Zitat (I)

Frau iGing (kei­ne Web­adres­se, Link unter dem Zitat) schreibt als Kommentar:

" .. das sind Wahr­neh­mun­gen, die man an sich selbst macht und die man nur selbst ein­ord­nen kann, wäh­rend einen die Umwelt nach wie vor immer für den glei­chen Men­schen hält und ggf. ent­spre­chen­de Erwar­tun­gen an einen stellt - da freut man sich schon, wenn man die­se Erwar­tun­gen sogar erfüllt, obwohl das frü­her eine Selbst­ver­ständ­lich­keit gewe­sen wäre! .. " [Quel­le]

Genau so ist es:
Die äuße­re Ver­fas­sung und der eiser­ne Antrieb nicht nach­zu­las­sen, immer noch zu 'lei­sten' ist der Grund dafür, war­um viel­fach Men­schen sich vor­zei­tig ver­schlei­ßen, schnel­ler altern als es nötig wäre.
Das Wich­tig­ste ist, eige­ne Gren­zen zu erken­nen und sich nicht auf fau­le Kom­pro­mis­se einzulassen.
Wenn man es nicht oder nur lang­sa­mer als zuvor erle­di­gen kann, was erle­digt wer­den soll, muss man es deut­lich sagen anstatt sich zu quälen.
Deut­lich sagen heisst eine "Ich-Bot­schaft" senden:

"Ich kann das nicht mehr, das ist zu schwer."
"Ich kann das nicht über Stun­den ohne Unter­bre­chung machen - ich brau­che eine / meh­re­re Pausen."
usw.

Mit zuneh­men­dem Lebens­al­ter etwas nicht mehr zu kön­nen ist nor­mal. Von 'älte­ren Men­schen' soviel zu ver­lan­gen wie von Drei­ssig­jäh­ri­gen ist (min­de­stens) gedankenlos. 

Kommentare

    1. Wel­che Bran­che haben Sie da im Auge? Ich habe in sehr vie­len ver­schie­de­nen Jobs gear­bei­tet, erst als Stu­dent und spä­ter nach dem Stu­di­um - aller­dings wur­de nir­gend­wo her­um­ge­schrie­en .... außer­dem ist schrei­en stets ein Zei­chen von man­geln­der Sozia­li­sa­ti­on, also min­de­stens einem Man­gel an Kon­flikt­lö­sungs­po­ten­ti­al. Eine Aus­nah­me ist viel­leicht das Mili­tär, da braucht man schon 'mal eine etwas lau­te­re Stim­me um die Absicht gegen den Basis­lärm zu Gehör zu bringen.

      Anson­sten gibt es noch ande­re Bei­tra­ge hier mit ver­wand­tem Thema
      - → Lei­stungs­zwang vs. Alters­lei­stung (09.2018)
      - → Ü70 - na und ..!? (04.2016)
      - → Arbeit macht das Leben süß ...? (03.2013)
      - → Alters­be­ding­te Lei­stungs­min­de­rung .... (08.2010)

    2. Alles, was mit Fließ­band­ar­beit und Norm­er­fül­lung zu tun hat?
      Da geht schlicht­weg "lang­sa­mer machen" nicht, weil es bedeu­tet, man hat sei­ne Norm nicht erfüllt, dem ent­spre­chend fällt die Bezah­lung am Ende des Monats aus, und wer dau­er­haft die Norm nicht schafft, ja, drei Mal darf man raten, was die Zukunft des­je­ni­gen ist...

      Das ande­re hat mehr mit dem zwi­schen­mensch­li­chen Bereich zu tun.
      Von sowas hat mein Gehirn bereits jetzt schon einen spür­ba­ren Scha­den; kann unter Stress oder Het­zen nicht rich­tig den­ken. Over­load an Stress­hor­mo­nen, das Hirn ist wie ver­klebt, dass nichts durch geht.

      1. Na klar, dar­an hat­te ich nicht gedacht. Selbst war ich nur ein­mal als Stu­dent bei einer sol­chen Fir­ma, Schmal­bach-Lub­e­ka, mitt­ler­wei­le ver­kauf an einen US-Kon­zern. Da wur­den Geträn­ke­do­sen, Kron­kor­ken, Fleisch­sa­lat- & Kar­tof­fel­sa­lat­scha­len, Fisch- und Wurst­ver­packun­gen her­ge­stellt. Ich war bei den Tief­zieh­ma­schi­nen für Deckel von Sala­ten. Dann muss­ten die (jeweils 16 auf einem Bogen) sta­pel­wei­se zu 12 Bögen aus­ge­stanzt wer­den. Die kamen in einem bestimm­ten Muster in die Kar­tons zum Ver­sand. Weil da drei Leu­te arbei­te­ten, die von­ein­an­der abhän­gig waren, muss­te man schon einen 'Takt' ein­hal­ten ... aber das war wohl nicht rich­ti­ge Bandarbeit.

        Der Druck ist an man­cher Arbeits­stel­le sicher hoch - und da wäre es sicher sinn­voll wenn die Nor­men alters­mä­ßig abge­senkt wür­den. Frü­her hät­te das eine Gewerk­schaft durch­ge­setzt, aber seit die SPD auch die ver­ra­ten hat ist es schwe­rer gewor­den so was zu erreichen.

        Zwi­schen­mensch­li­cher Stress - das ist sehr bedau­er­lich, weil man da oft kei­ne Aus­weich­mög­lich­keit hat. Geht es denn eher um die beruf­li­che oder die pri­va­te Sei­te? Beim Beruf muss man in die­sen Fäl­len dar­auf drän­gen die Auf­ga­ben zu split­ten, damit man sie nach­ein­an­der ord­nen kann und sie der Rei­he nach abar­bei­tet, das ver­min­dert den Druck. Im Pri­va­ten hilft Abstand, 'time-out' wie es so schön heißt, ein­fach ein paar Tage allei­ne weg­fah­ren, sich aus dem Umfeld lösen und sich nur um sich selbst kümmern.

        [Das will ich hier nicht wei­ter ver­fol­gen, aber gern per mail, wenn gewünscht]

    3. Bei Norm­ar­beit ist inzwi­schen ein gro­ßes Pro­blem, dass alles mit annä­hernd mini­ma­lem Per­so­nal­be­stand betrie­ben wird, äußerst "auf Kan­te genäht" ist - und das aus Kal­kül, nicht, weil man kei­ne Leu­te dafür fin­den wür­de (in den Jah­ren, wo die Wirt­schaft bei Arbeits­kräf­ten aus dem Vol­len schöp­fen konn­te, da haben auch nicht mehr Leu­te an einer Sache gearbeitet).
      Heißt: Am besten soll jeder jeden Tag 125% geben, und dann ist die Beleg­schaft ein Mann zu wenig.
      Was dabei für den Ein­zel­nen her­aus­kommt, kann man sich vor­stel­len... Kein Wun­der, dass es für die jet­zi­gen Genera­tio­nen schwie­rig wird, das von der Regie­rung gewünsch­te Ren­ten­al­ter zu errei­chen - die sind alle vie­le Jah­re davor kör­per­lich und men­tal kaputt gespielt.

      Das Unte­re hat mehr mit Pri­va­tem zu tun.
      Ich sage mal so viel: a) Schön wenn man einen Ort weiß, an den man sich - mate­ri­ell - zurück­zie­hen kann. b) Rück­zug funk­tio­niert nur, wenn man auch in Ruhe gelas­sen wird. und c) Dau­er­haf­te Lösun­gen sind was noch viel schö­ne­res. Kommt man um jeman­den aller­dings nicht her­um, und endet jede Bemer­kung oder Hin­weis dar­in, dass ein Ergeb­nis her­aus­kommt, als wenn man mit einer Kuh Fran­zö­sisch redet, ja, was hilft dann "für einen bestimm­ten Zeit­raum mal abzu­hau­en"? Man steht immer wie­der vor der glei­chen Situa­ti­on, dass beim Gegen­über gar nichts ankommt.

      Um es viel­leicht auch mit einem gene­rel­len Satz zu umschrei­ben: Du bist immer der Ange­arsch­te, wenn du ledig­lich dei­ne Ruhe haben willst. (Es fin­det sich immer jemand, der sie dir nicht gön­nen oder las­sen will.)

      1. Die *Ver­dich­tung* der Arbeit, wie es so harm­los umschrei­bend genannt wird, ist eine men­schen­ver­ach­ten­de Kom­po­nen­te der moder­nen Betriebs­füh­rung. Pro­fit­ma­xi­mie­rung bedeu­tet immer am Per­so­nal zu spa­ren - weil alle ande­ren Para­me­ter schwer zu kon­trol­lie­ren sind. Das ist jetzt natür­lich kei­ne Lösung, aber schon 'mal der kor­rek­te Ansatz. Da wäre es nun mög­lich eine Ver­hand­lung mit einer sol­chen Aus­gangs­po­si­ti­on zu verlangen.

        '..Kommt man um jeman­den aller­dings nicht her­um..' - das ist als Fest­stel­lung erst mal so hin zu neh­men. Den­noch kann ich mir nicht vor­stel­len, dass es aus­ge­rech­net in die­sem Fall kei­ne zufrie­den­stel­len­de Lösung geben soll. Wobei "zufrie­den­stel­lend" bedeu­tet: Sich Frei­raum ver­schaf­fen, sich nur um sich selbst küm­mern müssen.
        Es klingt ein wenig resi­gna­tiv, bzw. danach, dass ein ande­rer Ansatz gefun­den wer­den muss wenn die bis­he­ri­gen nicht ziel­füh­rend waren.

  1. Stimmt, das habe ich in den letz­ten Jah­ren Arbeits­le­ben mit­be­kom­men. Obwohl es für mich weni­ger stres­sig war, denn ich hat­te den Job ange­nom­men weil ein Freund (Gebiets­lei­ter bei einem gro­ßen Medi­zin­technik­un­ter­neh­men) eine vor­über­ge­hen­de Vakanz wegen Krebs­nach­sor­ge einer Mit­ar­bei­te­rin hat­te. Um das Gebiet nicht 'ver­wai­sen' zu las­sen bin ich dort­hin als "tem­po­rä­re Kraft" geschickt wor­den. Ein hal­bes Jahr spä­ter wur­de dar­aus noch eine Fest­an­stel­lung, weil ich nicht ein­sah für den berühm­ten Appel & Ei zu arbeiten.
    Als 'Seni­or' hat­te ich bei den Kun­den aber eine gute Posi­ti­on, weil da die Ver­mu­tung von mehr Sach­ver­stand und Erfah­rung als bei den jün­ge­ren Kol­le­gen war - und mir-nichts-dir-nichts war ich in der 'Renn­li­ste' auf Platz zwei von zwölf. Das hat die jün­ge­ren Kol­le­gen schon alar­miert. Ich glau­be die hat­ten da wirk­lich Streß.

    PS
    Die Per­fi­die der *selbst­ge­steck­ten Ver­kaufs­zie­le* (Zie­ler­war­tun­gen) ist ja, dass es nie­mand wagt den glei­chen Absatz oder gar weni­ger anzu­ge­ben - obwohl das, wenn man den Markt tat­säch­lich kennt, durch­aus der Fall sein kann. Die Zah­len müs­sen immer nach oben gehen!
    Ein gro­ßer Manage­ment­feh­ler aus mei­ner Sicht, denn durch die Kon­zen­tra­ti­on auf neue Kun­den lei­det das Ver­hält­nis zu den Alt­kun­den irgend­wann - und dann geht es erst rich­tig berg­ab. Kommt dann noch eine Rezes­si­on im Seg­ment zustan­de ist Hol­land in Not .... dann kom­men die auf­ge­bla­se­nen Mar­ke­ting­ex­per­ten so rich­tig ins Schwit­zen, weil sie nur auf expan­die­ren­de Märk­te getrimmt sind und nicht wis­sen, wie man unter Abwärts­schwung agie­ren muss.

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