Autor: wvs
bookmark_borderWoher-Wohin-Warum?

„Die Evolution des Lebens auf der Erde könnte auch als eine Evolution der Nutzung von Energie verstanden werden."
Keine Angst, liebe Lesende, ich werde nicht die gesamte Evolutionslehre in kleine Teilchen zerpflücken und hier wiederkäuen, das können Sie besser andernorts nachlesen (¹,²). Ich werde lediglich einige Punkte heraussuchen, um die Diskussion etwas zu unterstützen, sollten Sie auf Evolutionsleugner stoßen .... Osterzeit, Kirchenzeit, der Zweifel ist sozusagen 'vorprogrammiert'.
So, wie in der Physik mittlerweile vier Grundkräfte als Bausteine identifiziert sind, gibt es - nicht nur für Biologen - wohl kaum noch Zweifel daran, dass sich die belebte Umwelt nach den von Darwin zuerst gefundenen und beschriebenen Mechanismen der Evolution entwickelt haben. Doch genauso, wie es bei Asterix das kleine gallische Dorf ist, das sich dem "Mainstream", dem römischen Reich widersetzt, finden sich immer wieder ein paar Verdrossene und Kritiker, die glauben nun endlich eine Argumentation gefunden zu haben die das Gebäude der Evolutionsforschung und die daraus resultierenden Folgerungen zum Einsturz brächten.
Vor ein paar Tagen las ich - in Vorbereitung auf diesen Artikel - u.a. bei einem Herrn Armin Risi seine Thesen zu "Evolution: Leben aus Materie?", in dem er mit mannigfaltigen Vergleichen versucht, gegen die Hundertschaften von Wissenschaftlern anzugehen um den Beweis zu erbringen, dass seine Thesen besser sind als jede andere Beweisführung.
Warum bin ich so sicher, dass Herr Risi irrt?
Er macht drei wesentliche Fehler, die aus dogmatischem Denken herrühren, das stets eine Endgültigkeit postuliert die es nicht geben kann und auch in der Wissenschaft niemals gibt:
Herr Risi leugnet die Evolution und sucht nur nach Beweisen dafür. Das ist seine Schwäche.
Wissenschaft hingegen sucht danach Beweise zu finden was an den Befunden zur Evolution falsch oder richtig sein könnte. Es geht also nicht darum nur die Richtigkeit nachzuweisen, sondern gerade das Ergebnis offen zu halten, ob denn die Thesen sich als haltbar oder unhaltbar erweisen lassen. Wissenschaft arbeitet "ergebnisoffen".
Kurz:
Der Anti-Evolutions-Dogmatiker hat eine vorgefertigte Meinung für die er Beweise sucht, er sucht also Beweise gegen eine Theorie - ein Wissenschaftler sucht nach Beweisen ob die Thesen richtig oder falsch sind.
Die Annahmen bei Herrn Risi sind oft daneben - sie stellen nur vermeintlich einen Beweis dar, ohne das tatsächlich zu leisten, weil das Grundwissen zusammenhanglos angelernt und nicht erworben ist. Ich gebe ein Beispiel als Nachweis für diese Behauptung. Es gilt allerdings genauso für weitere Modelle, die dort angeführt werden.
Ein Zitat:
" .. Die Struktur der Enzyme ist nämlich in allen Formen der organischen Materie die gleiche! Das Enzym einer Bakterie kann auch in einer menschlichen Zelle verwendet werden, und die Bakterien beweisen ja täglich, daß sie in unserem Körper aktiv sein und mit ihm in chemischer Wechselwirkung stehen können (z. B. bei der Verdauung). Wir wissen nicht, wie die Enzym-Population in der angeblichen „Ursuppe“ ausgesehen hat, aber wir wissen, daß es heute mindestens 2000 verschiedene Enzyme gibt. Ist alles durch Zufall entstanden, muß der Zufall also bis heute 2000 Enzyme gebildet haben, um auch nur die Grundvoraussetzung für lebende Körper zu schaffen. (Diese Enzyme und Proteine dann noch zu lebens- und fortpflanzungsfähigen Zellen und Körpern zusammenzusetzen ist nochmals etwas ganz anderes und treibt die Unwahrscheinlichkeit ins völlig Unmögliche .. "
Hier ist zunächst erst einmal ein Kardinalfehler enthalten, der oft von Laien gemacht wird:
Was sich im Darm abspielt ist Verdauung
- was sich in Zellen abspielt ist Stoffwechsel.
Bakterien im Darm sind daher dort mit Enzymen an der Verdauung beteiligt, haben jedoch keinerlei Einfluß oder auch keinen Anteil am Stoffwechsel.
Der zweite Fehler:
Unkenntnis der Vorgänge beim Stoffwechsel der Zellen. Es gibt zwar eine Fülle von Enzymen, die aber nicht gleichzeitig in allen Zellen zur Verfügung stehen, sondern - ganz gezielt - nur in spezialisierten Zellen vorkommen, weil ein Teil der Erbinformation nur bestimmte Enzyme bildet (je nach Zelltyp und Aufgaben).
Das dem Herrn Risi etwas "unwahrscheinlich" oder gar "unmöglich" erscheint ist kein Beweis für das, was er behauptet - es ist lediglich ein Beweis dafür, wie begrenzt das Vorstellungsvermögen des Herrn Risi ist.
Er bringt auch noch ein Beispiel mit den vieltausendfachen Möglichkeiten blind die Flächen von Rubik's Cube anzugleichen - und zwar will er damit beweisen, dass bestimmte Konstellationen nicht auftreten könnten. Dabei vergisst er völlig, dass es zwischen lebenden Zellen Kommunikation gibt, wodurch Prozesse angeglichen und harmonisiert werden, was die Irrtumswahrscheinlichkeit erheblich mindert. Mechanismen also, die zwischen den Einzelwürfeln aus Plastik, die den gesamten Würfel bilden, nicht vorhanden sind, Zitat:
" .. der englische Astrophysiker Dr. Fred Hoyle .. verglich die Wahrscheinlichkeit, daß sich auch nur ein Protein durch eine blinde, zufällige Kombination von Atomen gebildet hat, mit der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Mensch blind einen Rubik-Würfel ordnet .. "
Dies beweist nicht das, was Herr Risi durch den Eideshelfer Dr. Boyle beweisen will, sondern ist wieder ein Beispiel dafür, dass Fachwissenschaftler einer Disziplin, wie Dr. Boyle, besser bei ihrem Fach bleiben, weil sie für ein anderes Fach meist nicht die genügende Kompetenz aufweisen.
Es gibt hinreichend sichere Modelle in der Mathematik, die, ausgehend von der Berechnung der Materieprozesse, auch die Evolution berechenbar gemacht haben. Darauf werde ich hier nicht spezifisch eingehen, ist doch die Mathematik für die meisten Menschen eher ein 'rotes Tuch', weil sie damit Probleme haben. Unter dem Titel "Mathematik der Evolution" ist mehr dazu zu lesen, wenn Sie es doch vertiefen wollen.
Ich beschränke mich auf das Fazit:
" .. Die meisten positiven Mutationen sterben aus solange sie selten sind .. " - was etwa bedeutet, dass sich die Zahl der Mutationen nicht unbedingt in der Veränderung der genetischen Struktur ausdrücken muss, sondern ausdrücken kann - wenn die Bedingungen günstiger sind als im mathematischen Modell angenommen.
Da Mutationen der wesentliche Faktor für die Evolution sind, weil durch sie neue Möglichkeiten für Individuen und damit eine gesamte Spezies entstehen können, ist diese mathematische Beweisführung ein solider Hinweis auf die Haltbarkeit der grundlegenden Theorie.
Unter der Überschrift "EVOLUTION = PROZESS" werden abschließende Gedanken zu einer Reihe von fachspezifischen Erörterungen und Modellen erfasst, die die Spannung zwischen Ordnung und Chaos aus physikalischer Sicht darstellen und daraus die Mechanismen für die Evolution herleiten, die dort in Analogie tätig sind. Das Fazit dort lautet:
" .. Der Mensch IST Zeit. Also jener Punkt, welcher sich innerhalb seines ganz eigenen Spezifischen Volumens (Lebenszeit, Bewusstseinsraum) bewegt, manchmal statisch verharrt, manchmal in Gedanken zurück oder vorwärts springt. Die Verbindung dieser Punkte und der eingenommene Raum innerhalb des Spezifischen Volumens ist menschliches Leben .. "
Das knüpft an den Text an, den ich weiter oben bereits verlinkt habe.
Weiter heißt es: " ..Nicht die Anzahl der Dimensionen des Menschlichen Bewusstseins sind endlich, sondern das Gesamt-Volumen = Lebenszeit. Endlich, auch in der Jetztzeit, ist jedoch die Speicherkapazität des menschlichen Gehirns .. Nicht der Raum oder die Anzahl der Dimensionen des Universums sind unendlich (endliches thermodynamisches Volumen, welches seit ca. 6 Milliarden Jahren rasch expandiert), sondern die Möglichkeiten der Ereignisse, Zustände und der Kombinationen, in welchen sie auftreten .. "
Diese Gedanken stellen das Dasein (Mensch, Tier, etc.) in eine Zeitachse des Raumes, des sich erweiternden Universums. Evolution als kleine Einheit des gesamten Ausdehnungsgeschehens, ein analoges Abbild.
[Ich empfehle ab diesem Teilabschnitt ff. zu lesen]

Was ist denn nun das derzeit bekannte Ergebnis der Evolution? Hierzu hilft eine Abbildung (siehe rechts), die aus dem entsprechenden Artikel bei WIKIPEDIA stammt, den ich zur Lektüre empfehle.
[Abbildung "Tree of Life"; User:TimVickers, SVG conversion by User:User A1 - Eigenes Werk.
Vereinfachte Version eines hochaufgelösten Stammbaums (Kladogramm) der gesamten Organismenwelt („Tree of Life“) Eukaryoten Rot; Archeen Grün; Bakterien Blau. Gemeinfrei, File:CollapsedtreeLabels-simplified.svg; Erstellt: 19. Mai 2007]
Weil Ostern ist, was uns allen üblicherweise ein paar Feiertage beschert, ob wir nun der Evolutionstheorie oder den Kirchen glauben schenken:
Wie passt nun Religion mit der Evolution zusammen?
Kurze Antwort:
Überhaupt nicht, wenn auch von Seiten der Religionen immer wieder Versuche unternommen werden sich irgendwie damit zu *versöhnen*(!) - sinn- und nutzlos von Anbeginn. Wissenschaft lädt zu Zweifeln ein, Glaube verbietet das Zweifeln.
Eine kurzweiligere Variante ist dort → Volker Panzer: "Leben ohne Gott – und dennoch ein glücklicher Mensch sein" zu lesen. Sollten Sie nicht den gesamten Artikel lesen wollen scrollen Sie bis zur Zeile "Um es kurz zu machen. Wir, die Affen und die Menschen, stammen aus Afrika." herunter und lesen die paar Absätze von da an.
Schon des öfteren musste ich feststellen, dass auch Wissenschaftssendungen nicht immer die 'reine Lehre' verbreiten, sondern manchmal ein auf Populärwissen zurechtgeschustertes Konglomerat anrühren, bei dem Wissenschaft nicht immer korrekt dargestellt wird. Das liegt in der Natur der Sache, einerseits, und ist daher verständlich. Andererseits liegt es auch an der mangelnden Kenntnis derer, die dazu die Skripte verfassen. Trotzdem sollte die Grundaussage immer wissenschaftlich korrekt bleiben. Beispiele zum Gegenteil fand ich in der Beschreibung einer Sendung:
1. " .. "Evolution" ist ein theoretisches Verständnisgebäude, das die Entwicklung von Vielfalt aufgrund von Mutation, Selektion und Reproduktion erklärt .. "
Hier wird glatt ein Element der Evolutionslehre unterschlagen - anstatt Mutation, Selektion, Rekombination und genetischer Drift heißt es Mutation, Selektion, Reproduktion. Das ist nicht korrekt, nicht einmal wenn man sich an Laien wendet, denn Rekombination und Reproduktion haben nichts miteinander zu tun. Die 'genetische Drift' wird gleich völlig unterschlagen, ich rate 'mal: Die Autorin hat das seit ihrer Schulzeit nie richtig verstanden und deswegen wird es verdrängt.
Dabei ist es ganz einfach: Einige Gene wandern an andere Genorte in der Erbinformation, werden dadurch unterdrückt oder bevorzugt. Manche verschwinden völlig. Andere werden wiederum nicht vorkommen, weil ein Teil der Population abgedrängt wurde und nicht mehr am genetischen Austausch teilnimmt.
2. " .. Auch die Idee, dass Anpassungen eines Organismus an die Umwelt an die Nachkommen weitergegeben werden, ist nach den Thesen der biologischen Evolutionstheorie ausgeschlossen .. "
Wie schon der Name der Darwinschen Darstellung besagt wandeln sich die Bedingungen und mit ihnen die Erkenntnisse - so wie es dargestellt wird scheint ein Zweifel durch, ob denn die Evolution bewiesen sei. Ist sie. Hier kommt etwas zum Vorschein was weiter oben schon einmal angesprochen war: Wissenschaft forscht ständig nach Neuem, nach Beweisen , nach Möglichkeiten, an die bisher noch nicht gedacht wurde. Da ist es völlig klar, dass sich Änderungen im Wissenstand ergeben. Bisher hat das aber noch nie die Gültigkeit der Evolutionstheorie insgesamt zu Fall bringen können - und wird es in Zukunft auch nicht tun.
3. " .. Wir treffen bewusste Entscheidungen. Deshalb sind wir besonders flexibel und anpassungsfähig. Mit dieser geistigen Evolution ist der Mensch in der Lage, aktiv in die biologische Evolution einzugreifen und sie nach seinen Vorstellungen zu gestalten .. "
Oh Schwülstigkeit, du triefst durch die Zeilen! Was wir davon haben, dass der Mensch in die Evolution eingreift kann man in trauriger Erkenntnis der Unzulänglichkeiten des Wissens darum und der Ergebnisse daraus beobachten.
Etwas zu tun ist ja nicht gleichbedeutend mit es 'richtig' zu tun.
Ich wünsche mir eher, vor solchen 'bewussten Entscheidungen' bewahrt zu werden als ihre Folgen ausbaden zu müssen.

bookmark_borderDie Gedanken sind frei - wie lange noch?
Laut einem Bericht aus jüngster Zeit dort
→ »» New AI Turns Brain Signals Into Human Speech With 97% Accuracy ««
ist es mindestens schon möglich Gedankenimpulse als Sprache, also Worte, auszugeben. Noch allerdings muss die Versuchsperson dabei mitwirken und Worte sprechen, deren Impulsfolge im EEG dann von der KI durch Vergleich und Wiederholung tatsächlich als Wort identifizierbar sind.
Von dieser Variante ausgehend wird es sich bestimmt dahingehend entwickeln, dass es eines Tages erreicht wird "Gedanken" zu lesen - und dann ist es vorbei mit der Gedankenfreiheit. Es ist wieder einmal eine solche Wegscheide bei der Entwicklung, wie wir sie schon öfter sahen:
Will man beispielsweise den Menschen helfen, die durch körperliche Einschränkungen die 'normale' Bedienung (beispielsweise) eines Computers nicht leisten können - oder will man diese Möglichkeit dazu nutzen ganz pauschal und allgemein, so wie jetzt schon bei der Speicherung von Daten auch unverdächtiger Bürger, jeden Menschen auszuforschen und so versuchen, 'die Bösen' auszufiltern, bevor sie etwas Böses tun können?
Wie nah dabei die gute und böse Absicht einer übergeordneten "Autorität" liegen könnte und machbar wären ist - mindestens für mich - erschreckend. Stellen Sie sich einmal vor, ein Verrückter wie Trump könnte ein solches Instrument vorfinden und gar nutzen!
Es gibt Entwicklungen, die sollte man besser nicht weiter vorantreiben.
bookmark_borderWirklich ...?
"Everything happens for a reason!"
"Alles passiert aus einem Grund!" - das hörte ich kürzlich in einem Video von einem Diskussionsteilnehmer .... es ging im weiteren Gespräch dort unter, hat mich allerdings noch eine Weile beschäftigt.
Die Aussage ist falsch - mindestens in der Form, in der sie in dem vorstehenden Satz getroffen wurde.
Eine richtige Aussage wäre:
"Ich tue Alles aus einem Grund!" - eine Selbstoffebarung, die vermuten lässt, dass der Sprechende nicht imer seine wahre Absicht darstellt, sondern insgeheim eine andere Zielsatzung hat als aus dem gesprochenen Wort zu entnehmen ist.
Auch folgender Satz wäre richtig:
Menschen tun Alles aus einem Grund!"
Damit ist lediglich festgestellt, welche Bandbreite des Wollens uns begegnet und dass niemand etwas grundlos tut oder plant. Dabei wird, ganz klar, keine übergeordnete, übersinnliche, oder handelnde Kraft angenommen.
Ganz allgemein gesagt:
Was passiert ist stets reiner Zufall.
Wenn Menschen etwas tun haben sie ein Ziel - das ist der "Grund" ihres Handelns. Demnach ist "Grund" personenbezogen - abstrakt muss stattdessen "Zufall" gesetzt werden.
Der Satz lautetet richtig also:
"Everything happens by chance - unless planned by people!"
["Alles passiert aus Zufall,
sofern nicht der Plan von Menschen dahinter steht!"]
bookmark_borderNoch’n Gedicht …. (X)
№ 0057: robotisches I

Donnerstags, so gegen fünf, geschah
– in Kassel – was noch niemand sah:
Ein Lichtblitz, dumpfes Donnergrollen,
Rauch, aus dem Nichts hervorgequollen.
Und als der Rauch verschwunden war
stand, silbrig glänzend, etwas da:
Ein Kegel mit Tentakeln dran
viel grösser als ein Durchschnittsmann.
Der Anblick schreckte Fahrer sehr
ein Stau entstand, und noch viel mehr
passierte rund um diesen Ort,
wer laufen konnte lief schnell fort.
Die Gegend war schnell menschenleer
rund um den fremden Roboter,
der, nach 'ner halben Schrecksekunde
drehte eine kleine Runde.
Um dann in grösser werdend‘ Kreisen
– sich bewegend wie auf Gleisen –
in Fahrt kam, Richtung Innenstadt:
dabei macht er zwei Autos platt!
Die Tentakeln angelegt
er so entlang der Strasse fegt.
Man wich ihm aus, so gut man konnt‘
vermied, dass man ihm nahe kommt.
Der Ruf nach Obrigkeit ward laut,
doch keiner hat sich recht getraut
dem Ungetüm Einhalt zu bieten,
vielmehr ward sein Pfad gemieden.
Als schliesslich bremst der Ausserird’sche
vor’m Rathaus, neben einer Kirche,
ein Kreis von Gaffern sich ergibt
weil meist der Mensch besond’res liebt …
Zuckt die Maschine führt das gleich
dazu, dass laut die Menge kreischt,
nach hinten sich zu retten sucht,
so mancher dabei heftig flucht.
Die Neugier übermächtig ist.
Man diskutiert, mit welcher List
das ausserird’sche, fremde Ding
zu packen wäre, wenn es ging.
Doch plötzlich Stille, atemlos,
als der Roboter spricht d’rauf los:
„Ich bin vom Stern Andromeda,
und komm in Frieden“ – nichts geschah!
Ein kleiner Knirps, vielleicht fünf Jahr‘
verlässt der Menschen grosse Schar
und stapft auf die Maschine zu,
spricht, laut vernehmlich, ganz in Ruh:
„Wer ist Dein Vater, Deine Mutter?“
„Gibt’s auf Andromeda auch Butter?“
„Hast Du 'ne Schwester und 'nen Bruder?“
„Gibt es bei euch auch Babypuder?“
„Was willst Du hier, Maschinenwesen?“
und: „Bist Du schon 'mal dagewesen?“
„Wie bist Du denn hierher geflogen?“
„Warum macht Dein Bauch 'nen Bogen?“
„Ist bei Euch der Himmel blau?“
„Hast Du zuhause eine Frau?“
„Wird bei euch Kaffee getrunken?“
„Wenn Du gepupst, hat’s dann gestunken?“
„Ist Deine Haut aus Zuckerguss?“
„Wann ist bei Dir am Abend Schluss,
wann musst Du zu Bette geh’n?
„Gibt’s bei euch Zwerge oder Feen?“
„Wenn Du zuviele Bonbons isst
sagt man Dir dass Du kotzen wirst?“
„Hast Du ein Taschentuch dabei?“
„Essen die Babys bei euch Brei?“
„Gibt’s Engel auf Andromeda?“
„War schon der Osterhase da?“
„Bekommst Du auch ein Taschengeld?“
„Tut's bei euch weh wenn man hinfällt?“
„Wenn’s bei euch regnet nehmt ihr Schirme?“
„Magst lieber Apfel Du statt Birne?“
„Kennst Du das Einmaleins schon ganz?“
„Gibt’s etwas, das Du singen kannst?“
Es sprudelt rasch der Fragen Fülle,
rund um den Knaben ist es stille.
Der Robot scheint ganz ungerührt,
doch ein Vibrieren man jetzt spürt.
Zunächst noch steht der Robot stumm,
doch dann ertönt ein laut‘ Gebrumm,
die Oberfläche leuchtet heller,
die Tentakeln dreh’n sich schneller,
ein lautes Kreischen tönt sodann
– hat in den Ohren weh getan –
sehr langsam hebt er ab vom Grund
und Worte spricht Maschinenmund:
„Ein Ort des Grauens ist die Erde,
damit ich nicht ganz irre werde,
bei so viel Fragen, ohne Ende,
auf die ich nicht die Antwort fände,
will schnell dem Orte ich entflieh’n
auf meinen Weg nach Hause geh’n!“
Sprach’s – und zischte steil nach oben,
ist himmelwärts davongestoben.
Ganz Kassel spricht von dem Ereignis
vom Knaben auch und seinem Wagnis:
Vor so viel Fragen – welcher Graus –
nimmt selbst ein Roboter Reissaus!
Erstveröffentlichung: 20.06.2004 00:03:48
bookmark_borderGastbeitrag zu "Was in Deutschland gut läuft .... und was nicht!"
(Kommentar zu einem Artikel, kürzlich erschienen beim Humanistischen Pressedienst)
Hätte beim Artikel nicht als Datum "30. März" dran gestanden, hätte ich gefragt, ob das der diesjährige Aprilscherz von der Stelle sein soll...
Denn das Deutschland, was dort beschrieben wird, das kenne ich nicht. Und viele andere auch nicht.
Realistisch gesehen - und mal ein bisschen Recht zubilligend zugesprochen -: Im Vergleich zu anderen, ist man hier nicht so schlecht aufgestellt wie es manche tägliche Katastrophenmeldungen einem Glauben machen könnten.
Allerdings, das ist ein Vergleich von "zunehmend schlecht "und "GANZ schlecht".
Als wenn man jemanden vergleicht, der seine beginnende Sucht noch realisiert und mitkriegt, wie es sein Leben zerstört, mit jemandem, der völlig zugelötet in der Gosse liegt und jeden Tag vom Notdienst mitgenommen werden muss, um am Leben zu bleiben.
In etwa eine solche Diskrepanz ist es.
Beim Gesundheitswesen muss man sogar sehr scharf argumentieren: Lebt der Autor auf dem Land? Irgendwo im Niemandsland, wo manche Fachärzte rar sind oder nur in mind. 50 km Umkreis liegen? Hat derjenige schon mal was von den Problemen mit dem "Ärztemangel auf dem Land" gehört?
Hier kann man sogar sehr weit ausholen: In den 90er Jahren wurde auf der Ost-Seite die ganze Poliklinik-Struktur zerschlagen und geschlossen, was nicht eine größere Einrichtung war, die gewinnbringend in einr Krankenhauskette verwurstet werden konnte; man hat heutzutage weniger allgemeine medizinische Einrichtungen vor Ort verfügbar als vor Jahrzehnten. Alles nur wegen dem Profitstreben! Alles nur, weil es nicht sein darf, dass dem gemeinen Bürger etwas gutes getan wird - nämlich Gesundheit.
Die immer wieder ausgerufene "bessere Allgemeingesundheit der Mensch bis ins hohe Alter" resultiert vielmehr aus dem medizinischen Fortschritt der letzten 30 Jahre, weil man wesentlich gezielter helfen kann bzw. manchen Krankheiten überhaupt erst richtig helfen kann.
Als bloßes Beispiel genommen: Wie war das, wenn man in den 90ern Krebs hatte? Da gab es nicht viel. Außer Rausschneiden (wenn möglich) und Chemo waren da keine Optionen. Palliativmedizin war noch kein so großes Thema wie heute (sodass Patienten mit Krebs wesentlich länger noch damit leben konnten, wenn sie zeitig erkannt werden).
Wirklich weiter ist man bei den Behandlungsmethoden immer noch nicht, aber man forscht wenigstens in die Richtung, inwieweit angereicherte Antikörper den Krebs wie eine gewöhnliche Infektionskrankheit beseitigen können.
In den 90ern war Krebs allgemein fast noch ein Todesurteil, egal wie alt oder jung. Auch weil man noch nicht viel an Früherkennungsuntersuchungen kannte, das Rausschneiden wesentlich einfacher machen, wenn die Tumore noch gar nicht so ausgewachsen sind und noch nicht streuen konnten.
Das ist in dieser Hinsicht keine Systemfrage, sondern eine Frage der allgemeinen Verfeinerung der Medizin an sich, um einen Zustand besser bekämpfen zu können bzw. rechtzeitig noch im Keim zu ersticken bevor es lebensbedrohlich wird.
Ein anderes Vergleichsbeispiel dürfte evtl. Aids sein.
Bis heute, muss man sagen, sind alle Leute, die HIV positiv sind, und die mit dem Virus schon sehr lang leben, immer noch Versuchskaninchen, was die Medikamente angeht, die den Ausbruch von Aids hinauszögern sollten. Bisher gibt es noch kein Heilmittel dazu.
Erst im Laufe der 90er Jahre nahm das seinen großen Aufschwung, denn Anfang der 90er durfte selbst noch Freddy Mercury keine 5 Jahre nach der Infektion mit HIV an Aids sterben. Es gab schlichtweg noch nichts effektives, womit man helfen konnte!
Ein anderer Fall, bei dem es ähnlich gelaufen sein muss, ist Tony de Vit. Starb 1998, erfahren hat der von seiner Infektion in etwa in den Jahren, als seine DJ-Karriere Auftrieb nahm, was irgendwo zwischen Anfang und Mitte der 90er liegen dürfte.
Es dauerte in der Zeit bei den Fällen nicht allzu lang von der Infektion bis zum Tod. In den 80ern, kann es sein, ging das noch viel schneller.
Was hat man dagegen heute? Auch noch kein Heilmittel, man hat "lediglich" "Prep", um eine Infektion des Körpers damit zu verhindern. Das sind aber auch Medikamente, die in ihren Nebenwirkungen nicht ganz ohne sind.
Was passiert? Auf Grund dessen werden die Leute schon wieder unvorsichtig. Nach dem Motto "ich kann ja gar kein Aids kriegen, ich bin auf Prep gesetzt"... Ja, das mag wohl stimmen, aber Prep hilft auch nur, einer HIV-Infektion vorzubeugen, nicht aber gegen die ganze andere Scheiße, der ebenfalls tödlich verlaufen kann - sowas wie die nette Syphilis.
Und die Krankheiten werden dazu auch noch zunehmend gegen Antibiotika immer resistenter... (Und an denen wird wohl ebenso zunehmend nicht mehr geforscht, weil eine Packung Antibiotika nicht viel Gewinn abwirft, anders als ein teures Supermedikament, für das man Monopol auf der ganzen Welt hat und das man so teuer verkaufen kann wie man lustig ist.)
Wem gebührt hier also der "Dank"?
Wohl kaum dem deutschen Gesundheitssystem, sondern vielmehr dem allgemeinen Fortschritt in der Medizin. Und in Deutschland ist "Forschung" so ziemlich der am stiefmütterlichsten behandelte Sektor nach der Bildung...
Gar nicht mal davon zu sprechen, wer hier noch die Fahne oben halten darf. In den Krankenhäusern arbeiten jede Menge ausländische Ärzte und Pflegekräfte; wären die nicht da, dann wäre die Grundversorgung in den Krankenhäusern ernsthaft gefährdet.
Und selbst die spielt man noch kaputt mit "immer 3 Leute zu wenig anstellen" und zu wenig Entlohnung für die Arbeit, die sie dort machen, und wofür sie (scheinbar) kaum noch Deutsche finden.
Nur ein Beispiel: Was wäre Deutschland ohne seine Ärzte und Krankenpflegerinnen aus Polen? Da würden bestimmt ein paar mehr Krankenhäuser als nur im grenznahen Bereich schließen müssen, wenn die nicht mehr da wären.
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"Qualitätsjournalismus" war hier auch so ein Lacher, und da könnte man gern das Zitat anbringen von der einen Reporterin, die in einer Talk-Runde damals zur brisanten Zeit der Flüchtlingskrise zugegeben hat, sie werden bei den Öffentlich-Rechtlichen doch schon zu einer gewissen Konformität gegenüber der Staatspolitik angehalten.
Dann nicht mal weiterzureden von den vielen offenen oder wenigstens dokumentierten Transatlantikern, von denen man auf Grund dessen wohl nicht erwarten sollte, dass sie USA-kritische Berichte liefern, es sei denn, wenn auch laut deren Meinung der falsche Mann im Weißen Haus sitzt. Ganz zu Schweigen von Berichten, die jedes Mal der Kriegspolitik der USA den Rücken stärken, wenn die plötzlich ein aktuelles Objekt von Interesse auserkoren haben.
Bestes Beispiel, das einem einfällt, ist Hajo Seppelt, der ganze Sendungen mit dem Konjunktiv über Putin füllen konnte, ohne nur irgendeine handfeste Aussage machen oder gar einen Beweis oder wenigstens ein starkes Indiz für seine Behauptungen liefern zu müssen...
Also, das war nicht weit von dem Prinzip einschlägiger verschwörungstheoretischer Hokus-Pokus-Internetseiten entfernt.
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Justiz in Takt? Das soll der Autor mal den vielen Fällen auf den Arbeitstischen der Gerichte erzählen, die sich dort stapeln und erst nach Monaten bearbeitet werden, wenn das Delikt des Delinquenten schon fast wieder vergessen ist...
Stärkstes Beispiel: Sozialgericht und Hartz-IV-Beschwerden.
Das soll eine "funktionierende Justiz" sein?
Wenn zwischen Klageeinreichen und Urteilsspruch in etwa so viel Zeit vergeht wie eine Postkutsche im Reich Karls des Großen brauchte um von Paris bis zum äußersten Außenposten Frankreichs zu gelangen?
Gar nicht mal davon zu sprechen, dass man frech kleinere Amtsgerichte in den vergangenen Jahren geschlossen hat, um angeblich "Geld zu sparen", obwohl die Klagewut bzw. das Klagebedürfnis der Deutschen kein bisschen abgenommen hat.
Teilweise durch den ganzen neu erlassenen Gesetzeskram wie das "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" oder all das gegen Hatespeech den Gerichten noch mehr an Bagatell-Verpetzer-Blockwart-besorgterBürger-Delikten zum Bearbeiten zuschußt, von denen Teile nicht einmal notwendig wären.
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Es gäbe bestimmt noch mehr daran auseinander zu nehmen, aber ich mache hier einmal Stop, denn sonst wird das ein Roman.
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Siehe hierzu auch → Was in Deutschland gut läuft .... und was nicht!
bookmark_borderIch frage mich ....

Mathematisch ist klar,
dass es keine Methode gibt,
Gewinnzahlen exakt vorherzusagen.
Wenn es tatsächlich eine Möglichkeit wäre,
dann würde doch die,
die das 'durchschaut' haben,
das Geld kassieren,
in Freuden damit leben und das war's dann.
Wieso sollten sie das verbreiten?
Ich frage mich:
Wer fällt auf solch eine Bauernfängerei herein?


Die lustigsten Vorfälle beschert uns wie immer das Leben.
Möglicherweise soll das ja provozieren, zum Nachdenken anregen ....
Ich frage mich:
Ob die Gläubigen, der Pastor und die Veranstalter die Ironie dieser Schautafelanzeige verstanden haben?


Dieser Aha-Effekt, wenn Sie plötzlich erkennen, dass Sie selbst zu der Gruppe von Personen gehören, die von CORONA am meisten gefährdet bzw. bedroht wird, und über die sich alle anderen Altersgruppen die meisten Sorgen machen:
Zu den "Älteren".
Ich frage mich:
Ab wann genau ist man eigentlich "alt"?
bookmark_borderDenken | Gedanke
Der Herr Professor 'mal wieder, ich zitiere drei Sätze:
1. Ein „GEDANKE“ beinhaltet eine versprachlichte, klare Vorstellung von einem Ablauf.
2. Gedanke = Wort => Bild
3. Ein Gedanke ist erst dann gegeben, wenn man Bewegung bzw. Vorhaben antizipieren kann!
1. Ein Gedanke muss nicht 'einen Ablauf' beinhalten. Viele Gedanken beinhalten keine Zeitachse [Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft], sondern kreisen vielmehr um einen zentralen Begriff, der während des Denkvorganges durch in der Erinnerung gespeicherte, dazu passende Elemente ergänzt, erweitert und vervollkomment wird.
2. Es gibt 'abstrakte' Gedanken, denen kein Bild zugeordnet werden kann. Das beste Beispiel hier - welche Ironie! - ist das Wort "Gedanke". Völlig immateriell, daher ohne "Bild".
3. Es gibt mehr 'ziellose' als auf ein Objekt, eine Bewegung, ausgerichtete Gedanken.
Die (sprachlich-grammatikalischen) Brüche in weiteren Sätzen lassen das gesamte Gedankenkonstrukt irgendwie wirr, unterbrochen, zusammenhanglos erscheinen.

Merke:
Der schlimmste Feind ist Gewohnheit.
Übertragen auf das Wirken des Professors:
Nur weil von Professoren *professorales* erwartet wird muss man nicht ständig *nutz- und sinnloses* schriftlich niederlegen. Wer in seinem Denken, seinen Veröffentlichungen den krampfhaften Versuch unternimmt an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen wird nie in der Gegenwart, und schon erst recht nicht zu alter Größe (an-)kommen.

bookmark_borderVon "wahr", "metaphorisch wahr" und Vorteilen
Vor Kurzem sah ich mir ein englischsprachiges Video an. Da ging es um die Frage, ob es immer nötig ist die Wahrheit zu kennen oder ob es schon von Vorteil ist zu vermuten etwas sei wahr und sich entsprechend zu verhalten. Weil man dann besser dran sei, als wenn man darauf wartet die Wahrheit zu kennen und dann erst zu handeln.
Der Kernsatz lautete:
" ..These are ideas that aren't true in a factual sense - but they are true enough, that if you behave as if they were true, you come out ahead of where you would be if you behaved according to the fact they were not true.. "
Übersetzung:
Dies sind Ideen, die im eigentlichen Sinne nicht wahr sind - aber sie sind wahr genug, dass Sie, wenn Sie sich so verhalten, als ob sie wahr wären, dem voraus sind, wo Sie wären, wenn Sie sich entsprechend der Tatsache verhalten würden, dass sie nicht wahr sind.
Die Folgerung ist demnach:
Es ist besser gleich und mit weniger Gewißheit etwas anzupacken als zuzuwarten bis alle Informationen vorliegen.
Nun ist klar, warum wir zwar eine der führenden Nationen auf dem Planeten sind, es aber hierzulande immer etwas länger dauert bis Dinge erledigt werden. Entlang dieses Prozesses wird viel Engagement zerstört, weil die Initiative tatkräftiger Mitarbeiter immer wieder gebremst und so allmählich abgeflacht wird.
bookmark_borderNächtliche Aktvitäten
Während dieser Zeit der Unsicherheit gibt es viele Vorschläge für *Aktivitäten*, die helfen sollen sich zu beschäftigen. Einige davon - das hat der (zweite) New Yorker blackout von 1965 gezeigt - gehen laut *Volksmund* - angeblich nicht ohne Folgen ab:
Wie später erforscht wurde war eine angebliche Spitze bei den Geburten offenbar lediglich eine Zeitungsente. Als *story* hält sich das hartnäckig und tauchte bei dem Stromausfall im November 2005 im Münsterland wieder auf. Nun, bei der erzwungenen Quarantäne, wird das bestimmt erneut die Phantasie beflügeln ....
1965:
Im Nordosten der USA und in vielen Teilen Kanadas fiel am 9. November 1965 für ca.30 Millionen Menschen der Strom aus.
1977:
" ..Marodierende Horden plünderten über 1600 Geschäfte und legten mehr als 1000 Brände. Bis heute misstrauen die New Yorker dem maroden Stromnetz - zu Recht .."
Das war es aber nicht, wovon ich berichten will - hier geht es um einen Hefezopf mit Rosinen und Zimt, den ich am 01.04. abends zubereitet & gebacken habe:
Sollten Sie nun Appetit bekommen haben, hier das Rezept:
Die Zutaten
- 270 g Mehl
- 90 g Zucker (kann auf 60g reduziert werden)
- 1⁄2 Teelöffel Salz
- 1 Würfel frische Hefe
- 180 ml Milch, angewärmt auf ca. 45-50°C
- 3 Eßlöffel Olivenöl
- 1 Ei
- 125g Rosinen / Sultaninen mindestens 6h einweichen und immer einmal vorsichtig(!) umrühren bis sie schön rundlich-prall geworden sind.
- 50 g Zucker mit
- 1 Eßlöffel Zimt mischen und beiseite stellen.
- ein Ei trennen, das Eigelb mit ein wenig Wasser (kalt) aufmischen und einen Backpinsel bereit halten.
Mehl, Zucker, Salz mischen und eine Mulde in der Mitte lassen. Die Hefe dort hinein bröseln, möglichst kleine Bröckchen. Nun die erwärmte Milch vorsichtig über die Hefe gießen, mit einem sauberen Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort für 10-15 Minuten gehen lassen. Wenn sich Blasen gebildet haben und die Hefe-Milch-Flüssigkeit hochgestiegen ist kann es weitergehen. Das Öl und das zimmerwarme(!) Ei beigeben und mit Küchenmaschine oder Mixer gründlich mischen. Nach und nach nochmal 60-80g Mehl zugeben, so lange, bis der Teig sich verfestigt und allmählich vom Schüsselrand löst.
Jetzt die gut abgetropften Rosinen zugeben und auf kleiner Stufe unterziehen bis sie gleichmäßig im Teig verteilt sind.
Mit einem Teigschaber (Spatel) den Teig auf ein bemehltes Brett geben und die Hände mit Mehl bestäuben - nun kneten Sie den Teig ca. 120 mal, jeweils mit einer Vierteldrehung - immer mit dem Spatel lösen und ein wenig(!) Mehl zugeben, wenn der Teig anfängt zu kleben.
Nach dem Kneten in drei etwa gleiche Stücke Teig teilen, jedes Stück zu einer langen Wurst formen - die Länge sollte etwa gleich sein. Wenn Sie mögen nun in der Zucker-Zimt-Mischung wälzen und dann zu einem Zopf flechten (siehe oberstes Bild).
Den fertigen Zopf stellen Sie nun - auf Backpapier, nochmals für 15-30 Minuten warm, bedeckt mit einem Küchenhandtuch, und zwar so lange, bis sich das Volumen etwa um die Hälfte vergrößert hat. Unterdessen den Backofen auf 190°C / Umluft vorheizen.
Jetzt streichen Sie die Ei-Wasser-Mischung vorsichtig und gleichmäßig auf die Oberfläche des Zopfes. Danach ab damit in den Backofen, den Sie jetzt auf 180°C / Umluft herunterdrehen. Backzeit ungefähr 25-30 Minuten, achten Sie darauf, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird, wenn doch legen Sie ein Stück Alufolie mit der blanken Seite nach oben auf den Zopf. Zügig, den Ofen nicht zu lange auflassen!
Am Ende der Backzeit im Backofen ein wenig mit geöffneter Tür abkühlen lassen, dann herausnehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen. Sofern Sie Zuckerguss mögen (ich nicht) können Sie nun 80 g Puderzucker mit wenig Wasser zu einer honigartig fließenden Masse verrühren und in Streifen oder flächig auf dem noch warmen(!) Zopf verteilen.
Zubereitungszeit 90 Minuten, Backzeit (max.) 30 Minuten; ohne Rosineneinweichung.
PS:
Diesen Hefeteig können Sie auch [ohne Rosinen] für Blechkuchen zubereiten, Belag Früchte und/oder Streusel.
bookmark_borderHumor ist, wenn man trotzdem lacht
Als Erstes möchte ich Ihnen ein → Cartoon-Video empfehlen. Stellen Sie die Geschwindigkeit auf 0,75 oder 0,5 % ein, dann sind die (englischen) Texte besser zu lesen.
Dann noch dieses Poster, es ist eine Übersetzung eines Posters das mir ein Freund aus USA geschickt hat ....

bookmark_borderWas in Deutschland gut läuft .... und was nicht!
In finsteren Zeiten und unter den schwierigen Bedingungen der aktuellen Bedrohung ist es immer gut Optimismus zu verbreiten. Wer schon von schlimmsten Botschaften genug hat, weil sie Tag für Tag wiederholt und von Tag zu Tag schlimmer werden, der freut sich darauf endlich einmal etwas Positives zu lesen.
Würd' ich ja gern bedienen, diesen Wunsch.
Aber nur weil Corona durch das Land, die Welt wütet, sind all die anderen Schrecklichkeiten nicht plötzlich weg und unser Staatswesen nicht ebenso plötzlich zu einem menschenfreundlichen Wohlfühlstaat mutiert.
Beim hpd (Humanistischer Pressedienst) hat Constantin Huber die rosarote Brille aufgesetzt und einen Kommentar zum Thema "Was in Deutschland gut läuft" geschrieben. Falls Sie es noch nicht gelesen haben empfehle ich das zu tun bevor Sie hier weiter lesen, weil ich mich darauf beziehe.
Huber teilt seinen Artikel in sechs Schritte, Unterthemen und betrachtet die positiven Entwicklungen in Kontrast zu dem, was mancherorts an Negativem zu lesen ist. Die Kapitelinhalte:
1. Recht und Gesetz, Gleichheit vor dem Gesetz, Rechtssicherheit und Abwesenheit von Staatswillkür;
2. Öffentlicher Rundfunk als Beispiel für "Qualitätsjournalismus";
3. Klima- und Umweltschutz als allgemeiner gesellschaftlicher Konsens;
4. Gesundheitswesen und Lebenserwartung;
5. Gewaltenteilung und Meinungsfreiheit;
6. Bildung, Verkehr und Industrie.
Zu 3. und 5. habe ich keine Anmerkungen, da decken sich die Aussagen von Herrn Huber weitgehend mit dem, was ich so ähnlich geschrieben hätte - doch zu den anderen Punkten gab es so manches zu ergänzen und richtig zu stellen. Das habe ich in Form eines Leserbriefes ("Kommentar") getan. Nachfolgend der Text:
Auf die Gefahr hin mich als *Spielverderber* darzustellen:
Das rosige Bild von den positiven Entwicklungen hat doch hier und da ein paar schmutzige Flecken ....
zu 1.
Prominenz & viel Geld sowie ein Netzwerk in die Politik sind bestimmt geeignet zu milderen Urteilen zu führen. Höneß ist da ein Beispiel.
zu 2.
(Öffentlicher) Rundfunk & Fernsehen sind in den 'Beratungsgremien' (Beiräte) und in den Redaktionsspitzen durchseucht von christlichen Eiferern, die die moralinsaure Grundeinstellung der Großkirchen den Medien aufdrücken und eine faktenbasierte Weltsicht verhindern. Zu viele der hochrangigen Mitarbeiter sind zugleich auf den Honorarlisten der Kirchen und setzen praktisch durch was gesellschaftlich schon überholt ist.
Abtreibung und Sterbehilfe sind da traurige Beispiele.
zu 4.
Bedauerlicherweise gab es bisher noch keinen Gesundheitspolitiker der es geschafft hätte den Schwerpunkt der Ausgaben so zu verschieben, dass die Arbeitenden besser bezahlt werden und stattdessen die Arzneimittelkosten eingefroren werden. Unsere Arzneimittelkosten liegen nach den USA an der Spitze. Das es preiswerter geht beweisen die südeuropäischen Länder mit Preislimits, und die Unternehmen liefern trotzdem weiter da hin .... ein Blutdrucksenker hier in D 47,- €, das gleiche Produkt in Spanien unter 10,- €!
zu 6.
Das die letzte Koalition die Autobahnen im Eilverfahren am Ende ihrer Amtszeit aus öffentlicher Hand gelöst und privatisiert hat (obwohl das anders genannt wurde um die öffentliche Empörung zu verhindern), und schon wesentliche Strecken in drei Wellen an private Konsortien abgegeben wurden, ist ein Skandal.
Der gleiche Minister, Herr Scheuer, hat es nicht geschafft die flächendeckende Versorgung mit Internetdiensten zu gewährleisten - auch da zahlen wir hier vergleichsweise überhöhte Preise: 5GB für das Mobiltelefon kosten dreimal soviel wie (ein Beispiel) Spanien, und dort sind die Ausbaukosten wegen der großen Entfernungen sehr viel höher! Das trifft auch auf sonstige Datenvolumina zu - überhöhte Preise die im internationalen Vergleich stets an der Spitze stehen, bei der Leistung auf den letzten Plätzen dümpeln.
Was überhaupt nicht erwähnt ist:
Die soziale Ungleichheit, hervorgerufen dadurch, dass der Handel mit/von Geld weitgehend steuerfrei läuft, während Erwerbsarbeit gerade auch in unteren Einkommensklassen viel zu hoch besteuert wird ... von den Verbrauchssteuern ganz zu schweigen, die im Vergleich zu Steuern auf Luxusartikel ungerecht sind. Bei einem Einkommen von 10.000 € sind 19% auf ein Auto erträglicher als bei 2.000 €, weil der Restbetrag im letzteren Fall den Käufer unter die Armutsgrenze drückt.
Von den Grundrechtsverletzungen und -einschränkungen in angeblicher "Gefahrenabwehr" und für eine diffuse "Sicherheit" will ich gar nicht erst anfangen:
Es ist mathematisch zu beweisen, dass es unmöglich ist mit irgendeiner Art von Maßnahmen (screening, Datenauswertungen) Sicherheit herzustellen. Je größer die Zahlen der Überwachten sind, desto größer ist die Fehlerquote - woraus folgt, dass sich genau darin die *mit positiven Merkmalen identifizierten* befinden können .... der gesamte Aufwand 'für die Katz', wie es so schön im Volksmund heißt.
Sehr aufschlußreich sind weitere Kommentare zu diesem Beitrag beim hpd
→ https://hpd.de/comment/61238#comment-61238
→ https://hpd.de/comment/61240#comment-61240
