bookmark_borderGanz schön sauer ....



[Urhe­ber: Kal­da­ri; Eige­nes Werk, Gemein­frei, Link]

 
Wie so oft ist es der Zufall, der dazu führt, dass man sein Wis­sen erweitert. 

Das Video bei DW [DW - Deut­sche Wel­le Live TV (Deutsch)] mit dem Titel "Frank­reich: Das Zitro­nen­wun­der" weck­te mein Inter­es­se und in der Tat: 

Es ist ein sehens­wer­tes Stück Natur­ge­schich­te aus dem oft ver­nach­läs­sig­ten Bereich Pflan­zen mit einem Gut­teil kuli­na­ri­scher Ver­bin­dung, ja sogar ins Mysti­sche und des­sen Ursprungs­ge­biet Fern­ost. Für Jeden etwas dabei, könn­te man sagen. Es ist nur ein kur­zes Video, 4 Minu­ten. Mög­li­cher­wei­se wäre 'mehr' in die­sem Fall ungün­stig - alles Wich­ti­ge wird dar­ge­stellt, wer ver­tie­fen will fin­det hin­rei­chend Linkadressen. 

Viel Spaß!
[Wenn Sie mir dazu ihre Ein­drücke in einem Kom­men­tar schil­dern wäre ich sehr erfreut]

Sie­he auch → dw.com und
Buddha's hand lemon (Citrus medi­ca)

bookmark_borderHaben Kinder mehr Geschmacksnerven?

Die Fra­ge ist unklar/uneindeutig for­mu­liert, da es nicht ersicht­lich ist was unter "Geschmacks­ner­ven" ver­stan­den wer­den soll. Einer­seits kön­nen damit die Ner­ven­bah­nen in ihrer Gesamt­heit gemeint sein, die 'Geschmack' von den Rezep­to­ren in Mund­schleim­haut, Zun­ge und Rachen zum Gehirn lei­ten. Ande­rer­seits könn­ten damit die Rezep­to­ren selbst gemeint sein, deren Zahl grö­ßer oder klei­ner ist, je nach­dem wann man es (Lebens­al­ter!) untersucht. 

Wei­ter muss in die­sem Fall fest­ge­legt wer­den um wel­che Geschmacks­qua­li­tät es sich han­delt, denn zwi­schen den Zah­len von Rezep­to­ren für süß, sau­er, sal­zig, bit­ter gibt es Unter­schie­de. Das sind die 'gesi­cher­ten' Wahrnehmungen.
Popu­lär­li­te­ra­tur behaup­tet es gäbe außer­dem ".. uma­mi, also herz­haft ..", wei­ter heißt es ".. Eine neue Stu­die aber lie­fert nun den bis­lang stärk­sten Hin­weis auf einen sech­sten Sinn. Auf der mensch­li­chen Zun­ge gibt es Knos­pen, die auf Fett reagie­ren. Man­che Men­schen schei­nen beson­ders sen­si­bel .." [Quel­le] ¹

Eine Grund­la­gen­zu­sam­men­fas­sung zum Geschmacks­sinn fin­det sich in die­ser Dis­ser­ta­ti­on (*.pdf); dort wird schwer­punkt­mä­ßig der ".. Geschmacks­sinn bei Kin­dern, ins­be­son­de­re der die Ent­wick­lung eines Schmeck­tests für Schul­kin­der zwi­schen fünf und sie­ben Jah­ren .." untersucht.

Auf die Behaup­tun­gen in Ter­ti­är­ver­öf­fent­li­chun­gen (Bou­le­vard-/ Rat­ge­ber­pres­se) wer­de ich spä­ter noch zurück kom­men³ und klä­ren, was davon zu hal­ten ist.

".. Alle Zel­len des Geschmacks­sinns, ange­fan­gen bei den Sin­nes­zel­len in der Zun­ge bis hin zu den Ner­ven­zel­len in der Groß­hirn­rin­de, reagie­ren auf meh­re­re Reiz­ar­ten. Die Sen­si­bi­li­tä­ten für die ein­zel­nen Stof­fe schei­nen jedoch unter­schied­lich zu sein .." heißt es bei Lern­hel­fer, doch ist das kei­ne beson­de­re Lei­stung des Geschmacks­sin­nes, son­dern eine all­ge­mei­ne Lei­stung des Ner­ven­sy­stems: Sie ken­nen sicher den Schmerz wenn man etwas Hei­ßes ange­fasst hat - und genau so fühlt es sich an wenn man etwas sehr Kal­tes für län­ge­re Zeit fest­hält - 'heiss' und 'kalt' sind also ein Fra­ge der Dau­er der Ein­wir­kung, nicht unbe­dingt der tat­säch­li­chen Tem­pe­ra­tur (wobei die Fol­gen für das Gewe­be selbst­re­dend sehr unter­schied­lich sein werden).

Gehen wir also zunächst ein­mal der Fra­ge nach wel­che die­ser bei­den grund­sätz­lich ver­schie­de­nen Struk­tu­ren gemeint sind. Da bei Kin­dern bis zur Puber­tät die Ner­ven­bah­nen noch nicht kom­plett sind, son­dern mit dem Kör­per wach­sen, kann das nicht der Teil sein, der gemeint ist. Sie sind bei Kin­dern kür­zer und in der Mas­se klei­ner, wes­we­gen also die Geschmacks­ner­ven des Mun­des gemeint sein müssen. 

".. Auf dem Zun­gen­rücken, d.h. der Zun­gen­ober­flä­che, befin­den sich neben klei­nen Erhe­bun­gen, den Papil­len zur Tast­emp­fin­dung auch sol­che zur Geschmacks­wahr­neh­mung. Man unter­schei­det Blät­ter­pa­pil­len sowie pilz­för­mi­ge und wall­för­mi­ge Geschmacks­pa­pil­len. In ihrem Inne­ren lie­gen die Geschmacks­knos­pen. Sie ähneln in ihrer Form Tul­pen­knos­pen, daher auch der Name. Oben, im Bereich der Epi­thel­ober­flä­che der Zun­ge, wei­sen die Geschmacks­knos­pen ein klei­nes Grüb­chen mit einer Öff­nung auf, den Geschmacks­po­rus. In die­sen ragen die Sin­nes­zel­len mit einem so genann­ten Geschmacks­stift­chen hin­ein .." [Quel­le]

Auch hier setzt die Über­le­gung zunächst an der Grö­ße an: Weni­ger Gewe­be deu­tet zunächst ein­mal auf weni­ger Sin­nes­zel­len hin. Doch stimmt das?

Erstens wird hier noch ver­nach­läs­sigt, dass der Geruchs­sinn funk­tio­nie­ren muss um den Geschmacks­sinn voll zu akti­vie­ren. - wenn die Nase ver­stopft ist schmeckt selbst das beste Essen nicht wirk­lich. Da das für Kin­der und Erwach­se­ne gleich­ar­tig im Ergeb­nis ist kön­nen wir es als Ursa­che für einen Unter­schied vernachlässigen.

Zwei­tens steht nicht fest, wel­che der Geschmacks­rich­tun­gen in den Sin­nes­zel­len, die den Reiz auf­neh­men, in wel­cher Zahl, d.h. in wel­chem Ver­hält­nis zuein­an­der und im Ver­gleich zum Erwach­se­nen­al­ter denn tat­säch­lich zu fin­den sind.
Hier nähern wir uns nun dem Kern der Sache und müs­sen Daten, Stu­di­en und Bewei­se fin­den, um die­se Fra­ge zu klären.

".. Ins­ge­samt neh­men Kin­der Geschmäcker erst in viel höhe­rer Kon­zen­tra­ti­on wahr als Erwach­se­ne. Eine euro­pa­wei­te Stu­die zum Ess­ver­hal­ten bei über 400 Kin­dern ergab, dass Drei­jäh­ri­ge eine Zucker­lö­sung erst dann als süß emp­fin­den, wenn sie 8,6 Gramm Zucker ent­hält. Die­se Reiz­schwel­le sinkt mit fort­schrei­ten­dem Alter: 20-jäh­ri­ge Pro­ban­den schmeck­ten bereits rund zwei Gramm den Zucker her­aus .." [Quel­le]

Das klingt doch eher so, als ob Kin­der weni­ger Geschmacks­zel­len hät­ten oder die­se, selbst wenn ihre Zahl abso­lut höher wäre eine gerin­ge­re Emp­find­lich­keit haben und daher Kin­der weni­ger gut schmecken als Erwachsene.
Nun soll man sei­ne Wahr­neh­mung nicht von einer Quel­le allein bestim­men las­sen und wir machen uns auf die Suche nach wei­te­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen zum Thema.

Da wer­den wir fün­dig und lesen fol­gen­den Text ".. Die Sin­nes­or­ga­ne sind zwar von Geburt an funk­ti­ons­tüch­tig, doch die Wahr­neh­mung ist eine Sache der Übung. Sen­so­ri­sche Tests haben gezeigt, dass Kin­der erst nach und nach fei­ne­re Unter­schie­de her­aus­schmecken kön­nen und dass dies kei­ne orga­ni­schen Grün­de hat .." [Quel­le].

Die­se Fest­stel­lung sagt also, es sei­en zwar bei Kin­dern alle ana­to­mi­schen Vor­aus­set­zun­gen gleich, aber das Schmecken sei ein Lern­vor­gang, der erst ent­wickelt wer­den müs­se. Das klingt zumin­dest für mich so, als ob Kin­der nicht bes­ser, son­dern sogar schlech­ter schmecken kön­nen. Wir lesen in die­sem Arti­kel - die Unter­su­chung wur­de mit 400 Kin­dern zwi­schen drei und acht Jah­ren durch­ge­führt - fol­gen­de Zusam­men­fas­sung ".. Mit stei­gen­dem Alter zeig­te sich in den Unter­su­chun­gen eine deut­li­che Abnah­me der unte­ren Reiz­schwel­len. Mit ande­ren Wor­ten: Je älter des Kind/der Jugend­li­che, desto gerin­ger fällt die Kon­zen­tra­ti­on aus, bei der eine Lösung gera­de noch als nicht geschmacks­neu­tral emp­fun­den wird. Die­se so genann­te Reiz­schwel­le sank beson­ders zwi­schen dem ach­ten Lebens­jahr und dem Erwach­se­nen­al­ter stark ab .." [Quel­le]

Das zeigt sehr deut­lich, wo die Unter­schie­de sind und wie sie beur­teilt wer­den müssen:
Erwach­se­ne haben zwar nicht mehr Geschmacks(-sinnes-)zellen, doch sie haben gelernt zu unter­schei­den. Das ist es was Kin­dern noch fehlt: Erfah­rung mit ver­schie­den­sten Geschmacks­trä­gern die nicht die Qua­li­tät 'süß' reprä­sen­tie­ren, für die sie von Geburt an eine extrem hohe Emp­find­lich­keit ab einem bestimm­ten Min­dest­ge­halt der Nah­rung haben.

Ande­rer­seits gibt es Unter­su­chun­gen die zei­gen, dass selbst in höhe­rem Lebens­al­ter noch Ände­run­gen der Nah­rungs­prä­fe­renz für bestimm­te Geschmacks­rich­tun­gen mög­lich sind. Nach­ge­wie­sen wur­de es aller­dings bis­her nur für den Salz­ge­halt der Nahrung:
".. there's some sci­en­ti­fic evi­dence to sup­port this expe­ri­ence. Rese­ar­chers have also inve­sti­ga­ted methods of modi­fy­ing one's food pre­fe­ren­ces so more healthful foods will be more appe­al­ing. In gene­ral — and not unex­pec­ted­ly — fla­vor and food pre­fe­ren­ces are more mal­leable when we're young (inde­ed, in ute­ro), but as adults, we can still work on them .. Seve­ral stu­dies have shown that peo­p­le who mana­ge to fol­low a low-sodi­um diet for seve­ral months wind up pre­fer­ring lower con­cen­tra­ti­ons of salt in their food. .." [Quel­le].

Doch zurück zu der Fra­ge ob Kin­der mehr Geschmacks(-sinnes-)zellen haben.
".. wenn Ihr Kind unge­fähr 5 Mona­te alt ist, sind die Geschmacks­ner­ven Ihres Babys so weit ent­wickelt, dass es sal­zig erken­nen und auch dar­auf reagie­ren kann .." [Quel­le]
Im glei­chen Bei­trag heißt es wenig spä­ter ".. In die­sem Zeit­raum ist der Geschmacks­sinn Ihres Babys sehr aus­ge­prägt. Tat­säch­lich hat ein Neu­ge­bo­re­nes eine wei­te­re Streu­ung der Geschmacks­ner­ven als ein Erwach­se­ner. Die Geschmacks­knos­pen sind im Mund, Rachen, auf der Zun­ge und auf sei­nen Man­deln zu fin­den ..". Die­se Aus­sa­ge mag dahin­ge­hend inter­pre­tiert wer­den, wie es ein­gangs postu­liert wur­de - jedoch: Es feh­len jeg­li­che Bewei­se!³ Als AutorIn wird ledig­lich ange­ge­ben '.. Geschrie­ben für Baby­Cen­ter Deutsch­land ..' - zwei­fels­oh­ne ist das weni­ger über­zeu­gend als eine wis­sen­schaft­li­che Quelle!

Damit kom­me ich auf die Dis­ser­ta­ti­on zurück, die ich ganz oben bereits erwähnt habe.
Der Zweck die­ser Unter­su­chung wird fol­gen­der­ma­ßen beschrieben:

(S.03) ".. Ziel der Stu­die war es her­aus­zu­fin­den, ob gesun­de Schul­kin­der im Alter zwi­schen fünf und sie­ben Jah­ren in der Lage sind, vier der fünf Grund­ge­schmacks­qua­li­tä­ten, näm­lich sal­zig, sau­er, süß und bit­ter sowie Was­ser rich­tig zu erken­nen und zu benen­nen und wie ihre Ergeb­nis­se im Ver­gleich zu Erwach­se­nen aus­fal­len. Dabei inter­es­sier­ten uns nicht nur die Ergeb­nis­se für die Testung im gan­zen Mund, son­dern auch die Fra­ge, ob bei Kin­dern in die­sem Alter eine regio­na­le Testung auf der Zun­ge mög­lich und sinn­voll ist .."

Zur Ana­to­mie und Phy­sio­lo­gie wird aus­ge­führt (S.25):

".. Das heißt Kin­der haben ins­ge­samt mehr Geschmacks­knos­pen als Erwach­se­ne, was aber kei­ne Rück­schlüs­se auf die Funk­ti­on zulässt. Die Inner­va­ti­on der Papil­len und Knos­pen scheint bei Kin­dern noch nicht so gut aus­ge­bil­det zu sein wie beim Erwach­se­nen (Plat­tig, 1984 aus Gui­nard, 2001) .."

Das Fazit für den Ver­gleich lau­tet (S. 26):

".. Eine Stu­die aus Öster­reich kommt zu dem Ergeb­nis, dass nur 27,3% der zehn- bis drei­zehn­jäh­ri­gen Schul­kin­der in der Lage sind alle der vier gete­ste­ten Geschmacks­qua­li­tä­ten (süß, bit­ter, sal­zig und sau­er) zu erken­nen und rich­tig zu benen­nen. 5,2% der Kin­der erkann­ten drei von vier, 35,8% erkann­ten zwei von vier, 23,6% erkann­ten eine von vier und 8,1% erkann­ten kei­ne der Geschmacks­qua­li­tä­ten. Im Ver­gleich hier­zu lie­fer­ten Erwach­se­ne bes­se­re Ergeb­nis­se. Über 70% der Erwach­se­nen erkann­ten alle Geschmacks­qua­li­tä­ten (Dürr­schmidt et al., 2008 aus Tra­ar, 2009) .."


Wegen der ins­ge­samt vor­ge­leg­ten Stu­di­en­ergeb­nis­se und den Befun­den aus die­ser spe­zi­fi­schen Dis­ser­ta­ti­on zie­he ich den Schluss, dass nicht nach­ge­wie­sen wer­den kann, dass Kin­der bes­ser schmecken kön­nen als Erwach­se­ne, son­dern umge­kehrt Erwach­se­ne bes­ser schmecken kön­nen als Kin­der.
 

 

¹ ".. Wei­te­re Sen­so­ren für Glut­amat ("Uma­mi") gel­ten als gesi­chert, mög­li­cher­wei­se gibt es auch spe­zi­el­le Sen­so­ren für Fet­te .." behaup­tet auch "Lern­hel­fer" - ohne jedoch, genau so wie der Spie­gel, die Quel­len zu nen­nen. Hat da eine Zeit­schrift von der ande­ren abge­schrie­ben und kommt es so, dass sich der­glei­chen "Erkennt­nis­se" ledig­lich dadurch her­vor­he­ben, dass sie so oft wie­der­holt wer­den, dass der Ein­druck ent­steht sie sei­en tat­säch­lich Erkennt­nis­se der Wissenschaft?

² Arlam! Wenn so etwas als Titel eines Arti­kels dasteht habe ich gro­ße Beden­ken was die Qua­li­tät des Inhalts die­ser Ver­öf­fent­li­chung angeht. Im wei­te­ren Ver­lauf des Tex­tes wird jedoch der Ein­druck abge­schwächt und durch wis­sen­schaft­lich ange­mes­se­ne Dar­le­gung aufgehoben. 

³ Aus­sa­gen ohne Bewei­se sind wis­sen­schaft­lich irrele­vant. Wer­den zudem noch quan­ti­ta­tiv mehr gegen­tei­li­ge Quel­len gefun­den, so spricht das dafür, dass in der Popu­lär­li­te­ra­tur eher Mei­nun­gen als Fak­ten ver­brei­tet werden.

Wei­te­re z.T. popu­lär­me­dia­le Quel­len die das dar­ge­leg­te Fazit unterstützen:
Sin­ne-Spe­cial - Teil 4: Das Schmecken
Appe­tit auf Geschmack; Dipl. oec. troph. Lisa Vogel
→ Aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht umstrit­ten: "orale(s) Mikro­bi­om"Der wis­sen­schaft­li­che Grund, war­um vie­le Kin­der kei­nen Brok­ko­li mögen

bookmark_borderUnverzichtbares

Pulver­kaf­fee ist eine boh­nen­lo­se Gemeinheit.

Es gibt Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten an denen nicht zu rüt­teln ist – dazu gehört, dass man unter­wegs, auf Rei­sen, Ein­schrän­kun­gen hin­neh­men muss. 

Jeder der reist hat unter­schied­li­che Bedürf­nis­se und Vor­stel­lun­gen des­sen, was unbe­dingt not­wen­dig und unver­zicht­bar ist. Für mich ist es bei­spiels­wei­se Kaf­fee. Pul­ver­kaf­fee – wie oben ein­gangs etwas lau­nisch for­mu­liert – ist da weder akzep­ta­bel noch eine tem­po­rär hin­zu­neh­men­de Einschränkung.

Was sehen Sie als unver­zicht­bar an?

bookmark_borderAnanas

Irgend­wie habe ich den Ein­druck, dass in den letz­ten Mona­ten ver­mehrt Ana­nas in den Obst­ab­tei­lun­gen ange­bo­ten wird. Her­kunfts­land Costa Rica, eines der sta­bi­le­ren Län­der in Mit­tel­ame­ri­ka und von Staats wegen dar­auf bedacht die Umwelt zu erhal­ten, nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten zu för­dern, und immer mehr Gebie­te des Lan­des in Natur­re­ser­va­te umzuwandeln.

Wenn man Ana­nas kauft hän­gen manch­mal klei­ne Zet­tel­chen dran, die erklä­ren, wie man an den Teil der Frucht kommt, der von Inter­es­se, näm­lich 'ess­bar' ist. Sehr bedau­er­lich wie das erklärt wird: Über­wie­gend falsch!


Die Abbil­dung zeigt eine fal­sche Metho­de bei der ein guter Teil des ess­ba­ren Frucht­fleischs ver­lo­ren geht - und wenn man es anders macht bekommt man mehr davon für den Ver­zehr und weni­ger Abfall.

Übri­gens:
Was bei der Suche unter "Ana­nas schä­len" an Video-Anlei­tun­gen her­aus­kommt ist trau­rig. Eini­ge Vide­os sind dilet­tan­tisch gemacht, ande­re zei­gen Men­schen die Angst vor gro­ßen Mes­sern haben, wie­der ande­re zer­mat­schen die Frucht oder wäh­len völ­lig untaug­li­che Metho­den. Bei dem mei­sten 'Köchen' geht aber mehr als nötig an Frucht verloren.

Wie es rich­tig geht
1. Strunk (Blü­ten­an­satz oben, läng­lich-spit­ze Blät­ter) quer mit Brot­mes­ser abschneiden;
2. Boden par­al­lel zum obe­ren Schnitt entfernen;
3. Frucht auf die unter Schnitt­flä­che stel­len und rund­um von oben nach unten die äuße­re bräun­li­che Haut entfernen;
4. Auf­recht ste­hen­de Frucht mit drei Schnit­ten (!) von oben nach unten längs in Sech­stel teilen;
5. Von jedem der sechs Stücke den innen lie­gen­den har­ten Kern abtrennen;
6. Je nach Wunsch in Strei­fen (längs) oder Stücke (quer) schneiden,

Man soll ja nicht nur meckern, son­dern es bes­ser machen - des­we­gen dem­nächst hier dazu ein Video ....

bookmark_borderNicht immer nur an's Essen denken ....

.... aber immer mal wieder.
Immer erst nach­se­hen, ob es die 'Vor­rats­kam­mer' noch hergibt:

Schnel­le, vege­ta­ri­sche Quiche

ZUTATEN

6 gro­ße Möh­ren, gewürfelt
1 Des­sert­schäl­chen Oliven
1 Des­sert­schäl­chen Pilze
2 Gemüsezwiebeln
4 Zehen Knoblauch
Basi­li­kum, Mus­kat (gerie­ben)
------------------------
5 gehäuf­te Ess­löf­fel 10% Yoghurt
2 - 3 Eier (2x XL oder 3x M)
------------------------

ZUBEREITUNG
- Möh­ren mit etwas Mus­kat bestreu­en und 10 Minu­ten auf mitt­le­rer Stu­fe in der Mikro­wel­le garen, kalt wer­den lassen;
- Zwie­beln 10 Minu­ten dto. (nicht zusam­men, weil die Zwie­beln abge­gos­sen wer­den müs­sen, sie ver­lie­ren Flüs­sig­keit beim Erhit­zen. Kalt wer­den lassen;
- der­wei­len Oli­ven und Pil­ze kleinschneiden;
------------------------
- Die Eier mit dem Mixer schau­mig rüh­ren, Yoghurt zuge­ben, gut durch­mi­schen, damit die Mas­se flüs­sig wird, ggf. ein bis zwei Eßlöf­fel Milch zugeben;
------------------------
- Zwie­beln in ein Sieb schüt­ten, um die Flüs­sig­keit zu entfernen.
- Klein­ge­hack­ten Knob­lauch, Pil­ze, Oli­ven, Möh­ren und die Zwie­beln mit zwei gestri­che­nen Tee­löf­feln Salz in eine Schüs­sel geben, reich­lich Basi­li­kum dar­über streu­en, und alles gut ver­mi­schen. Wer's mag: etwas Kar­da­mom dar­über streuen.
------------------------
Fer­tig­teig­bo­den [z.B. "Tan­te Fan­ny" fri­scher Quiche- & Tarte-Teig]¹ aus­rol­len und 15 Minu­ten ruhen las­sen bevor der Belag dar­auf gege­ben wird. Alter­na­tiv einen Piz­za­bo­den­teig bereiten.
Über den gleich­mä­ßig ver­teil­ten Belag nun vom Rand her zur Mit­te das Yoghurt-Ei-Gemisch gießen.

Back­ofen mit 200°C vor­hei­zen, dann das run­de Piz­za­blech ein­schie­ben, und bei 170°C (Umluft) für ca. 30 Minu­ten backen. Die Ober­flä­che muss geschlos­sen und leicht ange­bräunt sein.

VARIANTE
Vor Auf­brin­gen des Bela­ges drei Schei­ben jun­gen Gou­da erst in Strei­fen, dann in Qua­dra­te schnei­den und den Boden damit bele­gen, son­sti­gen Belag dar­über aufschichten. 

Guten Appe­tit!

¹ kei­ne bezahl­te Wer­bung, ledig­lich 'gute Erfahrung'.

bookmark_borderBrot

Hin­weis:
Sofern Sie für das The­ma "Brot backen" nichts übrig haben und es nicht selbst machen wol­len rate ich die­sen Arti­kel zu über­sprin­gen und mor­gen etwas ande­res hier zu lesen. Ich schrei­be hier ja auch als Erin­ne­rung für mich selbst um spä­ter ein­mal nach­voll­zie­hen zu kön­nen was wann los war daheim und in der Welt. Diens­tag ist nor­ma­ler­wei­se "Gedich­te-Tag", der fällt die­ses mal aus, und Mitt­woch gibt es wie­der ein 'rich­ti­ges' Thema.

Man glaubt es kaum, aber trotz unzäh­li­ger Koch­blogs und son­sti­ger Koch- und Back­sei­ten besteht nir­gend­wo so recht eine ver­nünf­ti­ge Anlei­tung wie man es als Anfän­ger angeht .... dach­te ich nach stun­den­lan­gem Suchen, bis ich schließ­lich heu­te auf eine Sei­te kam die das gesam­te Pro­ze­de­re rich­tig erklärt und noch dazu Tipps gibt die tat­säch­lich helfen.

Was ich schon wuss­te war, dass eher flüs­si­ge Tei­ge, die noch leicht kleb­rig sind, län­ger gebacken wer­den sol­len, eher feste Tei­ge dem­entspre­chend weni­ger. Viel­fach wird zwar dar­auf hin­ge­wie­sen, dass man scharf 'anbackt' mit hoher Tem­pe­ra­tur (250-280°C) und nach 10-15 Minu­ten her­un­ter­schal­tet .... tja, und dann war da sehr oft kei­ne wei­te­re Anga­be zur gesam­ten oder der ver­blei­ben­den Back­zeit. Was soll ich als Anfän­ger mit der Aus­sa­ge " ..die wei­te­re Back­zeit rich­tet sich nach der Grö­ße, der Mehl­art und dem benutz­ten Ofen.. " anfan­gen? Wer sowas schreibt soll­te es lie­ber las­sen, das hilft nie­man­dem so recht weiter.

So, das Brot ist jetzt im Ofen, die erste Pha­se ist vor­bei, es sind noch ca. 30 Minu­ten Back­zeit übrig (gesamt waren es 55 Minu­ten). Wenn es fer­tig ist mache ich ein Bild und stel­le es hier rein.

Nun wer­den Sie sich fra­gen war­um ich mir die Arbeit machte.
Erstens weil ich den­ke es ist gut das mal zu üben, damit man es im Not­fall auch kann.
Zwei­tens hat­te ich kein Brot mehr - aber noch die lecke­re Pfäl­zer Leber­wurst .... dafür braucht man Brot und an einem Fei­er­tag spät­abends hat kein Laden offen wo man das bekommt.
Drit­tens schmeckt natür­lich die Leber­wurst nicht auf dem als Not­fall­re­ser­ve vor­ge­hal­te­nen Knäcke­brot, das könn­te ich wegen andau­ern­der Wund­hei­lungs­stö­rung nach der Zahn­ex­trak­ti­on sowie­so nicht kauen .... 

PS
Noch ein Hin­weis: Falls mal das Inter­net aus­fällt soll­te man ein paar Rezep­te aus­ge­druckt haben, oder natür­lich von Hand geschrie­ben, je nach Gusto. Dann kann man nach die­sen Rezep­ten auch arbei­ten, wenn es kein Inter­net gibt. Meist ist es mög­lich sogar auf einem Grill mit einer Pfan­ne mit gut schlie­ßen­dem Deckel Brot zuzu­be­rei­ten - nur für den Fall, dass auch der Strom aus­ge­fal­len ist ....

BIL­Der

 

 

bookmark_borderNächtliche Aktvitäten

Wäh­rend die­ser Zeit der Unsi­cher­heit gibt es vie­le Vor­schlä­ge für *Akti­vi­tä­ten*, die hel­fen sol­len sich zu beschäf­ti­gen. Eini­ge davon - das hat der (zwei­te) New Yor­ker black­out von 1965 gezeigt - gehen laut *Volks­mund* - angeb­lich nicht ohne Fol­gen ab:
Wie spä­ter erforscht wur­de war eine angeb­li­che Spit­ze bei den Gebur­ten offen­bar ledig­lich eine Zei­tungs­en­te. Als *sto­ry* hält sich das hart­näckig und tauch­te bei dem Strom­aus­fall im Novem­ber 2005 im Mün­ster­land wie­der auf. Nun, bei der erzwun­ge­nen Qua­ran­tä­ne, wird das bestimmt erneut die Phan­ta­sie beflügeln ....

1965:
Im Nord­osten der USA und in vie­len Tei­len Kana­das fiel am 9. Novem­ber 1965 für ca.30 Mil­lio­nen Men­schen der Strom aus.


1977:
" ..Maro­die­ren­de Hor­den plün­der­ten über 1600 Geschäf­te und leg­ten mehr als 1000 Brän­de. Bis heu­te miss­trau­en die New Yor­ker dem maro­den Strom­netz - zu Recht .." 

Das war es aber nicht, wovon ich berich­ten will - hier geht es um einen Hefe­zopf mit Rosi­nen und Zimt, den ich am 01.04. abends zube­rei­tet & gebacken habe:

 

Soll­ten Sie nun Appe­tit bekom­men haben, hier das Rezept:
Die Zutaten
- 270 g Mehl
- 90 g Zucker (kann auf 60g redu­ziert werden)
- 12 Tee­löf­fel Salz
- 1 Wür­fel fri­sche Hefe
- 180 ml Milch, ange­wärmt auf ca. 45-50°C
- 3 Eßlöf­fel Olivenöl
- 1 Ei

- 125g Rosi­nen / Sul­ta­ni­nen min­de­stens 6h ein­wei­chen und immer ein­mal vor­sich­tig(!) umrüh­ren bis sie schön rund­lich-prall gewor­den sind.

- 50 g Zucker mit
- 1 Eßlöf­fel Zimt mischen und bei­sei­te stellen.

- ein Ei tren­nen, das Eigelb mit ein wenig Was­ser (kalt) auf­mi­schen und einen Back­pin­sel bereit halten.

Mehl, Zucker, Salz mischen und eine Mul­de in der Mit­te las­sen. Die Hefe dort hin­ein brö­seln, mög­lichst klei­ne Bröck­chen. Nun die erwärm­te Milch vor­sich­tig über die Hefe gie­ßen, mit einem sau­be­ren Küchen­tuch bedecken und an einem war­men Ort für 10-15 Minu­ten gehen las­sen. Wenn sich Bla­sen gebil­det haben und die Hefe-Milch-Flüs­sig­keit hoch­ge­stie­gen ist kann es wei­ter­ge­hen. Das Öl und das zim­mer­war­me(!) Ei bei­geben und mit Küchen­ma­schi­ne oder Mixer gründ­lich mischen. Nach und nach noch­mal 60-80g Mehl zuge­ben, so lan­ge, bis der Teig sich ver­fe­stigt und all­mäh­lich vom Schüs­sel­rand löst.
Jetzt die gut abge­tropf­ten Rosi­nen zuge­ben und auf klei­ner Stu­fe unter­zie­hen bis sie gleich­mä­ßig im Teig ver­teilt sind.

Mit einem Teigs­cha­ber (Spa­tel) den Teig auf ein bemehl­tes Brett geben und die Hän­de mit Mehl bestäu­ben - nun kne­ten Sie den Teig ca. 120 mal, jeweils mit einer Vier­tel­dre­hung - immer mit dem Spa­tel lösen und ein wenig(!) Mehl zuge­ben, wenn der Teig anfängt zu kleben.

Nach dem Kne­ten in drei etwa glei­che Stücke Teig tei­len, jedes Stück zu einer lan­gen Wurst for­men - die Län­ge soll­te etwa gleich sein. Wenn Sie mögen nun in der Zucker-Zimt-Mischung wäl­zen und dann zu einem Zopf flech­ten (sie­he ober­stes Bild).

Den fer­ti­gen Zopf stel­len Sie nun - auf Back­pa­pier, noch­mals für 15-30 Minu­ten warm, bedeckt mit einem Küchen­hand­tuch, und zwar so lan­ge, bis sich das Volu­men etwa um die Hälf­te ver­grö­ßert hat. Unter­des­sen den Back­ofen auf 190°C / Umluft vorheizen.

Jetzt strei­chen Sie die Ei-Was­ser-Mischung vor­sich­tig und gleich­mä­ßig auf die Ober­flä­che des Zop­fes. Danach ab damit in den Back­ofen, den Sie jetzt auf 180°C / Umluft her­un­ter­dre­hen. Back­zeit unge­fähr 25-30 Minu­ten, ach­ten Sie dar­auf, dass die Ober­flä­che nicht zu dun­kel wird, wenn doch legen Sie ein Stück Alu­fo­lie mit der blan­ken Sei­te nach oben auf den Zopf. Zügig, den Ofen nicht zu lan­ge auflassen!

Am Ende der Back­zeit im Back­ofen ein wenig mit geöff­ne­ter Tür abküh­len las­sen, dann her­aus­neh­men und auf einem Git­ter abküh­len las­sen. Sofern Sie Zucker­guss mögen (ich nicht) kön­nen Sie nun 80 g Puder­zucker mit wenig Was­ser zu einer honig­ar­tig flie­ßen­den Mas­se ver­rüh­ren und in Strei­fen oder flä­chig auf dem noch war­men(!) Zopf verteilen.

Zube­rei­tungs­zeit 90 Minu­ten, Back­zeit (max.) 30 Minu­ten; ohne Rosineneinweichung.

PS:
Die­sen Hefe­teig kön­nen Sie auch [ohne Rosi­nen] für Blech­ku­chen zube­rei­ten, Belag Früch­te und/oder Streusel.

bookmark_borderTante Emmi hat das auch geholfen ....

[Bild­quel­le]

Es graust mich immer wie­der wenn ich "Erfolgs­ge­schich­ten" als Beweis für irgend­ei­ne Behand­lung, Diät oder Lebens­wei­se lesen muss. Sie kom­men ein­fach nicht dar­auf sich ein­mal mit *rich­ti­ger Wis­sen­schaft* zu beschäf­ti­gen vor lau­ter G'schaftlhuberei [Drit­ter Absatz].
Wer sich andau­ernd rund­um ver­tei­di­gen zu müs­sen glaubt hat wahr­schein­lich wenig Zeit etwas kon­kret zu stu­die­ren, da muss eben Mei­nung her­hal­ten anstatt Bewei­se zu prä­sen­tie­ren. Ein ande­rer Teil die­ser Über­zeug­ten hat das anson­sten eher reli­gi­ös begrün­de­te Sen­dungs­be­wusst­sein, das *Welt­ret­ter-Syn­drom*.

Mein kürz­lich ver­stor­be­ner Schwie­ger­va­ter, er wur­de 95, hat Zeit sei­nes Lebens eine def­ti­ge Brot­zeit geschätzt. Er lieb­te Schin­ken, Aal und geräu­cher­te Mett­würst­chen. Sein Bier­chen und ab und an ein Schnäps­chen hat er mit Genuß getrun­ken. Bis vor ein paar Jah­ren sei­ne aus­ge­such­ten kuba­ni­schen Zigar­ren geraucht und war bis zwei Wochen vor sei­nem Tod min­de­stens drei Mal in der Woche unter­wegs. Je ein­mal in einer sei­ner drei bevor­zug­ten Knei­pen. Wegen der Gesel­lig­keit, und weil es da Sol­ei­er und Bou­let­ten vom Tre­sen gab.

Jetzt wäre es bil­lig dage­gen zu hal­ten und den Vega­nern das Bei­spiel um die Ohren zu hau­en. Ich begnü­ge mich damit es hier so auf­ge­schrie­ben zu haben wie es war.


Sehen Sie an die­sem Bei­spiel doch bit­te die Gemein­sam­keit, nicht das was trennt:
Da ist näm­lich die Tat­sa­che, dass ein ein­zel­ner Fall - mag er auch noch so über­zeu­gend dar­ge­stellt wer­den - nie der "Beweis" für eine Annah­me sein kann. Es ist eine anek­do­ti­sche Bege­ben­heit, mehr nicht.
 

 
Anders als die Vega­ner käme ich nicht auf die Idee, die­se Lebens­art mei­nes Schwie­ger­va­ters zu einer Bewe­gung "Wie wer­de ich min­de­stens 95 Jah­re alt" machen zu wol­len .... es reicht schon, wenn ande­re ihr "Sen­dungs­be­wusst­sein" ausleben.

 

bookmark_borderChinesisch verkaufen & Kunden binden

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Da stau­nen Sie, lie­be Leser, denn bis­her habe ich noch nie chi­ne­si­sche Sil­ben­zei­chen im Blog gezeigt und die­se Zei­chen­grup­pe sagt auch etwas ganz bana­les: "Die Signa­tur wird von NetEase Mail­box Master angepasst".

Vor eini­ger Zeit hat­te ich drei Vor­le­ge­tei­le und ein klei­nes Känn­chen bestellt. ["click!" vergrößert]
Als sie anka­men waren klei­ne Zet­tel­chen bei­gelegt, die ein Geschenk ver­spra­chen wenn man zu einer bestimm­ten Web­sei­te geht und es dort anfordert.

Das Geschenk wur­de ange­zeigt, es war ein wei­te­res Vor­le­ge­teil das die Fir­ma "new­ness" auch noch im Ange­bot hatte.

Als ich auf die Sei­te ging um es anzu­for­dern wur­de mir dort ange­zeigt "Ihr Geschenk ist ein Apfel­ent­ker­ner" - sowas brau­che ich nicht, weil ich es schon habe.

Ich schrieb der Fir­ma, dass nach deut­schem Recht eine sol­che Ankün­di­gung für den Ver­käu­fer, der den Cou­pon bei­gelegt hat, bin­dend ist und er das Geschenk sen­den muss, was er anbot - und dass eine Ände­rung nicht rech­tens son­dern Betrug sei.

In der dar­auf fol­gen­den Woche bekam ich das auf dem Zet­tel ver­spro­che­ne Geschenk. Das nen­ne ich nun mal eine rich­ti­ge und zufrie­den­stel­len­de Reak­ti­on gegen­über Kun­den, die man als Kun­den behal­ten möch­te. Zumal die Gerä­te nicht gera­de *bil­lig*, son­dern form­schön und ant­spre­chend gestal­tet sind.


[Ent­hält Hin­wei­se auf "ama­zon" Arti­kel - es han­delt sich NICHT um bezahl­te Werbung!]

bookmark_border"Detox" ist die neue "Entschlackung"
*update* [12.02.2022]

jib Eine neue Ära, eine neue Bezeich­nung für den­sel­ben Quatsch - der frü­her schon x-mal wider­legt wur­de, aber wie ein Jack-in-the-Box [Schach­tel­teu­fel]* stets aufs neue zum Vor­schein kommt.

*edit/update*


Zu die­sem The­ma "Smoothie-Detox-Ent­gif­tung" gibt es einen aktu­el­len Arti­kel bei "Spek­trum" → Wei­tem­ei­ers Wider­spruch: Ent­gif­tung ohne Effekt der mei­ne fol­gen­den Aus­füh­run­gen von 2017 unterstützt.

 

Detox Delight NEU: PURE Delight


ist die kon­se­quen­te Verd­eng­lischung des­sen, was in Heil­prak­ti­ker­krei­sen als "Ent­schlackungs­kur" prak­ti­ziert wird.
In "life-style"-bewußten Krei­sen ist Heil­prak­ti­ker "out", man wen­det sich den vor­der­asia­ti­schen, indi­schen Heil­kün­sten zu. Um das zu ver­schlei­ern bedient man sich der eng­li­schen Wort­ge­bil­de die teils eng­li­sche, teils deut­sche Antei­le haben - oder schlicht­weg Über­set­zun­gen sind. Also heißt "Ent­schlacken" jetzt "Detox". Da braucht man sich wenig­stens die kom­pli­zier­ten Chakra & son­sti­ge Bezeich­nun­gen nicht zu mer­ken und kann trotz­dem beim small-talk über Vege­ta­ris­mus, Vega­nis­mus - ver­meint­lich 'gesun­des Essen' - mitreden.

Detox für 56€ für eine Woche ist Ihnen doch ihre Gesund­heit wert? Oder eine mehr­wö­chi­ge "Kur" für knapp 1.000,- €uro? Sie wol­len ja schließ­lich fit­ter, gesün­der & sexy sein ... und die­se fürch­ter­lich gefähr­li­chen basi­schen "Schlacken" 'aus­lei­ten' ....

Ach­tung: Text­aus­zü­ge kur­siv, mei­ne Anmer­kun­gen nor­ma­ler Satz.

" .. Statt auf Ross­kur für Kör­per und Geist setzt Frau Pur­zer auf eine sanf­te wie effek­ti­ve basi­sche Ent­gif­tungs­kur, die „die Zel­len mit Vit­ami­nen und Vital­stof­fen über­flu­tet“ und so dem Orga­nis­mus hilft, sich selbst bei der Ent­gif­tung zu helfen .. "

Wie Frau Pur­zer es hin­be­kommt sau­re Frucht­säf­te - die nach Aus­sa­ge zu den Pro­dukt­in­halts­stof­fen stets Apfel ent­hal­ten - "basisch" zu machen ist mir ein Rät­sel - aber schließ­lich haben die mit­tel­al­ter­li­chen Zau­be­rer ja auch ver­spro­chen einen Men­schen aus der Retor­te oder mit dem Stein der Wei­sen Gold zu erschaffen

" .. Früh am Mor­gen mischt man sich hei­ßes Was­ser mit Zitro­ne, die, auch wenn man das genau anders­her­um ver­mu­ten wür­de, basisch wirkt und den Säu­ren ent­ge­gen­wirkt, die durch fal­sche Ernäh­rung und zu viel Stress aus­ge­löst werden. .. "

Ein wei­te­res Wun­der der Chemie:
Die Zitro­nen­säu­re wird mit hei­ßem Was­ser ver­mischt und wird nicht nur ver­dünnt, son­dern schlägt auf ein­mal zu 'basisch' um. Scha­de, dass uns Frau Pit­troff nicht ver­rät wel­cher beson­de­re, den Fach­che­mi­kern bis­her unbe­kann­te Mecha­nis­mus das bewirkt. Sie wird es ver­mut­lich selbst nicht wis­sen - sonst hät­te sie es bestimmt erklärt.

Die Aus­sa­ge basiert wohl auf einem Arti­kel in der NZZ, der wie­der­um eine omi­nö­se "PRAL-Wert"-Tabelle!! zitiert. In der die Zitro­ne (unver­dünnt) mit -2,5 ange­ge­ben wird, im zuge­hö­ri­gen Text wird behaup­tet Zitro­nen­säu­re wir­ke 'basisch' - eine Erklä­rung wie­so das so sein soll fehlt allerdings. 

Die­se PRAL-Wert-Tabel­le ist mitt­ler­wei­le als wis­sen­schaft­li­cher Unfug ent­larvt. Weil nicht die phy­sio­lo­gi­schen Stoff­wech­sel­me­cha­nis­men, also die bio­che­mi­schen Pro­zes­se auf der Zell­ebe­ne, zugrun­de gelegt wer­den, son­dern eine Ver­bren­nung von Sub­stan­zen mit Rück­stands­be­stim­mung im Labor. Dabei ver­brennt der ioni­sier­te Was­ser­stoff (H+) - und zurück blei­ben nur die basi­schen Bestand­tei­le. Der Orga­nis­mus ist aber kein Labor in dem etwas ver­brannt wird, schon dar­aus ergibt sich, dass die­se Tabel­le blan­ker Unsinn ist. Herr Berg konn­te es nicht bes­ser wis­sen, denn zu sei­nen Leb­zei­ten steck­te die Bio­che­mie noch in den Kinderschuhen ....

Hart­näckig klam­mern sich die "Schlacke­ent­gif­ter" und nun auch "Deto­xer" an die­se Tabel­le um ihre The­ra­pie oder Pro­duk­te (pseu­do-) wis­sen­schaft­lich zu untermauern.

[Quel­le der Zita­te oben]

Im Anzei­gen­teil - auf­ge­macht wie redak­tio­nel­ler Text (!), um dem Inhalt mehr Gewicht zu ver­lei­hen - heißt es:

" .. Astrid Pur­zer hat Deutsch­lands ersten Lie­fer­ser­vice für eine Roh­kost­kur gegrün­det, mit der man ent­schlacken kann. Dass sich vie­le Exper­ten über die­sen Begriff lustig machen (»Schlacken gibt es nur im Klär­werk«), ringt der klu­gen Geschäfts­frau ein Lächeln ab. »Wer Schlech­tes isst, fühlt sich schlecht«, sagt sie. Und umge­kehrt gilt auch: Gute Nah­rung lässt einen aufblühen .. "
[Quel­le]

Frau Pur­zer hat durch­aus recht mit ihrer Aus­sa­ge - die hat nur den Feh­ler das Argu­ment nicht zu ent­kräf­ten. Es gibt kei­ne Stoffwechselschlacken!

Die Autorin Usch­ka Pit­troff - die die zitier­ten Arti­kel ver­faßt hat - schreibt öfter zu die­sem und ähn­li­chen The­men [Ayur­ve­da­ku­ren; Pan­chak­ar­ma-Kur]. Für genü­gend Geld tun man­che Men­schen Alles .... holi­stisch gespro­chen [= ganz­heit­lich], wie Frau Pit­troff es gern aus­drückt, weil es so schön gelehrt klingt:

Neben „Vata“ (aus Luft und Raum), „Pit­ta“ (aus Feu­er und Was­ser), „Kapha“ (aus Was­ser und Erde) wirkt bei der Autorin offen­bar haupt­säch­lich „Pecu­nia“ (aus Metall und Papier, oder gleich elektronisch....).

Wenn Lai­en, und als sol­che getraue ich mich Frau Pur­zer zu bezeich­nen - die aus der Infor­ma­tik kommt und nir­gend­wo berich­tet sie habe eine natur­wis­sen­schaft­li­che Vor­bil­dung [Bio­che­mie, Bio­lo­gie, Che­mie, Phy­sik] - wenn also sol­che Lai­en wie Pur­zer und Pit­troff über "Eiweiß" reden sträu­ben sich mir die Nacken­haa­re, denn meist kommt nur gequirl­te ..., äh, gequirl­ter Unsinn dabei heraus:
" .. Pro­te­in bzw. Eiweiß steckt nicht nur in Fleisch, Fisch oder Milch­pro­duk­ten, son­dern auch in Obst, Gemü­se, Nüs­sen, Spros­sen, Samen und Hül­sen­früch­ten. Die­se wert­vol­len pflanz­li­chen Pro­te­ine ver­daut unser Kör­per sogar wesent­lich bes­ser, da die Ami­no­säu­ren-Struk­tur weni­ger kom­plex ist als bei tie­ri­schem Eiweiß .. "
[ aus faq]

In Wahr­heit ist das Gegen­teil der Fall:
Pflanz­li­che Eiwei­ße sind schlech­ter ver­füg­bar! Weil die Zel­len erst auf­ge­bro­chen wer­den müs­sen. Das bedeu­tet für den Men­schen ver­mehr­te Stoff­wech­sel­ar­beit und redu­ziert so die auf­ge­nom­me­ne Men­ge des in den Pflan­zen­zel­len ent­hal­te­nen Eiwei­ßes (Pro­te­in = Eiweiß).
Bereits im Magen des Men­schen wer­den tie­ri­sche Eiwei­ße gespal­ten, pflanz­li­che Eiwei­ße dage­gen erst im dahin­ter lie­gen­den Dünndarm.
[Die Zusam­men­set­zung von Eiweiß aus Tie­ren und Pflan­zen unter­schei­det sich: Tie­ri­sches Eiweiß ist dem des Men­schen ähn­li­cher in der Anzahl und Zusam­men­set­zung der Bau­stei­ne, den Ami­no­säu­ren. Pflanz­li­che Eiwei­ße ent­hal­ten nicht alle vom Men­schen benö­tig­ten Ami­no­säu­ren (und man­che Vit­ami­ne) - des­we­gen neh­men Vega­ner die­se als Ergän­zungs­mit­tel zu sich.
Zum Stoff­wech­sel sie­he => HIER; mehr zu Eiweiß → DORT]

Zu vege­ta­ri­scher / vega­ner Ernäh­rung all­ge­mein noch ein Zitat [pdf]:
" .. Wären die Theo­rien von Berg [das ist der Berg, der die PRAL-Wert-Tabel­le erfun­den hat] rich­tig, müss­ten Roh­köst­ler die besten Kno­chen haben und Body­buil­der, die Mol­ken­ei­wei­ße schlucken, eines schö­nen Tages ein mor­sches Ske­lett auf­wei­sen. Kli­ni­sche Stu­di­en zei­gen ein ande­res Bild:
Je vege­ta­ri­scher die Kost, desto schlech­ter die Knochengesundheit.
Ver­gleicht man die Kno­chen­dich­te von Gemischt­köst­lern mit der von Vege­ta­ri­ern, die tie­ri­sche Pro­duk­te mei­den, ist bei den Vege­ta­ri­ern die Kno­chen­dich­te durch­wegs schlechter.
Am schlech­te­sten schnei­den Roh­köst­ler ab (wegen der vie­len Säu­ren in rohem Obst und Gemüse) .. "

Zum Abschluß noch ein Kun­den­dienst für mei­ne Lese­rin­nen & Leser - ich über­set­ze das Wer­be-Deng­lisch von der "Detox Delight-Ent­gif­tung" (zu Deutsch: Ent­gif­tungs Ent­zücken-Ent­gif­tung) ins Deut­sche, und schon klingt es gar nicht mehr so suuuper toll:

 
Ori­gi­nal   Über­set­zung
   
Detox Ein­mal­eins   Ent­schlackungs-/Ent­gif­tungs- Einmaleins
   
Cle­an­se Vorbereitung    Rei­ni­gungs­vor­be­rei­tung
   
Juice Delight Easy mit Aktivkohle-Lemonade    Saft Freu­de leicht mit Aktiv­koh­le-ange­rei­cher­ter, ver­wäs­ser­ter Zitronenverdünnung
   
Der Cle­an­se mit der Extra­por­ti­on Protein    Der Rei­ni­ger mit mehr Eiweiß als nötig wäre
   
Mit Clean Eating ins neue Jahr starten    Mit sau­be­rem Essen ins neue Jahr star­ten
und mei­ne Kas­se füllen

 
 

OK, lie­be Lese­rin­nen und Leser, der Neben­satz "und mei­ne Kas­se fül­len" ist eine Hin­zu­fü­gung von mir.
Ganz bewußt.
Weil ich es für eine unzu­läs­si­ge Unter­stel­lung hal­te, dass alle Men­schen die sich nicht von den Pro­duk­ten der Frau Pur­zer ernäh­ren unsau­be­res, also "drecki­ges" Essen zu sich nehmen ....

Hier­zu gibt es einen aktu­el­len Arti­kel bei "Spek­trum" → Wei­tem­ei­ers Wider­spruch: Smoothie-Detox: Ent­gif­tung ohne Effekt

!!
„Poten­ti­al renal acid load“, poten­ti­el­le Säu­re­be­la­stung der Niere.

* Abbil­dung Jack in the Box {public domain}

*update* [04.08.2019]; Erst­ver­öf­fent­li­chung 19. Jan 2017 um 1:28

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Detox: Braucht unser Kör­per Tees, Shakes und Pfla­ster zum Ent­gif­ten? | Dr. Wim­mer | NDR Gesund [Video]

bookmark_borderErnährung: Eiweiß

Es wird ja der­zeit nichts so hef­tig dis­ku­tiert als die Fra­ge wie man sich 

1. aus gesund­heit­li­chen Grün­den und
2. aus Grün­den des Umweltschutzes 

ernäh­ren sollte.

Eine wesent­li­che Rol­le für (1) spielt dabei die Zusam­men­set­zung der Nah­rung, was Aus­wir­kung auf (2) hat, weil es dar­um geht die opti­ma­le Ver­sor­gung mit allen wesent­li­chen Nah­rungs­be­stand­tei­len zu beden­ken und des­we­gen die Bau­stei­ne der Diät sinn­voll auszuwählen.

Wie mög­li­cher­wei­se vie­le Men­schen aus ihrem Bio­lo­gie­un­ter­richt erin­nern braucht der Mensch Pro­te­in, zusam­men­ge­setzt aus Eiweiß­bau­stei­nen, in mög­lichst gün­sti­ger - das heißt zu sei­nem eige­nen Muster pas­sen­den - Men­ge der Ein­zel­stof­fe. Die 20 Bau­stei­ne der Eiwei­ße, genannt "kano­ni­sche Ami­no­säu­ren" kön­nen über­wie­gend aus ein­an­der in unse­rem Kör­per her­ge­stellt werden. 

Doch es gibt eini­ge davon, die nicht auf die­sem Wege gewon­nen wer­den können:
Es sind die soge­nann­ten "essen­ti­el­len Ami­no­säu­ren", für deren Her­stel­lung wir nicht die nöti­gen Stoff­wech­sel­we­ge haben.

Sol­che Ami­no­säu­ren müs­sen wir Men­schen dem­nach als Nah­rung zu uns neh­men. Ob sie aus pflanz­li­cher Quel­le stam­men (Gemü­se, Obst, Nüs­se, Samen) oder aus tie­ri­schen Nah­rungs­mit­teln (Fleisch, Milch, Eier) ist dabei uner­heb­lich - sie sind che­misch gese­hen völ­lig iden­tisch. 'Iden­tisch' heißt in die­sem Fall 'aus­tausch­bar' bzw. 'nicht zu unter­schei­den'. Ihre Frei­set­zung aus dem Nah­rungs­ei­weiß und die Zer­le­gung des Eiwei­ßes in die Ami­no­säu­rebau­stei­ne sind ein Teil des Stoff­wech­sels.

Der Unter­schied in der Ernäh­rungs­wei­se - und die Beson­der­hei­ten, die zu beach­ten sind - rührt daher, dass in Pflan­zen die Men­ge der ein­zel­nen Bau­stei­ne von Pro­te­inen sehr ver­schie­den ist von dem, was in tie­ri­schen Nah­rungs­stof­fen vor­han­den ist. Je mehr die­se Ver­hält­nis­se von Ami­no­säu­ren zuein­an­der denen glei­chen die wir in unse­rem Kör­per haben, desto weni­ger Stoff­wech­sel­ar­beit muss der Kör­per leisten. 

Das bedeu­tet: Weni­ger Nah­rung muss (men­gen­mä­ßig) zuge­führt wer­den. Weni­ger Zufuhr wie­der­um ist gleich­be­deu­tend mit weni­ger Stoff­wech­sel­ar­beit und das hat weni­ger Ener­gie­ver­brauch zur Fol­ge. Man nennt die­se Rela­ti­on zwi­schen Nutz­bar­keit und Auf­nah­me­men­ge "Bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit". Pflanz­li­che Pro­te­ine haben meist eine gerin­ge­re bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit, weil sie sich in der Zusam­men­set­zung von der des Men­schen unterscheiden.

Refe­renz­wert für die bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit ist Vollei, des­sen bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit als 100 defi­niert wird. Bei­spie­le fin­det man bei WIKIPEDIA.

"Wer­tig­keit" ist also kein Wert­ur­teil über die in Fra­ge ste­hen­de che­mi­sche Sub­stanz, das Pro­te­in, oder sei­ne Bau­stei­ne, die Ami­no­säu­ren, son­dern ledig­lich über deren men­gen­mä­ßi­ge Brauch­bar­keit für den mensch­li­chen Stoffwechsel.

Weni­ger Nah­rungs­zu­fuhr bei pas­sen­der bio­lo­gi­scher Wer­tig­keit bedeu­tet natür­lich weni­ger *Logi­stik* - wir nen­nen es ja im All­tags­ge­brauch schlicht *ein­kau­fen* .... und nach Hau­se tra­gen. Bes­se­re Ver­wert­bar­keit bedeu­tet dem­nach zugleich mehr Bequem­lich­keit durch gerin­ge­res Gewicht und Volu­men. Das wird zukünf­tig bestimmt eini­ge Ände­run­gen in den Gewohn­hei­ten erfor­dern - wenn sich, zwangs­läu­fig, die Gewohn­hei­ten umstel­len müs­sen um umwelt­scho­nen­de Ver­sor­gung zu erreichen.

Vor dem Hin­ter­grund von wach­sen­den Beden­ken gegen die Mas­sen­tier­hal­tung und der dar­aus ent­stan­de­nen Beden­ken hin­sicht­lich des Tier­wohls, sowie der öko­lo­gi­schen Nach­tei­le die dar­aus erwach­sen, ist es sinn­voll den Fleisch­kon­sum zurück zu fah­ren und über pflanz­li­che Alter­na­ti­ven nachzudenken.

Dazu abschlie­ßend zwei Hinweise:
Zuerst muss das Lebens­al­ter in Erwä­gung gezo­gen wer­den, denn mit zuneh­men­dem Alter ist die Ver­stoff­wechs­lung redu­ziert, es wer­den leich­ter Man­gel­zu­stän­de ein­tre­ten als bei jün­ge­ren Personen.

Zwei­tens ist eine dra­sti­sche "Sofort­um­stel­lung" nicht sinn­voll, denn der Kör­per ( = Stoff­wech­sel) braucht eine Über­gangs­zeit, um sich auf die geän­der­te Nah­rungs­zu­sam­men­set­zung ein­zu­stel­len. Sinn­voll ist daher mit einem Tag pro Woche zu begin­nen und all­mäh­lich zu stei­gern - sofern man die­se Umstel­lung in die Tat umset­zen will.

Sicher ist es mög­lich sich rein pflanz­lich zu ernäh­ren. Ob es aller­dings für die Ein­zel­per­son auch sinn­voll ist sei dahin gestellt. So, wie man 'einen alten Baum nicht mehr ver­pflan­zen soll' oder 'einem alten Hund kei­ne neu­en Tricks bei­brin­gen' kann, ist es eine Fra­ge der eige­nen Lebens­qua­li­tät, wie weit man die­se Umstel­lung trei­ben will. Wahr bleibt auch, dass unser Kör­per auf Misch­kost ein­ge­stellt ist, eine rein pflanz­li­che Ernäh­rung macht zwar einem Ele­fan­ten kei­ne Pro­ble­me beim Mus­kel­auf­bau, uns als Misch­köst­lern schon. Des­we­gen rate ich zu einer modi­fi­zier­ten Kost, in der Fleisch nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen wird.

So wie damals ange­dacht → Öko­fa­schi­sten aber bit­te nicht ...!