bookmark_borderEs heißt ja ....

Es heißt ja, man sol­le sich sach­lich mit dem aus­ein­an­der­set­zen was man an den Grund­sät­zen ande­rer Men­schen für unzu­läng­lich hält. Fak­ten sind immer die bes­se­ren Argu­men­te und des­halb ver­ste­he ich nicht, wie­so immer noch so vie­le schwär­me­ri­sche Ver­brä­mun­gen kur­sie­ren wenn es um den Islam geht.

Die CDU hat nun wie­der den Begriff "Leit­kul­tur" aus­ge­gra­ben - das ist irgend­wie das Lieb­lings­wort von Herrn Merz - aller­dings bedeu­tungs­los, denn Jeder stellt sich dar­un­ter etwas ande­res vor. Da wäre es doch gut gewe­sen ein paar Bei­spie­le zu nen­nen und sie zu erläu­tern. Oder ist das Absicht etwas 'vage' zu hal­ten damit man mög­lichst vie­le Men­schen für sich / als Wäh­ler gewin­nen will? So stellt sich mir das als wenig gelun­ge­ner Ver­such dar der AfD ein paar Wäh­ler abspen­stig zu machen, wohl zuerst jene, die sich nicht so wohl dabei füh­len eine Par­tei zu wäh­len die als 'rechts­extrem' in meh­re­ren Bun­des­län­der ein­ge­stuft ist.
Wie auch immer: Es feh­len die Fak­ten die sich mit den AfD The­sen aus­ein­an­der­set­zen - wenn das nicht gelei­stet wird (wird es nicht!) dann taugt es nicht Über­zeu­gun­gen zu ändern.

Die­se dif­fu­se Ver­eh­rung des Islam einer­seits - durch Gleich­stel­lung mit den Katho­li­ken und Pro­te­stan­ten -fin­de ich erschreckend und ent­lar­vend zugleich, zeigt sich da doch die Unwis­sen­heit der Wohl­mei­nen­den, die nicht erken­nen kön­nen WAS die­se Reli­gi­on von den bes­ser bekann­ten christ­li­chen Strö­mun­gen unter­schei­det, Ande­rer­seits feh­len die Ansät­ze Reli­gi­on nüch­tern als Pri­vat­sa­che zu betrach­ten und aus dem Staats­we­sen kom­plett fern­zu­hal­ten. Zu groß ist der Nut­zen, den Poli­ti­ker aus der Nähe zu den Groß­kir­chen und zu durch den Erhalt von Zuwen­dun­gen an sie gewinnen.

Weil es in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on immer ver­ges­sen oder absicht­lich weg­ge­las­sen wird stel­le ich nach­fol­gend ein­mal ein paar grund­sätz­li­che Stel­len aus dem Koran vor. So kann man sich ein Bild davon machen was gläu­bi­ge Mus­li­me - min­de­stens theo­re­tisch - befol­gen müssen:
Alle Grund­sät­ze die als *ver­bind­li­che Glau­bens­ba­sis* anzu­se­hen sind wider­spre­chen dem, was unter Demo­kra­tie laut unse­rem Grund­ge­setz ver­bind­lich gere­gelt ist. Des­we­gen habe ich schon häu­fi­ger betont, dass es der Qua­dra­tur des Krei­ses gleich­kommt, wenn eine Abwä­gung "Glau­be gegen Grund­ge­setz" vor­ge­nom­men wird. 


Wer mus­li­mi­schen Glau­bens ist kann nicht - bedingungslos! -
auf dem Boden des Grund­ge­set­zes ste­hen.
 

Bei­spie­le (via Gene­ti­cal­ly Modi­fi­ed Skep­tic, plus feat. Ratio­na­li­ty Rules)

bookmark_borderMuslimfeindlichkeit

Der Aus­gangs­punkt für den fol­gen­den Text und Hin­wei­se auf Quellen

Setzt man eine Arbeits­grup­pe zu einem The­ma ein so kann schon der Arbeits­ti­tel "Unab­hän­gi­ger Exper­ten­kreis Mus­lim­feind­lich­keit (UEM)" bzw. dar­in ent­hal­te­ner Arbeits­auf­trag eine Abkehr vom Neu­tra­li­täts­prin­zip wis­sen­schaft­li­cher For­schung bedeu­ten. Steht dort "Mus­limfeindlich­keit", so ist das ten­den­zi­ös, denn dadurch wird doch ange­deu­tet, es gäbe kei­ne "Mus­limfreundlich­keit". Ist dann noch die Beset­zung die­ses Gre­mi­ums über­wie­gend gei­stes­wis­sen­schaft­li­cher und reli­giö­ser Prä­gung [mit ein­deu­ti­ger the­ma­ti­scher Aus­rich­tung → sie­he Abbil­dung ganz unten], so ist es sehr zwei­fel­haft ob tat­säch­lich der Wil­le der Auf­trag­ge­ber besteht eine ergeb­nis­of­fe­ne Bilanz zu erreichen.

So zwei­felt denn auch die NZZ (3) zu Recht dar­an, dass die­se Zusam­men­stel­lung zugun­sten der Nicht-Mus­li­me irgend­et­was bei­zu­tra­gen in der Lage wäre, hin­ge­gen dem poli­ti­schen, radi­kal-kon­ser­va­ti­ven Islam zum Sieg in der dann umstruk­tu­rier­ten deut­schen Zivil­be­völ­ke­rung hel­fen wür­de. Scha­den näh­men in die­sem Fall nicht nur die deut­schen Bür­ger, son­dern eben­so säku­la­ri­sier­te ehe­ma­li­ge Mus­li­me und sol­che Mus­li­me, die einen eher for­ma­len Islam bei­be­hal­ten, der mit Reli­gi­on nur noch wenig gemein hat, eher sym­bol­haft-tra­di­tio­nel­le Aus­prä­gung beinhaltet.

Ein gefähr­li­cher Irrweg

Blick zurück auf einen Arti­kel von mir aus 2022 [→ "Lega­li­sti­scher" Islam; Das etwas ande­re “Wort zum Sonn­tag”; Ver­öf­fent­licht am 29-10-2022 03:00 von wvs] in dem ich schon auf laten­te Risi­ken ver­wie­sen habe. 


Anstatt also die Rech­te der Gläu­bi­gen des Islam hier­zu­lan­de zu erwei­tern und das Rechts­sy­stem des Staa­tes des­we­gen so zu ver­bie­gen bis es die Ansprü­che erfüllt, die von den Ver­tre­tern des lega­li­sti­schen Islam gefor­dert wer­den, ist es die ein­zig gang­ba­re Lösung die noch vor­han­de­nen Son­der­rech­te der gro­ßen Blöcke der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Men­schen end­gül­tig zu kap­pen und alle Staats­bür­ger gleich zu behan­deln. Kei­ne Son­der­rech­te für irgend­wen, egal aus wel­chen Grün­den - und schon bestimmt nicht auf der Basis der Rechts- und Gesell­schafts­ord­nung einer aus der frü­hen Vor­zeit stam­men­den Glau­bens­ge­mein­schaft.
 

Risi­ken, die nun in schär­fe­rer Form dadurch auf­tre­ten, dass die Behaup­tun­gen der radi­ka­len Isla­mi­sten von der Unter­su­chungs­kom­mis­si­on als 'main­stream' umge­deu­tet wer­den, und denen man von deut­scher Sei­te dadurch begeg­nen sol­le, indem man die Islam­kri­ti­ker als Ras­si­sten behan­delt und ihnen so die Legi­ti­ma­ti­on der Argu­men­te abspricht. 

Ist es nicht genau umge­kehrt? Sind es nicht die über­aus emp­find­li­chen Mus­li­me die jed­we­de Abwei­chung von ihrer Inter­pre­ta­ti­on der Reli­gi­on als Affront auf­fas­sen und selbst ein­fa­che Fra­gen an Mus­li­me sofort als Angriff wer­ten - wo doch zunächst ange­nom­men wer­den müss­te es sei ein tat­säch­li­ches Inter­es­se an der Reli­gi­on "Islam" der Hin­ter­grund für die­se Inter­ak­ti­on. Betrach­tet man die Situa­ti­on in ande­ren Län­dern der EU so wird deut­lich, wel­che schwer­wie­gen­den Fol­gen selbst gering­fü­gi­ge Kri­tik (Kari­ka­tu­ren!) mit Kra­wal­len bis hin zu Todes­kom­man­dos nach sich zie­hen. Wol­len wir das hier dadurch beför­dern, dass die­se Emp­find­lich­keit von Mus­li­men als 'nor­mal' und 'ange­mes­sen' ange­se­hen wer­den sollen?

Dazu ein Zitat » .. Das gan­ze Schwarz-Weiß-Gemäl­de von der Reli­gi­on der Unter­drück­ten und der Mehr­heits­ge­sell­schaft bie­tet nur ein Zerr­bild der Rea­li­tät. Es gibt zahl­rei­che libe­ra­le Mus­li­me, die eine kon­se­quen­te Tren­nung von Staat und Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten zu schät­zen wis­sen; ganz zu schwei­gen von den­je­ni­gen, die vor den gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen geflo­hen sind, die mit Koran, Hadi­then und Fat­was, also aus dem Islam abge­lei­te­ten Recht, begrün­det werden .. «

Mir bleibt hier nur eine Fra­ge zu stel­len die ich bei *twit­ter* zum The­ma las:

Wie ver­brei­tet ist Ver­ach­tung von Nicht-Mus­li­men sei­tens der Mus­li­me in 🇩🇪 ?

Dar­an schlie­ße ich die wei­te­re Fra­ge an:
Wie ver­ach­tet müs­sen dann erst die 'Ungläu­bi­gen' sein zwi­schen denen die­se emp­find­sa­men Mus­li­me zu leben gezwun­gen sind?

Ten­den­ziö­se Inter­pre­ta­ti­on von Befra­gun­gen bzw. ten­den­ziö­se Aus­rich­tung von Fra­ge­stel­lun­gen die nur zu einem Ergeb­nis füh­ren kön­nen

Zum Nach­weis, dass Mus­li­me hier­zu­lan­de schlecht behan­delt wer­den, weni­ger ange­se­hen sind, und als 'fremd' abge­lehnt werden:
Seit Jah­ren ist die Ber­tels­mann Stif­tung in Sachen "Mus­li­me in Deutsch­land" durch Frau Dr. Yase­min El-Menouar aktiv, die auch dem Arbeits­kreis ange­hör­te und seit Jah­ren (1) kom­men von dort immer stär­ke­re For­de­run­gen nach 'bes­se­rer Behand­lung' und 'weni­ger Vor­ur­tei­len' gegen­über mus­li­mi­schen Men­schen. Je nach Adres­sa­ten wird ein­mal für und ande­rer­seits glei­cher­ma­ßen gegen die vor­geb­li­che Mei­nung im Lan­de Stim­mung erzeugt. Die­se Belie­big­keit ist ver­blüf­fend. Inkonsequent. 

Es gibt bei der Gesund­heits­er­zie­hung fol­gen­den Satz:
"Wenn dir jemand erklärt wie schlimm eine Gesund­heits­stö­rung sich aus­wirkt und dir gleich danach ein Mit­tel zu Behand­lung die­ser Stö­rung vor­schlägt, geht es um die finan­zi­el­len Inter­es­sen die­ser Per­son, nicht um dei­ne eige­ne Gesundheit"! 

In Ana­lo­gie soll­te es uns daher stut­zig machen, dass trotz aller bis­he­ri­gen und immer inten­si­ver ablau­fen­den Maß­nah­men zur Inte­gra­ti­on immer noch eine Rie­sen­lücke zwi­schen Wunsch und Wirk­lich­keit herrscht. So liegt der Ver­dacht nahe, es könn­ten viel­leicht die angeb­lich Aus­ge­grenz­ten selbst eine Inte­gra­ti­on ableh­nen oder nicht erken­nen wie mimo­sen­haft emp­find­lich sie hin­sicht­lich ihrer Reli­gi­on tat­säch­lich sind.

Es sei hier noch auf eine Ein­schät­zung unter dem Titel "Pro­ble­me erzeu­gen für mehr Steu­er­geld: Wie mit einer sug­ge­stiv for­mu­lier­ten Stu­die Poli­tik gemacht wird" hin­ge­wie­sen, die sich kri­tisch mit der Tätig­keit der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­be­auf­trag­ten Fer­da Ata­man (4) auseinandersetzt.

Wenn sich mus­li­mi­sche Ehe­frau­en seit mehr als 40 Jah­ren in Deutsch­land befin­den und wegen reli­giö­ser Ein­schrän­kun­gen noch immer nicht Gele­gen­heit hat­ten die Lan­des­spra­che zu erler­nen (obwohl sie es mög­li­cher­wei­se gern getan hät­ten, ihre Män­ner es aber nicht erlaub­ten), dann sind doch nicht die deut­schen Lands­leu­te oder die Umstän­de in Deutsch­land Schuld an die­sem Man­gel, son­dern es sind die dem Islam zugrun­de lie­gen­den Beschrän­kun­gen der Teil­ha­be die­ser Frau­en am nor­ma­len Leben. 

Dass es anders geht habe ich bei syri­schen Flücht­lings­fa­mi­li­en selbst erfah­ren (hier nur ein Bei­spiel, pars-pro-toto):
Mut­ter und 3 Kin­der spra­chen nach zwei Jah­ren flie­ßend Deutsch, der Vater hat etwas län­ger gebraucht.
Es ist des­we­gen mei­ne feste Über­zeu­gung, dass vie­les von dem, was als Dis­kri­mi­nie­rung ange­spro­chen wird, an selbst ver­schul­de­tem Man­gel der Mus­li­me liegt, bzw. dar­an, dass sie sich kul­tu­rell abschot­ten und nicht den gesetz­li­chen Regeln der hie­si­gen Gesell­schaft unter­wer­fen wol­len, die unum­stöß­lich über jeder Reli­gi­on stehen. 


Das zu beob­ach­ten­de Spiel 'Erstel­lung eines Situa­ti­ons­bil­des der Dis­kri­mi­nie­rung' mit nach­fol­gen­der 'Unter­su­chungs­kom­mis­si­on genau die­ser (angeb­li­chen) Lage­ein­schät­zung', die von der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­be­auf­trag­ten auf­ge­nom­men und durch die Ber­tels­mann Stif­tung (mit teil­wei­se iden­ti­schem Per­so­nal!) ein wenig dra­sti­scher dar­ge­stellt wird «Mehr Men­schen neh­men ras­si­sti­sche Dis­kri­mi­nie­rung wahr und sehen Hand­lungs­be­darf.» führt lang­fri­stig dazu aus kei­nem tat­säch­lich vor­han­de­nen Pro­blem ein tat­säch­li­ches Pro­blem zu erzeu­gen!
 

1 Ber­tels­mann redet die Inte­gra­ti­on von Mus­li­men in Deutsch­land schön
Die Mus­li­me sind in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men, wären da nur nicht ihre deut­schen Nach­barn – über eine Stu­die mit «Phan­ta­sie­zah­len» und eine erschlaff­te Integrationsdebatte.
Bene­dict Neff, Ber­lin; 03.09.2017, 06.00 Uhr 

2 Isla­mis­mus an Schu­len – in Deutsch­land spitzt sich das Pro­blem zu, aber die lin­ke Poli­tik redet es klein
Der Koali­ti­ons­ver­trag der neu­en Bun­des­re­gie­rung will Jugend­ar­beit mit Mus­li­men för­dern und gegen Mus­lim­feind­lich­keit vorgehen

3 In einer frei­en Gesell­schaft darf man Reli­gio­nen ver­spot­ten – für den Islam gibt es kei­ne Ausnahme
Ein neu­er Report im Auf­trag der Bun­des­re­gie­rung zeich­net ein Zerr­bild von Deutsch­land und dem Islam. Nahe­zu jede kri­ti­sche Äuße­rung über Mus­li­me wird dar­in gebrand­markt. Das geht zu weit. 

4 Pro­ble­me erzeu­gen für mehr Steu­er­geld: Wie mit einer sug­ge­stiv for­mu­lier­ten Stu­die Poli­tik gemacht wird.

bookmark_borderPakistan:
Unverschämte Forderungen anstatt Zukunftsperspektiven
*update* [02.03.2023; 14:15h]

Grund­la­gen zu Ent­ste­hen und Wei­ter­ent­wick­lung Pakistans

Der Staat Paki­stan ist als Kon­glo­me­rat aus ver­schie­den­sten Glau­bens­rich­tun­gen aus der Auf­tei­lung der ehe­ma­li­gen Bri­ti­schen Kolo­nien ent­stan­den - dem­entspre­chend ver­fein­det sind die Nach­barn der unter­schied­li­chen Glau­bens­rich­tun­gen. Ganz oben an Bedeu­tung steht der Islam, dar­un­ter die ver­schie­den­ar­ti­gen Aus­le­gun­gen, ein­zel­ne Strö­mun­gen die Teil­be­rei­che der Glau­bens von ein­an­der in der Qua­li­tät und Wer­tig­keit aus­ein­an­der zu hal­ten versuchen:
Eine Art von Kasten­den­ken, wie es den Hin­dus nicht fremd ist. Wen wun­dert es dann, wenn bestimm­te Bei­spie­le von dort in die isla­mi­sche Denk­wei­se eingingen.
Wenn schon in einem Land sol­che Ver­hält­nis­se - wie im nach­fol­gen­den Zitat beschrie­ben - herr­schen muss man sich nicht wun­dern, wenn 'Frem­de' aus ande­ren Län­dern genau­so schlecht oder gar schlech­ter behan­delt wer­den. Oder die­se 'Behand­lung' in Aus­schrei­tun­gen des Mobs aus­ar­ten, die in den letz­ten Jah­ren zuneh­mend durch reli­giö­se Eife­rer zu Lynch­mor­den ange­sta­chelt wurden.
Quote
".. Ahe­ma­di­as con­sider them­sel­ves as Mus­lims, but the majo­ri­ty in Paki­stan con­sider them as repre­hen­si­ble, so Ahme­dis are sub­jec­ted to dis­cri­mi­na­ti­on, hate, and worse they are kil­led some times. 3. And non-mus­lims like Chri­sti­ans, Hin­dus don't even have their basic rights .."

Ein kur­zer Blick zurück:

Bei DW war am 11.05.2021 unter der Schlag­zei­le "EU-Par­la­men­ta­ri­er for­dern Refor­men von Paki­stan"; ".. Paki­stan muss sein Blas­phe­mie-Gesetz refor­mie­ren bezie­hungs­wei­se abschaf­fen, for­dern die EU-Par­la­men­ta­ri­er. Andern­falls soll es sei­ne Han­dels­vor­tei­le ver­lie­ren .."

Mit Erstau­nen las ich dann beim hpd am 10. Feb 2023 "Paki­stan: Anti-Blas­phe­mie­ge­setz­ge­bung wei­ter ver­schärft" - dar­in war zu lesen es sei der Kreis der 'in ihrer Religion/ihrem Glau­ben Belei­dig­ten' erwei­tert wor­den und umfas­se nun alle die dem Pro­phe­ten nahe gestan­den hät­ten und noch stün­den. Eine Fol­ge dar­aus sei es, dass jeder Mus­lim sich durch eine Belei­di­gung des Pro­phe­ten selbst belei­digt füh­len müs­se. Also eine Art *Gene­ral­be­lei­di­gung* nach dem (frei zitier­ten, hier rezi­prok genutz­ten) christ­li­chen Mot­to "Was ihr getan habt einem mei­ner gering­sten Brü­der das habt ihr mir getan!" [Mat­thä­us 25,40].

Wer jetzt denkt 'wir sind doch im 21. Jahr­hun­dert' oder 'kürz­lich las ich dass KI Brie­fe und Essays schreibt' oder 'so weit zurück kann doch kein Land der Erde sein', der wird bit­ter ent­täuscht wenn der paki­sta­ni­sche Regie­rungs­chef ver­kün­det "Der Westen" möge doch dafür sor­gen, dass nie­mand den Islam, und ins­be­son­de­re nicht den Pro­phe­ten ver­ächt­lich mache - was schon durch den Ver­such einer bild­li­chen Dar­stel­lung die­ser Per­son anzu­neh­men sei.

Forde­run­gen an nicht-mus­li­mi­sche Staa­ten; Der Pre­mier Mini­ster und sei­ne Rolle

Riyasate Madinah
ryasat-i-madina

Den Blick fest in die mehr als 3000 Jah­re zurück lie­gen­de Ver­gan­gen­heit zu rich­ten anstatt das Land von Grund auf zu sanie­ren, zu refor­mie­ren und in das jet­zi­ge Jahr­hun­dert zu füh­ren schwa­dro­niert der Herr Prä­si­dent vom 'größ­ten Reich auf Erden' das der ehe­ma­li­ge mus­li­mi­sche Got­tes­staat gewe­sen sei. Wes­we­gen es doch fol­ge­rich­tig sein müs­se, eben die­sen Staat wie­der­her­zu­stel­len und sei­ne gesetz­li­che Ver­an­ke­rung und Recht­fer­ti­gung aus dem Koran zu begrün­den - das habe frü­her geklappt und müs­se doch heu­te ein Kin­der­spiel sein .... was er dabei völ­lig unter­schlägt ist die aus­glei­chen­de und fried­lie­ben­de Aus­le­gung die dama­li­ge Herr­scher Anders­gläu­bi­gen gegen­über hatten.
Um sei­ne Visi­on zu begrün­den schiebt er deren Nicht-Ver­wirk­li­chung auf die­se blas­phe­mi­schen West­ler, die Got­tes­fer­nen, die Heuch­ler und Ungläubigen.

Welche Kon­se­quen­zen sind nötig?

Wenn man die tat­säch­li­che Situa­ti­on in Paki­stan ana­ly­siert wird deut­lich, wie die Bevöl­ke­rung dumm und arm gehal­ten wird, wäh­rend sich eine dün­ne Ober­schicht an allen Res­sour­cen berei­chert, ein Wohl­le­ben auf Kosten der armen Bevöl­ke­rung pflegt und den Glau­ben nutzt um gegen sich gerich­te­te Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen als Blas­phe­mie-Täter zu ver­leum­den und dem rasen­den Mob 'zum Fraß' vor­zu­wer­fen wie einst die Chri­sten im alten Rom den Löwen und Tigern vor­ge­wor­fen wurden-

So ver­wun­dert es nicht, wenn die Oppo­si­ti­on erkennt und brand­markt was da geschieht und allen vor­an der Pre­mier die Schuld bei Anders­gläu­bi­gen ver­or­tet und deren Maß­re­ge­lung als Ziel und Not­wen­dig­keit der Wie­der­her­stel­lung eines paki­sta­ni­schen Rei­ches pro­pa­giert. Dazu ein Aus­zug (Zitat) aus fol­gen­dem Kom­men­tar aus Quo­ra:
".. Tal­ha Khan [Lives in Paki­stan (1987 – present)]
Q: As a Paki­sta­ni, what is the big­gest lie that the Paki­sta­ni govern­ment has been tel­ling the Paki­sta­ni people?
A: The­re are many. Choo­se one yourself .."

Geht man die Liste die­ser Lügen­ge­bil­de, Falsch­in­for­ma­tio­nen und wis­sent­li­chen Ver­zer­run­gen der Wahr­heit durch, so wird klar:
Hier wird ein Popanz auf­ge­baut, der von der Unfä­hig­keit der der­zei­ti­gen Regie­rung gepflegt und gehegt wird, um vom eige­nen Ver­sa­gen abzu­len­ken. Die größ­te Frech­heit dabei ist dazu eine Blas­phe­mie-Gesetz­ge­bung zu nut­zen um die Mas­sen gegen­ein­an­der auf­zu­het­zen und im Hin­ter­grund die Fäden zum eige­nen Nut­zen zu ziehen.

Das nun auf die Mah­ner rund um die Welt aus­zu­deh­nen und den Ver­such zu unter­neh­men die­se in die eige­nen Intri­gen und Ablen­kun­gen ein­zu­be­zie­hen, ihre Wei­ge­rung den gro­ben Ver­stoß gegen Men­schen­rech­te gar zu befür­wor­ten umdre­hen zu wol­len, und den Vor­wurf einer Miss­ach­tung des paki­sta­ni­schen Vol­kes und sei­nes Glau­bens aus dem Ärmel zu schüt­teln, ist dabei die aller­größ­te Schweinerei. 

Wie oben bereits ein­gangs fest­ge­stellt wur­de ist es unmög­lich die ver­schie­de­nen reli­giö­sen Strö­mun­gen zu ver­söh­nen und dem Land end­lich inne­ren Frie­den zu geben wenn man die Ver­schie­den­heit und nicht die Gemein­sam­kei­ten her­aus­streicht. Eine Gleich­be­hand­lung aller dort Leben­den ist dem­ge­gen­über nur zu errei­chen wenn ihre Über­zeu­gun­gen und reli­giö­sen Stim­mun­gen aus dem poli­ti­schen Geschäft her­aus­ge­löst wer­den und hin­ter dem glei­chen Recht für Alle zurück ste­hen müssen.


Weil das nicht im Sin­ne einer stren­gen Aus­le­gung und im Sin­ne eines dadurch vor­han­de­nen Macht­er­halts des Kle­rus mög­lich ist wage ich die Feststellung:
Isla­misch aus­ge­rich­te­te Staats­we­sen sind nicht geeig­net inne­ren Frie­den zu stif­ten und ihre Bür­ger fried­lich in die Zukunft zu füh­ren. Wes­we­gen es umge­kehrt rich­tig ist wie die For­de­run­gen lau­ten müss­ten - nicht die blas­phe­mi­schen Äuße­run­gen sind der Ent­wick­lung im Weg, son­dern deren Instru­men­ta­li­sie­rung zum Nut­zen Weniger.
Paki­stan ist nur ein Bei­spiel von vie­len. Man braucht nur zu suchen wo der isla­mi­sche Glau­be am mei­sten ver­brei­tet ist. Dort ist die Ent­wick­lung rück­wärts­ge­wandt und Men­schen lei­den unter den Syste­men - weni­ge herr­schen, die Mas­sen sind arme Schlucker.
Die EU hat For­de­run­gen gestellt - es feh­len aber Kon­se­quen­zen der Nicht­be­ach­tung. Das Nichts­tun in Sachen Wirt­schaft und Ethik for­dert die Ver­ant­wort­li­chen doch gera­de­zu her­aus wei­ter so zu wur­steln wie sie es der­zeit tun, sie haben nichts zu befürch­ten.
 

 

Quel­len & Abbildungen
- PM Khan defi­nes his visi­on of Riyasat-i-Madina
- Gemein­de­ord­nung von Medina
- Reset­ting the system? 
- Imran Khan’s Dou­ble Game

1. Paki­stan will Blas­phe­mie­ge­set­ze in Euro­pa erzwingen
2. EU-Par­la­men­ta­ri­er for­dern Refor­men von Pakistan
3. Deutsch­land bleibt füh­ren­der euro­päi­scher Lieferant
4. Paki­stan: Steckbrief
5. Deutsch­land und Paki­stan: Bila­te­ra­le Beziehungen
6. Liste der Län­der nach Handelspartner
7. Die Oran­gen in Euro­pa schmecken bes­ser - Hein­rich-Böll-Stif­tung [*.PDF !]

Paki­stan: Über 50 Fest­nah­men nach Lynch­mord an Blas­phe­mie-Beschul­dig­tem; Hel­la Camar­go; 02.03.2023

bookmark_borderFriede auf Erden
Das etwas andere “Wort zum Sonntag”

Ein neu­es Buch von Klaus Unge­rer mit dem Titel "Gott Go Home!", Unter­ti­tel "Frie­de auf Erden gibt es nur ohne Reli­gi­on" zeigt schon im Titel knapp und in deut­li­chen Wor­ten das größ­te Übel auf die­sem Pla­ne­ten auf.

Selbst­ver­ständ­lich geht es nicht nur um christ­li­che Reli­gio­nen, obwohl deren schäd­li­cher Ein­fluss auf die west­li­chen Län­der, sol­che, die sich laut offi­zi­el­ler Aus­sa­ge auf ein "jüdisch-christ­li­ches Fun­da­ment der Gesell­schaft" beru­fen, den größ­ten Scha­den ange­rich­tet hat. Der soge­nann­te "Geist christ­lich-abend­län­di­scher Kul­tur" wird alter­na­tiv her­an­ge­zo­gen, wohl des­we­gen, weil zu man­chen Epo­chen des Abend­lan­des der jüdi­sche Teil aus 'jüdisch-christ­lich' durch­aus umstrit­ten war, da die Kir­che selbst den Juden­hass ansta­chel­te und nach der Refor­ma­ti­on der hoch­ge­prie­se­ne Herr Luther einer der schlimm­sten Juden­has­ser in Wort und Schrift war. Das hin­dert aller­dings die heu­te füh­ren­den Reli­gi­ons­ver­tre­ter nicht dar­an sich wahl­wei­se des einen oder ande­ren Slo­gans zu bedienen. 

Wer nun denkt der Islam sei doch eine Frie­dens­re­li­gi­on soll­te sich den pod­cast [EPISODE #156] eines Gesprä­ches anhö­ren, das der ame­ri­ka­ni­sche Skep­ti­ker Micha­el Sher­mer kürz­lich mit Aya­an Hir­si Ali, einer erklär­ten Islam­geg­ne­rin zum The­ma "BEUTE: Ein­wan­de­rung, Islam und Ero­si­on der Frau­en­rech­te." führte.
Nicht alle The­sen von Frau Ali sind stim­mig und man­che sach­lich falsch, wie etwa ihre Behaup­tung Euro­pa sei durch die Auf­nah­me jun­ger, männ­li­cher, mus­li­mi­scher Asyl­su­chen­der zu einem Sumpf von all­täg­li­cher Ver­ge­wal­ti­gung ver­kom­men - die offi­zi­el­len Zah­len ¹ spre­chen deut­lich dagegen.

Seit mehr als 1800 Jah­ren gän­gelt (christ­li­che) Reli­gi­on in der Welt - gestärkt durch einen Pakt mit Kon­stan­tin I. im Jah­re 325 n. Chr. in Nicäa ², - zugun­sten des Kle­rus und sei­ner Hilfs­trup­pen aus Poli­ti­kern und son­sti­gen nahe­ste­hen­den Nutz­nie­ßern. Selbst in Ame­ri­ka waren die Spu­ren christ­li­cher Eife­rer ³ gegen ande­re Glau­bens­rich­tun­gen noch bis ins 20. Jahr­hun­dert zu beob­ach­ten und haben unend­li­ches Leid über die india­ni­sche Bevöl­ke­rung gebracht. Es sei betont, dass deren 'Reli­gi­on' sicher nicht bes­ser oder glaub­haf­ter ist als ande­re, aber die Frei­heit der Aus­übung nur bestimm­ten Reli­gio­nen zuzu­wei­sen ist min­de­stens eine gro­be Unge­rech­tig­keit, wahr­schein­li­cher eine ras­si­sti­sche Unterdrückung .

Wohin man schaut, wo immer Kri­sen­her­de auf­bre­chen: Stets ist Reli­gi­on im Spiel. Nach­ran­gig gibt es natür­lich noch ande­re Grün­de, wie etwa Ter­ri­to­ri­um oder - gera­de in der Anti­ke - der Wunsch nach Ver­bin­dung zwi­schen bestimm­ten hoch­ge­stell­ten Per­sön­lich­kei­ten. Tro­ja lässt grüßen!

Was bleibt ist nicht die angeb­li­che Ver­söhn­lich­keit der Kir­chen und ihrer Ver­tre­ter. Jüng­stes Bei­spiel wird die Wei­ge­rung des Köl­ner Bischofs sein, bereits gefer­tig­te Berich­te zur Über­grif­fen von geist­li­chen sind deren jahr­zehn­te­lan­ge Ver­tu­schung zu ver­öf­fent­li­chen. Da wird deut­lich, dass es dar­um geht die Insti­tu­ti­on zu schüt­zen - nicht die Opfer. In Köln wird die Prio­ri­tät der katho­li­schen Kir­che deut­lich: Macht­er­halt. Das schlägt gera­de zurück, die Zahl der Kir­chen­aus­trit­te erreich­te gera­de ein "All­zeit­hoch"!

Da wir ja bald Wah­len haben wer­den ist eines klar zu sagen:
Mehr als 60% der Poli­ti­ker der CDU und fast 80% derer in der CSU sind katho­li­sche Gläubige.
Als sol­che sind sie nach katho­li­scher Glau­bens­leh­re zuerst dem Papst, und danach dem Eid ver­pflich­tet - wol­len wir sol­che Poli­ti­ker wirk­lich haben?


Sie nicht wie­der zu wäh­len sollte
- jeder Frau im Lan­de eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit sein wenn sie auf Selb­stän­dig­keit hin­sicht­lich ihrer repro­duk­ti­ven Rech­te Wert legt, und
- jedem den­ken­den Wäh­ler eine Auf­ga­be sein, um den Ein­fluss von Kir­che im Lan­de zurück zu fah­ren und der Ver­nunft den Weg zu bereiten.

 

Wie die CDU, FDP, AfD gegen säku­la­re Inter­es­sen votieren:
- Kein Geld für "Ungläu­bi­ge"!

Ver­ge­wal­ti­gung
¹ Immer mehr Ver­ge­wal­ti­gun­gen durch Zuwan­de­rer in Deutsch­land? Die Wahr­heit sieht anders aus

Kon­stan­tin I.
² Kon­stan­tin / Kon­zil von Nicäa
" .. wird das nicä­ni­sche Kon­zil als einer der wesent­li­chen Bezugs­punk­te der Kir­chen­ge­schich­te angesehen .. "

Indianer/Unterdrückung
³ Abbil­dung 1

Abbil­dung 2

bookmark_borderMenschenrecht auf Religionsfreiheit für Muslime

Hin­weis:
Soweit ich erken­nen kann han­delt es sich bei der ver­tre­te­nen Mei­nung des Herrn Meves nicht um eine offi­zi­el­le Stel­lung­nah­me der Partei.

" .. Mit dem Men­schen­recht auf Reli­gi­ons­frei­heit für Mus­li­me wür­den die Men­schen­rech­te fal­len. Mit den Men­schen­rech­ten die Chan­ce, eine soli­da­ri­sche, fried­li­che und gerech­te Gesell­schaft auf demo­kra­ti­schem Wege zu erreichen .. "

[Zitat aus: Neu­es aus den reli­gi­ons­po­li­ti­schen Debat­ten der LINKEN; Gegen den Hass und für glei­che Rech­te aller Reli­gi­ons- und Welt­an­schau­ungs­ge­mein­schaf­ten; Von: Hel­ge Meves; 18. Sep 2017]

Bedau­er­li­cher­wei­se ver­kennt der Autor hier den wesent­li­chen Unter­schied des Islam gegen­über den mei­sten ande­ren Glaubensbekenntnissen:
Wer nicht an den Pro­phe­ten / den Koran glaubt gilt als Feind der zu töten ist!

Das Trei­ben der fun­da­men­ta­li­sti­schen Split­ter­grup­pen in den letz­ten Jah­ren hat sehr deut­lich gezeigt wohin der Pfad zum Sieg des mus­li­mi­schen Glau­bens füh­ren wird, näm­lich zu Fol­te­rung, Qua­len und dem letzt­end­li­chen Tod der 'Ungläu­bi­gen'.

Haben die­se extrem­gläu­bi­gen Mus­li­me Men­schen­rech­te als not­wen­di­ge Grund­la­ge ihres Han­delns ange­se­hen? Oder hält sich Herr Erdo­gan auf dem Weg zu einem mus­li­mi­schen Ein­heits­staat an Men­schen­rech­te, Gerech­tig­keit für Anders­gläu­bi­ge und Demo­kra­tie? Wie las­sen sich das Trei­ben der Anfüh­rer der Sau­dis oder des Iran mit Men­schen­rech­ten in Über­ein­stim­mung bringen?

Reli­gi­ons­frei­heit - also auch sol­che Men­schen die an ein fik­ti­ves Wesen 'glau­ben' des­we­gen nicht ihrer Men­schen­rech­te zu berau­ben - ist mir ein Anlie­gen, ver­gleich­bar mit der Mei­nungs­frei­heit, Rede­frei­heit .... das hat aller­dings dort sei­ne Gren­ze, wo die­se Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung sich zum Ziel setzt genau die­se Frei­hei­ten für 'Ungläu­bi­ge' ein­zu­schrän­ken und Zuwi­der­han­deln­de zu eliminieren.

Ich bedaue­re sehr, dass der Autor, offen­bar gut­mü­tig & leicht­gläu­big zugleich, sei­ne Augen vor der laten­ten Gefahr durch den Islam ver­schließt, wenn er Mus­li­me für schüt­zens­wert hält die den Leh­ren buch­sta­ben­ge­treu fol­gen [was offen­sicht­lich die Mehr­heit tut]:
Es ist Mus­li­men erlaubt Ungläu­bi­ge über ihre wah­ren Absich­ten zu täu­schen wenn es der Aus­brei­tung des Islam dient. Wöl­fe wer­den selbst durch Krei­de fres­sen nicht zu Scha­fen. Das soll­te man nie vergessen. 

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Die­ser Bei­trag ist als Kom­men­tar zum oben ver­link­ten Bei­trag erschienen.

bookmark_borderIntegration

Im WDR lief heu­te eine Sen­dung* zum Ver­hält­nis zwi­schen Tür­ken und Deut­schen. Wesent­li­che Aspek­te wer­den in sol­chen Dis­kus­sio­nen nie end­gül­tig geklärt. Sie geben aller­dings den Dem­ago­gen - ein­ge­la­den um alter­na­ti­ve Sicht­wei­sen zu Wor­te kom­men zu las­sen - die Mög­lich­keit ihre Lügen zu verbreiten.

Inte­gra­ti­on [00:48].
Das wur­de immer wie­der ange­spro­chen. Aller­dings fehl­te mir ein wesent­li­cher Aspekt:
Wenn Inte­gra­ti­on gelin­gen soll müs­sen die zu inte­grie­ren­den Men­schen auch inte­gra­ti­ons­wil­lig sein [00:57].

Das bedeu­tet nicht zuletzt den Wil­len das Rechts­sy­tem der neu­en Hei­mat anzu­er­ken­nen und sich ihm zu unter­wer­fen. Da ist eine Reli­gi­on im Wege die for­dert sich nur ihr, und kei­ner welt­li­chen Ord­nung zu unter­wer­fen. Mit­hin kann ein streng­gläu­bi­ger Mus­lim nicht deut­scher Staats­bür­ger sein, weil sich Aus­übung der Reli­gi­on und Inte­gra­ti­on in die deut­sche Gesell­schaft ausschließen.

Es ist mir nicht wohl bei dem Ver­hal­tens­ge­bot das der Koran sei­nen Anhän­gern vorschreibt:
Im Umgang mit Ungläu­bi­gen ist Ver­stel­lung und Lüge hin­sicht­lich der wah­ren Absich­ten nicht nur erlaubt son­dern geboten.

Wie soll da Ver­trau­en in das ehr­li­che Wol­len zur Inte­gra­ti­on der Tür­ken entstehen?

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Ein ande­rer Aspekt ist die Unter­stüt­zung des Refe­ren­dums pro Erdo­gan. In der Sen­dung wur­de die Mei­nung ver­tre­ten wer dafür sei Erdo­gan mit noch mehr Macht und Rech­ten aus­zu­stat­ten sol­le doch bit­te mit den Füßen abstim­men und zurück in die Tür­kei gehen. Das hat Erdo­gan-Anhän­ger empört.

Ich ver­ste­he nicht war­um. Denn ent­we­der fin­den sie das dor­ti­ge System gut - dann kön­nen sie dort auch ein erfüll­tes Leben füh­ren, ohne Dis­kri­mi­nie­rung zu bekla­gen, die sie hier angeb­lich erfah­ren. Oder sie fürch­ten im 'Hei­mat­land' nicht alle Rech­te und Mög­lich­kei­ten zu haben - und wol­len des­we­gen nicht dort­hin zurück. In die­sem Fall ist ihr Ein­tre­ten für Erdo­gan ein leicht abzu­ge­ben­des Lip­pen­be­kennt­nis und eine Unwahr­heit, eine Lebens­lü­ge, um den wah­ren Ver­hält­nis­sen nicht ins Auge sehen zu müssen.

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Ihre Mei­nung: Sor­gen, Streit, Belei­di­gun­gen - wie geht es wei­ter zwi­schen Deut­schen und Tür­ken? Bet­ti­na Böttinger 

bookmark_borderErdogans Helferlein ....
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*update* (16-08-2016)

.... sit­zen an vie­len Stel­len auf der Welt und sind so eine Art "Fünf­te Kolon­ne" des Diktators.

" .. Kri­ti­ker fin­den, dass die Demon­stran­ten hier genau die Ver­samm­lungs- und Mei­nungs­frei­heit zur Wer­bung für Erdoğan nut­zen, die die­ser in der Tür­kei gera­de mas­siv unterbindet .."

heißt es in der kraut­re­por­ter-Mor­gen­post, gestützt auf einen Arti­kel der Süd­deut­schen Zei­tung. Stimmt! 

1. Erdoğan = Autokrat 
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2. Erdoğan = Lügner 
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33Da maßt sich die­ser auf­ge­bla­se­ne Dik­ta­tor - der im (eige­nen) Inland Men­schen erschie­ßen & ein­ker­kern läßt weil sie eine ande­re poli­ti­sche Gesin­nung haben - an, Deutsch­land sol­che völ­lig aus der Luft gegrif­fe­nen Vor­wür­fe zu machen .... wenn das nicht der Gip­fel der Drei­stig­keit ist. 

3. Demon­strie­ren­de tür­kisch­stäm­mi­ge "Demo­kra­ten"

Ver­an­stal­ter in Köln ist die Uni­on Euro­pä­isch-Tür­ki­scher Demo­kra­ten (UETD). Die Kund­ge­bung hat den Titel "Ja zur Demo­kra­tie - Nein zum Staatstreich" - was für ein Hohn, da von "Demo­kra­tie" zu spre­chen, eine völ­lig absur­de Beti­telung für den sich ent­wickeln­den Got­tes­staat Türkei ....

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Eben­da:
CSU-Gene­ral­se­kre­tär Andre­as Scheu­er - mit dem ich wahr­haf­tig mei­stens NICHT über­ein­stim­me - äußer­te sich ähn­lich wie bereits Außen­mi­ni­ster Kurz (Öster­reich) ver­gan­ge­ne Woche: "Wer sich in der tür­ki­schen Innen­po­li­tik enga­gie­ren will, kann ger­ne unser Land ver­las­sen und zurück in die Tür­kei gehen."

Ja, lie­be Köl­ner Pro-Erdoğan-Demon­stran­ten, nichts wie hin, und so schnell wie mög­lich den deut­schen Paß abge­ben! Sol­che (deutsch­stäm­min­gen) Ver­blen­de­ten haben wir selbst schon genug .... da brau­chen wir kei­ne zusätz­li­chen (tür­kisch­stäm­mi­gen) Demon­stran­ten die nach Demo­kra­tie schrei­en und Dik­ta­tur von reli­giö­sen ana­to­li­schen Hohl­köp­fen meinen.

Es wird immer von der Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen gere­det - aber hier scheint der Gedan­ke ange­bracht viel mehr auf die Inte­gra­ti­on der Pro-Erdoğan-Demon­stran­ten ein­zu­wir­ken, weil deren Ver­hal­ten gera­de nicht dafür spricht, dass sie sich in Deutsch­land inte­grie­ren wollen.
Nir­gend­wo auf der Welt gibt es Pri­vi­le­gi­en ohne Ver­pflich­tung. Wer Rech­te haben will muß auch Pflich­ten erfül­len. Da ist in der Ver­gan­gen­heit viel ver­säumt wor­den und es wäre höch­ste Zeit die­se Men­schen dar­an zu erin­nern, dass hier zu Leben von ihnen etwas abver­langt, näm­lich den festen Wil­len sich in unse­re Gesell­schaft ein­zu­glie­dern und unse­re Wer­te anzunehmen. 

*update*
(16−08−2016)
Aus­zug aus einem Varou­fa­kis-Inter­view:

" .. Die­ser Deal mit der Tür­kei ist ein Skan­dal. Wir haben eine Ver­pflich­tung gegen­über den Ver­ein­ten Natio­nen, Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Statt­des­sen bestechen wir einen zuneh­mend dik­ta­to­risch auf­tre­ten­den Prä­si­den­ten der Tür­kei, um es uns mit dem Deal zu erlau­ben, inter­na­tio­na­les Gesetz zu brechen .. "

bookmark_border.... und wer schert sich um meine Gefühle?

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.. The­se enforce­ment mea­su­res are … inten­ded to con­trol the act of cele­bra­ting Christ­mas exce­s­si­ve­ly and open­ly, which could dama­ge the aqi­dah (beliefs) of the Mus­lim com­mu­ni­ty," the Mini­stry of Reli­gious Affairs said in a state­ment explai­ning the edict that was published in the Bru­nei Times.

[Quel­le]

Über­set­zung:
"Die­se Durch­set­zungs­maß­nah­men ... wer­den zur Ein­däm­mung der exzes­si­ven und offe­nen Fei­er des Weinh­nachts­fe­stes ein­ge­führt, die den Glau­ben der mus­li­mi­schen Gemein­de zer­stö­ren könn­ten", sag­te das Mini­ste­ri­um für reli­giö­se Ange­le­gen­hei­ten in einer Ver­laut­ba­rung die den Erlaß in der Bru­nei Times erläuterte.

Das Mini­ste­ri­um in Bru­nei soll­te sich fragen:

  1. Ist der Glau­be sei­ner mus­li­mi­schen Bür­ger so schwach, dass er schon durch ande­re reli­giö­se Fei­ern ins Wan­ken gebracht wird & zer­stör­bar ist?
  2. Ist es nicht ein Zei­chen von Will­kür gegen die - oder min­de­stens Miß­ach­tung der Rech­te der - christ­li­chen Min­der­hei­ten dort?
  3. Sol­che Zei­chen von Into­le­ranz gegen 'Frem­des' las­sen den Ver­dacht auf­kom­men, dass es in ande­ren Lebens­be­rei­chen nicht viel bes­ser bestellt sein kann. Dafür spricht zudem die Ein­füh­rung der Sharia-Gesetzgebung.

Bekann­ter­ma­ßen gehö­re ich weder der einen noch der ande­ren Glau­bens­rich­tung an. Nach der Lek­tü­re sol­cher 'state­ments' durch Regie­rungs­stel­len - egal von WO auf der Welt - stel­le ich immer fest: Wir sind noch sehr weit von einem fried­li­chen Zusam­men­le­ben auf die­sem Pla­ne­ten entfernt.

Es kann & darf nir­gend­wo Auf­ga­be eines Staa­tes sein sei­nen Bür­gern eine Reli­gi­on vor­zu­schrei­ben. Genau­so­we­nig darf es sein, das Gesetz, das für alle Bür­ger gel­ten soll, von der Reli­gi­on abhän­gig zu machen. Geset­ze & Ver­ord­nun­gen müs­sen unab­hän­gig von der­glei­chen Ein­flüs­sen sein und sich an den all­ge­mei­nen Men­schen­rech­ten der UN orientieren.

bookmark_border30:2

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.. while our major news net­works show­ca­sed the slaugh­te­ring of Foley and Sotl­off, they blacked out a sto­ry that Sau­di Ara­bia had behea­ded an Ira­ni­an and three Syri­ans con­vic­ted of attemp­ting to smugg­le hash­ish, brin­ging the num­ber of peo­p­le deca­pi­ta­ted the past month in the oil-rich king­dom to 30. The bar­ba­ri­ty of the Sau­dis, our [U.S.A. Anm.d.Verf.] fri­ends and clo­se allies in the Midd­le East ..

[Quel­le / Link]

Ich hat­te schon zuvor dar­auf hin­ge­wie­sen: Jede Hin­rich­tung ist abzu­leh­nen, egal aus wel­chem Grund, weil sie ledig­lich ein archai­sches Prin­zip von "Auge für Auge" repli­ziert. Das soll­te im 21. Jahr­hun­dert längst 'über­holt' sein.

30:2 - das sind 2 Ent­haup­tun­gen durch IS, die jetzt laut Rede des U.S.-Präsidenten die geball­te Macht der U.S.A. und ihrer Ver­bün­de­ten tref­fen soll gegen 30 Ent­haup­tun­gen im letz­ten Monat allei­ne (!) durch Sau­di Ara­bi­en, einen engen Ver­bün­de­ten der U.S.A. Wir wür­den wohl aus unse­rer Sicht die Sau­dis bestimmt nicht als lupen­rei­ne Demo­kra­ten bezeichnen.

Der Unter­schied zwi­schen den Sau­dis und IS?

Die Sau­dis haben Öl - und sie haben jüngst den Ame­ri­ka­nern "Trai­nings­camps" gestattet. 

Es gibt zudem Ver­öf­fent­li­chun­gen die spe­ku­lie­ren, die IS sei eine "Trup­pe, in Jor­da­ni­en aus­ge­bil­det und bewaff­net von der CIA" um den Nahen Osten zu desta­bi­li­sie­ren und den U.S.A. eine Hand­ha­be zu ver­stärk­tem Ein­grei­fen zu geben ....

bookmark_borderIslamfeindlichkeit?

" .. Es gilt dem Feind­bild Islam und dem Mär­chen von der Isla­mi­sie­rung Euro­pas ent­schie­den ent­ge­gen­zu­tre­ten und nicht wie CDU-Vize Bos­bach Ver­ständ­nis, für die "Sor­ge vor Isla­mi­sie­rung" zu äußern. Mus­li­min­nen und Mus­li­me brau­chen als reli­giö­se Min­der­heit den akti­ven Schutz gegen Dis­kri­mi­nie­rung von Sei­ten aller demo­kra­ti­schen Par­tei­en. Dies muss die Leh­re aus der deut­schen Geschich­te sein .. "

(Quel­le)

  • Daß über­haupt noch Jemand aus der Pres­se oder aus ande­ren Par­tei­en den Herrn Bos­bach "ernst nimmt" ist das Erste, was mich an dem Zitat wundert .... 
  • Mus­li­me brau­chen als 'reli­giö­se Min­der­heit' akti­ven Schutz gegen Dis­kri­mi­nie­rung - da fra­ge ich mich:
    Ab wann, oder bis zu wel­cher Zahl gilt eine Reli­gi­ons­ge­men­schaft als "Min­der­heit"? Sind 10% der Wohn­be­völ­ke­rung noch 'eine Minderheit'?
  • Auch die Lin­ke müß­te aus der Geschich­te ler­nen:
    Die Kom­pro­miß­lo­sig­keit der lin­ken Par­tei­en wäh­rend der "Wei­ma­rer Repu­blik" im Gespräch mit rech­ten Par­tei­en über Lösun­gen, nicht Hal­tun­gen oder Ideo­lo­gien zu dis­ku­tie­ren war doch einer der Grün­de, war­um es zum Erstar­ken der "Rech­ten" kam! Anstatt also die als 'falsch' emp­fun­de­ne Hal­tung in die 'rech­te Ecke' zu ver­ban­nen und sie kate­go­risch als 'Gefahr' zu titu­lie­ren könn­te man ja auch fra­gen wie - gemein­sam! - die mus­li­mi­schen Inter­es­sen der Bevöl­ke­rung gegen­über erklärt und vetre­ten wer­den könnten ....
  • Das "Feind­bild Islam" gibt es in der oben dar­ge­stell­ten ver­kürz­ten Form nicht. Auch das ist eine Fik­ti­on, auf die sich dann treff­lich ein­schla­gen läßt .... Es gibt aber eine - aus mei­ner Sicht gerecht­fer­tig­te - Ableh­nung gegen­über bestimm­ten AUSLEGUNGEN des Koran (und damit ver­bun­de­ne welt­li­che Kon­se­quen­zen), nicht weil sie 'mus­li­misch' sind, son­dern weil sie den mitt­ler­wei­le erreich­ten Kennt­nis­stand der Wis­sen­schaft igno­rie­ren und/oder leug­nen und auf einer mit­tel­al­ter­li­chen Denk­stu­fe zu ver­har­ren suchen ....

Es gilt immer zu beden­ken:
Es mögen nur eine Hand­voll Mus­li­me sein die 'Extre­me' ver­tre­ten, das mag auch 'unge­fähr­lich' erschei­nen wenn man die gro­ße Zahl der welt­weit vor­han­de­nen, beken­nen­den Islam­gläu­bi­gen sieht - aber die Ver­gan­gen­heit hat doch sehr deut­lich gezeigt (Bsp. Iran, Bsp. Afgha­ni­stan), daß es genau die­se extrem den­ken­den (und han­deln­den!) Vetre­ter des Islam sind, die die Mas­sen beherr­schen und damit Rich­tung und Zie­le 'vor­ge­ben' - davor die Augen zu ver­schlie­ßen und auf 'die gemä­ssig­ten Mas­sen' zu hof­fen ist - gelin­de gesagt - weltfremd.

Statt­des­sen muß auf "Auf­klä­rung" und "Bil­dung" gesetzt wer­den - das hat Euro­pa trotz des hef­ti­gen Wider­stan­des der Kir­chen, der ja auch heu­te noch stel­len­wei­se andau­ert (!) - aus dem Mit­tel­al­ter herausgeführt ....

Die Lin­ken soll­ten auch - mei­net­hal­ben allein, bes­ser aller­dings im Ver­bund mit ande­ren 'Gleich­ge­sinn­ten' am Haupt­übel der Ghet­to-Bil­dung ansetzen:
Der Bil­dungs­fer­ne vie­ler mus­li­mi­scher Eltern, die dann - so wie frü­her in den 50ern "die" Arbei­ter­fa­mi­li­en - den Wert einer umfas­sen­den Bil­dung ihren Kin­dern nicht ver­mit­teln oder sie gar davon fern­zu­hal­ten suchen ....


Sie­he hier­zu auch:
some­thing went wrong, ter­ri­bly wrong

bookmark_borderNachtrag 25.04.zu 18.01.2004: Bemerkungen über den Islam u. die christlichen Kirchen

Dem Ver­neh­men nach sind wir Deut­schen in drei reli­giö­se "Lager" auf­ge­teilt: 32% katho­li­sche, 34% evan­ge­li­sche (incl. Frei­kir­chen) und der Rest ande­re Mit­glie­der, davon ca. 5% Mus­li­me. Aber was heißt schon "Mit­glied" - laut Umfra­ge sind von den evan­ge­li­schen und katho­li­schen Gläu­bi­gen nur 30% aktiv, d.h. gehen regel­mä­ßig zu Got­tes­dien­sten, ein paar mehr bei den katho­li­schen Chri­sten aber doch wie­der so weni­ge, daß die Pro­zent­zahl kaum nen­nens­wert abweicht.

Es gibt, und das wird durch die rei­nen Pro­zent­zah­len nicht wider­ge­spie­gelt, ein Gefäl­le der Ver­tei­lung evan­ge­lisch - katho­lisch von Nord nach Süd. Ursa­che dafür ist der im "Augs­bur­ger Reli­gi­ons­frie­de" 1555 fest­ge­leg­te Grund­satz, der für nahe­zu 300 Für­sten­staa­ten galt: "cui­us regio, eius reli­gio" [frei etwa: Der jewei­li­ge Sou­ve­rän bestimmt die Reli­gi­on sei­ner Untertanen].

Die aktu­el­le Ver­tei­lung - nach der Ver­ei­ni­gung Ost-West - spie­gelt das jahr­zehn­te­lan­ge Bestre­ben der DDR-Regie­rung wider, Reli­gi­on abzu­schaf­fen: Ost= 29% Chri­sten, West= 68% Chri­sten, wobei hier noch kei­ne Aus­sa­ge zu den "tat­säch­li­chen" Ver­hält­nis­sen, also der "geleb­ten" Reli­gi­ons­aus­übung gemacht wird [s.o.].

Erstaun­lich ist aber, daß - obwohl im Osten nur schwach ver­tre­ten - die Kir­chen, und hier beson­ders die evan­ge­li­sche Kir­che, wesent­li­chen Anteil an der Ver­ei­ni­gung hatten.

Im Westen gab es eini­ge Austrittswellen:

•In den 60er Jah­ren vor­wie­gend poli­tisch motiviert,
•In '70-'71 wegen des "Kon­junk­tur­zu­schlags",
•In '73-'74 durch die "Sta­bi­li­täts­ab­ga­be" und schließlich
•seit 1991 wegen des "Soli­da­ri­täts­zu­schlags" zur Einkommensteuer.

Man sieht also, daß die Aus­tritts­wel­len im wesent­li­chen, von der 60er-Wel­le abge­se­hen, finan­zi­ell moti­viert waren, d.h. die Mit­glie­der lie­fen den Kir­chen weg, da sie durch den Aus­tritt bares Geld spa­ren konn­ten, das ihnen der Staat durch Auf­schlä­ge auf die sowie­so schon hohe Steu­er­be­la­stung zusätz­lich aus den Taschen gezo­gen hat.

Heu­te ist Sonn­tag, der tra­di­tio­nel­le Tag für den Kirch­gang. Und was tun die mei­sten Bun­des­bür­ger? Sie haben "frei", was etwa bedeu­tet, sie gehen sol­chen Beschäf­ti­gun­gen nach, die sie wäh­rend der Woche nicht wahr­neh­men kön­nen - und wer will es ihnen verdenken?

Aller­dings:
Sind Soli­da­ri­tät, Hil­fe für die Schwa­chen, Zusam­men­halt in Fami­lie und Nach­bar­schaft nicht mehr geüb­te Pra­xis, dann waren vie­ler­orts die Frei­wil­li­gen der Kir­chen noch der letz­te Anker - sie könn­ten sicher auch säku­lar tätig sein, denn es geht die­sen Men­schen doch zunächst um "das Hel­fen in Not".
Hier liegt - min­de­stens für eine Über­gangs­zeit - die Gefahr! Die Welt­ge­schich­te hat wie­der­holt gezeigt, daß sol­che "Kul­tu­ren" unter­ge­hen, in denen die vor­ge­nann­ten Wer­te ver­lo­ren wur­den.

Nach­trag vom 25.04.2004
Inzwi­schen hat sich eine wei­te­re Gefahr für die christ­lich domi­nier­ten Gesell­schaf­ten auf­ge­tan, mit der lan­ge Zeit nicht gerech­net wur­de. Die Ver­tre­ter des Islam - ob mili­tant oder gemä­ßigt - ver­tre­ten die The­se, "die Ungläu­bi­gen" sei­en mit Stumpf und Stil aus­zu­rot­ten - koste es was es wolle!
Stel­len­wei­se wur­de dar­auf schon hin­ge­wie­sen (Bei­spiel hier), jedoch eher zag­haft und ohne Kennt­nis­nah­me durch brei­te Bevölkerungsschichten.

So wie sich unse­re Gesell­schaft all­mäh­lich dar­auf ein­rich­ten muß, wegen der zuneh­men­den Zahl älte­rer Bun­des­bür­ger, Model­le für deren Ein­bin­dung in das gesell­schaft­li­che Leben, ins­be­son­de­re das Arbeits­le­ben, zu ent­wickeln, müs­sen sich die­se "christ­lich gepräg­ten" Gesell­schaf­ten auch dar­auf ein­rich­ten, dem Herr­schafts- und Allein­stel­lungs­an­spruch des Islam mit ver­nünf­ti­gen Lösungs­mo­del­len für ein "aus­ge­gli­che­nes" Neben­ein­an­der zu begeg­nen. Andern­falls droht uns im eige­nen Land in weni­gen Jah­ren genau das, was sich an soge­nann­ten "Brenn­punk­ten" in der Welt bereits abspielt: Kampf der - reli­gi­ös beding­ten - Welt­an­schau­un­gen solan­ge, bis eine Sei­te obsiegt und bei ihrem Sieg nur ver­brann­te Erde hin­ter­läßt .... sie­he Palä­sti­na, sie­he Irak, etc. Mei­ne For­de­rung dazu: Nur sol­che 'Anders­gläu­bi­ge' ein­bür­gern, die sich ver­pflich­ten das Grund­ge­setz über ihre Glau­bens­grund­sät­ze zu stellen.

Noch ist die Zahl der Kon­ver­tie­ren­den gering, etwa 2%. Da ist die Zahl derer, die an Natur­phä­no­me­ne oder Horo­sko­pe glau­ben gut 15-fach grö­ßer, das soll uns aber nicht in der - fal­schen - Sicher­heit wie­gen, daß, gera­de wegen der gerin­gen Zahl, die Gefahr, die dar­aus erwächst, gering zu schät­zen sei. Denn zugleich nimmt die Zahl der Ein­ge­bür­ger­ten isla­mi­schen Glau­bens Jahr um Jahr um etwa 1% zu, wobei heu­te eine Basis aus Nicht-Bür­gern und Ein­ge­bür­ger­ten von ins­ge­samt ca. 12%¹ der Bevöl­ke­rung bereits erreicht ist, in eini­gen geo­gra­phi­schen Regio­nen aber weit­aus mehr.

Aus die­sen Zah­len wer­den in den näch­sten Jah­ren Ansprü­che der Betrof­fe­nen resul­tie­ren, die auf eine sich ver­min­dern­de Zahl von christ­lich ori­en­tier­ten Men­schen ein­wir­ken wer­den, von denen zudem noch ein Anteil von ca. 30% an der "Insti­tu­ti­on Kir­che" kein Inter­es­se mehr hat, und davon ledig­lich ca. 9% noch zu Got­tes­dien­sten gehen.

So ergibt sich fol­gen­des Szenario:

  • Sin­ken­de Kennt­nis und sin­ken­des Inter­es­se an christ­lich bestimm­ten Lebens­mo­del­len bei gleichzeitig 
  • stei­gen­dem Inter­es­se an und straff orga­ni­sier­ten isla­mi­schen Lebensmodellen. 

Eine bri­san­te Mischung!

Dem zu bege­ge­nen ist kei­ne Zauberei:
Die abso­lu­te Tren­nung von Kir­che und Staat, längst über­fäl­lig, nun end­lich in die Tat umzu­set­zen. Die näch­ste Gele­gen­heit bie­tet sich bei Bun­des­tags­wah­len - näm­lich durch Wahl von Par­tei­en, die NICHT schon in ihrem Namen das Wort 'christ­lich' füh­ren und damit zu erken­nen geben was ihnen wich­ti­ger ist als das Wohl der Bürger.

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¹ Hier sind alle Men­schen mit aus­län­di­schen Wur­zeln sub­sum­miert - sowohl prak­ti­zie­ren­de wie nicht prak­ti­zie­ren­de Mus­li­me, sol­che, die aus mus­li­misch domi­nier­ten Gegen­den der Welt kom­men auch, unab­hän­gig von ihrer reli­giö­sen Ein­stel­lung. Das ist unter der Annah­me gerecht­fer­tigt, daß die sozio-kul­tu­rel­le Prä­gung aus dem Umfeld der unse­ren oft ent­ge­gen­ge­setzt ist (Bei­spiel → Gesell­schaft­li­che Rol­le der Frauen)

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Essay "Die Erfindung der Islamophobie"

Essay

Die Erfindung der Islamophobie

Von Pas­cal Bruckner

13.12.2010.

Kri­tik an Reli­gi­on ist nicht Ras­sis­mus. Der Begriff will ein­schüch­tern. Vor allem aber will er all jene Mus­li­me zum Schwei­gen brin­gen, die den Koran in Fra­ge stel­len und die Gleich­heit der Geschlech­ter fordern.
Ende der sieb­zi­ger Jah­re haben ira­ni­sche Fun­da­men­ta­li­sten den Begriff der Isla­mo­pho­bie erfun­den, den sie sich von der "Xeno­pho­bie" abge­paust haben. Sein Ziel ist, den Islam zu etwas Unan­tast­ba­rem zu erklä­ren. Wer die­se neu gesetz­te Gren­ze über­schrei­tet, gilt als Ras­sist. Die­ser einer tota­li­tä­ren Pro­pa­gan­da wür­di­ge Begriff lässt absicht­lich offen, ob er auf eine Reli­gi­on zielt, ein Glau­bens­sy­stem, oder auf die Gläu­bi­gen aller Her­ren Län­der, die ihr angehören. 

Aber ein Bekennt­nis lässt sich so wenig mit einer Ras­se gleich­set­zen wie eine säku­la­re Ideo­lo­gie. Zum Islam beken­nen sich wie zum Chri­sten­tum Men­schen aus Ara­bi­en, Afri­ka, Asi­en oder Euro­pa, so wie Men­schen aller Län­der Mar­xi­sten, Libe­ra­le, Anar­chi­sten waren oder sind. Bis zum Beweis des Gegen­teils hat jeder­mann in einer Demo­kra­tie das Recht, Reli­gio­nen als rück­stän­di­ges Lügen­werk zu betrach­ten und sie nicht zu lie­ben. Man mag es legi­tim oder absurd fin­den, dass man­che dem Islam - so wie einst dem Katho­li­zis­mus - miss­trau­en und sei­nen aggres­si­ven Pro­se­ly­tis­mus und tota­len Wahr­heits­an­spruch ableh­nen - aber es ist kein Aus­druck von Rassismus. 

Spricht man von "Libe­ra­lo­pho­bie" oder "Sozia­li­sto­pho­bie", wenn jemand gegen die Ver­tei­lung von Reich­tü­mern oder die Herr­schaft des Mark­tes ein­tritt? Oder soll­ten wir den 1791 von der Revo­lu­ti­on abge­schaff­ten Straf­tat­be­stand der Blas­phe­mie wie­der ein­füh­ren, wie es Jahr für Jahr von der "Orga­ni­sa­ti­on der Isla­mi­schen Kon­fe­renz" sowie dem fran­zö­si­schen Poli­ti­ker Jean-Marc Rou­baud gefor­dert wird, der schlecht­hin jeden bestra­fen will, "der die reli­giö­sen Gefüh­le einer Gemein­schaft oder eines Staa­tes her­ab­setzt"? Offe­ne Gesell­schaf­ten set­zen auf die fried­li­che Koexi­stenz der gro­ßen Glau­bens­sy­ste­me und des Rechts auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung. Die Frei­heit der Reli­gi­on ist gewähr­lei­stet, die Frei­heit der Kri­tik an Reli­gi­on eben­falls. Die Fran­zo­sen, abge­schreckt von Jahr­hun­der­ten kirch­li­cher Herr­schaft, wün­schen Dis­kre­ti­on in Glau­bens­fra­gen. Getrenn­te Rech­te für die­se oder jene Gemein­schaft zu ver­lan­gen, die Infra­ge­stel­lung von Dog­men zu begren­zen, wäre ein Rück­schritt ins Anci­en Régime.

Der Begriff der Isla­mo­pho­bie hat meh­re­re Funk­tio­nen: Er leug­net die Rea­li­tät einer isla­mi­sti­schen Offen­si­ve in Euro­pa, um sie bes­ser zu recht­fer­ti­gen. Er attackiert den Lai­zis­mus, indem er ihn mit einem Fun­da­men­ta­lis­mus gleich­setzt. Vor allem aber will er all jene Mus­li­me zum Schwei­gen brin­gen, die den Koran in Fra­ge stel­len und die Gleich­heit der Geschlech­ter for­dern, die das Recht ein­kla­gen, einer Reli­gi­on abzu­schwö­ren, und die ihren Glau­ben fried­lich und nicht unter dem Dik­tat von Bär­ti­gen und Dok­tri­nä­ren leben wol­len. Also stig­ma­ti­siert man jun­ge Mäd­chen, die den Schlei­er ableh­nen, also gei­ßelt man jene Fran­zö­sin­nen, Deut­schen oder Eng­län­der maghre­bi­ni­scher, tür­ki­scher, afri­ka­ni­scher, alge­ri­scher Her­kunft, die das Recht auf reli­giö­se Indif­fe­renz ein­for­dern, das Recht, nicht an Gott zu glau­ben, das Recht im Rama­dan zu essen. Man zeigt mit den Fin­gern auf jene Rene­ga­ten, lie­fert sie dem Zorn ihrer Gemein­schaft aus, um jede Hoff­nung auf einen Wan­del bei den Anhän­gern des Pro­phe­ten zu unterdrücken. 

Auf welt­wei­ter Ebe­ne wird ein neu­es Mei­nungs­de­likt kon­stru­iert, das stark an das Vor­ge­hen der Sowjet­uni­on gegen "Fein­de des Vol­kes" erin­nert. Und unse­re Medi­en und Poli­ti­ker geben ihren Segen. Hat nicht der fran­zö­si­scher Prä­si­dent selbst, dem wahr­lich kein Lap­sus zu scha­de ist, die Isla­mo­pho­bie mit dem Anti­se­mi­tis­mus ver­gli­chen? Ein tra­gi­scher Irr­tum. Ras­sis­mus attackiert Men­schen für das, was sie sind: schwarz, ara­bisch, jüdisch, weiß. Der kri­ti­sche Geist dage­gen zer­setzt offen­bar­te Wahr­hei­ten und unter­wirft die Schrif­ten einer Exege­se und Anver­wand­lung. Dies in eins zu set­zen heißt, die reli­giö­se Fra­ge von der intel­lek­tu­el­len auf die juri­sti­sche Ebe­ne zu ver­schie­ben. Jeder Ein­wand, jeder Witz wird zur Straftat. 

Schän­dun­gen von Grä­bern oder reli­giö­sen Ein­rich­tun­gen sind selbst­ver­ständ­lich eine Sache für die Gerich­te. In Frank­reich betref­fen sie in erster Linie christ­li­che Fried­hö­fe oder Kir­chen. Über­haupt soll­te man in Erin­ne­run­gen rufen, dass das Chri­sten­tum heu­te unter allen mono­the­isti­schen Reli­gio­nen die­je­ni­ge ist, die am stärk­sten der Ver­fol­gung aus­ge­setzt ist - vor allem in isla­mi­schen Län­dern wie Alge­ri­en, dem Irak, Paki­stan, der Tür­kei oder Ägyp­ten. Es ist leich­ter, Mus­lim in Lon­don, New York oder Paris zu sein als Pro­te­stant oder Katho­lik im Nahen Osten oder Nord­afri­ka. Aber der Begriff der "Chri­stia­no­pho­bie" funk­tio­niert nicht - und das ist gut so. Es gibt Wör­ter, die Spra­che ver­der­ben, ihren Sinn ver­dun­keln. "Isla­mo­pho­bie" gehört zu jenen Begrif­fen, die wir drin­gend aus unse­rem Voka­bu­lar strei­chen sollten.

Pas­cal Bruckner

Aus dem Fran­zö­si­schen von Thier­ry Chervel

Der Arti­kel ist zuerst in Libe­ra­ti­on erschei­nen. Wir dan­ken dem Autor für die Geneh­mi­gung zur Veröffentlichung.