bookmark_borderSäugling an Homöopathie"behandlung" verstorben

Über­set­zung
Homöo­pa­thie­be­für­wor­ter haben Bern­stein­ket­ten als Opti­on zur Schmerz­lin­de­rung pro­pa­giert. Die Theo­rie, die ver­wen­det wird, um das Pro­dukt zu ver­kau­fen, ist, dass aus Bern­stein Bern­stein­säu­re [C4H6O4]* frei­ge­setzt wird, was eine hei­len­de Eigen­schaft haben soll. Damit Bern­stein aller­dings Bern­stein­säu­re frei­set­zen kann, muss er jedoch eine Tem­pe­ra­tur von 200° Fah­ren­heit [ca. 93° Cel­si­us, bei 100°C kocht Was­ser!] erreichen.

Die Hals­ket­ten lie­gen in der alter­na­ti­ven Gesund­heits- und natür­li­chen Erzie­hungs­welt im Trend. Außer den anek­do­ti­schen Hin­wei­sen von Eltern, die behaup­ten, dass die Ket­ten funk­tio­nie­ren, gibt es kei­ne (wis­sen­schaft­li­chen) Bewei­se, die ihre Wirk­sam­keit nachweisen.

In den U.S.A. ist ein Säug­ling dar­an gestor­ben, dass er eine sol­che Ket­te getra­gen hat und dann an einem davon gelö­sten Bern­stein­brocken erstickt ist. Es muss immer erst etwas der­ar­ti­ges pas­sie­ren, damit die Behör­den auf­merk­sam wer­den - in den U.S.A. hat wegen des Vor­falls die Arz­nei­mit­tel­be­hör­de eine War­nung aus­ge­spro­chen [sie­he Video].

*
Zu den Eigen­schaf­ten von Bern­stein­säu­re [auch: Suc­ci­nyl­säu­re oder Butandisäure]
All­er­go­lo­gi­sche Potenz
Nut­zung als Lebensmittelzusatzstoff
BIOSUCCINIC acid Bio-SA™

bookmark_borderWissenschaftlicher Fortschritt
*update* (28-11-2018)

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We’re at a peri­od in the cul­tu­re of sci­ence when we despera­te­ly need more cri­ti­cism and less opti­mism, becau­se that’s how good sci­ence thrives.
[Balan­ce]

Wis­sen­schaft - ins­be­son­de­re die Natur­wis­sen­schaft "Bio­lo­gie" - ist kein Pro­duk­ti­ons­be­trieb bei dem an einem Ende Roh­stof­fe ange­lie­fert wer­den und am ande­ren Ende fer­ti­ge Pro­duk­te her­aus­kom­men. So war es wenig­stens bis vor weni­gen Jah­ren. Als die Gene­tik sich an Umfang und Ein­fluß in der Bio­lo­gie aus­wei­te­te begann sie den grö­ße­ren Teil des Fach­ge­bie­tes in den Hin­ter­grund zu schie­ben. Weil in der Gene­tik spä­te­stens mit Ein­füh­rung der Auto­ma­ti­on der Sequen­zie­rungs­tech­nik das schnel­le Erzeu­gen von kom­ple­xen Mole­kü­len Ein­zug hielt - in einem Umfang, der Begehr­lich­kei­ten weck­te, und wegen der prak­ti­schen Aus­wir­kung auch finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten bietet.

Mit Gene­tik läßt sich Geld ver­die­nen - mit Zoo­lo­gie, Bota­nik und Öko­lo­gie eher nicht. In einer Welt, in der es zuneh­mend ums 'Geld ver­die­nen' geht sind die viel­fäl­ti­gen Teil­fä­cher jen­seits der Gene­tik ein Hin­der­nis. Sie ste­hen dem Ver­dienst ent­ge­gen, der man­cher­orts erst durch Igno­ranz gegen­über den Befun­den der Bio­lo­gen und den Schutz­be­mü­hun­gen für bedroh­te Arten an Gren­zen stößt:
Wir haben alle schon vom Feld­ham­ster gele­sen der Stra­ßen­bau- und Ent­wick­lungs­pro­jek­te ver­hin­der­te. Oder von einer bedroh­ten Krö­ten­art, derent­we­gen eine Flä­che nicht wirt­schaft­lich genutzt wer­den konn­te. Die Bei­spie­le lie­ßen sich fort­set­zen, etwa nach Süd­ame­ri­ka, wo rie­si­ge Flä­chen an Öko-Syste­men wegen des kurz­fri­sti­gen Pro­fits geop­fert wur­den und Urvöl­ker vor der völ­li­gen Aus­rot­tung stehen. 

Die Häme der Unkun­di­gen und Gie­ri­gen trieft aus den Zei­len ihrer öffent­li­chen Ein­las­sun­gen. Argu­men­te wer­den als 'Spin­ne­rei' abge­tan. Die Akti­vi­sten als 'welt­fremd' und 'fort­schritts­feind­lich' ver­ächt­lich gemacht.

Beim Bru­no (Bay­ern) oder 'nied­li­chen' Knut (Ber­lin) ent­zün­det sich der Zorn der Mas­se leicht - bei Frö­schen, Krö­ten, Fischen oder bota­ni­schen Rari­tä­ten eher weniger ....

Ich hat­te es stel­len­wei­se in frü­he­re Erör­te­run­gen schon ein­ge­floch­ten, will es aber noch­mal deut­lich schreiben:
Ein bio­lo­gi­sches (öko­lo­gi­sches) System läßt sich ab einem bestimm­ten Ein­wir­kungs­grad nicht mehr repa­rie­ren ['point of no return'] - es ist ein für alle­mal verloren.

Genau die­ses Risi­ko wird - letz­tes Bei­spiel in der Rei­he der unum­kehr­ba­ren Umwelt­sün­den - beim Frack­ing bewußt ein­ge­gan­gen. Was sich in Jahr­mil­lio­nen ent­wickelt hat wird für einen kurz andau­ern­den Peak bei der Roh­stoff­pro­duk­ti­on geop­fert. 9% mehr Roh­öl für 25 Jah­re - das ist ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein, aber um wel­chen Preis!

Es wäre bes­ser wenn das Fern­se­hen Sen­dun­gen dar­über mach­te WER & WAS für den ufer­lo­sen CO2-Anstieg ver­ant­wort­lich ist, der uns letzt­end­lich umbrin­gen wird.

bookmark_borderMythos "Stein- oder Himalayasalz",
die "story" macht den Wert ....

[Die dunk­len Kügel­chen sind Pfefferkörner ]
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Koch­salz¹ oder Spei­se­salz = Natri­um­chlo­rid, NaCl

Che­misch betrach­tet ist "Salz" stets iden­tisch zusam­men­ge­setzt, näm­lich aus Natri­um [Na+] und Chlo­rid [Cl-]. Alle Zusät­ze zu dem Wort "Salz" die­nen entweder 

  • - zur Ver­deut­li­chung der Her­kunft oder 
  • - zur Begrün­dung von Wer­be­aus­sa­gen für Produkte,

die bei glei­cher Che­mie und phy­sio­lo­gi­scher Wir­kung wesent­lich teu­rer ver­kauft wer­den ohne wirk­lich 'bes­ser' oder 'anders' als das gewöhn­li­che Haus­halts­salz zu 29¢/500g zu sein.

Stein­salz² (auch Hali­tit oder Salz­ge­stein, gele­gent­lich irre­füh­rend Salz­stein, ver­al­tet Sal gem­mae).
 

!! Stein­salz ist nichts ande­res als Meer­salz, das vor Mil­lio­nen von Jah­ren durch Aus­trock­nen von gro­ßen Mee­ren entstand. 

Fleur de Sel³ (deutsch Salz­blu­me, spa­nisch Flor de Sal) ist das teu­er­ste Meer­salz. Bei ent­spre­chen­den Unter­su­chun­gen wur­den in Fleur de Sel die höch­sten Kon­zen­tra­tio­nen an Mikro­pla­stik gefun­den, im dar­un­ter ent­ste­hen­den "grau­en Salz" (sel gris) wur­den in 16 han­dels­üb­li­chen Meer­sal­zen aus acht Län­dern Mikro­pla­stik­par­ti­kel nach­ge­wie­sen.

Anstatt beson­ders gesund zu sein - was der Preis von Fleur de Sel sug­ge­riert, das pro 100g 4,59 [Kilo­preis: 45,90 €] kostet - kauft man sich so eine höhe­re Kon­zen­tra­ti­on von Pla­stik­par­ti­keln mit ein.

! Fleur de Sel:
Die Salz­blu­me besteht im Mit­tel aus über 97 % Natri­um­chlo­rid, 0,5 % Cal­ci­um­sul­fat, 0,3 % Magne­si­um­chlo­rid, 0,2 % Magne­si­um­sul­fat („Bit­ter­salz“) und etwa 0,1 % Kali­um­chlo­rid [zusam­men = 98%], der Rest [2%] ist ver­blie­be­nes Was­ser (Rest­feuch­te).
! Meer­salz:
Ent­hält wie ande­res Spei­se­salz zu 95 bis 98% Natri­um­chlo­rid und nur gerin­ge Men­gen Mine­ral­stof­fe, aber dafür bis zu 5% Was­ser als Restfeuchte. 

Noch­mal zum Vergleich: 

1 kg    Salz (Super­markt)      0,58 €
1 kg    Salz "Fleur de Sel"    45,90 €

Es geht auch noch teurer
Sal de Ibi­za; 1 kg kostet stol­ze 76,70 €

Heu­te wer­den schät­zungs­wei­se 70 Pro­zent des Welt­ver­brauchs aus Stein­salz gewon­nen, als hoch­prei­si­ges Spei­se­salz kommt vor allem gewa­sche­nes Meer­salz in den Verkauf. 

Sofern Sie das wert­vol­le (!) Fleur de Sel aus Ver­se­hen oder Schus­se­lig­keit offen ste­hen las­sen zieht es Was­ser an und ver­flüs­sigt sich - daher wird es in Glä­sern mit fest schlie­ßen­dem Deckel verkauft.

Wenn Sie jetzt denken:
Na gut, dann gehe ich eben lie­ber in die nächst­ge­le­ge­ne HIMA­LA­YA-Stein­salz-Grot­te, die wird als "natür­lich & gesund, hilft bei Atem­be­schwer­den" bewor­ben, und atme das Salz-Luft-Gemisch ein, das wird mir hel­fen .... nein, da holen Sie sich höch­stens einen Schnup­fen oder Schlim­me­res, denn durch die Ver­wir­be­lung der ange­feuch­te­ten Luft leben Viren län­ger und ver­tei­len sich bes­ser als an ande­ren Orten.

Fah­ren Sie lie­ber an die See und gehen dort am Strand spa­zie­ren - das ist alle­mal die bes­se­re Wahl.

¹ https://de.wikipedia.org/wiki/Speisesalz
² https://de.wikipedia.org/wiki/Steinsalz
³ https://de.wikipedia.org/wiki/Meersalz

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[Bil­der:

1. Kri­stall­struk­tur-Abbil­dung: Von Solid Sta­te - Eige­nes Werk, Gemein­frei, Link
2. Salz & Pfef­fer Makro­auf­nah­me: By The ori­gi­nal uploa­der was Y6y6y6 at Eng­lish Wiki­pe­dia. - Trans­fer­red from en.wikipedia to Com­mons by IngerAl­Ha­os­ului using Com­monsHel­per., Public Domain, Link
]

bookmark_borderWir sind nicht die Herren dieser Welt ….

Wir sind nicht die Her­ren die­ser Welt son­dern eine Spe­zi­es unter Vie­len! Die­se grund­sätz­li­che Erkennt­nis fehlt den mei­sten Men­schen und dem­entspre­chend behan­deln sie ihre beleb­te Umwelt. 

Ange­fan­gen mit den grö­ße­ren Wir­bel­tie­ren, die noch eine beson­de­re Stel­lung haben - sie wer­den min­de­stens in ent­wickel­ten Län­dern - nicht nur als "Nah­rung", son­dern viel häu­fi­ger als "Gefähr­ten" angesehen.
Wenn sie sich den Men­schen nicht oder nur zöger­lich unter­wer­fen bzw. anschlie­ßen, so ist ihr Schick­sal vor­be­stimmt. Sie bekom­men viel­leicht noch einen Namen, wer­den im besten Fal­le gut behan­delt, aber das ändert nicht ihre Destination: 

Geschlach­tet & geges­sen werden!

Dar­an schuld ist die frü­he­re, "Ari­sto­te­li­sche" Sicht der Hier­ar­chie der beleb­ten Welt. Die Göt­ter auf der ober­sten Stu­fe, danach der Mensch und alle ande­ren Lebe­we­sen dar­un­ter ange­sie­delt.
 
 
 Eine Dar­stel­lung der Hier­ar­chie nach der Ent­wick­lungs­ge­schich­te des Lebens auf der Erde - wie­der­um ist der Mensch über allen ande­ren Lebe­we­sen ein­ge­ord­net, er wird durch die (mei­sten, nicht alle) Reli­gio­nen als "Kro­ne der Schöp­fung" angesehen.

Dem­entspre­chend sieht es heu­te auf der Erde aus. Was "Frue*er"™ nicht ver­stan­den wur­de - und von Vie­len immer noch nicht ver­stan­den wird - ist die Abhän­gig­keit der Arten unter­ein­an­der. Das System des Leben­di­gen hat sich in Abhän­gig­kei­ten von­ein­an­der ent­wickelt (sie­he → Öko­lo­gie). Kein Lebe­we­sen kommt daher ohne die ande­ren um sich her­um aus. Auch nicht der Mensch!
 
 
 Die­se Dar­stel­lung sym­bo­li­siert die Gleich­stel­lung der Lebe­we­sen auf die­sem Pla­ne­ten.
 [Zur bes­se­ren Über­sicht wur­de eine redu­zier­te Zahl von Stäm­men als "beleb­te Umwelt" gewählt]
 

bookmark_borderDie "Schöpfung" ....

.... ist bei­lei­be nicht so abge­lau­fen wie es uns die diver­sen Reli­gio­nen weis­ma­chen wollen. 

Ich hat­te kürz­lich schon ein­mal eine sehr ver­ein­fach­te Dar­stel­lung geschrie­ben, die die­se Ent­ste­hung des Lebens beinhal­te­te [grün unter­leg­ter Text]. 

Wie so oft wur­de jetzt zufäl­lig ein umfang­rei­cher, mit wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en beleg­ter Arti­kel zu die­sem The­ma - aller­dings sehr kom­plex was die not­wen­di­gen Hin­ter­grund­kennt­nis­se angeht - ver­öf­fent­licht. Wer über ver­tief­te Kennt­nis­se der orga­ni­schen Che­mie (hier: Bio­che­mie) ver­fügt, der soll­te den Ursprungs­ar­ti­kel lesen

Wis­sen­schaft; Che­mi­sche Evo­lu­ti­on; Wie leben­de Syste­me aus toter Mate­rie ent­stan­den; Dr. Jan Süt­ter­lin; 7. Nov 2018

Ein kur­zer Aus­zug dar­aus, der sich mit der Wir­kung von wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen auf unser Selbst­ver­ständ­nis als Men­schen, bzw. unse­re Ein­ord­nung in die beleb­te Umwelt auswirkt:

Die­ser Zusam­men­fas­sung kann man nach Stu­di­um der bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se nur zustim­men. Es wird immer deut­li­cher, dass die Grund­la­ge des Lebens aus rein zufäl­lig abge­lau­fe­nen che­mi­schen Pro­zes­sen ent­stan­den ist. Eine The­se, die ich hier schon häu­fi­ger dar­ge­stellt und ver­tre­ten habe. Da freut es mich natür­lich zu lesen, dass die­se Schluß­fol­ge­rung die wahr­schein­lich­ste aller Ent­ste­hungs­hy­po­the­sen ist.

Zugleich kön­nen wir dar­aus den rasan­ten Ent­wickungs­er­folg der Wis­sen­schaft ins­ge­samt erkennen:
Als ich anfing zu stu­die­ren (1970) gab es das Fach Bio­che­mie noch nicht, es war Teil der Phy­sio­lo­gie. Gene­tik steck­te in den Kin­der­schu­hen und befaß­te sich mit wei­ßen glatt­haa­ri­gen und schwar­zen rau­haa­ri­gen Meer­schwein­chen und roten und wei­ßen Lip­pen­blüt­lern. Heu­te, knapp 50 Jah­re spä­ter, gibt es das Fach "Mole­ku­lar­bio­lo­gie", das bis an die Gren­zen der der­zei­ti­gen Erkennt­nis­se vor­ge­drun­gen ist.

Bedau­er­lich ist aller­dings, dass die gei­sti­ge Erfas­sung die­ses Fort­schritts nicht in glei­cher Wei­se von­stat­ten geht. Immer noch wer­den die Befun­de bezwei­felt, immer noch wer­den die Wis­sen­schaft­ler ange­fein­det, immer noch müs­sen heu­te Men­schen ster­ben, oder wer­den mit dem Tode bedroht, weil sie der Ver­nunft nicht abschwö­ren wol­len, sie­he Paki­stan und Sau­di Ara­bi­en.

bookmark_borderMit Wissenschaft tun sich selbst Wissenschaftler schwer

Weil Wis­sen­schaft­ler auch nur Men­schen sind müs­sen sie sich immer wie­der fra­gen, ob sie wirk­lich unvor­ein­ge­nom­men ein The­ma bear­bei­ten - weil die wich­tig­ste Vor­aus­set­zung ist, eine ergeb­nis­of­fe­ne Fra­ge­stel­lung auch ergeb­nis­of­fen durchzuführen.
Im Fol­gen­den habe ich noch­mal eini­ge The­men zusam­men­ge­faßt, die ich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bespro­chen habe, und die sich mit Wis­sen­schaft und den zuge­hö­ri­gen Pro­ble­men befassen.

bull­shit-Wis­sen­schaft
Auch wenn es immer wie­der (angeb­lich) bestä­tigt wird: Erlern­te Eigen­schaf­ten wer­den NICHT vererbt.

Von Pseu­do­wis­sen­schaf­ten ....
"Gen­der Stu­dies" sind Schwa­fel­fä­cher mit einer Wer­tig­keit wie der Krea­tio­nis­mus - auch "Pipi-Langstrumpf"-Fächer [Ich mach die Welt wie sie mir gefällt]

Miß­brauch­te Wissenschaft
Hier geht es um den Anschlag auf das World Trade Cen­ter und was die Wis­sen­schaft dazu sagt.

Wis­sen­schaft
Hier geht es dar­um den wis­sen­schaft­li­chen Pro­zeß zu erklä­ren, lai­en­ver­ständ­lich, um Vor­ur­tei­le abzubauen.

Wis­sen­schaft & Erfolgsmessung
Stimmt es, dass Bewer­tung einer Vor­le­sung oder eines Semi­nars die "aka­de­mi­sche Frei­heit" ein­schränkt? Eini­ge The­sen dazu.

Wis­sen­schaft­li­cher Fortschritt
Was haben Feld­ham­ster, Gier nach Geld und der nied­li­che "Knut"(†) aus Ber­lin mit­ein­an­der zu tun? 

Wis­sen­schaft ....
"Gos­sen­blog­ger" sind zwar nicht direkt Gegen­stand der Wis­sen­schaft, aber ....

Wie ver­rin­gert man natur­wis­sen­schaft­li­che Kenntnisse ....
Zuviel Bil­dung - vor allem in den Natur­wis­sen­schaf­ten - führt dazu, dass Men­schen zu viel den­ken und unbe­que­me Fra­gen stel­len - was macht also die Poli­tik, wenn sie weni­ger davon haben will aber es nicht laut sagen kann?


Wis­sen­schaft mal nicht ganz so ernst genommen:

 

Zum Abschluß noch zum Unter­schied zwi­schen den Natur­wis­sen­schaf­ten - ganz ein­fach erklärt als "Schnell-Defi­ni­ti­on"¹:

  • If it is green or it wig­gles -- it is Biology. 
  • If it stinks or explo­des -- it is Chemistry. 
  • If it doesn't work -- it is Physics.
  • If it doesn't make sen­se - it is Math.
  • And if it real­ly rocks - it is Geology.

Über­set­zung

  • Wenn etwas grün ist und/oder zap­pelt -- ist es Biologie. 
  • Wenn etwas stinkt oder explo­diert -- ist es Chemie. 
  • Wenn etwas nicht funk­tio­niert -- ist es Physik.
  • Wenn etwas unver­ständ­lich ist -- ist es Mathematik.
  • Und wenn es wirk­lich rockt -- ist es Geologie.

Das ist doch bestimmt ein­fach zu mer­ken .... und ich erin­ne­re mich dabei gern an mei­nen Phy­sik­leh­rer der Ober­stu­fe. Der sag­te näm­lich vor jedem Ver­such " .. und wenn alles klappt, dann sehen Sie .. ", doch meist sah man nichts und er erklär­te genau was man hät­te sehen sol­len. Spä­ter, im Stu­di­um, wur­den vie­le die­ser Ver­su­che im Grund­kurs noch­mal aus­ge­führt - und da hat es immer funktioniert!

¹ [Mehr davon HIER; von dort mit gering­fü­gi­ger Ände­rung übernommen]

bookmark_borderLeistungszwang vs. Altersleistung

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Mal ganz abge­se­hen von einer all­ge­mei­nen Stim­mung in unse­rem Lan­de nach der sol­che Men­schen die kei­ner 'regel­mä­ßi­gen' Arbeit nach­ge­hen ent­we­der Faul­pel­ze, Schma­rot­zer oder Dumm­köp­fe sind, gibt es noch die älte­ren Mit­bür­ger, die ihr Arbeits­le­ben schon hin­ter sich haben.
Bei denen wird das Urteil der Arbei­ten­den schon mil­der, sie sind aber den­noch miß­trau­isch beäugt, gel­ten sie doch als die Maden, die in dem Speck leben, den jene zur Ver­fü­gung stel­len, die Arbeit haben. 

Die Lebens­um­stän­de die­ser Grup­pe sind vor­der­grün­dig para­die­sisch. In Wahr­heit jedoch oft trist und ein­tö­nig. Nur will das so recht nie­mand wissen:
Der wohl bestall­te, gut situ­ier­te und finanz­kräf­ti­ge Rent­ner macht sich - vor allem beschwo­ren durch die Poli­tik - natür­lich sehr viel bes­ser. Das nur zur Ein­stim­mung, denn ich will auf die Rand­be­rei­che hin­aus, jene Zeit also, wenn die Men­schen als "älte­re Arbeit­neh­mer" bzw. "jun­ge Rent­ner" gelten. 

Es geht um Lei­stung, bes­ser noch, um Lei­stungs­zwang - und der hört kei­nes­wegs auf wenn das Arbeits­le­ben abge­schlos­sen ist. Weil in der heu­ti­gen Gesell­schaft die Akti­vi­tät zählt. Nur der Rent­ner ist ein guter Rent­ner der sich fit hält, für Kin­der und Enkel mit klei­nen oder gro­ßen Hil­fe­lei­stun­gen ver­füg­bar ist, Frei­zeit­zer­streu­un­gen kul­tu­rel­ler und kari­ta­ti­ver Natur nach­geht und anson­sten 'pfle­ge­leicht' im Umgang mit der Umge­bung lebt.

Schon ein Blick in die Welt der Haus­tie­re - und fast jeder Haus­halt hat heut­zu­ta­ge einen Hund oder eine Kat­ze als Haus­ge­nos­sen - müß­te doch den Leu­ten ein Licht auf­ge­hen las­sen. Es gibt Pha­sen im Tier­le­ben, die sehr deut­lich zu erken­nen und zu unter­schei­den sind. Nicht immer von glei­cher zeit­li­cher Dau­er, aber doch ähn­lich. Im Ver­gleich gibt es hier Ähn­lich­keit mit dem mensch­li­chen Lebenszyklus.

Wenn man den Erkennt­nis­sen der Medi­zin und Human­bio­lo­gie ver­traut ver­läuft das Leben jedes Indi­vi­du­ums - in leich­ter Varia­ti­on, ver­steht sich - etwa so (3 Abbil­dun­gen; Quel­le; "click!" vergrößert.):


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Es ist dem­nach eine dif­fe­ren­zier­te Betrach­tung angezeigt:
Zwar nimmt die Geschwin­dig­keit der Ver­ar­bei­tung ab, wird jedoch teil­wei­se durch brei­te­re Erin­ne­rung & Erfah­rung kompensiert. 

Dies konn­te zuvor schon nach­ge­wie­sen wer­den, wobei die Erkennt­nis lau­tet "Die Suche in einer grö­ße­ren Fül­le an abge­spei­cher­ter Infor­ma­ti­on erhöht die Zeit die gebraucht wird eine Ein­zel­in­for­ma­ti­on abzurufen."

Aller­dings darf das nicht über die Grund­tat­sa­che hinwegtäuschen:
Die Lei­stung sinkt mit stei­gen­dem Lebens­al­ter nicht tat­säch­lich, son­dern nur dem Anschein nach
- die gesell­schaft­li­che Erwar­tung trägt dem nicht aus­rei­chend Rech­nung, weil davon wenig bis gar nichts bekannt ist.

Mus­kel­kraft und die Sen­so­rik sind gemin­dert - pro­por­tio­nal zum stei­gen­den Lebens­al­ter. Dar­an ist kein Zwei­fel, inso­weit gibt es tat­säch­lich eine Lei­stungs­min­de­rung. Dies betrifft - außer in Krank­heits­fäl­len - jedoch nicht die gei­sti­ge Leistung.
 

1

 

1

Fazit:
Für Älte­re ist es nicht leicht sich der Prä­mis­se ewig glei­cher gei­sti­ger, phy­si­scher und sen­so­ri­scher Lei­stungs­fä­hig­keit zu ent­zie­hen, die die natür­li­che Abnah­me ver­leug­net. Das paßt nicht zur "lifestyle"-Erwartung vie­ler jün­ge­rer Leu­te. Altern­de ver­su­chen sich die­ser Erwar­tung zu stel­len. Sie ver­aus­ga­ben sich mehr als ihrer Gesund­heit zuträg­lich ist. Der so ent­ste­hen­de Streß ver­stärkt zusätz­lich die Abnah­me der gei­sti­gen Lei­stungs­fä­hig­keit und führt zu uner­wünsch­tem, vor­zei­ti­gen Verschleiß.
.
Es ist also im wohl­ver­stan­de­nen Eigen­in­ter­es­se älte­rer Men­schen sich von den For­de­run­gen nach Akti­vi­tät zu ent­kop­peln und einen eige­nen Rhyth­mus zu fin­den der ihrer tat­säch­li­chen phy­si­schen und psy­chi­schen Situa­ti­on Rech­nung trägt.
.
Das läßt sich mit dem bekann­ten Slogan
"Weni­ger kann oft mehr sein!"
beschreiben.

 ・ ⚫ ・ 

Zur Ver­än­de­rung der gei­sti­gen Kapazität:
" .. Die Beein­träch­ti­gun­gen in der Lern- und Gedächt­nis­lei­stung sind also haupt­säch­lich auf das schlech­te­re Ablau­fen der Arbeits­pro­zes­se (flüs­si­ge Intel­li­genz), nicht aber auf die Kapa­zi­tät der ver­schie­de­nen Spei­cher zurück­zu­füh­ren .. " [Kruse/Lehr/Rott S.357] [Quel­le]

 ・ ⚫ ・ 

Zur Ver­än­de­rung der kör­per­li­chen Aktivität:
" .. Ohne Zwei­fel ist das Altern ein unaus­weich­li­cher bio­lo­gi­scher Vor­gang, der frü­her oder spä­ter zu objek­ti­vier­ba­ren Lei­stungs­ver­lu­sten führt. Wie aber der Ver­gleich zwi­schen Alters­lei­stungs­sport­lern und gleich­alt­ri­gen Senio­ren­heim­be­woh­nern zeigt, ver­läuft der Alte­rungs­pro­zess indi­vi­du­ell sehr unter­schied­lich und unter­liegt zudem einer Viel­zahl von Ein­fluss­fak­to­ren. Die Ermitt­lung der tat­säch­lich alters­be­ding­ten Lei­stungs­än­de­run­gen ist jedoch nicht tri­vi­al und gelingt auch mit Hil­fe von Längs­schnitt­un­ter­su­chun­gen nicht ohne Wei­te­res. Ein gene­rel­les Pro­blem ist die Abgren­zung alters­be­ding­ter Ein­flüs­se gegen­über Effek­ten, die pri­mär durch ver­än­der­te Lebens­ge­wohn­hei­ten oder Erkran­kun­gen bedingt sind .. " [Quel­le]

 ・ ⚫ ・ 

Über­ar­bei­te­te Neu­fas­sung; Erst­ver­öf­fent­li­chung: 20. Jun 2015 um 00:09h.

 

bookmark_borderAtheismus tut Not;
Kommentierte Übersetzung

Bei *twit­ter* hat­te ich kürz­lich ein Zitat von J. B. Cor­byn (Labour; GB; you­tube-video) in der time­line das aus einem Gedicht von Per­cy Byss­he Shel­ley stammt. Nach­dem ich nun mehr von die­sem außer­ge­wöhn­li­chen Men­schen gele­sen habe muß ich sagen:
Dass ich ihn bis­her nicht kann­te war ein Versäumnis!
Aller­dings ste­he ich da wohl nicht allei­ne auf wei­ter Flur und muß mich schä­men - wie im nach­fol­gen­den Zitat zu lesen ist:

» .. Wel­cher gro­ße Dich­ter der Neu­zeit wäre in Deutsch­land so wenig gekannt wie Shel­ley? Wird sei­ne Welt­flüch­tig­keit, sein exzen­tri­scher Idea­lis­mus auch stets ein Hin­de­rungs­grund sein, daß Shel­ley irgend­wo oder irgend­wann popu­lär wer­de, so ist der Umstand doch betrü­bend, daß er, Eng­lands größ­ter Lyri­ker, der idea­le Dich­ter­phi­lo­soph, der frei­gei­stig­ste und kühn­ste aller Eng­län­der, selbst den hoch­ge­bil­de­ten deut­schen Leser­klas­sen fast ein Frem­der ist. Die Haupt­schuld an die­sem auf­fal­len­den Man­gel an Inter­es­se für den gro­ßen Dich­ter trägt jedoch der Umstand, daß unse­re Lite­ra­tur­for­scher den­sel­ben dem Publi­kum zu wenig ver­mit­telt haben. Shel­ley ist von die­sen in hohem Gra­de ver­nach­läs­sigt wor­den .. «

Für die Zeit der Ent­ste­hung (frü­hes 19. Jahr­hun­dert, 1819) han­delt es sich um ein sehr muti­ges, gewag­tes Gedicht. Schaut man den Lebens­lauf des Dich­ters an, so wird klar, dass er mit "Auto­ri­tä­ten" sei­ne Pro­ble­me hatte. 

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 The Neces­si­ty of Atheism

Weil er sich von sei­nem Werk The Neces­si­ty of Athe­ism [Über die Not­wen­dig­keit des Athe­is­mus; First published in 1811; 1813 re-prin­ted in an expan­ded ver­si­on.] nicht los­sa­gen woll­te wur­de er der Uni­ver­si­tät Oxford verwiesen.

Per­cy Byss­he Shel­ley ertrank kurz vor sei­nem 30 Geburts­tag. Was er an Schrif­ten und Gedich­ten hin­ter­las­sen hat steht in kei­nem Ver­hält­nis zu sei­nem Alter - da gibt es vie­le Kunst­schaf­fen­de und Phi­lo­so­phen die in dop­pelt so vie­len Jah­ren nicht halb soviel geschaf­fen haben .... 

Ein Zitat aus "Vor­sicht Glos­se! Ansich­ten eines Regenwurms": 

» .. Shel­ley defi­nier­te sich selbst mit einer grie­chisch ver­faß­ten Inschrift in einer Hüt­te in den Schwei­zer Alpen: „Ich bin Phil­an­throp, Demo­krat und Athe­ist. Per­cy B. Shelley.“
Kein christ­li­cher Demo­krat also, und damit ist einer in die­sem Lan­de auch heu­te noch erle­digt, und wenn er ein Genie sein soll­te. Erle­dig­ter als erle­digt wäre aber, wer es wag­te, das gehei­lig­te Tabu Demo­kra­tie zum Gegen­stand kri­ti­scher Erwä­gun­gen zu machen.
Das tat Shel­ley, als er schrieb:
„Ich will nicht den gesun­den Men­schen­ver­stand dadurch belei­di­gen, daß ich auf der Leh­re von der natür­li­chen Gleich­heit der Men­schen bestehe.“
Im sel­ben Jah­re, 1813, schrieb er an sei­nen Freund Hogg: „Viel­leicht wirst Du sagen, daß mein Repu­bli­ka­nis­mus stolz ist; er ist gewiß weit ent­fernt von der Bier­knei­pen-Demo­kra­tie und weiß, mit wel­chem Lächeln er die ser­vi­len Bei­falls­kund­ge­bun­gen des wan­kel­mü­ti­gen Pöbels anzu­hö­ren hat.“ .. « 

Wie sie unschwer erken­nen, lie­be Lesen­de, bin ich vom Den­ken & Werk des Per­cy Byss­he Shel­ley sehr ange­tan. Nach­fol­gend befas­se ich mich nun mit sei­nen Aus­sa­gen in "The Neces­si­ty of Athe­ism". Ein­lei­tend erst ein wei­te­res Zitat, dies­mal von Shel­ley, eine Art Grundsatzerklärung:

»God is an hypo­the­sis, and, as such, stands in need of pro­of: the onus pro­ban­di rests on the theist.

[Per­cy Byss­he Shel­ley, 1810] 

Im Fol­gen­den unter­neh­me ich den Ver­such eine (sinn­ge­mä­ße) Über­set­zung zu lie­fern, die stel­len­wei­se eine Ver­ein­fa­chung bzw. Kür­zung des Tex­tes bedingt - ohne deren grund­sätz­li­che Aus­sa­ge zu ver­fäl­schen. Grund­la­ge ist der Text unter die­sem Link → https://en.wikisource.org/wiki/The_Necessity_of_Atheism_(Shelley), den ich inter­es­sier­ten Lesern, die über ver­tief­te Eng­lisch­kennt­nis­se ver­fü­gen, zur Lek­tü­re emp­feh­len möch­te. Dort ist - gegen­über der hier geschrie­be­nen ver­kürz­ten Fas­sung - der kom­plet­te Text zu finden.

Glau­be, so stellt Shel­ley fest, ist eine Über­zeu­gung, deren Stär­ke, wie bei allen Über­zeu­gun­gen, direkt pro­por­tio­nal von dem Grad der Beweis­füh­rung abhängt.
Den ersten Platz neh­men dabei die Sin­ne ein.
Den zwei­ten Platz neh­men selbst gewon­ne­ne Erfah­run­gen ein.
Den drit­ten Platz neh­men die mit­ge­teil­ten Erfah­run­gen Drit­ter ein, die in die eige­ne Erfah­rung ein­ge­gan­gen sind.

Es kann kei­ne Beweis­füh­rung akzep­tiert wer­den die der Ver­nunft ent­ge­gen steht; Ver­nunft wie­der­um basiert auf der sinn­li­chen Wahr­neh­mung. Jeder Ver­such einer Beweis­füh­rung für die Exi­stenz Got­tes kann und muß daher einer die­ser drei Beweissäu­len zuge­ord­net werden:

Jene, die behaup­ten mit ihren Sin­nen Gott wahr­ge­nom­men zu haben, sind die wahr­haft "Über­zeug­ten" - aller­dings gibt es kei­ne für Jeder­mann sicht­ba­re Erschei­nung die jemals beschrie­ben wor­den wäre. Der Gott den Theo­lo­gen beschrei­ben war und bleibt "unsicht­bar".

Es wird zwei­tens behaup­tet, Alles was ist sei undenk­bar ohne einen Schöp­fungs­pro­zeß oder eine Exi­stenz seit aller Ewig­keit. Auch das, was seit aller Ewig­keit exi­stiert müs­se einen Grund gehabt haben um exi­stent zu werden.
Sofern dies auf das Uni­ver­sum ange­wandt wer­den soll muß ein Schöp­fungs­pro­zeß bewie­sen wer­den. Die­ser Ent­wurfs­vor­gang muß bewie­sen wer­den bevor ein "Ent­wer­fer" ange­nom­men wer­den kann.
Aus unse­rer eige­nen Exi­stenz kön­nen wir eine irgend­wie gear­te­te Ursa­che für deren Ent­ste­hung anneh­men. Die­se schöp­fe­ri­sche Kraft ist nicht erklär­bar oder zu repro­du­zie­ren. Dar­aus aller­dings her­zu­lei­ten es sei eine höhe­re, all­wis­sen­de und unbe­greif­li­che Macht am Wer­ke führt nicht wei­ter, im Gegen­teil, es führt zu einer noch unwahr­schein­li­che­ren, unver­ständ­li­chen Begründung.

Drit­tens gibt es "Zeug­nis­se". Deren Wahr­haf­tig­keit kön­nen wir aber nur glau­ben, wenn die Annah­me zutref­fend ist, dass die­se Zeu­gen frei­wil­lig und ohne Zwang (durch Andro­hung ewi­gen Lei­des oder Beloh­nung) die­se Erschei­nun­gen erlebt haben. Soll­ten dar­an Zwei­fel sein, so sind der­ar­ti­ge Zeug­nis­se zu ver­wer­fen. Nur die­je­ni­gen Per­so­nen die mei­nen das erlebt zu haben kön­nen es glau­ben - für Ande­re ist es kein Beweis und daher wertlos.

Nach Begut­ach­tung die­ser drei Säu­len ergibt sich der Schluß, dass es für die Exi­stenz eines krea­ti­ven Got­tes kei­ner­lei Bewei­se gibt. Wer also glaubt erliegt einem Trug­schluß des eige­nen Gei­stes. Wenn jemand dem­ge­gen­über nicht glaubt, so ist das kei­ne bestra­fens­wer­te Tat. Hin­ge­gen schei­nen die­je­ni­gen, die glau­ben, gezwun­gen zu sein ihre Fehl­ein­schät­zung zu revi­die­ren. Jeder den­ken­de Geist muß daher aner­ken­nen: Es gibt kei­ner­lei Bewei­se für die Exi­stenz eines Gottes.

[Wei­ter führt Shel­ley aus wel­che Gedan­ken­gän­ge sich anschlie­ßen kön­nen - und stellt schließ­lich fest, dass sie alle­samt um den zen­tra­len Punkt der Gren­zen unse­res (der­zei­ti­gen) Wis­sens krei­sen. Näh­me man einen Gott an, so sei­en die Fähig­keit zu Ver­stan­des­lei­stung, Phi­lo­so­phie, Rechts­emp­fin­den, und Allem was den Men­schen dazu bringt nach Tugend zu stre­ben, hinfällig.]

Wenn wir unse­re Vor­stel­lun­gen von der Gott­heit erklä­ren wol­len, müs­sen wir zuge­ben, daß der Mensch durch das Postu­lat "Gott" nie­mals die Ursa­che des­sen, was er sah, erklä­ren konn­te; er hat die­se Erklä­rung nur dann gebraucht, wenn ein Ein­fluß der natür­li­chen und bekann­ten Ursa­chen nicht mehr erkenn­bar war. Sobald Men­schen am Ende ihres Wis­sens waren, oder wenn ihr Ver­stand den Ereig­nis­sen nicht mehr fol­gen konn­te, kürz­ten sie die Schwie­rig­keit ab und been­de­ten For­schun­gen, indem Gott als letz­te Ursa­che bezeich­net wur­de. Das heißt, was jen­seits aller Ursa­chen war, war dann "Got­tes Werk". So wie­sen Men­schen aber, wenn sie wegen Faul­heit (zu Den­ken) oder wenn sie an Gren­zen ihres Wis­sens stie­ßen, einer unbe­kann­ten Ursa­che eine vage Bezeich­nung zu. Jedes Mal, wenn wir sagen, dass Gott der Urhe­ber eines Phä­no­mens ist, bedeu­tet das, dass wir nicht wis­sen, wie ein sol­ches Phä­no­men mit Hil­fe von Kräf­ten oder Ursa­chen funk­tio­nie­ren konn­te, die wir in der Natur kennen.

Wenn also Unfä­hig­keit natür­li­che Phä­no­me­ne zu erklä­ren zur Schaf­fung von Gott (Göt­tern) geführt hat, kann Erkennt­nis (Erklä­rung die­ser Tat­sa­chen) umge­kehrt zu ihrer Abschaf­fung beitragen.

Mit die­ser Aus­sa­ge möch­te ich hier abschlie­ßen. Die wei­te­ren Aus­füh­run­gen bei Shel­ley befas­sen sich mit Über­lie­fe­rung, der Rol­le von Insti­tu­tio­nen, der Abwä­gung des Auf­wan­des für Reli­gi­on einer­seits und Erkennt­nis der natur­wis­sen­schaft­li­chen Zusam­men­hän­ge andererseits.

Schließ­lich stellt Shel­ley die Frage:


".. If God wis­hes to be known, che­ris­hed, than­ked, why does he not show hims­elf under his favorable fea­tures to all the­se intel­li­gent beings by whom he wis­hes to be loved and adored? .."

[Wenn Gott gekannt, geschätzt und bedankt wer­den will, war­um zeigt er sich nicht mit all sei­nen Vor­zü­gen den intel­li­gen­ten Wesen gegen­über, von denen er geliebt und ver­ehrt wer­den möchte?]

Das ist eine Fra­ge die mir gefällt. Ich glau­be(!) aller­dings nicht, dass sie mir noch vor mei­nem Able­ben beant­wor­tet wer­den wird.

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Das Zitat aus die­sem Gedicht war der letz­te Absatz:
 

"Stand ye calm and resolute,
Like a forest clo­se and mute,
With fold­ed arms and looks which are
Wea­pons of unvan­quis­hed war.

And if then the tyrants dare,
Let them ride among you there;
Slash, and stab, and maim and hew;
What they like, that let them do.

With fold­ed arms and ste­ady eyes,
And litt­le fear, and less surprise,
Look upon them as they slay,
Till their rage has died away:

Then they will return with shame,
To the place from which they came,
And the blood thus shed will speak
In hot blus­hes on their cheek:

Rise, like lions after slumber
In unvan­quis­ha­ble number!
Shake your chains to earth like dew
Which in sleep had fal­len on you:
Ye are many — they are few!
"

Über­set­zung des letz­ten Absatzes
„Erhebt euch wie Löwen nach dem Schlummer
In unüber­wind­li­cher Zahl –
Schüt­telt eure Ket­ten ab wie Tau,
Der im Schlaf auf euch gefal­len ist –
Ihr seid vie­le – sie sind wenige.“

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(* 04. August 1792 in Field Place, Sus­sex; 08. Juli 1822 im Meer bei Viar­eggio in der ita­lie­ni­schen Pro­vinz Tos­ka­na; bri­ti­scher Schrift­stel­ler der eng­li­schen Roman­tik, Ver­fech­ter des Atheismus)

 

bookmark_borderEs kommt drauf an was man draus macht ...!

Frü­her gab es eine Wer­bung, einen Slo­gan, für das Bau­en mit Beton, der hieß:
"Beton - es kommt drauf an was man draus macht".

Dar­an muß­te ich den­ken als ich einen Arti­kel las der mir kürz­lich zuge­sandt wurde.
Da ging es um Masern.
Also in Wahr­heit dar­um, dass es Leu­te gibt die behaup­ten es gäbe sie nicht.
Die Masern-Viren.

Der Mann, der das behaup­tet hat bot an dem­je­ni­gen 100.000,00 €uro zu zah­len, der *eine* wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­ti­on nennt, die den Nach­weis erbringt, dass es Masern-Viren gibt und wie groß sie sind.

Da fand sich jemand und konn­te sogar *sechs* Publi­ka­tio­nen vorweisen.

Der Anbie­ter (Viren-Ver­nei­ner) zahl­te aber nicht, wor­auf­hin der Nach­wei­sen­de ihn ver­klag­te, um ihn zur Zah­lung zu zwingen.
In den ersten zwei Instan­zen bekam der Nach­wei­sen­de Recht und dar­auf­hin schick­te er dem säu­mi­gen Viren-Ver­nei­ner den Gerichts­voll­zie­her und weil immer noch nicht gezahlt wur­de soll­te der Mann in Erzwin­gungs­haft - kurz bevor das pas­sier­te zahl­te er schnell und leg­te gegen das (zweit-)instanzliche Urteil Beru­fung ein.

" .. Pod­biel­ski [vom Gericht bestell­ter Gut­ach­ter] und die Ravens­bur­ger Rich­ter waren mit­hin der Über­zeu­gung, dass Lan­kas For­de­rung nach “einer” Publi­ka­ti­on erst nach­träg­lich expli­zit ein­ge­bracht wur­de und zudem ohne Bedeu­tung für den Streit­ge­gen­stand ist .. "

In die­sem drit­ten Pro­zeß bekam er nun Recht. Weil er nur eine Publi­ka­ti­on gefor­dert hat­te und statt­des­sen sechs bekom­men hat­te fand das Gericht das sei ein Form­feh­ler und des­we­gen muß­te der Nach­wei­sen­de nun das Geld zurück zah­len und die Kosten des Ver­fah­rens tragen.

So weit so schlecht, denn ein nor­mal den­ken­der Laie wür­de doch ver­mu­ten: Sechs Nach­wei­se sind bes­ser als ein Nach­weis, daher hat der Viren-Leug­ner zu zahlen.

Allein, es ist damit noch nicht getan.
Der Viren-Leug­ner schreibt nun an sei­ne ver­blen­de­ten Anhänger:
Der Pro­zeß wur­de gewon­nen, damit ist fest­ge­stellt es gibt kei­ne Masern-Viren!
Kein Wort davon, dass es sechs (min­de­stens, aber in Wirk­lich­keit viel mehr) Bewei­se für die Exi­stenz der Viren gab, kein Wort dar­über, dass der Pro­zeß aus for­ma­len Grün­den gewon­nen wur­de und das Gericht in der Sache nicht erneut ent­schie­den hat.

Das Fazit:
Die meist medi­zi­nisch wenig infor­mier­ten Anhän­ger schwö­ren nun es gäbe kei­ne Masern-Viren und daher sei die Masern-Imp­fung nutz­los und zu verweigern.

So arbei­ten vie­le der Schar­la­ta­ne, die dann auf das Mit­leid der Anhän­ger hof­fen und die­se um eine klei­ne Spen­de bit­ten. Die soll die erheb­li­chen Kosten min­dern die der Masern-Leug­ner hat­te um all die Kin­der sei­ner Anhän­ger vor einer schäd­li­chen Imp­fung zu schützen.

Ein wei­ters inter­es­san­tes Modell um Ahnungs­lo­sen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Das scheint die Haupt­ma­sche derer zu sein, die die "Neue Ger­ma­ni­sche Medi­zin" unter die Men­schen brin­gen .... ist doch klar, was "neu" ist kostet halt ein bis­serl mehr.

bookmark_borderWarum der Kapitalismus sich selbst zerstört
.... und was die Folgen für die Allgemeinheit abmildern könnte



 

Ab 09:40 wird im ersten Video der Wider­spruch des Kapi­ta­lis­mus an einem Bei­spiel aufgezeigt.

Im Text zum 2. Video heißt es:
" .. Eco­no­mist Yanis Varou­fa­kis, the for­mer Mini­ster of Finan­ce for Greece, says that it's becau­se you can be in poli­tics today but not be in power — becau­se real power now belongs to tho­se who con­trol the eco­no­my. He belie­ves that the mega-rich and cor­po­ra­ti­ons are can­ni­ba­li­zing the poli­ti­cal sphe­re, caus­ing finan­cial crisis. .. "

bookmark_borderDie unbewohnbare Erde
* u p d a t e * 21.07.2017

Civi­lizati­ons rise, but there’s an envi­ron­men­tal fil­ter that cau­ses them to die off again and dis­ap­pear fair­ly quick­ly,” .. “If you look at pla­net Earth, the fil­te­ring we’ve had in the past has been in the­se mass extinc­tions.” The mass extinc­tion we are now living through has only just begun; so much more dying is coming .."

[Source: nymag.com]

Über­set­zung:
Zivi­li­sa­tio­nen ent­ste­hen, aber es gibt einen Umwelt­fil­ter der sie wie­der aus­ster­ben und recht schnell ver­schwin­den läßt. .. Wenn man die Erde anschaut fin­det man eini­ge sol­che Fil­ter in Form von Mas­sen­ster­ben in der Ver­gan­gen­heit. Die aktu­el­le Mas­sen­ver­nich­tung die wir eben erle­ben hat gera­de erst begon­nen; es wird noch so viel Ster­ben kommen ....

Die­ser Aus­zug aus einem Text zu dem mir der Link aus Cali­for­ni­en zuge­sandt wur­de - stellt eine wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis in knapp­ster Form dar. Etwas, das weder dis­ku­tiert noch geleug­net wer­den kann. Egal wie vie­le Igno­ran­ten in einem der größ­ten Län­der auf die­sem Pla­ne­ten davor ihre Augen verschließen.

Ist es nicht eine Iro­nie des Schick­sals (des Zufalls, des Uni­ver­sums?), dass unse­re Zivi­li­sa­ti­on - kurz vor dem Punkt ihrer Ent­wick­lung an dem so vie­le krea­ti­ve Kräf­te durch Über­nah­me der kör­per­li­chen Arbeit durch Maschi­nen frei wer­den könn­ten - untergeht?

* u p d a t e *
21.07.2017

Das The­ma wur­de in paar Tage spä­ter noch andern­orts auf­ge­nom­men ["click!" auf das Bild vergrößert]:

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