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"Für meine Söhne .... " schrieb Theo­dor Storm als Über­schrift. Ich möchte das zu "Für meine Toch­ter und mei­nen Sohn" umbe­nen­nen - natür­lich dür­fen auch andere Leser sich diese Weis­heit in Gedicht­form zu Her­zen neh­men .... zugleich ist ein Vers aus die­sem Gedicht ein 'Leit­spruch' für mich gewor­den, des­halb steht er seit Jah­ren hier im Blog in der Sei­ten­lei­ste.

 

Hehle nim­mer mit der Wahr­heit!
Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue;
Doch, weil Wahr­heit eine Perle,
Wirf sie auch nicht vor die Säue.

Blüte edel­sten Gemü­tes
Ist die Rück­sicht; doch zuzei­ten
Sind erfri­schend wie Gewit­ter
Goldne Rück­sichts­lo­sig­kei­ten.

Wack­rer hei­mat­li­cher Grob­heit
Setze deine Stirn ent­ge­gen;
Arti­gen Leut­se­lig­kei­ten
Gehe schwei­gend aus den Wegen.

Wo zum Weib du nicht die Toch­ter
Wagen wür­dest zu begeh­ren,
Halte dich zu wert, um gast­lich
In dem Hause zu ver­keh­ren.

Was du immer kannst, zu wer­den,
Arbeit scheue nicht und Wachen;
Aber hüte deine Seele
Vor dem Kar­rie­re­ma­chen.

Wenn der Pöbel aller Sorte
Tan­zet um die gold­nen Käl­ber,
Halte fest: du hast vom Leben
Doch am Ende nur dich sel­ber ....

 
[Falls sich jemand fra­gen sollte, was hier eigent­lich gemeint ist, so kann ich mit einer kur­zen Zusam­men­fa­sung die­nen:
Storm spricht von Wer­ten (= "Wert­vor­stel­lun­gen"; "uni­ver­selle Werte") - meist sol­chen, die in unse­rer heu­ti­gen Zeit in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind!]

[Quelle des Gedich­tes]


Erst­ver­öf­fent­li­chung: 25. Jun 2006 um 21:26