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... oder:
Him­mel, laß' Hirn reg­nen!

Zufall bin ich auf eine Dis­kus­si­on gesto­ßen in der u.a. fol­gen­de - sich selbst schon wider­spre­chen­de - Aussage(n) getrof­fen wurde(n):

.. wie ich in mei­nem Bei­trag schrieb, hal­te ich zuviel Salz, ganz beson­ders wenn es sich um rei­nes Natri­um­chlo­rid han­delt ..

[Quel­le]

"Salz" steht im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch syn­onym für "Koch­salz" oder tri­vi­al für "Spei­se­salz". Nicht 'gemein­hin' wie oben behaup­tet, son­dern stets han­delt es sich dabei um "Natri­um­chlo­rid", che­misch NaCl.

Spricht der Che­mi­ker aller­dings von "Salzen", dann kann sich dahin­ter Vie­les ver­ber­gen, wie etwa Cal­ci­um­chlo­rid, Kali­um­chlo­rid oder Cal­ci­um­fluo­rid ....

..Und Osmo­se funk­tio­niert so nicht, daß Was­ser irgend­wo ein­zieht, son­dern indem die Mine­ra­li­en "aus­wan­dern", so lan­ge bis ein Gleich­ge­wicht ent­stan­den ist. Wis­sen­schaft­lich sagt man, daß die gelö­sten Teil­chen immer in Rich­tung ihres nied­ri­ge­ren che­mi­schen Poten­ti­als dif­fun­die­ren. Aller­dings kommt es einem beim Essen so vor, als wür­de das Koch­gut wäss­ri­ger, eben infol­ge des­sen, daß die Mine­ra­li­en und Geschmacks­stof­fe ent­zo­gen wor­den sind .. Osmo­se:
Das fin­det man lei­der über­all falsch erklärt. Was­ser selbst ist ja nur der Trä­ger für die gelö­sten Teil­chen, aber nicht das, was aus­ge­tauscht wird. Eine höhe­re Kon­zen­tra­ti­on an Teil­chen, wie sie hof­fent­lich im Gemü­se zu fin­den ist, geht immer in die nied­ri­ge­re Kon­zen­tra­ti­on, um ein Gleich­ge­wicht zu schaf­fen, aber eben nicht das Was­ser, die­ses ist nur der Trä­ger. Die Fol­ge davon ist aber eben das, was beschrie­ben wird, näm­lich das das Koch­gut dem Ein­druck nach "ver­wäs­sert".

[Quel­le]

Genau die­se Erklä­rung der Osmo­se ist falsch - und durch mehr­ma­lig-ver­schach­tel­te Betrach­tung und Erläu­te­rung wird sie nicht wahr.

Tat­sa­che ist:
Was­ser wan­dert vom Ort nie­de­rer Kon­zen­tra­ti­on zum Ort höhe­rer Kon­zen­tra­ti­on - der Grund dafür ist das Bestre­ben des Kon­zen­tra­ti­ons­aus­gleichs oder "Dif­fu­si­on".

"Höhe­re Kon­zen­tra­ti­on" bedeu­tet: Vie­le Mine­ra­li­en in wenig Was­ser.
"Nie­de­re Kon­zen­tra­ti­on" bedeu­tet: Weni­ge Mine­ra­li­en in viel Was­ser.

"Mine­ra­li­en" ist der lai­en­haf­te Aus­druck für Mole­kü­le, die sich meh­re­ren Ato­men zusam­men­set­zen, wobei die betei­lig­ten Ato­me gela­den sein kön­nen (=> Ionen) oder im Wege eines che­mi­schen Pro­zes­ses Ladun­gen aus­tau­schen. Wiki­pe­dia sagt dazu: ".. Man spricht auch von "Ele­ment" oder "che­mi­scher Ver­bin­dung" .."

"Kon­zen­tra­ti­ons­aus­gleich" (Dif­fu­si­on) bedeu­tet: Was­ser wan­dert dort­hin wo die 'höhe­re Kon­zen­tra­ti­on' herrscht, also mehr Mine­ral­stof­fe vor­han­den sind.
Ver­schie­den bei der OSMOSE ist, dass die Mine­ral­stof­fe nicht von allei­ne durch die Mem­bra­nen wan­dern kön­nen und des­we­gen von sich aus kei­nen Kon­zen­tra­ti­ons­aus­gleich her­bei­füh­ren kön­nen.

Der "freie" Stoff­aus­tausch (um die Kon­zen­tra­ti­on aus­zu­glei­chen = Dif­fu­si­on) ist bei der Osmo­se durch eine nur ein­sei­tig durch­läs­si­ge Mem­bran ver­hin­dert.

Bei der Osmo­se wan­dert immer NUR das Was­ser.
'Mine­ral­stof­fe' kön­nen die Mem­bra­nen nicht über­win­den:

Dazu brau­chen sie Trans­port­me­cha­nis­men, soge­nann­te Ionen­ka­nä­le.

Wer davon nichts weiß muß natür­lich irgend­ei­nen Weg der Erklä­rung fin­den - und was liegt da näher als die Erläu­te­rung der Frau "zucker­wat­te­wol­ken­mond" [Quel­le]:

.. Aller­dings kommt es einem beim Essen so vor, als wür­de das Koch­gut wäss­ri­ger, eben infol­ge des­sen, daß die Mine­ra­li­en und Geschmacks­stof­fe ent­zo­gen wor­den sind .. "

Halb­wis­sen, ver­tei­digt um jeden Preis.
Die­se Erklä­rung hat nur einen Feh­ler:
Wis­sen­schaft­lich unhalt­bar zu sein.
Genau das Gegen­teil davon ist wis­sen­schaft­lich kor­rekt.

Ich bewun­de­re ein­mal mehr die Geduld, die der Herr blo­ed­bab­bler in der Dis­kus­si­on dort auf­ge­bracht hat ohne aus­fal­lend zu wer­den.


Ach, noch ein Abschluß­ab­satz:
Das im zitier­ten Text ange­spro­che­ne "niedrigere(n) chemische(n) Potential(s) - das angeb­lich für den Aus­gleich sorgt - ist eine Erklä­rung die jedem che­misch Vor­ge­bil­de­ten die Haa­re zu Ber­ge ste­hen läßt.

Es wer­den (Elektronen-)Potentiale (die die Gesamt­la­dung eines che­mi­schen Stof­fes aus­ma­chen) und che­mi­sche Bin­dungs­kraft (die die Bin­dungs­fä­hig­keit- und ~wil­lig­keit eines Atoms oder einer Ver­bin­dung aus­ma­chen) bunt durch­ein­an­der gewür­felt.

Zu die­sem Punkt mache ich mir wegen der offen­sicht­li­chen Unfä­hig­keit der Schrei­be­rin, die man­gels ein­schlä­gi­ger Kennt­nis­se die tat­säch­li­chen Sach­ver­hal­te zu ver­ste­hen nicht in der Lage wäre, nicht erst die Mühe einer Erör­te­rung des­sen, was tat­säch­lich pas­siert.

Der abso­lu­te "Knal­ler" folgt aber in einem der näch­sten Kom­men­ta­re:

.. In der Wiki­pe­dia steht auch:
"Häu­fig wird Osmo­se beschrie­ben als die spon­ta­ne Pas­sa­ge von Was­ser oder eines ande­ren Lösungs­mit­tels durch eine semi­per­me­ab­le Mem­bran, die für das Lösungs­mit­tel, jedoch nicht die dar­in gelö­sten Stof­fe durch­läs­sig ist." .. Solch eine Mem­bran gibt es jedoch in der Natur nicht, son­dern nur künst­lich her­ge­stellt, das heißt, die­se Art von Osmo­se hat nichts mit Kochen zu tun ..

[Quel­le]

Ich neh­me an, die Frau zucker­wat­te­wol­ken­mond hat kei­ne Nie­re, kei­ne Lun­ge, kei­ne Haut etc. ... und ist ein ALIEN - denn nur bei denen funk­tio­nie­ren mög­li­cher­wei­se die genann­ten Orga­ne OHNE Osmo­se.

OK, weil Sati­re manch­mal nicht ver­stan­den wird:
Lie­be Frau zucker­wat­te­wol­ken­mond, Neu­ig­kei­ten für Sie:
Ihr gesam­ter Kör­per ist aus sol­chen Mem­bra­nen auf­ge­baut!
Und das, obwohl Men­schen nicht gekocht wer­den.

Es gibt nicht wie Sie schrei­ben "die­se Art von Osmo­se" oder eine ande­re, son­dern nur "Osmo­se" - alle ande­ren Aus­tausch­pro­zes­se hei­ßen & funk­tio­nie­ren anders. Irgend­was an der/ihrer Aus­sa­ge: "Ich habe jeden­falls schon in der Schu­le gelernt, wie Osmo­se funk­tio­niert." scheint da nicht zu stim­men.

Aber dar­an müs­sen Sie ja nicht selbst Schuld haben, es war bestimmt ein schlech­ter Leh­rer oder ein fal­sches Lehr­buch .....