bookmark_borderEin Rattenschwanz ....
*update* [14.02.2020; 17:00h]

Umgangs­sprach­lich heisst es: "Da hängt ein Rat­ten­schwanz dran!"

Man meint damit: Eine Ent­schei­dung führt zu einer unüber­seh­ba­ren Zahl wei­te­rer Ent­schei­dun­gen, die alle­samt als Fol­ge auf­tre­ten. Das ist jeder­mann bekannt. Und doch tref­fen wir alle immer wie­der sol­che Ent­schei­dun­gen .... und zwar ohne genau zu über­se­hen, wohin das füh­ren wird .... 

Vor eini­ger Zeit habe ich je einen Zucht­an­satz von Col­l­em­bo­len (Abb. unten links) und wei­ßen Asseln (Abb. unten rechts) erwor­ben .... und nun wer­den Sie schon ahnen, wor­auf das hinausläuft!

Dabei blieb es natür­lich nicht - denn die Tier­chen, so klein und genüg­sam sie auch sind, brau­chen einen Lebens­raum der ihnen das bie­tet, was sie 'drau­ßen in der Natur' so vor­fin­den. Wo sie sich also gern auf­hal­ten und nicht nur "gera­de so ihr Leben fri­sten", son­dern art­ge­rech­te Nah­rung zu fres­sen haben und die rich­ti­gen Umwelt­be­din­gun­gen zur Ver­meh­rung vorfinden.
Das ist der Erfolgs­mes­ser bei sol­chen wir­bel­lo­sen Kleininsekten:
Ver­meh­ren sie sich geht es ihnen gut ....

Vor eini­ger Zeit hat­te ich schon einen run­den Glas­be­häl­ter erwor­ben, war aber wegen der Umstän­de wochen­lang nicht dazu gekom­men dar­in den Lebens­raum für die­se Klein­tie­re ein­zu­rich­ten. Das habe ich nun in Angriff genom­men und wer­de berich­ten, wenn & wie es wei­ter­ge­gan­gen ist.

*update*

So, der erste Schritt ist getan:
Boden­grund aus dem Buchen­wald, Bor­ken - und weiß­holz­schim­mel­be­fal­le­nes Holz, Moo­se, Far­ne und sich zer­set­zen­de Laub­blät­ter .... die Tie­re sind drin­nen - jetzt heißt es Geduld haben und war­ten wie sich die "Bevöl­ke­rung" entwickelt.

bookmark_borderDie Kurven deuten auf das Ende hin ....

Zitat:
» .. Der selbst­er­nann­te „Edel­pri­mat“ auf der Höhe sei­ner „Schaf­fens­kraft“...
→ ver­mehrt sich im Übermaß,
→ plün­dert die Welt­mee­re und gibt ihnen als Dan­ke­schön Pla­stik-Müll­stru­del von kon­ti­nen­ta­len Aus­ma­ßen zurück, die, als Mikro- und Nano­pla­stik zer­ma­len(sic!), Ein­gang in die Nah­rungs­ket­te — nicht nur der Mee­res­be­woh­ner — finden,
→ plün­dert und ver­gif­tet Seen, Flüs­se und Süßwasserreservoire,
→ ver­pe­stet die land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen und ist für deren Ero­si­on verantwortlich,
→ „pro­du­ziert“ in Tier-KZs Fol­ter-Fleisch und ver­braucht gigan­ti­sche Anbau­flä­chen zur Pro­duk­ti­on des erfor­der­li­chen pflanz­li­chen Futtermaterials,
→ ver­nich­tet Regen­wäl­der im Rekordtempo,
→ beraubt die Mit­welt rück­sichts­los ihrer Lebens­räu­me und dezi­miert die Arten­viel­falt in atem­be­rau­ben­der Schnel­lig­keit ..
«

[QUELLE: Ull­rich Mies: Pla­ne­ta­rer Super­gau; Der Homo sapi­ens sapi­ens erweist sich als evo­lu­tio­nä­re Fehl­ent­wick­lung.Sams­tag, 19. Okto­ber 2019, 13:00 Uhr].

[QUELLE Abbil­dun­gen: Charts ].

Fast alle Kur­ven die hier gezeigt wer­den sind Expo­nen­ti­al­kur­ven - ich habe schon zuvor stets dar­auf hin­ge­wie­sen, dass man die Aus­wir­kung der gemes­se­nen Para­me­ter erst ganz zum Schluß erkennt, dann, wenn es zu spät ist Gegen­maß­nah­men einzuleiten.


Offen­bar wird, dass Poli­ti­ker in allen Län­dern nicht ver­stan­den haben, wie nah wir am (sprich­wört­li­chen) Abgrund ste­hen, und dass es nicht mehr "Fünf-vor-Zwölf", son­dern "Eine-Minu­te-nach-Mit­ter­nacht" ist. Zu spät.
 

 

In meh­re­ren Arti­keln habe ich zum The­ma "Ver­nich­tung des Homo sapi­ens durch sich selbst - eine Fehl­ent­wick­lung der Evo­lu­ti­on erweist sich als Todes­ur­teil für den Pla­ne­ten" Stel­lung genom­men und es von ver­schie­de­ner Sei­te beleuch­tet. Nun las ich den oben zitierten/verlinkten Arti­kel bei "rubi­kon" und fand dort eini­ge Abbil­dun­gen zu der Ent­wick­lung in den letz­ten ca. 70 Jah­ren. Erschreckend, wie alle Para­me­ter genau die­se Ein­schät­zung der Selbst­zer­stö­rung untermauern. 

Aber viel­leicht ist es tat­säch­lich so, dass unse­re Bestim­mung auf die­sem Pla­ne­ten ist den Unter­gang der Lebe­we­sen zu beschleu­ni­gen - um danach aus den Resten der Erb­infor­ma­ti­on, die den Unter­gang über­le­ben wird, eine neue Flo­ra und Fau­na ent­ste­hen zu las­sen, die es bes­ser ver­steht mit den Res­sour­cen umzugehen.

Wei­te­re Arti­kel zum Thema:

- Erkennt­nis­se las­sen sich nicht 'dis­ku­tie­ren': Expo­nen­ti­ell - sag' ich doch schon länger ....

- Palm­öl­spe­ku­la­ti­on - doch der Umwelt­scha­den kann nicht rück­gän­gig gemacht wer­den: Revi­si­ted: Die 'GIER' tri­um­phiert .... *update* (04−01−2017)

- Was zum 'Ver­ste­hen' fehlt: Erkenn­ba­re Mängel

- Die Expo­nen­ti­al­funk­ti­on, bild­lich dar­ge­stellt: Halb voll, ganz voll ....

- Auch die Welt­be­völ­ke­rung wächst expo­nen­ti­ell: Die Welt­be­völ­ke­rung steigt und die vor­han­de­nen Resour­cen schwin­den .... *ÜBERSETZUNG*

- Gren­zen des Ver­ständ­nis­ses der Welt: Unge­eig­net!

- Fest­hal­ten an der Fik­ti­on es kön­ne ewi­ges Wachs­tum geben: Vom "Wachs­tum"

- Wie wir die Grund­la­gen unse­res Daseins auf dem Pla­ne­ten selbst zer­stö­ren: Im Nebel her­um stochern ....

- Bis 2050 end­gül­tig "CO2-neu­tral" ist 25 Jah­re zu spät: Noch uto­pi­scher ....

- Zurück zu manu­el­ler Arbeits­kraft: Plä­doy­er für die Abschaf­fung aller Gar­ten­klein­ge­rä­te die mit Moto­ren betrie­ben werden

bookmark_borderOctopus behaviour
*update* [30.08.2019]

Neue Erkennt­nis­se zum Sozi­al­ver­hal­ten der Tin­ten­fi­sche. Sie wur­den bis vor weni­gen Jah­ren als 'Ein­zel­gän­ger' ein­ge­stuft - meh­re­re Beob­ach­tun­gen führ­ten aber zu einer völ­lig neu­en Sicht­wei­se hin­sicht­lich ihrer Geselligkeit ....

*update* [30.08.2019]
[Jour­nal Mari­ne and Freshwa­ter Beha­viour and Phy­sio­lo­gy; Volu­me 50, 2017 - Issue 4; "A second site occu­p­ied by Octo­pus tetri­cus at high den­si­ties, with notes on their eco­lo­gy and beha­vi­or"; Abstract]

* update * [08.09.2019]
Neu­er you­tube-Kanal "octo­lab"

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Mehr zum Thema:
- Cepha­lo­po­den (Nach­trag)
- Ver­wand­lungs­künst­ler ....

 


[Erst­ver­öf­fent­li­chung: 15. Aug 2015 um 14:04]

bookmark_borderLassen Sie uns mal über große, böse Wölfe reden ....

Neu­lich las ich es habe wie­der mehr geris­se­ne Scha­fe gegeben. 

Zuvor hat­te ich gele­sen man sei erfreut, dass die Bemü­hun­gen zur Wie­der­ein­füh­rung von Wöl­fen gelun­gen sei: Man zäh­le mehr Rudel mit mehr Tie­ren und es gäbe (hier gebo­re­nen) Nach­wuchs. Mensch und Wolf kön­nen ohne Pro­ble­me neben­ein­an­der leben, Wöl­fe mei­den die Nähe der Menschen.

Klar: Mehr Wöl­fe, mehr geris­se­ne Scha­fe. Die Wöl­fe sind ja nicht doof, sie jagen das *Fut­ter*, was mit dem gering­sten Auf­wand ver­füg­bar ist. Da sind nun mal Scha­fe die Beu­te der Wahl. Sie tre­ten in gro­ßer Zahl auf, sind selbst nicht wehr­haft, nicht beson­ders schnell im Ver­gleich mit ande­rer (mög­li­cher) Beu­te und daher leicht zu jagen.

Wie sieht es mit den Bestän­den an Scha­fen aus? Wer­den sie vom Vor­han­den­sein der Wöl­fe gefähr­det? Wir haben in Deutsch­land ein sehr genau­es System für die Zäh­lung von Haus­tie­ren, man könn­te auch sagen: Kein Tier bleibt ungezählt!

Scha­fe. ".. Im Jahr 2018 belief sich der Bestand in Deutsch­land auf ins­ge­samt rund 1,57 Mil­lio­nen Tie­re .." Dabei hat die Zahl der Betrie­be über die Jah­re abge­nom­men, die Zahl der gehal­te­nen Tie­re zuge­nom­men - ins­ge­samt führ­te es dazu, dass der Bestand in etwa gleich blieb. Die mei­sten Scha­fe größ­ten Betrie­be fin­den sich lt. Mini­ste­ri­um (Land­wirt­schaft & For­sten) in Bay­ern und Baden-Württemberg.

Je nach­dem wohin man schaut gibt es sehr ver­schie­de­ne Zahlen:
(1) Der "NABU" stellt für die BRD (Abbil­dung unten) 70 Rudel, 30 Ein­zel­paa­re und 3 Ein­zel­tie­re dar.
(2) "agrar­heu­te" berich­tet 67 Rudel in 6 Bundesländern.
(3) Der Deutsch­land­funk stellt fest ".. dass mit sehr unter­schied­li­chen Zah­len argu­men­tiert wird. Mal sind es über 1000 leben­de Wöl­fe in Deutsch­land - mal sind es zwi­schen 150 und 400 .."
(4) Der deut­sche Jagd­ver­band [DJV] sagt ".... dass in Deutsch­land bereits mehr als 1000 Wöl­fe leben. Bin­nen neun Jah­ren habe sich die Zahl der von Wöl­fen ver­letz­ten oder getö­te­ten Tie­re mehr als ver­zehn­facht .. Des­halb wach­se nun der Druck, den Schutz der Wöl­fe zu lockern .."

Es hilft immer, wen man sich die Dimen­sio­nen in bild­li­cher Form bewusst macht, hilfs­wei­se setzt man die Zah­len zu bekann­ten, all­täg­li­chen Ereig­nis­sen ins Verhältnis.

Für Sach­sen (2016) lagen die genaue­sten Zah­len vor, des­we­gen neh­me ich die hier als Grundlage:
Es wur­den 160 in Gat­tern gehal­te­ne Tie­re in 50 Ereig­nis­sen geris­sen, pro Fall also unge­fähr drei Tie­re. Die­se Zahl ist gerin­ger als die bei ande­ren Gege­ben­hei­ten (Unfäl­le, Stür­ze, Krank­heits­aus­brü­che) getö­tet wer­den - und zudem wer­den die Schä­den auf Antrag der Tier­hal­ter ersetzt ["agrar­heu­te" (10)]:
".. Laut Bun­des­amt für Natur­schutz wur­den im Jahr 2015 von den Bun­des­län­dern mit Wolfs­vor­kom­men zusam­men 107.783 Euro an Aus­gleichs­zah­lun­gen für Scha­dens­fäl­le gelei­stet, bei denen ein Wolf als Ver­ur­sa­cher nach­ge­wie­sen oder nicht ganz aus­ge­schlos­sen wer­den konnte. .."
Legt man die oben genann­ten Zah­len von Wöl­fen zugrun­de wären das ca. 270,- € pro Wolf - ein Abend­essen für zehn Per­so­nen kostet mehr ....

Struwelpeter

Die auf­schluß­rei­che Zusam­men­fas­sung des Wolfs­exper­ten Lars Wester­mann beim Deutsch­land­funk lautet:
".. Man kann auf jeden Fall sagen, dass der deut­sche Jagd­ver­band seit Jah­ren ver­sucht, den Wolf aus dem Natur­schutz­recht ins Jagd­recht zu bekommen .."

Soll­te das näm­lich gelin­gen, dann machen sich Hor­den von wil­den Jägers­leu­ten auf um den Wolf in Deutsch­land als lästi­ge Kon­kur­renz um Dam-, Rot- und ande­res Wild im Revier los zu wer­den indem sie ihn ausrotten. 

Ich kann in die­sem Fall aus mei­nem Her­zen kei­ne Mör­der­gru­be machen - ich mag die Jäger aus meh­re­ren Grün­den nicht, das wer­de ich mög­li­cher­wei­se spä­ter mal dis­ku­tie­ren. Sie behaup­ten immer in Sachen "Natur­schutz" im Wald zu sein - ich behaup­te ganz dreist, dass sie dort sind um zu den *bes­se­ren Krei­sen* zu gehö­ren, die sich das unnüt­ze Töten von künst­lich hoch­ge­züch­te­ten Popu­la­tio­nen von wald­zer­stö­ren­den Tie­ren als Aus­gleich für ihr anson­sten ereig­nis­lo­ses und lust­lo­ses Leben gewählt haben.

NABU

bookmark_borderWir sind nicht die Herren dieser Welt ….

Wir sind nicht die Her­ren die­ser Welt son­dern eine Spe­zi­es unter Vie­len! Die­se grund­sätz­li­che Erkennt­nis fehlt den mei­sten Men­schen und dem­entspre­chend behan­deln sie ihre beleb­te Umwelt. 

Ange­fan­gen mit den grö­ße­ren Wir­bel­tie­ren, die noch eine beson­de­re Stel­lung haben - sie wer­den min­de­stens in ent­wickel­ten Län­dern - nicht nur als "Nah­rung", son­dern viel häu­fi­ger als "Gefähr­ten" angesehen.
Wenn sie sich den Men­schen nicht oder nur zöger­lich unter­wer­fen bzw. anschlie­ßen, so ist ihr Schick­sal vor­be­stimmt. Sie bekom­men viel­leicht noch einen Namen, wer­den im besten Fal­le gut behan­delt, aber das ändert nicht ihre Destination: 

Geschlach­tet & geges­sen werden!

Dar­an schuld ist die frü­he­re, "Ari­sto­te­li­sche" Sicht der Hier­ar­chie der beleb­ten Welt. Die Göt­ter auf der ober­sten Stu­fe, danach der Mensch und alle ande­ren Lebe­we­sen dar­un­ter ange­sie­delt.
 
 
 Eine Dar­stel­lung der Hier­ar­chie nach der Ent­wick­lungs­ge­schich­te des Lebens auf der Erde - wie­der­um ist der Mensch über allen ande­ren Lebe­we­sen ein­ge­ord­net, er wird durch die (mei­sten, nicht alle) Reli­gio­nen als "Kro­ne der Schöp­fung" angesehen.

Dem­entspre­chend sieht es heu­te auf der Erde aus. Was "Frue*er"™ nicht ver­stan­den wur­de - und von Vie­len immer noch nicht ver­stan­den wird - ist die Abhän­gig­keit der Arten unter­ein­an­der. Das System des Leben­di­gen hat sich in Abhän­gig­kei­ten von­ein­an­der ent­wickelt (sie­he → Öko­lo­gie). Kein Lebe­we­sen kommt daher ohne die ande­ren um sich her­um aus. Auch nicht der Mensch!
 
 
 Die­se Dar­stel­lung sym­bo­li­siert die Gleich­stel­lung der Lebe­we­sen auf die­sem Pla­ne­ten.
 [Zur bes­se­ren Über­sicht wur­de eine redu­zier­te Zahl von Stäm­men als "beleb­te Umwelt" gewählt]
 

bookmark_borderDeutsche Ordnung stirbt zuletzt

Sie woh­nen in einer ange­mie­te­ten Woh­nung¹ und ken­nen, lie­be Lesen­de, alle die "Haus­ord­nung" des Hau­ses in dem Sie wohnen? 

Wenn nicht emp­feh­le ich Ihnen es nach­zu­ho­len und zu lesen was dar­in fest­ge­legt ist.

Wahr­schein­lich ist es so:
Sie haben schon gegen die­se Haus­ord­nung verstoßen!
Mehr als einmal.
Das geht ganz leicht.
Sie wer­den es viel­leicht nicht ein­mal bemerkt haben.
Sie haben in die­sem Fall net­te Nachbarn.
Sol­che, denen unsin­ni­ge Regeln schnup­pe sind.

Aber "WEHE!" Sie haben die 'ande­re' Sor­te Nachbarn.

Die durch und durch "Deutsch", d.h. gläu­bi­ge Befol­ger und Ver­tei­di­ger einer buch­sta­ben­ge­treu­en Aus­le­gung der Haus­ord­nung sind, mögen die dor­ti­gen Regeln auch noch so unsin­nig sein.

Vögel füt­tern ver­bo­ten! So steht es in der Hausordnung.
Krä­hen, Elstern, Tau­ben. Klein­vö­gel füt­tern geht nicht weil ".. an den Außen­an­la­gen kei­ne Gegen­stän­de ange­bracht wer­den dür­fen ..".
War­um weiß nie­mand so genau.
Steht da eben so.

Aber auf den Bal­ko­nen und Ter­ras­sen sind Vögel aus Ton, aus Pla­stik oder aus Glas aufgestellt.
Die haben aller­dings den Nach­teil, dass sie kei­ne Insek­ten fressen.
Die an den Bal­kon­blu­men Scha­den anrichten.
Sowas, sol­che Zusam­men­hän­ge, sind den Wenig­sten bewußt.

Vögel machen Dreck.
Sie streu­en die Kör­ner umher, lee­re Scha­len flie­gen her­um, und so man­cher Kot­trop­fen fällt auch her­un­ter. Das stört den Ord­nungs­sinn des deut­schen Rent­ners, der es gern blit­ze­blank haben will.

"Hör' 'mal wie schön die wie­der sin­gen!" sprach kürz­lich eine Nach­ba­rin zu ihrem Mann. Das waren die, die sich beschwert haben, weil ' .. über­all Kör­ner, Scha­len und Kot .. ' lagen.
Eine maß­lo­se Über­trei­bung, aber so soll­te der Beschwer­de Gewicht ver­schafft werden.
Ich muß­te mein Fut­ter­haus abbauen.
Es wur­de per Foto ein "Beweis" verlangt.

"Die sin­gen so schön weil sie im Win­ter gefüt­tert wor­den sind und über­lebt haben - aber das darf ja nicht mehr sein, weil sie soviel Dreck machen," habe ich dar­auf geantwortet.

Man spricht nun nicht mehr mit mir.
Das war zuviel Wahr­heit und zu wenig Sinn für Ord­nung und Sauberkeit.

In die­sem 'ordent­li­chen' Haus.

Skla­vi­sche Befol­gung von
- Regeln
- star­rer Ordnung
- über­trie­be­ner Sauberkeit
sind einer gedeih­li­chen Nach­bar­schaft nicht zuträglich.

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¹ (Haus­be­sit­zer sind hier aus­ge­nom­men, es sei denn Sie wol­len sich wie­der ein­mal bewußt machen, dass ein Haus zu bau­en / zu kau­fen die rich­ti­ge Wahl war .... )

Zur Rechts­la­ge:
Das Füt­tern von Sing­vö­geln ist grund­sätz­lich als 'sozi­al-adäqua­te Hand­lung' erlaubt. Auch wenn die Haus­ord­nung etwas ande­res sagt. Ich hat­te nur kei­ne Lust auf einen Rechtsstreit.

bookmark_borderArtenvielfalt

.
Es wird häu­fig in den Medi­en von "Arten­viel­falt" gespro­chen - aber sel­ten wer­den dazu kon­kre­te Zah­len und Erklä­run­gen gebracht. Im all­ge­mei­nen ver­steht man dar­un­ter die Gesamt­zahl der auf unse­rem Pla­ne­ten leben­den Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Und um es gleich zu Anfang klar zu stellen:
Der Mensch ist nichts ande­res als ein wei­te­res Säu­ge­tier, wenn­gleich die Kir­chen seit vie­len tau­send Jah­ren ver­sucht haben die­se Erkennt­nis zur Stüt­zung ihrer "Leh­re" zu unter­drücken - zur Not dadurch, dass sie die Wis­sen­schaft­ler auf Schei­ter­hau­fen verbrannten ....

Zunächst eine (gekürz­te) Über­sicht zu den Tier­stäm­men & ~klas­sen:
 
 

TIERREICH Stamm
CHORDATIERE
Fische
(Pis­ces)*
Knor­pel­fi­sche (Chond­richt­hy­es);
Kno­chen­fi­sche im wei­te­ren Sin­ne (Ost­eicht­hy­es);
fos­sil: Pla­coder­mi; Sta­chel­haie (Acan­tho­dii);
sowie: Schleim­aa­le; Neunaugen. 
Klas­se: Amphi­bien; (Amphi­bia)
(Unter­stamm: Wir­bel­tie­re; Vertebrata);
(Über­klas­se: Kie­fer­mäu­ler; Gnatho­sto­ma­ta);
(Rei­he: Land­wir­bel­tie­re; Tetrapoda).
Klas­se: Rep­ti­lien; (Rep­ti­lia)
(Unter­stamm: Wir­bel­tie­re; Vertebrata);
(Über­klas­se: Kie­fer­mäu­ler; Gnatho­sto­ma­ta);
(Rei­he: Land­wir­bel­tie­re; Tetrapoda).
Klas­se: Vögel; (Aves)
(Unter­stamm: Wir­bel­tie­re; Vertebrata);
(Über­klas­se: Kie­fer­mäu­ler; Gnatho­sto­ma­ta); (Rei­he: Land­wir­bel­tie­re; Tetra­po­da);
(ohne Rang: Sau­r­op­si­den; Sauropsida)
Klas­se: Säu­ge­tiere; (Mamma­lia)
(Unter­stamm: Wir­bel­tie­re; Ver­te­bra­ta);
(Über­klas­se: Kie­fer­mäu­ler; Gnatho­sto­ma­ta);
(Rei­he: Land­wir­bel­tie­re; Tetrapoda).
Stamm
ARTHROPODEN
Spin­nen
(Kie­fer­klau­en­trä­ger; Chelicerata)
Insek­ten
(Sechs­fü­ßer; Hexapoda)
Tau­send­fü­ßer
(Myria­po­da)
Krebs­tie­re
(Cru­stacea)
Stamm
WEICHTIERE
Schne­cken (Gastro­po­da);
(Scha­len­weich­tie­re; Conchifera).
Muscheln (Bival­via);
(Scha­len­weich­tie­re; Conchifera).
Tin­ten­fi­sche; (Kopf­fü­ßer; Cepha­lo­po­da); mit den drei Über­ord­nun­gen: Zehn­ar­mi­ge Tin­ten­fi­sche (Deca­bra­chia); Acht­ar­mi­ge Tin­ten­fi­sche (Vam­py­ro­po­da); fos­sil(†): Belem­ni­ten (Belem­no­idea).

 
 
In der oben gezeig­ten Über­sicht sind die wich­tig­sten Tier­stäm­me dar­ge­stellt. Zum Zweck der bes­se­ren Über­sicht­lich­keit wur­den eini­ge Beson­der­hei­ten der Unter­tei­lung weg­ge­las­sen. Wis­sen­schaft­lich kor­rek­te Daten fin­den sich in ein­schlä­gi­gen Fachveröffentlichungen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass zur Gesamt­zahl der Arten wahr­schein­lich nie end­gül­ti­ge, ver­bind­li­che Zah­len gelie­fert wer­den kön­nen: Denn täg­lich gehen Arten unter und neue ent­ste­hen - so blei­ben alle Zah­len­an­ga­ben stets Moment­auf­nah­men zu dem Zeit­punkt, an dem sie erho­ben wurden.

Selbst­re­dend ist es den­noch mach­bar und sinn­voll eine unge­fäh­re Schät­zung der Arten­zah­len vor­zu­neh­men. Sol­che Zah­len haben vie­le Fach­wis­sen­schaft­ler zusam­men­ge­tra­gen. Dabei sind sehr unter­schied­li­che Wer­te her­aus­ge­kom­men und ver­öf­fent­licht. Hier soll bei­lei­be nicht der Ver­such unter­nom­men wer­den eine Gesamt­schau die­ser Arbei­ten zu erstel­len. Viel­mehr soll eine lai­en­ver­ständ­li­che Über­sicht gebo­ten wer­den, die eine Vor­stel­lung zu den der­zeit vor­han­de­nen Arten und ihrem Ver­hält­nis zuein­an­der in Zah­len ver­mit­teln könn­te. Dabei wird nach Lebens­räu­men, Arten und pro­zen­tua­ler Ver­tei­lung unter­schie­den. Bei der pro­zen­tua­len Ver­tei­lung wird zusätz­lich auf die Pflan­zen verwiesen.

Pro Jahr wer­den welt­weit durch­schnitt­lich ca. 13.000 Arten neu beschrie­ben. In der BRD z.B. geht man von der­zeit 44.787 Tier­ar­ten, dar­un­ter 38.370 Arthro­po­den, davon 33.305 Insek­ten, aus. Nur 706 Wir­bel­tie­re sind in Deutsch­land hei­misch - also eine ver­schwin­dend klei­ne Zahl im Ver­gleich zu den zah­len­mä­ßig weit umfang­rei­cher ver­tre­te­nen Insekten.

Arten (nur Tie­re)
1.750.000
Pro­zen­tual
(Tie­re & Pflanzen)
Lebens­raum
Land
50.000 Wirbeltierarten 
51% Insekten  78% Fest­land
Land
1.000.000 Insekten 
14% Gefäß­pflan­zen 17% Was­ser
Meer
240.000 Arten
35% (700.000 Arten)
alle ande­ren Tie­re
& Pflan­zen, incl. Ein­zel­ler
& Wir­bel­tie­re
5% Sym­bi­on­ten / Parasiten


[Alle Zah­len lt. Anga­ben bei WIKIPEDIA; 02/2014]

 
 


Bedenkt man, dass die Erde - nach kos­mi­schen Maß­stä­ben - noch nicht beson­ders alt ist, so ist umso erstaun­li­cher, wel­che Viel­falt an Tie­ren und Pflan­zen sich in die­ser Zeit­span­ne auf unse­rem Pla­ne­ten gebil­det hat. Der Mensch ist der größ­te Feind der beleb­ten Umwelt. Was sich in vie­len Jahr­tau­sen­den ent­wickelt hat haben wir in weni­gen Jahr­hun­der­ten durch die "Zivi­li­sa­ti­on" in Gefahr gebracht, teil­wei­se schon unwie­der­bring­lich aus­ge­rot­tet. Wis­sen­schaft ist unbe­quem, nicht erst seit heu­te, son­dern schon viel frü­her. Vor allem den Kir­chen ist "Wis­sen" ein Dorn im Auge, weil es die star­ren Dog­men in Fra­ge stellt und wider­legt, wie sehr über­zeu­gend das nach­fol­gen­de Zitat anmerkt.
 

» .. Es waren bemer­kens­wer­te Fort­schrit­te, als um das Jahr 1695 Wood­ward zum ersten­mal die „ante­düu­via­le" Zeit als eine beson­de­re Epo­che unter­schied, und um 1745 der genia­le Buf­fon aus der Abküh­lungs­dau­er glü­hen­der Eisen­ku­geln berech­ne­te, daß die Erde als Stern 74 800 Jah­re bis zur Bil­dung einer festen Stein­kru­ste und wei­te­re 93000 Jah­re bis zur Abküh­lung auf den Null­punkt gebraucht habe. Aber die wei­te­re Durch­füh­rung die­ses neu­en Gedan­kens schei­ter­te an dem Wider­stan­de derer, die glaub­ten, daß unse­re Erde am 7. Okto­ber 3761 v. Chr. geschaf­fen wor­den sei ..«

[Zitat aus: Geschich­te der Erde und des Lebens; Johan­nes Walt­her; Ver­lag von Veit & Comp.; Leip­zig, 1908].  

 
 

 ∙ ▪ 🐙 ▪ ∙ 

* Unter "Fische" sind sol­che Arten zusam­men­ge­faßt, die mit Kie­men atmen und im Was­ser leben. Es han­delt sich also um eine mor­pho­lo­gi­sche Grup­pe (mor­pho­lo­gisch = nach Gestalt).

Redi­gier­te Erst­ver­öf­fent­li­chung: 26. Feb 2014 um 08:21


 

bookmark_borderProportional

Man­che Über­le­gun­gen soll­te man sich wahr­schein­lich lie­ber verkneifen.

Wie bei­spiels­wei­se die, wel­che Men­gen unser Hund so vertilgt.
Sie bekommt täg­lich eine Dose Naß­fut­ter, das sind 400 g. Bei einem Gewicht von ca. 10 kg.

Nun habe ich mal 'hoch­ge­rech­net':
Ich wie­ge ca. 100 kg, dem­nach müß­te ich täg­lich - pro­por­tio­nal - 4000 g zu mir neh­men. Vier Kilo­gramm ...!

Ent­we­der der Hund frißt zu viel oder ich esse zu wenig.
Oder es ist doch ganz anders?

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"click!" auf die Abbildungen/Texte öff­net eine neue Sei­te & vergrößert. 

 
 2a 
768,- Euro für 20 m² ...!
das sind 9,- €uro mehr als unse­re Mie­te für eine 4-Zi-Woh­nung. Frü­her nann­te man so etwas "Wucher" und es war strafbar .... 
 2b 
....
 
 2c 
....
 2d 
....
 
 2e 

 2f 
Nur Ele­fan­ten brau­chen einen Rüs­sel - nach Pro­te­sten wur­de die zunächst erlaub­te Ein­fuhr von Jagd-Tro­phä­en nach U.S.A. wie­der kassiert .... 
 
 2g 
Es gibt noch ori­gi­nel­le Ideen für Schil­der - so wie dies .... 
 2h 
Da wo die evan­ge­li­ka­len Fun­di-Chri­sten für fast Alles sind - außer für lega­len Schwangerschaftsabbruch.
Was für ein ver­lo­ge­nes Pack! 
 
 2i 
Hier sagt 'mal Einer was öfter gesagt wer­den müßte .... 
 2k 
car­ni­val bar­ker = Aus­ru­fer, der Attrak­tio­nen beim Jahr­markt anpreist um Publi­kum in die Zel­te zu locken .... 
 
 2l 
Da ist Eng­land kei­ne Aus­nah­me - bei uns wird ja genau­so scham­los über­trie­ben um die Mas­sen in Angst &manipulierbar zu halten .... 
 2m 
....
 
 2n 
Der US-Ame­ri­ka­ni­schen und Bri­ti­schen Skan­dal­blät­tern war dabei beson­ders wich­tig, dass die Braut *gemischt­ras­sig* sei - kein Wun­der also, wenn der Ras­sis­mus gras­siert bzw. wie­der auflebt .... 
 2o 
....

bookmark_borderWie Frau G verschwand

Herr W stand von sei­nem Com­pu­ter­ses­sel auf und schau­te sich neben­an im Wohn­zim­mer nach Frau G um. Die hat­te auf eine, sei­ne, in den Raum gewor­fe­ne Anmer­kung nicht geant­wor­tet. Was nicht an sich beun­ru­hi­gend war. Nicht immer ant­wor­te­te sie auf sei­ne Zwi­schen­ru­fe aus dem ande­ren Zim­mer. Bei­spiels­wei­se dann, wenn das Fern­seh­pro­gramm - wider Erwar­ten - doch ein­mal in der Lage war ihre Auf­merk­sam­keit tat­säch­lich zu 100% zu vereinnahmen.

Manch­mal hat­te er frü­her "Erde an Frau G - bit­te ant­wor­ten Sie!" oder "Alarm­stu­fe rot - Frau G ant­wor­tet nicht!" oder "Wir dan­ken Frau G, dass sie mit uns gespro­chen hat!" geru­fen. Auf die Dau­er war es aller­dings lächer­lich gewor­den sich dazu immer neue Vari­an­ten aus­zu­den­ken und sie ins Nach­bar­zim­mer zu rufen. Wenn es wich­tig war stand er auf und ging hin.

Er war also auf­ge­stan­den und in den Nach­bar­raum gegan­gen - nur um ihn völ­lig leer vor­zu­fin­den. Natür­lich nicht völ­lig leer, die Möbel stan­den da, der Hund lag auf sei­nem übli­chen Platz, der Fern­se­her lief, Frau Gs Ses­sel aller­dings war leer. Die Kis­sen rechts und links der Leh­ne, noch so arran­giert wie Frau G es gern hat­te: An die Sei­te gedrückt und ein wenig den Rücken unter­stüt­zend. Wie die farb­lich ange­paß­te Fleece­decke, einen Farb­ton dunk­ler als das Rot des Ses­sels, die noch ihre Kon­tu­ren aufwies.

Frau G war abwe­send. Er hat­te nicht wahr­ge­nom­men wie sie ver­schwun­den war. Sofern sie denn ver­schwun­den war und er es sich nicht nur ein­bil­de­te. Also mach­te W sich auf die Suche in der rest­li­chen Woh­nung. Irgend­wo muß­te sie ja sein, Ehe­frau­en ver­schwin­den nicht ein­fach so. Wenig­stens nicht in zivi­li­sier­ten Län­dern und mit­ten im Abend­pro­gramm des Fernsehens.

Sie war nicht in ihrem Schlaf­zim­mer, nicht in der Küche, wo gera­de die Spül­ma­schi­ne dabei war das Geschirr des Tages zu rei­ni­gen, damit es wie­der ein­ge­räumt, an sei­nen Platz geräumt wer­den konn­te. Die Wasch­ma­schi­ne und der Trock­ner stan­den ohne Akti­vi­tät, es sah auch nicht so aus als ob sie da etwas zum waschen oder trock­nen vor­be­rei­tet hätte. 

W mach­te sich auf zum Bad wo kürz­lich die Fächer­pal­me vom Bal­kon Zuflucht vor den ein­set­zen­den Nacht­frö­sten gefun­den hat­te. Bad begrünt. Mal sehen. Es war ein Ver­such. Eige­ne Über­le­gung, nicht aus der Abtei­lung "Rat­ge­ber" einer Wer­be­zei­tung oder "Schö­ner Gärt­nern". Ein Risi­ko, denn wer wuß­te schon ob sich eine Fächer­pal­me im Bad wohl­füh­len könn­te. 'Pie­seln unter Pal­men!' dach­te er ver­schmitzt und ein Lächeln mach­te sich auf sei­nem Gesicht breit.

Das Bad, an des­sen Tür er kurz geklopft hat­te und weil er kei­ne Ant­wort bekam sie öff­ne­te, war leer. Auf der Pal­me sah er eine klei­ne Spin­ne her­um­lau­fen. Na schön, Haupt­sa­che sie blieb dort, dach­te er, wenn sie näm­lich Frau G erschrecken wür­de wäre es um sie gesche­hen. Adieu Spinne!

Kei­ne Frau G weit und breit in der gan­zen Woh­nung. Herr W schau­te in die klei­ne Mes­sing­scha­le auf der Flur­ab­la­ge. Dort wur­den Frau Gs Schlüs­sel depo­niert wenn sie zu Hau­se ankam, noch bevor sie übli­cher­wei­se ihren Man­tel oder ihre Jacke aus­zog. Die Mes­sing­scha­le war leer, so wie zuvor Bad, Küche, Wohn- und Schlaf­zim­mer. Kein Schlüs­sel. Nur ein altes Bobon­pa­pier­chen, das es noch nicht in den Abfall geschafft hatte.

Aha, sie war dem­nach nicht von Ali­ens ent­führt wor­den, sie hat­te ihre Schlüs­sel dabei und war fort. Das aller­dings beru­hig­te ihn. Obwohl: Auch wie­der nicht. Denn obschon nach 40 Jah­ren Ehe man­ches unge­sagt blei­ben kann weil der ande­re sowie­so zu deu­ten weis was beab­sich­tigt ist, hat­ten sie Bei­de stets Abwe­sen­hei­ten ange­kün­digt und dazu oft den Grund dafür mit­ge­teilt. Min­de­stens war es kei­ne über­stürz­te, kopf­lo­se Flucht gewe­sen als sie ging.

W mach­te sich auf den Weg zurück in die Küche und dach­te dar­über nach ob er viel­leicht ein Klin­geln über­hört hat­te. Manch­mal war er - mit Kopf­hö­rern auf den Ohren um den Ton aus dem Com­pu­ter zu hören ohne dabei dem Fern­seh­ton von neben­an Kon­kur­renz zu machen - schon über­rascht Frau G am Tele­fon zu fin­den. Das Signal des ankom­men­den Anru­fes hat­te er zu Zei­ten nicht gehört, über­hört, weil er sich so auf das kon­zen­trier­te, was er gera­de im Com­pu­ter ansah.

Wäh­rend W mecha­nisch die Kaf­fee­ma­schi­ne vor­be­rei­te­te, Was­ser ein­goß, Kaf­fee­pul­ver abmaß und ein­schal­te­te, grü­bel­te er, was wohl Frau G so eilig hat­te fort­ge­hen las­sen. Ohne dass sie ihm Bescheid gesagt hat­te. Einen äuße­ren Anlaß konn­te man aus­schlie­ßen. Sonst hät­te der Hund ange­schla­gen. W nahm sich vor näch­stens bes­ser dar­auf zu ach­ten was neben­an vor­ging und ab und zu ein­mal nach­zu­se­hen. So ohne Grund, ein­fach nur um sicher zu gehen, dass Frau G noch da war.

Die Kaf­fee­ma­schi­ne gab son­der­bar röcheln­de, schnie­fen­de und spucken­de Töne von sich - ein Zei­chen, dass sie in Kür­ze mit der Zube­rei­tung fer­tig sein wür­de. Die­se Lau­te aus der Maschi­ne erin­ner­ten W immer an einen Kom­mi­li­to­nen im Grund­stu­di­um. Der trank Tee und sei­ne Schlucke waren immer von schlür­fen­den, schmat­zen­den und röcheln­den Tönen beglei­tet wor­den. W nahm ein Glas aus dem Schrank und gab etwas fri­sche Milch hin­ein. Das hat­te er schon als Stu­dent so gemacht. Es spar­te einen Löf­fel, den brauch­te man nicht zu spülen. 

Er ging in sein Arbeits­zim­mer und nahm einen - geräusch­lo­sen - Schluck Kaf­fee. Es war eine gute Wahl gewe­sen die Kaf­fee­sor­te zu wech­seln, dach­te er, die­ser war aro­ma­ti­scher und schmeck­te viel bes­ser. Fast so wie die spa­ni­sche Vari­an­te, die er jedes­mal mit nach Hau­se nahm, nach der Über­win­te­rung dort. Fair gehan­delt, dazu aro­ma­tisch und nicht bit­ter. Zwar war die­se Sor­te um zwei Euro teu­rer, aber das war ihm ein gutes Gewis­sen wert. 

Was hat­ten sie zuletzt bespro­chen, was könn­te einen Hin­weis geben wo sie geblie­ben war? Es wur­de W bewußt, dass Frau G wohl ein ähn­lich 'lee­res' Gefühl immer dann haben muß­te wie das, was er gera­de emp­fand. Immer dann, wenn er sich auf den Weg in den Süden mach­te und sie in Deutsch­land zurück blieb. Da konn­te sie lan­ge in der Woh­nung nach­se­hen, er war ja weg. Nein, schoß es ihm in den Sinn, so ganz genau gleich war das nicht, sie wuß­te ja wo er war. Schon des­we­gen, weil er fast täg­lich anrief und berichtete.

Als er in sein Zim­mer ging um sei­ne Schu­he anzu­zie­hen - er woll­te den Such­ra­di­us ver­grö­ßern und das konn­te nicht in Haus­schu­hen pas­sie­ren - hör­te er wie der Hund sich rap­pel­te und von sei­nem Plätz­chen her in sei­ne Rich­tung lief. Er beschloß den Hund mit­zu­neh­men. Es konn­te nicht scha­den, viel­leicht gab er drau­ßen einen Hin­weis wo W sich hin wen­den muß­te um Frau G zu fin­den. Geschirr umle­gen, rote Kot­beu­tel ein­stecken, ein Küchen­tuch in die Jacken­ta­sche und in die ande­re sei­nen Schlüs­sel­bund. Vor­sorg­lich griff er noch zu der klei­nen, run­den LED-Leuch­te. Es war ja schon dun­kel. Viel­leicht wür­de er eine Lam­pe brauchen.

Der Hund führ­te sei­ne übli­chen Freu­den­sprün­ge aus. Das mach­te er immer wenn es nach drau­ßen ging, seit er ganz klein war. So ein Hun­de­le­ben hat nicht gera­de viel Aben­teu­er und Abwechs­lung dach­te W. Es ist viel Rou­ti­ne und wenig Neu­es was da so täg­lich abläuft. Son­der­ba­rer­wei­se wur­den die Hun­de als "brav" bezeich­net die dull auf ihrem Platz ver­harr­ten. Dabei waren die doch eher die Lang­wei­ler. Ihr Hund war von Anbe­ginn von der wil­den Sor­te gewe­sen und alle Ver­su­che ihn zur Ruhe zu brin­gen waren nur von kurz­fri­sti­gem Erfolg gewe­sen. Es war eben ein Aus­bund, immer schnell auf 180, nie so rich­tig relaxed.

Drau­ßen vor der lan­gen Trep­pe nach unten pack­te W den Hund am Geschirr und klemm­te ihn unter den Arm. Die Trep­pe war für den Rücken des Tie­res zu lang und zu steil. Außer­dem hat­ten sie frü­her fast eben­erdig gewohnt und das war für das Tier nie ein Pro­blem gewe­sen. Am Fuß der Trep­pe setz­te er den Hund auf den Plat­ten­weg und hielt dabei die Lei­ne fest. Denn was folg­te war stets gleich: Der Hund wür­de los­stür­men, hin zu einem unbe­kann­ten Ziel. Das nur er kann­te. Er mach­te dann den Ein­druck es sei ganz drin­gend dort­hin - wo auch immer - hin­zu­kom­men. So, als ob es schon fast zu spät wäre.

W schau­te im Vor­bei­ge­hen zum Auto unter dem Car­port. Kei­ne Frau G beim Auto. Es hät­te ja sein kön­nen, dass sie etwas von dort hät­te holen wol­len. Manch­mal war das schon vor­ge­kom­men, nach eine län­ge­ren Rei­se wie der, die sie gera­de vor­ge­stern been­det hat­ten. Irgend­was bleibt immer im Auto lie­gen von all dem Klein­kram den man so meint für eine län­ge­re Abwe­sen­heit zu brauchen.

Wäh­rend er von der lan­gen Ein­fahrt hin­ten, ent­lang der Ost­fas­sa­de des Hau­ses, zur Stra­ße hin lief, warf er einen Blick in die Erd­ge­schoß­woh­nung die kürz­lich neu ver­mie­tet wor­den war. Der neue Mie­ter war ein allein­ste­hen­der Mann mitt­le­ren Alters. Wahr­schein­lich wie­der ein Fall von Tren­nung in der 'midlife'-Krise, das war die Zeit, in der vie­le Ehen in die Brü­che gin­gen. Dafür sprach - unter ande­rem - die recht spär­li­che Aus­stat­tung und Möblie­rung: ein Ses­sel, zwei Stüh­le, ein Tisch und eine kom­mo­den­ar­ti­ge, nied­ri­ge Anrich­te mit einem Fern­se­her dar­auf. Anson­sten vie­le halb offe­ne und noch mehr unge­öff­ne­te Kisten. Das wird dau­ern, dach­te W, es sieht nicht danach aus als ob hier bald 'Ord­nung' ein­keh­ren würde.

Der Hund hat­te an der Lei­ne gezo­gen, was W aus sei­nen Gedan­ken riß und er kon­zen­trier­te sich jetzt ganz auf den Gas­sigang. Fast hät­te er ver­ges­sen, das fiel ihm nach ein paar Metern ein, nach Frau G Aus­schau zu hal­ten. Es war ja der eigent­li­che Grund für sei­nen spä­ten Gang nach drau­ßen gewesen.
Der Hund wie­sel­te von rechts nach links und wie­der zurück, den Kopf ganz tief und die Nase fast auf dem Boden. Man konn­te erken­nen wenn er etwas Inter­es­san­tes auf­spür­te. Dann blieb er ste­hen, dreh­te sich um die­sen Punkt her­um - um schließ­lich, nach Hun­de­art, ein Zei­chen sei­ner Anwe­sen­heit zu hinterlassen. 

W folg­te dem Hund und schau­te blin­zelnd zum Nacht­him­mel hoch. Es war klar. Die Milch­stra­ße zog sich von Hori­zont zu Hori­zont. Begrenzt von den um die­se Jah­res­zeit bunt gefärb­ten Laub­wäl­dern, die sich in sanf­ter Linie par­al­lel rechts und links des Tales hin­zo­gen. Die wer­den noch da sein wenn ich schon ver­mo­dert oder sonst­wie ent­sorgt bin, über­leg­te W, und der Gedan­ke ver­droß ihn. 

Wer weiß, dach­te er, wenn es zu einer Kol­li­si­on mit einem Meteo­ri­ten oder einem Aus­bruch eines Super­vul­ka­nes käme wäre sowie­so für Alle auf dem Pla­ne­ten Schluß. Wenn irgend­ein Ver­rück­ter auf den berühm­ten 'Roten Knopf' drücken wür­de auch. Nicht nur die­se Vari­an­te, so vie­le men­schen­ge­mach­te Mög­lich­kei­ten für einen mehr oder weni­ger plötz­li­chen Unter­gang. Da hat­te der Pla­net schon ziem­lich lan­ge durch­ge­hal­ten und war jetzt, in den letz­ten 60 Jah­ren, zum ersten mal nicht allei­ne von natür­li­chen Kata­stro­phen bedroht. 

Ein Blick auf den Hund sag­te ihm: Durch­ge­bo­ge­ner Rücken, wie ein Kat­zen­buckel, Schwanz steil nach oben, da heißt es gleich die Kot­tü­te zücken und die Hin­ter­las­sen­schaf­ten auf­neh­men. Ein­ge­sackt und zuge­bun­den. W macht sich mit dem Hund auf den Weg zurück nach Hau­se, berg­auf, gemäch­lich. Immer noch ohne Frau G gefun­den zu haben.

Aus der näch­sten Sei­ten­stra­ße hört er Stim­men. Sel­ten um die­se spä­te Stun­de und er beschließt genau­er nach­zu­se­hen was da los ist. Eine Grup­pe von Leu­ten steht dis­ku­tie­rend und gesti­ku­lie­rend bei­ein­an­der. W schal­tet die Lam­pe an und leuch­tet in Rich­tung auf die Stim­men. Mit­ten unter den Unbe­kann­ten steht Frau G, gegen die eini­ge der Grup­pe Front machen, bedroh­lich, nach ihrer Stimm­la­ge zu beur­tei­len. W beschleu­nigt sei­ne Schrit­te, der Hund wird auf­ge­regt und fängt an zu bellen.

Als W sich der Grup­pe nähert lösen sich eini­ge jun­ge Män­ner her­aus und wen­den sich W zu. Einer prescht vor und baut sich vor ihm auf. Als er plötz­lich zuschla­gen will weicht W seit­lich aus - über sich selbst erstaunt, weil er sich mit über Sieb­zig noch so schnell bewe­gen kann - und hebt ein Bein um den Geg­ner mit einem har­ten Tritt ans Knie zu Fall zu brin­gen .... in die­sem Moment spürt er einen umklam­mern­den Griff von Hin­ten um sei­nen Hals. W bleibt die Luft weg, er hat das Gefühl zu ersticken und mit letz­tem Atem schreit er so laut er kann "Hiil­fe­ee, Hiiilfeeee!" 

W blin­zelt in hel­les Licht, bemerkt, dass Frau G ihn an der Schul­ter gepackt hat und schüt­telt. Dabei fragt sie besorgt: "Geht es dir nicht gut? Hast du 'was, 'was Schlech­tes geträumt?"
W setzt sich, schweiß­ge­ba­det, in sei­nem Bett auf und wird lang­sam wach ....

 

bookmark_borderSammelsurium XIX

MALHEUR Wildlife Refuge

[near Burns,Oregon]
Viel­leicht hät­te mal jemand die Rebel­len von MALHEUR, Ore­gon über die Bedeu­tung des fran­zö­si­schen Wor­tes "mal­heur" auf­klä­ren sol­len. Mög­lich, dass sie dann einen ande­ren Ort gewählt hätten.

Der Aus­gang die­ser von den "besorg­ten ame­ri­ka­ni­schen Bür­gern" ange­zet­tel­ten Rebel­li­on wäre den­noch andern­orts nicht sehr ver­schie­den vom jet­zi­gen Ende gewesen. 

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[Quel­le]
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Ein Lehr­stück dazu, wie man NICHT rebel­lie­ren sollte!

Kein Plan, kei­ne Ord­nung, kei­ne For­de­run­gen - und dann noch Vor­be­straf­te unter den Anfüh­rern. Sowas geht nicht gut, zeigt aber wes Gei­stes Kind die­se frei­en Bür­ger sind.

Putin

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[Quel­le]
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Durch einen geschick­ten Schach­zug hat sich Prä­si­dent Putin gleich in meh­rer­lei Rich­tung "Luft" verschafft:
Erstens macht er sich unent­behr­lich als Gesprächs­part­ner im Syri­en­kon­flikt, denn nach­weis­lich ist sei­ne Inter­ven­ti­ons­trup­pe & Luft­waf­fe unter all den Kriegs­par­tei­en die erfolgreichste.
Zwei­tens federt er die Fol­gen der Ame­ri­ka­nisch-Ira­ni­schen Ver­stän­di­gung ab. Weil jetzt wie­der Ein­käu­fe im Westen mög­lich sind und sein Land nicht mehr so drin­gend wie zuvor gebraucht wird.
Drit­tens lenkt das Gesche­hen in Syri­en ob sei­ner Bri­sanz von den Fol­gen der Krim-Annek­ti­on und dem Abspal­tungs­pro­zeß der Ost-Ukrai­ne ab.
Still & lei­se betreibt er noch ganz ande­re Din­ge im Hintergrund.

HAWAII

Wenn Sie mal Lan­ge­wei­le haben und nicht Soli­taire spie­len wol­len kann ich eine Web­cam emp­feh­len - da pas­siert nicht sehr viel, aber man hört aller­hand Geräu­sche und des­we­gen paßt die­se Dar­bie­tung auch als Hin­ter­grund­ge­räusch .... es han­delt sich um eine Web­cam der CORNELL Uni­ver­si­tät, Itha­ca, NY, die in KAUAI, HI Alba­tros­se beob­ach­tet. Manch­mal schwenkt sie auf ande­re vor­bei­kom­men­de Tie­re. Nach­teil ist die 11h-Zeit­ver­schie­bung zu uns, Vor­teil die Infra­rot-Nacht­be­leuch­tung und der 24-h-Betrieb.

Ein­fach mal rein­se­hen ....

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[Quel­le Bild]
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Atheismus

Nur mal so zur Erinnerung:

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[Quel­le unbe­kannt, ver­mut­lich "twit­ter"]
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Da muss etwas geschehen ....


Aus der Kolum­ne von Tho­mas Fischer, Verfassungsrichter:

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[Quel­le]
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