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*update*
Siehe hierzu auch → Donald Trump - eine Schande
nichts ist so, wie es zu sein scheint ....
Im Verlauf der Geschichte hat es mehrere Anläufe gegeben die Welt nicht durch das Wirken von Göttern, sondern durch Wissen und Beweise zu erklären.
Das führte bereits vor 2.800 Jahren in Griechenland zu einer Konfrontation zwischen den gläubigen Traditionalisten und den fortschrittlichen Denkern die fünf Jahrhunderte anhielt. Die Philosophen hatten die überzeugenderen Argumente und konnten viele Dispute für sich, bzw. ihre Postulate, Hypothesen entscheiden.
So wurde schon in 'grauer Vorzeit' der Grundstein für unseren derzeitigen Wissensstand und Wissenseifer gelegt, für deren Vervollständigung Wissenschaftler sich engagieren.
In der finsteren Zeit zwischen den Jahren 500 und 1.500 betrieb (in Europa und Vorderasien) die Kirche mit eiserner Hand die Ausrottung aller Gedanken und Lehren, die ihr gefährlich werden konnten - was bedeutete: Ihren Anspruch auf absolute Beherrschung des gesamten Lebens der Menschen auch nur in Frage zu stellen.
Bis schließlich die "Aufklärung" genannte Epoche vor ungefähr 300 Jahren ihren Durchbruch erlebte. Seither konnte diese sich gegen alle Widerstände - vor allem aus den sogenannten 'christlichen' Lehren und deren Vertretern - behaupten.
Was allerdings nicht bedeutet, dass die Religionen etwa einen "status quo" akzeptieren und sich damit begnügen würden wenn man sie ungehindert gewähren ließe. Nein, sie versuchen immer und immer wieder sich in alle Gegebenheiten einzumischen und Regeln in ihrem Sinne zu beeinflussen. Die längst festgezurrte Trennung von Kirche und Staat ist das Bollwerk, das sie wieder und wieder zu erstürmen suchen - und das auch mit wenig "christlichen" Mitteln!
Montesquieu hat die Gewaltenteilung vorgeschlagen - Exekutive, Legislative und Judikative voneinander zu trennen, die zuvor von den Kirchenleuten zusammen 'gehalten' wurden um so ihre Macht zu verteidigen.
Voltaire wurde ins Gefängnis geworfen weil er den Herrscher angriff - was ihn allerdings nicht bremsen konnte und zu einem lebenslangen Aktivisten gegen Kirchen- und Adelsprivilegien machte.
John Locke postulierte der Herrscher sei von den Untertanen zu bestimmen, nicht von Gott auserwählt - dementsprechend hinterfragte er die Rechtmäßigkeit von Dynastien, von religiös begründeten Kriegen und Unterwerfung Andersdenkender.
Die amerikanischen Vordenker Jefferson, Adams, Madison und Franklin - sicher nicht in all ihren Veröffentlichungen und Taten das, was wir heute als "aufgeklärte Demokraten" ansehen würden, haben Gedanken der Aufklärung in die Verfassung einfließen lassen. Der weniger bekannte George Mason sorgte für die Erklärung der "Bill of Rights", die Individuen vor Drangsalierung durch Gruppen oder Regierung schützen.
Friedrich II. und Kant stehen für die Aufklärung im deutschen Sprachraum - einen "Deutschen Staat" gab es ja noch nicht.
Was wir also "Aufklärung" nennen ist ein Gebilde aus vielen Facetten, an denen viele aufgeschlossene Menschen über mehrere Jahrhunderte mitgewirkt haben. Immer gegen den Widerstand der Herrscher und der Kirchen, oft unter Einsatz ihres Lebens und der Drohung lebenslanger Not.
Gegen den konservativen Widerstand wurden Rechte erfochten:
- Frauenwahlrecht
- Gewerkschaften
- Altersversorgung
- Arbeitslosenversicherung
- sexuelle Revolution, Empfängniskontrolle & gleichgeschlechtliche Beziehungen
Es hat sich gezeigt, dass letztendlich die mehrheitlich gewollte Änderung von Gesetzen sich durchgesetzt hat. Die Konservativen, die Beharrer, die Ablehner mußten der Entwicklung ihren Lauf lassen. Und so wird es mit vielen anderen Themen noch weiter gehen. Rückschläge sind in den Jahrhunderten immer wieder einmal aufgetreten, um nachher wieder korrigiert zu werden. Insoweit ist immer Hoffnung. Selbst wenn es einmal richtig finster aussieht.
Meine Großmutter (väterlicherseits) war zeitlebens nicht besonders religiös. Etwa ein Jahrzehnt vor dem Ausgang des 19. Jahrhunderts geboren, war es allerdings für eine Dame der höheren Gesellschaft nicht *schicklich* sich als ungläubig zu 'outen'. Man blieb nach außen hin der Taufkonfession treu, was man dachte ging niemanden etwas an. Sie erzählte mir einmal, dass es auf dem abgelegenen Gut wenig Abwechslung gab und daher der Kirchgang für sie eine willkommene 'Zerstreuung' darstellte. Zumal gerade Frauen (und insbesondere junge Damen) sich selten aus ihrer gewohnten Umgebung heraus bewegten, es sei denn, es mußten dringende Dinge wie ein Arztbesuch oder Kleiderkauf in der nächstgelegenen Großstadt erledigt werden. Das war wegen des damit verbundenen Umstandes eine wirkliche Seltenheit.
Da hatten wir nun eine junge Frau die der Kirche eher fern stand, das aber nicht nach außen zeigen, geschweige denn diskutieren konnte. Ihr Glück war einen Mann zu finden, der selbst mit Kirche wenig im Sinn hatte. Trotzdem heirateten die Beiden kirchlich (protestantisch) - es wäre anders gesellschaftlicher Untergang gewesen.
Das junge Paar zog alsbald nach Hamburg. So befreite es sich von gesellschaftlichen Zwängen und konnte die Vorteile der eher anonymen Lebensweise in der Großstadt für sich nutzen. Der frühe Tod des Mannes, meines Großvaters, im I. Weltkrieg überschattete das weitere Leben der jungen Mutter - sie hatte erst zwei Jahre zuvor einen Knaben geboren, meinen Vater. Alleinstehend und fast mittellos, mit Kind, als 'höhere Tochter' nicht in einem Brotberuf ausgebildet, zu einer Zeit, in der es beileibe nicht als 'normal' galt auf dieser Basis sein Leben zu führen.
Das war - nach ihrer eigenen Aussage - der Zeitpunkt in dem sie sich vollends von der Kirche löste und fortan beim Amte als *konfessionslos* eingetragen war.
Nach dieser etwas längeren Vorgeschichte geht es nun um das, was der Titel anspricht: Rückversicherung!
Die Frau Großmutter hatte das Pech in höherem Alter an Parkinson zu erkranken, was in der damaligen Zeit, den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, noch schlecht behandelbar war - es gab nur ein einziges Medikament, Artane, das zur Verfügung stand. Daneben wurde mit Adamantan [genauer: Amantadin] experimentiert, heute ist es als Virostatikum und in einer Molkülabwandlung als Mittel gegen Demenz in Gebrauch. Die Prognose war daher nicht besonders rosig, weil sich selbst unter Medikation das Vollbild der Krankheit in etwa zehn Jahren entwickelte. Damals, heute kann dies wesentlich verzögert werden.
Wegen der fortschreitenden Symptomatik mußte meine Großmutter dann schließlich in ein Pflegeheim einziehen, weil nur dort eine "Rund-um-die-Uhr"-Betreuung möglich war. Es war ein katholisches Pflegeheim, spezialisiert auf die Erkrankung und zudem noch in der Nähe zu unserem Wohnort, sodass meine Eltern ab und an dort hin fahren konnten. Als ältestes Kind - meine Schwestern sind 8 und 10 Jahre jünger - durfte ich mehrmals mitfahren um die Großmutter, die immer hinfälliger wurde, zu besuchen.
Als es zwischendurch einmal sehr schlecht um sie stand und wir sie besuchten erzählte sie mir, sie sei nun auf alles vorbereitet, denn sie habe die sogenannte *letzte Ölung*, ein katholische Ritual, erhalten. Mein Vater fragte sie, wieso sie das zugelassen habe, wo sie doch ihr Leben lang kirchenfern gelebt habe, worauf sie antwortete:
"Man weiß ja nie - und schaden kann es bestimmt nicht!"
Das Prinzip heißt "Rückversicherung" - sollte man sich geirrt haben und es gibt doch einen Gott kann es ja nicht schaden, sich ihm noch vor dem Tode zuzuwenden.
Dieses Prinzip findet man häufig, auch hinsichtlich ganz anderer Gegebenheiten. So wählen beispielsweise viele Menschen einen Verein nicht wegen des Vereinszweckes, sondern um dazu zu gehören. Oder sie gehen zu Betkreisen, kirchlichen Chören, etc. - weil es gemeinhin ja positiv aufgenommen wird sich da zu integrieren um 'gute Taten' und 'christliches Verhalten' zu zeigen.
Es ist nach meiner Auffassung eine nicht besonders ehrenwerte Handlung etwas abzulehnen und sich dann irgendwie 'abzusichern' - es ist wie Verrat am eigenen Denken und Handeln, mindestens aber unehrlich.

Aber wer weiß? Möglicherweise sitzt ja die Frau Großmutter auf einer Wolke und amüsiert sich königlich engelsgleich über meine Ausführungen ....

Weitere Posts zu "Opa erzählt vom Krieg":
Saisonware
Burger & Kopfrechnen ....
Bei *twitter* hatte ich kürzlich ein Zitat➀ von J. B. Corbyn (Labour; GB; youtube-video) in der timeline das aus einem Gedicht von Percy Bysshe Shelley➁ stammt. Nachdem ich nun mehr von diesem außergewöhnlichen Menschen gelesen habe muß ich sagen:
Dass ich ihn bisher nicht kannte war ein Versäumnis!
Allerdings stehe ich da wohl nicht alleine auf weiter Flur und muß mich schämen - wie im nachfolgenden Zitat zu lesen ist:
» .. Welcher große Dichter der Neuzeit wäre in Deutschland so wenig gekannt wie Shelley? Wird seine Weltflüchtigkeit, sein exzentrischer Idealismus auch stets ein Hinderungsgrund sein, daß Shelley irgendwo oder irgendwann populär werde, so ist der Umstand doch betrübend, daß er, Englands größter Lyriker, der ideale Dichterphilosoph, der freigeistigste und kühnste aller Engländer, selbst den hochgebildeten deutschen Leserklassen fast ein Fremder ist. Die Hauptschuld an diesem auffallenden Mangel an Interesse für den großen Dichter trägt jedoch der Umstand, daß unsere Literaturforscher denselben dem Publikum zu wenig vermittelt haben. Shelley ist von diesen in hohem Grade vernachlässigt worden .. «
Für die Zeit der Entstehung (frühes 19. Jahrhundert, 1819) handelt es sich um ein sehr mutiges, gewagtes Gedicht. Schaut man den Lebenslauf des Dichters an, so wird klar, dass er mit "Autoritäten" seine Probleme hatte.

The Necessity of Atheism
Weil er sich von seinem Werk The Necessity of Atheism [Über die Notwendigkeit des Atheismus; First published in 1811; 1813 re-printed in an expanded version.] nicht lossagen wollte wurde er der Universität Oxford verwiesen.
Percy Bysshe Shelley ertrank kurz vor seinem 30 Geburtstag. Was er an Schriften und Gedichten hinterlassen hat steht in keinem Verhältnis zu seinem Alter - da gibt es viele Kunstschaffende und Philosophen die in doppelt so vielen Jahren nicht halb soviel geschaffen haben ....
Ein Zitat aus "Vorsicht Glosse! Ansichten eines Regenwurms":
» .. Shelley definierte sich selbst mit einer griechisch verfaßten Inschrift in einer Hütte in den Schweizer Alpen: „Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Percy B. Shelley.“
Kein christlicher Demokrat also, und damit ist einer in diesem Lande auch heute noch erledigt, und wenn er ein Genie sein sollte. Erledigter als erledigt wäre aber, wer es wagte, das geheiligte Tabu Demokratie zum Gegenstand kritischer Erwägungen zu machen.
Das tat Shelley, als er schrieb:
„Ich will nicht den gesunden Menschenverstand dadurch beleidigen, daß ich auf der Lehre von der natürlichen Gleichheit der Menschen bestehe.“
Im selben Jahre, 1813, schrieb er an seinen Freund Hogg: „Vielleicht wirst Du sagen, daß mein Republikanismus stolz ist; er ist gewiß weit entfernt von der Bierkneipen-Demokratie und weiß, mit welchem Lächeln er die servilen Beifallskundgebungen des wankelmütigen Pöbels anzuhören hat.“ .. «
Wie sie unschwer erkennen, liebe Lesende, bin ich vom Denken & Werk des Percy Bysshe Shelley sehr angetan. Nachfolgend befasse ich mich nun mit seinen Aussagen in "The Necessity of Atheism". Einleitend erst ein weiteres Zitat, diesmal von Shelley, eine Art Grundsatzerklärung:
»God is an hypothesis, and, as such, stands in need of proof: the onus probandi rests on the theist.
[Percy Bysshe Shelley, 1810]
Im Folgenden unternehme ich den Versuch eine (sinngemäße) Übersetzung zu liefern, die stellenweise eine Vereinfachung bzw. Kürzung des Textes bedingt - ohne deren grundsätzliche Aussage zu verfälschen. Grundlage ist der Text unter diesem Link → https://en.wikisource.org/wiki/The_Necessity_of_Atheism_(Shelley), den ich interessierten Lesern, die über vertiefte Englischkenntnisse verfügen, zur Lektüre empfehlen möchte. Dort ist - gegenüber der hier geschriebenen verkürzten Fassung - der komplette Text zu finden.
Glaube, so stellt Shelley fest, ist eine Überzeugung, deren Stärke, wie bei allen Überzeugungen, direkt proportional von dem Grad der Beweisführung abhängt.
Den ersten Platz nehmen dabei die Sinne ein.
Den zweiten Platz nehmen selbst gewonnene Erfahrungen ein.
Den dritten Platz nehmen die mitgeteilten Erfahrungen Dritter ein, die in die eigene Erfahrung eingegangen sind.
Es kann keine Beweisführung akzeptiert werden die der Vernunft entgegen steht; Vernunft wiederum basiert auf der sinnlichen Wahrnehmung. Jeder Versuch einer Beweisführung für die Existenz Gottes kann und muß daher einer dieser drei Beweissäulen zugeordnet werden:
Jene, die behaupten mit ihren Sinnen Gott wahrgenommen zu haben, sind die wahrhaft "Überzeugten" - allerdings gibt es keine für Jedermann sichtbare Erscheinung die jemals beschrieben worden wäre. Der Gott den Theologen beschreiben war und bleibt "unsichtbar".
Es wird zweitens behauptet, Alles was ist sei undenkbar ohne einen Schöpfungsprozeß oder eine Existenz seit aller Ewigkeit. Auch das, was seit aller Ewigkeit existiert müsse einen Grund gehabt haben um existent zu werden.
Sofern dies auf das Universum angewandt werden soll muß ein Schöpfungsprozeß bewiesen werden. Dieser Entwurfsvorgang muß bewiesen werden bevor ein "Entwerfer" angenommen werden kann.
Aus unserer eigenen Existenz können wir eine irgendwie geartete Ursache für deren Entstehung annehmen. Diese schöpferische Kraft ist nicht erklärbar oder zu reproduzieren. Daraus allerdings herzuleiten es sei eine höhere, allwissende und unbegreifliche Macht am Werke führt nicht weiter, im Gegenteil, es führt zu einer noch unwahrscheinlicheren, unverständlichen Begründung.
Drittens gibt es "Zeugnisse". Deren Wahrhaftigkeit können wir aber nur glauben, wenn die Annahme zutreffend ist, dass diese Zeugen freiwillig und ohne Zwang (durch Androhung ewigen Leides oder Belohnung) diese Erscheinungen erlebt haben. Sollten daran Zweifel sein, so sind derartige Zeugnisse zu verwerfen. Nur diejenigen Personen die meinen das erlebt zu haben können es glauben - für Andere ist es kein Beweis und daher wertlos.
Nach Begutachtung dieser drei Säulen ergibt sich der Schluß, dass es für die Existenz eines kreativen Gottes keinerlei Beweise gibt. Wer also glaubt erliegt einem Trugschluß des eigenen Geistes. Wenn jemand demgegenüber nicht glaubt, so ist das keine bestrafenswerte Tat. Hingegen scheinen diejenigen, die glauben, gezwungen zu sein ihre Fehleinschätzung zu revidieren. Jeder denkende Geist muß daher anerkennen: Es gibt keinerlei Beweise für die Existenz eines Gottes.
[Weiter führt Shelley aus welche Gedankengänge sich anschließen können - und stellt schließlich fest, dass sie allesamt um den zentralen Punkt der Grenzen unseres (derzeitigen) Wissens kreisen. Nähme man einen Gott an, so seien die Fähigkeit zu Verstandesleistung, Philosophie, Rechtsempfinden, und Allem was den Menschen dazu bringt nach Tugend zu streben, hinfällig.]
Wenn wir unsere Vorstellungen von der Gottheit erklären wollen, müssen wir zugeben, daß der Mensch durch das Postulat "Gott" niemals die Ursache dessen, was er sah, erklären konnte; er hat diese Erklärung nur dann gebraucht, wenn ein Einfluß der natürlichen und bekannten Ursachen nicht mehr erkennbar war. Sobald Menschen am Ende ihres Wissens waren, oder wenn ihr Verstand den Ereignissen nicht mehr folgen konnte, kürzten sie die Schwierigkeit ab und beendeten Forschungen, indem Gott als letzte Ursache bezeichnet wurde. Das heißt, was jenseits aller Ursachen war, war dann "Gottes Werk". So wiesen Menschen aber, wenn sie wegen Faulheit (zu Denken) oder wenn sie an Grenzen ihres Wissens stießen, einer unbekannten Ursache eine vage Bezeichnung zu. Jedes Mal, wenn wir sagen, dass Gott der Urheber eines Phänomens ist, bedeutet das, dass wir nicht wissen, wie ein solches Phänomen mit Hilfe von Kräften oder Ursachen funktionieren konnte, die wir in der Natur kennen.
Wenn also Unfähigkeit natürliche Phänomene zu erklären zur Schaffung von Gott (Göttern) geführt hat, kann Erkenntnis (Erklärung dieser Tatsachen) umgekehrt zu ihrer Abschaffung beitragen.
Mit dieser Aussage möchte ich hier abschließen. Die weiteren Ausführungen bei Shelley befassen sich mit Überlieferung, der Rolle von Institutionen, der Abwägung des Aufwandes für Religion einerseits und Erkenntnis der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge andererseits.
Schließlich stellt Shelley die Frage:
".. If God wishes to be known, cherished, thanked, why does he not show himself under his favorable features to all these intelligent beings by whom he wishes to be loved and adored? .."
[Wenn Gott gekannt, geschätzt und bedankt werden will, warum zeigt er sich nicht mit all seinen Vorzügen den intelligenten Wesen gegenüber, von denen er geliebt und verehrt werden möchte?]
Das ist eine Frage die mir gefällt. Ich glaube(!) allerdings nicht, dass sie mir noch vor meinem Ableben beantwortet werden wird.
"Stand ye calm and resolute,
Like a forest close and mute,
With folded arms and looks which are
Weapons of unvanquished war.
And if then the tyrants dare,
Let them ride among you there;
Slash, and stab, and maim and hew;
What they like, that let them do.
With folded arms and steady eyes,
And little fear, and less surprise,
Look upon them as they slay,
Till their rage has died away:
Then they will return with shame,
To the place from which they came,
And the blood thus shed will speak
In hot blushes on their cheek:
Rise, like lions after slumber
In unvanquishable number!
Shake your chains to earth like dew
Which in sleep had fallen on you:
Ye are many — they are few!"
Übersetzung des letzten Absatzes
„Erhebt euch wie Löwen nach dem Schlummer
In unüberwindlicher Zahl –
Schüttelt eure Ketten ab wie Tau,
Der im Schlaf auf euch gefallen ist –
Ihr seid viele – sie sind wenige.“
War George Orwell ein Bote aus der Zukunft
der uns warnen wollte?
Betrachtet man die Entwicklung rund um die Welt - weg von Humanität und sozialem Denken, hin zu Menschenverachtung und rechtsradikalem Rassismus - so gibt es viele Beispiele für Fehlentwicklungen deren Folgen unsere Nachkommen dauerhaft beeinträchtigen werden. Das gilt für den exzessiven Ressourcenverbrauch ebenso wie für die vielfältige Verschmutzung und Verseuchung der Umwelt von der wir Alle leben¹. 
Vielen Menschen scheint der Kreislauf der atembaren Gase und des Wassers auf unserem Planeten, und unsere Abhängigkeit von Pflanzen und Tieren für deren Stabilität nicht bewußt zu sein.
Über Jahrtausende haben die Glaubensgemeinschaften den Menschen gesagt "Macht euch die Erde untertan" - und damit der Zerstörung ihr OK gegeben.
Im gesellschaftlich-politischen Bereich unseres Lebens mehren sich die Zeichen des Verfalls: Familien brechen auseinander oder werden gar nicht erst gegründet, man rennt dem materiellen Besitz nach und vergißt dabei, dass es nur ein Leben zu leben gibt und man kein Leben 2.0 haben wird um alles anders, möglicherweise besser zu machen.
Da kommt für mich George Orwell mit seinem Werk "1984" ins Spiel.
Aus den Sci-Fi Stories in den Medien kennen wir den ewigen Kampf um den Erhalt von Imperien, sei es mit sanften oder drastischen Mitteln. Orwell hat eine Diktatur von "Big Brother" in "1984" beschrieben - und wenn man genau hinsieht entdeckt man unendlich viele Parallelen dazu in unserer Zeit.
War George Orwell also ein Bote aus der Zukunft
der uns warnen wollte?
Ist er gekommen um uns zu warnen indem er in seinem Buch die Verhältnisse beschrieb auf die wir zusteuern? Ist deswegen in "1984" mit Analogien gearbeitet worden, die uns 'bekannt' vorkommen sollen, um uns dazu zu bringen vom derzeitigen Pfad in den Untergang abzugehen, und uns zu besinnen bevor es zu spät ist?
Orwell hat bestimmt in guter Absicht geschrieben. Er unterschätzte wohl die Trägheit der Massen, die überwiegend in seinem Buch lediglich eine weitere spannende, alternative Zukunftsvision sehen, und die Warnung, die darin versteckt ist, ignorieren. Die anvisierte Zielgruppe gleich nach Erscheinen [Englische Erstausgabe 08.Juni 1949; Deutsche Erstausgabe 1950] war noch von Krieg und Völkermord gezeichnet. Zu jener Zeit hatten die Menschen Besseres zu tun als Bücher zu lesen - es gab wenig zu essen und das zu beschaffen war zeitaufwendig.
Hätte da ein Botschafter aus der Zukunft nicht ein besseres Zeitfenster gewählt? Man könnte einwenden: Vielleicht steht es nicht in der Macht derer die in der fernen Zukunft leben das so genau zu bestimmen? Mindestens hat das Buch später, als für die Grundbedürfnisse gesorgt war, doch noch eine große Verbreitung gefunden. Immerhin werden, wenn man heute von übermäßiger staatlicher Überwachung spricht, oft "1984" oder "Orwell'sche Verhältnisse" als Kürzel für solche Zustände benutzt. Viele kennen also den Autor und den Titel - bedauerlich nur, dass sie den Inhalt nicht so gut kennen, und wenn doch, ihn nicht zum Anlaß nehmen den politisch Verantwortlichen die Fragen zu stellen, die sich daraus herleiten.
Warum geben sich die Botschafter aus der Zukunft - von denen Orwell einer hätte sein können - nicht einfach zu erkennen und stoßen die nötigen Veränderungen an um eine "bessere Zukunft" sicher zu stellen? Daran ist die Oberste Direktive schuld [Zitat]:
".. ein Ausdruck des Prinzips der Nichteinmischung, vor allem, aber nicht ausschließlich, gegenüber Präwarp²-Zivilisationen, weshalb sie deskriptiv auch Nichteinmischungsdirektive genannt wird .."
Wir wissen aus den Sci-Fi-Serien und -Filmen, dass es den Warnern aus der Zukunft verwehrt ist direkten Einfluß auf das aktuelle Geschehen einer vergangenen Kultur zu nehmen.
Diese Grundregel³ wird auch in anderen Sci-Fi-Werken und -Filmen immer wieder zum Gegenstand gemacht, denken wir nur an die Terminator-Reihe, in der die Risiken eines Zeit-Paradoxons durch die Reise von der Zukunft in die Vergangenheit oder von dort in die Zukunft thematisiert sind.
Wenn also George Orwell ein Bote aus der Zukunft war, der uns durch die Schöpfung des Buches "1984" indirekt warnen wollte, wäre es dann nicht an der Zeit Maßnahmen zu ergreifen dieses Schicksal von uns abzuwenden?
-----------------------------------------------------------------------------
¹
Abbildung Karbonkreislauf | Gemeinfrei
File: Carbon cycle-cute diagram-german.png; Erstellt: 20. Mai 2011
²
Präwarp-Zivilisationen sind solche, die noch nicht schneller als Lichtgeschwindigkeit reisen können.
³ Zitat
Die „Oberste Direktive“ ist der wichtigste politische Grundsatz der Föderation. Sie enthält ein verbindliches Nichteinmischungsprinzip in die internen Angelegenheiten anderer Zivilisationen, ganz besonders, solange diese noch keine Warp-Technologie entwickelt haben. Solche „Prä-Warp-Zivilisationen“ genießen den besonderen Schutz ihrer kulturellen und geistigen Entwicklung vor Einflüssen aus höher entwickelten Zivilisationen. Die oberste Direktive schließt ein prinzipielles Verbot aller Maßnahmen ein, die geeignet sein könnten, die natürliche Entwicklung einer Prä-Warp-Zivilisation zu verändern, selbst wenn dies unter den besten Absichten oder unbemerkt geschähe. Erlaubt sind lediglich getarnte anthropologische Beobachtungsexpeditionen mit dem Ziel der Erforschung nicht raumfahrender Zivilisationen unter Beachtung der Nichteinmischung.
Siehe hierzu auch: https://www.ifex.org/europe_central_asia/2018/07/04/censorship-machine-lgbt-poland
Wenn es zum "Schwure" kommt erkennt man die wahre Haltung:

Quelle Bildzitat: http://www.tagesschau.de/inland/oezil-guendogan-steinmeier-101.html
"Respekt" für einen diktatorisch agierenden Staatschef der die Opposition ins Gefängnis wirft und die Presse mundtot macht? Instinktlosigkeit ist hier noch eine milde Beurteilung dessen, wessen sich diese Fußballer schuldig gemacht haben.
Kleine Zusammenstellung anläßlich der anstehenden Inthronisierung von Frau Nahles an der Parteispitze der SPD - wird sie gewählt ist es endgültig um die SPD geschehen, sie wird untergehen.
*update* [24.04.2018]
Siehe dazu eine Bilanz der "NachDenkSeiten"
→ https://youtu.be/XL7GBQx2b-4
01. April 2014
Manuela Schwesig konkretisiert ....
.... und immer daran denken: Nichts ist so, wie es zu sein scheint ...!



.

[Diskussionsbeitrag aus folgender Quelle]
Als ich am 13. August 2015 meinen Artikel zum sogenannten "RAP" schrieb formulierte ich so ' .. Es ist eine Aneinanderreihung von übelster Gossensprache, mit rassistischen Untertönen .. und Machoparolen gespickt .. '
Solche Machwerke auch noch mit Preisen auszuzeichnen, weil ein Teil der irregeleiteten Jugend - wegen mangelnder Anleitung in Geschmacksfragen aus ihrem Elternhaus - eine Zeit lang solchen Dreck gut findet, mindestens so lange, bis nach der Pubertät bei ihnen wieder der Kopf ihre Handlungen bestimmt, ist der Triumph von Geld über Verstand.
Hier zeigt sich, dass die gesellschaftlichen Werte sich schon sehr weit verschoben haben, heimlich, still und leise ist moralisches Denken "out" und der Run nach dem Geld "in" geworden - koste es was es wolle!
Der Autor des oben gezeigten Zitates ist dabei noch freundlich, wenn er "RAP" als "Musigenre" bezeichnet, für was ich das halte kann ich hier nicht hinschreiben ....
*update* [13.03.2020]
Zu welchen Folgen diese Hofierung von Verbreitern solcher vertonten Unverschämtheiten führt kann man dort → „Ich kann gerne Täter werden“: Fler und die parasoziale Bedrohung nachlesen - das sollte jeden vernünftig denkenden Menschen gegen dieses Lumpenpack mit Gossensprache auf die Barrikaden bringen!
Und komme mir niemand mit "künstlerischer Freiheit"!
Wer sich derart als Bedrohung erweist gehört wegen Gemeingefährlichkeit aus dem Verkehr gezogen.
Today a friend sent a newsletter - and I couldn't resist to show some alternatives to the author's conclusions. Most Americans ask questions and state the obvious. But the 'brainwash' in the basic school system keeps them from questioning "American Exceptionalism" and military / secret services intervention and covert actions around the world. And it has gotten worse through the years since after WWII .... no end in sight.
[source: Simon Black; http://sovereignman.com/]
“What is it about this place that makes it so poor?”
It was a simple question posed to me by a friend as we walked the streets of Managua, Nicaragua earlier this week.
Nicaragua is a lovely place. But it’s poor. Very poor. It’s the least developed economy in Central America... and that’s saying something.
But it’s worth considering: what makes an economy like Nicaragua so poor? And what makes others so wealthy?
Having traveled to nearly 120 countries, I’ve seen the full range of rich and poor nations. And I’ll tell you, it has nothing to do with natural resources or anything like that.
I often have meetings with senior ministers and government officials around the world who tell me all about the amazing resources they have in their country.
“We have so much forestry land,” or, “Our bauxite reserves are among the highest in the world…”
Irrelevant. Venezuela has incredible oil reserves. Yet they’ve been living in poverty for years.
(Now that oil prices are down the Venezuelan government has had to declare every single Friday a holiday because they can’t afford to keep the lights on.)
Ukraine has some of the most exceptional farmland on the planet. But the country is totally broke.
150 years ago, Hong Kong was a tiny village of illiterate fisherman.
50 years ago in Singapore they used to defecate in the streets, and visitors would have to step over rivers of feces in the downtown area.
25 years ago Estonia was still part of the crumbling Soviet Union.
None of those places has any resources to speak of. But they’ve become among the wealthiest in the world.
What’s the difference between Hong Kong and Ukraine? Singapore and Venezuela? Estonia and Nicaragua?
One of the things I’ve learned in my travels over the years is that wealthy nations do have some common characteristics.
| Left: Original Text; Right: My Alternative Text |
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1. The first set is cultural. Wealthy nations have a culture that values hard work. Knowledge. Productivity. Innovation. Risk-taking. Saving. Self-reliance. I’m not trying to say that people in poor countries don’t work hard. Far from it. The point is that if working hard and saving money are strong CULTURAL values (which tends to be the case in Asia), a country is going to do better. |
1a. Wealthy nations have a culture to blame unemployment on the individual, not on mistakes made by corporate leaders. Knowledge that's free (Secondary Education) is underfunded; Higher education is so expensive that the majority of graduates carry this debt for decades. |
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2. Second, wealthy nations have much better institutions. The rule of law is strong. Private property rights are strong. Corruption is limited. Regulation is sensible. Taxation is reasonable and efficient. It’s simple; no one wants to do business in a corrupt dictatorship. Bad institutions drive away foreign investors. And as capital is one of the critical components of economic growth, choking off external investment suffocates an economy. |
2a. Second, wealthy nations have more 'fine tuned' institutions with a layout favoring those who can afford it. Thus the rule of law is dependent on the amount of money invested. Private property rights are good only if there isn't an economic advantage for the rich if they grab it. Corruption is called "networking". Regulation is in favor of those who belong to the establishment. Taxation is for those who derive income from work - those earning through 'investment' don't pay. Investment into the U.S.A. dropped since Trump took office - but he's just outspoken, whereas the former administrations dealt their biased actions for the rich in secrecy. |
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3. Last (and most importantly), wealthy nations have an “inclusive” economy. This means that people aren’t medieval serfs toiling away for the establishment. If someone develops skills, works hard, and takes risks, they’ve got a good chance of moving up the socioeconomic food chain. Economists call this “income mobility”. In the United States it’s known as the “American Dream”. |
3a. People are no longer slaves belonging to a person - nowadays they belong to corporations. The data show that only in rare cases people reach another level on the social ladder. The few who make it are advertised, those who don't are not recognized. They are the majority. Solidarity with the weak is dead, compassion is practiced by word, the conscience is numbed by a charity check on Christmas. Any 'surplus' on income has to be saved for retirement, as the systems in place (Social Security) have been plundered to pay for excessive military spending. |
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Babble Yet all three of these factors are starting to disappear in the US… and in the West in general. America’s self-reliant, risk-taking, hard working, pioneering culture helped propel it to become the wealthiest nation on the planet. But these traits are rapidly vanishing, displaced by a culture that values instant gratification, consumer debt, and government handouts. The institutions are faltering as well. Rule of Law is less predictable, with the government changing the rules in its sole discretion whenever it likes. |
Facts The exploitation all around the world leaves almost no more resources to rob. The decline is also due to the fact that former producers of raw material learned that it pays to install and boost production of goods & sale of those without the middle-man. The US-System itself fostert consumer debt because the banks had no limit to bar them from ripping off the average Joe. To blame the so called "gouvernment handouts" is absurd, when miltary spending is thousandfold that of help for the poor and needy. The rule of law has changed only in one direction: To the advantage of those who can afford an expensive law firm that doesn't ask what's right or wrong but only how much money can be squeezed out of any single client. |
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They pass new rules every day governing everything from what you can/cannot put in your own body, to how you are allowed to raise your own child, with much of it enforced at gunpoint.
And through an official form of theft known as Civil Asset Forfeiture, government agencies now steal more private property from people than all the thieves and burglars in the country combined.
This is banana republic stuff.
Most of all, though, it’s the economic structure that’s eroding.
The inclusive economy of America is vanishing. It’s becoming ‘extractive,’ meaning that the system is designed for the benefit of the establishment and rigged against the individual.
You can see this most notably in finance; central bankers have held interest rates down to practically zero for eight years in order to bail out large banks and the federal government.
Yet in doing so, they have decimated the prospects for retirees, responsible savers, and most of all, young people.
It’s no wonder that the Middle Class no longer comprises the largest segment of the US population, according to Pew Research.
Larry Fink, CEO of Blackrock (the largest asset management firm in the world) said that a typical 35-year old will now need to set aside 3x as much money for retirement as his/her parents did, simply because interest rates are so low.
And William Dudley, President of the Federal Reserve Bank of NY (and one of the most important Fed officials) recently remarked how the US is falling behind in terms of income mobility.
“The chance of achieving the American Dream,” he told his audience, “is not the highest for children born in America.”
That’s a pretty amazing statement, and it highlights how obvious (and important) these trends are.
Again, we’re not talking about ‘What If’. We’re talking about ‘What Is.’ And it has profound implications for your long-term prosperity.

Das etwas 'schief gelaufen' ist bei der Intergration und "Wiedervereinigung" des Osten Deutschlands dürfte mittlerweile auch dem letzten Bürger unserer Republik aufgefallen sein. Warum das so ist wird in einem intelligenten Essay von Frank Richter dargestellt. Das Buch ist ab März erhältlich.
Bei "krautreporter" wurde eine Zusammenfassung veröffentlicht in der es eingangs heißt:
.. Er war Chef der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, als der Aufstieg von Pegida begann. Mit „Hört endlich zu!” hat er einen der spannendsten Debattenbeiträge zur politischen Lage Deutschlands geschrieben. Er zeigt darin, welche Fehler wir im Umgang mit Pegida begangen haben. Und warum die Erfahrungen der Ostdeutschen mehr Beachtung verdienen ..
Je länger ich gelesen habe desto mehr ist mir aufgefallen welche Parallele zwischen Religion und dem Wachstumsglaube des Neoliberalismus besteht. In beiden Ideologien wird den 'Gläubigen' das selbständige Denken untersagt. Sobald die Schäfchen anfangen Fragen zu stellen kommt es zu Zweifeln an der Gültigkeit der Aussagen. Ewiges Wachstum geht zu Lasten der Umwelt - und wenn Religion hinterfragt wird bricht das Gedankengebäude mangels greifbarer, zufriedenstellender Begründung zusammen.
Kein Wunder also, wenn sich Parteien "christlich" nennen - ohne tatsächlich christlich zu handeln - sondern den wirtschaftlichen Erfolg als Maß für den Wert eines Menschen propagieren. Glücklicherweise gibt es immer mehr junge Menschen die dieser sehr einseitigen Betrachtung skeptisch gegenüber stehen und stattdessen erkennen, dass "glücklich sein" nicht von Geld abhängt. Folglich geht das Streben nach mehr freier Zeit, in der selbst gewählte Ziele verfolgt werden können. Gleichermaßen führt es zu wachsender Kirchenferne. Das beobachten natürlich die großen Religionen mit zuehmendem Mißtrauen und die ersten Gegenbewegungen sind bereits zu beobachten.
Die christlichen Amtsträger und ihre Helfershelfer in politischen Ämtern hauen zunehmend auf Kritik ein - sie stellen wo sie nur können Vernunft und wissenschaftlcihe Erkenntnisse in Frage. Wir sind geneigt das vor allem in den U.S.A. zu bemängeln - währenddessen läuft es bei uns still und leise, ohne große Beachtung, schon in der gleichen Richtung.
Dazu ein Beispiel:
Erschreckend fand ich, dass 7% [andere Quellen bis zu 10%] aller angehenden und schon im Vorbereitungsdienst befindliche Biologielehrer die Evolution nicht kennen oder akzeptieren. Religiös Vorgeprägte sind da in der Mehrzahl, atheistisch Denkende stellen die Minderheit.
Es wird hier deutlich, wie die Reduzierung der naturwissenschaftlichen Fächer, insbesondere der Biologie, sich nunmehr nach Jahrzehnten auswirkt:
Was nicht gelehrt wird wird durch Hörensagen und Meinung ersetzt ....
Anhand dieses Beispiels wird ebenso deutlich warum es an Ausbildung in Fragen der Wirtschaft an unseren Schulen mangelt:
Wer zuviel darüber weiß geht den Neoliberalen nicht so leicht auf den Leim!
Kein schöner Land als die U.S.A. können sich manche Leute vorstellen:
Cowboys auf wilden Pferden hüten unübersehbare Rinderherden, die wackeren Siedlerfrauen im Streifenkleid mit weißer Schürze kochen, backen, putzen und stopfen Strümpfe während ihre Männer mit Flinte und Bogen der Jagd nachgehen damit wenigstens einmal pro Woche Fleisch auf den Tisch kommt ... aus dem Saloon säuselt ein einsamer Country-Sänger "Bury Me Not on the Lone Prairie" mit rauchiger Stimme und wenn er nicht singt plärrt ein elektrisches Klavier einen Dixie ....
Vorbei.
Jetzt wird es langsam selbst für legal eingereiste Visahalter unangenehm - und wer bei klarem Verstand ist sollte sich hüten selbst zum Einkaufen (!) für ein paar Tage nach dort zu fliegen:
Wer kein US-Staatsbürger ist ist betroffen für unbestimmte Zeit und ohne Recht auf anwaltliche Hilfe oder Anhörung in den Gefängnissen der Einwanderungsbehörde zu schmoren ...! [mouse-over zoomt das Bild]
Wie soll ich das jetzt anfangen?
Erst von den ganz 'harten Burschen' reden und dann von 'verweichlichten Muttersöhnchen' um dann festzustellen, dass das Gros der Männer wahrscheinlich genau in der Mitte liegt?
Wahrscheinlich ist es das Beste, ich fange mit einem Beispiel an und sage, wie ich genau auf dieses Thema gekommen bin. Der Ausgangspunkt war, dass gleich zwei Frauen sich um einen Mann kümmern der auf verschiedene Art durch die Behördenmühle gedreht wurde:
Für "tot" erklärt obwohl er doch putzmunter war,
nach Intervention wieder "auferstanden" zu den Lebenden,
dann von der gleichen Behörde nochmal für "tot" erklärt
- und dieses Mal kam es ganz dicke, denn als er sich [mit Recht!] beschwerte und die Verantwortlichen nicht gerade freundlich ansprach betrieben die - nein, nicht die dritte "für-tot-Erklärung"
- sondern seine Entmündigung und die Bestellung eines gesetzlichen Vormundes.
Wie sowas sehr willkürlich unbescholtenen Menschen passieren kann, die Behördenversagen, oder Mauscheleien von Behörden mit Unternehmen und Banken aufdecken und anprangern, ist ja seit dem Fall Gustl Mollath im bayerischen Musterland für Behördenwillkür und ~ überheblichkeit bestens bekannt.
Es soll, deswegen habe ich sehr weit ausgeholt, kein Zweifel entstehen, dass ich ganz auf der Seite der so Betroffenen bin .... und nun komme ich endlich zum Thema:
Männer sollen nicht den Macho raushängen, höre ich und lese ich ständig seit Jahren. Sie sollen häuslich sein, ihren Anteil am Haushalt übernehmen, dabei aber nicht die kleinen Gesten für die Partnerin vergessen. Sie sollen sich gleichberechtigt um die Kinder kümmern und so wenigstens einen Teil der Belastung von den Schultern ihrer Frau nehmen.
Soweit die Theorie. Die Praxis sieht ganz anders aus.
Der Vielverdiener wird als Existenzsicherer von den meisten Frauen wenn nicht ganz offen, dann mindestens aus dem Unterbewußtsein heraus bevorzugt. Es geht gerade noch, wenn er nicht überragend aber doch so gut verdient, dass ein kleines Zubrot, von der Frau verdient, die Familie 'mithalten' läßt und wenigstens zwei Urlaube pro Jahr und der große Flachbildschirm herausspringen.
Andererseits - und das ist es was mich verblüfft - werden Totalversager ohne Perspektive und Entschlußkraft, nicht sportlich und auch nicht besonders attraktiv, von Frauen 'bemuttert' und mit Wohltaten, Zuspruch und Zuwendung verwöhnt.
Dagegen hat es ein Mann der mal richtig zupackt und was auf die Beine stellen kann - ohne gleich einen Handwerker oder seine Mama einzuschalten - schwer. Kernig und gesund zu sein ist ein Nachteil, denn die Aufmerksamkeit haben die kränkelnden, leidenden Hypochonder. Kochen, Backen, Haushaltsmaschinen bedienen, immer den richtigen Ton finden und dafür sorgen, dass Freundschaften nicht einschlafen, sondern gepflegt werden, alle Störungen abwehren und sich um das allgemeine Wohlergehen der Familie kümmern - das ist irgendwie gar nichts wert wenn ein verhuschter Versager daher kommt und auf die Mitleidstour setzt. Darauf vertraut, die Frauen rundum werden ihn schon bemuttern und umhegen.
Lange Jahre habe ich die These nicht geglaubt die da lautet:
Männer werden Frauen nie verstehen!
Je älter ich werde, desto wahrer scheint mir dieser Spruch.