bookmark_borderOb Chemie und Physik denken, oder fühlen kann ?

oder: Wie man sich vor der Erkennt­nis schützt auf einen Schwin­del her­ein­ge­fal­len zu sein.

" .. was sind wir Men­schen und Tie­re und Pflan­zen doch so von Gott geschaf­fe­ne Wun­der. Das wir über­haupt leben - dazu benö­tigt es unter ande­rem auch ein gut funk­tio­nie­ren­des Immun­sy­stem .. " - das las ich kürz­lich in einem Blog. 

Die­se The­se des Wir­kens eines "Got­tes" woll­te ich nicht unwi­der­spro­chen ste­hen las­sen. Man soll ja immer den Ver­such unter­neh­men Erkennt­nis zu ver­brei­ten und Men­schen davon abbrin­gen einer Fik­ti­on nach­zu­lau­fen. Des­we­gen habe ich fol­gen­den Text als knap­pe Zusam­men­fas­sung der Evo­lu­ti­ons­leh­re in weni­gen Absät­zen geschrie­ben. Bereit eine Dis­kus­si­on, mit Fak­ten unter­legt, zu führen.

Lesen sie selbst was ich schrieb:

 
"Wir sind, da haben Sie recht, Gebil­de aus vie­len sehr fein auf­ein­an­der abge­stimm­ten Pro­zes­sen - und alle sind che­mi­scher Natur. 

Wie wir mitt­ler­wei­le auch wis­sen, sind wir ein­mal aus die­sen bak­te­ri­en­ähn­li­chen Lebe­we­sen her­vor­ge­gan­gen. Eini­ge haben sich durch Zufall zusam­men geballt und so wur­den die ersten Viel­zel­ler daraus. 

Das war von Vor­teil, denn nun konn­ten sie ihre klei­ne­ren Vet­tern auf­fres­sen und schnel­ler wach­sen, sich tei­len, und mehr werden .... 

Was wir jetzt auf der Erde sehen ist das Ergeb­nis von Jahr­mil­lio­nen von klein­sten Schrit­ten, die völ­lig ohne jede Ord­nung ein­an­der folgen. 

Rein zufäl­lig - und vor allem stand dahin­ter kei­ne höhe­re Macht, son­dern es ent­wickel­te sich Alles was jetzt lebt nach den Grund­sät­zen von Che­mie und Physik."


Als Ant­wort kam:
" .. Ob Che­mie und Phy­sik den­ken, oder füh­len kann ? Aber bit­te las­sen wir das - bevor es zu sich ver­be­to­nie­ren­den Recht­ha­be­rei­en kommt .. " - das muß ich akzep­tie­ren, sein Blog, sei­ne Ent­schei­dung das The­ma nicht wei­ter dort zu ver­fol­gen. Mei­ne Ant­wort wäre gewesen:

 
"Den­ken" oder "füh­len" sind dem Grun­de nach eben­falls che­mi­sche Pro­zes­se, sie fin­den im Gehirn statt und las­sen sich mitt­ler­wei­le durch die For­schungs­ar­bei­ten von Jah­re­zehn­ten sehr genau beschrei­ben - und sogar reproduzieren.

 
Die Ent­schei­dung den Dia­log abzu­bre­chen fin­de ich sehr bedau­er­lich, denn Erkennt­nis gewinnt man nur, wenn man sich dar­auf ein­läßt die eige­nen Stand­punk­te, Ideen und Kennt­nis­se zu über­prü­fen und sie mit dem fort­schrei­ten­den Wis­sen abzugleichen.

Letz­te­res ist in Reli­gio­nen nicht sehr beliebt, sie leben ja davon ihre Schäf­chen vom Den­ken & von Zwei­feln abzu­hal­ten, denn wer denkt könn­te dar­auf kom­men, dass das Geschäftsmodell 

 
"Ich erklä­re dir eine höchst unwahr­schein­li­che Geschich­te die du mir glau­ben sollst und dafür gibst du mir einen Teil dei­ner Ein­künf­te damit ich dir noch mehr absur­de Geschich­ten erzäh­len kann!"

 
beson­ders denen nützt, die sich als Inter­pre­ten des Wil­lens eines angeb­lich vor­han­de­nen höhe­ren Wesens ausgeben. 

Selbst­ver­ständ­lich ist mei­ne weni­ge Zei­len lan­ge Geschich­te der Evo­lu­ti­on auf unse­rem Pla­ne­ten [grün hin­ter­legt] nicht voll­stän­dig und sehr pau­schal dar­ge­stellt - sie trifft aller­dings den Kern der Erkennt­nis­se und ist durch vie­le Stu­di­en aus Palä­on­to­lo­gie, Embryo­lo­gie und - in den letz­ten Jah­ren ver­stärkt - auch der Gene­tik unter­legt. Darf daher als "bewie­sen" bezeich­net werden.

Für die Aus­sa­gen der Reli­gio­nen feh­len jeg­li­che Bewei­se - und was ich kürz­lich in einem Video als "Beweis" sah ist in Wahr­heit nur wie­der eine Behaup­tung die als "Zir­kel­schluß" bezeich­net wird. Der Erzäh­ler sag­te, vor einem Mee­res­strand ste­hend "Sehen sie doch nur die­ses Wun­der, die­sen Oze­an, die Wol­ken, den Strand, all die­se Herr­lich­keit soll nur aus Zufall ent­stan­den sein? Nein, das ist Got­tes Werk!"

bookmark_border"Rechtsfreie Räume"
Warum hören wir nichts von den üblichen (bayerischen & sonstigen) Schreihälsen ...?
*update* [17.10.2018; 02:00h]

Die baye­ri­schen und baden-würt­tem­ber­gi­schen Poli­ti­ker sind immer schnell dabei wenn es dar­um geht gegen angeb­li­che "rechts­freie Räu­me" - die natür­lich nur andern­orts, nicht in ihren eige­nen Bun­des­län­dern vor­han­den sind - zu wet­tern. Und bei jeder Gele­gen­heit, bei jedem Inter­view dar­auf hin­zu­wei­sen. Seit Jah­ren wet­tern sie - gebets­müh­len­ar­tig - die­se Phra­se her­un­ter, die genau­so tau­send­mal wider­legt wur­de, und trotz­dem .... es nervt!

Da wun­dert es den 'durch­schnitt­lich ver­stän­di­gen' deut­schen Bür­ger doch ein wenig, wenn genau die­se Poli­ti­ker, die sonst am lau­te­sten schrei­en, in Sachen Miß­brauch durch christ­li­che 'Wür­den­trä­ger' und Kir­chen­an­ge­stell­te selt­sam stumm sind. Man hört kein Wort dazu, dass die Kir­chen (ins­be­son­de­re die katho­li­sche Kir­che) behaup­ten sie sei­en ein "rechts­frei­er Raum" in dem nur das Kir­chen­recht Gül­tig­keit habe.

Dazu ein Zitat aus einem jüngst ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel:
Eine wirk­sa­me Straf­ver­fol­gung kri­mi­nel­ler Kle­ri­ker darf nicht von der staat­li­chen Neu­tra­li­tät in Reli­gi­ons­fra­gen aus­ge­bremst wer­den. Staat­li­ches Recht bricht Kir­chen­recht! .. Das Ver­bot der Staats­kir­che und der Grund­satz der staat­li­chen Neu­tra­li­tät in Fra­gen des Glau­bens und der Welt­an­schau­ung setzt staat­li­cher Ein­fluss­nah­me auf die inter­ne Orga­ni­sa­ti­on die­ser Ein­rich­tun­gen Gren­zen. Das ergibt auch heu­te noch Sinn, ist aber eben kei­ne Brem­se für das staat­li­che Gewalt­mo­no­pol bei der Durch­set­zung des gel­ten­den Rechts.
[https://hpd.de/artikel/sexueller-missbrauch-kirchlichen-einrichtungen-staatliche-aufgabe-16052]

Die glei­chen Poli­ti­ker, die sofort nach den här­te­sten Stra­fen selbst für klein­ste Ver­feh­lun­gen rufen habe ich noch in kei­ner Ver­öf­fent­li­chung nach den glei­chen Maß­stä­ben für die pädo­phi­len und anders-abar­ti­gen Prie­ster und Dia­ko­ne und son­sti­ge Kir­chen­leu­te ver­lan­gen hören. Eine ande­re Art von "Schwei­gen der Lämmer"?

Wovor, so fra­ge ich mich, haben die­se "christ­li­chen" Poli­ti­ker Angst? Daß der Papst sie mit einem Kir­chen­bann belegt und sie "vogel­frei" wer­den - wohl kaum, wir leben ja nicht mehr unter der Inquisition!
Und wenn sie trotz­dem Angst haben? Gibt es wirk­lich in der Poli­tik Men­schen die dar­an glau­ben in die Höl­le zu fah­ren? Wenn ja, lie­be Lesen­de, dann sind die­se Men­schen als Poli­ti­ker unge­eig­net, weil sie unfä­hig sind klar zu den­ken und Fak­ten von Fik­tio­nen zu unterscheiden.

*edit / update*
In Frank­reich geht das auch dra­sti­scher - und ich fin­de, das soll­te man auch bei uns so regeln:
" .. In Frank­reich unter­lie­gen sexu­el­le Über­grif­fe auf Per­so­nen unter 15 Jah­ren einer straf­be­wehr­ten Anzei­ge­pflicht, von der auch das Beicht­ge­heim­nis nicht ent­bin­det. Das Unter­las­sen der Straf­an­zei­ge wird mit Geld­stra­fe bis 45.000 € oder Frei­heits­stra­fe bis zu drei Jah­ren geahndet .. "
[Quel­le]


CSU Has­sel­feldt:
Neben den min­de­stens 15 000 zusätz­li­chen Poli­zi­sten for­dern wir die stär­ke­re Nut­zung von Ver­samm­lungs­auf­la­gen und -ver­bo­ten, die Schaf­fung einer euro­päi­schen Extre­mi­sten­da­tei auch für Links­ra­di­ka­le und die Schlie­ßung qua­si rechts­frei­er Räu­me wie die Ham­bur­ger Rote Flo­ra und die Ber­li­ner Riga­er Stra­ße.
[https://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/rechtsfreie-raeume-nicht-zu-dulden-21771-art1540971.html]


CDU Strobl:
Rechts­freie Räu­me? Isla­mi­sti­sche Gefähr­der? Der Streit um den Fami­li­en­nach­zug? Als Innen­mi­ni­ster von Baden-Würt­tem­berg und stell­ver­tre­ten­der CDU-Chef setzt Tho­mas Strobl auf einen Kurs der Kon­se­quenz
[https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Wir-brauchen-eine-harte-Abschiebepolitik-id50876891.html]


CSU Dob­rindt:
„Es macht einen Unter­schied, wer im Bund regiert; so wie es einen Unter­schied macht, in Bay­ern oder in einem ande­ren Land zu leben, nicht zuletzt beim The­ma Sicher­heit: Wir ste­hen hin­ter unse­ren Sicher­heits­kräf­ten und las­sen kei­ne rechts­frei­en Räu­me und besetz­ten Häu­ser zu.“
[https://www.csu.de/verbaende/kv/weilheim-schongau-neu/meldungen/september-2017/herrmann-in-peissenberg/]


CSU Herr­mann:
Die Baye­ri­sche Poli­zei ver­folgt eine lang­fri­stig ange­leg­te Sicher­heits­stra­te­gie. Sie geht gegen Kri­mi­na­li­tät aller Art kon­se­quent vor, dul­det kei­ne rechts­frei­en Räu­me und reagiert unver­züg­lich auf neue Ent­wick­lun­gen. Zu den aktu­el­len Schwer­punk­ten bei der Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung zäh­len zwei­fels­oh­ne die aku­te Bedro­hungs­la­ge durch den inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus, orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, Woh­nungs­ein­bruchs­kri­mi­na­li­tät und die Inter­net- und Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät.
[https://www.lokalkompass.de/kalkar/politik/vier-fragen-an-heute-joachim-herrmann-mdl-staatsminister-den-innern-fuer-bau-und-verkehr-des-freistaates-bayern-d692491.html]


CSU Herr­mann:
„Auch Schu­len sind kein rechts­frei­er Raum“, sag­te Herr­mann mit Blick auf den Fall eines 21 Jah­re alten Afgha­nen, der kürz­lich von der Poli­zei aus einer Nürn­ber­ger Berufs­schu­le geholt wur­de, weil er abge­scho­ben wer­den soll­te.
[http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/herrmann-ueber-abschiebungen-auch-schulen-sind-kein-rechtsfreier-raum-15073121.html]

Wie erreicht man den Miß­brauchs­be­auf­trag­ten der Bundesregierung?
Hier ist der
Link

*edit/update*

FDP-Chef Lind­ner:
„Rechts­staat darf rechts­freie Räu­me nicht wei­ter tolerieren“
Das „System“ sei nicht per­fekt – aber ohne Alter­na­ti­ve.

[https://newsburger.de/linder-rechtsstaat-darf-rechtsfreie-raeume-nicht-weiter-tolerieren-99159.html]

bookmark_borderAufforderung zur Blasphemie [2018]

Über­set­zung
» Per­sön­lich hal­te ich Blas­phe­mie für ehren­haft und ehr­lich. Es ist eine Pflicht den­ken­der Men­schen, Skep­sis gegen­über über­na­tür­li­chem Hokus­po­kus auszudrücken.
Aber Zwei­fel an Göt­tern haben seit Jahr­tau­sen­den Hin­rich­tun­gen, Mor­de, Stei­ni­gun­gen, Ver­bren­nun­gen und ande­re Stra­fen ver­ur­sacht. Gläu­bi­ge sind so emp­find­lich hin­sicht­lich ihrer Dog­men, dass sie manch­mal die töten, die sie in Fra­ge stellen.
Noch vor zwei Jahr­hun­der­ten herrsch­te - mei­ne Güte! - in Euro­pa sol­cher Wahn­sinn. Und der­sel­be Wahn­sinn hin­dert noch heu­te die mus­li­mi­sche Welt am Gedeihen.
Gegen­wär­tig schrei­ben 13 isla­mi­sche Natio­nen den Tod für Athe­is­mus vor, und die Ankla­ge wegen Blas­phe­mie löst Gräu­el aus.
«

Es kann nicht oft genug erwähnt werden:
Nicht die 'rei­ne Leh­re' der ver­schie­de­nen Reli­gio­nen tötet, son­dern Jene, die deren Aus­le­gung unver­än­dert in die Moder­ne über­nom­men haben und sie heu­te noch, nach mehr als 2000 Jah­ren, zwin­gend zur Lebens­grund­la­ge machen. 

Äch­tung oder Boy­kott sol­cher Umstän­de wären bestimmt angebracht.
Doch unse­re Poli­ti­ker wol­len uns weis­ma­chen, dass "Wan­del durch Han­del" Erfolg bringt. Das bringt ledig­lich eini­gen Unter­neh­men Pro­fi­te und den Par­tei­en Spen­den - geän­dert hat sich in den gut 50 Jah­ren die ich das bewußt über­blicke •••• nichts!

∘ ∘ ∘ ∘ ∘

Wer Eng­lisch lesen kann, dem sei der kom­plet­te (ver­link­te) Text empfohlen.

Wei­te­re Quel­len zum Thema
→ https://www.deutschlandfunk.de/atheismus-die-aechtung-der-unglaeubigen.1148.de.html?dram:article_id=376766
→ https://www.mena-watch.com/warum-atheismus-im-arabischen-raum-als-groesste-gefahr-gilt/
→ https://www.igfm.de/abfall-vom-islam/

bookmark_borderRaus aus der Ecke ...!

Es gab eine Zeit, in der war es nicht beson­ders klug sich gegen den Strom zu bewe­gen. Es sei denn man war bereit sein Leben zu ris­kie­ren. Das war die Zeit die nur noch weni­ge heu­te Leben­de - und wenn, dann als Kin­der - mit­ge­macht haben:
Die Zeit des soge­nann­ten "Drit­ten Reichs".

Im Osten der jet­zi­gen Repu­blik gab es nach '49 die DDR, in deren Gren­zen es auch nicht gut oder klug war sich gegen den Strom, sprich: "Deut­schen Sozia­lis­mus", mit einem stark bie­der-bür­ger­li­chen Ein­schlag, aus­zu­spre­chen. Man 'arran­gier­te' sich, mach­te Tausch­ge­schäf­te um die man­gel­haf­te Zutei­lung und Plan­wirt­schaft abzu­mil­dern .... und leb­te anson­sten ohne vie­le Illu­sio­nen in den durch das System, das Régime gesetz­ten Grenzen.

Ähn­lich war es - aller­dings bestimmt nicht lebens­ge­fähr­lich - in den Anfangs­jah­ren der Bun­des­re­pu­blik sich als "links" und/oder "ungläu­big" zu 'outen'. Das waren die Zei­ten, in denen die Kir­chen­zu­ge­hö­rig­keit über 90% betrug. Die Kol­la­bo­ra­ti­on der gro­ßen Kir­chen mit dem Hit­ler­reich wur­de nach und nach offen­bar und führ­te zu einem ersten Schub an Aus­trit­ten, der sich in den spä­ten Sech­zi­gern stei­ger­te und bis heu­te dazu geführt hat, dass es (jeweils) weni­ger evan­ge­li­sche und katho­li­sche Kir­chen­mit­glie­der gibt als Men­schen, die sich als "Athe­isten", "Huma­ni­sten" oder "Agno­sti­ker" bezeichnen.

Wis­sen hat den Glau­ben ersetzt, und das ist eine sehr erfreu­li­che Ent­wick­lung. Vor allem des­we­gen, weil damit ein Plus an per­sön­li­cher Frei­heit ein­her geht. Frei­lich, weil dazu gehö­rig, auch mit grö­ße­rer per­sön­li­cher Verantwortung.

Stel­len Sie sich selbst die Frage:
Wann war ich zuletzt in einer Kirche?

Wenn das höch­stens ein­mal im Jahr zu Weih­nach­ten war sind Sie schon der­art "kir­chen­fern", dass der Voll­zug des Aus­trit­tes längst über­fäl­lig war ....

Mein Appell an alle noch zöger­li­chen, aber 'aus­stiegs­wil­li­gen' oder 'aus­stiegs­rei­fen' Men­schen ist daher:
Tre­ten Sie jetzt aus, es wird ihnen weder per­sön­lich noch gesell­schaft­lich scha­den - Sie dür­fen aller­dings sicher sein, dass Sie nicht mehr Teil eines zer­fal­len­den, ver­rot­te­ten und grund­sätz­lich sich selbst am mei­sten die­nen­den Geld­schöp­fungs­sy­stem sind.

Es ist an der Zeit, dass die Ein­fluß­nah­me der auf weni­ger als die Hälf­te der Bevöl­ke­rung geschrumpf­ten "christ­li­chen" Reli­gio­nen end­lich been­det wird. Die Mit­glieds­zah­len bil­den - dar­ge­stellt in meh­re­ren Unter­su­chun­gen - nicht mehr die tat­säch­li­chen "Gläu­bi­gen" ab, da Vie­le nur noch auf dem Papier einer Glau­bens­ge­mein­schaft angehören.

bookmark_borderKatholische Menschenfeinde und tumbe fränkische (und andere süd- und nordwestdeutsche) Herrscher ....

.. Ohne Kul­tur­ein­rich­tun­gen, ohne Gar­ni­so­nen und Beam­ten­schaft bricht in Mit­tel­eu­ro­pa die gesam­te nicht-kle­ri­ka­le Stadt­kul­tur zusam­men. Wäh­rend die Römer einen gan­zen Kon­ti­nent mit einer berau­schen­den Stadt­kul­tur über­zie­hen, die Ara­ber, wo immer sie sich ansie­deln, schein­bar aus dem Nichts blü­hen­de Städ­te zau­bern, schaf­fen es Kir­che und frän­ki­sche Herr­scher, das urba­ne Erbe in eine städ­te­lo­se Agrar­land­schaft mit ein­ge­spren­gel­ten Bischofs­sit­zen zu ver­wan­deln. Karl "der Gro­ße" resi­diert nicht mehr in einer Haupt­stadt, son­dern aus dem Sat­tel. Beglei­tet von sei­ner Hof­e­qui­pa­ge auf Och­sen­kar­ren, zieht er mit Sack und Pack von einer Pfalz in die näch­ste und ver­bringt sei­nen Lebens­abend in einem Eifel-Kaff, rund tau­send Kilo­me­ter vom Mit­tel­meer ent­fernt, auf den Resten einer von den Römern ver­las­se­nen Ther­me, unter dem Namen "Aachen" bekannt. Sein Königs­hof wäre im römi­schen Reich besten­falls den Ansprü­chen eines Pro­vinz­gou­ver­neurs gerecht gewor­den .. So ist der Katho­li­zis­mus eine Reli­gi­on sui gene­ris, .. ver­ord­net .. In einer ein­sa­men Ent­schei­dung, .. Durch einen Erlass vom 28. Febru­ar 380, der Euro­pa fast 1500 Jah­re lang beherrscht und des­sen Wir­kung bis in die Spit­zen Süd­ame­ri­kas reicht. Ohne die­ses Gesetz wäre die Geschich­te anders ver­lau­fen, nicht zwangs­läu­fig fried­li­cher, aber wohl weni­ger erbar­mungs­los, ohne Kreuz­zü­ge, die bis heu­te die Bezie­hun­gen zwi­schen Ori­ent und Okzi­dent auf trau­ma­ti­sche Wei­se prä­gen, ohne Zwangs­tau­fen und Indi­ces ver­bo­te­ner Bücher, ohne Inqui­si­ti­on, Hexen­ver­bren­nung, Juden­ver­fol­gung, ohne Reli­gi­ons­krie­ge und ohne reli­gi­ös begrün­de­te Ein­schrän­kung des Wissenschaftsbetriebes .. 
[Quel­le]

Die Reprä­sen­tan­ten die­ser Un-Kul­tur, ver­lan­gen auch heu­te noch eine Son­der­stel­lung, sei es in Schu­len unter ihrer Obhut, von Steu­er­gel­dern bezahlt, oder in Gesund­heits­ein­rich­tun­gen, eben­falls über­wie­gend aus Steu­er­mit­teln finan­ziert, und in der Poli­tik. Frau­en- und men­schen­feind­lich gegen Alle, die nach der kirch­li­chen Les­art "anders" den­ken als es der katho­li­schen Kir­che paßt.

Der Sturz des Herrn Kau­der ist hof­fent­lich ein Signal, dass der kirch­li­che Ein­fluß in der Poli­tik all­mäh­lich als unge­sund erkannt wird und sich eine Oppo­si­ti­on dage­gen auf­tut. Wie im zitier­ten Text dar­ge­stellt sind es vor allem die süd­deut­schen Regio­nen, die frü­her wie heu­te eine pie­ti­sti­sche, rück­wärts­ge­wand­te Reli­gi­ons­schwär­me­rei pfle­gen und aus die­ser her­aus frem­den­feind­lich, men­schen­feind­lich und fort­schritts­feind­lich eing­stellt sind - und die Hoch­bur­gen der CDU / CSU im Lan­de dar­stel­len, mit den Fol­gen der zähen Ver­lang­sa­mung allen Fort­schritts der nicht in ihr enges christ­li­ches Gedan­ken­kor­sett paßt. Nicht zu ver­ges­sen die Hei­mat unse­res Herrn Gesund­heits­mi­ni­sters ["Ein Gesund­heits­mi­ni­ster den sie kau­fen kön­nen!"], das Grenz­ge­biet zu den Nie­der­lan­den, das Mün­ster­land, in dem noch heu­te die Pfaf­fen fast unbe­grenz­ten Ein­fluß haben, weil die land­wirt­schaft­lich struk­tu­rier­te Gegend nicht gera­de die hell­sten Köp­fe behei­ma­tet, die sol­chen Hokus-Pokus noch glau­ben. Und weil ande­rer­seits die Poli­tik davon pro­fi­tiert wenn die Kir­chen dafür sor­gen, dass sie an der Macht blei­ben. Das sind Gegen­den, in denen die CDU noch 60% der Wäh­ler hin­ter sich hat.
Schwer­fäl­li­ge Den­ker sind eben über­wie­gend CDU/C­SU-Wäh­ler.

Es wird Zeit, die­se Fin­ster­nis des Den­kens zurück zu las­sen, vor allem auch weil ihre Reprä­sen­tan­ten sich selbst zu fast der Hälf­te ihrer "Amts­trä­ger" auf der unter­sten gesell­schaft­lich geäch­te­ten Ebe­ne der Kri­mi­na­li­tät, näm­lich der gegen wehr­lo­se Kin­der und Jugend­li­che zur Aus­le­bung einer ver­kork­sten Sexua­li­tät bewegen.

Von sol­chen mie­sen Cha­rak­te­ren, die ihre Sexua­li­tät nicht zügeln kön­nen und sie an den Schwäch­sten aus­le­ben, sol­len wir uns heu­te noch Sit­te & Moral pre­di­gen lassen?

Nur damit ich nicht falsch inter­pre­tiert werde:
Es gibt bestimmt eben­so vie­le ehren­wer­te, völ­lig unschul­di­ge Prie­ster - aber das macht die Ver­ge­hen der Schul­di­gen nicht wett. Das ändert nichts an der Geheim­nis­tue­rei der obe­ren Wür­den­trä­ger bis hin in den Vati­kan, die Ver­tu­schung und Ver­set­zung von Ver­ant­wort­li­chen noch immer für eine "Lösung" sol­cher Ver­bre­chen hal­ten. Solan­ge die Unschul­di­gen es nicht schaf­fen die Sit­te & Moral wie­der her­zu­stel­len, auch gegen den Wider­stand der Hier­ar­chie, so lan­ge machen sie sich mit schuldig.

Ande­re Glau­bens­ge­mein­schaf­ten, das sei noch hin­zu­ge­fügt, soll­ten schon ein­mal anfan­gen ihre eige­nen Wür­den­trä­ger zu prü­fen und sich zu fra­gen, ob es nicht der gesun­de Men­schen­ver­stand nahe­legt, dass auch in ihren Rei­hen sich der­ar­ti­ge Mis­se­tä­ter befin­den! Sie kön­nen sich ange­sichts des Aus­ma­ßes an Ver­ge­hen in einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft nicht zurück­leh­nen und sagen "Ach du hei­li­ger Flo­ri­an - ver­schon mein Haus, zünd and­re an!" [die­se Les­art stammt von mei­ner Groß­mutter] und etwa anneh­men bei ihnen sei das so völ­lig anders ....

bookmark_borderVerbrecher in Soutane ....
*update* [20.09.2018; 23:00h]


" .. Die argen­ti­ni­sche Mili­tär­jun­ta habe sich bei der "Bekämp­fung der Sub­ver­si­on" vom Vati­kan bera­ten ("ase­soró") las­sen, ins­be­son­de­re vom Apo­sto­li­schen Nun­ti­us Pio Laghi. Dies sprach der ehe­ma­li­ge Jun­ta­chef Rapha­el Vide­la der Zei­tung "El Sur" ins Mikro­phon, und die­se Nach­richt ging um die Welt. Dass der Vati­kan mit den argen­ti­ni­schen Gene­rä­len Hand in Hand gegen lin­ke Regime­geg­ner gear­bei­tet hat­te, ist eigent­lich kein Geheim­nis .. Dass die Gene­rä­le die Gefan­ge­nen nach der Fol­ter erschos­sen und in Mas­sen­grä­bern ver­scharr­ten oder sie aus Flug­zeu­gen in den Río de la Pla­ta wer­fen lie­ßen - dar­an hat­ten sich der Vati­kan und sei­ne Wür­den­trä­ger vor Ort damals wenig gestört .. Wäh­rend die ver­schlepp­ten Müt­ter als "Ter­ro­ri­stin­nen" gal­ten, also als Sün­de­rin­nen, war ihre Brut doch unschul­dig. Ihr Leben, nur ihr Leben, galt es zu ret­ten. So sol­len auf Inter­ven­ti­on des Vati­kans in Cam­po de Mayo die ver­haf­te­ten Schwan­ge­ren erst ihr Kind gebä­ren dür­fen oder per Kai­ser­schnitt (oft ohne Nar­ko­se) ent­bun­den wor­den sein, bevor sie gepei­nigt und ermor­det wurden. .. "



[Zitat]

Man beden­ke:
Die­se Scheuß­lich­kei­ten sind noch kei­ne Jahr­hun­der­te alt wie die Inqui­si­ti­on, sie lie­gen nur weni­ge Jahr­zehn­te zurück; über­tref­fen aber an Zahl und Aus­prä­gung alles, was sich ein selbst wohl­mei­nen­der Beob­ach­ter des Kir­chen­han­delns vor­stel­len kann ..

Kein Wun­der also, wenn die katho­li­sche Kir­che wünscht unbe­hel­ligt wei­ter so zu han­deln wie bis­her - die Ver­bre­chen rei­chen bis in die jüng­ste Zeit und das, was an die Ober­flä­che kommt ist schon scheuß­lich genug .... da möch­te man gar­nicht wis­sen, was noch im Ver­bor­ge­nen lauert!

Einen Maul­korb für Kri­ti­ker per Ver­schär­fung des "Blasphemie"-Verbotes, das hät­ten sie wohl gern, die Her­ren Pfaffen ....

*edit* (03.08.; 00:30h)
Sie­he dazu auch Arti­kel im "law­blog"



 
*update* [20.09.2018]

Prie­ster und Pastor betei­ligt an Fol­te­run­gen in Nicaragua

In den Audi­os erklärt der jun­ge Mann, dass Pater Ber­rí­o­s¹ und Pastor Car­los Figue­ro­a² anwe­send waren.

Das jun­ge Opfer erklär­te, Figue­roa habe ihn ver­bal ange­grif­fen, indem er ihn vor sei­nen Pei­ni­gern nie­der­knien ließ. Dar­über hin­aus zwang ihn der angeb­li­che Pastor, sich bei denen zu ent­schul­di­gen, die ihn töten woll­ten .. Auf der ande­ren Sei­te igno­rier­te der Prie­ster Ber­ri­os die Bit­ten des jun­gen Man­nes .. Der Prie­ster setz­te jedoch weni­ge Tage spä­ter die Mut­ter des jun­gen Man­nes unter Druck, leug­ne­te, was gesche­hen war.

Schließ­lich ist es erwäh­nens­wert, dass die Fol­te­rer selbst das Video wäh­rend des schreck­li­chen Ereig­nis­ses auf­ge­nom­men haben. Die wei­ße Sou­ta­ne von Pater Ber­ri­os ist auf den Bil­dern zu sehen.

¹ Ber­ri­os ist Ver­tre­ter der katho­li­schen Kir­che in Nicaragua.

² Figue­roa sei­ner­seits ist Koor­di­na­tor des Kin­der­pro­jekts "Manos de com­pa­sión".


Die hier genann­ten Fol­te­rer sind nicht etwa Ange­hö­ri­ge der Regie­rung Orte­ga, son­dern sind Mit­glie­der in einer US-geför­der­ten regie­rungs­feind­li­chen Orga­ni­sa­ti­on [Inde­pen­dent Libe­ral Par­ty (PLI) und San­di­ni­sta Reno­va­ti­on Move­ment] die sich als Regie­rungs­mit­ar­bei­ter aus­ge­ben um die­se zu diskreditieren.

Dazu fol­gen­der Text:
STEP FOUR: Get vio­lent while accu­sing the govern­ment of get­ting violent.


We’ve seen this tac­tic in Nica­ra­gua and Vene­zue­la. The­re was vio­lence on both sides of the pro­tests, but far more on the U.S.-backed sides, some­ti­mes with help from the CIA or alum­ni from our mili­ta­ry trai­ning faci­li­ties like The School of the Ame­ri­cas. But becau­se of media pro­pa­gan­da, many belie­ve the­re is pri­ma­ri­ly vio­lence on the govern­ment side, when in fact it’s the opposite.

Über­set­zung:
SCHRITT VIER: Wer­den Sie gewalt­tä­tig, wäh­rend Sie die Regie­rung beschul­di­gen, gewalt­tä­tig zu sein.

Wir haben die­se Tak­tik in Nica­ra­gua und Vene­zue­la gese­hen. Es gab Gewalt auf bei­den Sei­ten der Pro­te­ste, aber viel mehr auf Sei­ten, die von den USA unter­stützt wur­den, manch­mal mit Hil­fe der CIA oder Vete­ra­nen unse­rer mili­tä­ri­schen Aus­bil­dungs­ein­rich­tun­gen wie "The School of the Ame­ri­cas". Aber auf­grund der Medi­en­pro­pa­gan­da glau­ben vie­le, dass es pri­mär auf der Regie­rungs­sei­te Gewalt gibt, obwohl es genau umge­kehrt ist.
[Quel­le]

Quel­le, die der Miß­in­for­ma­ti­on in Ame­ri­ka dient und die die Offi­zi­el­le Ame­ri­ka­ni­sche Sicht­wei­se darstellt:
→ https://boingboing.net/2018/07/16/as-with-nicaragua-so-too-amer.html

 
Über­ar­bei­te­te Fas­sung; Erst­ver­öf­fent­li­chung: 01. Aug 2012 um 10:35h

 

bookmark_borderAus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":
Das "Rückversicherungs-Prinzip"

Mei­ne Groß­mutter (väter­li­cher­seits) war zeit­le­bens nicht beson­ders reli­gi­ös. Etwa ein Jahr­zehnt vor dem Aus­gang des 19. Jahr­hun­derts gebo­ren, war es aller­dings für eine Dame der höhe­ren Gesell­schaft nicht *schick­lich* sich als ungläu­big zu 'outen'. Man blieb nach außen hin der Tauf­kon­fes­si­on treu, was man dach­te ging nie­man­den etwas an. Sie erzähl­te mir ein­mal, dass es auf dem abge­le­ge­nen Gut wenig Abwechs­lung gab und daher der Kirch­gang für sie eine will­kom­me­ne 'Zer­streu­ung' dar­stell­te. Zumal gera­de Frau­en (und ins­be­son­de­re jun­ge Damen) sich sel­ten aus ihrer gewohn­ten Umge­bung her­aus beweg­ten, es sei denn, es muß­ten drin­gen­de Din­ge wie ein Arzt­be­such oder Klei­der­kauf in der nächst­ge­le­ge­nen Groß­stadt erle­digt wer­den. Das war wegen des damit ver­bun­de­nen Umstan­des eine wirk­li­che Seltenheit.

Da hat­ten wir nun eine jun­ge Frau die der Kir­che eher fern stand, das aber nicht nach außen zei­gen, geschwei­ge denn dis­ku­tie­ren konn­te. Ihr Glück war einen Mann zu fin­den, der selbst mit Kir­che wenig im Sinn hat­te. Trotz­dem hei­ra­te­ten die Bei­den kirch­lich (pro­te­stan­tisch) - es wäre anders gesell­schaft­li­cher Unter­gang gewesen.
Das jun­ge Paar zog als­bald nach Ham­burg. So befrei­te es sich von gesell­schaft­li­chen Zwän­gen und konn­te die Vor­tei­le der eher anony­men Lebens­wei­se in der Groß­stadt für sich nut­zen. Der frü­he Tod des Man­nes, mei­nes Groß­va­ters, im I. Welt­krieg über­schat­te­te das wei­te­re Leben der jun­gen Mut­ter - sie hat­te erst zwei Jah­re zuvor einen Kna­ben gebo­ren, mei­nen Vater. Allein­ste­hend und fast mit­tel­los, mit Kind, als 'höhe­re Toch­ter' nicht in einem Brot­be­ruf aus­ge­bil­det, zu einer Zeit, in der es bei­lei­be nicht als 'nor­mal' galt auf die­ser Basis sein Leben zu führen.

Das war - nach ihrer eige­nen Aus­sa­ge - der Zeit­punkt in dem sie sich voll­ends von der Kir­che löste und fort­an beim Amte als *kon­fes­si­ons­los* ein­ge­tra­gen war.

Nach die­ser etwas län­ge­ren Vor­ge­schich­te geht es nun um das, was der Titel anspricht: Rückversicherung!

Die Frau Groß­mutter hat­te das Pech in höhe­rem Alter an Par­kin­son zu erkran­ken, was in der dama­li­gen Zeit, den fünf­zi­ger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts, noch schlecht behan­del­bar war - es gab nur ein ein­zi­ges Medi­ka­ment, Arta­ne, das zur Ver­fü­gung stand. Dane­ben wur­de mit Ada­man­t­an [genau­er: Aman­t­a­din] expe­ri­men­tiert, heu­te ist es als Viro­sta­ti­kum und in einer Mol­kül­ab­wand­lung als Mit­tel gegen Demenz in Gebrauch. Die Pro­gno­se war daher nicht beson­ders rosig, weil sich selbst unter Medi­ka­ti­on das Voll­bild der Krank­heit in etwa zehn Jah­ren ent­wickel­te. Damals, heu­te kann dies wesent­lich ver­zö­gert werden.

Wegen der fort­schrei­ten­den Sym­pto­ma­tik muß­te mei­ne Groß­mutter dann schließ­lich in ein Pfle­ge­heim ein­zie­hen, weil nur dort eine "Rund-um-die-Uhr"-Betreuung mög­lich war. Es war ein katho­li­sches Pfle­ge­heim, spe­zia­li­siert auf die Erkran­kung und zudem noch in der Nähe zu unse­rem Wohn­ort, sodass mei­ne Eltern ab und an dort hin fah­ren konn­ten. Als älte­stes Kind - mei­ne Schwe­stern sind 8 und 10 Jah­re jün­ger - durf­te ich mehr­mals mit­fah­ren um die Groß­mutter, die immer hin­fäl­li­ger wur­de, zu besuchen.

Als es zwi­schen­durch ein­mal sehr schlecht um sie stand und wir sie besuch­ten erzähl­te sie mir, sie sei nun auf alles vor­be­rei­tet, denn sie habe die soge­nann­te *letz­te Ölung*, ein katho­li­sche Ritu­al, erhal­ten. Mein Vater frag­te sie, wie­so sie das zuge­las­sen habe, wo sie doch ihr Leben lang kir­chen­fern gelebt habe, wor­auf sie antwortete: 

"Man weiß ja nie - und scha­den kann es bestimmt nicht!"

Das Prin­zip heißt "Rück­ver­si­che­rung" - soll­te man sich geirrt haben und es gibt doch einen Gott kann es ja nicht scha­den, sich ihm noch vor dem Tode zuzuwenden. 

Die­ses Prin­zip fin­det man häu­fig, auch hin­sicht­lich ganz ande­rer Gege­ben­hei­ten. So wäh­len bei­spiels­wei­se vie­le Men­schen einen Ver­ein nicht wegen des Ver­eins­zweckes, son­dern um dazu zu gehö­ren. Oder sie gehen zu Bet­krei­sen, kirch­li­chen Chö­ren, etc. - weil es gemein­hin ja posi­tiv auf­ge­nom­men wird sich da zu inte­grie­ren um 'gute Taten' und 'christ­li­ches Ver­hal­ten' zu zeigen.
Es ist nach mei­ner Auf­fas­sung eine nicht beson­ders ehren­wer­te Hand­lung etwas abzu­leh­nen und sich dann irgend­wie 'abzu­si­chern' - es ist wie Ver­rat am eige­nen Den­ken und Han­deln, min­de­stens aber unehrlich.

Aber wer weiß? Mög­li­cher­wei­se sitzt ja die Frau Groß­mutter auf einer Wol­ke und amü­siert sich könig­lich engels­gleich über mei­ne Ausführungen ....


Wei­te­re Posts zu "Opa erzählt vom Krieg":

Sai­son­wa­re
Bur­ger & Kopfrechnen ....

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bookmark_borderAn Evolution & Religion gleichzeitig "glauben"?
Ein Irrweg.

Bei Herrn nömix wird an den Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gen und Huma­ni­sten Ste­phen Jay Gould (1941−2002) erin­nert. Dazu heißt es dass ".. er in sei­nem umfang­rei­chen, uner­hört klu­gen Werk u. a. dar­leg­te, dass es zwi­schen Chri­sten­tum und Evo­lu­ti­ons­leh­re nicht not­wen­di­ger­wei­se einen Wider­spruch ge­ben müsse .." 

Nun will ich bei­lei­be nicht die Ver­dien­ste des Genann­ten um die Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gie und sei­ne Bei­trä­ge zur Palä­on­to­lo­gie schmä­lern, aber auch gro­ße Den­ker haben sich schon in Detail­fra­gen ver­irrt und sind auf Abwe­ge geraten.

Las­sen Sie mich hier noch­mals dar­stel­len, wie der Zusam­men­hang zwi­schen Bio­lo­gie / Evo­lu­ti­on und Reli­gi­on gese­hen wer­den muß - wenn man ratio­nal, mit natur­wis­sen­schaft­li­cher Vor­ge­hens­wei­se, prüft.

Die The­se von Gould ist schon des­we­gen falsch, weil hier zwei völ­lig ver­schie­de­ne Din­ge in Zusam­men­hang gebracht wer­den, wobei eines (Reli­gi­on) vom Vor­han­den­sein des ande­ren (Gehirn/"Geist") abhän­gig ist. 

Nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung ist die Evo­lu­ti­on des Gei­stes beim Men­schen eine spe­zi­fi­sche Lei­stung die der von ande­ren Säu­ge­tie­ren gleich­ge­setzt wer­den kann. Bei­spiels­wei­se kön­nen Wale sehr lan­ge tau­chen, Flug­hun­de flie­gen und Giraf­fen Blät­ter in der Baum­kro­ne fressen. 

Unse­re Gehirn­lei­stung ist daher nur eine von vie­len Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten - und hier­aus her­zu­lei­ten, eine gedank­li­che Kon­struk­ti­on die ein fikt­ves Wesen postu­liert sei von der Evo­lu­ti­on unab­hän­gig und par­al­lel denk­bar ist schlicht­weg falsch. 

Evo­lu­ti­on läuft weder nach einer Gesetz­mä­ßig­keit (Muster) noch zwangs­läu­fig in eine bestimm­te Rich­tung, sie ist viel­mehr rein zufällig.
Der Gedan­ke "höhe­res Wesen als Schöp­fer" ist von einer bestimm­ten Hirn­lei­stung abhän­gig, ohne sie gäbe es das nicht. 

Wenn also der postu­lier­te Gott die ihm zuge­spro­che­ne All­macht hät­te, müß­te es ihn auch ohne das mensch­li­che Gehirn geben. Dage­gen spre­chen alle natur­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se, und das selbst vor dem Hin­ter­grund, dass es natür­lich immer vom jewei­lig Mög­li­chen in der For­schung abhängt. 

Nir­gend­wo im Uni­ver­sum gibt es einen Gott - nur bei uns, als Fik­ti­on, erdacht vom mensch­li­chen Gehirn.

Soweit ging mei­ne Ant­wort bei Herrn nömix.

Las­sen Sie mich noch ergänzen:

Selbst die (bei Wiki­pe­dia postu­lier­te, m.E. sinn­ent­stel­lend dar­ge­leg­te) Hal­tung Goulds hin­sicht­lich der Evo­lu­ti­on (Zitat: ".. enga­gier­te sich für die Popu­la­ri­sie­rung der Evo­lu­ti­ons­theo­rie und deren Ver­tei­di­gung gegen den in den USA ver­brei­te­ten Krea­tio­nis­mus ..") ändert an der Unver­ein­bar­keit zwi­schen der Akzep­tanz der Evo­lu­ti­ons­leh­re und den The­sen zu Reli­gi­on, Reli­gi­ons­aus­le­gung und dem postu­lier­ten höhe­ren Wesen "Gott" nichts.

Es han­delt sich hier nach mei­ner Auf­fas­sung um ein "Alles-oder-Nichts-Prin­zip". Akzep­tiert man die Evo­lu­ti­on, so schließt das einen - wie auch immer gear­te­ten - Glau­ben(!) aus.

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bookmark_borderAtheismus tut Not;
Kommentierte Übersetzung

Bei *twit­ter* hat­te ich kürz­lich ein Zitat von J. B. Cor­byn (Labour; GB; you­tube-video) in der time­line das aus einem Gedicht von Per­cy Byss­he Shel­ley stammt. Nach­dem ich nun mehr von die­sem außer­ge­wöhn­li­chen Men­schen gele­sen habe muß ich sagen:
Dass ich ihn bis­her nicht kann­te war ein Versäumnis!
Aller­dings ste­he ich da wohl nicht allei­ne auf wei­ter Flur und muß mich schä­men - wie im nach­fol­gen­den Zitat zu lesen ist:

» .. Wel­cher gro­ße Dich­ter der Neu­zeit wäre in Deutsch­land so wenig gekannt wie Shel­ley? Wird sei­ne Welt­flüch­tig­keit, sein exzen­tri­scher Idea­lis­mus auch stets ein Hin­de­rungs­grund sein, daß Shel­ley irgend­wo oder irgend­wann popu­lär wer­de, so ist der Umstand doch betrü­bend, daß er, Eng­lands größ­ter Lyri­ker, der idea­le Dich­ter­phi­lo­soph, der frei­gei­stig­ste und kühn­ste aller Eng­län­der, selbst den hoch­ge­bil­de­ten deut­schen Leser­klas­sen fast ein Frem­der ist. Die Haupt­schuld an die­sem auf­fal­len­den Man­gel an Inter­es­se für den gro­ßen Dich­ter trägt jedoch der Umstand, daß unse­re Lite­ra­tur­for­scher den­sel­ben dem Publi­kum zu wenig ver­mit­telt haben. Shel­ley ist von die­sen in hohem Gra­de ver­nach­läs­sigt wor­den .. «

Für die Zeit der Ent­ste­hung (frü­hes 19. Jahr­hun­dert, 1819) han­delt es sich um ein sehr muti­ges, gewag­tes Gedicht. Schaut man den Lebens­lauf des Dich­ters an, so wird klar, dass er mit "Auto­ri­tä­ten" sei­ne Pro­ble­me hatte. 

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 The Neces­si­ty of Atheism

Weil er sich von sei­nem Werk The Neces­si­ty of Athe­ism [Über die Not­wen­dig­keit des Athe­is­mus; First published in 1811; 1813 re-prin­ted in an expan­ded ver­si­on.] nicht los­sa­gen woll­te wur­de er der Uni­ver­si­tät Oxford verwiesen.

Per­cy Byss­he Shel­ley ertrank kurz vor sei­nem 30 Geburts­tag. Was er an Schrif­ten und Gedich­ten hin­ter­las­sen hat steht in kei­nem Ver­hält­nis zu sei­nem Alter - da gibt es vie­le Kunst­schaf­fen­de und Phi­lo­so­phen die in dop­pelt so vie­len Jah­ren nicht halb soviel geschaf­fen haben .... 

Ein Zitat aus "Vor­sicht Glos­se! Ansich­ten eines Regenwurms": 

» .. Shel­ley defi­nier­te sich selbst mit einer grie­chisch ver­faß­ten Inschrift in einer Hüt­te in den Schwei­zer Alpen: „Ich bin Phil­an­throp, Demo­krat und Athe­ist. Per­cy B. Shelley.“
Kein christ­li­cher Demo­krat also, und damit ist einer in die­sem Lan­de auch heu­te noch erle­digt, und wenn er ein Genie sein soll­te. Erle­dig­ter als erle­digt wäre aber, wer es wag­te, das gehei­lig­te Tabu Demo­kra­tie zum Gegen­stand kri­ti­scher Erwä­gun­gen zu machen.
Das tat Shel­ley, als er schrieb:
„Ich will nicht den gesun­den Men­schen­ver­stand dadurch belei­di­gen, daß ich auf der Leh­re von der natür­li­chen Gleich­heit der Men­schen bestehe.“
Im sel­ben Jah­re, 1813, schrieb er an sei­nen Freund Hogg: „Viel­leicht wirst Du sagen, daß mein Repu­bli­ka­nis­mus stolz ist; er ist gewiß weit ent­fernt von der Bier­knei­pen-Demo­kra­tie und weiß, mit wel­chem Lächeln er die ser­vi­len Bei­falls­kund­ge­bun­gen des wan­kel­mü­ti­gen Pöbels anzu­hö­ren hat.“ .. « 

Wie sie unschwer erken­nen, lie­be Lesen­de, bin ich vom Den­ken & Werk des Per­cy Byss­he Shel­ley sehr ange­tan. Nach­fol­gend befas­se ich mich nun mit sei­nen Aus­sa­gen in "The Neces­si­ty of Athe­ism". Ein­lei­tend erst ein wei­te­res Zitat, dies­mal von Shel­ley, eine Art Grundsatzerklärung:

»God is an hypo­the­sis, and, as such, stands in need of pro­of: the onus pro­ban­di rests on the theist.

[Per­cy Byss­he Shel­ley, 1810] 

Im Fol­gen­den unter­neh­me ich den Ver­such eine (sinn­ge­mä­ße) Über­set­zung zu lie­fern, die stel­len­wei­se eine Ver­ein­fa­chung bzw. Kür­zung des Tex­tes bedingt - ohne deren grund­sätz­li­che Aus­sa­ge zu ver­fäl­schen. Grund­la­ge ist der Text unter die­sem Link → https://en.wikisource.org/wiki/The_Necessity_of_Atheism_(Shelley), den ich inter­es­sier­ten Lesern, die über ver­tief­te Eng­lisch­kennt­nis­se ver­fü­gen, zur Lek­tü­re emp­feh­len möch­te. Dort ist - gegen­über der hier geschrie­be­nen ver­kürz­ten Fas­sung - der kom­plet­te Text zu finden.

Glau­be, so stellt Shel­ley fest, ist eine Über­zeu­gung, deren Stär­ke, wie bei allen Über­zeu­gun­gen, direkt pro­por­tio­nal von dem Grad der Beweis­füh­rung abhängt.
Den ersten Platz neh­men dabei die Sin­ne ein.
Den zwei­ten Platz neh­men selbst gewon­ne­ne Erfah­run­gen ein.
Den drit­ten Platz neh­men die mit­ge­teil­ten Erfah­run­gen Drit­ter ein, die in die eige­ne Erfah­rung ein­ge­gan­gen sind.

Es kann kei­ne Beweis­füh­rung akzep­tiert wer­den die der Ver­nunft ent­ge­gen steht; Ver­nunft wie­der­um basiert auf der sinn­li­chen Wahr­neh­mung. Jeder Ver­such einer Beweis­füh­rung für die Exi­stenz Got­tes kann und muß daher einer die­ser drei Beweissäu­len zuge­ord­net werden:

Jene, die behaup­ten mit ihren Sin­nen Gott wahr­ge­nom­men zu haben, sind die wahr­haft "Über­zeug­ten" - aller­dings gibt es kei­ne für Jeder­mann sicht­ba­re Erschei­nung die jemals beschrie­ben wor­den wäre. Der Gott den Theo­lo­gen beschrei­ben war und bleibt "unsicht­bar".

Es wird zwei­tens behaup­tet, Alles was ist sei undenk­bar ohne einen Schöp­fungs­pro­zeß oder eine Exi­stenz seit aller Ewig­keit. Auch das, was seit aller Ewig­keit exi­stiert müs­se einen Grund gehabt haben um exi­stent zu werden.
Sofern dies auf das Uni­ver­sum ange­wandt wer­den soll muß ein Schöp­fungs­pro­zeß bewie­sen wer­den. Die­ser Ent­wurfs­vor­gang muß bewie­sen wer­den bevor ein "Ent­wer­fer" ange­nom­men wer­den kann.
Aus unse­rer eige­nen Exi­stenz kön­nen wir eine irgend­wie gear­te­te Ursa­che für deren Ent­ste­hung anneh­men. Die­se schöp­fe­ri­sche Kraft ist nicht erklär­bar oder zu repro­du­zie­ren. Dar­aus aller­dings her­zu­lei­ten es sei eine höhe­re, all­wis­sen­de und unbe­greif­li­che Macht am Wer­ke führt nicht wei­ter, im Gegen­teil, es führt zu einer noch unwahr­schein­li­che­ren, unver­ständ­li­chen Begründung.

Drit­tens gibt es "Zeug­nis­se". Deren Wahr­haf­tig­keit kön­nen wir aber nur glau­ben, wenn die Annah­me zutref­fend ist, dass die­se Zeu­gen frei­wil­lig und ohne Zwang (durch Andro­hung ewi­gen Lei­des oder Beloh­nung) die­se Erschei­nun­gen erlebt haben. Soll­ten dar­an Zwei­fel sein, so sind der­ar­ti­ge Zeug­nis­se zu ver­wer­fen. Nur die­je­ni­gen Per­so­nen die mei­nen das erlebt zu haben kön­nen es glau­ben - für Ande­re ist es kein Beweis und daher wertlos.

Nach Begut­ach­tung die­ser drei Säu­len ergibt sich der Schluß, dass es für die Exi­stenz eines krea­ti­ven Got­tes kei­ner­lei Bewei­se gibt. Wer also glaubt erliegt einem Trug­schluß des eige­nen Gei­stes. Wenn jemand dem­ge­gen­über nicht glaubt, so ist das kei­ne bestra­fens­wer­te Tat. Hin­ge­gen schei­nen die­je­ni­gen, die glau­ben, gezwun­gen zu sein ihre Fehl­ein­schät­zung zu revi­die­ren. Jeder den­ken­de Geist muß daher aner­ken­nen: Es gibt kei­ner­lei Bewei­se für die Exi­stenz eines Gottes.

[Wei­ter führt Shel­ley aus wel­che Gedan­ken­gän­ge sich anschlie­ßen kön­nen - und stellt schließ­lich fest, dass sie alle­samt um den zen­tra­len Punkt der Gren­zen unse­res (der­zei­ti­gen) Wis­sens krei­sen. Näh­me man einen Gott an, so sei­en die Fähig­keit zu Ver­stan­des­lei­stung, Phi­lo­so­phie, Rechts­emp­fin­den, und Allem was den Men­schen dazu bringt nach Tugend zu stre­ben, hinfällig.]

Wenn wir unse­re Vor­stel­lun­gen von der Gott­heit erklä­ren wol­len, müs­sen wir zuge­ben, daß der Mensch durch das Postu­lat "Gott" nie­mals die Ursa­che des­sen, was er sah, erklä­ren konn­te; er hat die­se Erklä­rung nur dann gebraucht, wenn ein Ein­fluß der natür­li­chen und bekann­ten Ursa­chen nicht mehr erkenn­bar war. Sobald Men­schen am Ende ihres Wis­sens waren, oder wenn ihr Ver­stand den Ereig­nis­sen nicht mehr fol­gen konn­te, kürz­ten sie die Schwie­rig­keit ab und been­de­ten For­schun­gen, indem Gott als letz­te Ursa­che bezeich­net wur­de. Das heißt, was jen­seits aller Ursa­chen war, war dann "Got­tes Werk". So wie­sen Men­schen aber, wenn sie wegen Faul­heit (zu Den­ken) oder wenn sie an Gren­zen ihres Wis­sens stie­ßen, einer unbe­kann­ten Ursa­che eine vage Bezeich­nung zu. Jedes Mal, wenn wir sagen, dass Gott der Urhe­ber eines Phä­no­mens ist, bedeu­tet das, dass wir nicht wis­sen, wie ein sol­ches Phä­no­men mit Hil­fe von Kräf­ten oder Ursa­chen funk­tio­nie­ren konn­te, die wir in der Natur kennen.

Wenn also Unfä­hig­keit natür­li­che Phä­no­me­ne zu erklä­ren zur Schaf­fung von Gott (Göt­tern) geführt hat, kann Erkennt­nis (Erklä­rung die­ser Tat­sa­chen) umge­kehrt zu ihrer Abschaf­fung beitragen.

Mit die­ser Aus­sa­ge möch­te ich hier abschlie­ßen. Die wei­te­ren Aus­füh­run­gen bei Shel­ley befas­sen sich mit Über­lie­fe­rung, der Rol­le von Insti­tu­tio­nen, der Abwä­gung des Auf­wan­des für Reli­gi­on einer­seits und Erkennt­nis der natur­wis­sen­schaft­li­chen Zusam­men­hän­ge andererseits.

Schließ­lich stellt Shel­ley die Frage:


".. If God wis­hes to be known, che­ris­hed, than­ked, why does he not show hims­elf under his favorable fea­tures to all the­se intel­li­gent beings by whom he wis­hes to be loved and adored? .."

[Wenn Gott gekannt, geschätzt und bedankt wer­den will, war­um zeigt er sich nicht mit all sei­nen Vor­zü­gen den intel­li­gen­ten Wesen gegen­über, von denen er geliebt und ver­ehrt wer­den möchte?]

Das ist eine Fra­ge die mir gefällt. Ich glau­be(!) aller­dings nicht, dass sie mir noch vor mei­nem Able­ben beant­wor­tet wer­den wird.

________________________________________________________ 



Das Zitat aus die­sem Gedicht war der letz­te Absatz:
 

"Stand ye calm and resolute,
Like a forest clo­se and mute,
With fold­ed arms and looks which are
Wea­pons of unvan­quis­hed war.

And if then the tyrants dare,
Let them ride among you there;
Slash, and stab, and maim and hew;
What they like, that let them do.

With fold­ed arms and ste­ady eyes,
And litt­le fear, and less surprise,
Look upon them as they slay,
Till their rage has died away:

Then they will return with shame,
To the place from which they came,
And the blood thus shed will speak
In hot blus­hes on their cheek:

Rise, like lions after slumber
In unvan­quis­ha­ble number!
Shake your chains to earth like dew
Which in sleep had fal­len on you:
Ye are many — they are few!
"

Über­set­zung des letz­ten Absatzes
„Erhebt euch wie Löwen nach dem Schlummer
In unüber­wind­li­cher Zahl –
Schüt­telt eure Ket­ten ab wie Tau,
Der im Schlaf auf euch gefal­len ist –
Ihr seid vie­le – sie sind wenige.“

________________________________________________________ 



(* 04. August 1792 in Field Place, Sus­sex; 08. Juli 1822 im Meer bei Viar­eggio in der ita­lie­ni­schen Pro­vinz Tos­ka­na; bri­ti­scher Schrift­stel­ler der eng­li­schen Roman­tik, Ver­fech­ter des Atheismus)

 

bookmark_borderVom "Wissen" und von "Unwissenheit"
*update* [23.08.2018; 14:00h]

Über­set­zung:
Wis­sen­schaf­ten (Natur­wis­sen­schaf­ten) wis­sen nicht Alles
Reli­gio­nen wis­sen nichts.


Übersetzung:
Fort­schritt wird durch Zwei­fel und For­schung erreicht.
Kir­chen ken­nen weder Zwei­fel noch Forschung.
Zu zwei­feln ist Läste­rung, zu unter­su­chen heißt sich nicht sicher sein -
- Kir­che dul­det Bei­des nicht.

Die­se zwei Zita­te fas­sen sehr knapp und doch erhel­lend das zusam­men, was auf die­ser Welt Not tut:
Wir brau­chen nicht mehr "Kir­che", wir brau­chen mehr "Wis­sen­schaft" um die Pro­ble­me lösen zu kön­nen. Vom Beten und Hof­fen hat sich noch nie etwas geän­dert - wer das Gegen­teil behaup­tet hat noch nichts von Zufalls(-be-)rechnung und Wahr­schein­lich­kei­ten gehört.

Was mich in den letz­ten Wochen häu­fi­ger geär­gert hat ist der Ver­such der Kir­chen die Geschich­te zu ihren Gun­sten zu verfälschen
[sie­he hier­zu auch das Zitat ganz unten auf die­ser Seite]:
Da wird allen Ern­stes behaup­tet, man sei seit Jahr­hun­der­ten (!) bemüht gewe­sen die Wis­sen­schaf­ten zu för­dern - ja, wenn sie dem ent­spra­chen, was das kirch­li­che Welt­bild ausmacht(-e).
Wider­sprach etwas der Aus­le­gung durch die Kir­chen, so muß­ten die Wis­sen­schaft­ler damit rech­nen auf dem Schei­ter­hau­fen zu landen.

Wie die Ver­fol­gung heu­te in ver­schie­den­sten Reli­gio­nen aus­sieht kann man aktu­ell in Län­dern wie Paki­stan, Sau­di Ara­bi­en, Myan­mar und Indi­en stu­die­ren - Län­der, in denen es schon lebens­ge­fähr­lich ist an der Authen­ti­zi­tät mehr­tau­send­jäh­ri­ger Schrif­ten Zwei­fel zu hegen. Von denen es viel­fäl­ti­ge Varia­tio­nen gibt, was allei­ne schon gegen die abso­lu­te Rich­tig­keit eines ein­zel­nen Exem­pla­res spricht.

Die Zei­chen ste­hen auf Ver­än­de­rung in Rich­tung auf 'ratio­na­les Den­ken & Han­deln'. Welt­weit. Bedau­er­lich nur, dass es man­cher­orts noch vie­le Jahr­zehn­te dau­ern wird bis die Ver­nunft einkehrt.

Bedau­er­lich auch, dass die katho­li­sche Kir­che welt­weit ver­sucht den jahr­zehn­te­lan­gen Miß­brauch durch Prie­ster so weit es nur geht zu ver­tu­schen und die Unter­su­chun­gen zu behin­dern. Was in Penn­syl­va­nia, U.S.A. nun an Auf­klä­rung sei­nen Anfang genom­men hat - und bestimmt wie­der nur die Spit­ze des Eis­ber­ges dar­stellt - wird wie eine Tsu­na­mi­wel­le über die Welt lau­fen und die­se Glau­bens­rich­tung bis in die Grund­fe­sten erschüt­tern. Die Zei­ten in denen unlieb­sa­me Auf­klä­rer mund­tot gemacht wer­den konn­ten sind - glück­li­cher­wei­se - vorbei.

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*update* [23.08.2018; 14:00h]

bookmark_borderScheinheilige Scheinheiligkeit ...!

Schon seit län­ge­re Zeit treibt mich das The­ma "Schein­hei­lig­keit" um .... ich ver­ste­he darunter:

Unter dem Deck­man­tel der RELIGION wer­den eige­ne Inter­es­sen einer Per­son ver­folgt, die (vor­geb­lich) aber dem GLAUBEN die­nen sollen ....

Es gibt vie­le Bei­spie­le, von denen ich aber nur ein paar her­aus­he­ben will - 'zuviel' oder 'mehr' ist eher lang­wei­lig, weil ja das zugrun­de­lie­gen­de Muster immer gleich ist.

Da sind zunächst die from­men Spen­den­samm­ler.
Sie tun etwas für sozi­al Schwa­che, Gebeu­tel­te in der 'Drit­ten Welt', Hun­gers­not und Krank­heit in Kri­sen- und Kriegs­ge­bie­ten - sicher eine ehren­haf­te Tätigkeit.
Aber:
Es wird immer viel 'Öffent­lich­keit' her­ge­stellt - ver­meint­lich um der guten Sache wei­te­ren Zulauf zu sichern. Es ist das Ver­hal­ten nach dem Motto:
" .. Ich dan­ke Dir, o HERR, dass ich nicht bin wie jener Pha­ri­sä­er dort! .. " - eine selbst­ge­fäl­li­ge, selbst­ge­rech­te Sicht, die die­se 'Gut­men­schen' gera­de des­we­gen auf eine Stu­fe mit dem Pha­ri­sä­er stellt ...! Es kommt noch dazu, dass sol­che Tätig­keit nicht nur ehren­amt­lich aus­ge­führt wird - macht man es 'haupt­amt­lich', so kann man mit einem christ­lich-from­men Gesichts­aus­druck ein lebens­lang ein­träg­li­ches 'Aus­kom­men' haben ....

Wei­ter gibt es die from­men Musi­kan­ten.
Sie sin­gen mit Inbrunst, zup­fen die Gitar­re, bla­sen die Flö­te oder klim­pern am Kla­vier - natür­lich im Namen Got­tes und zur Erbau­ung der Gemeinde ....
Die­se Sor­te Reli­gi­ons-Benut­zer hal­te ich noch für schlim­mer als die erste Kategorie:
Sie nut­zen die from­men Lie­der und zuge­hö­ri­ge Lie­der­aben­de um näher an die Objek­te ihrer (stil­len?) Begier­de her­an­zu­kom­men - beim Musi­zie­ren wird die Indi­vi­du­al­di­stanz zu Zei­ten ohne Sank­tio­nen unter­schrit­ten .... das sind die tät­scheln­den Wöl­fe im Schafs­pelz, die mit einem gekün­stel­ten "Pri­ma!" und "Toll!" näher her­an­rücken um wenig christ­li­chen Begier­den ihren Lauf zu lassen ....

Schließ­lich die Kate­go­rie der from­men Küm­me­rer - das sind die Beglei­ter von Jugend­frei­zei­ten, Pfad­fin­der­la­gern, Kir­chen­ta­gen - die "Berufs­ju­gend­li­chen" jen­seits der Mit­te Drei­ssig .... deren "Begehr" ist auch nicht beson­ders christlich:
Sie reflek­tie­ren auf Mög­lich­kei­ten sich kosten­los / auf Kosten Ande­rer die Welt anzu­se­hen, von den mit­ge­nom­me­nen Vor­rä­ten etwas für den eige­nen Haus­halt 'abzu­zwacken'. Oder, die ver­ab­scheu­ungs­wür­dig­ste Kate­go­rie, sich Kin­dern unauf­fäl­lig nähern zu können ...!

Betrach­tet man die­se "Fäl­le" mit der rosig-christ­li­chen Bril­le der "Näch­sten­lie­be" so sind sie alle­samt gute Chri­sten und 'ste­hen in der Gemein­schaft' .... ich sage hingegen:

Die Mas­se der der­art Enga­gier­ten sind gut getarn­te Nutz­nie­ßer des Reli­gi­ons­deck­män­tel­chens, unter dem sich treff­lich die 'GLÄUBIGKEIT' zu eige­nen Zwecken nut­zen läßt ....

Die Vor­be­ter, Prie­ster, Pfar­rer, Yogis und Gurus machen es doch vor:
Ein Leben ohne viel Anstren­gung auf Basis der guten Gaben ( = Kir­chen­steu­ern) der Scha­fe - wun­dert es uns da, wenn Ande­re dies "Erfolgs­mo­dell" für ihre Zwecke modifizieren? 


Bear­bei­te­te Fas­sung; Erst­ver­öf­fent­li­chung: 30. Jul 2009 um 15:28h

bookmark_borderMillionenbeträge verschwendet ....
*update* [06.09.2018; 23:00h]

Schier uner­sätt­lich sind die Kir­chen hier­zu­lan­de wenn es dar­um geht staat­li­che Mit­tel 'abzu­ru­fen', d.h. dar­um zu bet­teln. Natür­lich nicht offen, das wäre zu plump. Es wird umschrie­ben: Kir­chen­ta­ge für den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt, Chan­ce für die Begenung mit kir­chen­fer­nen Mit­bür­gern. Oder wirt­schaft­lich: Vie­le Besu­cher las­sen viel Geld in den loka­len Geschäf­ten - so pro­fi­tie­ren letzt­lich auch die öffent­li­chen Kas­sen und ein Teil der Aus­ga­ben kom­men wie­der als Ein­nah­men zurück. 

Neben den sowie­so unrecht­mä­ßi­gen Zah­lun­gen, die vor mehr als ein­hun­dert Jah­ren schon hät­ten ein­ge­stellt wer­den müs­sen flie­ßen auf meh­re­ren Ebe­nen Gel­der an die Kir­chen. Dabei ist die Kir­chen­steu­er noch nicht ein­mal ein­be­zo­gen, von der immer behaup­tet wird man zah­le ja von Kir­chen­sei­te für deren Ein­zug. Was stets ver­ges­sen wird ist aller­dings dazu mit­zu­tei­len, dass die son­sti­gen Zah­lun­gen die­se gerin­gen Gebüh­ren mehr als kompensieren.

Katho­li­sche und evan­ge­li­sche Kir­chen­ta­ge wer­den als Segen für die jewei­li­gen Städ­te geprie­sen. Dabei stellt es sich Jahr für Jahr her­aus, dass weder die geschätz­ten Besu­cher­zah­len noch die ver­spro­che­nen Ein­künf­te für die loka­len Geschäf­te auch nur annä­hernd erreicht wer­den. Letz­te Bei­spie­le sind Leipzig/Wittenberg und Mün­ster.

Die Ver­quickung zwi­schen nicht-staat­li­chen, staat­li­chen und reli­giö­sen Amts­trä­gern ist nicht immer so offen­bar wie beim näch­sten Kir­chen­tag in Dort­mund, des­sen Prä­si­dent ein bekann­ter Jour­na­list ist.

Ein beson­de­rer Skan­dal ist es, wenn Demon­stra­tio­nen von säku­la­ren Orga­ni­sa­tio­nen anläß­lich die­ser reli­giö­sen Groß­ereig­nis­se mit faden­schei­ni­gen Begrün­dun­gen ent­we­der ver­bo­ten oder min­de­stens so ein­ge­schränkt wer­den, dass der Demon­stra­ti­ons­zweck nicht erfüllt wer­den kann.

Es bleibt daher festzustellen:
Alle Schät­zun­gen lie­gen stets weit über den erreich­ten Ergeb­nis­sen, die Zahl der Besu­cher erreich­te in der Ver­gan­gen­heit nie die vor­aus­ge­sag­te Höhe wes­we­gen natür­lich auch die Ein­nah­men viel gerin­ger waren - und schon wie­der wer­den für die näch­sten Ver­an­stal­tun­gen viel zu hoch geschätz­te Zah­len gehandelt.

Wei­ter­hin wird es auf abseh­ba­re Zeit kei­ne Ein­stel­lung der staat­li­chen Zah­lun­gen geben. Eine Vor­la­ge im Par­la­ment hat es noch nicht ein­mal bis zu einer Anhö­rung geschafft - soviel zur "Tren­nung von Kir­che und Staat" ....

Wei­te­re Quellen:
11. Gebot: Du sollst dei­nen Kir­chen­tag selbst bezahlen
Tag des Herrn
Kir­chen­tag­pla­nun­gen
Finan­zen Dort­mund 2019 - ein Bei­spiel dafür, wie maß­los bei den Zah­len über­trie­ben wird 

*update* (06.09.2018)
Schon wie­der wird Geld für einen Kir­chen­tag her­aus­ge­wor­fen - oder zumin­dest wird es angeboten ....