Ist 'Vandalismus' für eine vermeintlich 'gute Sache' entschuldbar?

In unse­rem hie­si­gen Kur­park ste­hen Hin­weis­schil­der. Die machen dem Besu­cher klar, wel­che Absicht hin­ter der jewei­li­gen Bepflan­zung steckt und zu wel­cher Jah­res­zeit die größt­mög­li­che Fül­le die­ser aus­ge­wähl­ten Arten vorkommt.

Es gibt eini­ge rück­sichts­lo­se Per­so­nen, die die­se all­ge­mei­ne Infor­ma­ti­on mit selbst­ge­mach­ten Zet­teln über­kle­ben, auf denen sie ihre Anlie­gen einem grö­ße­ren Publi­kum bekannt machen wollen.

In letz­ter Zeit ste­hen beson­ders christ­li­che Auf­for­de­run­gen auf die­sen Zet­teln, sie sind mit Unmen­gen an Tes­a­band fest­ge­klebt. Eine Miß­ach­tung der Absicht, die die­se Infor­ma­ti­ons­ta­feln haben.
Hier ein Beispiel

[Da der Text im obe­ren Bereich schlecht les­bar ist, eine bes­se­re Auf­nah­me nicht gemacht wer­den konn­te (→Tesa/Reflektion!) schrei­be ich auf was da zu lesen ist:
".. Öff­ne die Tür zur Erlö­sung bevor es zu spät ist; Jesus klopft an dei­ne Tür und war­tet dar­auf, dass du ihn in dein Leben hin­ein lässt, denn er möch­te dir hel­fen. Er möch­te dich von dei­nem Schmerz hei­len und dir Lie­be schen­ken. Also lass ihn heu­te hin­ein! ♥ .. "]

Nach­dem ich den Text mehr­mals gele­sen habe ist mir die Zwei­deu­tig­keit aufgefallen:
Erset­zen Sie 'mal 'Jesus' mit "Dein Freund" - und schon wan­delt sich der Inhalt der Aus­sa­ge ins Frivole ....

Kommentare

  1. Also, das geht ja nun gar nicht: Sie kön­nen nicht einen Text ver­än­dern ['fri­vo­li­sie­ren'] und ihn dann dafür kri­ti­sie­ren, er sei frivol.
    Gleich­wohl ist die­ses Über­kle­ben ein Unding. Ob aber ein Amt, Park­wäch­ter oder wer sonst zustän­dig wäre, sich die Zeit nimmt, das wie­der zu ent­fer­nen? Anzei­ge erstat­ten? Dafür ist das 'Ver­ge­hen' wohl zu gering­fü­gig. Viel­leicht ist hier Selbst­hil­fe angesagt.

    1. Dan­ke für den Hin­weis, Frau iGing,

      ich woll­te auf die­se Zwei­deu­tig­keit nur hin­wei­sen, mein Haupt­an­lie­gen war & ist auf die­se unsäg­li­che Frech­heit hin­zu­wei­sen, mit irgend­wel­chen Anlie­gen beschrie­be­ne Zet­tel­chen ein­fach im öffent­li­chen Raum auf öffent­li­chen Hin­weis­ta­feln aufzukleben.

      War­um habe ich nicht zur Selbst­hil­fe gegriffen?
      Weil die Gefahr einer Fehl­deu­tung besteht - jemand der beob­ach­tet wie ich mich dar­an zu schaf­fen mache könn­te mich für den Ver­ur­sa­cher eines mög­li­cher­wei­se vor­han­de­nen Scha­dens hal­ten .... und wie soll­te ich dann nach­wei­sen, dass ich es nicht war?

        1. Wenn der Enkel­be­such abge­schlos­sen ist und ich wie­der etwas mehr Zeit habe wer­de ich nach­se­hen - und wenn die Zet­tel noch da sind anrufen ....

    1. Es wäre mir prin­zi­pi­ell egal - denn im Grun­de geht es um die Frech­heit 'öffent­li­ches Gut' für 'pri­va­te Zwecke' zu miss­brau­chen, und zwar ohne jede Über­le­gung oder Reue! Dass es from­me Chri­sten­men­schen tun wirft kein gutes Bild auf deren Erzie­hung und Gemeinsinn.

      1. Zeigt eigent­lich deren Fana­tis­mus bei der Sache.

        Oder, ich weiß ja nicht, ob die seit neue­stem auch die 14-Jäh­ri­gen anheu­ern, Zeug für sie zu kle­ben und auf­zu­hän­gen, wie das die NPD in ihren bes­se­ren Tagen einst mal gemacht hat...

        1. Der Schrift nach zu urtei­len könn­te um die 14 und weib­lich stim­men - die­ser Grup­pe ist es wohl eher eine "Her­zens­an­ge­le­gen­heit", aller­dings muss irgend­wer die Moti­va­ti­on dafür schü­ren .... es klingt außer­dem nach 'Frei­kir­che', da ist die Mis­sio­nie­rung ein Teil des Geschäftsmodells.

        2. Wäre in etwa die Alters­grup­pe, mit denen das die poli­ti­schen Extre­mi­sten frü­her schon gemacht haben.
          Haben die Kids irgend­wel­che Fly­er ver­teilt oder - noch typi­scher - die Later­nen­pfäh­le und son­sti­ge Plät­ze, die gut fre­quen­tiert sind, mit irgend­wel­chen Auf­kle­bern tape­ziert, wo dann aktio­ni­sti­sche Sprü­che drauf ste­hen oder was auch immer, was man einem bestimm­ten poli­ti­schen Milieu oder Ver­ein zuord­nen kann.

        3. Gene­rell könn­te das die beab­sich­tig­te Grup­pe sein, noch nicht erfah­ren genug um die 'böse' Absicht zu erken­nen, noch vol­ler Enthu­si­as­mus. Bei dem spe­zi­el­len The­ma den­ke ich aller­dings an geziel­te Indok­tri­na­ti­on zum Zweck der Aus­nut­zung als 'bil­li­ge' Informationsverbreiter ....

        4. Für neue Schäf­chen - ja.

          Aber, sei man mal offen, war­um hat die NPD gera­de als Wer­ber sol­che Halb­wüch­si­gen frü­her rekrutiert?
          Die kriegt man noch schnell dar­an, an einen Scheiß zu glau­ben, der von vorn bis hin­ten nicht stimmt oder schlüs­sig ist; dann neh­men die 'ne gute Mark für alles immer gern ent­ge­gen; und zu guter Letzt sind die noch so unge­hemmt, die kle­ben Auf­kle­ber und spray­en Graf­fi­ti über­all 'rauf, was nicht bei drei auf den Bäu­men ist oder wo man ihnen sagt, dass sie da so etwas drauf machen sollen.
          Nai­vi­tät + Bereit­schaft, sich nicht an Gren­zen zu hal­ten bzw. sie zu übertreten.
          Sehr pas­send für sol­che Jobs.

        5. Die Gut­gläu­big­keit ist bedau­er­li­cher­wei­se nicht auf die­se Alters­grup­pe begrenzt! Wohl aber dort kon­zen­trier­ter als bei älte­ren Men­schen. Bilan­zie­rend darf man wohl fest­hal­ten: Glau­bens­ge­mein­schaf­ten die aktiv mis­sio­nie­ren sind eher geneigt unbe­darf­te jun­ge Men­schen als bil­li­ges und wider­stands­lo­ses 'Hilfs­per­so­nal' zu rekru­tie­ren. Ein­mal abge­se­hen von die­sen unsäg­li­chen Gra­tis-Blät­tern (Zei­tun­gen mag ich die­se Mach­wer­ke nicht nennen).

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