bookmark_borderAustroton, Deutsche Grammophon, etc.
& "der Novak" & das Leben

Per Zufall bin ich heu­te wegen einer Namens­gleich­heit auf ein Stück 'Geschich­te' aus mei­ner Kind­heit und Jugend gestoßen.

Wir hat­ten ein Radio auf einem 'Pho­no­schrank', des­sen eine Sei­te wie eine Vitri­ne gestal­tet war, wäh­rend die ande­re Sei­te den Plat­ten­spie­ler und dar­un­ter ein Gestell zur auf­rech­ten Plat­ten­auf­be­wah­rung ent­hielt. Plat­ten gab es zunächst nur im gro­ßen (30 cm / 33.3 Umdre­hun­gen) LP-For­mat, spä­ter kamen die "Singles"(17,5 cm / 45 Umdre­hun­gen) hin­zu, die jeweils nur ein Musik­stück pro Sei­te ent­hiel­ten. Die alten Schel­lack­plat­ten dreh­ten mit 78 Umdre­hun­gen. Mehr dazu bei WIKIPEDIA.

Vor dem Abspie­len muß­te die Geschwin­dig­keit des Plat­ten­tel­lers gewählt wer­den, klei­ne Plat­ten dreh­ten schnell, gro­ße Plat­ten hin­ge­gen lang­sa­mer. Die Qua­li­tät der Musik war abhän­gig vom Zustand der Nadel, die spä­ter durch Saphir- und Dia­mant­split­ter ersetzt wurden.

Der Plat­ten­schrank war "tabu" für Kin­der, selbst soge­nann­te "Kin­der­schall­plat­ten" mit eintspre­chend kind­ge­rech­ten Tex­ten wur­den wegen der Emp­find­lich­keit die­ser ersten Plat­ten­spie­ler NUR von Erwach­se­nen auf­ge­legt - Kin­der durf­ten nur zuse­hen ... und dann zuhö­ren. Natür­lich reiz­te das, wie alles Ver­bo­te­ne - und wenn die Eltern außer Haus waren haben wir Kin­der uns nicht nur "Kin­der­plat­ten" ange­hört, son­dern auch die (streng ver­bo­te­nen) "Erwach­se­nen­plat­ten".

Da gab es im Wohn­zim­mer­schrank ein extra Plat­ten­fach, das war beson­ders span­nend. In die­sem Fach stan­den Plat­ten mit dem, was man damals als "anzüg­li­che" Tex­te ver­stand - nach heu­ti­gen Maß­stä­ben eher als "harm­los" ein­ge­stuft. Geret­tet über Krieg, Aus­bom­bung und Trümmer ....
Nun ja, die Zei­ten ändern sich was die sitt­li­chen Grund­sät­ze angeht.

Mitt­ler­wei­le fin­det man das bei you­tube, daher hier eini­ge Bei­spie­le des­sen, was so abge­spielt wur­de - als Kin­der ver­stan­den wir nicht recht was gesun­gen wur­de, nur "nackt" und "küs­sen" war natür­lich zum Kichern. Ein "Hi, hi, hi!", so wie das Aus­spre­chen von "bösen Wor­ten", sie ken­nen das.

Aber der Novak läßt mich nicht verkommen

Zuletzt noch eine Gen­re-Samm­lung aus den 20ern & 30ern:
Ich bin so scharf auf Eri­ka

bookmark_borderSchule, Bildung, Chancengleichheit
  ** edit/update ** [12.10.2018]

Nicht jedes Kind ist zu Allem fähig, und wenn man sich ein­sei­tig nur mit der sozia­len Her­kunft befaßt greift das zu kurz.

Es stimmt sicher, dass es unter­schied­li­che Aus­gangs­si­tua­tio­nen gibt, doch wenn Kin­der in (kon­fes­si­ons­frei­em) Kin­der­gar­ten sind, nivel­liert sich der Unter­schied der Eltern­häu­ser. Dazu müs­sen die Kin­der natür­lich den Kin­der­gar­ten besu­chen, wes­we­gen ich es für sinn­voll hiel­te das so wie den Schul­be­such zu regeln! Wenn von Inte­gra­ton die Rede ist gehört das vor­ran­gig dazu, sonst haben wir die Situa­ti­on wie bei den Tür­ken und Rus­sen, dass die Kin­der wegen man­geln­dem häus­li­chen Inter­es­se & Ver­ständ­nis / man­geln­der häus­li­cher Zuwen­dung bil­dungs­mä­ßig zurück bleiben.

Das Ergeb­nis kann man in den Groß­städ­ten, aber zuneh­mend auch in länd­li­chen Gegen­den sehen.

Legt man die Gauß'sche Ver­tei­lung zugrun­de, so gibt es Unter­schie­de bei der Lei­stungs­fä­hig­keit - dies ist kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung, son­dern eine natur­wis­senschft­li­che Tat­sa­che. Dass es von inter­es­sier­ten Krei­sen (Poli­ti­ker von rechts) fehl­in­ter­pre­tiert wird macht den Wahr­heits­ge­halt der grund­sätz­li­chen Aus­sa­ge nicht etwa 'unwahr'. Auch das gehör­te in die­sem Zusam­men­hang ein­mal aus­drück­lich dar­ge­stellt und damit aufgeklärt.

Wo bestimmt die Chan­cen­gleich­heit aus­ge­he­belt ist:
Hier­hin gehört die Erzie­hung von soge­nann­ten "Eli­ten" in Eli­te­schu­len, meist pri­vat und im Stil­len, ohne viel öffent­li­che Dar­stel­lung arbei­tend. Wer schickt sei­ne Kin­der da hin? War­um wer­den Kin­der dort­hin geschickt? Wie steht es um die fami­liä­ren Ket­ten­be­ru­fe bei denen Eltern durch die­se spe­zi­el­len Ver­bin­dun­gen in Pri­vat­schu­len und eige­ne Posi­tio­nen in Ver­wal­tung, Staats­dienst ganz all­ge­mein und Poli­tik ihren Nach­wuchs eben­da unterbringen?

Schließ­lich ist noch die Fra­ge im Raum war­um die Finan­zie­rung von Bil­dung trotz gegen­tei­li­ger Lip­pen­be­kennt­nis­se so schwach ist. Das hat den ein­fa­chen Grund, dass gebil­de­te, nicht nur zum Nach­plap­pern & Repro­du­zie­ren von gelehr­tem Stoff ange­hal­te­ne Schü­ler/-innen kri­ti­sche­re Den­ker sind als es der Poli­tik lieb ist, die seit Jahr­hun­der­ten im Ver­bund mit den Kir­chen Bil­dung & Auf­klä­rung eher bekämpft hat. Das Den­ken in Fak­ten und Bewei­sen ist weder bei Kir­chen noch bei Poli­ti­kern beliebt, daher wird viel gefor­dert und wenig getan.

Die Infla­ti­on von Abitu­ri­en­ten und nach­fol­gend natür­lich Stu­den­ten, die Auf­wer­tung von Fach­hoch­schu­len und gleich­zei­ti­ge Abwer­tung der Hoch­schul­bil­dung auf Bache­lor-/ Masters-Niveau ist doch nur dadurch mög­lich gewor­den, dass die Anfor­de­run­gen in den letz­ten 50 Jah­ren stän­dig abge­senkt wurden. 

bildung


Mehr Gym­na­sia­sten und weni­ger Real- bzw. Haupt­schü­ler sind doch nicht des­we­gen vor­han­den, weil es zu einer plötz­li­chen Explo­si­on von Intel­li­genz gekom­men ist!

 

Zu der Zeit, als ich das Gym­na­si­um besu­chen woll­te [1955], mach­te man eine ein­wö­chi­ge Auf­nah­me­prü­fung (!) um dahin zu kom­men, die vor­ran­gig gei­sti­ge Fit­ness (4 Tage), und kör­per­li­che Lei­stung (1 Tag) prüf­te, das schaff­ten etwa 20% der Grundschüler.

Aus wel­chem Grund soll­te sich die­se Rela­ti­on
in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren von 20:80 auf 80:20 umge­kehrt haben?


Wenn man die Evo­lu­ti­on als Grund­la­ge von Ver­än­de­run­gen sieht so geschieht die­se in Jahr­tau­sen­de wäh­ren­den Schwün­gen, nicht in 50 Jah­ren. Des­we­gen muß es eine Ver­än­de­rung der Bedin­gun­gen sein, die die­se Flut von Abitu­ri­en­ten und Stu­die­ren­den beschert. Sehr viel bes­ser steht es dadurch nicht in unse­rem Staa­te. Es gibt nun mehr Men­schen mit Abitur, auch mit uni­ver­si­tä­rem Abschluß - aber hilft uns das wirk­lich weiter?
Ist "Quan­ti­tät" bes­ser als "Qua­li­tät"?

 

_____________________________________________________________________ 

Abbildungen:
Bil­dungs­be­tei­li­gung und Bildungschancen

 
** edit/update **
Hier noch eine kürz­lich ver­öf­fent­lich­te Sati­stik zum The­ma "Bil­dung":

 
Infografik: Die Bildung hat sich verschlechtert | Statista Mehr Info­gra­fi­ken fin­den Sie bei Sta­ti­sta

 

bookmark_borderRaus aus der Ecke ...!

Es gab eine Zeit, in der war es nicht beson­ders klug sich gegen den Strom zu bewe­gen. Es sei denn man war bereit sein Leben zu ris­kie­ren. Das war die Zeit die nur noch weni­ge heu­te Leben­de - und wenn, dann als Kin­der - mit­ge­macht haben:
Die Zeit des soge­nann­ten "Drit­ten Reichs".

Im Osten der jet­zi­gen Repu­blik gab es nach '49 die DDR, in deren Gren­zen es auch nicht gut oder klug war sich gegen den Strom, sprich: "Deut­schen Sozia­lis­mus", mit einem stark bie­der-bür­ger­li­chen Ein­schlag, aus­zu­spre­chen. Man 'arran­gier­te' sich, mach­te Tausch­ge­schäf­te um die man­gel­haf­te Zutei­lung und Plan­wirt­schaft abzu­mil­dern .... und leb­te anson­sten ohne vie­le Illu­sio­nen in den durch das System, das Régime gesetz­ten Grenzen.

Ähn­lich war es - aller­dings bestimmt nicht lebens­ge­fähr­lich - in den Anfangs­jah­ren der Bun­des­re­pu­blik sich als "links" und/oder "ungläu­big" zu 'outen'. Das waren die Zei­ten, in denen die Kir­chen­zu­ge­hö­rig­keit über 90% betrug. Die Kol­la­bo­ra­ti­on der gro­ßen Kir­chen mit dem Hit­ler­reich wur­de nach und nach offen­bar und führ­te zu einem ersten Schub an Aus­trit­ten, der sich in den spä­ten Sech­zi­gern stei­ger­te und bis heu­te dazu geführt hat, dass es (jeweils) weni­ger evan­ge­li­sche und katho­li­sche Kir­chen­mit­glie­der gibt als Men­schen, die sich als "Athe­isten", "Huma­ni­sten" oder "Agno­sti­ker" bezeichnen.

Wis­sen hat den Glau­ben ersetzt, und das ist eine sehr erfreu­li­che Ent­wick­lung. Vor allem des­we­gen, weil damit ein Plus an per­sön­li­cher Frei­heit ein­her geht. Frei­lich, weil dazu gehö­rig, auch mit grö­ße­rer per­sön­li­cher Verantwortung.

Stel­len Sie sich selbst die Frage:
Wann war ich zuletzt in einer Kirche?

Wenn das höch­stens ein­mal im Jahr zu Weih­nach­ten war sind Sie schon der­art "kir­chen­fern", dass der Voll­zug des Aus­trit­tes längst über­fäl­lig war ....

Mein Appell an alle noch zöger­li­chen, aber 'aus­stiegs­wil­li­gen' oder 'aus­stiegs­rei­fen' Men­schen ist daher:
Tre­ten Sie jetzt aus, es wird ihnen weder per­sön­lich noch gesell­schaft­lich scha­den - Sie dür­fen aller­dings sicher sein, dass Sie nicht mehr Teil eines zer­fal­len­den, ver­rot­te­ten und grund­sätz­lich sich selbst am mei­sten die­nen­den Geld­schöp­fungs­sy­stem sind.

Es ist an der Zeit, dass die Ein­fluß­nah­me der auf weni­ger als die Hälf­te der Bevöl­ke­rung geschrumpf­ten "christ­li­chen" Reli­gio­nen end­lich been­det wird. Die Mit­glieds­zah­len bil­den - dar­ge­stellt in meh­re­ren Unter­su­chun­gen - nicht mehr die tat­säch­li­chen "Gläu­bi­gen" ab, da Vie­le nur noch auf dem Papier einer Glau­bens­ge­mein­schaft angehören.

bookmark_border.. ob ich das noch erlebe ..!?

Kürz­lich war ich an der Super­markt­kas­se, hin­ter einer jun­gen Frau, ca. Mit­te 30, mit klei­nem Kna­ben, so um 6-7 Jah­re alt. Die Mut­ter bit­tet den Jun­gen einen von die­sen Tei­lerstä­ben hin­ter ihre Sachen zu legen.

Ich hat­te eine Lücke gelas­sen, dort­hin leg­te der Jun­ge den Tei­ler. Dabei betrach­tet er was ich so auf dem Band habe und es ent­spann sich zwi­schen ihm und sei­ner Mut­ter fol­gen­der Dialog:

Sohn
Der Mann hat Leb­ku­chen - wol­len wir auch wel­che kaufen?

Mut­ter
Nein, wir war­ten noch damit bis zum Advent. Sonst geht die gan­ze Freu­de auf Weih­nach­ten ver­lo­ren wenn man jetzt schon Weih­nachts­ge­bäck kauft und ißt.

Sohn (mit etwas Vor­wurf in der Stim­me, mich anblickend)
Der Mann hat aber jetzt schon wel­che und war­tet nicht bis Weihnachten.

Mut­ter (mit festem Blick zu mir)
Der Mann ist ja schon alt. Da weiß man nie wie lan­ge man noch lebt. Viel­leicht erlebt er Weinach­ten nicht mehr und stirbt schon vorher. 
(Jetzt dem Sohn zugewandt)
Da will er eben jetzt schon Leb­ku­chen essen.

Es geht nichts über prag­ma­ti­sche Ansa­gen sei­nen Kin­dern gegen­über. Wie sol­len sie sonst in die­ser gna­den­lo­sen Welt überleben?

bookmark_borderAus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":
Das "Rückversicherungs-Prinzip"

Mei­ne Groß­mutter (väter­li­cher­seits) war zeit­le­bens nicht beson­ders reli­gi­ös. Etwa ein Jahr­zehnt vor dem Aus­gang des 19. Jahr­hun­derts gebo­ren, war es aller­dings für eine Dame der höhe­ren Gesell­schaft nicht *schick­lich* sich als ungläu­big zu 'outen'. Man blieb nach außen hin der Tauf­kon­fes­si­on treu, was man dach­te ging nie­man­den etwas an. Sie erzähl­te mir ein­mal, dass es auf dem abge­le­ge­nen Gut wenig Abwechs­lung gab und daher der Kirch­gang für sie eine will­kom­me­ne 'Zer­streu­ung' dar­stell­te. Zumal gera­de Frau­en (und ins­be­son­de­re jun­ge Damen) sich sel­ten aus ihrer gewohn­ten Umge­bung her­aus beweg­ten, es sei denn, es muß­ten drin­gen­de Din­ge wie ein Arzt­be­such oder Klei­der­kauf in der nächst­ge­le­ge­nen Groß­stadt erle­digt wer­den. Das war wegen des damit ver­bun­de­nen Umstan­des eine wirk­li­che Seltenheit.

Da hat­ten wir nun eine jun­ge Frau die der Kir­che eher fern stand, das aber nicht nach außen zei­gen, geschwei­ge denn dis­ku­tie­ren konn­te. Ihr Glück war einen Mann zu fin­den, der selbst mit Kir­che wenig im Sinn hat­te. Trotz­dem hei­ra­te­ten die Bei­den kirch­lich (pro­te­stan­tisch) - es wäre anders gesell­schaft­li­cher Unter­gang gewesen.
Das jun­ge Paar zog als­bald nach Ham­burg. So befrei­te es sich von gesell­schaft­li­chen Zwän­gen und konn­te die Vor­tei­le der eher anony­men Lebens­wei­se in der Groß­stadt für sich nut­zen. Der frü­he Tod des Man­nes, mei­nes Groß­va­ters, im I. Welt­krieg über­schat­te­te das wei­te­re Leben der jun­gen Mut­ter - sie hat­te erst zwei Jah­re zuvor einen Kna­ben gebo­ren, mei­nen Vater. Allein­ste­hend und fast mit­tel­los, mit Kind, als 'höhe­re Toch­ter' nicht in einem Brot­be­ruf aus­ge­bil­det, zu einer Zeit, in der es bei­lei­be nicht als 'nor­mal' galt auf die­ser Basis sein Leben zu führen.

Das war - nach ihrer eige­nen Aus­sa­ge - der Zeit­punkt in dem sie sich voll­ends von der Kir­che löste und fort­an beim Amte als *kon­fes­si­ons­los* ein­ge­tra­gen war.

Nach die­ser etwas län­ge­ren Vor­ge­schich­te geht es nun um das, was der Titel anspricht: Rückversicherung!

Die Frau Groß­mutter hat­te das Pech in höhe­rem Alter an Par­kin­son zu erkran­ken, was in der dama­li­gen Zeit, den fünf­zi­ger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts, noch schlecht behan­del­bar war - es gab nur ein ein­zi­ges Medi­ka­ment, Arta­ne, das zur Ver­fü­gung stand. Dane­ben wur­de mit Ada­man­t­an [genau­er: Aman­t­a­din] expe­ri­men­tiert, heu­te ist es als Viro­sta­ti­kum und in einer Mol­kül­ab­wand­lung als Mit­tel gegen Demenz in Gebrauch. Die Pro­gno­se war daher nicht beson­ders rosig, weil sich selbst unter Medi­ka­ti­on das Voll­bild der Krank­heit in etwa zehn Jah­ren ent­wickel­te. Damals, heu­te kann dies wesent­lich ver­zö­gert werden.

Wegen der fort­schrei­ten­den Sym­pto­ma­tik muß­te mei­ne Groß­mutter dann schließ­lich in ein Pfle­ge­heim ein­zie­hen, weil nur dort eine "Rund-um-die-Uhr"-Betreuung mög­lich war. Es war ein katho­li­sches Pfle­ge­heim, spe­zia­li­siert auf die Erkran­kung und zudem noch in der Nähe zu unse­rem Wohn­ort, sodass mei­ne Eltern ab und an dort hin fah­ren konn­ten. Als älte­stes Kind - mei­ne Schwe­stern sind 8 und 10 Jah­re jün­ger - durf­te ich mehr­mals mit­fah­ren um die Groß­mutter, die immer hin­fäl­li­ger wur­de, zu besuchen.

Als es zwi­schen­durch ein­mal sehr schlecht um sie stand und wir sie besuch­ten erzähl­te sie mir, sie sei nun auf alles vor­be­rei­tet, denn sie habe die soge­nann­te *letz­te Ölung*, ein katho­li­sche Ritu­al, erhal­ten. Mein Vater frag­te sie, wie­so sie das zuge­las­sen habe, wo sie doch ihr Leben lang kir­chen­fern gelebt habe, wor­auf sie antwortete: 

"Man weiß ja nie - und scha­den kann es bestimmt nicht!"

Das Prin­zip heißt "Rück­ver­si­che­rung" - soll­te man sich geirrt haben und es gibt doch einen Gott kann es ja nicht scha­den, sich ihm noch vor dem Tode zuzuwenden. 

Die­ses Prin­zip fin­det man häu­fig, auch hin­sicht­lich ganz ande­rer Gege­ben­hei­ten. So wäh­len bei­spiels­wei­se vie­le Men­schen einen Ver­ein nicht wegen des Ver­eins­zweckes, son­dern um dazu zu gehö­ren. Oder sie gehen zu Bet­krei­sen, kirch­li­chen Chö­ren, etc. - weil es gemein­hin ja posi­tiv auf­ge­nom­men wird sich da zu inte­grie­ren um 'gute Taten' und 'christ­li­ches Ver­hal­ten' zu zeigen.
Es ist nach mei­ner Auf­fas­sung eine nicht beson­ders ehren­wer­te Hand­lung etwas abzu­leh­nen und sich dann irgend­wie 'abzu­si­chern' - es ist wie Ver­rat am eige­nen Den­ken und Han­deln, min­de­stens aber unehrlich.

Aber wer weiß? Mög­li­cher­wei­se sitzt ja die Frau Groß­mutter auf einer Wol­ke und amü­siert sich könig­lich engels­gleich über mei­ne Ausführungen ....


Wei­te­re Posts zu "Opa erzählt vom Krieg":

Sai­son­wa­re
Bur­ger & Kopfrechnen ....

          Blogverzeichnis - Bloggerei.de
 
 

bookmark_borderAus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":
Saisonware

.
Die mei­sten Geschäf­te sind mitt­ler­wei­le dazu über­ge­gan­gen bestimm­te Beklei­dungs­pro­duk­te nur noch sai­so­nal anzu­bie­ten. Das ist kei­ne beson­ders intel­li­gen­te Sache. Genau­so ver­hält es sich mit den vor­han­de­nen Grö­ßen: Eini­ge Pro­duk­te wer­den nur in klei­ner & besten­falls mitt­le­rer Grö­ße ange­bo­ten. Wer, wie ich, Hosen mit Bund­wei­ten über 40 und Hem­den ab XXL kau­fen möch­te bekommt nichts "modi­sches", son­dern besten­falls alt­backe­ne Ein­heits­far­ben und tri­ste Muster.

Doch zurück zu den sai­so­na­len Sortimenten:
Jetzt ist der Som­mer bald end­gül­tig vor­bei und die Herbst­wa­re ist noch immer nicht 'am Lager' - gleich­zei­tig ist dies aber die Jah­res­zeit in der die Mas­se der Rent­ner sich nach Süden, zum Über­win­tern, auf den Weg macht. Wer jetzt nach Süden fährt kehrt nicht vor April/Mai näch­sten Jah­res zurück. 

Die Zah­len der Über­win­te­rer stei­gen seit Jah­ren an. Wer aber im Aus­land über­win­tert fällt hier­zu­lan­de als "Kun­de" aus, es sei denn, das was dem Kauf­wunsch ent­spricht, ist schon vor­her im Ange­bot. Da es im euro­päi­schen Süden weni­ger kalt ist braucht die­se Kun­den­grup­pe die soge­nann­te "Über­gangs­klei­dung" - und für den süd­li­chen 'Win­ter', der mehr unse­rem frü­hen Herbst ähnelt, soge­nann­te "Herbst­gar­de­ro­be".

Da wäre es doch sinn­voll, wenn die Beklei­dungs­an­bie­ter schon vor der Abrei­se der Über­win­te­rer ein ent­spre­chen­des Ange­bot vor­rä­tig hät­ten - dazu noch in ande­ren Far­ben als beige und grau oder schwarz, denn das ist nicht mehr dem Geschmack der älte­ren Gene­ra­ti­on von heu­te angemessen.

Mehr als ein­mal bekam ich bei mei­nen Ver­su­chen mei­ne Gar­de­ro­be zu ergän­zen zu hören: "Das kommt erst in zwei bis drei Wochen" oder "In ihrer Grö­ße haben wir das nicht" oder "Das wird nur für die 'Jun­ge Mode-Kol­lek­ti­on' so gefer­tigt".

Ich will nur mal auf­schrei­ben was ich gern gekauft hät­te - und nicht gefun­den habe. Trotz inten­si­ver Suche.
- zwei Rol­lis, Baum­wol­le, in bor­deaux und grün;
- zwei lan­ge Car­go-Jeans in blau und braun, aber kein "Stretch";
- zwei lang­är­me­li­ge Hem­den, Karo­mu­ster, Button-down-Kragen;
- eine leich­te Herbst­jacke gegen Regen, ungefüttert;
Und jetzt, lie­be Leser, rech­nen sie das mal hoch auf meh­re­re hun­dert­tau­send über­win­tern­de Rentner!

Tja, da ist nun die Bereit­schaft da die Wirt­schaft anzu­kur­beln - aber kein Ange­bot vor­han­den. Ich wer­de wohl in Spa­ni­en kau­fen müs­sen. Aller­dings ist wegen der dort durch­schnitt­lich klei­ne­ren und dün­ne­ren Män­ner­welt das Pro­blem nicht gerin­ger .... was bei uns als XL ange­bo­ten wird ist dort als XXL gela­belt, und XXXL bedeu­tet unser XXL - ist aber häu­fig nur in ein oder zwei Stücken vor­han­den. Wenn überhaupt.

Letzt­end­lich wer­de ich wohl auf Kata­log­an­bie­ter wie "Land­send"¹ oder "JCPen­ny" oder "ama­zon" zurück­grei­fen müs­sen und ich höre schon das Stöh­nen der Ein­zel­händ­ler der Ver­sand­han­del neh­me ihnen Kun­den weg .... 

Ja wie denn sonst, lie­be Ein­zel­händ­ler, wenn ihr nicht fle­xi­bel genug seid auf eine seit Jah­ren bekann­te und stei­gen­de NACHFRAGE zu reagieren? 

Erst­ver­öf­fent­li­chung: 23. Sep 2014 um 15:33h

 
¹ gestri­chen, weil dort nur noch bis Grö­ße XXL ver­kauft wird.

bookmark_borderAus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":
Dreiste Lügner ....

.
Drei­ste Lüg­ner - und das noch nicht mal sehr geschickt ver­bor­gen - sit­zen in der Redak­ti­on die den fol­gen­den Quatsch ver­zapft hat [letz­ter Absatz]:

1

Unter Ver­dre­hung von Tat­sa­chen, ja der genau­en Umkehr der Wahr­heit wird behaup­tet anzei­gen­fi­nan­zier­te Blät­ter sei­en ein wah­rer Hort des "guten Jour­na­lis­mus" - obwohl doch ein Blick auf die sin­ken­den Absatz­zah­len und sogar das voll­stän­di­ge Feh­len von Redak­tio­nen (Münster'sche Zei­tung) das Gegen­teil beweist.

Die ein­zi­ge Erklä­rung ("Ent­schul­di­gung"?) für sol­che Falsch­dar­stel­lung wäre die Angst vor Ver­öf­fent­li­chun­gen wie den "kraut­re­por­tern" oder "cor­rec­tiv". Davor, von tat­säch­lich gutem Jour­na­lis­mus über­flüs­sig gemacht zu wer­den. Dazu wird es nach mei­ner Auf­fas­sung sowie­so kom­men, und alle Lügen der eta­blier­ten Pres­se wer­den es nicht ver­hin­dern können.

*update*
Ein Blick auf das Ergebnis/Wachstum bei den bei­den hier exem­pla­risch genann­ten Publi­ka­tio­nen nach eini­gen Jah­ren Betrieb straft zusätz­lich die Nega­tiv­be­richt­erstat­tung aus 2014 Lügen.

Erst­ver­öf­fent­li­chung: 03. Nov 2014 um 7:50h

 

bookmark_borderAus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":
Burger & Kopfrechnen ....

War­um der Titel, wenn ich doch dar­über schrei­ben wer­de, daß ich heu­te [25.03.2004] bei McDonald's essen war?

Weil in NRW die Mathe­ma­tik neu erfun­den wird: "Kopf­rech­nen" wird zu "Blitz­rech­nen". Außer einem Mini­ste­ri­al­di­rek­tor, der das erfun­den hat, ver­steht kei­ner den Unter­schied - und war­um in einer bis­her noch nie dage­we­se­nen Serie von Work­shops die Betrof­fe­nen [Leh­rer] auf die neue Begriff­lich­keit ein­ge­schwo­ren werden.

So, nun zum eigent­li­chen Anlie­gen. Ich war, wie ein­gangs erwähnt, heu­te bei McDonald's. Bestellte:

  • 2x Ham­bur­ger zu je €1.15, macht zusam­men €2.30;
  • 1x Kaf­fee, nor­ma­le Grö­ße, zu €1.15;
  • 1x Scho­ko-Muf­fin zu €0.99

Ich errech­ne einen Gesamt­preis von €4.44 - die net­te Kas­sie­re­rin ver­langt €3.99 - und so sehr ich mich auch bemü­he, aus den Ein­zel­be­trä­gen ist es nicht mög­lich, auf die­sen Betrag zu kommen!

Ich bin ein ehr­li­cher Mensch und bie­te an, €4.44 zu zah­len. Nein, das geht nicht, die Kas­se sagt €3.99 und nicht mehr.

Ich for­de­re die jun­ge Dame auf, im Kopf eben zusam­men­zu­re­chen, dann wer­de sie schon sehen .... wor­auf sie mir schnip­pisch antwortet:
"Ich bin hier zum Zusam­men­stel­len und Aus­ge­ben von Essen, nicht zum Rechnen!"

Und jetzt fra­ge ich mich natür­lich, ob da das neue "Blitz­rech­nen" gehol­fen hätte ....

Erst­ver­öf­fent­li­chung: 25. Mrz 2004 um 20:12h

bookmark_borderDie Telekom
*update* (09-01-2017)

Stel­len Sie sich fol­gen­de Situa­ti­on vor:
Sie sind im Aus­land und haben zwei Tele­fo­ne dabei.

Das Erste ist ein *smart­phone* mit einem Tele­kom-Ver­trag, all-net-flat und zusätz­lich einer Lei­stung die sich "tra­vel-and-surf" nennt. Mit der kön­nen Sie die­ses Tele­fon im Aus­land wie im Inland nut­zen - zu glei­chen Bedingungen.

Das Zwei­te ist ein 'prepaid'-Telefon, auf dem ca. 17,- € Gut­ha­ben sind. Dies Tele­fon ist ihre "Reser­ve", als Absi­che­rung, damit Sie noch tele­fo­nie­ren kön­nen wenn die SIM-Kar­te des *smart­phone* aus­fal­len soll­te [was in einem Betriebs­jahr (!) schon zwei­mal pas­siert ist].
Außer­dem sen­den ihnen die Geld­in­sti­tu­te auf die­ses Tele­fon die TAN-Num­mern für das Telefon-banking.

Nun tritt der Fall auf, dass das *smart­phone* die SIM-Kar­te nicht mehr erkennt - und Ihnen die Nach­richt aus­wirft "Kei­ne SIM-Kar­te" - obwohl sie dar­in steckt und Sie nichts, aber auch gar nichts seit der letz­ten Nut­zung mit dem Tele­fon gemacht haben. Es lag nur so da.

Ich habe dann das Ersatz-Tele­fon mit der 'prepaid'-Karte genom­men und mit der "Ser­vice-hot­line" tele­fo­niert. Nach einer drei­vier­tel Stun­de hat­te ich den ersten Men­schen am Appa­rat, und wur­de dann noch drei­mal weitergeschaltet.

Danach war dann nicht nur das *smart­phone* tot, son­dern auch das Tele­fon mit der 'prepaid'-Karte. Da ver­mu­tet der Laie: Das liegt dar­an, dass das Gespräch mit der "hot­line" das Rest­gut­ha­ben völ­lig auf­ge­braucht hat .... war ja ein Auslandsgespräch.

Das alles pas­sier­te zwei Tage vor Hei­lig Abend, am 22.12.2016. Laut "Murphy's Gesetz" ist das ja nicht ver­wun­der­lich, denn sol­che Kala­mi­tä­ten pas­sie­ren immer dann, wenn es am wenig­sten paßt .... 

Heu­te - wir schrei­ben den 05.01.2017 - kam die Ersatz-SIM-Kar­te an.

Wie sich her­aus­stell­te haben die schlau­en Mit­ar­bei­ter der Tele­kom die 'prepaid'-Karte - die ja völ­lig in Ord­nung war! - gesperrt und eine neue 'prepaid'-Karte geschickt.

Die *smartphone*-Karte ist immer noch nicht nutzbar. 

Auch der Ver­such sie in das ande­re Tele­fon zu legen (nach­dem nun ein pas­sen­des Rähm­chen mit der neu­en Kar­te zur Ver­fü­gung war) brach­te nichts, bzw. die Nach­richt °°SIM-Kar­te abge­wie­sen°°.

Ach ja, falls Sie sich wun­dern war­um das mit dem Kar­ten­tausch so lan­ge gedau­ert hat:
Die Tele­kom, fast welt­weit tätig, kann SIM-Kar­ten nicht ins Aus­land ver­schicken. Glück­li­cher­wei­se bin ich ja kein "sin­gle" - und so hat mei­ne Frau den Brief der Tele­kom wei­ter­ge­schickt, an mich, im Ausland ....

update
[09.01.2017]

Heu­te habe ich erneut bei der hot­line ange­ru­fen - und nach einer kur­zen Schlei­fe mit einer arti­fi­zi­el­len Intel­li­genz (die mei­ne Tele­fon­num­mer wis­sen woll­te und was denn wohl mein Anlie­gen sei) - sprach ich mit einer Mit­ar­bei­te­rin die nicht nur freund­lich war, son­dern auch schnell ver­stand was zu tun ist.

Die neue SIM-Kar­te ist unterwegs.

"Aller guten Din­ge sind drei!" sagt der Volks­mund - nun will ich hof­fen, das trifft auch auf SIM-Kar­ten zu und die­se hält jetzt ewig ....

bookmark_borderÜ70 - na und ..!?
Keine Betrachtung zum "älter werden",
sondern zum "älter sein".

.


[Frei über­setzt:
Genie­ße das Leben - es hat ein Ver­falls­da­tum.]
    "Sech­zig Jah­re und kein biß­chen weise,
aus gehab­tem Scha­den nichts gelernt.
Sech­zig Jah­re auf dem Weg zum Greise
und doch sech­zig Jahr' davon entfernt.


[ Songtext/Curd Jur­gens

 
Am Sonn­abend waren mei­ne Frau & ich mit einem befreun­de­ten Paar bei einer Musik­ver­an­stal­tung. Die avi­sier­te Band soll­te bekann­te Songs aus den Sech­zi­gern & Sieb­zi­gern zu Gehör brin­gen. Eine kor­rek­te Beschrei­bung, wie sich spä­ter herausstellte.

Wir waren eine Stun­de vor dem Beginn laut Fly­er dort. "Alle Plät­ze besetzt, drau­ßen [7°C] sind aber noch Tische frei", ließ uns der her­bei­ei­len­de Kell­ner wis­sen. Er habe aber Decken. Das war die Ret­tung, denn die Damen hät­ten sich ohne nicht zum 'drau­ßen sit­zen' bewe­gen lassen. 

Um die Musi­ker hat­te sich schon vor Beginn der Dar­bie­tung eine Grup­pe von jün­ge­ren Leu­ten geschart, so etwa zwi­schen 30 und 40. Die gleich nach den ersten Stücken durch Applaus & Zuru­fe erken­nen lie­ßen, dass die Musik nach ihrem Geschmack war.

Der Kell­ner kam mit den Geträn­ken, zwei­te Run­de, und bemerk­te neben­bei es sei­en nun drin­nen doch noch Plät­ze frei gewor­den. Wor­auf­hin sich die Frau­en flugs auf­mach­ten die zu 'beset­zen', denn trotz der Decken war es lau­sig kalt.

Wir blie­ben noch ein paar Minu­ten vor der weit geöff­ne­ten Dop­pel­tür, als Rau­cher in gehö­ri­gem Abstand, aus Rück­sicht und weil es immer mili­tan­te Nicht­rau­cher gibt die schon vom Anblick einer Ziga­ret­te Lun­gen­krebs bekommen.

Neben uns stan­den zwei jun­ge Frau­en die ab und an ver­stoh­len zu uns her schau­ten. Schließ­lich sag­te eine der Bei­den "Sind sie wegen der Musik hier ...? " und es war ihr anzu­se­hen, dass sie es aus ech­tem Erstau­nen frag­te - denn unser Alter ist uns durch­aus anzusehen.
"Genau! Und wir haben noch die Musi­ker live erlebt von denen die Musik stammt die gera­de gespielt wird. Des­we­gen sind wir hier."

Der Gesichts­aus­druck sprach Bän­de und sie war so per­plex, dass sie eine Ant­wort schul­dig blieb. Ü70 und Musik aus der Zeit zwi­schen 1960 und 1980? Einer Zeit also, zu der die mei­sten Anwe­sen­den noch nicht ein­mal gebo­ren waren? Irgend­wie unpas­send - das spie­gel­te sich in ihrem Blick wider.

Wäh­rend bei den Drei­ßig­jäh­ri­gen das Alter erst noch kommt, vie­le sich nicht ein­mal Gedan­ken dazu machen, bin ich bereits alt - min­de­stens aus deren Per­spek­ti­ve. All die Über­le­gun­gen zum "Alter" - die bei Vier­zig- und Fünf­zig­jäh­ri­gen bestimmt spo­ra­disch ange­stellt wer­den - lie­gen weit hin­ter mir. Und noch weit vor die­sen jun­gen Frau­en. So sehr erwach­sen sie sich füh­len mögen.

Wenn ich in den Spie­gel sehe ist mir mein Alter bewußt, anson­sten kaum. Von den Ein­schrän­kun­gen der Kraft, der Aus­dau­er und den nöti­gen, län­ger wer­den­den Ruhe­pau­sen ein­mal abge­se­hen. Was ich mit 20, 40 und sogar noch 60 spie­lend erle­di­gen konn­te über­las­se ich manch­mal lie­ber einem Hand­wer­ker, weil ich es zwar theo­re­tisch beherr­sche - prak­tisch aber nicht mehr schaf­fen kann. Mit Bauch­grum­meln, Sie wer­den das ken­nen, weil vie­le Arbei­ten sehr unter­schied­lich erle­digt wer­den kön­nen und nicht immer mit der 'besten' Lösung zu rech­nen ist. Prä­zi­si­on und Sorg­falt schei­nen im Hand­werk außer Mode zu kommen.

Weil ich lan­ge im Aus­land war und nicht in Deutsch­land gefah­ren bin ist mir auf­ge­fal­len wie sehr sich der Ver­kehr auf den Auto­bah­nen ver­lang­samt hat. Wäh­rend frü­her die 'Schnel­len' kurz hin­ter­ein­an­der mit mehr als 200 km/h ange­braust kamen beob­ach­tet man sowas nur noch vereinzelt.

Ich habe kei­ne mit Selbst­ge­hä­kel­tem bezo­ge­ne Klo­rol­le auf der Abla­ge, auch kei­nen Wackel­dackel und erst recht kei­nen Tiro­ler­hut - und trotz der obi­gen Ein­sicht fah­re ich so, dass es nie­man­den zur Weiß­glut treibt. Aller­dings weiß ich aus Erfah­rung: Wenn ich mich antrei­ben las­se zah­le ich den Straf­zet­tel, nicht der Dräng­ler hin­ter mir. Je älter ich wer­de desto kla­rer steht mir die End­lich­keit (im Bild oben "Ver­falls­da­tum") des Lebens vor Augen. Ein guter Grund das Schick­sal nicht her­aus­zu­for­dern und kein unnö­ti­ges Risi­ko einzugehen. 

Anson­sten neh­me ich kei­ne Rück­sicht mehr auf die zar­ten Gefüh­le und Emp­find­lich­kei­ten der Umwelt, ins­be­son­de­re sage ich unver­blümt was ich den­ke. Ich wei­ge­re mich Sach­ver­hal­te zu beschö­ni­gen und so Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten 'ele­gant' zu umge­hen. Es geht mir nicht (mehr) um Har­mo­nie, son­dern um Lösun­gen. Man­chen erscheint das grob, ich nen­ne es effi­zi­ent. Eine sinn­vol­le Nut­zung der mir ver­blei­ben­den Zeit. 

Nun ver­ra­te ich Ihnen noch ein klei­nes Geheim­nis. Jedes Mal, wenn ich eine Beschrif­tung auf Lebens­mit­teln, Eti­ket­ten oder Web­sei­ten sehe die klei­ner als 6px aus­ge­führt ist, stel­le ich mir die "Schöp­fer" sol­cher Frech­hei­ten gegen­über uns 'Alten' vor:
Zu einer Zeit in der die­se Hans­wur­ste (selbst mit einer Seh­hil­fe!) nicht mehr lesen kön­nen was da geschrie­ben steht.

____________________________________________________
 

Ein Bei­trag zu "#älter­wer­den", einer Blog­ak­ti­on bei Frau Qua­drat­me­ter

____________________________________________________
 

Sie­he hier­zu auch:
Lei­stungs­zwang vs. Altersleistung
und
Alters­be­ding­te Leistungsminderung

bookmark_borderNoch eine Vorhersage die stimmte ....

.
THE 5TH OF JULY REFERENDUM

.. We are sure that gre­at inter­na­tio­nal powers have alre­a­dy exami­ned all pos­si­ble methods and ways of influen­cing the outcome .. 

[Quel­le des Zita­tes:
"Sin­gu­lar Logic and the Big Brother"]

Herr Kon­stan­ta­ko­pou­los spricht natür­lich vom Aus­gang der Volks­ab­stim­mung der Grie­chen vom letz­ten Wochen­en­de. Wenn man die Pres­se- und Fern­seh­nach­rich­ten ver­folgt hat war klar:
- 90% Bericht­erstat­tung für das "JA",
- 10% Bericht­erstat­tung für das "NEIN".

Trotz die­ser mas­si­ven Ungleich­heit ist die Absicht der grie­chi­schen Regie­rung sich eine brei­te­re Basis zu ver­schaf­fen gelungen.
In ZDF (mehr) und ARD (weni­ger) wur­den selbst nach den ersten Ergeb­nis­sen die alten Paro­len wie­der­ge­käut - unter völ­li­ger Ver­ken­nung des­sen, um was es eigent­lich ging:

Die bis­he­ri­ge Vor­ge­hens­wei­se der betei­lig­ten euro­päi­schen und inter­na­tio­na­len Gre­mi­en ist geschei­tert, auf die­ser Basis wird es nie zu einer Sanie­rung der grie­chi­schen Finan­zen kommen.

Die CDU/CSU behaup­tet man sei nicht geneigt "die Grie­chen wei­ter zu finan­zie­ren" - ein Popanz, der so nie exi­stier­te, den man aber der deut­schen Bevöl­ke­rung stets vor­zeig­te um sich für die dra­sti­schen For­de­run­gen in sozia­len und huma­ni­tä­ren Fra­gen zu rechtfertigen.

Graf Lamb­s­dorff (von der zur Bedeu­tungs­lo­sig­keit geschrumpf­ten FDP) teilt aus Brüs­se­ler Sicht mit man kön­ne sich eine geteil­te EU vor­stel­len - sol­che Län­der die schnel­ler zusam­men­wach­sen und sol­che, die es lang­sa­mer ange­hen müß­ten. Wel­che Idio­tie! Das läuft der ursprüng­li­chen Absicht Euro­pas abso­lut ent­ge­gen. Solan­ge sol­che Beton­köp­fe in der EU Ver­wal­tung das Sagen haben hat das Euro­pa das ich mir wün­schen wür­de - und das bei des­sen Grün­dung beab­sich­tigt war - kei­ne Chance.

Vor­bei ist damit noch immer nichts. Die restau­ra­ti­ven Ele­men­te wer­den sich for­mie­ren und ihre destruk­ti­ve Vor­ge­hens­wei­se gegen die grie­chi­sche Regie­rung noch geziel­ter koordinieren. 

Nun kön­nen wir getrost auf den Dreck war­ten, der mit Hil­fe der U.S.A. (die sich ja schon zu Wort mel­de­te, obwohl sie das nichts angeht) und deren Geheim­dien­sten kübel­wei­se über die Ver­ant­wort­li­chen in Grie­chen­land aus­ge­gos­sen wer­den wird ....

Es geht schon los (FAZ-Bericht)

1

Wer belügt hier sein Volk?
Der CSU-Generalsekretär!

bookmark_borderA. Einstein / S. Freud 
- Schriftwechsel: MACHT & KRIEG

.



[Quel­le "Brief­wech­sel Ein­stein-Freud"; hier: Zitat aus der Freud'schen Ant­wort an Ein­stein.]

"Das Recht ist die Macht einer Gemein­schaft" lau­tet einer der Kern­sät­ze im oben zitier­ten Text. 

Bedau­er­li­cher­wei­se scheint sich die­se Beschrei­bung in den letz­ten Jahr­zehn­ten zuneh­mend dahin­ge­hend zu ändern, daß eine 'Unter­grup­pe' der Gemein­schaft (mit Gemein­schaft mei­ne ich unse­ren Staat), näm­lich die Par­tei­en, sich die allei­ni­ge Macht aus­be­dun­gen haben, indem sie sich als Zwi­schen­in­stanz eta­blier­ten und so den Gemein­schafts­wil­len gleich­sam 'aus­fil­tern' und mit den eige­nen Inter­es­sen vermengen. 

Das ent­stan­de­ne Kon­glo­me­rat aus Volks­wil­len und Par­tei­in­ter­es­sen wird dann der stau­nen­den Mas­se als ihre eige­ne Schöp­fung prä­sen­tiert. Mit einer gewis­sen Berech­ti­gung durch soge­nann­te 'freie, demo­kra­ti­sche Wah­len', ohne jedoch tat­säch­lich den Wil­len der Mehr­heit widerzuspiegeln.

Die Mehr­heit dient einer­seits also dem Macht­er­halt, ver­liert im Lau­fe des Legi­ti­ma­ti­ons­pro­zes­ses aber ihre Sou­ve­rä­ni­tät, begibt sich gleich­sam frei­wil­lig in eine Opfer­rol­le, wird zum Spiel­ball von Dritt­in­ter­es­sen, die ihrer­seits die Par­tei­en an engen Zügeln halten.

Ein­stein hat den Schrift­wech­sel ein­ge­lei­tet, sei­nem Brief vor­an­ge­stellt ist sei­ne all­ge­mei­ne Erör­te­rung "Für einen mili­tan­ten Pazi­fis­mus". Obgleich der Titel auf einen sehr ver­schie­de­nen Sach­ver­halt hin­weist, ist doch ein Zitat dar­in ent­hal­ten, das schein­bar 'pro­phe­tisch' schon zu Beginn des letz­ten Jahr­hun­derts eine Aus­sa­ge macht, die heu­te unver­än­dert Gül­tig­keit hat und so zutrifft, als ob sie erst heu­te nie­der­ge­legt wor­den sei.



[Quel­le "Brief­wech­sel Ein­stein-Freud"; hier: Zitat aus "Für einen mili­tan­ten Pazi­fis­mus."von A. Ein­stein]

Anknüp­fend an die Aus­sa­ge wei­ter oben zu den 'Dritt­in­ter­es­sen' kann leicht iden­ti­fi­ziert wer­den was das Hin­der­nis für einen gerech­ten Aus­gleich vor­ran­gig ist:
Wir sind bereits Skla­ven von Wirt­schafts­dok­tri­nen und -tra­di­tio­nen, und es waren die Par­tei­en, die uns in die­se Situa­ti­on gebracht haben:
In dem Bemü­hen sich selbst und ihre Reprä­sen­tan­ten auf Dau­er zu sta­bi­li­sie­ren haben sie sich dem Dik­tat der Dritt­in­ter­es­sen gebeugt - um sich im Gegen­zug der Finan­zie­rung ihres Macht­er­hal­tes und (wie mitt­ler­wei­le viel­fach bekannt wur­de) zusätz­li­cher, indi­vi­du­el­ler Zuwen­dun­gen zu versichern.

Es ist 'genü­gend Brot für Alle' vor­han­den. Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen ver­hin­dern aber die gerech­te Ver­tei­lung. Wel­che Inter­es­sen sind das?
Selbst­ver­ständ­lich han­delt es sich um das Bank­we­sen, des­sen Geschäfts­mo­dell die Erwirt­schaf­tung von Zin­sen ist. Die wie­der­um flie­ßen nur, wenn die Schuld­ner in die Lage ver­setzt wer­den die­sen zusätz­li­chen Auf­wand ein­zu­neh­men - und das wie­der­um wird durch immer schnel­ler auf­ein­an­der fol­gen­de Inno­va­ti­ons­schü­be ver­sucht zu errei­chen, die ein ste­ti­ges Wachs­tum als Ziel haben.

Da auf einem end­li­chen Pla­ne­ten kein unend­li­ches Wachs­tum mög­lich ist ste­hen also die Bank­in­ter­es­sen den tat­säch­li­chen Mög­lich­kei­ten dia­me­tral ent­ge­gen und die Ban­ken nut­zen ihre Macht (oben als 'Dritt­in­ter­es­sen' bezeich­net) um die­sen Umstand, der nur in ein Cha­os füh­ren kann, durch die Poli­tik gegen­über den Bür­gern ver­schlei­ern zu lassen.

Ein fein aus­ta­rier­tes Lügen­ge­bäu­de, ein­zig zu dem Zweck eine Fik­ti­on als Wirk­lich­keit zu ver­kau­fen. Und hier kom­me ich zurück auf die Freud'sche Ant­wort an Einstein:

Krieg wird es immer dann wie­der geben wenn die Not­wen­dig­keit besteht pro­du­zier­te Waren (im Krieg natür­lich vor­ran­gig Waf­fen, aber als 'Kol­la­te­ral­scha­den' natür­lich auch zivi­le Güter) zu ver­schlei­ßen um neu­en Bedarf hervorzurufen.



[Quel­le "Brief­wech­sel Ein­stein-Freud"; hier: Zitat aus Ant­wort von S. Freud]

Die Hand­lan­ger der 'unzu­gäng­li­chen Grup­pe' von denen Freud spricht sind die Ban­ken. Sofern sie aller­dings selbst die Fäden für der­lei 'Geschäft mit dem Krieg' in Hän­den hal­ten sind sie nicht mehr nur Mit­tels­män­ner, son­dern Täter.

Wer hät­te das gedacht: Die fein bezwirn­ten, net­ten, manch­mal nichts­sa­gen­den Figu­ren, die jede Schwie­ger­mut­ter zum Schwär­men brin­gen wür­den, die so harm­los daher­kom­men, sind in Wirk­lich­keit die "dunk­le Sei­te der Macht" .... [http://youtu.be/5hfEBupAeo4]

*edit*
Wie Krieg "insze­niert" wird kann der­zeit im Nahen Osten - Syri­en - als Para­de­bei­spiel bestaunt werden.

*2.edit* (13.09.2013)
Krieg dort (Syri­en) scheint ja nun abge­wen­det zu sein. Die Waf­fen­ge­schäf­te im 'kon­ven­tio­nel­len' Bereich lau­fen dafür umso besser ....

*3.edit* (13.03.2014)
Der Kon­flikt auf der Krim ist auch so ein Bei­spiel: Es geht bei allen 'ange­schlos­se­nen' Staa­ten (ob an EU oder Russ­land) um Macht, Boden­schät­ze, Öl & letzt­lich Geld - die Men­schen sind zu Spiel­fi­gu­ren degradiert.