bookmark_borderVon Bürgerrechten ....

Wenn jemand vor­hät­te unser Staats­we­sen in eine Dik­ta­tur zu ver­wan­deln, was wäre dazu der erste Schritt? 

Es gäl­te die Oppo­si­ti­on aus­zu­schal­ten, indem man ihr die Mög­lich­keit nimmt Gleich­ge­sinn­te über die Gefahr, die für die Demo­kra­tie droht, zu infor­mie­ren. Sodann müss­te es unter­sagt wer­den, sich fried­lich zu ver­sam­meln und Kund­ge­bun­gen abzu­hal­ten. Sicher wäre es ange­bracht, die Pres­se gleich­zu­schal­ten, das bedeu­tet, anstel­le der Redak­tio­nen bei grö­ße­ren Publi­ka­ti­ons­or­ga­nen und bei Rund­funk und Fern­se­hen, einen Stab von Beauf­trag­ten über­neh­men zu las­sen - oder min­de­stens zu dekre­tie­ren alle Erzeug­nis­se zunächst einer Zen­sur­be­hör­de vor­zu­le­gen und erst auf deren Zustim­mung hin zu ver­öf­fent­li­chen. Letz­ter Schritt könn­te dann die Ver­haf­tung der Oppositionsführer:innen aus faden­schei­ni­gen Grün­den sein - da fin­det sich doch selbst in einer Demo­kra­tie doch schon immer etwas, das benutzt wird.

Es ist klar, dass hier von Mei­nungs­frei­heit, Ver­samm­lungs­frei­heit, und Pres­se­frei­heit die Rede ist. 

Wenn zur Zeit also Rech­te der Bür­ger ein­ge­schränkt wer­den, darf das immer nur im Ein­zel­fall gesche­hen, nicht pau­schal - und es müs­sen gewich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Ganz wesent­lich ist aller­dings auch ein Ende für die­se viel­leicht nöti­gen Ein­schrän­kun­gen zu bestim­men. Noch wich­ti­ger scheint mir, dass es kei­ne Vor­be­hal­te wegen der Art und des Umfan­ges und der Inhal­te geben darf. Laut Ver­samm­lungs­ge­setz ist ledig­lich eine Infor­ma­ti­on der Behör­den nötig - und die kann nur fest­stel­len ob die Sicher­heit und der gere­gel­te Ablauf gewähr­lei­stet sind. Sonst nichts. 

[Da ich kein Jurist bin bit­te ich um Kommentar(-e) zu dem hier ange­ris­se­nen The­ma um es juri­stisch 'halt­bar' und 'begrün­det' zu machen.]

bookmark_borderWie vorhergesagt ....
*update* [02.05.2020]

Pres­se­ver­laut­ba­rung

" .. Diens­tag, 28. April
7.30 Uhr – Coro­na-Repro­duk­ti­ons­ra­te steigt wie­der an

Die Ansteckungs­ra­te mit dem Coro­na­vi­rus ist in Deutsch­land wie­der gestie­gen. Das geht aus den Zah­len des Robert Koch-Insti­tuts (RKI) von Mon­tag­abend her­vor. Dem­nach steckt jeder Infi­zier­te einen wei­te­ren Men­schen an, die Repro­duk­ti­ons­ra­te liegt also bei 1. Die Zahl der Neu­erkran­kun­gen geht damit anders als in den letz­ten Tagen nicht mehr zurück. Um die Epi­de­mie abflau­en zu las­sen, muss die Repro­duk­ti­ons­ra­te nach RKI-Anga­ben dau­er­haft unter 1 lie­gen .. "

Die Exper­ten, u.a. auch der SPD-Gesund­heits­exper­te und Epi­de­mio­lo­ge Prof. Dr. Karl Lau­ter­bach, haben es vor­her­ge­sagt und vor Sorg­lo­sig­keit gewarnt:
Die Zah­len der Neu­in­fek­tio­nen stei­gen wie­der an.
Kanz­le­rin Mer­kel hat­te bei der Ankün­di­gung erster Locke­run­gen der Coro­na-Maß­nah­men sehr deut­lich appel­liert die Regeln ein­zu­hal­ten, weil schon ver­meint­lich klei­ne Ände­run­gen der Repro­duk­ti­ons­zahl erheb­li­che Fol­gen haben kön­nen und des­we­gen Vor­sicht ange­ra­ten sei.

Wir haben hier ein Bei­spiel dafür, wie falsch all die Poli­ti­ker [Laschet, Lind­ner, Kret­schmer (Sach­sen), u.a.] mit ihren vor­ei­li­gen Öff­nungs­phan­ta­sien ent­ge­gen jeder wis­sen­schaft­li­chen Ver­nunft und War­nung gele­gen haben - und unter sol­chen Vor­aus­set­zun­gen Schu­len und Kin­der­gär­ten wie­der ohne Ein­schrän­kun­gen zu öff­nen ist gleich­be­deu­tend einem Todes­ur­teil für wei­te­re Opfer an die Pan­de­mie, die zwei­fels­frei dar­aus resul­tie­ren werden.
Laschet aller­dings, ein alter Polit­fuchs, hat offen­bar erkannt, dass er anders for­mu­lie­ren muss um nicht sofort anzu­ecken und drückt sich vor­sich­ti­ger aus als zuvor.

Es bleibt zu hof­fen, dass eine brei­te Öffent­lich­keit erkennt, wel­che Poli­ti­ker rück­sichts­los die Inter­es­sen von Unter­neh­men anstatt die Inter­es­sen ihrer Wäh­ler­schaft durch­bo­xen. Die CDU wird in eini­gen Bun­des­län­dern die Quit­tung bekom­men, wie schon zuvor die SPD wegen Dop­pel­zün­gig­keit nach dem Erbe der Regie­run­gen Schrö­der [Hartz-Refor­men, Weg­fall des Kün­di­gungs­schu­zes, Ren­ten­kür­zun­gen]. Das immer noch nicht von Par­tei­obe­ren der SPD ver­ur­teilt wur­de und zu des­sen Abschaf­fung es zwar immer wie­der Gedan­ken, aber kei­ne Aktio­nen gibt.

*update* [02.05.2020]
Wie auch Tei­le der Pres­se ver­su­chen durch 'in-Fra­ge-stel­len' zu den Regie­rungs­mass­nah­men Emo­tio­nen zu schü­ren anstatt Wis­sen zu ver­meh­ren wird sehr schön in dem nach­fol­gend als Zitat dar­ge­stell­ten Aus­schnitt aus einem Arti­kel¹ auf­ge­zeigt, den ich mei­nen Lesern als Lek­tü­re emp­feh­len möchte:

¹ Das Coro­na-Virus und der „kri­ti­sche Geist“
   Wer nur fragt, bleibt dumm: Aug­stein, Fleisch­hau­er und die kal­ku­lier­te Ignoranz
   20. April 2020

bookmark_borderVernichtung. Keine Alternative.
*update* [23.04.2020]

oder: Die Gren­zen des­sen, was wir als Mensch­heit ver­ant­wor­ten können.

»» Die drei Haupt­the­sen:
dass wir der Per­fek­ti­on unse­rer Pro­duk­te nicht gewach­sen sind;
dass wir mehr her­stel­len als vor­stel­len und ver­ant­wor­ten kön­nen: und
dass wir glau­ben, das, was wir kön­nen, auch zu dür­fen, nein: zu sol­len, nein: zu müssen
– die­se drei Grund­the­sen sind ange­sichts der im letz­ten Vier­tel­jahr­hun­dert offen­bar gewor­de­nen Umwelt­ge­fah­ren lei­der aktu­el­ler und bri­san­ter als damals .. «« 

[Anders; 1979. Quel­le]

Als ich das gestern gele­sen habe dach­te ich
'.. Das ist es doch, was ich seit Jah­ren als The­se ver­tre­te: Nicht alles was man kann soll man auch tun.
Im Gegen­teil: Erst wenn man die Fol­gen des Tuns abge­wo­gen hat kann ent­schie­den wer­den WIE es wei­ter­ge­hen soll.
OB es über­haupt wei­ter­ge­hen kann!"

Selbst dann ist es noch wich­tig zwei wei­te­re Schrit­te zu tun und die Fra­ge zu stellen:
Kön­nen wir über­haupt die Fol­gen abschät­zen oder ist ein zu gro­ßer Fak­tor an Unsi­cher­heit vorhanden?
Und wenn die­se Fra­ge dahin­ge­hend beant­wor­tet wer­den muss, dass nicht genü­gend Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen das abzu­schät­zen, wer ist dann ver­ant­wort­lich das Pro­jekt zu stoppen?

Wird es einen Gesamt­rah­men auf der Erde geben, der die­se Ent­schei­dung allent­hal­ben gleich­lau­tend ermög­licht oder sind hier wie­der Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen im Wege und alles bleibt beim Alten, beim "Wei­ter so und nicht verzagen?!"

Nun stellt sich noch die Fra­ge "Wer ist die­ses omi­nö­se "wir"?

Da ste­hen meh­re­re mög­li­che Schul­di­ge zur Ver­fü­gung. Und bereits bevor sie benannt sind kann fest­ge­stellt wer­den was sie - ein­zeln und im Chor - sagen bzw. tun wer­den .... sie wer­den mit Fin­gern auf Ande­re zei­gen, sie wer­den sagen "die waren es". Sie wer­den aller­dings auch kei­ner­lei Ver­such unter­neh­men die schwer­wie­gen­den Fol­gen abzu­wen­den oder ver­su­chen zu füh­ren, in der Absicht, die Nega­tiv­fol­gen abzu­mil­dern oder gar ganz zu vermeiden.

Das mensch­li­che Unver­mö­gen in grö­ße­ren Dimen­sio­nen, also über den eige­nen Hori­zont hin­aus zu den­ken, wird eine glo­ba­le, abge­stimm­te und ein­zig rich­ti­ge Akti­on ver­hin­dern. Waren es erst nur ein­zel­ne Arten, so war es noch unbe­wusst. Sind es Arten wie die Bie­nen, oder Insek­ten ins­ge­samt, so wer­den die Fol­gen schon deut­li­cher. Sind es aller­dings gan­ze Öko­sy­ste­me, ist es eine so gewal­ti­ge Mas­se an Arten, dass es die Mei­sten nicht mehr fas­sen, geschwei­ge denn ver­ar­bei­ten können. 

Somit ist das "wir" iden­ti­fi­ziert - wir Alle auf dem Pla­ne­ten sind gemeint. Vor­ran­gig jene Men­schen, die in den soge­nann­ten 'zivi­li­sier­ten' Län­dern leben, "wir", die wir am mei­sten von all dem pro­fi­tie­ren, rei­ßen die Unbe­tei­lig­ten, Unschul­di­gen in den weni­ger ent­wickel­ten Län­dern gleich mit in den Abgrund. Die wer­den - wie bei einem Tsu­na­mi - nicht ein­mal recht­zei­tig erken­nen, wie gewal­tig das Ende kommt.

*update* [23.04.2020]

Aktu­el­le Ergän­zung zu → ❸ dass wir glau­ben, das, was wir kön­nen, auch zu dür­fen, nein: zu sol­len, nein: zu müs­sen - dazu ein Bericht zu einem neu­en Weg anstatt einen Impf­stoff zu inji­zie­ren eine RNA zu neh­men und den Kör­per der/des Betroffene:n selbst die Immun­ant­wort 'her­stel­len' zu lassen:

→ → → Covid-19: Stu­die mit mRNA-Impf­stof­fen läuft an – vie­le offe­ne Fragen

bookmark_borderDer Zusammenhang zwischen Denken, Lesen und dem Verständnis der Welt

lesen   Quel­le: "Lesen formt das Gehirn"

Wir haben einen Ein­fluß "dar­auf", dadurch näm­lich, dass wir ver­lan­gen, daß wer hier leben will auch die/unsere Spra­che beherrscht. Was ich bezwei­fele ist, dass vom häu­fig zu hören­den Abwie­geln (" .. es reicht, wenn man auch man­gel­haf­te Spra­che hin­nimmt, man­che tun sich eben schwer .. ") nichts bes­ser wer­den kann ....

Die Hal­tung alles hin­zu­neh­men weil man ja angeb­lich nichts ändern kann oder weil man "Ande­re nicht in ihrer Iden­ti­tät ein­schrän­ken will" - sol­che Hal­tung wird nie zu einer Ver­bes­se­rung der Situa­tion führen!

Damit ich nicht miß­ver­stan­den werde:
Die­se For­de­rung erstreckt sich genau­so auf die deut­sche Kern­be­völ­ke­rung - auch da ist noch viel nachzuarbeiten. 

lesen   Quel­le: twit­ter

Ins­be­son­de­re bei den Bay­ern, die sich irgend­wie für 'beson­ders' hal­ten und offen­bar nicht erken­nen, dass sie sich dadurch lächer­lich machen, vor allem wenn sie von Zuge­rei­sten ver­lan­gen sie mögen doch bit­te "Deutsch" sprechen.

Zu Zei­ten war es in unse­rem Land nötig sich des Hoch­deut­schen zu bedie­nen um ernst genom­men zu wer­den - nie­mand hat etwas gegen Dia­lekte, ich habe selbst Wur­zeln in Hes­sen - aber wenn ich nicht gelernt habe ver­nünf­tig zu spre­chen ent­larve ich mich als min­de­stens schlecht gebil­det .... gera­de da schei­det sich dann die Spreu vom Weizen: 

Wer die Spra­che beherrscht kann sich inte­grie­ren, wer nicht bleibt ausgegrenzt ....

Kann / Muß man Abhil­fe schon bei den Eltern schaffen?
JEIN, Sprach­misch­masch ist nicht tole­ra­bel und Hil­fe Deutsch zu ler­nen soll­te ange­bo­ten wer­den! War­um soll­ten wir anders han­deln und alle Nach­teile in Kauf neh­men die eine (manch­mal bewuß­te) Abschot­tung fremd­sprach­li­cher Zuzüg­ler mit sich bringt? 



Zugleich aller­dings bleibt fest­zu­stel­len, dass Kin­der schnel­ler die neue Spra­che ler­nen und ihre Chan­ce daher bes­ser ist. Was bleibt ist die elter­li­che 'Brem­se', das Unver­mö­gen sich in den neu­en Ver­hält­nis­sen zurecht zu fin­den - es fehlt das Ver­ständ­nis für Zusam­men­hän­ge und das WARUM etwas so ist und ver­langt wird. Letzt­lich, so wur­de in den letz­ten Jahr­zehn­ten am Bei­spiel vie­ler Ein­ge­wan­der­ter deut­lich, treibt man sie dadurch in die Arme der Extre­mi­sten jed­we­der Cou­leur.
 

 

Einer mei­ner frü­he­ren Nach­barn (als ich noch in Mün­ster i. Westf. wohn­te) war Tür­ke, sprach flie­ßend Deutsch und Eng­lisch - dementspre­chend hat er die beruf­li­che Inter­gra­tion geschafft und hat eine füh­rende Posi­tion erreicht. Das war nicht ein­fach. Was ihn - so sag­te er in einem Gespräch - moti­viert hat, war die Beob­ach­tung von Frem­den in der Türkei:
Dort wur­de nur akzep­tiert wer ent­we­der der Spra­che mäch­tig war - oder sich zumin­dest flie­ßend Eng­lisch unter­hal­ten konn­te .... das zu leug­nen oder man­gel­hafte Kennt­nis zu beschö­ni­gen, oder ein­fach nur dar­über hin­weg­zu­se­hen, bringt nie­man­den & nichts voran.

Gleich­zei­tig scheint nun durch die Unter­su­chun­gen in ver­schie­de­nen Län­dern (sie­he Link / Quel­le beim obi­gen Zitat) bewie­sen, dass Den­ken und Ideen­reich­tum durch aus­ge­präg­te Lese­fä­hig­keit geför­dert wer­den - ja sogar als Vor­aus­set­zung dafür anzu­se­hen sind sich im Gemein­we­sen zurecht zu fin­den. Das ist eine Umschrei­bung für Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit, und nicht nur dafür, son­dern auch um hier­zu­lan­de zufrie­den und glück­lich zu werden. 

Vor Jah­ren (2004) schrieb ein Blog­ger bei two­day fol­gen­de Zeilen:
" .. ich wür­de zwar nicht so weit gehen, zu sagen, dass man nicht trotz sprach­li­cher unzu­läng­lich­kei­ten oder recht­schreib­feh­ler intel­li­gente bei­träge schrei­ben kann, .. "


Ich wage es aller­dings genau das zu behaup­ten. Wer nicht sau­ber denkt kann nicht sau­ber for­mu­lie­ren - des­we­gen ist das, was da mit erheb­li­chen sprach­li­chen Män­geln geschrie­ben wird, nicht lesenswert.

 


Der Nie­der­gang des Blog­gens geht genau in die­se Rich­tung: Die­je­ni­gen (ehe­ma­li­gen) Blog­ger die sich mit der Recht­schrei­bung und Logik eines Tex­tes schwer taten sind zu "face­book" abge­wan­dert - dort sind sie nun die "Ein­äu­gi­gen unter den Blin­den" und kön­nen sich toll fühlen ....

Sie­he dazu auch: → "Die Spra­che ist der Schlüs­sel zum Lernen"
Revi­dier­te Fas­sung des Arti­kels vom 19. Apr 2018; 1:42h.

bookmark_borderOh, diese Expertenflut!
*update* [18.04.2020; 11:00h]

Haben Sie schon ein­mal dar­über nach­ge­dacht wie lästig Exper­ten den "Ent­schei­dern" in unse­rem Staat sein kön­nen? Ins­be­son­de­re dann, wenn sie in ihrem finan­zi­el­len Spiel­raum, in der Aus­stat­tung ihrer For­schungs­ein­rich­tun­gen nicht von der Poli­tik total abhän­gig sind? 

"Den Mäch­ti­gen die Wahr­heit sagen" ist nicht vor­teil­haft, wenn man deren Wohl­wol­len braucht um zu exi­stie­ren. Weil dar­un­ter Vie­le sind, die Wider­spruch schon seit Jah­ren nicht gehört haben. Die es nicht gewohnt sind, dass man ihnen wider­spricht oder auch nur Tei­le ihrer Über­zeu­gung in Fra­ge stellt. Des­we­gen umge­ben sich die­se ein­fluss­rei­chen 'Anfüh­rer' lie­ber mit sol­chen Exper­ten, die auch mal 'Fün­fe gera­de sein las­sen' und die Wis­sen­schaft so ver­bie­gen, dass sie zum gewünsch­ten Ergeb­nis passt.

Sehr fatal. Selbst der gering­ste Zwei­fel an der Wahr­heits­lie­be und Unbe­stech­lich­keit der Wis­sen­schaft ist geeig­net auch die mit in den Abgrund zu zie­hen, die kor­rekt arbei­ten und nicht für Gefäl­lig­keits­wis­sen­schaft zu haben sind. Die Kate­go­rie von Bestech­li­chen ist leicht zu erken­nen - ins­be­son­de­re dann, wenn das Urteil der son­sti­gen Fach­leu­te auf einem bestimm­ten Sach­ge­biet genau das Gegen­teil aus­sagt als das, was sie namens und im Auf­tra­ge veröffentlichen.

Doch es gibt eine Kate­go­rie, die ich für noch viel gefähr­li­cher hal­te. Es sind die aus den Medi­en bestens bekann­ten Volks­auf­klä­rer, Talk­show­hosts, Wis­sens­sen­dungs­mo­de­ra­to­ren und sogar Nach­rich­ten­spre­cher, die viel­leicht sogar in einem bestimm­ten Bereich ver­tief­te Kennt­nis­se haben, und es dar­in zu Ehren und Auf­merk­sam­keit gebracht haben. Aber eben nur dar­in, und nicht generell.

Vie­le dar­un­ter ver­ges­sen nun ihre natür­li­chen und theo­re­tisch unter­mau­er­ten Grenzen:
Sie bege­ben sich in Berei­che, in denen sie nicht sehr viel mehr als der durch­schnitt­lich gebil­de­te Laie wis­sen kön­nen, weil sie es nicht stu­diert haben und kei­nen Stab von Fach­leu­ten ihr eigen nen­nen, der sie da fun­diert bera­ten wür­de. Das sind die Men­schen, die jede Selbst­kri­tik ver­lernt haben, die nie Zwei­fel hegen, sie könn­ten etwas nicht ver­ste­hen, die sich gar für kom­pe­tent hal­ten ihre Mei­nung als Fak­ten zu vertreten.

Gera­de in ange­spann­ten Zei­ten wie wir sie der­zeit erle­ben tau­chen plötz­lich "Exper­ten" in Mas­sen auf, in einem Umfang, den man unter nor­ma­len Bedin­gun­gen nicht gewohnt ist.
Wo kom­men die plötz­lich Alle her? Aus wel­chen Löchern krie­chen sie her­aus, sie, von denen man bis dato nichts gehört hat­te und nichts wusste?

Das hat schon nichts mehr mit "Spe­zia­li­sie­rung" zu tun, das ist schlicht wie Piraterie:
In einem frem­den Gewäs­ser, in dem man sich nicht aus­kennt, aber den­noch Schiff, Ladung und Mann­schaft ohne Plan und Ziel der Unge­wiss­heit aus­setzt - nur um das eige­ne Ego auf­zu­bla­sen, sich für etwas ein Renom­mee zu ver­schaf­fen von dem man nichts ver­steht, und schließ­lich die Haupt­mo­ti­va­ti­on für Vie­le dar­un­ter: Geld.

Wenn Sie also wie­der ein­mal ein bekann­tes Gesicht in den Medi­en sehen - und über die der­zei­ti­ge Pan­de­mie reden hören - dann stel­len Sie sich die Frage
"Was berech­tigt die­se Per­son zu ihren Aus­sa­gen? Ist die­ser Mensch über­haupt dafür aus­ge­bil­det zu die­sem The­ma etwas all­ge­mein Gül­ti­ges, Wahr­haf­ti­ges, und Wei­ter­füh­ren­des zu sagen?"

Wenn Ihnen dann Zwei­fel kom­men lie­gen Sie in den mei­sten Fäl­len richtig.

*update* [18.04.2020; 11:00h]
Pas­send zum The­ma 'Wis­sen­schaft­ler die zu Poli­tik­hu­ren wer­den' (u.a. die­ser Arti­kel) & zum Arti­kel über Herrn Laschet, die­se mit­tel­mä­ßi­ge Nie­te, der offen­bar Aspi­ra­tio­nen auf die Kanz­ler­schaft hat:

Stre­eck, Laschet, Sto­ry­Ma­chi­ne: Schnel­le Daten, pünkt­lich gelie­fert­Co­ro­na­kri­se: Wie ein Wis­sen­schaft­ler zum Kron­zeu­gen für einen raschen Exit wur­de. Eine Rekon­struk­ti­on von Chri­sti­an Schwä­gerl und Joa­chim Budde

bookmark_border"Best vorbereitet" .... wofür?

So sah es am 24. März aus:

Und dann fand ich heu­te eine Dar­stel­lung, die eine Liste von Län­dern zeig­te, die *angeb­lich*(!) die am besten vor­be­rei­te­ten Län­der sein soll­ten .... dem stel­le ich hier eine ande­re Dar­stel­lung gegen­über, die die Zahl der Fäl­le in ver­schie­de­nen Län­dern zeigt - ver­glei­chen Sie selbst und ent­schei­den Sie, wel­che Län­der tat­säch­lich bei der Bekämp­fung erfolg­reich sind.

 

[hint, hint!: Die USA stellen
4,3% der Welt­be­völ­ke­rung aber mitt­ler­wei­le 25% der Fäl­le; der Trend geht in Rich­tung 33% - was einem Drit­tel aller Fäl­le ent­spre­chen wür­de. Viel fehlt nicht mehr, aktu­ell sind es 671.425 von 2.172.031 Infi­zier­ten, was 32% entspricht.]

Dar­stel­lung nur Europa
Hier ist es inter­es­sant zu ver­glei­chen, wie vie­le Men­schen infi­ziert wur­den, aber vor allem, wie vie­le davon geheilt wur­den bzw. gestor­ben sind .... in Deutsch­land star­ben bis­her 0,34%, dage­gen sind es in Spa­ni­en 9,6% und Ita­li­en 7,6%.
In Eng­land, wo Boris John­son lan­ge die Trump-Linie von "Leug­nung einer Gefahr" ver­folg­te, ist - trau­ri­ger­wei­se für die Men­schen - der Pro­zent­satz 7,57. Das ent­spricht dem, was sich in Ita­li­en abspiel­te und durch­aus ver­meid­bar gewe­sen wäre. 

Welt­weit bekann­te Fälle

bookmark_borderDie Gedanken sind frei - wie lange noch?

Laut einem Bericht aus jüng­ster Zeit dort 

»» New AI Turns Brain Signals Into Human Speech With 97% Accu­ra­cy ««

ist es min­de­stens schon mög­lich Gedan­ken­im­pul­se als Spra­che, also Wor­te, aus­zu­ge­ben. Noch aller­dings muss die Ver­suchs­per­son dabei mit­wir­ken und Wor­te spre­chen, deren Impuls­fol­ge im EEG dann von der KI durch Ver­gleich und Wie­der­ho­lung tat­säch­lich als Wort iden­ti­fi­zier­bar sind.

Von die­ser Vari­an­te aus­ge­hend wird es sich bestimmt dahin­ge­hend ent­wickeln, dass es eines Tages erreicht wird "Gedan­ken" zu lesen - und dann ist es vor­bei mit der Gedan­ken­frei­heit. Es ist wie­der ein­mal eine sol­che Weg­schei­de bei der Ent­wick­lung, wie wir sie schon öfter sahen:

Will man bei­spiels­wei­se den Men­schen hel­fen, die durch kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen die 'nor­ma­le' Bedie­nung (bei­spiels­wei­se) eines Com­pu­ters nicht lei­sten kön­nen - oder will man die­se Mög­lich­keit dazu nut­zen ganz pau­schal und all­ge­mein, so wie jetzt schon bei der Spei­che­rung von Daten auch unver­däch­ti­ger Bür­ger, jeden Men­schen aus­zu­for­schen und so ver­su­chen, 'die Bösen' aus­zu­fil­tern, bevor sie etwas Böses tun können?

Wie nah dabei die gute und böse Absicht einer über­ge­ord­ne­ten "Auto­ri­tät" lie­gen könn­te und mach­bar wären ist - min­de­stens für mich - erschreckend. Stel­len Sie sich ein­mal vor, ein Ver­rück­ter wie Trump könn­te ein sol­ches Instru­ment vor­fin­den und gar nutzen! 

Es gibt Ent­wick­lun­gen, die soll­te man bes­ser nicht wei­ter vorantreiben.

bookmark_borderWirklich ...?

"Ever­ything hap­pens for a rea­son!"
 
"Alles pas­siert aus einem Grund!" - das hör­te ich kürz­lich in einem Video von einem Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer .... es ging im wei­te­ren Gespräch dort unter, hat mich aller­dings noch eine Wei­le beschäftigt.

Die Aus­sa­ge ist falsch - min­de­stens in der Form, in der sie in dem vor­ste­hen­den Satz getrof­fen wurde.

Eine rich­ti­ge Aus­sa­ge wäre:
"Ich tue Alles aus einem Grund!" - eine Selbst­off­eba­rung, die ver­mu­ten lässt, dass der Spre­chen­de nicht imer sei­ne wah­re Absicht dar­stellt, son­dern ins­ge­heim eine ande­re Ziel­sat­zung hat als aus dem gespro­che­nen Wort zu ent­neh­men ist.
Auch fol­gen­der Satz wäre rich­tig:
Men­schen tun Alles aus einem Grund!"
Damit ist ledig­lich fest­ge­stellt, wel­che Band­brei­te des Wol­lens uns begeg­net und dass nie­mand etwas grund­los tut oder plant. Dabei wird, ganz klar, kei­ne über­ge­ord­ne­te, über­sinn­li­che, oder han­deln­de Kraft angenommen.

Ganz all­ge­mein gesagt:
Was pas­siert ist stets rei­ner Zufall.
Wenn Men­schen etwas tun haben sie ein Ziel - das ist der "Grund" ihres Han­delns. Dem­nach ist "Grund" per­so­nen­be­zo­gen - abstrakt muss statt­des­sen "Zufall" gesetzt werden.

Der Satz lau­te­tet rich­tig also:
 
"Ever­ything hap­pens by chan­ce - unless plan­ned by peo­p­le!"
 
["Alles pas­siert aus Zufall,
sofern nicht der Plan von Men­schen dahin­ter steht!"]

 

bookmark_borderIch frage mich ....


Mathe­ma­tisch ist klar,
dass es kei­ne Metho­de gibt,
Gewinn­zah­len exakt vorherzusagen.
Wenn es tat­säch­lich eine Mög­lich­keit wäre,
dann wür­de doch die,
die das 'durch­schaut' haben,
das Geld kassieren,
in Freu­den damit leben und das war's dann.

Wie­so soll­ten sie das verbreiten? 
Ich fra­ge mich:
Wer fällt auf solch eine Bau­ern­fän­ge­rei herein? 

Die lustig­sten Vor­fäl­le beschert uns wie immer das Leben.
Mög­li­cher­wei­se soll das ja pro­vo­zie­ren, zum Nach­den­ken anregen ....
Ich fra­ge mich:
Ob die Gläu­bi­gen, der Pastor und die Ver­an­stal­ter die Iro­nie die­ser Schau­ta­fel­an­zei­ge ver­stan­den haben?


Die­ser Aha-Effekt, wenn Sie plötz­lich erken­nen, dass Sie selbst zu der Grup­pe von Per­so­nen gehö­ren, die von CORONA am mei­sten gefähr­det bzw. bedroht wird, und über die sich alle ande­ren Alters­grup­pen die mei­sten Sor­gen machen:
Zu den "Älte­ren".
Ich fra­ge mich:
Ab wann genau ist man eigent­lich "alt"?

bookmark_borderVon "wahr", "metaphorisch wahr" und Vorteilen

Vor Kur­zem sah ich mir ein eng­lisch­spra­chi­ges Video an. Da ging es um die Fra­ge, ob es immer nötig ist die Wahr­heit zu ken­nen oder ob es schon von Vor­teil ist zu ver­mu­ten etwas sei wahr und sich ent­spre­chend zu ver­hal­ten. Weil man dann bes­ser dran sei, als wenn man dar­auf war­tet die Wahr­heit zu ken­nen und dann erst zu handeln.

Der Kern­satz lautete:
" ..The­se are ide­as that aren't true in a fac­tu­al sen­se - but they are true enough, that if you behave as if they were true, you come out ahead of whe­re you would be if you beha­ved accor­ding to the fact they were not true.. "

Über­set­zung:
Dies sind Ideen, die im eigent­li­chen Sin­ne nicht wahr sind - aber sie sind wahr genug, dass Sie, wenn Sie sich so ver­hal­ten, als ob sie wahr wären, dem vor­aus sind, wo Sie wären, wenn Sie sich ent­spre­chend der Tat­sa­che ver­hal­ten wür­den, dass sie nicht wahr sind.

Die Fol­ge­rung ist demnach:
Es ist bes­ser gleich und mit weni­ger Gewiß­heit etwas anzu­packen als zuzu­war­ten bis alle Infor­ma­tio­nen vorliegen.

Nun ist klar, war­um wir zwar eine der füh­ren­den Natio­nen auf dem Pla­ne­ten sind, es aber hier­zu­lan­de immer etwas län­ger dau­ert bis Din­ge erle­digt wer­den. Ent­lang die­ses Pro­zes­ses wird viel Enga­ge­ment zer­stört, weil die Initia­ti­ve tat­kräf­ti­ger Mit­ar­bei­ter immer wie­der gebremst und so all­mäh­lich abge­flacht wird.