bookmark_borderVon "SALZ" (Teil I)

und "Mul­ti Level Mar­ke­ting" [MLM / Pyra­mi­den­sy­stem] oder: Die Dum­men ster­ben nicht aus!

Las­sen Sie mich ein­gangs den Unter­schied zwi­schen Ver­dau­ung und Stoff­wech­sel erklä­ren. Das wird oft - mit oder ohne Absicht - durch­ein­an­der geworfen:
→ Alle Pro­zes­se die sich im Darm abspie­len wer­den unter dem Ober­be­griff "Ver­dau­ung" behandelt;
→ Alle Pro­zes­se die jen­seits der Darm­wand, also außer­halb des Dar­mes im Kör­per des Men­schen und natür­lich der Tie­re ablau­fen hei­ßen "Stoff­wech­sel". Die­se Rei­hen­fol­ge von che­mi­schen Reak­tio­nen ist meist inner­halb von Zel­len (ver­schie­de­ner Art) zu fin­den, nur weni­ge Stoff­wech­sel­vor­gän­ge fin­den außer­halb von Zel­len statt. Sie sind dann über­wie­gend auf einen oder zwei Schrit­te beschränkt und die­nen ledig­lich dem Aus­gleich von Ladun­gen der betei­lig­ten Sub­stan­zen beim Ein- und Aus­tritt in die Zel­len (oder eben aus ihnen heraus). 

Wel­che Pro­zes­se regu­lie­ren den Salz- und Was­ser­haus­halt des Körpers?

Der zen­tra­le Mecha­nis­mus besteht aus dem Zusam­men­spiel des Ner­ven­sy­stems mit dem Hor­mon­sy­stem. Die­ses System wird als "Renin-Angio­ten­sin-Aldo­ste­ron-System" bezeich­net. Doch ver­za­gen Sie nicht, im fol­gen­den wer­de ich das ganz ein­fach erklä­ren, Sie brau­chen dazu nur Grund­kennt­nis­se der Che­mie und eini­ger Stof­fe wie Was­ser, Salz und Eiweiß - die ich alle schon in ande­ren Arti­keln beschrie­ben habe und zu denen Sie umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen im Inter­net finden.

Das *Vehi­kel*, mit des­sen Hil­fe die­ser Regel­me­cha­nis­mus arbei­tet ist das Blut (für den trä­gen Hor­mon­trans­port) und das Ner­ven­sy­stem (für die raschen, situa­ti­ven Ände­run­gen). Gleich­zei­tig mit den durch die Gefä­sse trans­por­tier­ten Infor­ma­tio­nen zu Aus­schei­dung bzw. Zurück­hal­tung von Salz und Was­ser wird so die Blut­men­ge gere­gelt - und mit ihr der Blut­druck¹ und die Herz­tä­tig­keit trägt eben­falls dazu bei.

Es dau­ert Jah­re, bis man den Zusam­men­hang zwi­schen den ver­schie­de­nen Steue­rungs- und Regel­me­cha­nis­men des mensch­li­chen Orga­nis­mus ver­stan­den hat. Dazu braucht man mehr als rei­nes Aus­wen­dig­ler­nen, man muss *erken­nen* und *über­grei­fend den­ken kön­nen* um es wei­ter­ge­ben zu kön­nen. Oder nach­voll­zie­hen, war­um sol­che Begrif­fe wie "Stoff­wech­sel­schlacken" etwas bezeich­nen was es in Wirk­lich­keit nicht gibt.

Man­geln­de Selbst­kri­tik und grund­lo­se Überheblichkeit

Da wer­den Sie, lie­be Lesen­de, erken­nen war­um es mich sehr erstaunt, wenn eine selbst­er­nann­te "Prä­ven­ti­ons­be­ra­te­rin", eine Frau Gabrie­le Vale­ri­us-Szö­ke, irgend­wo­her Infor­ma­tio­nen abschreibt - ohne den Hin­ter­grund selbst zu ver­ste­hen - und damit im Zwei­fels­fall Men­schen mit Gesund­heits­pro­ble­men nicht hilft, son­dern ihnen wesent­li­chen Scha­den zufügt. Durch völ­lig fal­sche, ja gefähr­li­che Behaup­tun­gen, die jeder Grund­la­ge entbehren.

Fast schon kri­mi­nell ist aller­dings, wenn eine Dro­gi­stin mit drei­jäh­ri­ger Leh­re sich zu einer all­wis­sen­den Rat­ge­be­rin auf­bläst und den Pati­en­ten rät zu einer bestimm­ten "Sor­te" Arzt zu gehen, den so genann­ten "Funk­ti­ons­me­di­zi­nern", also Eso­te­ri­kern, und nicht zu denen, die ihr Fach ver­ste­hen und die­sen Hum­bug ableh­nen! Kein Wun­der, denn letz­te­re Ärz­te brin­gen ihr nicht den Umsatz an Pro­duk­ten in einem Schnee­ball-System (Mul­ti-Level-Mar­ke­ting) für die sie so hef­ti­ge Wer­bung betreibt. 

Was sie noch nicht begrif­fen hat ist:
Nur die aller­ober­ste Ebe­ne ver­dient, alle dar­un­ter lie­gen­den Stu­fen ackern und ver­kau­fen den Mist - ohne selbst jemals ange­mes­sen zu ver­die­nen. Im ver­link­ten Bei­spiel geht es um Jeans - die Fir­ma hat damals groß getönt .... und ist schon weg vom Fen­ster .... die hoff­nungs­vol­len Jung­ver­die­ner sit­zen auf Ber­gen von Jeans - so wie alle, die bei "Natu­ra Vita­lis" ein­stei­gen auf Ber­gen von nutz- und wir­kungs­lo­sen Pro­duk­ten sit­zen werden.

Schwur­bel­schwatz zu "SALZ"

Die so ver­blen­de­te Frau Vale­ri­us-Szö­ke, die nicht ein­mal erkennt wel­cher Masche von Betrü­gern sie auf den Leim gegan­gen ist, hat nun in einer Ver­öf­fent­li­chung zu SALZ ein paar Zei­len geschrie­ben, denn "Hima­la­ya­salz" gehört zu ihrem Vertriebsprogramm.
Lesen Sie selbst, hier ein screenshot:

Außer dem Wort "SALZ" ist fast alles in die­ser Dar­stel­lung frei erfun­den. Oder es wer­den Bezie­hun­gen her­ge­stellt, die es nicht gibt. Ein gro­ßer Teil davon ist gelo­gen. Die Aus­sa­ge zum Blut­druck ist gemein­ge­fähr­li­cher Unsinn. Denn dadurch wer­den Pati­en­ten­le­ben gefähr­det. Ich kom­me spä­ter, im zwei­ten Teil, dazu das zu erklären.

Teil II fin­den Sie → DORT

¹ Sie­he die Artikel:
"Wie der Blut­druck ent­steht & gere­gelt wird" Tei­le I, II, III, IV.

bookmark_borderIngwer

" .. Organ­funk­tio­nen wer­den unter­stützt und verbessert .. " 
- so ver­spricht es der Mode­ra­tor bei "GALILEO" von Pro­Sie­ben für Ingwer. 

Nicht, dass Sie mich miss­ver­ste­hen - ich koche kein Gericht mit Huhn ohne fri­schen Ing­wer! Wenn ein­mal kei­ne Knol­len (bota­nisch: ' ..unter­ir­di­scher Haupt­spross des Ing­wers, das Ing­wer-Rhi­zom.. ') vor­han­den sind neh­me ich als zwei­te Wahl Ingwerpulver.

Was mich stut­zig macht ist stets eine sol­che Pau­schal­aus­sa­ge - die, wenn man sie genau­er betrach­tet und *zer­legt* doch mehr Fra­gen auf­wirft als sie beant­wor­tet bzw. als dann in der nach­fol­gen­den Sen­dung erklärt wird.

War­um?

Weil es da nichts zu erklä­ren gibt. Vie­le sol­che Aus­sa­gen klin­gen vor­der­grün­dig sehr über­zeu­gend. Da könn­te man sofort zustim­men. Aber ist das wirk­lich rich­tig, was da so ver­spro­chen wird?

Schau­en wir doch ein­mal genau­er hin:

1. Wel­che Orga­ne sind es?
    1 a. Was bedeu­tet "unter­stützt - auf wel­che Mecha­nis­men ist das bezogen? 
    1 b. Was bedeu­tet "ver­bes­sert" - von wel­chem Aus­gangs­punkt her wird das bemessen? 
    1 c. Mit wel­cher Metho­de wird die Organ­funk­ti­on bestimmt? 
    1 d. Was ist der "Nor­mal­wert" und wel­che Varia­ti­on der Abwei­chung besteht? 
2. Wel­che Funk­tio­nen die­ser Orga­ne wer­den unterstützt?
    2a. Wor­an erkennt man, dass die­se Orga­ne Unter­stüt­zung nötig haben? 
    2b. War­um ist es ange­bracht die­se Orga­ne zu 'unter­stütz­ten'?
3. Wel­che Funk­tio­nen wer­den verbessert?
    3a. Wie erkennt man die Funk­tio­nen die 'ver­bes­sert' werden? 
    3b. Ist eine Inter­ven­ti­on unab­ding­bar oder fal­len die Abwei­chun­gen in die all­ge­mein bekann­te Varia­ti­on? [Anders aus­ge­drückt: Wel­cher Scha­den ent­stün­de, wenn man nichts tut?]

So for­mu­liert denn auch der Baye­ri­sche Rund­funk " .. Im Netz fin­den sich vie­le Mythen um die Wir­kung von Ing­wer .. " und räumt sogleich mit der Mehr­zahl die­ser ver­meint­li­che Wir­kun­gen auf. Da ist der Unter­schied zwi­schen Gali­leo und gebüh­ren­fi­nan­zier­tem Fern­se­hen¹: Die man­geln­de Objek­ti­vi­tät der Gebüh­ren­fi­nan­zier­ten, denn ihr Kli­en­tel (und die Anzei­gen­kun­den) sind oft sol­che Fir­men, die an der Gren­ze der Lega­li­tät for­mu­lie­ren was ihre Pro­duk­te - angeb­lich - alles können ....

Machen Sie einen ein­fa­chen Test um die Mär von den angeb­li­chen Super­kräf­ten bestimm­ter Stof­fe zu entlarven: 

Wenn Sie den Begriff bei (bei­spiels­wei­se) start­pa­ge ein­ge­ben und gleich zu Anfang ste­hen meh­re­re Links zu Sei­ten in deren Titeln Begrif­fe wie "gesund" "Wun­der­mit­tel" oder "beliebt" ste­hen, und zwar bevor der Link zu Wiki­pe­dia kommt, dann dür­fen Sie getrost davon aus­ge­hen, dass ihnen dort ein Bär auf­ge­bun­den wer­den soll.

Sie­he dazu auch:

"Detox" ist die neue "Ent­schlackung"
"Stoff­wech­sel­schlacken"
Mar­ga­ri­ne = Streich­fett - mit Butter
"Pro­bio­ti­sches" essen & trin­ken .... "Actimel","Lactobacillus LC1","Yakult"

Die Detox-Lüge: Inter­view mit Nata­lie Grams in „Don­na“; 9. Janu­ar 2020 von Bernd Harder


¹
Damit auch hier kein Miss­ver­ständ­nis aufkommt:
Beim WDR geht es nicht immer wis­sen­schaft­lich zu, da scheint eine Ten­denz zu Aber­glau­be und Quack­sal­be­rei zu bestehen.

Ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel für Quack­sal­be­rei auf hohem Niveau: Da wer­den wis­sen­schaft­lich kor­rek­te Tat­sa­chen mit tota­lem Spinn­kram ver­mischt zu einem rie­si­gen Betrug .... denn wie immer wer­den die Pro­duk­te, die angeb­lich hel­fen sol­len, im glei­chen Atem­zug 'mit­emp­foh­len'.

bookmark_border"inner skin" - von 'zarter' und 'jugendlicher' Haut

Eine der hart­näckig­sten Mythen über Haut­pfle­ge ist, dass Feuch­tig­keits­cremes der Schlüs­sel zur Ver­rin­ge­rung des Auf­tre­tens von Fal­ten und schlaf­fer Haut sind. Das stimmt ein­fach nicht.


Die rich­ti­ge Nach­richt ist, dass es sich bei die­sen Pro­duk­ten über­wie­gend um Junk han­delt. Feuch­tig­keits­cremes machen wahr­schein­lich einen tol­len Job - für den Geld­beu­tel der Her­stel­ler! Für den Ver­brau­cher wür­de es völ­lig aus­rei­chen eine Fett­creme, eine harn­stoff­hal­ti­ge ["mit Urea"] oder gly­ce­rin­hal­ti­ge Crè­me zu benut­zen - es ist die Mas­sa­ge­wir­kung beim auf­tra­gen und ein­rei­ben in die Haut, nicht der Inhalts­stoff der etwas bewirkt. Die Crem­e­ba­sis soll nur eine Irri­ta­ti­on und Rötung der Haut ver­hin­dern, weil sie die Rei­bung beim Ein­mas­sie­ren reduziert.

 

Aber wenn wir über Fal­ten­bil­dung und schlaf­fe, hän­gen­de Haut­par­tie­n­en spre­chen, spre­chen wir über ein tie­fe­res Problem.

Feuch­tig­keits­cremes machen nur die ober­ste Haut­schicht (die so genann­te "Epi­der­mis") geschmei­di­ger, wider­stands­fä­hi­ger gegen­über der Wit­te­rung und spen­den Feuch­tig­keit, indem sie die trocke­nen, abge­stor­be­nen Zel­len der Ober­haut anfeuch­ten & anfetten.

Pro­ble­me wie schlaf­fe Haut, Fal­ten und fei­ne Lini­en begin­nen viel tie­fer - in einer Schicht, die als "Der­mis" bezeich­net wird. Die Der­mis pro­du­ziert Kol­la­gen, und Sie wis­sen wahr­schein­lich bereits, dass Kol­la­gen ein ent­schei­den­der Bau­stein für die Struk­tur gesun­der Haut ist. Die Kol­la­gen­pro­duk­ti­on ver­lang­samt sich jedoch gegen Ende des drit­ten Lebens­jahr­zehnts. Und wenn das Feh­len von Kol­la­gen zu Lücken in der dar­un­ter lie­gen­den Struk­tur führt, ver­liert die Haut an Ela­sti­zi­tät und kann schlaff oder fal­tig wer­den. Der „Kol­la­gen­kol­laps“ unter der Ober­flä­che ver­ur­sacht die­se Fal­ten und Linien.


 

SGBEER, eige­nes Werk; Gro­be Schich­tung der mensch­li­chen Haut; CC BY-SA 3.0;
Sche­ma­zeich­nung; Erstellt: 22. Novem­ber 2009

[Epi­der­mis = Ober­haut, 0,3 - 2 mm, bestehend aus (von außen nach innen: Stra­tum dis­junc­tum, Stra­tum cor­ne­um, Stra­tum luci­dum, Stra­tum gra­nu­lo­sum, Stra­tum spi­no­sum, Stra­tum basale);
Der­mis = Leder­haut, 0,5 - 1,5 mm, (von außen nach innen: Stra­tum papil­lia­re, Stra­tum reticulare);
Sub­cu­tis = Unter­haut, 0,5 - 30 mm, über­wie­gend auf­ge­baut aus Fett­zel­len, Ner­ven, Blut­ge­fä­ssen, Bin­de­ge­we­be, Sehnen.]

 


Es ist wich­tig zu ver­ste­hen, dass kei­ne Feuch­tig­keits­creme in die­se Tie­fe der Haut ein­drin­gen kann - auch Cremes, die Kol­la­gen ent­hal­ten, lie­fern es nicht bis zur Der­mis, wo es zur Erneue­rung der Haut­struk­tur benö­tigt wird. Es ist doch gera­de die Auf­ga­be der Haut, das Ein­drin­gen von Sub­stan­zen in den Orga­nis­mus zu ver­hin­dern. Da gibt es kei­ne Aus­nah­men, auch dann nicht, wenn man Stof­fe auf­trägt, die in tie­fe­ren Schich­ten der Haut natür­lich vor­han­den sind.

 

Hin­weis:
Wei­ter unten ist ein Arti­kel aus der DAZ [Deut­sche Apo­the­ker Zei­tung] ver­linkt, in dem ein Abschnitt über die "Per­ku­ta­ne Resorp­ti­on von Fremd­stof­fen" berich­tet. Bit­te lesen Sie die­sen Absatz mit dem Bewusst­sein, dass es eine gan­ze Men­ge von in Apo­the­ken ver­kauf­ten Wirk­stoff­zu­sam­men­set­zun­gen gibt, die ihre Daseins­be­rech­ti­gung ver­lö­ren, wenn sie nicht in die Haut ein­zu­drin­gen ver­möch­ten - des­we­gen wird in die­sem Absatz ein wenig schwam­mig und zu posi­tiv über die Ein­dring­me­cha­nis­men und deren Über­win­dung berichtet.
Die Pra­xis, das wis­sen Sie selbst, sieht immer ein wenig anders aus als die Theorie. 

Um die­se tie­fen Haut­struk­tu­ren für eine jün­ger aus­se­hen­de Haut zu unter­stüt­zen, müss­te man also von innen Stof­fe in die Haut brin­gen, um die natür­li­che Kol­la­gen­pro­duk­ti­on des Kör­pers zu unter­stüt­zen. Das hat aller­dings wenig Sinn, denn Stof­fe wie Kol­la­gen wer­den bereits im Magen ange­grif­fen und zer­legt - was oral zuge­führt wird hat also über­haupt kei­ne Wirkung!

Das bedeu­tet, dass feuch­tig­keits­spen­den­de Cremes und Lotio­nen im gün­stig­sten Fall die Hälf­te des Pro­blems lösen - die ande­re Sei­te ist ein natür­li­cher Abbau­pro­zess, den man nicht beein­flus­sen kann, da er nur teil­wei­se durch die Lebens­um­stän­de, sicher aber durch gene­ti­sche Pro­gram­mie­rung feststeht. 

Eine kom­plet­te Haut­ver­bes­se­rung - etwa zurück in die Struk­tur des drit­ten Lebens­jahr­zehnts - wird nie gelin­gen! Bestimm­te Lebens­mit­tel und der all­ge­mei­ne Lebens­stil dage­gen hel­fen schon, die Haut­ela­sti­zi­tät und das Altern der Haut so zu beein­flus­sen, dass die Alte­rung spä­ter und nicht so hef­tig einsetzt. 

All­ge­mei­ne Infor­ma­tio­nen zur Haut:
WIKIPEDIA "HAUT"
Die Haut – unser größ­tes Organ
Viel mehr als nur eine Hülle

bookmark_borderEhrlich sein & trotzdem irreleiten - geht das?

Wir haben nicht ver­spro­chen, dass die Mehr­hei­ten die Aus­wahl erge­ben wer­den und wir haben in der Tat betont, dass wir Redak­teu­re sind, die um Hand­lungs­emp­feh­lung bit­ten, nicht Kell­ner, die Bestel­lun­gen ent­ge­gen neh­men.
__________________________________________________________________________________

We didn’t pro­mi­se that num­bers would make the choices and, in fact, were careful to empha­si­ze that we were edi­tors loo­king for gui­dance, not wai­ters taking orders.
[Quel­le]
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Vor ein paar Tagen habe ich die oben zitier­ten Zei­len gele­sen und mir gedacht: Wozu denn dann eine Umfra­ge, wenn die Ver­ant­wort­li­chen am Ende doch das machen was sie selbst für rich­tig halten?

Als ich dann ein wenig län­ger dar­über nach­ge­dacht habe kamen mir eini­ge Bei­spie­le in den Sinn wo wir - in ganz ande­rem Zusam­men­hang - mit genau die­ser Metho­de für dumm ver­kauft wer­den. Wo uns also vor­ge­gau­kelt wird wir könnten 

*uns ein­brin­gen*,
*mit entscheiden*,
*etwas bewegen*,

und wie sonst all die­se Sprach­hül­sen lau­ten. Alle­samt sagen sie zwar etwas Posi­ti­ves, sind jedoch zugleich der Beweis dafür, dass, wer auch immer eine sol­che Befra­gung ver­an­stal­tet, die Ein­sen­dun­gen ledig­lich als Ali­bi haben will, um sagen zu kön­nen: "Wir haben den Betrof­fe­nen Gele­gen­heit gege­ben sich mit dem The­ma zu befas­sen und uns dazu eine Rück­mel­dung zu geben." - So oder ähn­lich lau­ten doch stets die Beteue­run­gen, die lästi­ge Fra­gen nach der Betei­li­gung, der Ein­bin­dung der Betrof­fe­nen abbü­geln sollen.

Wir soll­ten uns für das neue Jahr vor­neh­men bei sol­chen Gele­gen­hei­ten die Betref­fen­den nicht unge­scho­ren davon­kom­men zu las­sen, son­dern ihnen deut­lich machen, dass sie mit die­ser stump­fen Rhe­to­rik­schlei­fe nicht punk­ten kön­nen. Manch­mal sind sie ein­fach nur zu *betriebs­blind* um zu erken­nen, was sie da eigent­lich tun.

bookmark_borderÜber den Mangel an 'kritischem Denken'

» Jemand, der nach­weis­lich fal­sche Vor­stel­lun­gen ver­tritt,
kann leicht in ande­re fal­sche Über­zeu­gun­gen abglei­ten.
«

Die­sen Satz habe ich vor eini­ger Zeit gele­sen und ihn mir auf­ge­schrie­ben, weil er mit mei­ner Erfah­rung aus vie­len Beob­ach­tun­gen über­ein­stimmt. Wir haben ja nicht nur unse­re Vor­ur­tei­le, son­dern auch unse­re Denk­mu­ster mit denen wir unse­re Umge­bung ein­schät­zen, Pro­ble­me ange­hen und lösen, vor­ge­faß­te Muster bestä­ti­gen oder verwerfen.

Die­se Denk­mu­ster stam­men aus Erzie­hung und Erfah­rung - und was ein­mal gut geklappt hat, uns Vor­tei­le ver­schaff­te oder von Vie­len in unse­rer Umge­bung genau so ein­ge­schätzt wur­de, das ver­su­chen wir zu bewah­ren um den *Erfolg* zu wiederholen. 

Anders aus­ge­drückt:

Wir füh­len uns bes­ser wenn wir mit einer Vor­ge­hens­wei­se Erfolg statt Miß­er­folg haben und mei­den des­we­gen neue Denk­an­sät­ze und neu­es Ver­hal­ten. Etwas - ab von *ein­ge­tre­te­nen Pfa­den* - zu wagen ist mit sehr viel Unsi­cher­heit ver­bun­den und der Erfolg ist unge­wiß. Unge­wiß­heit macht Streß. Streß zu ver­mei­den ist eine völ­lig nor­ma­le Verhaltensweise.

Ich will zwei kon­kre­te Bei­spie­le für die wei­te­re Erör­te­rung anfüh­ren. Das erste Bei­spiel ist es ist ein Kom­men­tar zu einer Aus­sa­ge, die in einem you­tube-Video gemacht wurde:


Der Kom­men­ta­tor weist - zu Recht, wie ich mei­ne - dar­auf hin, dass die Staats­an­ge­hö­rig­keit kei­ne per­sön­li­che Lei­stung ist und man des­we­gen dar­auf nicht *stolz* sein kann.
Der Wert die­ser Aus­sa­ge wird nicht dadurch geschmä­lert, dass er dann noch ein paar zusätz­li­che Anmer­kun­gen zu Ame­ri­ka­nern ganz all­ge­mein macht, die sein eige­nes Vor­ur­teil in die­ser Hin­sicht dar­stel­len. Allein, mit sei­ner Ein­schät­zung des der­zei­ti­gen Prä­si­den­ten scheint er aber im 'mai­stream' zu liegen.

Stolz kann man auf eine eige­ne Lei­stung sein, etwa eine, die dem Gemein­we­sen ins­ge­samt nützt - und dann steckt dar­in die Aner­ken­nung für die­sen Staat, der Ver­hält­nis­se geschaf­fen hat in denen sol­che Ergeb­nis­se mög­lich sind.

Das zwei­te Bei­spiel zeigt einen Fall auf, in dem vie­le Betei­lig­te zu Unrecht *stolz* auf ihre Lei­stung sind:


Da geht es um die angeb­li­che "Grie­chen­land­ret­tung" die in Wahr­heit ein Ret­tung von meh­re­ren deut­schen und fran­zö­si­schen Groß­ban­ken war. Das Ergeb­nis der Inter­ven­ti­on, die kei­ne Ret­tung war, son­dern der tau­meln­den grie­chi­schen Öko­no­mie den Todes­stoß ver­setzt hat, kann mit dem Abstand den wir heu­te haben beur­teilt werden:

Das gro­be Ver­sa­gen der bei­den Haupt­ak­teu­re Wolf­gang Schäub­le und Jero­en René Vic­tor Anton Dijs­sel­b­lo­em ent­larvt sie als Dilet­tan­ten, die ent­ge­gen aller War­nun­gen der Fach­wis­sen­schaft­ler glaub­ten es bes­ser zu wis­sen .... der eine wohl aus Alters­starr­sinn, der ande­re aus purem Neid auf die Popu­la­ri­tät von Y. Varou­fa­kis, dem grie­chi­schen Finanz­mi­ni­ster & Wis­sen­schaft­ler, dem geschol­te­nen und ver­höhn­ten Wider­sa­cher, der letzt­end­lich Recht behal­ten hat, und des­sen Sta­tur und Cha­ris­ma er nie wird errei­chen können.

In bei­den Bei­spie­len sehen wir grund­sätz­li­che Ver­hal­tens­mu­ster. Ein­mal der Stolz auf eine fik­ti­ve Grö­ße die nicht selbst erar­bei­tet wur­de, im ande­ren Fall der Dün­kel es qua Amt bes­ser zu wis­sen als einer der es stu­diert hat. Bei­de Male ein­stu­dier­te Ver­hal­tens­mu­ster die zu kata­stro­pha­len Ergeb­nis­sen füh­ren, natür­lich gra­du­ell unter­schied­lich in ihrer Auswirkung.

Erfah­ren wir über der­glei­chen Ver­sa­gen von ein­ge­fah­re­nen Denk- und Ver­hal­tens­mu­stern in der Poli­tik und Wirt­schaft unse­res Lan­des in den Medien?
Nein ....
.... und da fan­ge ich an zu grü­beln war­um das wohl so ist.

bookmark_borderAlt & Jung ....

Es hat schon sei­ne Grün­de, war­um ab einem bestimm­ten Lebens­al­ter Kin­der sich von ihren Eltern lösen und eige­ne Wege gehen ....

Frü­her war ich der Auf­fas­sung das müß­te nicht so sein.

Heu­te bin ich geneigt anzu­neh­men, dass das eine Grund­ge­setz­lich­keit der Natur ist, so wie im Früh­jahr die Blät­ter sprie­ßen und im Herbst wie­der run­ter fal­len .... Vie­le Klei­nig­kei­ten, die bei engem Zusam­men­le­ben stö­rend wären, ent­fal­len - und ver­bes­sern so den Umgang mit­ein­an­der - wenn das Kind erst ein­mal in räum­li­cher Fer­ne von den Eltern wohnt. Kin­der müs­sen ihre eige­nen Erfah­run­gen machen kön­nen. Sie müs­sen auch mal selbst auf die Nase fal­len und sich wie­der aufrappeln. 

Fami­li­en­le­ben bedeu­tet: Frei­heit, Ver­ant­wor­tung und Pflich­ten, aber auch Ver­bun­den­heit in schwie­ri­gen Situa­tio­nen. Das Gan­ze unter dem Mot­to: Es gibt Nichts was unse­ren Zusam­men­halt auf­bre­chen kann, wir ste­hen zusam­men .... und dafür ist es nicht unbe­dingt nötig zusam­men unter einem Dach zu wohnen!
Natür­lich gehö­ren Lie­be, Gebor­gen­heit und Akzep­tanz der indi­vi­du­el­len Per­sön­lich­keit unter­ein­an­der dazu - ich erwäh­ne es nur der Voll­stän­dig­keit hal­ber, weil ich es eigent­lich für selbst­ver­ständ­lich halte .... 

Was noch ergänzt wer­den muß:
Alters­ge­mäße Ein­sicht gehört mit zu einem gedeih­li­chen Mit­ein­an­der, sie zu ver­lan­gen ist kei­ne Zumu­tung den Kin­dern gegen­über, son­dern eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, die durch das eige­ne Vor­bild gelebt wer­den soll­te. Weder Kin­der noch Eltern kön­nen zu irgend­ei­nem Zeit­punkt stur auf ihrer Sicht der Welt behar­ren - gefragt ist dem­nach immer Kompromißbereitschaft.

Eltern ver­su­chen oft die Kin­der zu schüt­zen und das bis ins Erwach­se­nen­al­ter. Den Aus­gleich zwi­schen ange­mes­se­ner Nähe zu und ange­mes­se­nem Abstand von den Eltern zu fin­den ist sicher eine schwie­rige Grat­wan­de­rung, vor allem dann, wenn Eltern ungern 'los­las­sen' wollen ....

Eine glucken­de Mut­ter, die ihre Kin­der nicht in die Welt las­sen will ist häu­fi­ger das Übel (Väter sind nach mei­ner Erfah­rung meist locke­rer was das angeht). Ein Teil der Kin­der schafft es sich trotz aller gegen­tei­li­gen Wün­sche von Eltern­sei­te abzu­set­zen, man­che aber nur, um sich wie­der in eine Abhän­gig­keit von einem Part­ner zu bege­ben und nicht den Schritt in die Eigen­stän­dig­keit zu schaf­fen. Ande­re sit­zen lie­ber noch zu Hau­se im Nest. Mit der Kon­se­quen­z, dass es des Öf­te­ren hef­tig­ste Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Alt und Jung gibt. Aber noch nicht hef­tig genug für man­che Jun­gen, um den end­gül­ti­gen Absprung zu schaffen.

Schlimm ist es immer dann, wenn Kin­der den Eltern zur Last wer­den und sie das zu spü­ren bekom­men. Das Urver­trau­en, dass Kin­der zu ihren Eltern haben, wird dadurch zer­stört. Mir scheint das der schlimm­ste Fall von Ver­sa­gen der Eltern zu sein.


Neu­fas­sung unter Ein­be­zie­hung frü­he­rer Kommentare;
Erst­ver­öf­fent­li­chung: 28.06.2008; 17:11h.

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768,- Euro für 20 m² ...!
das sind 9,- €uro mehr als unse­re Mie­te für eine 4-Zi-Woh­nung. Frü­her nann­te man so etwas "Wucher" und es war strafbar .... 
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Nur Ele­fan­ten brau­chen einen Rüs­sel - nach Pro­te­sten wur­de die zunächst erlaub­te Ein­fuhr von Jagd-Tro­phä­en nach U.S.A. wie­der kassiert .... 
 
 2g 
Es gibt noch ori­gi­nel­le Ideen für Schil­der - so wie dies .... 
 2h 
Da wo die evan­ge­li­ka­len Fun­di-Chri­sten für fast Alles sind - außer für lega­len Schwangerschaftsabbruch.
Was für ein ver­lo­ge­nes Pack! 
 
 2i 
Hier sagt 'mal Einer was öfter gesagt wer­den müßte .... 
 2k 
car­ni­val bar­ker = Aus­ru­fer, der Attrak­tio­nen beim Jahr­markt anpreist um Publi­kum in die Zel­te zu locken .... 
 
 2l 
Da ist Eng­land kei­ne Aus­nah­me - bei uns wird ja genau­so scham­los über­trie­ben um die Mas­sen in Angst &manipulierbar zu halten .... 
 2m 
....
 
 2n 
Der US-Ame­ri­ka­ni­schen und Bri­ti­schen Skan­dal­blät­tern war dabei beson­ders wich­tig, dass die Braut *gemischt­ras­sig* sei - kein Wun­der also, wenn der Ras­sis­mus gras­siert bzw. wie­der auflebt .... 
 2o 
....

bookmark_borderNur Bild & Ton
Vom schleichend sich erweiternden Analphabetismus

  • " .. Es man­gelt rund 7,5 Mil­lio­nen Deut­schen zwi­schen 18 und 64 Jah­ren in gro­ßem Maß an Schrift­spra­che­kennt­nis­sen. Genau­er: Knapp fünf Mil­lio­nen kön­nen nur ein­zel­ne, kur­ze Sät­ze lesen und schrei­ben, wei­te­re zwei Mil­lio­nen kom­men über ein­zel­ne Wör­ter nicht hin­aus, und etwa 300 000 Men­schen schei­tern selbst dar­an. Sie alle gel­ten zumin­dest als funk­tio­na­le Analpha­be­ten .. " [Quel­le]
  • " .. Fast ein Zehn­tel der Men­schen in Deutsch­land sind funk­tio­na­le Analpha­be­ten .. " [Quel­le]
  • " .. Bei wei­te­ren 13 Mil­lio­nen Men­schen oder 25,9 Pro­zent der erwerbs­fä­hi­gen Bevöl­ke­rung tritt feh­ler­haf­tes Schrei­ben selbst bei gebräuch­li­chen Wör­tern auf .. " [Quel­le]
  • " .. Die Zahl der Feh­ler pro 100 Wör­ter stieg von durch­schnitt­lich sie­ben im Jahr 1972, auf zwölf im Jahr 2002 und dann noch ein­mal auf 17 Feh­ler im Jahr 2012. Das ist inner­halb von vier­zig Jah­ren mehr als eine Ver­dop­pe­lung der Feh­ler­quo­te. .. " [Quel­le]

Es ist nicht zu leugnen: 
Selbst in einem so hoch ent­wickel­ten Land wie unse­rem gibt es Analpha­be­ten, mehr männ­li­che als weib­li­che, und inter­es­san­ter­wei­se sind sie über­wie­gend berufstätig. 

Die bereits 'erkann­ten' Analpha­be­ten sind erst der Anfang. Denn wir sind auf einer Abwärts­spi­ra­le was das "sinn­erfas­sen­de Lesen von Text(-en)" angeht. 

Geprägt von Wer­bung und Comics, Com­pu­ter­spie­len und Musik, die ohne die dahin­ter lie­gen­den Bil­der nichts­sa­gend und unver­ständ­lich wäre, und von der aus­ufern­den Nut­zung der soge­nann­ten "smart pho­nes", ent­wickelt sich der visu­el­le Kanal zum wich­tig­sten Infor­ma­ti­ons­dienst des moder­nen, medi­en­nut­zen­den Men­schen. Aller­dings nicht in Form von Text und Spra­che, son­dern in Form von Bild & Ton.

Schau­en wir ein­mal zurück:
Wur­den bei der Ein­füh­rung von "sms" noch ver­ständ­li­che Sät­ze for­mu­liert, so ver­än­der­te sich der Text immer mehr zu Kür­zeln. Ent­ge­gen der damals ver­tre­te­nen Auf­fas­sung eini­ger Päd­ago­gen, das sei eine Jugend­er­schei­nung, die sich spä­ter wie­der aus­glei­chen wer­de, scheint es doch Spu­ren bei der Alpha­be­ti­sie­rung hin­ter­las­sen zu haben - wie sonst wären die stei­gen­den Zah­len von Analpha­be­ten zu erklären?

Wer­be­bot­schaf­ten stel­len ver­kürzt das dar, was der Kon­su­ment über ein Pro­dukt wis­sen soll. Da braucht es nicht viel Text, da braucht man nur eini­ge Bil­der, die Emo­tio­nen anspre­chen. Text ist da eher im Wege.

Die Poli­tik hat den Zug der Zeit erkannt: Pro­gram­ma­tik ist etwas für Hin­ter­zim­mer, dem Sou­ve­rän, den Wäh­lern, wirft man Satz­fet­zen und Slog­an­frag­men­te, viel­leicht noch hier und da sogar einen kom­plet­ten, dann aber völ­lig sinn­be­frei­ten Satz vor.

Der 'Sie­ges­zug' eini­ger Kid­die- und Jugend­blogs, die weit­ge­hend davon pro­fi­tie­ren puber­tie­ren­den Kin­dern die Seg­nun­gen der Kos­me­tik- und Beklei­dungs­in­di­strie - sozu­sa­gen von Teen zu Teen - nahe zu brin­gen und sie zum Kauf bestimm­ter Mar­ken zu bewe­gen, sind ein bered­tes Bei­spiel dafür.

"twit­ter" - ein soge­nann­ter Kurz­nach­rich­ten­dienst - wäre ohne Bil­der zu eini­gen tweets höchst lang­wei­lig. Denn wenn auch Bon­Mot auf Bon­Mot folgt, die Poin­ten nur so ras­seln und in der Kür­ze ja sowie­so die Wür­ze liegt, die paar Zei­chen rei­chen tat­säch­lich und objek­tiv nicht zum Aus­tausch von ver­ständ­li­chen Argu­men­ten aus. Auch dort reicht es wie­der nur zu paro­len­haf­ten Kür­zeln und Flos­keln.
{Der Herr Patho­lo­ge wird mir den vor­her­ge­hen­den Satz sicher ver­zei­hen}
.

Seit Jahr­tau­sen­den gel­ten die Fer­tig­keit zu schrei­ben und Geschrie­be­nes zu lesen als wesent­li­che Kul­tur­stu­fe, von der an sich Gesell­schaf­ten auf die­sem Pla­ne­ten ent­wickelt haben. Wir sind auf dem besten Wege das Bei­des abzu­schaf­fen. Es durch Bil­der zu erset­zen. Selbst Bil­der sind nicht mehr für sich genom­men aus­sa­ge­fä­hig, man muß viel­fach den Zusam­men­hang ken­nen um den Inhalt zu ver­ste­hen - sie­he Vide­os zu aktu­el­ler Jugendmusik.

Die­se Belie­big­keit der Aus­sa­ge wird noch ver­schärft wenn man an die Mög­lich­kei­ten denkt die Daten zu mani­pu­lie­ren. Wem gehö­ren die Daten und wer kann sie über­haupt ver­än­dern? Was ist Wahr­heit in der Form von Daten­ban­ken, im Zeit­al­ter von Algo­rith­men, die anstatt des Men­schen die Aus­wahl und Ein­schät­zung von Per­son und Per­sön­lich­keit vornehmen.

Der anhal­ten­de Trend zur Nut­zung elek­tro­ni­scher Maß­nah­men als Ersatz für phy­sisch vor­han­denn Zugangs­sy­ste­me, die Video-Dar­stel­lung des Aus­packens einer gekauf­ten Ware als Unter­hal­tung (?) - auch das Bei­spie­le einer irre­ge­lei­te­ten Ent­wick­lung weg von Spra­che und Ver­ant­wor­tung .... die Com­pu­ter wer­den es schon richten.

Oder neh­men wir den Trend zum selbst­fah­ren­den Auto - wer braucht dann noch Ver­kehrs­re­geln ler­nen? Wie­der ein Feld in dem Spra­che über­flüs­sig wird. Wie übri­gens auch gan­ze Berufs­zwei­ge, man den­ke an Spe­di­tio­nen und Taxi­un­ter­neh­men und deren Bedienstete.

Wir wer­den Gene­ra­tio­nen auf die­sem Pla­ne­ten haben, die es nicht mehr nötig haben wer­den selbst lesen und schrei­ben zu kön­nen, es reicht wenn sie eini­ger­ma­ßen ver­ständ­lich SAGEN kön­nen was ihr der­zei­ti­ges Begehr ist, ihr All­tag wird sowie­so von Com­pu­tern struk­tu­riert sein. 

Zugleich sind die vor­ge­nann­ten Berei­che ohne Lese­not­wen­dig­keit ein Bei­spiel, wie immer weni­ger intel­li­gen­tes Han­deln von Men­schen ver­langt wer­den wird. Klar, es braucht eine dün­ne Intel­li­genz­schicht die die Com­pu­ter steu­ert und als Reser­ve da ist, wenn ein­mal die Elek­tro­nen ver­rückt spielen.

Wenn wir es dar­auf ankom­men las­sen wer­den selbst die Intel­li­genz­ler sich eines Tages über­flüs­sig gemacht haben: Sie wer­den sich selbst pro­gram­mie­ren­de & ver­bes­sern­de Com­pu­ter erschaf­fen haben und damit über­flüs­sig, über­flüs­si­ger geht gar­nicht, weil die Rechen­ka­pa­zi­tät ein Viel­fa­ches des­sen aus­macht was der Mensch in glei­cher Zeit­ein­heit an Pro­gramm oder Ana­ly­se zu schrei­ben (!) in der Lage wäre.

Wehe, wehe, wenn es dann ein­mal einen "black­out" oder Com­pu­ter­fehl­ein­schät­zun­gen gibt - da heißt es daten­nmä­ßig anonym zu sein oder der Daten­ma­ni­pu­la­ti­on fähig .... das ist eine bedrücken­de Zukunft, die wir da kom­men haben.

sw

bookmark_borderVon "Rechtsanwälten" & "Lästigkeit"

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Glück­li­cher­wei­se haben vie­le Men­schen eher sel­ten in ihrem Leben die Not­wen­dig­keit mit Rechts­an­wäl­ten ihre berech­tig­ten For­de­run­gen durch­zu­set­zen - bzw. es wenig­stens zu versuchen. 

Kürz­lich hat­te ich - nach vie­len Jah­ren wie­der ein­mal - eine Sache, in der ich mich mit einem Anwalt unter­hal­ten muß­te. Mit dem, den die Gegen­sei­te ein­ge­schal­tet hat­te. Man­che Leu­te sind zwar in der Lage ihr täg­li­ches Leben zu mei­stern, aber nicht kom­ple­xe Sach­ver­hal­te selbst zu erör­tern und ihre Auf­fas­sung ver­ständ­lich in Schrift­form darzulegen:

In die­sem Fall bie­tet sich offen­bar an einen Anwalt mit dem Schrift­ver­kehr zu betrau­en, denn es ist das Wesen die­ses Beru­fes for­mell und inhalt­lich aus­ge­wo­ge­ne Schrei­ben zu verfassen.

So hat­te ich, nach Lek­tü­re eines Schrift­sat­zes der mir zuge­gan­gen war, ein äußerst kurz­wei­li­ges Gespräch mit dem Anwalt des Geg­ners (den ich aus for­ma­lem Grund so bezeich­ne, denn ich will nicht unter­stel­len, dass die­ser net­te älte­re Herr aus nie­de­ren Moti­ven han­del­te. Es steck­te wohl eher sei­ne Frau dahin­ter - die mach­te mir den Ein­druck über das Geld zu herr­schen). Wie erwar­tet waren natür­lich alle vor­ge­brach­ten Argu­men­te in der Ein­schät­zung des Anwal­tes null und nich­tig, ich nicht nur 'hin­ter dem Mond' und 'völ­lig ohne jeden sach­li­chen Anspruch', nein, ich habe selbst dazu bei­getra­gen, dass mei­ne viel­leicht mög­li­chen For­de­run­gen sich in Luft auf­ge­löst hätten.

Es war tat­säch­lich in etwa das, was ich mir schon gedacht hat­te bevor ich den Hörer auf­nahm - schließ­lich muß der Anwalt den Ver­such unter­neh­men sei­nen Man­dan­ten als den wei­ße­sten aller wei­ßen Engel daste­hen zu las­sen, der natür­lich die wei­ße­ste aller wei­ßen Westen hat und zu kei­ner Mis­se­tat fähig ist.

Das Ergeb­nis die­ses - von herz­haf­tem Lachen beglei­te­ten - Exkur­ses über die Fall­stricke des deut­schen Kauf­ver­trags­rechts ist nun­mehr die Zah­lung einer "Lästig­keits­prä­mie", ja, sie lesen rich­tig, sowas gibt es im Umgang von Par­tei­en in Rechtssachen.

Eine sol­che Prä­mie wur­de schließ­lich ver­ein­bart - damit ich nicht wei­ter insi­stie­re und dadurch 'lästig' bin. Sie deckt zwar nicht den Scha­den bzw. den Min­der­wert der erwor­be­nen Sache, been­det aber die Ange­le­gen­heit ohne wei­te­ren Rechts­streit. Das war es mir wert auf ein paar €uro zu verzichten.

Bedeut­sa­mer ist dabei das, was ich aus mei­nem Ver­trau­en in einen - ver­meint­lich ehr­li­chen - Ver­käu­fer gelernt habe:

Lie­ber drei­mal prü­fen als ein­mal zu Unrecht vertrauen!

Glau­ben sie also kei­nem Ver­käu­fer, son­dern las­sen sie einen Fach­mann nach­se­hen, ob die Aus­sa­gen tat­säch­lich zutref­fen. Und las­sen sie sich wei­te­re zuge­si­cher­te Eigen­schaf­ten schrift­lich bestätigen. 

PS
Bei der Gele­gen­heit war ich erstaunt wie vie­le Anwäl­te es so in einem klei­nen Teil­be­reich unse­res Land­krei­ses gibt. Rund um Rhei­ne (Radi­us 30 km) wer­den allei­ne mehr als 40 Kanz­lei­en bei einer Suche ange­zeigt. Bei der Kon­kur­renz ist es nicht ver­wun­der­lich, wenn nicht immer mit 'lau­te­ren' Mit­teln um Man­dan­ten gekämpft und gehan­delt wird.

bookmark_borderWer will ....

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.... kann sich bestens über das infor­mie­ren was die Grie­chen anbie­ten und was sie wollen:

Man braucht ledig­lich auf die Blog­prä­senz des grie­chi­schen Finanz­mi­ni­sters zu gehen und da sei­ne Blog­ein­tra­gun­gen zu lesen.
Tut man das, so wird deut­lich, dass in unse­ren Medi­en ein Zerr­bild geschaf­fen wird, das in kei­ner Wei­se dem ent­spricht was die grie­chi­sche Regie­rung tat­säch­lich denkt & will. 

Neue­ster Beitrag:
".. Greece’s Pro­po­sals to End the Crisis:
My inter­ven­ti­on at today’s Eurogroup .."
[v. 18.Juni 2015]

bookmark_borderGeneralamnestie

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"Wer Recht­schreib­feh­ler fin­det darf sie behalten."

Die­se oder eine ähn­li­che For­mu­lie­rung liest man man­cher­orts in Blogs, Foren und auf soge­nann­ten "home­pages". Die letz­ten zwei Platt­for­men sind gera­de­zu ein Hort von Feh­lern in Gram­ma­tik & Recht­schrei­bung, oft betrie­ben bei Anbie­tern, die kosten­los "tem­pla­tes", also vor­ge­fer­tig­te Designs & Lay­out für eine Web­prä­senz anbie­ten - mit deren Hil­fe sind selbst unbe­darf­te Gemü­ter in der Lage, kosten­frei, ver­steht sich, irgend­ei­ne Art von "home­page" zu basteln. Ohne jede Kennt­nis des­sen, was im Hin­ter­grund die­ses "Designs" abläuft.

Alles was kosten­los zu sein scheint ist in Wahr­heit ledig­lich "kosten­frei", denn kosten tut es schon:
Wer die­se Art von Sei­ten­lay­out zur Ver­fü­gung stellt greift alle ent­ste­hen­den Daten ab und ver­äu­ßert sie an Dritte.

Das trifft frei­lich auch auf Hoster wie "word­press" zu, mit dem klei­nen Unter­schied, dass es der Nut­zer, sofern er ein wenig infor­miert und in der Lage ist hin­ter die Kulis­sen zu schau­en, so ein­schrän­ken kann, dass die Daten­flut ein­ge­dämmt wird.

Wer aller­dings einen Satz wie den zur Recht­schrei­bung (oben) hin­schreibt offen­bart ein paar Infor­ma­tio­nen über sich selbst, ohne die­se tat­säch­lich hinzuschreiben:

- zu faul oder unfä­hig sich um kor­rek­te Recht­schrei­bung zu bemühen;
- nur dar­an inter­es­siert sich irgend­wie zu verbreiten;
- Super­la­ti­ve, nied­li­che Bild­chen erset­zen feh­len­de Tiefe.

Ins­ge­samt kommt es die­sen Schrei­bern nicht dar­auf an die Inter­es­sen von Lesern zu bedie­nen - sie möch­ten ledig­lich irgend­wie 'dabei sein', 'wich­tig sein', 'gehört werden'. 
Auf der­glei­chen Ein­wän­de kommt dann übli­cher­wei­se der Hinweis:
Es sei doch in hohem Maße "demo­kra­tisch" wenn Jeder die Gele­gen­heit hat sich im Inter­net zu betä­ti­gen und die Welt 'teil­ha­ben' zu lassen.
Richtig.
Es ist "demo­kra­tisch" und ich wäre der Letz­te das ein­schrän­ken zu wollen. 

Aber ist es nicht im Sin­ne derer, die kei­ne zwei Sät­ze ohne Feh­ler schrei­ben kön­nen, ihnen zu raten das lie­ber sein zu las­sen und sich auf "Lesen im Inter­net" zu beschränken?

Sich selbst als unwis­send und unfä­hig zu ent­lar­ven kann doch nicht sinn­voll sein. Aber gut, man­che müs­sen sich wohl auf die­se Wei­se selbst demütigen.

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Weil es so ist - und man nie­man­den 'im Regen ste­hen las­sen' soll - nach­fol­gend ein paar Links zu Sei­ten die hel­fen kön­nen eige­ne Tex­te und Zwei­fels­fäl­le der Recht­schrei­bung zu entscheiden.

Ein wenig Auf­wand ist es schon wenn man sich um "Feh­ler­kor­rek­tur" bemüht, und unfehl­bar ist auch kein elek­tro­ni­sches System. 

Es zeigt jedoch den Lesern, dass man sich für sie Mühe gibt.
Wem das noch zuviel ist, der soll­te wenig­stens sei­nen Text noch­mal durch­le­sen und auf Tipp­feh­ler prü­fen bevor sie 'online' gestellt wer­den. Selbst dann rutscht unwei­ger­lich der eine oder ande­re Feh­ler durch .... damit kann man leben, denn nir­gend­wo auf der Welt wer­den 100% Effi­zi­enz erreicht.

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bookmark_border"Glauben" vs. "Wissen"

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"Wer nichts weiß muß glauben"

Weist man einem Men­schen der "glaubt" nach, dass er nichts weiß, nur wenig weiß, oder etwas völ­lig Fal­sches weiß, so gibt es übli­cher­wei­se zwei Reaktionen:

- Zwei­fel, Abwehr, Ärger, Wut, Haß;
oder
- Ver­ächt­lich machen, ins Lächer­li­che zie­hen, Lachen.

Ganz Weni­ge haben die Grö­ße ihre Auf­fas­sung zu ändern weil es Bewei­se für eine ande­re Sicht gibt:

Wer Ver­ge­ta­ri­er ist will Vege­ta­ri­er blei­ben und weht sich gegen Erkennt­nis­se die nach­wei­sen, dass Vege­ta­ri­er sich unzu­rei­chend ernähren.

Wer an Horo­sko­pe glaubt und sicher ist, dass die Ster­ne nicht lügen, wird vehe­ment jeden gegen­tei­li­gen Beweis leugnen.

Wer an ein höhe­res Wesen glaubt das sei­ne Geschicke lenkt wird jede Beweis­füh­rung, die nach­weist, dass es nur "Zufall" und kei­ne "Bestim­mung" gibt als unzu­tref­fend bezeichnen.

Wären wir noch im Mit­tel­al­ter so wür­de allein die Argu­men­ta­ti­on gegen das "Glau­ben" schon zum Schei­ter­hau­fen, zum Rädern & Vier­tei­len oder zum Gal­gen füh­ren. Glück­li­cher­wei­se haben wir uns davon ein wenig entfernt. 

Ein wenig.

Denn immer noch wird (mehr) "Wis­sen" als etwas Feind­li­ches gese­hen und dem­entspre­chend hef­tig sind die Reak­tio­nen bei einer Viel­zahl von Per­so­nen, wenn es sich her­aus­stellt, dass es Men­schen gibt die mehr wis­sen als sie selbst.

Ich bin immer froh etwas Neu­es zu ler­nen. Mei­ne Mei­nung zu bestimm­ten Din­gen wird aller­dings nur dann ver­än­dert, wenn es Bewei­se für eine anders­ar­ti­ge Beschrei­bung der Welt gibt. 

Soll­ten sol­che Bewei­se vor­lie­gen ist es unsin­nig sie zu leug­nen, auch wenn es schwer fällt von ein­mal gefaß­ter Mei­nung abzu­wei­chen. Hier gilt das Sprich­wort "Der Über­brin­ger einer Bot­schaft ist für deren Inhalt nicht ver­ant­wort­lich zu machen" - auf den Boten ein­zu­dre­schen ändert näm­lich nicht die Bot­schaft an sich, man kann sie so nicht aus der Welt schaffen.

Bevor mit allen Mit­teln ver­sucht wird den Boten an der Ver­brei­tung der Bot­schaft zu hin­dern soll­te das Nach­den­ken einsetzen.
Nach­zu­den­ken ist über die Frage:
"Ist der Inhalt der Bot­schaft bewie­sen & wahr­haf­tig, ohne Beschö­ni­gung, nach­voll­zieh­bar und sach­lich dargestellt?"

Wenn die­se Fra­ge mit "Ja" beant­wor­tet wird kann die Reak­ti­on dar­auf nur sein sich zu ändern, sei­ne Mei­nung zu ändern, eine neue Sicht der Welt zu haben.