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bookmark_borderÜber den Mangel an 'kritischem Denken'

» Jemand, der nach­weis­lich fal­sche Vor­stel­lun­gen ver­tritt,
kann leicht in ande­re fal­sche Über­zeu­gun­gen abglei­ten.
«

Die­sen Satz habe ich vor eini­ger Zeit gele­sen und ihn mir auf­ge­schrie­ben, weil er mit mei­ner Erfah­rung aus vie­len Beob­ach­tun­gen über­ein­stimmt. Wir haben ja nicht nur unse­re Vor­ur­tei­le, son­dern auch unse­re Denk­mu­ster mit denen wir unse­re Umge­bung ein­schät­zen, Pro­ble­me ange­hen und lösen, vor­ge­faß­te Muster bestä­ti­gen oder verwerfen.

Die­se Denk­mu­ster stam­men aus Erzie­hung und Erfah­rung - und was ein­mal gut geklappt hat, uns Vor­tei­le ver­schaff­te oder von Vie­len in unse­rer Umge­bung genau so ein­ge­schätzt wur­de, das ver­su­chen wir zu bewah­ren um den *Erfolg* zu wiederholen. 

Anders aus­ge­drückt:

Wir füh­len uns bes­ser wenn wir mit einer Vor­ge­hens­wei­se Erfolg statt Miß­er­folg haben und mei­den des­we­gen neue Denk­an­sät­ze und neu­es Ver­hal­ten. Etwas - ab von *ein­ge­tre­te­nen Pfa­den* - zu wagen ist mit sehr viel Unsi­cher­heit ver­bun­den und der Erfolg ist unge­wiß. Unge­wiß­heit macht Streß. Streß zu ver­mei­den ist eine völ­lig nor­ma­le Verhaltensweise.

Ich will zwei kon­kre­te Bei­spie­le für die wei­te­re Erör­te­rung anfüh­ren. Das erste Bei­spiel ist es ist ein Kom­men­tar zu einer Aus­sa­ge, die in einem you­tube-Video gemacht wurde:


Der Kom­men­ta­tor weist - zu Recht, wie ich mei­ne - dar­auf hin, dass die Staats­an­ge­hö­rig­keit kei­ne per­sön­li­che Lei­stung ist und man des­we­gen dar­auf nicht *stolz* sein kann.
Der Wert die­ser Aus­sa­ge wird nicht dadurch geschmä­lert, dass er dann noch ein paar zusätz­li­che Anmer­kun­gen zu Ame­ri­ka­nern ganz all­ge­mein macht, die sein eige­nes Vor­ur­teil in die­ser Hin­sicht dar­stel­len. Allein, mit sei­ner Ein­schät­zung des der­zei­ti­gen Prä­si­den­ten scheint er aber im 'mai­stream' zu liegen.

Stolz kann man auf eine eige­ne Lei­stung sein, etwa eine, die dem Gemein­we­sen ins­ge­samt nützt - und dann steckt dar­in die Aner­ken­nung für die­sen Staat, der Ver­hält­nis­se geschaf­fen hat in denen sol­che Ergeb­nis­se mög­lich sind.

Das zwei­te Bei­spiel zeigt einen Fall auf, in dem vie­le Betei­lig­te zu Unrecht *stolz* auf ihre Lei­stung sind:


Da geht es um die angeb­li­che "Grie­chen­land­ret­tung" die in Wahr­heit ein Ret­tung von meh­re­ren deut­schen und fran­zö­si­schen Groß­ban­ken war. Das Ergeb­nis der Inter­ven­ti­on, die kei­ne Ret­tung war, son­dern der tau­meln­den grie­chi­schen Öko­no­mie den Todes­stoß ver­setzt hat, kann mit dem Abstand den wir heu­te haben beur­teilt werden:

Das gro­be Ver­sa­gen der bei­den Haupt­ak­teu­re Wolf­gang Schäub­le und Jero­en René Vic­tor Anton Dijs­sel­b­lo­em ent­larvt sie als Dilet­tan­ten, die ent­ge­gen aller War­nun­gen der Fach­wis­sen­schaft­ler glaub­ten es bes­ser zu wis­sen .... der eine wohl aus Alters­starr­sinn, der ande­re aus purem Neid auf die Popu­la­ri­tät von Y. Varou­fa­kis, dem grie­chi­schen Finanz­mi­ni­ster & Wis­sen­schaft­ler, dem geschol­te­nen und ver­höhn­ten Wider­sa­cher, der letzt­end­lich Recht behal­ten hat, und des­sen Sta­tur und Cha­ris­ma er nie wird errei­chen können.

In bei­den Bei­spie­len sehen wir grund­sätz­li­che Ver­hal­tens­mu­ster. Ein­mal der Stolz auf eine fik­ti­ve Grö­ße die nicht selbst erar­bei­tet wur­de, im ande­ren Fall der Dün­kel es qua Amt bes­ser zu wis­sen als einer der es stu­diert hat. Bei­de Male ein­stu­dier­te Ver­hal­tens­mu­ster die zu kata­stro­pha­len Ergeb­nis­sen füh­ren, natür­lich gra­du­ell unter­schied­lich in ihrer Auswirkung.

Erfah­ren wir über der­glei­chen Ver­sa­gen von ein­ge­fah­re­nen Denk- und Ver­hal­tens­mu­stern in der Poli­tik und Wirt­schaft unse­res Lan­des in den Medien?
Nein ....
.... und da fan­ge ich an zu grü­beln war­um das wohl so ist.

bookmark_borderAus der Serie "Opa erzählt vom Krieg":
Das "Rückversicherungs-Prinzip"

Mei­ne Groß­mutter (väter­li­cher­seits) war zeit­le­bens nicht beson­ders reli­gi­ös. Etwa ein Jahr­zehnt vor dem Aus­gang des 19. Jahr­hun­derts gebo­ren, war es aller­dings für eine Dame der höhe­ren Gesell­schaft nicht *schick­lich* sich als ungläu­big zu 'outen'. Man blieb nach außen hin der Tauf­kon­fes­si­on treu, was man dach­te ging nie­man­den etwas an. Sie erzähl­te mir ein­mal, dass es auf dem abge­le­ge­nen Gut wenig Abwechs­lung gab und daher der Kirch­gang für sie eine will­kom­me­ne 'Zer­streu­ung' dar­stell­te. Zumal gera­de Frau­en (und ins­be­son­de­re jun­ge Damen) sich sel­ten aus ihrer gewohn­ten Umge­bung her­aus beweg­ten, es sei denn, es muß­ten drin­gen­de Din­ge wie ein Arzt­be­such oder Klei­der­kauf in der nächst­ge­le­ge­nen Groß­stadt erle­digt wer­den. Das war wegen des damit ver­bun­de­nen Umstan­des eine wirk­li­che Seltenheit.

Da hat­ten wir nun eine jun­ge Frau die der Kir­che eher fern stand, das aber nicht nach außen zei­gen, geschwei­ge denn dis­ku­tie­ren konn­te. Ihr Glück war einen Mann zu fin­den, der selbst mit Kir­che wenig im Sinn hat­te. Trotz­dem hei­ra­te­ten die Bei­den kirch­lich (pro­te­stan­tisch) - es wäre anders gesell­schaft­li­cher Unter­gang gewesen.
Das jun­ge Paar zog als­bald nach Ham­burg. So befrei­te es sich von gesell­schaft­li­chen Zwän­gen und konn­te die Vor­tei­le der eher anony­men Lebens­wei­se in der Groß­stadt für sich nut­zen. Der frü­he Tod des Man­nes, mei­nes Groß­va­ters, im I. Welt­krieg über­schat­te­te das wei­te­re Leben der jun­gen Mut­ter - sie hat­te erst zwei Jah­re zuvor einen Kna­ben gebo­ren, mei­nen Vater. Allein­ste­hend und fast mit­tel­los, mit Kind, als 'höhe­re Toch­ter' nicht in einem Brot­be­ruf aus­ge­bil­det, zu einer Zeit, in der es bei­lei­be nicht als 'nor­mal' galt auf die­ser Basis sein Leben zu führen.

Das war - nach ihrer eige­nen Aus­sa­ge - der Zeit­punkt in dem sie sich voll­ends von der Kir­che löste und fort­an beim Amte als *kon­fes­si­ons­los* ein­ge­tra­gen war.

Nach die­ser etwas län­ge­ren Vor­ge­schich­te geht es nun um das, was der Titel anspricht: Rückversicherung!

Die Frau Groß­mutter hat­te das Pech in höhe­rem Alter an Par­kin­son zu erkran­ken, was in der dama­li­gen Zeit, den fünf­zi­ger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts, noch schlecht behan­del­bar war - es gab nur ein ein­zi­ges Medi­ka­ment, Arta­ne, das zur Ver­fü­gung stand. Dane­ben wur­de mit Ada­man­t­an [genau­er: Aman­t­a­din] expe­ri­men­tiert, heu­te ist es als Viro­sta­ti­kum und in einer Mol­kül­ab­wand­lung als Mit­tel gegen Demenz in Gebrauch. Die Pro­gno­se war daher nicht beson­ders rosig, weil sich selbst unter Medi­ka­ti­on das Voll­bild der Krank­heit in etwa zehn Jah­ren ent­wickel­te. Damals, heu­te kann dies wesent­lich ver­zö­gert werden.

Wegen der fort­schrei­ten­den Sym­pto­ma­tik muß­te mei­ne Groß­mutter dann schließ­lich in ein Pfle­ge­heim ein­zie­hen, weil nur dort eine "Rund-um-die-Uhr"-Betreuung mög­lich war. Es war ein katho­li­sches Pfle­ge­heim, spe­zia­li­siert auf die Erkran­kung und zudem noch in der Nähe zu unse­rem Wohn­ort, sodass mei­ne Eltern ab und an dort hin fah­ren konn­ten. Als älte­stes Kind - mei­ne Schwe­stern sind 8 und 10 Jah­re jün­ger - durf­te ich mehr­mals mit­fah­ren um die Groß­mutter, die immer hin­fäl­li­ger wur­de, zu besuchen.

Als es zwi­schen­durch ein­mal sehr schlecht um sie stand und wir sie besuch­ten erzähl­te sie mir, sie sei nun auf alles vor­be­rei­tet, denn sie habe die soge­nann­te *letz­te Ölung*, ein katho­li­sche Ritu­al, erhal­ten. Mein Vater frag­te sie, wie­so sie das zuge­las­sen habe, wo sie doch ihr Leben lang kir­chen­fern gelebt habe, wor­auf sie antwortete: 

"Man weiß ja nie - und scha­den kann es bestimmt nicht!"

Das Prin­zip heißt "Rück­ver­si­che­rung" - soll­te man sich geirrt haben und es gibt doch einen Gott kann es ja nicht scha­den, sich ihm noch vor dem Tode zuzuwenden. 

Die­ses Prin­zip fin­det man häu­fig, auch hin­sicht­lich ganz ande­rer Gege­ben­hei­ten. So wäh­len bei­spiels­wei­se vie­le Men­schen einen Ver­ein nicht wegen des Ver­eins­zweckes, son­dern um dazu zu gehö­ren. Oder sie gehen zu Bet­krei­sen, kirch­li­chen Chö­ren, etc. - weil es gemein­hin ja posi­tiv auf­ge­nom­men wird sich da zu inte­grie­ren um 'gute Taten' und 'christ­li­ches Ver­hal­ten' zu zeigen.
Es ist nach mei­ner Auf­fas­sung eine nicht beson­ders ehren­wer­te Hand­lung etwas abzu­leh­nen und sich dann irgend­wie 'abzu­si­chern' - es ist wie Ver­rat am eige­nen Den­ken und Han­deln, min­de­stens aber unehrlich.

Aber wer weiß? Mög­li­cher­wei­se sitzt ja die Frau Groß­mutter auf einer Wol­ke und amü­siert sich könig­lich engels­gleich über mei­ne Ausführungen ....


Wei­te­re Posts zu "Opa erzählt vom Krieg":

Sai­son­wa­re
Bur­ger & Kopfrechnen ....

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bookmark_borderAn Evolution & Religion gleichzeitig "glauben"?
Ein Irrweg.

Bei Herrn nömix wird an den Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gen und Huma­ni­sten Ste­phen Jay Gould (1941−2002) erin­nert. Dazu heißt es dass ".. er in sei­nem umfang­rei­chen, uner­hört klu­gen Werk u. a. dar­leg­te, dass es zwi­schen Chri­sten­tum und Evo­lu­ti­ons­leh­re nicht not­wen­di­ger­wei­se einen Wider­spruch ge­ben müsse .." 

Nun will ich bei­lei­be nicht die Ver­dien­ste des Genann­ten um die Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gie und sei­ne Bei­trä­ge zur Palä­on­to­lo­gie schmä­lern, aber auch gro­ße Den­ker haben sich schon in Detail­fra­gen ver­irrt und sind auf Abwe­ge geraten.

Las­sen Sie mich hier noch­mals dar­stel­len, wie der Zusam­men­hang zwi­schen Bio­lo­gie / Evo­lu­ti­on und Reli­gi­on gese­hen wer­den muß - wenn man ratio­nal, mit natur­wis­sen­schaft­li­cher Vor­ge­hens­wei­se, prüft.

Die The­se von Gould ist schon des­we­gen falsch, weil hier zwei völ­lig ver­schie­de­ne Din­ge in Zusam­men­hang gebracht wer­den, wobei eines (Reli­gi­on) vom Vor­han­den­sein des ande­ren (Gehirn/"Geist") abhän­gig ist. 

Nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung ist die Evo­lu­ti­on des Gei­stes beim Men­schen eine spe­zi­fi­sche Lei­stung die der von ande­ren Säu­ge­tie­ren gleich­ge­setzt wer­den kann. Bei­spiels­wei­se kön­nen Wale sehr lan­ge tau­chen, Flug­hun­de flie­gen und Giraf­fen Blät­ter in der Baum­kro­ne fressen. 

Unse­re Gehirn­lei­stung ist daher nur eine von vie­len Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten - und hier­aus her­zu­lei­ten, eine gedank­li­che Kon­struk­ti­on die ein fikt­ves Wesen postu­liert sei von der Evo­lu­ti­on unab­hän­gig und par­al­lel denk­bar ist schlicht­weg falsch. 

Evo­lu­ti­on läuft weder nach einer Gesetz­mä­ßig­keit (Muster) noch zwangs­läu­fig in eine bestimm­te Rich­tung, sie ist viel­mehr rein zufällig.
Der Gedan­ke "höhe­res Wesen als Schöp­fer" ist von einer bestimm­ten Hirn­lei­stung abhän­gig, ohne sie gäbe es das nicht. 

Wenn also der postu­lier­te Gott die ihm zuge­spro­che­ne All­macht hät­te, müß­te es ihn auch ohne das mensch­li­che Gehirn geben. Dage­gen spre­chen alle natur­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se, und das selbst vor dem Hin­ter­grund, dass es natür­lich immer vom jewei­lig Mög­li­chen in der For­schung abhängt. 

Nir­gend­wo im Uni­ver­sum gibt es einen Gott - nur bei uns, als Fik­ti­on, erdacht vom mensch­li­chen Gehirn.

Soweit ging mei­ne Ant­wort bei Herrn nömix.

Las­sen Sie mich noch ergänzen:

Selbst die (bei Wiki­pe­dia postu­lier­te, m.E. sinn­ent­stel­lend dar­ge­leg­te) Hal­tung Goulds hin­sicht­lich der Evo­lu­ti­on (Zitat: ".. enga­gier­te sich für die Popu­la­ri­sie­rung der Evo­lu­ti­ons­theo­rie und deren Ver­tei­di­gung gegen den in den USA ver­brei­te­ten Krea­tio­nis­mus ..") ändert an der Unver­ein­bar­keit zwi­schen der Akzep­tanz der Evo­lu­ti­ons­leh­re und den The­sen zu Reli­gi­on, Reli­gi­ons­aus­le­gung und dem postu­lier­ten höhe­ren Wesen "Gott" nichts.

Es han­delt sich hier nach mei­ner Auf­fas­sung um ein "Alles-oder-Nichts-Prin­zip". Akzep­tiert man die Evo­lu­ti­on, so schließt das einen - wie auch immer gear­te­ten - Glau­ben(!) aus.

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bookmark_borderKurz & klar ....

Auf dem T-Shirt steht:
TRUMP
- rede­fi­ning stupid
one tweet at a time

und wenn man es (sin­nerhal­tend) über­set­zen woll­te hie­ße es:
TRUMP
die Neu­de­fi­ni­ti­on von dumm
ein tweet nach dem anderen

Wie unschwer zu erken­nen ist han­delt es sich um eine recht holp­ri­ge Aus­sa­ge wenn man die deut­sche Ver­si­on liest. Die eng­li­sche Ver­si­on klingt wesent­lich ele­gan­ter und kommt mit weni­ger Wor­ten aus. Das mag auch ein Grund dafür sein, dass es rund um die Welt als erste Fremd­spra­che an erster Stel­le steht. Außer viel­leicht bei den Fran­zo­sen - die ler­nen lie­ber Spa­nisch oder, wenn es gar nicht anders geht, Deutsch.

*PS*
Spa­nisch klingt es auch bes­ser als Deutsch:
TRUMP
- rede­fi­ni­en­do estúpido
uno tweet tras otro

bookmark_borderAtheismus tut Not;
Kommentierte Übersetzung

Bei *twit­ter* hat­te ich kürz­lich ein Zitat von J. B. Cor­byn (Labour; GB; you­tube-video) in der time­line das aus einem Gedicht von Per­cy Byss­he Shel­ley stammt. Nach­dem ich nun mehr von die­sem außer­ge­wöhn­li­chen Men­schen gele­sen habe muß ich sagen:
Dass ich ihn bis­her nicht kann­te war ein Versäumnis!
Aller­dings ste­he ich da wohl nicht allei­ne auf wei­ter Flur und muß mich schä­men - wie im nach­fol­gen­den Zitat zu lesen ist:

» .. Wel­cher gro­ße Dich­ter der Neu­zeit wäre in Deutsch­land so wenig gekannt wie Shel­ley? Wird sei­ne Welt­flüch­tig­keit, sein exzen­tri­scher Idea­lis­mus auch stets ein Hin­de­rungs­grund sein, daß Shel­ley irgend­wo oder irgend­wann popu­lär wer­de, so ist der Umstand doch betrü­bend, daß er, Eng­lands größ­ter Lyri­ker, der idea­le Dich­ter­phi­lo­soph, der frei­gei­stig­ste und kühn­ste aller Eng­län­der, selbst den hoch­ge­bil­de­ten deut­schen Leser­klas­sen fast ein Frem­der ist. Die Haupt­schuld an die­sem auf­fal­len­den Man­gel an Inter­es­se für den gro­ßen Dich­ter trägt jedoch der Umstand, daß unse­re Lite­ra­tur­for­scher den­sel­ben dem Publi­kum zu wenig ver­mit­telt haben. Shel­ley ist von die­sen in hohem Gra­de ver­nach­läs­sigt wor­den .. «

Für die Zeit der Ent­ste­hung (frü­hes 19. Jahr­hun­dert, 1819) han­delt es sich um ein sehr muti­ges, gewag­tes Gedicht. Schaut man den Lebens­lauf des Dich­ters an, so wird klar, dass er mit "Auto­ri­tä­ten" sei­ne Pro­ble­me hatte. 

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 The Neces­si­ty of Atheism

Weil er sich von sei­nem Werk The Neces­si­ty of Athe­ism [Über die Not­wen­dig­keit des Athe­is­mus; First published in 1811; 1813 re-prin­ted in an expan­ded ver­si­on.] nicht los­sa­gen woll­te wur­de er der Uni­ver­si­tät Oxford verwiesen.

Per­cy Byss­he Shel­ley ertrank kurz vor sei­nem 30 Geburts­tag. Was er an Schrif­ten und Gedich­ten hin­ter­las­sen hat steht in kei­nem Ver­hält­nis zu sei­nem Alter - da gibt es vie­le Kunst­schaf­fen­de und Phi­lo­so­phen die in dop­pelt so vie­len Jah­ren nicht halb soviel geschaf­fen haben .... 

Ein Zitat aus "Vor­sicht Glos­se! Ansich­ten eines Regenwurms": 

» .. Shel­ley defi­nier­te sich selbst mit einer grie­chisch ver­faß­ten Inschrift in einer Hüt­te in den Schwei­zer Alpen: „Ich bin Phil­an­throp, Demo­krat und Athe­ist. Per­cy B. Shelley.“
Kein christ­li­cher Demo­krat also, und damit ist einer in die­sem Lan­de auch heu­te noch erle­digt, und wenn er ein Genie sein soll­te. Erle­dig­ter als erle­digt wäre aber, wer es wag­te, das gehei­lig­te Tabu Demo­kra­tie zum Gegen­stand kri­ti­scher Erwä­gun­gen zu machen.
Das tat Shel­ley, als er schrieb:
„Ich will nicht den gesun­den Men­schen­ver­stand dadurch belei­di­gen, daß ich auf der Leh­re von der natür­li­chen Gleich­heit der Men­schen bestehe.“
Im sel­ben Jah­re, 1813, schrieb er an sei­nen Freund Hogg: „Viel­leicht wirst Du sagen, daß mein Repu­bli­ka­nis­mus stolz ist; er ist gewiß weit ent­fernt von der Bier­knei­pen-Demo­kra­tie und weiß, mit wel­chem Lächeln er die ser­vi­len Bei­falls­kund­ge­bun­gen des wan­kel­mü­ti­gen Pöbels anzu­hö­ren hat.“ .. « 

Wie sie unschwer erken­nen, lie­be Lesen­de, bin ich vom Den­ken & Werk des Per­cy Byss­he Shel­ley sehr ange­tan. Nach­fol­gend befas­se ich mich nun mit sei­nen Aus­sa­gen in "The Neces­si­ty of Athe­ism". Ein­lei­tend erst ein wei­te­res Zitat, dies­mal von Shel­ley, eine Art Grundsatzerklärung:

»God is an hypo­the­sis, and, as such, stands in need of pro­of: the onus pro­ban­di rests on the theist.

[Per­cy Byss­he Shel­ley, 1810] 

Im Fol­gen­den unter­neh­me ich den Ver­such eine (sinn­ge­mä­ße) Über­set­zung zu lie­fern, die stel­len­wei­se eine Ver­ein­fa­chung bzw. Kür­zung des Tex­tes bedingt - ohne deren grund­sätz­li­che Aus­sa­ge zu ver­fäl­schen. Grund­la­ge ist der Text unter die­sem Link → https://en.wikisource.org/wiki/The_Necessity_of_Atheism_(Shelley), den ich inter­es­sier­ten Lesern, die über ver­tief­te Eng­lisch­kennt­nis­se ver­fü­gen, zur Lek­tü­re emp­feh­len möch­te. Dort ist - gegen­über der hier geschrie­be­nen ver­kürz­ten Fas­sung - der kom­plet­te Text zu finden.

Glau­be, so stellt Shel­ley fest, ist eine Über­zeu­gung, deren Stär­ke, wie bei allen Über­zeu­gun­gen, direkt pro­por­tio­nal von dem Grad der Beweis­füh­rung abhängt.
Den ersten Platz neh­men dabei die Sin­ne ein.
Den zwei­ten Platz neh­men selbst gewon­ne­ne Erfah­run­gen ein.
Den drit­ten Platz neh­men die mit­ge­teil­ten Erfah­run­gen Drit­ter ein, die in die eige­ne Erfah­rung ein­ge­gan­gen sind.

Es kann kei­ne Beweis­füh­rung akzep­tiert wer­den die der Ver­nunft ent­ge­gen steht; Ver­nunft wie­der­um basiert auf der sinn­li­chen Wahr­neh­mung. Jeder Ver­such einer Beweis­füh­rung für die Exi­stenz Got­tes kann und muß daher einer die­ser drei Beweissäu­len zuge­ord­net werden:

Jene, die behaup­ten mit ihren Sin­nen Gott wahr­ge­nom­men zu haben, sind die wahr­haft "Über­zeug­ten" - aller­dings gibt es kei­ne für Jeder­mann sicht­ba­re Erschei­nung die jemals beschrie­ben wor­den wäre. Der Gott den Theo­lo­gen beschrei­ben war und bleibt "unsicht­bar".

Es wird zwei­tens behaup­tet, Alles was ist sei undenk­bar ohne einen Schöp­fungs­pro­zeß oder eine Exi­stenz seit aller Ewig­keit. Auch das, was seit aller Ewig­keit exi­stiert müs­se einen Grund gehabt haben um exi­stent zu werden.
Sofern dies auf das Uni­ver­sum ange­wandt wer­den soll muß ein Schöp­fungs­pro­zeß bewie­sen wer­den. Die­ser Ent­wurfs­vor­gang muß bewie­sen wer­den bevor ein "Ent­wer­fer" ange­nom­men wer­den kann.
Aus unse­rer eige­nen Exi­stenz kön­nen wir eine irgend­wie gear­te­te Ursa­che für deren Ent­ste­hung anneh­men. Die­se schöp­fe­ri­sche Kraft ist nicht erklär­bar oder zu repro­du­zie­ren. Dar­aus aller­dings her­zu­lei­ten es sei eine höhe­re, all­wis­sen­de und unbe­greif­li­che Macht am Wer­ke führt nicht wei­ter, im Gegen­teil, es führt zu einer noch unwahr­schein­li­che­ren, unver­ständ­li­chen Begründung.

Drit­tens gibt es "Zeug­nis­se". Deren Wahr­haf­tig­keit kön­nen wir aber nur glau­ben, wenn die Annah­me zutref­fend ist, dass die­se Zeu­gen frei­wil­lig und ohne Zwang (durch Andro­hung ewi­gen Lei­des oder Beloh­nung) die­se Erschei­nun­gen erlebt haben. Soll­ten dar­an Zwei­fel sein, so sind der­ar­ti­ge Zeug­nis­se zu ver­wer­fen. Nur die­je­ni­gen Per­so­nen die mei­nen das erlebt zu haben kön­nen es glau­ben - für Ande­re ist es kein Beweis und daher wertlos.

Nach Begut­ach­tung die­ser drei Säu­len ergibt sich der Schluß, dass es für die Exi­stenz eines krea­ti­ven Got­tes kei­ner­lei Bewei­se gibt. Wer also glaubt erliegt einem Trug­schluß des eige­nen Gei­stes. Wenn jemand dem­ge­gen­über nicht glaubt, so ist das kei­ne bestra­fens­wer­te Tat. Hin­ge­gen schei­nen die­je­ni­gen, die glau­ben, gezwun­gen zu sein ihre Fehl­ein­schät­zung zu revi­die­ren. Jeder den­ken­de Geist muß daher aner­ken­nen: Es gibt kei­ner­lei Bewei­se für die Exi­stenz eines Gottes.

[Wei­ter führt Shel­ley aus wel­che Gedan­ken­gän­ge sich anschlie­ßen kön­nen - und stellt schließ­lich fest, dass sie alle­samt um den zen­tra­len Punkt der Gren­zen unse­res (der­zei­ti­gen) Wis­sens krei­sen. Näh­me man einen Gott an, so sei­en die Fähig­keit zu Ver­stan­des­lei­stung, Phi­lo­so­phie, Rechts­emp­fin­den, und Allem was den Men­schen dazu bringt nach Tugend zu stre­ben, hinfällig.]

Wenn wir unse­re Vor­stel­lun­gen von der Gott­heit erklä­ren wol­len, müs­sen wir zuge­ben, daß der Mensch durch das Postu­lat "Gott" nie­mals die Ursa­che des­sen, was er sah, erklä­ren konn­te; er hat die­se Erklä­rung nur dann gebraucht, wenn ein Ein­fluß der natür­li­chen und bekann­ten Ursa­chen nicht mehr erkenn­bar war. Sobald Men­schen am Ende ihres Wis­sens waren, oder wenn ihr Ver­stand den Ereig­nis­sen nicht mehr fol­gen konn­te, kürz­ten sie die Schwie­rig­keit ab und been­de­ten For­schun­gen, indem Gott als letz­te Ursa­che bezeich­net wur­de. Das heißt, was jen­seits aller Ursa­chen war, war dann "Got­tes Werk". So wie­sen Men­schen aber, wenn sie wegen Faul­heit (zu Den­ken) oder wenn sie an Gren­zen ihres Wis­sens stie­ßen, einer unbe­kann­ten Ursa­che eine vage Bezeich­nung zu. Jedes Mal, wenn wir sagen, dass Gott der Urhe­ber eines Phä­no­mens ist, bedeu­tet das, dass wir nicht wis­sen, wie ein sol­ches Phä­no­men mit Hil­fe von Kräf­ten oder Ursa­chen funk­tio­nie­ren konn­te, die wir in der Natur kennen.

Wenn also Unfä­hig­keit natür­li­che Phä­no­me­ne zu erklä­ren zur Schaf­fung von Gott (Göt­tern) geführt hat, kann Erkennt­nis (Erklä­rung die­ser Tat­sa­chen) umge­kehrt zu ihrer Abschaf­fung beitragen.

Mit die­ser Aus­sa­ge möch­te ich hier abschlie­ßen. Die wei­te­ren Aus­füh­run­gen bei Shel­ley befas­sen sich mit Über­lie­fe­rung, der Rol­le von Insti­tu­tio­nen, der Abwä­gung des Auf­wan­des für Reli­gi­on einer­seits und Erkennt­nis der natur­wis­sen­schaft­li­chen Zusam­men­hän­ge andererseits.

Schließ­lich stellt Shel­ley die Frage:


".. If God wis­hes to be known, che­ris­hed, than­ked, why does he not show hims­elf under his favorable fea­tures to all the­se intel­li­gent beings by whom he wis­hes to be loved and adored? .."

[Wenn Gott gekannt, geschätzt und bedankt wer­den will, war­um zeigt er sich nicht mit all sei­nen Vor­zü­gen den intel­li­gen­ten Wesen gegen­über, von denen er geliebt und ver­ehrt wer­den möchte?]

Das ist eine Fra­ge die mir gefällt. Ich glau­be(!) aller­dings nicht, dass sie mir noch vor mei­nem Able­ben beant­wor­tet wer­den wird.

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Das Zitat aus die­sem Gedicht war der letz­te Absatz:
 

"Stand ye calm and resolute,
Like a forest clo­se and mute,
With fold­ed arms and looks which are
Wea­pons of unvan­quis­hed war.

And if then the tyrants dare,
Let them ride among you there;
Slash, and stab, and maim and hew;
What they like, that let them do.

With fold­ed arms and ste­ady eyes,
And litt­le fear, and less surprise,
Look upon them as they slay,
Till their rage has died away:

Then they will return with shame,
To the place from which they came,
And the blood thus shed will speak
In hot blus­hes on their cheek:

Rise, like lions after slumber
In unvan­quis­ha­ble number!
Shake your chains to earth like dew
Which in sleep had fal­len on you:
Ye are many — they are few!
"

Über­set­zung des letz­ten Absatzes
„Erhebt euch wie Löwen nach dem Schlummer
In unüber­wind­li­cher Zahl –
Schüt­telt eure Ket­ten ab wie Tau,
Der im Schlaf auf euch gefal­len ist –
Ihr seid vie­le – sie sind wenige.“

________________________________________________________ 



(* 04. August 1792 in Field Place, Sus­sex; 08. Juli 1822 im Meer bei Viar­eggio in der ita­lie­ni­schen Pro­vinz Tos­ka­na; bri­ti­scher Schrift­stel­ler der eng­li­schen Roman­tik, Ver­fech­ter des Atheismus)

 

bookmark_borderWenn man vom Rathaus kommt ist man klüger .... oder:
Datensammlung ist 'für die Katz'

Der Wahn­sinn von Mas­sen­über­wa­chung ist mitt­ler­wei­le ufer­los - und angeb­lich "alter­na­tiv­los", glaubt man den poli­ti­schen Akteu­ren. Dabei wird bewußt oder unbe­wußt(?) mit den Äng­sten der unbe­darf­ten Bevöl­ke­rung gespielt. Um deren Zustim­mung zu erhal­ten gibt es jähr­li­che Ver­laut­ba­run­gen über die Kri­mi­na­li­tät. Ab und an kom­men noch Zwi­schen­be­rich­te dazu, die an Dra­ma­tik beson­ders immer dann nichts zu wün­schen übrig las­sen, wenn wie­der irgend­wo auf der Welt ein ver­stör­ter Mensch zur Waf­fe greift und sei­ne Mit­men­schen in klei­ne­rer oder grö­ße­rer Zahl umbringt.

Natür­lich wird zudem regel­mä­ßig eine stets dro­hen­de Gefahr durch "Ter­ror­zel­len" her­auf­be­schwo­ren um dann Bekämp­fungs­maß­nah­men anzu­kün­di­gen und in die Tat umzu­set­zen, die in kei­ner Wei­se dazu bei­tra­gen das (ver­meint­li­che) Pro­blem anzugehen.

So wird u.a. eine mas­sen­haf­te Daten­samm­lung gerecht­fer­tigt, die bei genaue­rem Hin­se­hen schon aus grund­sätz­li­chen mathe­ma­ti­schen Erwä­gun­gen nie zum ver­spro­che­nen Ergeb­nis füh­ren können.

Die Fra­ge ist also, wie Mathe­ma­tik als Beweis dafür die­nen kann wie rund um den Glo­bus ein Popanz im Namen ver­stärk­ter Sicher­heits­be­dürf­nis­se auf­ge­baut wird.

Mit­tels simp­ler Pro­zent­rech­nung oder einem Drei­satz kann man abso­lu­te Zah­len ins Ver­hält­nis set­zen und dar­aus bewei­sen, dass nichts von all dem Fir­le­fanz der da betrie­ben wird dazu bei­tra­gen kann "Sicher­heit" herzustellen.

Nur ganz kurz eine klei­ne Berechnung:
Wenn 10 Ter­ro­ri­sten einen Anschlag in Frank­reich aus füh­ren, so stel­len sie einen Anteil von 0,000015 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung [Ein­woh­ner Frank­reich ca. 66.318.000] dar. Sol­che Pro­zent­wer­te sind schwer zu ver­ste­hen, des­we­gen bil­det man einen Teil­be­trag aus der Gesamt­be­völ­ke­rung und setzt die Zahl der Übel­tä­ter ins glei­che Verhältnis:

Ein Atten­tä­ter kommt auf 6,6 Mil­lio­nen Franzosen

Zum Ver­gleich die Zahl der Tötungs­de­lik­te [Mord, fahr­läs­si­ge Tötung, etc.]:

430 Fäl­le Tötungs­de­lik­te auf 6,6 Mil­lio­nen Franzosen

Es ist also 430 mal so wahr­schein­lich ermor­det zu wer­den als von ter­ro­ri­sti­scher Akti­vi­tät betrof­fen zu sein. Selbst wenn man 10 Ter­ro­ri­sten annimmt ist die Zahl der gewalt­sa­men Todes­fäl­le durch sie 43 mal klei­ner als die durch Tötungsdelikte. 

.... und trotz­dem haben die Men­schen viel mehr Angst vor Ter­ro­ri­sten als vor Mördern.

Bei uns in Deutsch­land haben 3.690 Men­schen ihr Leben durch Ver­kehrs­un­fäl­le ver­lo­ren - dage­gen ste­hen "0" Todes­fäl­le durch Ter­ro­ris­mus in den letz­ten 12 Jah­ren* .... und Sie, lie­be Leser, wis­sen genau wie ich wovor die mei­sten Men­schen die grö­ße­re Angst haben.

Aber neh­men wir mal an die gan­zen Über­wa­chungs­maß­nah­men sei­en nütz­lich. Das wür­de bedeu­ten, die zustän­di­gen Behör­den könn­ten die "Bösen" durch Über­wa­chung herausfiltern.

Nun ist aber jede Metho­de mit einem [oder meh­re­ren] Feh­lern behaf­tet. Neh­men wir wei­ter an der Feh­ler sei 1% der Fälle.

Wenn man alle Fran­zo­sen durch Über­wa­chung beob­ach­te­te wäre allein die Feh­ler­quo­te [der fälsch­lich als "Ter­ro­rist" iden­ti­fi­zier­ten Per­so­nen] eine Zahl von 660.000 Personen.
Selbst bei einer Feh­ler­quo­te von 1 Pro­mil­le han­del­te es sich noch um 66.000 zu Unrecht als Ter­ro­ri­sten ver­däch­ti­ger Men­schen. Wie bekannt wur­de der letz­te Anschlag in Paris von weni­ger als 10 Per­so­nen ausgeführt.

Das bedeu­tet (am Bei­spiel Frankreichs):
Bei flä­chen­decken­dem scree­ning durch Über­wa­chungs­maß­nah­men wer­den stets 99,9% der "Ver­däch­ti­gen" zu Unrecht ver­däch­tigt. Zudem ist noch nicht ein­mal sicher, ob die Mis­se­tä­ter tat­säch­lich in der als "böse" iden­ti­fi­zier­ten Grup­pe stecken:

Urtei­len Sie selbst, ob sich der unge­heue­re Auf­wand an Über­wa­chung vor dem Hin­ter­grund die­ser Zah­len "lohnt" ....

_______________________________________________ 

* Aus­ge­nom­men sind hier die Jah­re 2015 bis heu­te, da die Zah­len immer erst ver­zö­gert in die Sta­ti­stik auf­ge­nom­men werden.

Sie­he hierzu:
Erkenn­ba­re Mängel
tele­po­lis: Las­sen sich Anschlä­ge aus Online-Akti­vi­tä­ten vorhersagen?

[Zuerst ver­öf­fent­licht am 18. Jun 2016 @ 03:00; geän­dert am 15. Nov 2016 um 13:00; Neu­fas­sung & Ergän­zung: 06.09.2018]

bookmark_borderDie Gesundheitsbehörden geben bekannt: ....

Herbst­zeit - Grip­pe­zeit. Bald ist es wie­der soweit. Da ist es nur all­zu ver­ständ­lich, wenn die Gesund­heits­be­hör­den - wie hier die aus Spa­ni­en - die Bür­ger umfas­send und ver­ständ­lich infor­mie­ren und auf die dro­hen­den Gefah­ren auf­merk­sam machen.

Frei­lich ist eine War­nung ohne kon­kre­te Vor­schlä­ge zur Ver­mei­dung von Ansteckun­gen nutz­los, daher erfolgt die Beleh­rung zum bes­se­ren Ver­ständ­nis in Wort & Bild:

 

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[Erst­ver­öf­fent­li­chung: 26. Okt 2012 um 11:39]
 

bookmark_borderAus der Vergangenheit ....

Geben Sie es zu:
Sie haben schon mal nach frü­he­ren Freund*inn*en im Inter­net gesucht!
Nein?
Dann aber bestimmt nach alten Klas­sen­ka­me­ra­den, Stu­di­en­freun­den, Arbeits­kol­le­gen, Urlaubs­be­kannt­schaf­ten, frü­he­ren Nach­barn .... etc.

Da ist mir doch neu­lich im Besuchs­zäh­ler eine Her­kunfts­an­ga­be auf­ge­fal­len - und in die­ser Sekun­de fing das Kopf­ki­no an, schnurr­ten alte Bil­der und Erin­ne­run­gen durch mei­nen Kopf. Ein ein­zel­nes Stich­wort, und sofort setz­te sich ein bis­her wenig, tat­säch­lich viel­leicht ein, zwei Mal in zehn Jah­ren genutz­ter Teil mei­ner Erin­ne­rung in Gang und beschäf­tig­te mich für Stun­den, kam immer mal wie­der in den Vor­der­grund und mach­te sich da breit.

Natür­lich spin­nen sich die Gedan­ken von da selb­stän­dig wei­ter - davor und danach lie­gen­de Ereig­nis­se wer­den akti­viert, gan­ze Lebens­ab­schnit­te sind plötz­lich wie­der prä­sent und das Grü­beln über damals erleb­te Situa­tio­nen und getrof­fe­ne Ent­schei­dun­gen hört und hört nicht auf ....

Um das irgend­wie in den Griff zu bekom­men fing ich an syste­ma­tisch nach Namen aus die­ser Zeit zu suchen, Name und Vor­na­me, Name und Mäd­chen­na­me, Name und Tätigkeit/Berufsbezeichnung, Name und Stu­di­en­fach und so wei­ter. Die gan­ze Palet­te durch, alle Varia­tio­nen die mir so ein­fie­len. Stun­den ver­gin­gen, manch­mal wur­de ich durch Begrif­fe abge­lenkt und auf Neben­we­ge gescho­ben, dann wie­der zurück und am Ende, nach Stun­den, war ich fast so schlau wie zuvor und noch dazu ein wenig fru­striert ob des mehr als mage­ren Ergeb­nis­ses. Gefun­den habe ich ein­zig den (mitt­ler­wei­le uralten) Vater einer Bekann­ten, er muß jetzt um die 95 Jah­re alt sein ....

Des­we­gen glau­be ich nun:
Sucht man im Inter­net nach Per­so­nen aus dem 'frü­he­ren' Leben, so fin­det man sel­ten oder nur per Zufall das, wonach man gesucht hat. Am schwer­sten ist es bei weib­li­chen Per­so­nen. Weil die meist den Namen ihres Part­ners anneh­men lau­fen die Ver­su­che öfter ins Leere.
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Ande­rer­seits gibt es ja die The­se man könn­te jeden Men­schen fin­den, weil es nur sechs Schrit­te dahin sei­en [Six degrees of sepa­ra­ti­on; Deutsch "Klei­ne-Welt-Phä­no­men"].

Mir ist es bis­her nicht gelungen.
Hät­ten sie, lie­be Lesen­de, einen Vor­schlag wie es klap­pen könnte?
 
 
* [Abbil­dung: Dani­el' CC BY-SA 3.0 File: Six degrees of separation.svg; crea­ted: 14 Janu­ary 2010]

 

bookmark_borderZur Frage von Fachkompetenz

Bekla­gens­wer­te Fehl­grif­fe bei der Beur­tei­lung von Per­so­nen sind im pri­va­ten Leben nicht unbe­dingt pro­ble­ma­tisch. Aller­dings sieht das grund­sätz­lich anders aus wenn es um Auf­trit­te vor grö­ße­rer Öffent­lich­keit geht. Da kann ein Fehl­griff hin­sicht­lich eines "aus­ge­wie­se­nen Exper­ten" schon recht unan­ge­neh­me Aus­wir­kun­gen haben.

Gemein­hin geht man davon aus, dass ein stu­dier­ter und pro­mo­vier­ter Fach­mann eine brei­te Exper­ti­se in sei­nem Fach­ge­biet hat. Das kann, muß aller­dings nicht auto­ma­tisch kor­rekt sein.

Neh­men wir bei­spiels­wei­se einen pro­mo­vier­ten und habi­li­tier­ten Che­mi­ker. Der wird über die Che­mie im All­ge­mei­nen und über sein Pro­mo­ti­ons­the­ma im Beson­de­ren fun­diert Bescheid wis­sen. Wenn es um sein Spe­zi­al­ge­biet - durch Habi­li­ta­ti­on nach­ge­wie­sen - geht, gibt es wohl nicht vie­le Men­schen auf der Welt, die sich da mit ihm mes­sen kön­nen. Sol­che The­men bedin­gen außer­or­dent­lich spe­zia­li­sier­te Fach­kennt­nis­se, die so tief in die Mate­rie ein­drin­gen, dass sie bestimmt mit Recht als "Nischen­wis­sen" ein­ge­stuft wer­den können.

Jetzt stel­len wir uns vor, ein Pro­gramm­ver­ant­wort­li­cher sucht einen Che­mi­ker der zur glo­ba­len Erwär­mung etwas sagen soll. Da wis­sen die mei­sten Men­schen, dass es etwas mit CO2, Stick­oxi­den und Schwe­fel­ver­bin­dun­gen zu tun hat. Ganz ver­sier­te wis­sen zudem, dass auch Schwer­me­tal­le in Abga­sen ein nen­nens­wer­tes Pro­blem für die Umwelt darstellen. 

Da ist der Fach­wis­sen­schaft­ler in einer Zwickmühle:
Einer­seits hat er natür­lich ver­tief­te Kennt­nis­se zu der Inter­ak­ti­on von che­mi­schen Sub­stan­zen - ande­rer­seits feh­len ihm Kennt­nis­se hin­sicht­lich der Beur­tei­lung von meter­eo­lo­gi­schen Abläu­fen, die eine Kon­zen­tra­ti­on oder Redu­zie­rung bestimm­ter Stof­fe beeinflussen.

Ein ver­ant­wor­tungs­be­wuß­ter Wis­sen­schaft­ler wird in einer sol­chen Situa­ti­on drauf ver­wei­sen wo sei­ne Gren­zen der Exper­ti­se lie­gen - und im Zwei­fel davon Abstand neh­men sich öffent­lich dazu zu äußern. Wir Alle ken­nen aber das Gegen­teil - und Men­schen tun schon ver­rück­te Din­ge nur um ein­mal im Ram­pen­licht ste­hen zu können ....

Betrach­ten wir jetzt ein­mal einen ande­ren Bereich, die Gei­stes­wis­sen­schaf­ten. Da zu unter­schei­den wer wel­che Exper­ti­se besitzt ist bei wei­tem schwie­ri­ger als bei den Naturwissenschaften.

Dass ein bekann­ter und pro­mo­vier­ter, gar habi­li­tier­ter und ver­öf­fent­lich­ter Autor Vie­les weiß und dazu etwas sagen kann ist klar. Aber wird er stets, in jedem gei­stes­wis­sen­schaft­li­chen Fach, wis­sen, wovon er redet ...? Häu­fig wird argu­men­tiert, dass ein Wis­sen­schaft­ler x Zita­te hat, und des­we­gen glaub­wür­di­ger sei als jemand, der zwar eben­falls (bei­spiels­wei­se) Psy­cho­lo­gie stu­diert hat, aber nur einen Bache­lor­ab­schluß erreich­te und nir­gend­wo zitiert wurde. 

Wenn aber das The­ma Phi­lo­so­phie oder Poli­tik ist?! Nein, aka­de­mi­sche Auto­ri­tät funk­tio­niert nicht so, dass Auto­ri­tät in einem Fach gleich­zei­tig Auto­ri­tät in wei­te­ren, rand­stän­di­gen Fel­dern bedeu­tet! Wer Psy­cho­lo­gie stu­diert hat und sich dort eines her­vor­ra­gen­den Rufes erfreut kann - und wird wahr­schein­lich - in der Anthro­po­lo­gie, der Phi­lo­so­phie, der poli­ti­schen Geschich­te oder sogar der Sozi­al­psy­cho­lo­gie etwas Fal­sches sagen, wenn sein Schwer­punkt die kli­ni­sche Psy­cho­lo­gie ist.

Geht es aller­dings allei­ne um das Renom­mee, den Bekannt­heits­grad, also dar­um, eine "Auto­ri­tät" vor sich zu haben, so ist die­ser nicht auto­ma­tisch eine Kom­pe­tenz zuzu­ord­nen - im Gegen­teil, hier darf und muß die Fra­ge gestellt wer­den auf Grund wel­cher Fach­kennt­nis­se sich die­se Per­son äußert.

Mein Punkt ist, dass ein Wis­sen­schaft­ler viel­leicht pro­mo­viert hat und in sei­nem Fach aner­kannt ist. Oft spricht ein sol­cher Mensch über vie­le Berei­che, die außer­halb sei­nes Fach­ge­bie­tes lie­gen, was bedeu­tet, dass er nicht mehr not­wen­di­ge Auto­ri­tät über die­se The­men hat als Sie oder ich. 

Um fair zu sein:
Es sieht so aus, als ob die­se Tat­sa­che nicht von all­zu vie­len Beob­ach­tern so erfasst wird. Das ist ein gro­ßes Ärger­nis. Ermög­licht es doch man­chem Schar­la­tan so eine Kar­rie­re auf­zu­bau­en und durch die Lan­de zu tin­geln. Leu­te neh­men das ernst was von die­ser Per­son kommt, dabei bestehen die Aus­sa­gen größ­ten­teils aus dem, was außer­halb der Exper­ti­se gesagt wird. Dabei wer­den vie­le all­ge­mei­ne Feh­ler und spe­zi­fisch sach­li­che Feh­ler auf­tre­ten - nur küm­mert es in vie­len sol­chen Fäl­len nie­man­den mehr.

Talk­shows leben davon sol­che *Exper­ten* ein­zu­la­den - und bedau­er­lich ist, dass dabei die soge­nann­te "Publi­kums­wirk­sam­keit" einer Per­son wich­ti­ger ist als deren Wis­sen bzw. die Fer­tig­keit die­ses Wis­sen ver­ständ­lich zu arti­ku­lie­ren. Von der Poli­tik will ich in die­sem Zusam­men­hang gar nicht erst anfan­gen .... sonst schrei­be ich noch in ein paar Wochen.

bookmark_borderGriechenland
.... für die Verantwortlichen keine Folgen.

Was, lie­be Lesen­de, fällt Ihnen beim Stich­wort "Grie­chen­land" ein?
Bestimmt nichts Gutes, denn über die Jah­re wur­de uns per Fern­se­hen und die gro­ßen Blät­ter ein­ge­häm­mert wie faul und spar­un­wil­lig die Grie­chen sei­en, wie sehr sie auf unse­re (!) Kosten ein Wohl­le­ben geführt hät­ten - und nun vor den Scher­ben ihres Trei­bens stünden.

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Die Wahr­heit hat aller­dings ganz anders ausgesehen:
Die rechts­la­sti­ge grie­chi­sche Regie­rung hat über Jah­re gewur­stelt und Geld ohne Ende 'ver­bra­ten'. Groß­zü­gi­ge Ein­käu­fe für das Mili­tär, groß­zü­gi­ge Alters­ver­sor­gung für die Staats­be­dien­ste­ten, groß­zü­gi­ge Aus­ga­ben für Pre­sti­ge­ob­jek­te. Geld, das nicht vor­han­den war und nicht aus den Staats­ein­nah­men gedeckt wur­de - also hat man sich ver­schul­det. Meist bei deut­schen und fran­zö­si­schen Banken.

Mit der Wahl der Regie­rung Tsir­pas kam dann die Stun­de der Wahr­heit. Kas­sen­sturz und gro­ßer Schreck. Ohne frem­de Hil­fe konn­ten weder die lau­fen­den Staats­aus­ga­ben noch der Schul­den­dienst begli­chen wer­den. Was folg­te war ein Trau­er­spiel*, initi­iert von Schäub­le und dem infa­men Jero­en Dijsselbloem.

Damals schrieb ich (nach der Volksabstimmung):

Vor­bei ist damit noch immer nichts. Die restau­ra­ti­ven Ele­mente wer­den sich for­mie­ren und ihre destruk­tive Vor­ge­hens­weise gegen die grie­chi­sche Regie­rung noch geziel­ter koor­di­nie­ren.

Das genau trat ein, Varou­fa­kis ging und der wei­te­re Absturz der grie­chi­schen Finan­zen nahm sei­nen Lauf - die deut­schen und fran­zö­si­schen Ban­ken sind mitt­ler­wei­le 'geret­tet', indi­rekt, wie bei der ersten Ban­ken­ret­tung, aller­dings die­ses Mal ohne der Bevöl­ke­rung die Wahr­heit zu sagen. Wie behaup­te­te doch Frau Mer­kel immer wie­der? "Der Auf­schwung (nach der 2008er Rezes­si­on) kommt bei den Men­schen an!" Ange­kom­men ist er bei den Ban­ken, die gezockt und ver­lo­ren hat­ten und sich dann von den Poli­ti­kern haben her­aus­hau­en lassen.

In Grie­chen­land ist 'ver­brann­te Erde' geschaf­fen wor­den: Was an Wer­ten aus Staats­be­sitz ver­kauft wer­den konn­te ist ver­kauft, die Finan­zen sind vor­der­grün­dig aus­ge­gli­chen, in Wahr­heit aber ist der Staat dop­pelt so hoch ver­schul­det wie vor der "Grie­chen­land­ret­tung".

Zwei Ergeb­nis­se aller­dings sind geblie­ben. Ein­mal haben sich die lin­ken Kräf­te in der EU trotz teil­wei­se abwei­chen­der Zie­le ange­nä­hert um zu über­le­ben. Denn es wur­de klar, dass die rechts­ge­rich­te­ten, restau­ra­ti­ven Strö­mun­gen anson­sten sofort obsie­gen würden.

Sodann wur­de am Bei­spiel Schäub­le deut­lich, wie wenig Sach­ver­stand bei man­chen Poli­ti­kern vor­han­den ist. 

Die so oft zitier­te "Schwar­ze NUll" ist eine Fik­ti­on - sie ver­schweigt und ver­schlei­ert die tat­säch­li­che Ver­schul­dung. Schlim­mer noch: Sie ist nur dadurch mög­lich gewor­den, dass Deutsch­land ande­re EU-Län­der (Spa­ni­en, Por­tu­gal, Grie­chen­land, Ita­li­en) durch sei­nen Export­über­schuß förm­lich 'aus­ge­saugt' hat. 


Wie sehr eine Fas­sa­de auf­ge­baut wur­de, die den Anschein erwecken soll­te, Schäub­le sei ein über­aus kom­pe­ten­ter Mann. Das Ergeb­nis sei­nes starr­sin­ni­gen Behar­rens - obwohl es vie­le gegen­tei­li­ge Mah­nun­gen von Finanz­fach­leu­ten gege­ben hat­te - zeigt nun, wer Recht hatte.
Es war nicht Schäub­le, soviel steht fest.
 

* 47 bil­li­on €uros sold for 5.1 billion!

Frü­he­re Bei­trä­ge zu Griechenland:

26.05.2016 Der IMF hat sich geirrt - sehr bedauerlich ....

16.12.2015 Y. Varou­fa­kis: The Gre­at Greek Bank Robbery

09.11.2015 ‘‘Bit­tere Bilanz – Inter­view von Yanis Varou­fa­kis mit Funk­haus Euro­pa (WDR)’’

05.07.2015 Noch eine Vor­her­sa­ge die stimmte ....

30.06.2015 "last minu­te" Angebot

31.01.2015 Ein "BRAVO!" ....

bookmark_borderFragen Sie sich auch ....

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Fra­gen Sie sich auch wohin die gol­de­ne Sta­tue von Erdo­gan zeigt?
Wenn Sie jetzt etwa dach­ten er zeigt auf sei­nen schö­nen gol­de­nen Prä­si­den­ten­pa­last - dann lie­gen sie falsch.
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Ich kann hel­fen. Denn bei Tag wur­de deutlich:
Der Herr Erdo­gan zeigt auf einen Luft­bal­lon, der sich im Baum ver­fan­gen hat.

nullDa sind wir aber froh. 

So vie­le Poli­zi­sten haben dafür gesorgt, dass der Luft­bal­lon unver­sehrt an die klei­ne Elin zurück gege­ben wur­de. Wie nett von dem Herrn Erdo­gan, dahin zu zei­gen wo der Luft­bal­lon sich befin­det, wo er doch so viel um die Ohren hat. 

Wäh­rend ande­re Staats­män­ner nur so vor sich hin regie­ren muß er sich ganz allei­ne gleich­zei­tig um Legis­la­ti­ve, Exe­ku­ti­ve und Judi­ka­ti­ve kümmern ....

bookmark_borderManchmal möchte ich rufen schreien:
Du glaubst doch selbst an Magie ...!

Den fol­gen­den Text zur "christ­li­chen Erbau­ung" aus der Serie "dai­ly mes­sa­ge" habe ich neu­lich gele­sen - und schon im ersten Absatz ging es los, da steck­te "die Bom­be" drin (rot ein­ge­färb­ter Text). 

" .. Am Sams­tag war ich in der Alten Oper und habe dort ''Die Schö­ne und das Biest'' geschaut. Prin­zi­pi­ell gefal­len mir Geschich­ten nicht so, in denen es um Magie geht, doch man­ches kann man auch über­tra­gen sehen.
Die eine Haupt­per­son wur­de zum Biest, weil er zu herz­los war. Erst wenn wie­der Lie­be in sein Herz ein­zieht, bevor eine Rose ihr letz­tes Blatt ver­lo­ren hat, soll­te er vom Fluch des Biest­seins erlöst werden.
Haben wir nicht alle ein­mal Zei­ten, in denen unser Herz nicht so offen ist, wie es sein soll­te? Wer­den wir nicht alle ein­mal zum Biest, weil es uns mal an Lie­be fehlt? Hier­zu ist kei­ne Magie nötig, wenn unser Herz ver­schlos­sen ist, wer­den wir alle ein­mal biestig.
Doch das Ziel unse­res Lebens, das, was Gott für uns vor­ge­se­hen hat, ist die Lie­be. Er hat uns zuerst geliebt und will, dass auch wir die­se Lie­be wei­ter geben. Wenn wir es nicht tun, ste­hen wir nicht auf der Sei­te Got­tes, son­dern auf der sei­nes Wider­sa­chers, der das Biest in Per­son ist.
Erst, wenn wir es schaf­fen, dass die Lie­be ganz in unser Herz und unser Wesen ein­zieht, haben wir das Biest ganz hin­ter uns gelas­sen und gehen in ein glück­li­ches und erfüll­tes Leben.
Ich wün­sche dir einen geseg­ne­ten Tag vol­ler Lie­be in dei­nem Herzen!
Rai­ner Gigerich
(26. Aug 2018) .. "


Ist es nicht gera­de­zu gro­tesk, wenn der Autor dar­auf hin­weist, dass ihm Geschich­ten
'in denen es um Magie geht' nicht so sehr gefal­len - und er genau mit die­sem Text dabei ist auf einen fik­ti­ven Cha­rak­ter namens "Gott" zu ver­wei­sen, an den die Lesen­den bit­te­schön 'glau­ben' sollen?

Was - so fra­ge ich sie - ist denn die­ser ver­meint­li­che "Gott" ande­res als die Geschich­te "Die Schö­ne und das Biest"? Eine Fik­ti­on, eine erfun­de­ne Gestalt, eine Denk­kon­struk­ti­on die Men­schen dazu brin­gen soll an etwas zu glau­ben was es nicht gibt.

Ich brau­che jeden­falls kei­ne Lebens­hil­fe durch ein unsicht­ba­res Wesen um mei­ne Fami­lie zu lie­ben oder mei­ne Mit­men­schen zu achten. 

Wie ste­hen sie dazu?