bookmark_borderJahreszeit: LAUCH

Bei Frau Emmi habe ich schon häu­fi­ger gut 'nach­zu­ko­chen­de' Gerich­te gefun­den. Pas­send zur Jah­res­zeit und Ver­füg­bar­keit aus hei­mi­schem Anbau.

Lan­ge hat­te ich kei­nen Lauch mehr ver­wen­det, denn die Zube­rei­tung ist auf­wen­dig, tei­len, mehr­mals waschen um Sand / Erde her­aus zu bekom­men, dann in dün­ne Schei­ben schnei­den .... es gibt ihn aller­dings schon län­ger als Tief­kühl­wa­re ohne die­sen Umstand. Dies­mal hat­te ich zwei mit­tel­gro­ße Stan­gen 'von Hand' zuzu­be­rei­ten, Emmi schätzt immer die Zeit auf etwa die Hälf­te des­sen was ein Hob­by­koch für die Zube­rei­tung braucht. Das soll­ten Sie beden­ken wenn Sie ein Rezept von ihr ver­wen­den wollen.

Ich habe ein Lauch­ge­richt gewählt wie im fol­gen­den Ein­kaufs­vor­schlag auf­ge­li­stet - mit klei­nen Ände­run­gen. Gnoc­chi sind klei­ne Kar­tof­fel­klö­ße aus gekoch­ten Kar­tof­feln - da neh­me ich lie­ber Kartoffelwürfel.

Es geht in drei Schritten:
1. Kar­tof­fel­wür­fel für 15 Minu­ten kochen, dann absie­ben und ruhen lassen;
2. Gehack­tes anbra­ten und Knob­lauch zugeben;
3. Lauch in Öl andün­sten, mit Brü­he ablö­schen, Thy­mi­an und Chi­li dazu geben, auf klei­ner Flam­me 10 Min. wei­ter köcheln lassen.

Eine Auf­lauf­form mit But­ter aus­fet­ten und die Pro­duk­te aus den drei Schrit­ten gut durchmischen.
Gra­tin­kä­se (wür­zig) oder - wie im Rezept - Emmen­ta­ler dar­auf streuen
Bei 200°C für 20 Minu­ten wei­ter kochen bis der Käse gold­braun gewor­den ist.

Tip 1: Mehr Käse ist bes­ser; ich neh­me immer eine gan­ze Tüte.
Tip 2: Für zwei Per­so­nen die berei­te­ten Tei­le 1-3 jeweils hal­bie­ren, mischen und in ein Gefrier­ge­fäß geben. So hat man einen Vor­rat wenn es ein­mal knapp ist mit der Vorbereitungszeit.

Guten Appe­tit & ein herz­li­ches "Dan­ke" an Frau Emmi für das Rezept.

bookmark_border"Come Hell or high water": Unbewohnbar ...!

Come Hell or high water .... sagt das ame­ri­ka­ni­sche Sprich­wort etwa in dem Sin­ne wie wir sagen "Auf Teu­fel komm raus" oder "Auf Bie­gen und Brechen". 

Wie es um die Bewohn­bar­keit des Pla­ne­ten aus­sieht wenn das Jahr 2100 erreicht ist wer­de ich zwar sicher nicht erle­ben - trotz­dem fand ich die Dar­stel­lung sehr auf­schluss­reich. Denn nach letz­ten Pro­gno­sen wer­den wir welt­weit die errech­ne­ten Kli­ma­zie­le nicht erreichen.

["click!" auf das Bil­der führt zur Quel­le]

bookmark_borderWhose Land Is It?

["What's Nina working on now??" THIS: https://apocalypseanimated.com/
+++++
A brief histo­ry of the land cal­led Israel/Palestine/Canaan/the Levant.
Who's-killing-who viewer's gui­de here: blog.ninapaley.com/2012/10/01/this-land-is-mine/

In spi­te of YouTube's Con­tent­ID auto-bots making 3rd-par­ty copy­right claims on this, it is in fact FAIR USE (paro­dy). This work is also Copy­left, CC-BY-SA, alt­hough You­Tube says "Vide­os with a third-par­ty copy­right cla­im can­not have a Crea­ti­ve Com­mons licen­se." Copy­ing is an act of love, plea­se copy and share.]

DONE

bookmark_borderVeranstaltungshinweis


Der Arbeits­kreis Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg teilt mit
fol­gen­de Nach­richt am 04.05. erhal­ten zu haben:
 

Moin,

falls noch nicht bekannt, möch­te ich heu­te auf eine Ver­an­stal­tung auf­merk­sam machen, die am 17.05.23 um 18.30 Uhr in Bre­men (Dom­ska­pi­tel­haus, Doms­hei­de 8) statt­fin­det und der es um die neue Ster­be­hil­fe­ge­setz­ge­bung gehen wird.

Ver­an­stal­te­rin ist die Bre­mer Lan­des­kir­che. Ein­ge­la­den ist die Bre­mer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Kir­sten Kap­pert-Gon­ther (Die Grü­nen), die eine star­ke Ver­fech­te­rin des Gesetz­ge­bungs­ent­wurfs ist, der die Ster­be­hil­fe wie­der unter Stra­fe stel­len will. Es wäre schön, wenn vie­le Men­schen, die das selbst­be­stimm­te Ster­ben für ein zu bewah­ren­des Gut hal­ten, das nicht durch die Keu­le des Straf­rechts ein­ge­schränkt wer­den soll, an die­ser Ver­an­stal­tung teil­neh­men. Wür­de mich freu­en, wenn vie­le dabei wären!

Hier ein paar Infos zu der Mei­nung der Landeskirche:

Besten Gruß
Peter Boesel
Aurich

Unter fol­gen­den Link gibt es nähe­re Infor­ma­tio­nen zu der Veranstaltung

Es ist mei­ner (Hab­bo Schütz') Ansicht nach sehr beschä­mend für die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che Bre­men, eine Abge­ord­ne­te ein­zu­la­den, die sich für einen ver­fas­sungs­wid­ri­gen Para­gra­phen stark macht. Die Hal­tung der Bre­mer Lan­des­kir­che ist in die­ser Hin­sicht extre­mi­stisch und tritt unse­re frei­heit­li­che Grund­ord­nung mit Füßen. Chri­sten­tum und Selbst­be­stim­mung müs­sen sich mei­ner Mei­nung nach nicht ausschließen.

Daher wer­den wir als Arbeits­kreis nach Bre­men fah­ren. Wie Herr Boe­sel es auch for­mu­liert hat, ist es gut, wenn nicht nur „christ­lich-unter­tä­ni­ge Ja-Sager“ an der Ver­an­stal­tung teil­neh­men, son­dern auch mög­lichst vie­le frei­heits­lie­ben­de Men­schen wie wir. Inner­halb der Kir­chen gibt es libe­ral-den­ken­de Men­schen wie uns, und die Kir­chen­obe­ren müs­sen begrei­fen, dass ihre dog­ma­ti­schen Ansich­ten an denen der Basis kom­plett vorbeigehen.

Es ist somit kein Wun­der, dass die Men­schen der Kir­che weg­lau­fen, wenn sol­che mit­tel­al­ter­li­chen Ansich­ten von den Kir­chen­vä­tern gepre­digt werden. 

Ich (W. v. Sulecki, Blog­be­trei­ber) möch­te hier noch hin­zu­fü­gen, dass es in Bre­men eine unse­li­ge Ver­we­bung zwi­schen Poli­tik und Kir­che gibt [Bre­men: Eine Hoch­burg der Evan­ge­li­ka­len]. Kein Poli­ti­ker der nicht der Kir­che ange­hört wird ein Amt beklei­den und es sind eini­ge weni­ge Fami­li­en die das öffent­li­che und spi­ri­tu­el­le Den­ken und Leben im Stadt­staat bestimmen.

Nicht nur die Evan­ge­li­ka­len haben Rück­halt und Ein­fluß, durch ein Kon­kor­dat gibt es mit Bre­men eine bin­den­de Ver­ein­ba­rung [*.pdf Datei] mit der Katho­li­schen Kirche.

Ande­rer­seits gibt es einen Arti­kel aus 2019 im Weser­ku­rier mit dem Titel "Tau­sen­de Aus­trit­te; Bre­mer Kir­chen lau­fen Mit­glie­der davon;
Immer mehr Men­schen keh­ren den bei­den gro­ßen Kir­chen in Deutsch­land den Rücken - auch in Bre­men. Katho­li­ken und Pro­te­stan­ten suchen nach Ant­wor­ten. 19.07.2019, 07:03 Uhr"

Abschlie­ßend möch­te ich noch auf eine Ver­öf­fent­li­chung ver­wei­sen die sich der Fra­ge "Wer bezahlt was für Kir­chen und Amts­trä­ger?" nach­geht → "Staat zahlt Kir­chen­ge­häl­ter" Der Ein­druck der Bevöl­ke­rung die Kir­chen bräuch­ten die Kir­chen­steu­er für die Bezah­lung ihrer sozia­len Dien­ste ist falsch, und selbst die Amts­trä­ger wer­den vom Staat - auch von aus­ge­tre­te­nen Kir­chen­mit­glie­dern (!) bezahlt.
All das geht auf das Jahr 1803 zurück - und es ist ein Skan­dal, dass immer noch Jahr für Jahr Mil­li­ar­den an die Kir­chen bezahlt wer­den für etwas, das davor, also vor mehr als 220 Jah­ren, ihnen gehörte.

bookmark_borderArbeitskreis Selbstbestimmtes Sterben Oldenburg

[Pres­se­mit­tei­lung & Abbil­dun­gen hier über­nom­men und zitiert mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Arbeitskreises]

Am 21.4.2023 fand die 6. öffent­li­che Ver­an­stal­tung vom Arbeits­kreis Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg an einem Frei­tag­abend, bei herr­lich­stem Wet­ter, im PFL in Oldenburg
statt.

Olaf San­der war mit Fami­lie - Frau und Vier­bei­ner - aus Däne­mark ange­reist, um die vom
SWR im Jahr 2016 erstell­te Repor­ta­ge „Frau S. will ster­ben - Wer hilft am Lebensende“
(wel­che die Zeit unmit­tel­bar vor und bis zum Frei­tod sei­ner Mut­ter zeigt) vor­zu­füh­ren, um
anschlie­ßend über die Erleb­nis­se die­ser Zeit zu berich­ten und Fra­gen aus dem Publi­kum zu
beantworten.
Den Zuschau­ern bot sich der berüh­ren­de Kampf­geist von Ingrid San­der bis zu ihrem
selbst­be­stimm­ten Sui­zid und der Beglei­tung ihres Soh­nes Olaf.
Durch eine Infek­ti­on mit Polio­mye­li­tis und dem nach­fol­gen­den Post-Polio-Syndrom
(Kin­der­läh­mung) war die inzwi­schen 78jährige Ingrid San­der der­art kör­per­lich eingeschränkt,
dass ohne Hil­fe anzie­hen, waschen und sich Essen zube­rei­ten kaum mehr mög­lich war.
Ingrid San­ders jahr­zehn­te­lan­ges Kämp­fen um ihr Recht selbst­be­stimmt und nach ihrer
Wür­de aus dem Leben zu schei­den, die Beschaf­fung der nöti­gen und sicher wirksamen
Medi­ka­men­te und die genaue Pla­nung gin­gen ihrem Frei­tod vor­aus. Der als Sterbehelfer
bekann­te Arzt Dr. Uwe Chri­sti­an Arnold half bei der Vor­be­rei­tung. Die­sen Arzt an der Seite
sei­ner Mut­ter zu haben war, wie Olaf San­der in dem Film sag­te: „Die beste
lebens­ver­län­gern­de Maß­nah­me für sei­ne Mut­ter". Ohne die Zusa­ge die­ses beeindruckenden
Man­nes ihr zu hel­fen, wenn sie ihr Leben nicht mehr erträgt, wäre sie schon viel frü­her aus
dem Leben gegan­gen. Eine anstren­gen­de Rei­se in die Schweiz, um dort zu ster­ben, kam für
sie nicht Fra­ge. Erstens weil sie in ihrem Umfeld und nach ihren Bedin­gun­gen ster­ben wollte
und zwei­tens, weil ihr ohne­hin die finan­zi­el­len Mit­tel für die­ses teu­re Unter­fan­gen fehlten.
Die Ver­zweif­lung Olaf San­ders, die gelieb­te Mut­ter bei ihrer Erlö­sung zu beglei­ten, wur­de im
Film und im nach­träg­li­chen Gespräch bei die­ser her­vor­ra­gen­den Ver­an­stal­tung in Oldenburg
sehr deut­lich. Bis heu­te emp­fin­det es Olaf San­der aber auch als gro­ße Ehre, sei­ner Mutter
bei die­ser letz­ten gro­ßen Ent­schei­dung und der end­gül­ti­gen und selbst­be­stimm­ten Handlung
bei­gestan­den zu haben.
Zu die­ser Zeit galt der von Ärz­te­or­ga­ni­sa­tio­nen, Kir­chen und Poli­tik durch­ge­drück­te § 217
StGB zur Ster­be­hil­fe. Unsin­ni­ger­wei­se war es nur Ange­hö­ri­gen erlaubt, die­sen Liebesdienst
zu erweisen.
Olaf San­der konn­te auf die regen Fra­gen und Kom­men­ta­re der gut fünf­zig Per­so­nen, die der
Ein­la­dung des Arbeits­krei­ses Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg gefolgt sind, sehr
authen­tisch reagie­ren. Er erklär­te sehr ein­drück­lich und berüh­rend auch die Situa­ti­on bei
den Ermitt­lun­gen, die nach dem Frei­tod sei­ner Mut­ter folg­ten (und uns wie­der droht). Noch
heu­te ist er froh, sich im Vor­feld einen Anwalt gesucht zu haben. Die­ser hat ihn in dieser
schwe­ren Zeit juri­stisch ver­tre­ten und mit Rat und Tat zu Sei­te gestanden. 

Bevor die Mut­ter starb, ent­fern­te Olaf San­der sich von sei­ner Mut­ter, um der Ankla­ge der
damals straf­ba­ren unter­las­se­nen Hil­fe­lei­stung zu ent­ge­hen und wie es des­halb mit ihr und
Dr. Arnold abge­spro­chen war. Das bedau­ert er bis heu­te sehr, weil die Ermittlungsbehörden
kaum hät­ten nach­wei­sen kön­nen, wenn er bis zum Schluss bei ihr geblie­ben wäre. Zum
Beweis sei­ner Abwe­sen­heit ließ er sich von den Über­wa­chungs­ka­me­ras eines Spielsalons
fil­men, gleich­wohl er Spiel­sa­lons ver­ach­tet, dort aber ein siche­res Ali­bi bekom­men konnte.
Wie es ihm dort in die­ser Situa­ti­on zumu­te war, kann wohl jeder erahnen.
Not­arzt­wa­gen, poli­zei­li­chen Ermitt­lun­gen, Ankla­gen und Mit­nah­me aufs Revier folg­ten wie
erwar­tet. Der her­vor­ra­gen­de Ein­satz des zuvor infor­mier­ten Anwalts, Ver­hin­der­te eine
Unter­su­chungs­haft, da Olaf San­der kei­ne ladungs­fä­hi­ge Adres­se in Deutsch­land hat­te. Ohne
die­sen Anwalt wäre Olaf San­der sehr wahr­schein­lich inhaf­tiert wor­den. Die endgültige
Ein­stel­lung des Ver­fah­rens erfolg­te dann auch erst mehr als zwei Jah­re später.
Im Film kamen auch die ver­ant­wort­li­chen Poli­ti­ker Micha­el Brand (CDU) und Ker­stin Griese
(SPD) zu Wort, die den Ent­wurf die­ses Geset­zes damals in den Bun­des­tag ein­brach­ten, was
dann 2015 - zum Ent­set­zen vie­ler Bun­des­bür­ger - ver­ab­schie­det wurde.
Der § 217 StGB war gleich­zu­set­zen mit einer Ent­mün­di­gung von uns Bür­gern. Und nun droht
womög­lich eine Neuauflage!
Im Febru­ar 2020 wur­de dann vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass dieser
Para­graph nicht mit der in unse­rem Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Selbst­be­stim­mung zu
ver­ein­ba­ren war. Die Bun­des­rich­ter erklär­ten das Gesetz am 26.2.2020 des­halb als
ver­fas­sungs­wid­rig und somit nichtig.
Aktu­ell lie­gen dem Bun­des­tag drei neue Gesetz­ent­wür­fe vor. Mit einer Ent­schei­dung ist noch
in die­sem Jahr zu rech­nen. Wie­der dro­hen gro­ße Ein­schrän­kun­gen! Ins­be­son­de­re der
Ent­wurf um Lars Castel­luc­ci (SPD) igno­riert die Ent­schei­dung unseres
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts in höch­stem Maße.

Der Arbeits­kreis Selbst­be­stimm­tes Ster­ben Olden­burg wird wei­ter infor­mie­ren, kämp­fen und
demon­strie­ren und braucht dafür auch die zahl­rei­che Unter­stüt­zung aus der Bevölkerung.
Der Arbeits­kreis for­dert alle Gleich­ge­sinn­ten auf vor Ort eige­ne Grup­pen zu bil­den, auf die
Stra­ße zu gehen und laut zu wer­den und dem Gesetz­ge­ber somit zu zei­gen, was der Wille
des über­wie­gen­den Teils der Bevöl­ke­rung ist.
Jeder hat sei­ne eigen­ste Art aus dem Leben gehen zu wol­len und die­se Frei­heit wol­len wir
mit unse­ren Aktio­nen erhal­ten. Macht bit­te mit!

Autorin­nen: Hei­ke Engels & Ange­li­ka Salzburg-Reige

bookmark_borderNeulich bei reddit

[Bezug]
Nach­dem ich ein paar Kom­men­ta­re zum The­ma ".. Weni­ger Reli­gi­on, mehr Lebens­pra­xis – Kret­sch­mann hält Schü­ler­idee für „wenig durch­dacht .." gele­sen hat­te war mir klar, dass es schon an der Zeit ist ein­mal eine neue Sei­te häu­fi­ger zu besu­chen und mich dort umzu­se­hen. Es ist jeden­falls deut­lich zu erken­nen, dass man­che jun­gen Leu­te viel genau­er infor­miert und sehr viel kri­ti­scher mit den der­zeit han­deln­den Poli­ti­kern sind als ich bis­her dach­te. Hier ein Bei­spiel (Das unte­re Bild­zi­tat ist von mir)

   


 

bookmark_borderGastbeitrag zu "Was in Deutschland gut läuft .... und was nicht!"

(Kom­men­tar zu einem Arti­kel, kürz­lich erschie­nen beim Huma­ni­sti­schen Pressedienst)

 

Hät­te beim Arti­kel nicht als Datum "30. März" dran gestan­den, hät­te ich gefragt, ob das der dies­jäh­ri­ge April­scherz von der Stel­le sein soll...

Denn das Deutsch­land, was dort beschrie­ben wird, das ken­ne ich nicht. Und vie­le ande­re auch nicht.

Rea­li­stisch gese­hen - und mal ein biss­chen Recht zubil­li­gend zuge­spro­chen -: Im Ver­gleich zu ande­ren, ist man hier nicht so schlecht auf­ge­stellt wie es man­che täg­li­che Kata­stro­phen­mel­dun­gen einem Glau­ben machen könnten.
Aller­dings, das ist ein Ver­gleich von "zuneh­mend schlecht "und "GANZ schlecht".
Als wenn man jeman­den ver­gleicht, der sei­ne begin­nen­de Sucht noch rea­li­siert und mit­kriegt, wie es sein Leben zer­stört, mit jeman­dem, der völ­lig zuge­lö­tet in der Gos­se liegt und jeden Tag vom Not­dienst mit­ge­nom­men wer­den muss, um am Leben zu bleiben.
In etwa eine sol­che Dis­kre­panz ist es.

Beim Gesund­heits­we­sen muss man sogar sehr scharf argu­men­tie­ren: Lebt der Autor auf dem Land? Irgend­wo im Nie­mands­land, wo man­che Fach­ärz­te rar sind oder nur in mind. 50 km Umkreis lie­gen? Hat der­je­ni­ge schon mal was von den Pro­ble­men mit dem "Ärz­te­man­gel auf dem Land" gehört?
Hier kann man sogar sehr weit aus­ho­len: In den 90er Jah­ren wur­de auf der Ost-Sei­te die gan­ze Poli­kli­nik-Struk­tur zer­schla­gen und geschlos­sen, was nicht eine grö­ße­re Ein­rich­tung war, die gewinn­brin­gend in einr Kran­ken­haus­ket­te ver­wur­stet wer­den konn­te; man hat heut­zu­ta­ge weni­ger all­ge­mei­ne medi­zi­ni­sche Ein­rich­tun­gen vor Ort ver­füg­bar als vor Jahr­zehn­ten. Alles nur wegen dem Pro­fit­stre­ben! Alles nur, weil es nicht sein darf, dass dem gemei­nen Bür­ger etwas gutes getan wird - näm­lich Gesundheit.
Die immer wie­der aus­ge­ru­fe­ne "bes­se­re All­ge­mein­ge­sund­heit der Mensch bis ins hohe Alter" resul­tiert viel­mehr aus dem medi­zi­ni­schen Fort­schritt der letz­ten 30 Jah­re, weil man wesent­lich geziel­ter hel­fen kann bzw. man­chen Krank­hei­ten über­haupt erst rich­tig hel­fen kann.
Als blo­ßes Bei­spiel genom­men: Wie war das, wenn man in den 90ern Krebs hat­te? Da gab es nicht viel. Außer Raus­schnei­den (wenn mög­lich) und Che­mo waren da kei­ne Optio­nen. Pal­lia­tiv­me­di­zin war noch kein so gro­ßes The­ma wie heu­te (sodass Pati­en­ten mit Krebs wesent­lich län­ger noch damit leben konn­ten, wenn sie zei­tig erkannt werden).
Wirk­lich wei­ter ist man bei den Behand­lungs­me­tho­den immer noch nicht, aber man forscht wenig­stens in die Rich­tung, inwie­weit ange­rei­cher­te Anti­kör­per den Krebs wie eine gewöhn­li­che Infek­ti­ons­krank­heit besei­ti­gen können.
In den 90ern war Krebs all­ge­mein fast noch ein Todes­ur­teil, egal wie alt oder jung. Auch weil man noch nicht viel an Früh­erken­nungs­un­ter­su­chun­gen kann­te, das Raus­schnei­den wesent­lich ein­fa­cher machen, wenn die Tumo­re noch gar nicht so aus­ge­wach­sen sind und noch nicht streu­en konnten.
Das ist in die­ser Hin­sicht kei­ne System­fra­ge, son­dern eine Fra­ge der all­ge­mei­nen Ver­fei­ne­rung der Medi­zin an sich, um einen Zustand bes­ser bekämp­fen zu kön­nen bzw. recht­zei­tig noch im Keim zu ersticken bevor es lebens­be­droh­lich wird.
Ein ande­res Ver­gleichs­bei­spiel dürf­te evtl. Aids sein.
Bis heu­te, muss man sagen, sind alle Leu­te, die HIV posi­tiv sind, und die mit dem Virus schon sehr lang leben, immer noch Ver­suchs­ka­nin­chen, was die Medi­ka­men­te angeht, die den Aus­bruch von Aids hin­aus­zö­gern soll­ten. Bis­her gibt es noch kein Heil­mit­tel dazu.
Erst im Lau­fe der 90er Jah­re nahm das sei­nen gro­ßen Auf­schwung, denn Anfang der 90er durf­te selbst noch Fred­dy Mer­cury kei­ne 5 Jah­re nach der Infek­ti­on mit HIV an Aids ster­ben. Es gab schlicht­weg noch nichts effek­ti­ves, womit man hel­fen konnte!
Ein ande­rer Fall, bei dem es ähn­lich gelau­fen sein muss, ist Tony de Vit. Starb 1998, erfah­ren hat der von sei­ner Infek­ti­on in etwa in den Jah­ren, als sei­ne DJ-Kar­rie­re Auf­trieb nahm, was irgend­wo zwi­schen Anfang und Mit­te der 90er lie­gen dürfte.
Es dau­er­te in der Zeit bei den Fäl­len nicht all­zu lang von der Infek­ti­on bis zum Tod. In den 80ern, kann es sein, ging das noch viel schneller.
Was hat man dage­gen heu­te? Auch noch kein Heil­mit­tel, man hat "ledig­lich" "Prep", um eine Infek­ti­on des Kör­pers damit zu ver­hin­dern. Das sind aber auch Medi­ka­men­te, die in ihren Neben­wir­kun­gen nicht ganz ohne sind.
Was pas­siert? Auf Grund des­sen wer­den die Leu­te schon wie­der unvor­sich­tig. Nach dem Mot­to "ich kann ja gar kein Aids krie­gen, ich bin auf Prep gesetzt"... Ja, das mag wohl stim­men, aber Prep hilft auch nur, einer HIV-Infek­ti­on vor­zu­beu­gen, nicht aber gegen die gan­ze ande­re Schei­ße, der eben­falls töd­lich ver­lau­fen kann - sowas wie die net­te Syphilis.
Und die Krank­hei­ten wer­den dazu auch noch zuneh­mend gegen Anti­bio­ti­ka immer resi­sten­ter... (Und an denen wird wohl eben­so zuneh­mend nicht mehr geforscht, weil eine Packung Anti­bio­ti­ka nicht viel Gewinn abwirft, anders als ein teu­res Super­me­di­ka­ment, für das man Mono­pol auf der gan­zen Welt hat und das man so teu­er ver­kau­fen kann wie man lustig ist.)

Wem gebührt hier also der "Dank"?
Wohl kaum dem deut­schen Gesund­heits­sy­stem, son­dern viel­mehr dem all­ge­mei­nen Fort­schritt in der Medi­zin. Und in Deutsch­land ist "For­schung" so ziem­lich der am stief­müt­ter­lich­sten behan­del­te Sek­tor nach der Bildung...

Gar nicht mal davon zu spre­chen, wer hier noch die Fah­ne oben hal­ten darf. In den Kran­ken­häu­sern arbei­ten jede Men­ge aus­län­di­sche Ärz­te und Pfle­ge­kräf­te; wären die nicht da, dann wäre die Grund­ver­sor­gung in den Kran­ken­häu­sern ernst­haft gefährdet.
Und selbst die spielt man noch kaputt mit "immer 3 Leu­te zu wenig anstel­len" und zu wenig Ent­loh­nung für die Arbeit, die sie dort machen, und wofür sie (schein­bar) kaum noch Deut­sche finden.
Nur ein Bei­spiel: Was wäre Deutsch­land ohne sei­ne Ärz­te und Kran­ken­pfle­ge­rin­nen aus Polen? Da wür­den bestimmt ein paar mehr Kran­ken­häu­ser als nur im grenz­na­hen Bereich schlie­ßen müs­sen, wenn die nicht mehr da wären.
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"Qua­li­täts­jour­na­lis­mus" war hier auch so ein Lacher, und da könn­te man gern das Zitat anbrin­gen von der einen Repor­te­rin, die in einer Talk-Run­de damals zur bri­san­ten Zeit der Flücht­lings­kri­se zuge­ge­ben hat, sie wer­den bei den Öffent­lich-Recht­li­chen doch schon zu einer gewis­sen Kon­for­mi­tät gegen­über der Staats­po­li­tik angehalten.
Dann nicht mal wei­ter­zu­re­den von den vie­len offe­nen oder wenig­stens doku­men­tier­ten Trans­at­lan­ti­kern, von denen man auf Grund des­sen wohl nicht erwar­ten soll­te, dass sie USA-kri­ti­sche Berich­te lie­fern, es sei denn, wenn auch laut deren Mei­nung der fal­sche Mann im Wei­ßen Haus sitzt. Ganz zu Schwei­gen von Berich­ten, die jedes Mal der Kriegs­po­li­tik der USA den Rücken stär­ken, wenn die plötz­lich ein aktu­el­les Objekt von Inter­es­se aus­er­ko­ren haben.

Bestes Bei­spiel, das einem ein­fällt, ist Hajo Sep­pelt, der gan­ze Sen­dun­gen mit dem Kon­junk­tiv über Putin fül­len konn­te, ohne nur irgend­ei­ne hand­fe­ste Aus­sa­ge machen oder gar einen Beweis oder wenig­stens ein star­kes Indiz für sei­ne Behaup­tun­gen lie­fern zu müssen...

Also, das war nicht weit von dem Prin­zip ein­schlä­gi­ger ver­schwö­rungs­theo­re­ti­scher Hokus-Pokus-Inter­net­sei­ten entfernt.

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Justiz in Takt? Das soll der Autor mal den vie­len Fäl­len auf den Arbeits­ti­schen der Gerich­te erzäh­len, die sich dort sta­peln und erst nach Mona­ten bear­bei­tet wer­den, wenn das Delikt des Delin­quen­ten schon fast wie­der ver­ges­sen ist...
Stärk­stes Bei­spiel: Sozi­al­ge­richt und Hartz-IV-Beschwerden.
Das soll eine "funk­tio­nie­ren­de Justiz" sein?
Wenn zwi­schen Kla­ge­ein­rei­chen und Urteils­spruch in etwa so viel Zeit ver­geht wie eine Post­kut­sche im Reich Karls des Gro­ßen brauch­te um von Paris bis zum äußer­sten Außen­po­sten Frank­reichs zu gelangen?

Gar nicht mal davon zu spre­chen, dass man frech klei­ne­re Amts­ge­rich­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren geschlos­sen hat, um angeb­lich "Geld zu spa­ren", obwohl die Kla­ge­wut bzw. das Kla­ge­be­dürf­nis der Deut­schen kein biss­chen abge­nom­men hat.
Teil­wei­se durch den gan­zen neu erlas­se­nen Geset­zes­kram wie das "Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz" oder all das gegen Hate­speech den Gerich­ten noch mehr an Baga­tell-Ver­pet­zer-Block­wart-besorg­ter­Bür­ger-Delik­ten zum Bear­bei­ten zuschußt, von denen Tei­le nicht ein­mal not­wen­dig wären.

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Es gäbe bestimmt noch mehr dar­an aus­ein­an­der zu neh­men, aber ich mache hier ein­mal Stop, denn sonst wird das ein Roman.

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Sie­he hier­zu auch → Was in Deutsch­land gut läuft .... und was nicht!

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For­mer Link (clo­sed now) → https://www.theguardian.com/world/live/2025/feb/15/russia-ukraine-war-munich-security-conference-jd-vance-zelenskyy-putin-europe-latest-news-updates

53m ago22.03 CET
Summary

Here’s a wrap-up of the day’s key events:

Fin­nish pre­si­dent Alex­an­der Stubb told Reu­ters on Satur­day that the US had sent a que­sti­on­n­aire to Euro­pean count­ries asking them what they could do to pro­vi­de secu­ri­ty gua­ran­tees for Euro­pe. Spea­king at the Munich Secu­ri­ty Con­fe­rence, Stubb said: “The Ame­ri­cans have pro­vi­ded Euro­peans with the que­sti­on­n­aire on what would be possible.”

France is in dis­cus­sion with its allies over the idea of hol­ding an infor­mal sum­mit of Euro­pean lea­ders to dis­cuss Ukrai­ne, a French pre­si­den­cy offi­ci­al said on Satur­day, Reu­ters reports. Addi­tio­nal­ly, four Euro­pean diplo­mats said the mee­ting was likely to go ahead on Mon­day, Reu­ters added.

Donald Trump’s admi­ni­stra­ti­on has pro­po­sed to Ukrai­ne that the US be given 50% of the war-torn country’s rare earth mine­rals, NBC reports, citing four US offi­ci­als. Accor­ding to two of the offi­ci­als, instead of paying for the mine­rals, the agree­ment would be a way for Ukrai­ne to pay back the mul­ti-bil­li­on dol­lar wea­pons and aid packa­ges that the US has pro­vi­ded to it sin­ce Russia’s inva­si­on in 2022.

Ukrai­ni­an pre­si­dent Volo­dym­yr Zel­en­skyy said on Satur­day that the rare earth mine­ral deal pro­po­sed by the US did not con­tain secu­ri­ty pro­vi­si­ons which Ukrai­ne nee­ded, Reu­ters reports. Upon being asked by repor­ters what the issue was with the US docu­ment, Zel­en­skyy said on Satur­day: “It’s not in our inte­rest today, not in the inte­rest sove­reign Ukraine.”

Seni­or offi­ci­als from the US and Rus­sia are mee­ting next week in Sau­di Ara­bia to pave the way for a poten­ti­al lea­ders’ sum­mit as soon as the end of the month to dis­cuss ending the war in Ukrai­ne, accor­ding to peo­p­le fami­li­ar with the mat­ter, Reu­ters reports. On Satur­day, Donald Trump’s spe­cial envoy for Ukrai­ne Keith Kellogg said that Euro­pe will be con­sul­ted – but ulti­m­ate­ly exclu­ded – from peace talks bet­ween Rus­sia, Ukrai­ne and the US.

Ger­man chan­cell­or Olaf Scholz has shot back stron­gly in defence of his stance against the far-right and said his coun­try will not accept peo­p­le who “inter­ve­ne in our demo­cra­cy,” a day after US vice-pre­si­dent JD Van­ce scold­ed Euro­pean lea­ders over their approach to demo­cra­cy. Scholz said:“Free speech in Euro­pe means that you are not attack­ing others in ways that are against legis­la­ti­on and laws we have in our country.”

Scholz said on Satur­day that the war bet­ween Ukrai­ne and Rus­sia would only tru­ly end with peace if Ukrai­ni­an sove­reig­n­ty is secu­red. “We will also not accept any solu­ti­on that leads to a decou­pling of Euro­pean and Ame­ri­can secu­ri­ty. Only one per­son would bene­fit from this: Pre­si­dent Putin,” he added.

The Ukrai­ni­an pre­si­dent, Volo­dym­yr Zel­en­skyy, told the Munich Secu­ri­ty Con­fe­rence on Satur­day that the time has come for a Euro­pean army to be crea­ted. “Our army alo­ne is not enough, we need your sup­port,” he said, adding that the “old days” when the US sup­port­ed Euro­pe “just becau­se it always had” are over. He also told lea­ders and offi­ci­als that he would not take Nato mem­ber­ship for Ukrai­ne off the table and insi­sted that no decis­i­ons should be taken on ending Russia’s war wit­hout Kyiv and Europe.

UK for­eign mini­ster David Lam­my said on Satur­day he would encou­ra­ge US pre­si­dent Donald Trump and Zel­en­skyy to deepen their part­ner­ship in the future. Spea­king at the Munich Secu­ri­ty Con­fe­rence, Lam­my said the best secu­ri­ty gua­ran­tee for Ukrai­ne against future Rus­si­an aggres­si­on was bin­ding US indu­stry, busi­ness and defence capa­bi­li­ty into its future.

Nato secre­ta­ry gene­ral Mark Rut­te said on Satur­day that “Rus­sia is on a war eco­no­my. We are not,” at the Munich Secu­ri­ty Con­fe­rence. Addi­tio­nal­ly, Rut­te said Nato’s mem­bers would have to increa­se defence spen­ding despi­te dome­stic poli­ti­cal concerns.

Amid angry Euro­pean reac­tions to JD Vance’s com­ba­ti­ve speech in Munich, Switzerland’s pre­si­dent said on Satur­day she shared many of the “libe­ral values” he expres­sed, see­ing the speech as a “plea for direct demo­cra­cy”. In an inter­view with the Le Temps dai­ly published on Satur­day, she said that “in a cer­tain sen­se, (the speech) was very Swiss in its call to listen to the population”.

Ger­man con­ser­va­ti­ve oppo­si­ti­on lea­der Fried­rich Merz on Satur­day joi­n­ed his dome­stic poli­ti­cal rivals in con­dem­ning Vance’s attack on Europe’s stance toward hate speech and the far right. “We stick to the rules impo­sed by our demo­cra­tic insti­tu­ti­ons,” Merz said in a panel dis­cus­sion at the Munich Secu­ri­ty Conference.

bookmark_borderÜbersetzung [Google]: Lewis' essay in the LA TIMES

SOURCE

Text-Über­set­zung:
Seit Char­lie Kirks Ermor­dung haben Kon­ser­va­ti­ve ein Phä­no­men auf­ge­grif­fen, das sie zuvor als toxisch bezeich­ne­ten: die Can­cel Culture.

Der Impuls, in der ver­gan­ge­nen Woche Stim­men zu unter­drücken, ist ver­ständ­lich: Mord zu fei­ern ist grau­sam. Es ist wider­lich. Es ist falsch. Doch die Iro­nie ist nicht zu über­se­hen: Kon­ser­va­ti­ve, die die Can­cel Cul­tu­re lan­ge als Affront gegen den Geist des offe­nen Dis­kur­ses des 1. Ver­fas­sungs­zu­sat­zes betrach­te­ten, for­dern nun, dass Men­schen ihre Jobs und ihre Exi­stenz­grund­la­ge ver­lie­ren – nur wegen einer dum­men Äuße­rung im Internet.

Es ist das­sel­be The­ma, das 2024 zahl­rei­che Stand-up-Come­di­ans, jun­ge Män­ner, Pod­ca­ster und Tech-Bros aus dem Sili­con Val­ley in die Arme von Donald Trump trieb. Doch nun, in einer erstaun­li­chen Wen­dung der Ereig­nis­se, ahmen Kon­ser­va­ti­ve die pro­gres­si­ven Kri­ti­ker und Sprach­po­li­zi­sten nach – nur mit roten Hüten.

Tat­säch­lich ist ihre Ver­si­on noch schlim­mer. Der lin­ke „Verantwortungskultur“-Mob mag zwar anma­ßend gewe­sen sein, aber sei­ne Agen­da wur­de (mit weni­gen bemer­kens­wer­ten Aus­nah­men) größ­ten­teils von den Auf­sichts­per­so­nen bestimmt. Die heu­ti­ge „Woke Right“ geht offe­ner, effi­zi­en­ter und offi­zi­el­ler vor – was, neben­bei bemerkt, bedeu­tet, dass sie nicht nur gegen den Geist des 1. Ver­fas­sungs­zu­sat­zes, son­dern auch gegen den eigent­li­chen Ver­fas­sungs­zu­satz ver­sto­ßen kann.

Ein typi­sches Bei­spiel: JD Van­ce, der Vize­prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, sag­te kürz­lich zu Kirks Radio­pu­bli­kum: „Wenn Sie jeman­den sehen, der Char­lies Ermor­dung fei­ert, rufen Sie ihn zur Rede. Und ver­dammt noch mal, rufen Sie sei­nen Arbeit­ge­ber an.“

Was die Fra­ge auf­wirft: Was wäre, wenn ihr Arbeit­ge­ber die Regie­rung ist? Das wäre unan­ge­nehm. Aber kein Pro­blem! Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster Pete Hegs­eth weist Berich­ten zufol­ge sei­ne Mit­ar­bei­ter an, Sol­da­ten auf­zu­spü­ren, die sich der Falsch­aus­sa­ge schul­dig gemacht haben. Die repu­bli­ka­ni­sche Abge­ord­ne­te Nan­cy Mace aus South Caro­li­na ver­sucht, Leh­rer zu ent­las­sen, indem sie twit­ter­te: „Wir finan­zie­ren kei­nen Hass. Wir feu­ern ihn“ – was sich anhört wie ein Slo­gan, den Mao auf ein T-Shirt hät­te drucken lassen.

Und wo wir gera­de von Druckern spre­chen, Herr RA. Gene­ra­lin Pam Bon­di warn­te, die Regie­rung kön­ne jeden pro­fes­sio­nel­len Drucker straf­recht­lich ver­fol­gen, der sich wei­ge­re, „Pla­ka­te mit Char­lies Bil­dern für eine Mahn­wa­che zu drucken“. Sie ver­sprach außer­dem, jeden, der jeman­den mit „Hass­re­de“ angreift, „abso­lut ins Visier zu nehmen“.

Vor nicht all­zu lan­ger Zeit bestan­den Pro­gres­si­ve dar­auf, dass Bäcker für schwu­le Hoch­zei­ten Kuchen backen müss­ten, und nun besteht ein US-Gene­ral­staats­an­walt einer repu­bli­ka­ni­schen Regie­rung dar­auf, dass Drucker Bil­der für Mahn­wa­che drucken müss­ten. Komisch, wie sich das Blatt wendet.

Dann gibt es da noch die soge­nann­te Char­lie Kirk Data Foun­da­ti­on, die behaup­tet, über eine durch­such­ba­re Liste von Zehn­tau­sen­den von Per­so­nen zu ver­fü­gen, die nach Kirks Tod gemei­ne Tweets gepo­stet haben. Ins­ge­samt scheint die­se Säu­be­rungs­kam­pa­gne zu funk­tio­nie­ren. Vie­le Skalps wur­den bereits bean­sprucht, dar­un­ter die von pro­mi­nen­ten Exper­ten und Late-Night-Mode­ra­tor Jim­my Kim­mel (der sus­pen­diert wur­de, nach­dem er Bemer­kun­gen über die Moti­ve von Kirks Mör­der gemacht hatte).

Doch – um es klar zu sagen – der Wider­stand gegen die Can­cel Cul­tu­re ist ledig­lich das jüng­ste Prin­zip, das die Repu­bli­ka­ner der Trump-Ära beque­mer­wei­se auf­ge­ge­ben haben. Tat­säch­lich wur­de fast jeder Grund­satz, der den Kon­ser­va­ti­ven vor einem Jahr­zehnt am Her­zen lag, ins Gegen­teil verkehrt.

Und die Leu­te begin­nen, das zu bemer­ken. Der Abge­ord­ne­te des Bun­des­staa­tes Ore­gon, Cyrus Java­di, wech­sel­te kürz­lich die Par­tei und ver­wies auf die Auf­ga­be der Repu­bli­ka­ner von Prin­zi­pi­en wie „begrenz­ter Regie­rung, Haus­halts­ver­ant­wor­tung, Mei­nungs­frei­heit, frei­em Han­del und vor allem Rechtsstaatlichkeit“.

Er hat Recht. Trumps Ame­ri­ka besitzt nun einen Anteil am US-Chip­her­stel­ler Intel (so viel zum The­ma klei­ner Staat), gibt Geld aus wie ein betrun­ke­ner See­mann, belegt alles, was sich bewegt, mit Zöl­len (Tschüss, Frei­han­del) und igno­riert Geset­ze, die ihm nicht gefal­len – zuletzt das vom Kon­gress ver­ab­schie­de­te und vom Ober­sten Gerichts­hof bestä­tig­te Man­dat zum Aus­ver­kauf von Tik­Tok, das Trump wie einen Menü­punkt behan­del­te, den er nicht bestellt hat­te – bis er einen geeig­ne­ten Käu­fer fand.

Aber nicht nur die repu­bli­ka­ni­schen Nor­mal­bür­ger sind besorgt, dass Trump vom Rea­gan-Bush-Kri­tik­buch abweicht.

Der Komi­ker und Pod­ca­ster Tim Dil­lon bemerk­te kürz­lich, dass Trumps Agen­da ver­däch­tig an die Dys­to­pie erin­nert, vor der uns der Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker Alex Jones zwi­schen sei­nen Wer­be­spots für kol­lo­ida­les Sil­ber immer gewarnt hat: „Mili­tär auf der Stra­ße, das FEMA-Camp, das Tech-Unter­neh­men, das alles über­wacht, die Über­wa­chung. Das ist alles.“

War­um pas­siert das? War­um die­se Ver­ren­kun­gen? Ich erin­ne­re mich an eine alte Geschich­te, die Rush Lim­baugh über den ver­stor­be­nen Schau­spie­ler Ron Sil­ver erzählte.

Der Geschich­te zufol­ge besuch­te Sil­ver Bill Clin­tons erste Amts­ein­füh­rung als weich­her­zi­ger Libe­ra­ler und war ent­setzt über den Mili­tär­über­flug. Und dann wur­de ihm klar: „Das sind jetzt unse­re Flugzeuge.“

So weit sind die Kon­ser­va­ti­ven, wenn es um die Can­cel Cul­tu­re geht. Sie haben end­lich erkannt, dass dies jetzt ihre Can­cel Cul­tu­re ist.

Und viel­leicht ist das das schmut­zi­ge klei­ne Geheim­nis der Poli­tik in der Trump-Ära. Wer­te oder Moral – oder „Prin­zi­pi­en“ – inter­es­sie­ren fast nie­man­den mehr. Mei­nungs­frei­heit, begrenz­te Regie­rung, Haus­halts­dis­zi­plin – das sind alles Regeln für dich, aber nicht für mich.

Die Can­cel Cul­tu­re wur­de nicht abge­lehnt, sie wur­de nur ver­ein­nahmt. Also los. Gib etwas her. Wenn du etwas siehst, sag etwas. Big Brot­her schaut zu.
Iro­nie, ler­ne die Guil­lo­ti­ne kennen.

ORIGINAL
The right now embraces can­cel culture
By Matt K. Lewis
18-09-2025

In the days sin­ce Char­lie Kirk’s kil­ling, con­ser­va­ti­ves have embra­ced a phe­no­me­non they pre­vious­ly cal­led toxic: can­cel culture.

The impul­se to can­cel some voices this past week is under­stan­da­ble: Cele­bra­ting mur­der is cruel. It’s gross. It’s wrong. But the iro­ny is impos­si­ble to miss: Con­ser­va­ti­ves, who long trea­ted can­cel cul­tu­re as an affront to the 1st Amend­ment spi­rit of open dis­cour­se, are now cal­ling for peo­p­le to lose their jobs and their liveli­hoods, all becau­se of some­thing stu­pid they said on the internet.

This is the same issue that dro­ve num­e­rous stand-up come­di­ans, young men, pod­ca­sters and Sili­con Val­ley tech bros into the arms of Donald Trump in 2024. But now, in an ama­zing turn of events, con­ser­va­ti­ves are now aping the pro­gres­si­ve scolds and speech cops, only with red hats.

Actual­ly, their ver­si­on is worse. The left’s “accoun­ta­bi­li­ty cul­tu­re” mob might have been over­bea­ring, but their agen­da was (with a few nota­ble excep­ti­ons) lar­ge­ly dri­ven by hall moni­tors. Today’s “woke right” is exe­cu­ting things in a more overt, effi­ci­ent and offi­ci­al man­ner — which for the record means it can vio­la­te not just the spi­rit of the 1st Amend­ment but the actu­al, you know … 1st Amendment.

As a case in point, JD Van­ce, the vice pre­si­dent of the United Sta­tes of Ame­ri­ca, recent­ly told Kirk’s radio audi­ence: “When you see someone cele­bra­ting Charlie’s mur­der, call them out. And hell, call their employer.”

Which rai­ses the que­sti­on, what if their employer is the govern­ment? That would be awk­ward. But no pro­blem! Defen­se Secre­ta­ry Pete Hegs­eth is repor­ted­ly tel­ling staff to track down sol­diers guil­ty of wrong­speak. Rep. Nan­cy Mace (R-S.C.) is try­ing to get tea­chers ter­mi­na­ted, tweeting: “We don’t fund hate. We fire it” — which feels like the sort of slo­gan Mao might have had prin­ted on a T-shirt.

And spea­king of prin­ters, Atty. Gen. Pam Bon­di has war­ned that the govern­ment can “pro­se­cu­te” any pro­fes­sio­nal prin­ter who refu­ses to “print posters with Charlie’s pic­tures on them for a vigil.” She also pled­ged to “abso­lut­e­ly tar­get” anyo­ne who tar­gets anyo­ne with “hate speech.”

Not long ago, pro­gres­si­ves insi­sted bak­ers must bake cakes for gay wed­dings, and now a U.S. att­or­ney gene­ral from a Repu­bli­can admi­ni­stra­ti­on is insi­sting that prin­ters must print images for vigils. Fun­ny how the tables turn.

Then, there’s the so-cal­led Char­lie Kirk Data Foun­da­ti­on, which claims to have a searcha­ble list of tens of thou­sands of peo­p­le who posted mean tweets after Kirk’s death. Coll­ec­tively, this pur­ge cam­paign seems to be working. A lot of scalps have alre­a­dy been clai­med, inclu­ding tho­se of pro­mi­nent pun­dits and late night host Jim­my Kim­mel (who was sus­pen­ded after making remarks about the moti­ves of Kirk’s killer).

But — let’s be clear — oppo­si­ti­on to can­cel cul­tu­re is mere­ly the latest prin­ci­ple that Trump-era Repu­bli­cans have con­ve­ni­ent­ly aban­do­ned. Inde­ed, almost every tenet that con­ser­va­ti­ves held dear a deca­de ago has been reversed.

And peo­p­le are start­ing to noti­ce. Ore­gon sta­te Rep. Cyrus Java­di recent­ly swit­ched par­ties, citing the GOP’s aban­don­ment of prin­ci­ples like “limi­t­ed govern­ment, fis­cal respon­si­bi­li­ty, free speech, free trade, and, abo­ve all, the rule of law.”

He has a point. Trump’s Ame­ri­ca now owns a chunk of U.S. chip­ma­ker Intel (so much for small govern­ment), spends like a drun­ken sail­or, slaps tariffs on ever­ything that moves (bye-bye, free trade) and igno­res laws he doesn’t like — most recent­ly, the Tik­Tok sell-off man­da­te that was pas­sed by Con­gress and upheld by the Supre­me Court, which Trump deci­ded to tre­at like a menu item he didn’t order — until he found a sui­ta­ble buyer.

But it’s not just nor­mie Repu­bli­cans who are worried about Trump diver­ting from the Rea­gan-Bush playbook.

Come­di­an and pod­ca­ster Tim Dil­lon recent­ly obser­ved that the Trump agen­da looks sus­pi­cious­ly like the dys­to­pia that con­spi­ra­cy theo­rist Alex Jones used to warn us about bet­ween col­lo­idal sil­ver ads: “Mili­ta­ry in the street, the FEMA camp, the tech com­pa­ny that moni­tors ever­ything, the sur­veil­lan­ce. This is all of that.”

So why is this hap­pe­ning? Why the con­tor­ti­ons? I’m remin­ded of an old sto­ry Rush Lim­baugh used to tell about the late actor Ron Silver.

As the sto­ry goes, Sil­ver went to Bill Clinton’s first inau­gu­ra­ti­on as a blee­ding-heart libe­ral and was hor­ri­fi­ed by the mili­ta­ry fly­o­ver. And then he rea­li­zed, “Tho­se are our pla­nes now.”

That’s whe­re con­ser­va­ti­ves are when it comes to can­cel cul­tu­re. They’ve final­ly rea­li­zed that this is their can­cel cul­tu­re now.

And may­be that’s the grub­by litt­le secret about poli­tics in the Trump era. Almost nobo­dy cares about values or morals — or “prin­ci­ples” — any­mo­re. Free speech, limi­t­ed govern­ment, fis­cal restraint — the­se are all rules for thee, but not for me.

Can­cel cul­tu­re wasn’t rejec­ted, it was just co-opted. So go ahead. Drop a dime. See some­thing, say some­thing. Big Brot­her is watching.

Iro­ny, meet guillotine.