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bookmark_borderDeniz Y. Dix

"X. hat nach Ende sei­nes Stu­di­ums erkannt, dass der Schul­dienst sei­ne aka­de­mi­sche Neu­gier nicht stil­len wer­de und such­te des­we­gen Her­aus­for­de­run­gen außer­halb die­ses Berufs­fel­des".

Es ist eine bekann­te und nicht ganz ehr­li­che Vor­ge­hens­wei­se, dass ein Lehr­amts­stu­di­um absol­viert wird, ohne das Ziel in den Schul­dienst zu gehen. Krea­tiv ver­brämt und *posi­tiv* aus­ge­drückt heißt es so wie im Ein­gangs­satz (oben, blau) dar­ge­stellt. Nicht ganz wahr, aber auch nicht ganz unwahr, Herr Dix kennt sich da aus, er hat dazu einen "Schnell­kurs" abge­hal­ten, der als Video auf­ge­zeich­net wur­de ["Crash­kurs Lügen­er­ken­nung"].

Will man beim Stu­di­um Auf­wand spa­ren, so ist die­ser Neben­weg über das Lehr­amts­stu­di­um ein pro­ba­tes Mit­tel, es win­ken meh­re­re Vor­tei­le als 'Beloh­nung':

- Zunächst wer­den in beson­ders für sie ein­ge­rich­te­ten Fächern Lehr­amts­stu­den­ten auf einem in den Schu­len benö­tig­tes Niveau unter­rich­tet. Das liegt fast immer unter dem, was die Haupt­fach­kom­mi­li­to­nen ler­nen müs­sen. "Stu­di­um light", bei gerin­ge­rem aka­de­mi­schen Anspruch hat der so Stu­die­ren­de noch einen Zeitgewinn.

- Die Bezeich­nung des stu­dier­ten Faches ist in der über­wie­gen­den Zahl der Fäl­le gleich. Lai­en wis­sen das häu­fig nicht, sie sehen nur die Bezeich­nung, ken­nen nicht den Unter­schied, und das bringt daher das glei­che Pre­sti­ge - bei gerin­ge­rem Auf­wand! Aus "Lehr­amt für Gym­na­si­en mit den Fächern Phi­lo­so­phie und Sozi­al­kun­de" wird dann "Lehr­amt Sozi­al­kun­de · Bil­dungs­wis­sen­schaf­ten · Lehr­amt Phi­lo­so­phie · (Trier)" und beim hpd wird dar­aus "Er stu­dier­te Poli­tik­wis­sen­schaft und Phi­lo­so­phie an der Uni­ver­si­tät Trier". 

 

Die son­der­ba­re Meta­mor­pho­se von "Sozi­al­kun­de" zu "Sozi­al­wis­sen­schaf­ten" zu "Poli­tik­wis­sen­schaf­ten" kann wahr­schein­lich nur Herr Dix erschöp­fend erklä­ren. Offi­zi­ell sind näm­lich bei­de Fächer völ­lig ver­schie­den nach Inhalt und Ausrichtung.


Die Stadt Frei­berg zu "Wich­ti­ge Per­sön­lich­kei­ten der Stadt"

Ich habe mir erst mal das "Werk" von Herrn Dix mit dem Titel "Besti flok­ku­rinn¹; Der Erfolg einer Sati­re­par­tei" [Stu­di­en­ar­beit aus dem Jahr 2014] bestellt. 13,99€ für 24 Sei­ten ist ein stol­zer Preis, ich soll­te viel­leicht mei­ne Diplom­ar­beit [> 80 Sei­ten, 800 Labor- und 600 Feld­ar­beits­stun­den; Dau­er 18 Mona­te] in ein Buch umwan­deln. Das wären umge­rech­net ca. 54,-€ pro Exem­plar, die noch den Vor­teil hät­ten, dass sie - nach­prüf­bar - das Wis­sen über die Ent­wick­lung von Amei­sen wäh­rend der Pup­pen­pha­se auf eine höhe­re Stu­fe geho­ben haben. 

Gro­ße Span­nung, ich wer­de das Werk des Herrn Dix stu­die­ren. Wie es Zufäl­le so an sich haben sind sie für die Einen ganz hilf­reich, den Ande­ren kom­men sie höchst unge­le­gen. Über Pla­gi­ats­fäl­le in der Wis­sen­schaft ist in den letz­ten Jah­ren so man­cher Möch­te­gern-Wis­sen­schaft­ler gestol­pert und am Ende war die erlo­ge­ne Repu­ta­ti­on per­dü! Mal sehen, wie es um das Polit-Werk tat­säch­lich steht und ob es einer gründ­li­chen Prü­fung stand­hält. Wenn Alles schief läuft und es weder mit phi­lo­so­phi­schen Tex­ten noch mit Lehr­amt läuft hat Herr Dix ja noch das *fall-back* als Poli­ti­ker in der Sati­re-Par­tei "Die Partei" ...

In einem jüngst ver­öf­fent­lich­tem Arti­kel beim hpd ver­tritt Herr Dix - nicht ganz unum­strit­ten, wie die Dis­kus­si­on zeigt - eini­ge The­sen zur Wahr­neh­mung der Phi­lo­so­phie, genauer:
Zur fal­schen Inter­pre­ta­ti­on des­sen, was eini­ge wich­ti­ge Phi­lo­so­phen gesagt bzw. was sie - Dix' Mei­nung nach hat­ten sagen wol­len. Voll Beschei­den­heit schob er spä­ter ein er habe nur den aktu­el­len Stand der Kennt­nis­se refe­riert. Aha, dann ist ja alles in But­ter, es sind *Ande­re* die in Zwei­fels­fäl­len den schwar­zen Peter haben ....

Was in den Gei­stes­wis­sen­schaf­ten [Zitat: ".. .."] unter Klar­heit ver­stan­den wird demon­striert sehr schön das nach­fol­gen­de Bild­zi­tat in dem Herr Dix auf eine Leser­fra­ge ant­wor­tet - mög­li­cher­wei­se erken­ne Sie, lie­be Lesen­de, was er eigent­lich sagen wollte ...?

Nun möch­te ich noch eine Abbil­dung anfü­gen, die sehr ele­gant zusam­men­fasst wie die obi­gen Ein­las­sun­gen des Herrn Dix zu Sin­ger aus mei­ner Sicht ein­zu­ord­nen sind:

¹ Besti flok­ku­rinn ist Islän­disch, es bedeu­tet "The best par­ty", zu Deutsch "Die beste Partei" → 
Wei­te­re Quellen:
https://de-de.facebook.com/denizdix
https://dubito-magazin.de/author/deniz-y-dix/
http://vereins.wikia.com/wiki/Freiberg
Bild Deniz Y. Dix → CC-BY-SA-4.0; 12. April 2016; Source www.partei-rlp.de; Aut­hor Isa­bel­la Zühlke.

bookmark_borderNeu definiert: "Sozial" in "Soziale Medien"
oder: "Wer nichts zu verbergen hat ...!"

New York Insu­r­ers Can Eva­lua­te Your Social Media Use — If They Can Pro­ve Why It’s Needed
New gui­dance applies to com­pa­nies ope­ra­ting in New York, but indu­stry con­sul­tants say it could have an impact bey­ond the state’s borders

New York’s top finan­cial regu­la­tor is going to allow life insu­r­ers to use data from social media and other non­tra­di­tio­nal sources when set­ting pre­mi­um rates, though the insu­r­ers will have to pro­ve the infor­ma­ti­on doesn’t unf­air­ly dis­cri­mi­na­te against cer­tain customers.

[Quel­le]


[Bild: screen­shot von twitter]


Was sich da anbahnt ist durch­aus ver­stö­rend - denn es wird mit dem *abgrei­fen* der Daten aus (den soge­nann­ten) sozia­len Medi­en nicht enden. Genau genom­men wird es wahr­schein­lich wei­ter gehen, denn ich bin über­zeugt, dass die­ser Vor­stoß einer Lebens­ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft bedeutet:
Vie­le ande­re Gesell­schaf­ten benut­zen schon die­se Daten ille­gal um ihre vor­han­de­nen und neue Kun­den nach Risi­ko zu bewerten.

Der Man­gel liegt wie immer in der Träg­heit der Regu­la­ti­ons­be­hör­den. Die sind (erfah­rungs­ge­mäß meist) unter­be­setzt, falsch oder unzu­rei­chend infor­miert, schlech­ter bezahlt und daher ohne Spitzenpersonal.

Nun ja, höre ich sagen, das ist in U.S.A., bei uns herr­schen ja viel stren­ge­re Daten­si­cher­heits­be­stim­mun­gen. Wirk­lich? Viel­leicht auf dem Papier. Wer­den sich Gesell­schaf­ten dar­an hal­ten? Ich den­ke: Nein.

Was vor die­sem Hin­ter­grund drän­gen­der ist als je zuvor:
Ein Schutz für *whist­le­b­lower*, denn nur wenn das lea­k­en von der­glei­chen Ver­stö­ßen straf­frei gestellt wird ist damit zu rech­nen, dass es zu unser aller Wohl passiert.

bookmark_borderNun auch noch das ...!

Wir regen uns über Trump in den U.S.A. auf - dabei haben wir bei uns zu Hau­se min­de­stens genau so ein­fäl­ti­ge Per­so­nen die glau­ben die Welt zu ver­ste­hen. Frau Nah­les ist da nur ein Bei­spiel und wegen der Koali­ti­on ist ihr Ein­fluss begrenzt, glücklicherweise!

Schau­en wir aller­dings zur CDU und ins­be­son­de­re zum unse­li­gen Herrn Voss [Spitz­na­me: "Sprin­ger-Lob­by­ist"] aus Hameln (!) der zwar das Inter­net zer­stö­ren will aber nicht ein­mal ver­steht was er da anrich­tet und wie er es anrich­tet - soviel Unwis­sen­heit, soviel Selbstüberschätzung. 

Aber mög­li­cher­wei­se ist es ganz anders?
Da das Inter­net mit sei­ner Mög­lich­keit die Lügen der Poli­ti­ker sofort und end­gül­tig zu wider­le­gen den Betei­lig­ten ein Dorn im Auge ist, könn­ten sie pla­nen, mit die­sem Gesetz zwei Flie­gen mit einer Klap­pe zu schlagen:
Den Ver­le­gern einen Gefal­len tun, und ihre Kri­ti­ker zu beschränken. 

Zu Hau­se in Deutsch­land leh­nen (angeb­lich) sowohl CDU/CSU als auch SPD das Upload-Fil­ter- und Lei­stungs­schutz­recht der EU ab, zei­gen wie stets mit Fin­gern auf die EU und schrei­en: "Wir wol­len es nicht, es ist die EU, die das macht!"

Zu wel­cher Par­tei gehört noch­mal der Herr Voss?
Zur CDU!

Typi­sches Poli­tik-WIN-WIN, der Bür­ger verliert ...!

bookmark_borderEhrlich sein & trotzdem irreleiten - geht das?

Wir haben nicht ver­spro­chen, dass die Mehr­hei­ten die Aus­wahl erge­ben wer­den und wir haben in der Tat betont, dass wir Redak­teu­re sind, die um Hand­lungs­emp­feh­lung bit­ten, nicht Kell­ner, die Bestel­lun­gen ent­ge­gen neh­men.
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We didn’t pro­mi­se that num­bers would make the choices and, in fact, were careful to empha­si­ze that we were edi­tors loo­king for gui­dance, not wai­ters taking orders.
[Quel­le]
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Vor ein paar Tagen habe ich die oben zitier­ten Zei­len gele­sen und mir gedacht: Wozu denn dann eine Umfra­ge, wenn die Ver­ant­wort­li­chen am Ende doch das machen was sie selbst für rich­tig halten?

Als ich dann ein wenig län­ger dar­über nach­ge­dacht habe kamen mir eini­ge Bei­spie­le in den Sinn wo wir - in ganz ande­rem Zusam­men­hang - mit genau die­ser Metho­de für dumm ver­kauft wer­den. Wo uns also vor­ge­gau­kelt wird wir könnten 

*uns ein­brin­gen*,
*mit entscheiden*,
*etwas bewegen*,

und wie sonst all die­se Sprach­hül­sen lau­ten. Alle­samt sagen sie zwar etwas Posi­ti­ves, sind jedoch zugleich der Beweis dafür, dass, wer auch immer eine sol­che Befra­gung ver­an­stal­tet, die Ein­sen­dun­gen ledig­lich als Ali­bi haben will, um sagen zu kön­nen: "Wir haben den Betrof­fe­nen Gele­gen­heit gege­ben sich mit dem The­ma zu befas­sen und uns dazu eine Rück­mel­dung zu geben." - So oder ähn­lich lau­ten doch stets die Beteue­run­gen, die lästi­ge Fra­gen nach der Betei­li­gung, der Ein­bin­dung der Betrof­fe­nen abbü­geln sollen.

Wir soll­ten uns für das neue Jahr vor­neh­men bei sol­chen Gele­gen­hei­ten die Betref­fen­den nicht unge­scho­ren davon­kom­men zu las­sen, son­dern ihnen deut­lich machen, dass sie mit die­ser stump­fen Rhe­to­rik­schlei­fe nicht punk­ten kön­nen. Manch­mal sind sie ein­fach nur zu *betriebs­blind* um zu erken­nen, was sie da eigent­lich tun.

bookmark_borderWo er Recht hat hat er Recht ....

Ist Ihnen, lie­be Leser, auch schon auf­ge­fal­len wie hier­zu­lan­de über den bri­ti­schen Oppo­si­ti­ons­füh­rer Jere­my Cor­byn berich­tet wird? Oder über den US-Polit­ker Sena­tor Ber­nie San­ders? Oder - um im Inland zu blei­ben - über die Poli­tik und Pro­gram­ma­tik die "Die Lin­ke" vorschlägt? 

Wenig bis gar nicht - und wenn doch, dann immer mit Sei­ten­hie­ben wie "sozia­li­sti­sche Grund­hal­tung", "pro­to-mar­xi­sti­sches Pro­gramm" oder "Uner­fah­ren­heit in Sicher­heits­fra­gen" und gar "Ter­ro­ri­sten­sym­pa­thi­sant".

Es sind die­se schein­bar neben­säch­li­chen Attri­bu­te, die­se beschrei­ben­den Adjek­ti­ve, die den Zuhö­rern sug­ge­stiv mit­tei­len sol­len: Ein sol­cher Poli­ti­ker taugt nicht für eine Spit­zen­rol­le, als Pre­mier, als inter­na­tio­nal aner­kann­ter Gesprächs­part­ner. Wenn das noch nicht genügt wer­den noch ein paar »Jugend­sün­den« her­vor­ge­kramt und es wird unter­stellt sowas sei nicht "regie­rungs­fä­hig".

All das kommt uns doch sehr bekannt vor, es wird in glei­cher Wei­se in vie­len Län­dern rund um den Glo­bus gehand­habt. Gelobt wer­den eher rechts und kon­ser­va­tiv ste­hen­de Kräf­te, beschrie­ben als "bür­ger­li­che Mit­te". Das sind jene Poli­ti­ker, die ihre See­le - und gege­be­nen­falls ihre Groß­mutter - für einen beque­men Posten an Groß­spen­der ver­kau­fen [in U.S.A. euphe­mi­stisch schon mal als "spe­cial inte­rest" bezeich­net]. Was frü­her "Kor­rup­ti­on" genannt wur­de heißt heu­te vor­nehm umschrei­bend "Net­wor­king" und ist gesell­schafts­fä­hig geworden.
Ver­teu­felt wer­den all Jene, die von der Sto­ry abzu­wei­chen wagen die der der­zei­ti­gen Regie­rungs­mei­nung und -ein­schät­zung ent­spricht. "Anti-Estab­lish­ment" wird zum Schimpf­wort, und (fast) kein Jour­na­list aus den gro­ßen Medi­en wagt sich eine gegen­tei­li­ge Ein­schät­zung öffent­lich zu verlauten.

Wer sich den­noch getraut eine alter­na­ti­ve Betrach­tung zu berich­ten muß schon eine star­ke Haus­macht im Hin­ter­grund haben - oder eben kei­ne Angst vor Ver­lust der beque­men Posi­ti­on: Das sind nicht vie­le Poli­ti­ker oder Jour­na­li­sten, weder bei uns noch in den U.S.A. oder Großbritannien.

Über­le­gen Sie doch mal was in den letz­ten Mona­ten und Jah­ren so pas­siert ist und was davon hier bei uns wahr­ge­nom­men wer­den konn­te - es sei denn, man infor­miert sich aus Inter­net­quel­len und nicht nur aus den 20:00h-Nachrichten & Tages­zei­tun­gen .... viel inter­es­san­ter ist näm­lich das was in den Nach­rich­ten nicht berich­tet wird, wor­an die Bevöl­ke­rung nicht den­ken soll, was angeb­lich neben­säch­lich oder ver­nach­läs­sig­bar ist.

Es geht auch anders - und des­we­gen ist es den »Eta­blier­ten« so wich­tig das tot zu schweigen:

" .. Unli­ke most of the lea­ders of major Western poli­ti­cal par­ties, Jere­my Cor­byn cho­se to be honest rather than trea­ting citi­zens like child­ren, and to the sur­pri­se of many he gai­ned sup­port. In the end, his par­ty picked up 32 seats and a lar­ger “govern­ment in wai­ting” role in a hung par­lia­ment .. " [Quel­le]

trea­ting citi­zens like child­ren - genau das ist es, was zum Bei­spiel jene Poli­ti­ker machen die behaup­ten die Bür­ger wüß­ten nichts mit dem Instru­ment der "Volks­ab­stim­mung" anzu­fan­gen. Es ver­schlei­ert nur unzu­rei­chen ihre Angst vor den Wäh­lern, denn dann könn­ten sie ihre Fäden noch so fein spin­nen, und die wür­den von Fall zu Fall durch den Wäh­ler­wil­len zer­ris­sen. Vor­bei wäre es mit der bis­he­ri­gen behä­bi­gen Ruhe in dem Inter­vall zwi­schen den Wahlen ....

Ist es nicht Sache der Poli­tik in einer Demo­kra­tie / einem Rechts­staat den Inhalt eines zur Volks­ab­stim­mung ste­hen­den Sach­ver­hal­tes all­ge­mein ver­ständ­lich zu prä­sen­tie­ren und erst dann abstim­men zu lassen?

Die Schweiz hat - und da bemü­he ich wie­der die von mir so gelieb­te Stan­dard­ab­wei­chungs­kur­ve - nicht mehr oder weni­ger Schlaue und Dum­me als wir, und dort klappt es ganz gut mit sol­chen Abstimmungen.

Ganz neben­bei bezweif­le ich, dass unse­re »Volks­ver­tre­ter« immer die Weis­heit besit­zen sol­che kom­ple­xen Vor­gän­ge um die es bei Volks­ab­stim­mun­gen oft (wenn auch ver­ein­facht auf dem Stimm­zet­tel ver­merkt) geht, BESSER zu ent­schei­den als der/die durch­schnitt­li­che Michel/Micheline.

Poli­tik­ver­dros­sen­heit fängt genau da an wo sich Wäh­ler nicht ernst genom­men füh­len. Wenn es den Poli­ti­kern wirk­lich ernst mit einer Bür­ger­be­tei­li­gung wäre hät­ten sie doch in der Ver­gan­gen­heit schon reich­lich Gele­gen­heit gehabt das zu för­dern. Weil es nicht pas­siert ist glau­be ich es nicht mehr .... wenn es auch vor Wah­len immer mal wie­der behaup­tet wird.

Ehr­lich­keit ist für die Mas­se unse­rer Pol­ti­ker ein Fremdwort.
Oder haben Sie einen ein­zi­gen Volks­ver­tre­ter [außer bei "Die Lin­ke"] sagen hören, dass jene Län­der am här­te­sten mit Ter­ro­ris­mus zu kämp­fen haben die in Koali­ti­on mit den U.S.A. aus­ge­zo­gen sind die­ses Übel auszurotten?

Cor­byn hat gesagt " .. Britain’s mili­ta­rist for­eign poli­cy and inter­ven­ti­on in Midd­le East con­flicts .. " sei ein wesent­li­cher Fak­tor dafür sich als »Ziel« von Ter­ro­ris­mus zu positionieren.

Recht hat er.

Immer mehr Über­wa­chung, Schnüf­fe­lei, Redu­zie­rung der Bür­ger­rechte soll ja angeb­lich mehr Sicher­heit brin­gen - wann kommt bei uns ein Poli­ti­ker der mit die­ser wahn­wit­zi­gen Lüge aufräumt?

Mir kommt es vor­ran­gig dar­auf an ein­mal fest­zu­hal­ten, dass ein Poli­ti­ker mit "Wahr­heit" Zuge­winn hat­te - und die­se Wahr­heit lau­tet "Der Westen (alle an den Kon­flk­ten z.B. des nahen Ostens Betei­lig­ten, sei es direkt durch Sol­da­ten oder indi­rekt durch Mate­ri­al / Logi­stik) ist selbst dar­an schuld wenn durch sei­ne Hand­lun­gen Ter­ro­ri­sten geschaf­fen wer­den weil oft die eige­nen Grund­sät­ze nicht erfüllt sind, die jeder angeb­lich bei sich erfüllt sehen will."

Der Preis­trä­ger des Aache­ner Wal­ter-Hasen­cle­ver-Lite­ra­tur­prei­ses [2018], der öste­rei­chi­sche Schrift­stel­ler und Essay­ist Robert Men­as­se, hat am 25. Novem­ber vor den Zuhö­ren­den der euro­päi­schen Poli­tik die Levi­ten gele­sen:

" .. Das Preis­schild unse­rer Wer­te war in den Zei­tun­gen unlängst ver­öf­fent­licht: 5,73 Mil­li­ar­den Euro! Das ist der Preis, für den wir unse­re Wer­te ver­kauft haben. Das ist die Sum­me, die Sau­di-Ara­bi­en für Waf­fen­lie­fe­run­gen aus Euro­pa bezahlt. Die euro­päi­schen Staa­ten ver­kauf­ten um die­sen Preis damit nicht bloß „Waren“, sie ver­kauf­ten damit auch die Wer­te, die die Grund­la­ge des Euro­päi­schen Frie­dens- und Eini­gungs­pro­jekts sind. Das ist doch der gro­ße histo­ri­sche Fort­schritt gewe­sen: dass Euro­pa in Gestalt der EU der erste und ein­zi­ge Kon­ti­nent ist, der die Men­schen­rechts­char­ta zu sei­ner Ver­fas­sungs­grund­la­ge gemacht hat .. " 

Schau­en wir abschlie­ßend noch ein­mal nach Frank­reich, da fei­ert die Rhe­to­rik Tri­um­phe: Der (nicht mehr ganz so) neue fran­zö­si­sche Prä­si­dent Macron ist dazu da die Arbei­ter­rech­te zu schrump­fen und den Pro­fit der Super­rei­chen zu meh­ren (sie­he Steu­er­re­form, die die Gelb­we­sten auf die Stra­ßen brach­te!). Man könn­te ihn mit unse­rem unse­li­gen Schrö­der ver­glei­chen. Das gan­ze Aus­maß des­sen, was Macron vor hat, wer­den die Fran­zo­sen erst mer­ken wenn es kein Zurück mehr gibt, auch so wie bei uns, wo Alle dach­ten 'da kommt der Messias ...!'
Schnel­ler als hier­zu­lan­de haben sie bis­her immer gehan­delt, das zei­gen die jüng­sten Pro­te­ste - und wie wenig sie dort ihren Poli­ti­kern noch trau­en wird dadurch deut­lich, dass die Fran­zo­sen nicht sofort alle Pro­te­ste abge­bla­sen haben als ihr Prä­si­dent Gesprächs­be­reit­schaft signa­li­sier­te, son­dern wach­sam und abwar­tend sind.

bookmark_borderVom Nutzen "Förmlicher Bildung"

Ver­schie­dent­lich wird in Web­logs die Fra­ge auf­ge­wor­fen, inwie­weit "förm­li­che Bil­dung" - wor­un­ter eine durch staat­li­che Stel­len (Hoch­schu­le, Fach­hoch­schu­le, Kunst­aka­de­mie etc.) abge­nom­me­ne, also "aka­de­mi­sche" Prü­fung ver­stan­den wird - nötig oder nütz­lich ist.

Las­sen Sie mich vor­ab eine Fest­stel­lung machen:
Es ist für den "Wert" eines Men­schen uner­heb­lich, ob jemand eine sol­che Prü­fung absol­viert hat oder nicht. Prü­fun­gen sagen nichts über den Cha­rak­ter der/des Titelträgerin/Trägers aus. Der "Wert" eines Men­schen bestimmt sich allei­ne durch sei­ne Handlungen.

Dies vor­weg­ge­schickt, kom­me ich nun zurück zur Eingangsfrage:
Was oder wem nützt eine aka­de­mi­sche Bildung?

ad 1:
Berufs­aus­übung
Für ver­schie­de­ne Beru­fe ist eine abge­schlos­se­ne Hoch­schul­aus­bil­dung zwin­gend gefor­dert. Die Fra­ge, ob dies für eini­ge Beru­fe noch zeit­ge­mäß ist, sei dahin­ge­stellt - Tat­sa­che ist jedoch, daß Jenen, die sie nicht auf­zu­wei­sen haben, sol­che Beru­fe ver­schlos­sen sind.

Das wirft zwei Pro­ble­me auf.
Zum Einen das Pro­blem der sozia­len Ein­stu­fung(a), die gemein­hin mit der Tätig­keit in direk­tem Ver­hält­nis steht;
zum Ande­ren das Pro­blem des Selbst­wert­ge­füh­les(b) der­je­ni­gen, die von einer sol­chen Rege­lung betrof­fen, ja, aus eige­ner Sicht "benach­tei­ligt" sind.

zu 1(a)
Sozia­le Ein­stu­fung:
Es ist unbe­strit­ten ein Man­gel unse­res Systems, die sozia­le Stel­lung von der beruf­li­chen Tätig­keit her zu bestimmen.
"Amts­trä­ger" sind so übli­cher­wei­se nicht nur im Amte pri­vi­li­giert, son­dern auch in ihrer Pri­vat­sphä­re. Sie erfah­ren eine Son­der­be­hand­lung (sprich: Bes­ser­be­hand­lung) gegen­über den Nicht-Amtsträgern.

Dies erscheint zumin­dest unpas­send, denn - um ein Bei­spiel zu nen­nen - wenn ein Bür­ger­mei­ster ohne offi­zi­el­le Funk­ti­on z. B. ein Schüt­zen­fest besucht, hat er sich für ein Getränk genau­so anzu­stel­len wie jeder ande­re Fest­platz­be­su­cher auch.
Bekannt ist aber, daß dies nicht so pas­siert, weil
ent­we­der der Amts­in­ha­ber sich pri­vi­li­giert fühlt - und ent­spre­chen­de Son­der-Behand­lung erwartet,
oder die Umge­bung - in typisch deut­scher Manier des "vor­aus­ei­len­den Gehor­sams" - alles dar­an setzt, ver­meint­li­che "Hin­der­nis­se" aus dem Weg zu räumen.

Es ist daher an der Zeit, eine kla­re Unter­schei­dung nach Amts­funk­ti­on und Pri­vat­funk­ti­on - in Abhän­gig­keit von der jewei­li­gen Situa­ti­on - zu for­dern und "fal­sche" Pri­vi­le­gi­en von fal­schen Auto­ri­tä­ten, die mit die­ser Tei­lung ver­bun­den sind, end­gül­tig aufzuheben.

zu 1(b)
Selbst­wert­ge­fühl:
In einer Gesell­schaft, in der zuneh­mend auf die Initia­ti­ve der/des Ein­zel­nen gesetzt wird, ist es ein Ana­chro­nis­mus den glei­chen Men­schen die Ent­schei­dungs­be­fug­nis für Ihre Hand­lun­gen zu ver­weh­ren. Den­ken, Pla­nen und Ent­schei­dung fäl­len müs­sen untrenn­bar ver­bun­den sein.

Die der­zei­ti­ge Situa­ti­on in Wirt­schaft und öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen macht jedoch aus "mün­di­gen Bür­gern" wäh­rend der Arbeits­zeit "unmün­di­ge Befehls­emp­fän­ger". Inso­weit sind nicht nur jene Men­schen betrof­fen, die ohne aka­de­mi­sche Aus­bil­dung einem Beruf nach­ge­hen, son­dern alle Berufstätigen!

Der Unter­schied liegt jedoch in der selbst­emp­fun­de­nen Wer­tig­keit. Bei den­je­ni­gen, die kei­ne aka­de­mi­sche Vor­bil­dung haben, kann eine Ten­denz zu Min­der­wer­tig­keits­ge­füh­len eher beob­ach­tet wer­den, als bei denen, die durch eine Hoch­schul­aus­bil­dung gelernt haben, fal­sche Auto­ri­tä­ten zu erken­nen und sich ange­mes­sen distan­ziert zu verhalten.

Die­ses Ver­hal­tens­re­per­toire fehlt den Nicht-Aka­de­mi­kern. Gleich­wohl haben sie ein Unter­le­gen­heits­ge­fühl, wis­sen aber man­gels ange­lern­ter Abwehr­me­cha­nis­men nur um ein begrenz­tes Lösungs­ver­hal­ten. Hier fin­den sich dann die Ten­den­zen (= Ver­hal­tens­mu­ster) zu aggres­si­vem oder ander­wei­tig situa­tiv abwei­chen­dem, unpas­sen­dem Ver­hal­ten. Die um sich grei­fen­de "Wis­sen­schafts­feind­lich­keit" - gera­de beim The­ma "Glo­ba­le Erwär­mung" in den U.S.A. sehr gut zu beob­ach­ten - steht auf einer brei­ten Basis der Akzep­tanz durch min­der gebil­de­te Men­schen die "Mei­nung" mit "Fak­ten" ver­wech­seln bzw. nicht aus­ein­an­der hal­ten können.

Die Ohn­macht gegen­über einer als über­mäch­tig emp­fun­de­nen Umge­bung schafft sich oft Raum durch Zer­stö­rung öffent­li­chen oder pri­va­ten Eigen­tums, unge­zü­gel­te Aggres­si­on oder Auto­ag­gres­si­on, bis hin zum Suizid.

Man­gel­haf­te Bil­dung, oft schon in frü­hem Kin­des­al­ter durch unin­ter­es­sier­te Eltern vor- bzw. mit­be­stimmt, stellt daher eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Gesell­schaft dar. Wesent­lich ist hier­bei, die grund­sätz­li­che Ermög­li­chung von Bil­dung nach Fähig­keit, nicht nach sozia­ler Her­kunft.
Dabei darf die Tat­sa­che nicht ver­schwie­gen wer­den, dass es Lei­stungs­un­ter­schie­de zwi­schen den Bil­dungs­wil­li­gen gibt, die sich natur­ge­mäß auf spä­te­re Lebens­wirk­lich­keit, sprich Mög­lich­kei­ten der Berufs­aus­übung aus­wir­ken werden. 


Wie so oft wird das aller­dings von Vie­len igno­riert. Es ist natür­lich sehr viel leich­ter Allen Alles zu ver­spre­chen - anstatt wahr­heits­ge­mäß dar­auf hin zu wei­sen, dass nicht jedes Kind super intel­li­gent ist und das Zeug zum Nobel­preis­trä­ger hat - und so steht die­se For­de­rung nach der Berück­sich­ti­gung einer (fik­ti­ven) Gleich­heit im Intel­lekt, geför­dert und her­aus­ge­lockt durch die Schu­len, wie ein lästi­ges Gespenst im Raum und ver­legt die Chan­cen auf wirk­li­che Lösungen.

 
Ein­fach und kurz aus­ge­drückt:
Zu Beginn sol­len ALLE die glei­chen Chan­cen haben. Unter­schied­li­che intel­lek­tu­el­le Fähig­keit führt jedoch zu einer Dif­fe­ren­zie­rung im Lauf des wei­te­ren Lebens.

ad 2:
Berufs­er­fah­rung
Wäh­rend ihres Lebens erler­nen vie­le Men­schen Fer­tig­kei­ten, die sie in der Vor­stel­lung bestär­ken, etwas genau­so­gut oder mög­li­cher­wei­se bes­ser zu kön­nen, als eine ande­re Per­son, die das Fach­ge­biet stu­diert hat. Für Teil­be­rei­che ist das sicher zutref­fend – aber eben nur für Teil­be­rei­che, nie für ein kom­plet­tes Fachgebiet!

Ein Matro­se kann sicher erler­nen, wie man ein Schiff steu­ert. Er kann auch ler­nen, wie man den Kurs eines Schif­fes bestimmt. Aber da fängt es schon an, kom­ple­xer zu wer­den: Es gibt meh­re­re Metho­den, dies zu bewerk­stel­li­gen. Ein Kapi­tän lernt alle bekann­ten Metho­den zu beherr­schen, und er hat auch noch den natur­wis­sen­schaft­li­chen Hin­ter­grund aus der Phy­sik, das alles ist dem Matro­sen völ­lig unbekannt!

Die Über­heb­lich­keit, die man bei Nicht-Aka­de­mi­kern fin­det, rührt aus deren irri­ger Annah­me her, „es genau­so­gut“ zu wis­sen wie der, der die Infor­ma­tio­nen wäh­rend eines Stu­di­ums erwor­ben hat. Die­ses Den­ken kann nur der­je­ni­ge ent­wickeln, der das Wesen der aka­de­mi­schen Aus­bil­dung nicht kennt – also der Nicht-Akademiker!

Wer wäh­rend einer Hoch­schul­aus­bil­dung bis zu einem Examen stän­dig den Unzu­läng­lich­kei­ten des Systems aus­ge­setzt war, hat nicht nur alles über sein Fach gehört, son­dern auch gelernt zu impro­vi­sie­ren, sich in unbe­stimm­ter Situa­ti­on ziel­ori­en­tiert zu orga­ni­sie­ren. Der Man­gel des Hoch­schul­we­sens ist daher im eigent­li­chen Sin­ne kein Man­gel, son­dern – posi­tiv betrach­tet – ein Teil des Lernergebnisses.

Las­sen sich die wäh­rend eines Stu­di­ums erwor­be­nen Kennt­nis­se eines Fach­ge­bie­tes auch ander­wei­tig erler­nen? Ja, sicher, aber nicht in allen Fächern und bestimmt nicht in der erfor­der­li­chen Tie­fe. Als Bei­spiel sei hier die Aus­bil­dung von Pfle­ge­per­so­nal vs. ärzt­li­che Aus­bil­dung ange­führt: Grund­sätz­lich wird eine Kran­ken­schwe­ster in den glei­chen Fächern aus­ge­bil­det, die auch ein Arzt stu­diert. Zumin­dest vom Titel her sind die Bezeich­nun­gen iden­tisch – nicht jedoch vom Inhalt her betrachtet!
Der Unterschied:
Die Tie­fe des Ein­drin­gens in eine Mate­rie ist nicht durch eine Über­schrift zu ver­deut­li­chen. So ver­birgt sich etwa hin­ter der Über­schrift „medi­zi­ni­sche Mikro­bio­lo­gie“ im Fal­le der nicht-ärzt­li­chen Aus­bil­dung ledig­lich eine gro­be Ein­tei­lung der Kei­me nach Färb­bar­keit und Viru­lenz, unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung jener Kei­me, die in Kran­ken­häu­sern gehäuft auf­tre­ten. Dem­ge­gen­über wer­den bei der ärzt­li­chen Aus­bil­dung zudem Lebens­zy­klen, Ver­wandt­schaft, Anti­bio­ti­ka-Emp­find­lich­keit und Kreuz­re­si­stenz unter­rich­tet, dazu noch die rele­van­te The­ra­pie, und Metho­den des Nachweises.
Der Laie muß den Ein­druck gewin­nen, alles sei gleich und die Unter­schei­dung dem­entspre­chend falsch, was aber nach den vor­her ange­führ­ten Über­le­gun­gen kei­nes­falls der Wahr­heit ent­spre­chen kann.
Viel­fach wird aber kein Bemü­hen da sein, sich der Ange­le­gen­heit auf die­ser Ebe­ne zu nähern:
Das Vor­ur­teil schlägt in die­sem Fall uner­bitt­lich zu – man lie­fe ja Gefahr, eige­ne Unzu­läng­lich­kei­ten zuge­ben zu müs­sen. Da lebt es sich doch erheb­lich ein­fa­cher mit der Über­zeu­gung: Unge­rech­tig­keit hält mich davon ab, das zu errei­chen, was ande­re erreicht haben ….

Wenn ich hier­zu einen Ver­gleich aus dem prak­ti­schen Leben neh­men darf:
Jeder weiß, Autos fah­ren mit Ben­zin oder Die­sel, einen klei­ne­re Zahl kennt den Unter­schied zwi­schen bei­den und kann viel­leicht die Funk­ti­ons­wei­se beschrei­ben, ein Kfz-Mei­ster kann die Moto­ren zer­le­gen und wie­der zusam­men­bau­en, gege­be­nen­falls auch ein­zel­ne Tei­le von Hand fer­ti­gen – aber der Pla­nungs­in­ge­nieur hat auf dem Reiß­brett Com­pu­ter den Motor ent­wor­fen, die Pro­duk­ti­on geplant und alle Wer­te berech­net, bevor auch nur irgend­ein Teil phy­sisch ver­füg­bar war. An die­sem Bei­spiel erkennt man zum einen, daß alle Betei­lig­ten nötig sind, um ein Kfz betrei­ben zu kön­nen, ohne den Inge­nieur jedoch, wür­den alle ande­ren dasit­zen und Däum­chen dre­hen oder zu Fuß gehen!

Ein wei­te­res Bei­spiel ist der Künst­ler, vor des­sen Werk Lai­en ste­hen und behaup­ten: „Das könn­te mein sechs­jäh­ri­ger Enkel auch“. Wer ein­mal ver­sucht hat, einen Kup­fer­stich oder eine Litho­gra­phie anzu­fer­ti­gen weiß, daß das eben nicht aus dem Hand­ge­lenk zu schaf­fen ist – von einem Ölge­mäl­de ein­mal völ­lig abgesehen!
Natür­lich gilt das auch für alle mög­li­chen Anbie­ter von jour­na­li­sti­schen Dienst­lei­stun­gen. Schrei­ben und Lesen kann doch jeder - was ist also nahe­lie­gen­der als zu behaup­ten: "Das kann ich auch, Leu­te, nur, ich machs bil­li­ger!" Ein typi­sches Bei­spiel von Igno­ranz, gepaart mit völ­li­ger Unwis­sen­heit über die zugrun­de lie­gen­den Not­wen­dig­kei­ten. Wer, fra­ge ich Sie, wür­de wohl einen Herrn "NONa­me" enga­gie­ren, wenn gestan­de­ne Jour­na­li­sten - mit aka­de­mi­scher Aus­bil­dung - zur Ver­fü­gung ste­hen .... aber sol­che Sprü­che machen sich halt gut. Stamm­tisch­pa­ro­len. Der Kreis gleich­ge­sinn­ter Dumm­köp­fe applaudiert!

ad 3:
"School of Life" (=Prak­ti­sches Ler­nen; Autodidakten)

Was aber nun, wenn ein Laie sich so inten­siv mit einem Fach­ge­biet aus­ein­an­der­setzt, daß er den „Stu­dier­ten“ an Wis­sen vor­aus ist? Sicher gibt es sol­che Fäl­le. Mir sind per­sön­lich Imker bekannt, die ihre Bie­nen bes­ser ken­nen als jeder Zoo­lo­ge. Aber das war’s auch schon. Sobald sie etwas über die Wech­sel­wir­kung zwi­schen Bie­nen, Amei­sen und räu­be­ri­schen Wes­pen sagen soll­ten, sind die Fach­leu­te für Bie­nen, die Imker, über­fragt. Der Auto­di­dakt kann Spit­zen­lei­stung nur auf einem sehr, sehr engen Seg­ment vor­wei­sen, vom stu­dier­ten Aka­de­mi­ker kann man Wis­sen in der Tie­fe in vie­len Seg­men­ten die­ses Gebie­tes erwar­ten. Ich möch­te für die­se Fäl­le die Begrif­fe „prak­ti­sche Intel­li­genz“ und „theo­re­ti­sche Intel­li­genz“ ein­füh­ren. Der Auto­di­dakt geht mit prak­ti­scher Intel­li­genz an Pro­ble­me her­an, er beob­ach­tet und führt dann aus. Der Aka­de­mi­ker denkt nach und stellt Fra­gen – zu Gebie­ten, in denen es noch kei­ne prak­ti­schen Lösun­gen gibt. Aus die­sen Fra­gen kri­stal­li­siert er sol­che her­aus, die hel­fen, eine wei­te­re Ent­wick­lung zu bewerk­stel­li­gen, dann wird gehan­delt. Vor­der­grün­dig sind die­se Schrit­te gleich. Sie unter­schei­den sich nur in einem, aber sehr wesent­li­chen Punkt:
Der Aka­de­mi­ker schafft Neu­es, der Auto­di­dakt kopiert oder ahmt nach ….

Glei­cher­ma­ßen ungül­tig ist die Annah­me, man sei auf­grund "älte­rer Rech­te" auto­ma­tisch in einer Posi­ti­on der Stär­ke. Ich habe gele­gent­lich gele­sen, daß "alte Hasen" sich das Recht zubil­li­gen, zu bestim­men was "man" in bestimm­ten Situa­tio­nen tun oder las­sen darf. Das ist die lächer­lich­ste For­de­rung von Allen. Etwas "frü­her" gemacht zu haben ist ledig­lich von histo­ri­scher Bedeu­tung - Rech­te kön­nen dar­aus nicht her­ge­lei­tet wer­den. Wer also nicht mehr die Posi­ti­on inne­hat, die er frü­her ein­mal hat­te, muß sich eher fra­gen, war­um er den Anschluß ver­lo­ren hat. Ich den­ke, das hat etwas mit per­sön­li­cher Inkom­pe­tenz zu tun - man hat eben nicht die Fähig­keit, auch heu­te noch an der Spit­ze mit­zu­mi­schen, man hat nicht erkannt, wohin die Ent­wick­lung geht - so ein­fach, so trau­rig für den Betrof­fe­nen. So end­gül­tig aber auch, denn ein­mal ver­lo­ren heißt für lan­ge, lan­ge Zeit ver­lo­ren. Es ist eben etwas dran, an der The­se vom "lebens­lan­gen Lernen". 

"Frue*er"™ sind Men­schen mit 40 Jah­ren gestor­ben. Es wird doch nie­mand auf die Idee kom­men, dar­aus her­zu­lei­ten, daß das auch heu­te so sein oder wie­der wer­den müßte ....

Zusam­men­fas­sung

Um es gleich vor­weg­zu­neh­men:
Zu jeder The­se, die ich hier zusam­men­ge­stellt habe gibt es Aus­nah­men, die - schein­bar – das Gegen­teil bestä­ti­gen kön­nen. Es läßt sich die Wirk­lich­keit eben nicht in das enge Kor­sett einer Erör­te­rung wie die­ser her­ein­pres­sen. Ich kann mit die­ser Unschär­fe leben.

bookmark_borderIch weiß auch nicht Alles ...!


"Etwas nicht zu wis­sen ist kein Zei­chen von Dummheit,
etwas was man hät­te ler­nen kön­nen nicht zu wis­sen schon."

1. Je nach Lebens­al­ter erwar­tet man ein bestimm­tes Min­dest­maß an Erlern­tem, min­de­stens was die Bewe­gung im sozia­len Umfeld angeht. Ich will hier bestimmt nicht der abso­lu­ten Kon­for­mi­tät das Wort reden, es geht nicht um *genorm­tes & ste­reo­ty­pes Beneh­men*, aller­dings stimmt es schon zu for­mu­lie­ren (stammt nicht von mir, und woher es mein Vater hat­te weiß ich nicht genau):

"Nur wer die Form beherrscht
darf sich vor­bei benehmen!"

∘ ∘ ∘ ∘ ∘

2. Sicher spielt das Her­kom­men eines Men­schen eine Rol­le ob er in eine Posi­ti­on kom­men konn­te zu ler­nen und sich intel­lek­tu­ell und als Per­son zu ent­wickeln. Ins­be­son­de­re die gesell­schaft­li­che Bewer­tung von Wis­sen und die Art der Rol­len­ver­tei­lung hat einen über­ra­gen­den Ein­fluß was aus einem Men­schen wird. Selbst unter der Vor­aus­set­zung, dass nicht Jeder Alles wer­den kann ist min­de­stens die Bereit­stel­lung einer ent­spre­chen­den Infra­struk­tur wich­ti­ge Grund­la­ge dafür. 

"Arm gebo­ren zu sein ist Schick­sal,
arm zu blei­ben eige­ne Wahl!"

∘ ∘ ∘ ∘ ∘

3. In jedem Staat gibt es Insti­tu­tio­nen die Bür­ger för­dern oder behin­dern, bezo­gen auf die Erreich­bar­keit von und den Zugang zu Mög­lich­kei­ten der Bil­dung und Berufs­wahl. Man­che Staa­ten begren­zen sol­che Ange­bo­te für die All­ge­mein­heit - der Besuch, bzw. die Zulas­sung dazu wer­den nach undurch­sich­ti­gen Kri­te­ri­en gere­gelt, ande­re wie­der­um las­sen Alle, die es wol­len, teil­neh­men. Dazwi­schen gibt es vie­le Vari­an­ten, mal mehr, mal weni­ger büro­kra­tisch. Das kann zu einem unüber­wind­ba­ren Hin­der­nis wer­den wenn ein Mensch sein vol­les Poten­ti­al ent­wickeln will - aber durch For­ma­li­en (auch den Man­gel an Geld!) dar­an gehin­dert wird.

"Büro­kra­tie und Regeln des Zugan­ges
zu den Lei­stun­gen des Staa­tes
dür­fen den Bür­ger nicht behindern!"

∘ ∘ ∘ ∘ ∘

bookmark_borderWissenschaftlicher Fortschritt
*update* (28-11-2018)

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We’re at a peri­od in the cul­tu­re of sci­ence when we despera­te­ly need more cri­ti­cism and less opti­mism, becau­se that’s how good sci­ence thrives.
[Balan­ce]

Wis­sen­schaft - ins­be­son­de­re die Natur­wis­sen­schaft "Bio­lo­gie" - ist kein Pro­duk­ti­ons­be­trieb bei dem an einem Ende Roh­stof­fe ange­lie­fert wer­den und am ande­ren Ende fer­ti­ge Pro­duk­te her­aus­kom­men. So war es wenig­stens bis vor weni­gen Jah­ren. Als die Gene­tik sich an Umfang und Ein­fluß in der Bio­lo­gie aus­wei­te­te begann sie den grö­ße­ren Teil des Fach­ge­bie­tes in den Hin­ter­grund zu schie­ben. Weil in der Gene­tik spä­te­stens mit Ein­füh­rung der Auto­ma­ti­on der Sequen­zie­rungs­tech­nik das schnel­le Erzeu­gen von kom­ple­xen Mole­kü­len Ein­zug hielt - in einem Umfang, der Begehr­lich­kei­ten weck­te, und wegen der prak­ti­schen Aus­wir­kung auch finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten bietet.

Mit Gene­tik läßt sich Geld ver­die­nen - mit Zoo­lo­gie, Bota­nik und Öko­lo­gie eher nicht. In einer Welt, in der es zuneh­mend ums 'Geld ver­die­nen' geht sind die viel­fäl­ti­gen Teil­fä­cher jen­seits der Gene­tik ein Hin­der­nis. Sie ste­hen dem Ver­dienst ent­ge­gen, der man­cher­orts erst durch Igno­ranz gegen­über den Befun­den der Bio­lo­gen und den Schutz­be­mü­hun­gen für bedroh­te Arten an Gren­zen stößt:
Wir haben alle schon vom Feld­ham­ster gele­sen der Stra­ßen­bau- und Ent­wick­lungs­pro­jek­te ver­hin­der­te. Oder von einer bedroh­ten Krö­ten­art, derent­we­gen eine Flä­che nicht wirt­schaft­lich genutzt wer­den konn­te. Die Bei­spie­le lie­ßen sich fort­set­zen, etwa nach Süd­ame­ri­ka, wo rie­si­ge Flä­chen an Öko-Syste­men wegen des kurz­fri­sti­gen Pro­fits geop­fert wur­den und Urvöl­ker vor der völ­li­gen Aus­rot­tung stehen. 

Die Häme der Unkun­di­gen und Gie­ri­gen trieft aus den Zei­len ihrer öffent­li­chen Ein­las­sun­gen. Argu­men­te wer­den als 'Spin­ne­rei' abge­tan. Die Akti­vi­sten als 'welt­fremd' und 'fort­schritts­feind­lich' ver­ächt­lich gemacht.

Beim Bru­no (Bay­ern) oder 'nied­li­chen' Knut (Ber­lin) ent­zün­det sich der Zorn der Mas­se leicht - bei Frö­schen, Krö­ten, Fischen oder bota­ni­schen Rari­tä­ten eher weniger ....

Ich hat­te es stel­len­wei­se in frü­he­re Erör­te­run­gen schon ein­ge­floch­ten, will es aber noch­mal deut­lich schreiben:
Ein bio­lo­gi­sches (öko­lo­gi­sches) System läßt sich ab einem bestimm­ten Ein­wir­kungs­grad nicht mehr repa­rie­ren ['point of no return'] - es ist ein für alle­mal verloren.

Genau die­ses Risi­ko wird - letz­tes Bei­spiel in der Rei­he der unum­kehr­ba­ren Umwelt­sün­den - beim Frack­ing bewußt ein­ge­gan­gen. Was sich in Jahr­mil­lio­nen ent­wickelt hat wird für einen kurz andau­ern­den Peak bei der Roh­stoff­pro­duk­ti­on geop­fert. 9% mehr Roh­öl für 25 Jah­re - das ist ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein, aber um wel­chen Preis!

Es wäre bes­ser wenn das Fern­se­hen Sen­dun­gen dar­über mach­te WER & WAS für den ufer­lo­sen CO2-Anstieg ver­ant­wort­lich ist, der uns letzt­end­lich umbrin­gen wird.

bookmark_borderFür wen "arbeiten" die Parlamentarier?

Oder:
Die Inter­es­sen der Einen sind nicht die Inter­es­sen der Anderen

Stel­len sie sich ein­mal vor, lie­be Lesen­de, es gäbe eine Fabrik mit fla­cher Hier­ar­chie, Geschäfts­lei­tung, Abtei­lungs­lei­ter, deren Stell­ver­tre­ter und 700 Arbei­ter. Und stel­len sie sich wei­ter vor, 5⁄6 der Arbei­ter hät­ten Neben­be­schäf­ti­gun­gen, sol­che, in denen sie mehr ver­die­nen als in ihrer Haupt­tä­tig­keit. Die Abtei­lungs­lei­ter haben Neben­be­zü­ge von ande­ren Unter­neh­men, man­che haben noch eine selb­stän­di­ge Fir­ma neben­bei, die von Kol­le­gen wei­ter geführt wird - und die­se Unter­neh­men arbei­ten auch für die glei­chen Kun­den und Mit­be­wer­ber der Branche.

Die Arbei­ter sind tage­lang nicht da und neh­men der­weil Ter­mi­ne bei ihren Neben­ar­bei­ten wahr. Die Ver­tre­ter der Abtei­lungs­lei­ter über­las­sen das, was sie zu erar­bei­ten hät­ten, Mit­ar­bei­tern aus Kon­kur­renz­un­ter­neh­men die extra für die­sen Zweck abge­stellt wer­den und ange­reist kommen. 

Ach, sie den­ken das gibt es nicht, das wür­de kei­ne Fir­ma zulassen?

Na, da muß ich sie ent­täu­schen. Eine sol­che Struk­tur gibt es - die nennt sich zwar nicht Fir­ma, funk­tio­niert aller­dings so ähn­lich. Es ist unser Bun­des­tag, die Ver­tre­tung des Vol­kes, die in unser aller Name die Geschicke des Staa­tes leiten.

Da wer­den sie den­ken: "In mei­nem Namen? Davon mer­ke ich nicht viel, wenn ich genau über­le­ge fast nichts, im Gegen­teil, Vie­les was da gemacht wird rich­tet sich gegen mei­ne Interessen!"

Stimmt:

Wenn Ban­ken geret­tet wer­den müs­sen sind Mil­lio­nen ein Klacks, da wer­den Mil­li­ar­den locker gemacht. Wenn Abge­od­ne­ten­be­zü­ge erhöht wer­den ist genug Geld da, für die Ren­ten reicht es nicht, die wer­den nach jah­re­lan­gem Still­stand vor den Wah­len noch schnell um weni­ge Euro oder Cent angehoben.
Schu­len, Kin­de­gär­ten, Uni­ver­si­tä­ten, Stra­ßen und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen ver­kom­men - aber für Waf­fen und Erhö­hung des Mann­schafts­be­stan­des beim Mili­tär sind wie­der­um Mil­li­ar­den vorhanden.
Die Auto­in­du­strie wird nach den Betrü­g­rei­en nicht etwa bestraft - ganz im Gegen­teil, es wer­den Ver­ein­ba­run­gen getrof­fen, die die betro­ge­nen Käu­fer bil­lig abspei­sen. Oder die ein Kon­junk­tur­pro­gramm für die betrü­ge­ri­schen Fir­men dar­stel­len, indem man den her­ein­ge­leg­ten Auto­käu­fern eine Prä­mie für den Neu­kauf von Fahr­zeu­gen zusagt - und damit den Absatz erhöht. Das vor dem Hin­ter­grund einer dro­hen­den Kri­se bei der Roh­öl­ver­sor­gung, die an der Zukunft von mit fos­si­len Ener­gie­trä­gern gespei­sten Fahr­zeu­gen zwei­feln las­sen. Wenn nicht aus die­sem Grund, dann wegen des dro­hen­den öko­lo­gi­schen Zusam­men­bruchs und der glo­ba­len Erwärmung. 

Von den ca. 700 Abge­ord­ne­ten ist die Mas­se mit Neben­tä­tig­kei­ten 'geseg­net', die ihnen mehr Ein­kom­men ver­schaf­fen als das, was sie als Diä­ten, als Abge­ord­ne­ten­be­zü­ge ver­die­nen. Und was glau­ben sie wohl, lie­be Lesen­de, wes­sen Inter­es­sen die­se Abge­ord­ne­ten ver­tre­ten wenn sie von inter­es­sier­ten Fir­men und Orga­ni­sa­tio­nen groß­zü­gig bezahlt werden?

Die Mini­ster - im obi­gen Bei­spiel als Abtei­lungs­lei­ter bezeich­net - und ihre Beam­ten­schaft sind zwar wäh­rend ihrer Amzszeit ver­pflich­tet kei­ne sol­che Neben­tä­tig­kei­ten und Bezü­ge anzu­neh­men, aber was danach kommt haben wir bereits hun­dert­fach erlebt:
Sie bekom­men Tätig­kei­ten auf höch­sten Ebe­nen von Unter­neh­men für deren Inter­es­sen sie wäh­rend ihrer Amts­zeit Poli­tik gemacht haben - den Zusam­men­hang kann natür­lich nie­mand kon­kret bewei­sen, aber wenn ein für Ener­gie­wirt­schaft ver­ant­wort­li­cher Mini­ster bei einem Ener­gie­un­ter­ne­men in den Vor­stand ein­steigt, für des­sen bes­se­re Markt­be­din­gun­gen er zuvor Geset­ze erlas­sen hat, sagt der kla­re Men­schen­ver­stand, dass das irgend­wie zusam­men­hän­gen wird und wohl nicht rei­ner Zufall ist.

Betrach­ten wir Abge­ord­ne­te und Mini­ster unse­rer Volks­ver­tre­tung, so wird klar:
Die Wün­sche und Vor­stel­lun­gen der Bevöl­ke­rung wer­den zwar immer wie­der mit gro­ßen Wor­ten beschwo­ren, Lösun­gen wer­den mit viel Tra­ra ange­kün­digt, die Taten aller­dings rich­ten sich mehr­heit­lich an den Wün­schen und Bedin­gun­gen der Unter­neh­men aus die an Par­tei­en und Abge­ord­ne­te zah­len oder ihnen für spä­ter lukra­ti­ve Posten & Bezü­ge zusagen. 

Das Wohl der Men­schen die die­se VOLKSVERTRETER gewählt haben ist unwich­tig, es wird nach­ran­gig behan­delt. Ein Skan­dal, der drin­gend geän­dert wer­den muß.

bookmark_borderAus "religiösen Gründen" ....

In den USA meh­ren sich die Fäl­le in denen Dienst­lei­ster und Hand­werks­be­trie­be Kun­den nicht bedie­nen oder abwei­sen weil sie mit deren Lebens­wei­se oder sexu­el­ler Ori­en­tie­rung nicht zurecht kom­men - der Stan­dard­satz lau­tet dann " .. aus reli­giö­sen Grün­den muß ich es ableh­nen sol­che Kun­den zu bedienen .. "

Das bekommt viel Applaus von den recht­sten­die­ren­den Reli­gio­ten aus dem Bible Belt, dem ehe­ma­li­gen Kon­för­de­rier­ten­gebiet im Süd­osten bis mitt­le­ren Westen. Die Regie­rung Trump besteht wie bekannt über­wie­gend aus Mit­glie­dern von Sek­ten pro­te­stan­ti­schen Ursprun­ges, die hin­ter sol­chem Ver­hal­ten ste­hen und es bil­li­gen, ja noch durch anste­hen­de Gesetz­ge­bung for­cie­ren wollen.

Gera­de die­se ver­bohr­ten Chri­sten fal­len in den letz­ten Tagen durch eine gewis­se Wei­ner­lich­keit und Empö­rung auf weil es eini­ge Unter­neh­men gewagt haben ihnen nun den Ser­vice zu ver­wei­gen. Weil sie der Regie­rung Trump ange­hö­ren. Sie erle­ben nun am eige­nen Lei­be was es heißt wegen sei­ner Über­zeu­gung dis­kri­mi­niert zu wer­den, gera­de sie, die zusätz­lich zu reli­giö­sen Ent­schul­di­gun­gen für Dis­kri­mi­nie­rung gern auch Her­kunft (Lati­nos) und Haut­far­be (Schwar­ze) heranziehen.

An die­sem Hin und Her kann man erken­nen, wel­che Krei­se die­ses ras­si­stisch-rechts­ra­di­ka­le Gedan­ken­ge­bäu­de der Repu­bli­ka­ner ins­ge­samt und der Regie­rung Trump im Beson­de­ren anspricht und ermu­tigt. Das, ver­mischt mit einer unfaß­bar ver­blen­de­ten Mas­se an Reli­giö­sen, ist eine Ideo­lo­gie, die den Ras­sis­mus des Drit­ten Rei­ches noch übertrifft. 

Vor die­sem Hin­ter­grund ist es beson­ders wich­tig hier bei uns jede auf­kei­men­de (Rechts-) Radi­ka­li­sie­rung die auf Ras­se, Her­kunft oder Reli­gi­on basiert ener­gisch zu bekämp­fen und gar nicht erst stär­ker wer­den zu lassen.

Wobei ich noch beto­nen möch­te, dass Reli­gi­on in kei­ner Wei­se die Staats­füh­rung in irgend­ei­ner Art bestim­men kön­nen soll­te - wir sind da schon auf einem guten Weg der Tren­nung von Kir­chen und Staat, aber noch nicht weit genug, wie immer wie­der gera­de aus Bay­ern stam­men­de katho­li­sche und aus Baden-Würt­tem­berg stam­men­de evan­ge­li­sche Poli­ti­ker beweisen.

bookmark_borderRaus aus der Ecke ...!

Es gab eine Zeit, in der war es nicht beson­ders klug sich gegen den Strom zu bewe­gen. Es sei denn man war bereit sein Leben zu ris­kie­ren. Das war die Zeit die nur noch weni­ge heu­te Leben­de - und wenn, dann als Kin­der - mit­ge­macht haben:
Die Zeit des soge­nann­ten "Drit­ten Reichs".

Im Osten der jet­zi­gen Repu­blik gab es nach '49 die DDR, in deren Gren­zen es auch nicht gut oder klug war sich gegen den Strom, sprich: "Deut­schen Sozia­lis­mus", mit einem stark bie­der-bür­ger­li­chen Ein­schlag, aus­zu­spre­chen. Man 'arran­gier­te' sich, mach­te Tausch­ge­schäf­te um die man­gel­haf­te Zutei­lung und Plan­wirt­schaft abzu­mil­dern .... und leb­te anson­sten ohne vie­le Illu­sio­nen in den durch das System, das Régime gesetz­ten Grenzen.

Ähn­lich war es - aller­dings bestimmt nicht lebens­ge­fähr­lich - in den Anfangs­jah­ren der Bun­des­re­pu­blik sich als "links" und/oder "ungläu­big" zu 'outen'. Das waren die Zei­ten, in denen die Kir­chen­zu­ge­hö­rig­keit über 90% betrug. Die Kol­la­bo­ra­ti­on der gro­ßen Kir­chen mit dem Hit­ler­reich wur­de nach und nach offen­bar und führ­te zu einem ersten Schub an Aus­trit­ten, der sich in den spä­ten Sech­zi­gern stei­ger­te und bis heu­te dazu geführt hat, dass es (jeweils) weni­ger evan­ge­li­sche und katho­li­sche Kir­chen­mit­glie­der gibt als Men­schen, die sich als "Athe­isten", "Huma­ni­sten" oder "Agno­sti­ker" bezeichnen.

Wis­sen hat den Glau­ben ersetzt, und das ist eine sehr erfreu­li­che Ent­wick­lung. Vor allem des­we­gen, weil damit ein Plus an per­sön­li­cher Frei­heit ein­her geht. Frei­lich, weil dazu gehö­rig, auch mit grö­ße­rer per­sön­li­cher Verantwortung.

Stel­len Sie sich selbst die Frage:
Wann war ich zuletzt in einer Kirche?

Wenn das höch­stens ein­mal im Jahr zu Weih­nach­ten war sind Sie schon der­art "kir­chen­fern", dass der Voll­zug des Aus­trit­tes längst über­fäl­lig war ....

Mein Appell an alle noch zöger­li­chen, aber 'aus­stiegs­wil­li­gen' oder 'aus­stiegs­rei­fen' Men­schen ist daher:
Tre­ten Sie jetzt aus, es wird ihnen weder per­sön­lich noch gesell­schaft­lich scha­den - Sie dür­fen aller­dings sicher sein, dass Sie nicht mehr Teil eines zer­fal­len­den, ver­rot­te­ten und grund­sätz­lich sich selbst am mei­sten die­nen­den Geld­schöp­fungs­sy­stem sind.

Es ist an der Zeit, dass die Ein­fluß­nah­me der auf weni­ger als die Hälf­te der Bevöl­ke­rung geschrumpf­ten "christ­li­chen" Reli­gio­nen end­lich been­det wird. Die Mit­glieds­zah­len bil­den - dar­ge­stellt in meh­re­ren Unter­su­chun­gen - nicht mehr die tat­säch­li­chen "Gläu­bi­gen" ab, da Vie­le nur noch auf dem Papier einer Glau­bens­ge­mein­schaft angehören.

bookmark_borderMit Wissenschaft tun sich selbst Wissenschaftler schwer

Weil Wis­sen­schaft­ler auch nur Men­schen sind müs­sen sie sich immer wie­der fra­gen, ob sie wirk­lich unvor­ein­ge­nom­men ein The­ma bear­bei­ten - weil die wich­tig­ste Vor­aus­set­zung ist, eine ergeb­nis­of­fe­ne Fra­ge­stel­lung auch ergeb­nis­of­fen durchzuführen.
Im Fol­gen­den habe ich noch­mal eini­ge The­men zusam­men­ge­faßt, die ich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bespro­chen habe, und die sich mit Wis­sen­schaft und den zuge­hö­ri­gen Pro­ble­men befassen.

bull­shit-Wis­sen­schaft
Auch wenn es immer wie­der (angeb­lich) bestä­tigt wird: Erlern­te Eigen­schaf­ten wer­den NICHT vererbt.

Von Pseu­do­wis­sen­schaf­ten ....
"Gen­der Stu­dies" sind Schwa­fel­fä­cher mit einer Wer­tig­keit wie der Krea­tio­nis­mus - auch "Pipi-Langstrumpf"-Fächer [Ich mach die Welt wie sie mir gefällt]

Miß­brauch­te Wissenschaft
Hier geht es um den Anschlag auf das World Trade Cen­ter und was die Wis­sen­schaft dazu sagt.

Wis­sen­schaft
Hier geht es dar­um den wis­sen­schaft­li­chen Pro­zeß zu erklä­ren, lai­en­ver­ständ­lich, um Vor­ur­tei­le abzubauen.

Wis­sen­schaft & Erfolgsmessung
Stimmt es, dass Bewer­tung einer Vor­le­sung oder eines Semi­nars die "aka­de­mi­sche Frei­heit" ein­schränkt? Eini­ge The­sen dazu.

Wis­sen­schaft­li­cher Fortschritt
Was haben Feld­ham­ster, Gier nach Geld und der nied­li­che "Knut"(†) aus Ber­lin mit­ein­an­der zu tun? 

Wis­sen­schaft ....
"Gos­sen­blog­ger" sind zwar nicht direkt Gegen­stand der Wis­sen­schaft, aber ....

Wie ver­rin­gert man natur­wis­sen­schaft­li­che Kenntnisse ....
Zuviel Bil­dung - vor allem in den Natur­wis­sen­schaf­ten - führt dazu, dass Men­schen zu viel den­ken und unbe­que­me Fra­gen stel­len - was macht also die Poli­tik, wenn sie weni­ger davon haben will aber es nicht laut sagen kann?


Wis­sen­schaft mal nicht ganz so ernst genommen:

 

Zum Abschluß noch zum Unter­schied zwi­schen den Natur­wis­sen­schaf­ten - ganz ein­fach erklärt als "Schnell-Defi­ni­ti­on"¹:

  • If it is green or it wig­gles -- it is Biology. 
  • If it stinks or explo­des -- it is Chemistry. 
  • If it doesn't work -- it is Physics.
  • If it doesn't make sen­se - it is Math.
  • And if it real­ly rocks - it is Geology.

Über­set­zung

  • Wenn etwas grün ist und/oder zap­pelt -- ist es Biologie. 
  • Wenn etwas stinkt oder explo­diert -- ist es Chemie. 
  • Wenn etwas nicht funk­tio­niert -- ist es Physik.
  • Wenn etwas unver­ständ­lich ist -- ist es Mathematik.
  • Und wenn es wirk­lich rockt -- ist es Geologie.

Das ist doch bestimmt ein­fach zu mer­ken .... und ich erin­ne­re mich dabei gern an mei­nen Phy­sik­leh­rer der Ober­stu­fe. Der sag­te näm­lich vor jedem Ver­such " .. und wenn alles klappt, dann sehen Sie .. ", doch meist sah man nichts und er erklär­te genau was man hät­te sehen sol­len. Spä­ter, im Stu­di­um, wur­den vie­le die­ser Ver­su­che im Grund­kurs noch­mal aus­ge­führt - und da hat es immer funktioniert!

¹ [Mehr davon HIER; von dort mit gering­fü­gi­ger Ände­rung übernommen]