knackst es schon mal in den Kno­chen, zwickt einen hier und da etwas, kommt man tage­wei­se nicht so gut vor­an wie sonst, tut es mal hier oder dort etwas län­ger weh .... alles halb so schlimm, es geht meist schnell wie­der vorbei.
Bevor das aller­dings pas­siert gibt es einen Anlaß ein­mal so rich­tig zu stöh­nen, zu kla­gen und sei­nen bal­di­gen Tod vor­her zu sehen ....

Zum Wei­ter­le­sen:

① Über­me­di­ka­ti­on, Unver­hält­nis­mä­ßig­keit http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/168919/index.html

② Ursa­chen - tatsächlich/vorgeschoben http://www.fnp.de/ratgeber/familieundlebensart/Haeufige-Arztbesuche-im-Alter-Dahinter-steckt-oft-Einsamkeit;art288,2207070

③ War­te­zeit und Arzt­dich­te https://www.tagesspiegel.de/politik/arztbesuche-ewig-im-wartezimmer/1419300.html

④ Befind­lich­keits­stö­rung https://medlexi.de/Befindlichkeitsst%C3%B6rung

{Erst­ver­öf­fent­li­chung: 18. Sep 2018 um 16:30}

bookmark_borderWissenschaftlicher Fortschritt
*update* (28-11-2018)

.

We’re at a peri­od in the cul­tu­re of sci­ence when we despera­te­ly need more cri­ti­cism and less opti­mism, becau­se that’s how good sci­ence thrives.
[Balan­ce]

Wis­sen­schaft - ins­be­son­de­re die Natur­wis­sen­schaft "Bio­lo­gie" - ist kein Pro­duk­ti­ons­be­trieb bei dem an einem Ende Roh­stof­fe ange­lie­fert wer­den und am ande­ren Ende fer­ti­ge Pro­duk­te her­aus­kom­men. So war es wenig­stens bis vor weni­gen Jah­ren. Als die Gene­tik sich an Umfang und Ein­fluß in der Bio­lo­gie aus­wei­te­te begann sie den grö­ße­ren Teil des Fach­ge­bie­tes in den Hin­ter­grund zu schie­ben. Weil in der Gene­tik spä­te­stens mit Ein­füh­rung der Auto­ma­ti­on der Sequen­zie­rungs­tech­nik das schnel­le Erzeu­gen von kom­ple­xen Mole­kü­len Ein­zug hielt - in einem Umfang, der Begehr­lich­kei­ten weck­te, und wegen der prak­ti­schen Aus­wir­kung auch finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten bietet.

Mit Gene­tik läßt sich Geld ver­die­nen - mit Zoo­lo­gie, Bota­nik und Öko­lo­gie eher nicht. In einer Welt, in der es zuneh­mend ums 'Geld ver­die­nen' geht sind die viel­fäl­ti­gen Teil­fä­cher jen­seits der Gene­tik ein Hin­der­nis. Sie ste­hen dem Ver­dienst ent­ge­gen, der man­cher­orts erst durch Igno­ranz gegen­über den Befun­den der Bio­lo­gen und den Schutz­be­mü­hun­gen für bedroh­te Arten an Gren­zen stößt:
Wir haben alle schon vom Feld­ham­ster gele­sen der Stra­ßen­bau- und Ent­wick­lungs­pro­jek­te ver­hin­der­te. Oder von einer bedroh­ten Krö­ten­art, derent­we­gen eine Flä­che nicht wirt­schaft­lich genutzt wer­den konn­te. Die Bei­spie­le lie­ßen sich fort­set­zen, etwa nach Süd­ame­ri­ka, wo rie­si­ge Flä­chen an Öko-Syste­men wegen des kurz­fri­sti­gen Pro­fits geop­fert wur­den und Urvöl­ker vor der völ­li­gen Aus­rot­tung stehen. 

Die Häme der Unkun­di­gen und Gie­ri­gen trieft aus den Zei­len ihrer öffent­li­chen Ein­las­sun­gen. Argu­men­te wer­den als 'Spin­ne­rei' abge­tan. Die Akti­vi­sten als 'welt­fremd' und 'fort­schritts­feind­lich' ver­ächt­lich gemacht.

Beim Bru­no (Bay­ern) oder 'nied­li­chen' Knut (Ber­lin) ent­zün­det sich der Zorn der Mas­se leicht - bei Frö­schen, Krö­ten, Fischen oder bota­ni­schen Rari­tä­ten eher weniger ....

Ich hat­te es stel­len­wei­se in frü­he­re Erör­te­run­gen schon ein­ge­floch­ten, will es aber noch­mal deut­lich schreiben:
Ein bio­lo­gi­sches (öko­lo­gi­sches) System läßt sich ab einem bestimm­ten Ein­wir­kungs­grad nicht mehr repa­rie­ren ['point of no return'] - es ist ein für alle­mal verloren.

Genau die­ses Risi­ko wird - letz­tes Bei­spiel in der Rei­he der unum­kehr­ba­ren Umwelt­sün­den - beim Frack­ing bewußt ein­ge­gan­gen. Was sich in Jahr­mil­lio­nen ent­wickelt hat wird für einen kurz andau­ern­den Peak bei der Roh­stoff­pro­duk­ti­on geop­fert. 9% mehr Roh­öl für 25 Jah­re - das ist ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein, aber um wel­chen Preis!

Es wäre bes­ser wenn das Fern­se­hen Sen­dun­gen dar­über mach­te WER & WAS für den ufer­lo­sen CO2-Anstieg ver­ant­wort­lich ist, der uns letzt­end­lich umbrin­gen wird.

bookmark_borderObamas Märchenstunde ....

Kürz­lich habe ich ein Inter­view mit dem Ex-Prä­si­den­ten gesehen.

Er wur­de zu ver­schie­de­nen The­men befragt und dann kam ein Dis­kus­si­ons­punkt der mich auf­hor­chen ließ:
US Hoch­schu­len, Universitäten.

Da ich ja meh­re­re Jah­re selbst dort unter­rich­tet habe [1999-2001] traue ich mir zu ein 'infor­mier­tes' Urteil abzu­ge­ben - und war mehr als amü­siert vom ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten zu hören die US Hoch­schu­len sei­en die besten der Welt.

Nichts ist wei­ter ent­fernt von der Wirk­lich­keit als die­se Aussage.

Wenn man aller­dings nur in den USA gelebt und stu­diert hat und durch die US High­school geschleust wur­de, dann kann man wohl zu kei­nem ande­ren Urteil kommen. 

Nur wird dadurch die­se Aus­sa­ge nicht 'objek­tiv' wahr. 

Sie ist und bleibt ein Zei­chen des Gedan­kens des Ame­ri­ka­ni­schen Exzep­tio­na­lis­mus - so wie etwa die Unfehl­bar­keit des Pap­stes, ein genau­so absur­des Konstrukt.

Über 60% der Unter­rich­te in den US Hoch­schu­len (aus­tausch­bar: Col­leges; die Begrif­fe geben Unter­schei­dun­gen vor die in der Wirk­lich­keit des­sen was da gelei­stet wird kei­ne Bedeu­tung haben.) wer­den mitt­ler­wei­le von aka­de­mi­schen "Nied­rig­löh­nern" mit vie­len Stun­den und knap­per Bezah­lung ohne Aus­sicht auf finan­zi­el­le und damit sozia­le Sicher­heit gelei­stet. Zudem rei­chen schon ein paar Stu­den­ten­mei­nun­gen aus die­se recht­lich nur schwach geschütz­ten Lehr-Skla­ven zum Strau­cheln zu brin­gen und ins Ufer­lo­se zu stür­zen. Ein wei­te­rer Anteil von ca. 20% sind Gäste aus dem Aus­land mit maxi­mal Drei­jah­res­ver­trä­gen - die wer­den in die­ser Zeit 'aus­ge­saugt' und ihre Ergeb­nis­se wer­den als "Ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schafts­lei­stung" dekla­riert und ver­wer­tet. Selbst lang­jäh­rig täti­ge Pro­fes­so­ren sit­zen in Wahr­heit auf "Wackel­po­si­tio­nen".

Es mag man­ches in unse­ren Hoch­schu­len falsch lau­fen und die finan­zi­el­le Aus­stat­tung ist oft sehr viel nied­ri­ger als es nötig wäre und als die "Éli­te-Uni­ver­si­tä­ten" in USA finan­ziert sind - und doch ist die wis­sen­schaft­li­che Lei­stung noch höher bewer­tet als dort. Auch des­we­gen steigt bei uns die Anzahl aus­län­di­scher Stu­den­ten wäh­rend sie in den USA sinkt. 

_________________________________ 

Ver­gleichs­wei­se die Fir­men­grün­dun­gen - auch da sind Aus­län­der wesent­lich am Wachs­tum beteiligt ....

bookmark_borderBittere Bilanz

.

Excerpt aus:
‘‘Bit­te­re Bilanz – Inter­view von Yanis Varou­fa­kis mit Funk­haus Euro­pa (WDR)’’

.. Wir haben eine gemein­sa­me Wäh­rung geschaf­fen, die aber auf brü­chi­gen Fun­da­men­ten fußt. Fun­da­men­te, die den gro­ßen Erschüt­te­run­gen in der Finanz­welt und der glo­ba­len Wirt­schaft von 2008 bis 2010 nicht stand­hal­ten konn­ten. Wie ein Haus, das kei­ne festen Fun­da­men­te besitzt, Ris­se bekommt und ein­zu­stür­zen droht. Und die brü­chig­ste Wohn­ein­heit in die­sem Haus ist die, die als erste in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wird. Und das ist Grie­chen­land .. Lei­der wei­gert sich Euro­pa seit fünf Jah­ren, die­se Fun­da­men­te zu ver­bes­sern, weil sich Deutsch­land und Frank­reich dabei nicht einig wer­den kön­nen, was zu tun ist .. 

"Bockig" - ja, so waren Schäub­le und Dijs­sel­b­loom in den Ver­hand­lun­gen mit Grie­chen­land. Sowas ord­net man her­an­wach­sen­den Jüng­lin­gen zu, nicht gedie­ge­nen Finanzministern .... 

Ein Satz aus einem Leser­brief:

Yanis Varou­fa­kis hat von vor­ne­her­ein klar gemacht, dass er kein Poli­ti­ker sei. wenn ich in Wiki­pe­dia sei­ne Vita lese, dann muss man schluß­fol­gern, dass er über­qua­li­fi­ziert ist. Intel­li­gen­te Men­schen, die vom Fach sind und dazu Spra­chen beherr­schen, haben es schwer.

Dage­gen ist die­ser unse­li­ge Dijs­sel­b­loom ein rück­grat­lo­ser, rach­süch­ti­ger Büro­krat, voll Neid auf die Aus­strah­lung Varou­fa­kis' - etwas, was er selbst nie haben wird. Das gilt glei­cher­ma­ßen für Schäub­le. Da weiß man, wie­viel Gift & Gal­le bei gleich zwei sol­chen Abzieh­bil­dern zusammenkommt.

bookmark_borderAlles ganz einfach ..!?
*update* [04.02.2020]

.
Asyl­an­trag­stel­lung 'prak­tisch' - das habe ich in den letz­ten Tagen gelernt - ist weit­aus schwie­ri­ger als es in den Medi­en dar­ge­stellt und in der Bevöl­ke­rung dis­ku­tiert wird.

Was schon für mich als Deut­schen kom­pli­ziert war, z.B. die tat­säch­lich zustän­di­gen staat­li­chen Behör­den aus­fin­dig zu machen, kann sich für einen Geflüch­te­ten als tage­lan­ge Odys­see und kaf­ka­es­ken Kampf mit dem Unge­wis­sen entwickeln.

Ich fan­ge mal mit der REGISTRIERUNG an. Nor­ma­ler­wei­se geschieht sie im Moment der Ankunft, als der Ein­rei­se in die Bundesrepublik.
Da nun aber wegen der wir­ren Ver­hält­nis­se und völ­lig unge­ord­ne­ten Bedin­gun­gen vie­le Flücht­lin­ge auf ver­schlun­ge­nen Wegen (und nicht immer 'offi­zi­ell') unser Lan­de errei­chen, ist deren Sta­tus solan­ge unbe­stimmt, bis sie die­se erste Hür­de gemei­stert haben.

Zugleich wirft ihnen - anders als stets von Asyl­geg­nern behaup­tet - bis zu die­sem Zeit­punkt nie­mand Geld nach, sie sind noch völ­lig auf sich selbst gestellt.
Sofern sie aus ihrer Hei­mat Freun­de, Nach­barn oder Ver­wand­te haben die bereits in Deutsch­land woh­nen ist es ver­ständ­lich, wenn sie sich dort zuerst hin wen­den und um Hil­fe bit­ten. Das wirft meh­re­re Pro­ble­me auf. Erstens ist der Sta­tus unge­klärt, zwei­tens wer­den die sowie­so nicht mate­ri­ell best­aus­ge­stat­te­ten Freun­de oder Ver­wand­ten bela­stet, und drit­tens wird die Ein­glie­de­rung verzögert.
Es ist also in all­sei­ti­gem Inter­es­se den Sta­tus mög­lichst schnell und pro­blem­los zu klä­ren bzw. den Auf­ent­halt zu legalisieren.

Nun muß man wis­sen, dass zwar das "Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge" für die Unter­brin­gung und Ver­sor­gung, spä­ter Ver­tei­lung auf die Län­der und Gemein­den und die best­mög­li­che Ein­glie­de­rung ver­ant­wort­lich ist, die Regi­strie­rung aller­dings nicht dort vor­ge­nom­men wird. Das geschieht in den soge­nann­ten "REGISTRIERUNGSSTELLEN", die über die gesam­te Repu­blik ver­teilt sind. Immer noch sind für die­se Per­so­nen kei­ne Kosten ange­fal­len, sie haben von unse­rem Staat nicht einen Cent erhalten.

Wenn die Flücht­lin­ge in eine ERSTAUFNAMEEINRICHTUNG gekom­men sind ent­ste­hen Auf­wen­dun­gen unse­res Staa­tes aus Steuermitteln.

Ich habe einen Vor­mit­tag gebraucht um die ver­schie­de­nen Behör­den und Insti­tu­tio­nen anzu­ru­fen um den Ablauf zu klä­ren, dabei mit meh­re­ren Sozi­al­äm­tern, der Poli­zei, der Stadt­ver­wal­tung, Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen, Not­auf­nah­me­un­ter­künf­ten und dem Bun­des­amt tele­fo­niert. Erfreu­lich war, dass es über­wie­gend freund­li­che, immer hilf­rei­che und bemüh­te Men­schen waren mit denen ich gespro­chen habe - die durch­aus Ver­ständ­nis zeig­ten und hel­fen wollten.

Für man­che der Rege­lun­gen habe ich Ver­ständ­nis. Eini­ge Abläu­fe erschei­nen mir noch ver­bes­se­rungs­be­dürf­tig, z.B. die Mög­lich­kei­ten der Regi­strie­rung und Antragstellung.

Jeden­falls steht fest, dass Flücht­lin­ge kei­nes­wegs " .. mit Geld über­schüt­tet .." wer­den - sie müs­sen ver­wir­ren­de und umständ­li­che Pro­ze­du­ren erken­nen und durch­ma­chen, bevor sie schließ­lich (fremd­be­stimmt!) "ver­teilt" wer­den, und das nicht immer dort­hin, wo sie Bekann­te, Freun­de oder Fami­lie haben. Wenn sie sich nicht dar­an hal­ten müs­sen sie mit Nach­tei­len und Aus­blei­ben der Unter­stüt­zung zurecht kommen.
Mein Fazit:
Eine har­te Zeit, gepfla­stert mit (teil­wei­se sicher not­wen­di­ger) Büro­kra­tie und es wer­den kei­ne 'Reich­tü­mer' über den Antrag­stel­lern ausgeschüttet.

bookmark_borderErschreckende Unwissenheit

.
Es wird in vie­len Ver­öf­fent­li­chun­gen beklagt, dass in der Bevöl­ke­rung eine bedau­er­li­che Träg­heit herrscht, die aus Unver­ständ­nis natur­wis­sen­schaft­li­cher Zusam­men­hän­ge ent­stan­den ist. Sich nicht bil­den zu kön­nen weil ein ent­spre­chen­des Ange­bot in den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen fehlt oder redu­ziert wur­de ist eine Sache. Sich nicht bil­den zu wol­len dage­gen läuft auch den Inter­es­sen derer zuwi­der, die unwei­ger­lich davon betrof­fen sind und wei­ter sein werden.

Tag für Tag beschäf­ti­gen sich unzäh­li­ge Men­schen im Inter­net. Mit völ­lig unwich­ti­gen Din­gen! Allein ein Blick auf die "tweets" eines Tages offen­bart eine Welt von - zuge­ge­ben manch­mal amü­san­ten - Unwich­tig­kei­ten, denen durch den stän­di­gen Wech­sel von The­men, und die Geschwin­dig­keit von deren Ände­rung, eine Bedeu­tung zuge­wie­sen wird, die für den Fort­gang des Lebens und der Exi­stenz von Lebe­we­sen auf die­sem Pla­ne­ten ver­nach­läs­sig­bar und völ­lig irrele­vant ist.

Zudem schlägt oft das Des­in­ter­es­se in Aggres­si­on gegen sol­che Erkennt­nis­s­se um: Weil es an natur­wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen fehlt wer­den die Befun­de und Ergeb­nis­se der Wis­sen­schaf­ten nicht ver­stan­den und des­we­gen ent­we­der abge­lehnt oder gar als unwich­tig abge­tan. Oder eben schlicht­weg geleug­net, wobei es in Mode gekom­men ist gleich die Wis­sen­schaft­ler selbst als 'abge­ho­ben' oder 'wirk­lich­keits­fremd' abzutun.

Dabei sind es gera­de die­se Men­schen, die aus Sor­ge um den Bestand der natür­li­chen Umwelt nicht nach Geld und Macht stre­ben, son­dern sich der Meh­rung von Ver­ständ­nis der natür­li­chen Abläu­fe wid­men. Wäh­rend die Mas­sen besten­fals nur kon­su­mie­ren und schlimm­sten­falls ohne Basis leug­nen, berei­ten die Wis­sen­schaf­ten Expe­ri­men­te vor und füh­ren sie aus, sam­meln Daten und stel­len schließ­lich dar­aus The­sen auf, z.B. wie die­ser Pla­net auf dau­er­haf­te Ver­sor­gung der wach­sen­den Bevöl­ke­rung und der dar­aus enste­hen­den Eng­päs­se vor­be­rei­tet wer­den könn­te ohne das Leben ins­ge­samt zu gefährden.

Sie ste­hen gegen kurz­fri­sti­ge Pro­fit­gier und völ­li­ge natur­wis­sen­schaft­li­che Igno­ranz. Und es wer­den immer weni­ger sol­che Men­schen zu die­sem Kampf gegen Unwis­sen­heit und Ver­leug­nung antre­ten - wer will sich schon stän­dig gegen die Mehr­heit behaup­ten und dadurch nie zur Ruhe finden?

Es ist bei­lei­be kein Ver­mitt­lungs­pro­blem. Das war es viel­leicht vor Jahr­zehn­ten. Mitt­ler­wei­le kann sich Jeder der es will durch das Inter­net bei­ßen und Infor­ma­tio­nen über belie­bi­ge Fach­ge­bie­te in klei­nen Häpp­chen lernen. 

Man muß es nur wollen.

bookmark_borderDomian 01.05.2015

.
Das The­ma "Ernäh­rung" hat - nicht nur - mich ein Leben lang beschäf­tigt und es gibt ja bereits eine gro­ße Zahl von Bei­trä­gen hier und in mei­nen ande­ren Blogs [Liste unter dem Video].

Bei "Domi­an" hat­te ich die Gele­gen­heit mei­ne Sicht einem grö­ße­ren Publi­kum ver­füg­bar zu machen - hören Sie 'mal rein ....

Mehr zum The­ma "Ernäh­rung"