Ich traue mich Aus­sa­gen zu machen, auch unpo­pu­lä­re - schau­en Sie doch 'mal wer sonst über­haupt Stel­lung bezieht und wenn mit wel­chen Argu­men­ten. Die mei­sten Blog­ger wol­len es doch kuschel­weich und ja nicht anecken, dabei igno­rie­ren sie die dra­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen der Welt und schwe­ben in blüm­chen­um­ran­de­ten Phan­ta­sie­wel­ten. Laue Witz­chen und schwa­che Ana­lo­gien. Das hal­te ich für ver­zicht­bar.

Mit 75 und einer Men­ge an Erfahrung/Erlebnissen/Beobachtungen ent­ste­hen zwangs­läu­fig binä­re, auto­ri­tä­re und rigi­de State­ments. Man ver­liert die Fle­xi­bi­li­tät, weil sich die Wie­der­ho­lun­gen häu­fen und das Men­schen­bild prä­gen - die Hoff­nung auf Sieg von Ratio­na­li­tät und Ein­sicht in unab­än­der­li­che Abläu­fe geht ver­lo­ren. Viel schlim­mer: Es gibt kaum noch Men­schen die sich ernst­haft mit ihren eige­nen Män­geln aus­ein­an­der­set­zen, sich für all­wis­send und umfas­send gebil­det hal­ten und über­haupt nicht erken­nen wie sehr sie auf vie­len Gebie­ten dilet­tie­ren.

Selbst bei Strick­blogs gibt es sol­che und sol­che. Näm­lich selbst­ent­wer­fen­de und kopie­ren­de Blogger:innen. Da ist ein Rie­sen­un­ter­schied in Aus­druck und Fer­tig­keit, sowohl prak­tisch als auch in der Anlei­tung. Bei man­chen die­ser Blogs den­ke ich 'da wäre es bes­ser gleich eine spe­zi­fi­sche Publi­ka­ti­on zu kau­fen anstatt die­sen Mist zu lesen', bei ande­ren sehe ich mit Hoch­ach­tung wie tol­le Muster und Struk­tu­ren erzeugt und so erklärt wer­den, dass selbst ich mit zwei Nadeln aus­ge­stat­tet den Ver­such wagen könn­te das nach­zu­ar­bei­ten.

Wenn two­day-Nut­zer sich bei 'face­book' wohl­füh­len sol­len sie das gern - nur war­um trei­ben sie sich dann noch bei two­day her­um? Weil sie den schnel­len Applaus von 'face­book' brau­chen den sie hier (bis­her nicht und viel­leicht) nie bekom­men? Ich hal­te es für einen Man­gel an Per­sön­lich­keit und Urteils­fä­hig­keit wenn jemand einer­seits die Ein­fluss­nah­me und Über­grif­fig­keit, ja Gesetz­lo­sig­keit der so genann­ten "sozia­len Medi­en" anpran­gert, und sich dann flugs auf­macht um sei­ne 'face­book' "Freun­de" mit locke­ren Sprü­chen zu beglücken.

Qua­li­tät - ob nun in mei­nem oder einem all­ge­mei­nen Sinn ver­stan­den - lässt sich nicht prü­fen? Da bin ich aber platt! Wo es doch durch­aus erfolg­rei­che Unter­neh­men gibt, deren Erfolg dar­auf beruht, dass sie "Qua­li­täts­prü­fungs­ab­tei­lun­gen" unter­hal­ten, die nach festen Kri­te­ri­en arbei­ten, die von den Mit­ar­bei­ten­den all­ge­mein aner­kannt wer­den.